Zitat von Kleinfeld im Beitrag #537Niemand, absolut niemand hat mir vorzuschreiben, was ICH mit MEINEM Körper mache.
Da hast du sicher Recht, solange du selbst Hand anlegst. Die Konsequenzen trägst du ja allein. Andersrum kannst du aber auch keinem anderen vorschreiben, etwas mit deinem Körper zu machen..
Ja, finde ich einen wichtigen Punkt. Ich frage mich manchmal, mit welcher Chuzpe unter der Flagge des uneingeschränkten Selbstbestimmungsrechts gefordert wird, dass Frauen, die eine Abtreibung wünschen, staatlicherseits eine entsprechende Infrastruktur vorgehalten werden muss. Das klingt so schick abstrakt, konkret heißt das nunmal, dass ein Mensch als Teil seines Berufsalltags am Körper eines anderen Menschen zugange ist und "etwas Drittes", manche würden wohl sagen: einen Dritten, entfernt. Dieser Mensch kann das zum Teil seines Berufsalltags machen wollen dürfen - aber (jedenfalls grundrechtskonform) nicht wollen müssen.
Dieser Unterschied rutscht in der Diskussion um Selbstbestimmungsrechte für meine Begriffe so merkwürdig weg - schön, dass Du an ihn erinnerst.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
Zitat von caramia_2.0 im Beitrag #213Wenn ich hier lese, schäme ich mich. Vom Zellhaufen zur Kaulquappe, eigentlich ein Thema für die Fassungslosigkeiten.
Zu den Begrifflichkeiten: Medizinisch wird zunächst von einem Embryo, ab Monat drei von Fötus und erst ab der Geburt von einem Kind und vorher auch eher von Schwangeren denn von Müttern gesprochen. Der "Schutz des Lebens" beginnt laut Grundgesetz mit der Befruchtung.
Ich vermute, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in D würde weiter zurückgehen, wenn die Pille ab 16 Jahren kostenlos auf Rezept erhältlich wäre. Die Kinderbetreuung müsste weiter ausgebaut werden. Das Ehegattensplitting für kinderlose Paare entfällt, die dadurch freien Steuermittel müssten verbindlich in die Betreuung und das Bildungssystem investiert werden.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von Sariana im Beitrag #929Ich vermute, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in D würde weiter zurückgehen, wenn die Pille ab 16 Jahren kostenlos auf Rezept erhältlich wäre.
Rezeptpflicht und Kostenübernahme Hormonelle Verhütungsmittel (Pille, Minipille, Hormonspirale, Dreimonatsspritze, Hormonimplantat, Vaginalring, Verhütungspflaster) gibt es nur auf Rezept. Nur bis zum 22. Geburtstag übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. https://www.familienplanung.de/verhuetun...%20die%20Kosten.
Brischa, kostenlos ohne Altersbeschränkung nach dem 22. Lebensjahr, also für alle Frauen im gebärfähigen Alter, ist meine Vorstellung, gab es so in der ehemaligen DDR.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Gestern bei Lanz: Karl Lauterbach (SPD) will im Bundestag für die Abschaffung von Paragraph 219a stimmen. https://www.watson.de/unterhaltung/tv/24...-paragraph-219a Gäste waren: Karl Lauterbach (SPD), Politiker Mariam Lau, Journalistin Dr. Alicia Baier, Gynäkologin Ulrike Scharf (CSU), Politikerin
Zitat von Kleinfeld im Beitrag #537Niemand, absolut niemand hat mir vorzuschreiben, was ICH mit MEINEM Körper mache.
Da hast du sicher Recht, solange du selbst Hand anlegst. Die Konsequenzen trägst du ja allein. Andersrum kannst du aber auch keinem anderen vorschreiben, etwas mit deinem Körper zu machen..
Ja, finde ich einen wichtigen Punkt. Ich frage mich manchmal, mit welcher Chuzpe unter der Flagge des uneingeschränkten Selbstbestimmungsrechts gefordert wird, dass Frauen, die eine Abtreibung wünschen, staatlicherseits eine entsprechende Infrastruktur vorgehalten werden muss. Das klingt so schick abstrakt, konkret heißt das nunmal, dass ein Mensch am Körper eines anderen zugange ist und "etwas Drittes", manche würden wohl sagen: einen Dritten, entfernt. Dieser Mensch kann das wollen dürfen - aber (jedenfalls grundrechtskonform) nicht wollen müssen.
Dieser Unterschied rutscht in der Diskussion um Selbstbestimmungsrechte für meine Begriffe so merkwürdig weg - schön, dass Du an ihn erinnerst.
Wenn die Frau auch ein Leben hat, dass es zu schützen gilt, sollte der Staat diese Infrastruktur vorhalten.
Denn Abtreibungen werden so oder so vorgenommen, es gibt Anleitungen dazu wie man es selbst machen kann: (Rund)Stricknadeln, Drahtkleiderbügel, diverse (giftige) Kräutertinkturen.
In D ist Abtreibung kein Pflichtfach im Medizinstudium. Keine Mediziner:innen in D müssen Abtreibungen durchführen. Hier gilt das Selbstbestimmungsrecht. In den USA ist das ähnlich. Es gibt dort auch immer weniger, die Abtreibungen durchführen, weil Gewalttaten ggü den Kliniken und deren Personal ausgeübt werden. Um die 2010er herum wurden einige Ärzte in den USA ermordet.
—————————————— Die Bösen halten zusammen, auch wenn sie einander hassen, das ist ihre Stärke. Die Guten sind in alle Winde zerstreut, das ist ihre Schwäche.
Zum großen Glück gibt es durchaus Ärzte, die bereit sind, Abtreibungen vorzunehmen. Diesen engagierten Medizinern sind viele Frauen dankbar. Im frühen Stadium kann ein Abgang auch mit Medikamenten ausgelöst werden.
Zitat von Amelanchier im Beitrag #934Zum großen Glück gibt es durchaus Ärzte, die bereit sind, Abtreibungen vorzunehmen. Diesen engagierten Medizinern sind viele Frauen dankbar. Im frühen Stadium kann ein Abgang auch mit Medikamenten ausgelöst werden.
Ja, zum Glück gibt es diese Ärzte.
Für „die Pille danach“ fehlt mE noch Aufklärung an Schulen und insgesamt dem Zyklus, um die Pille danach richtig einzunehmen. Wenige wissen auch, dass die Pille danach ohne Rezept bekommen kann. Die meisten Apotheken beraten auch gut. Allerdings gilt auch hier: wenn eine Apotheke diese nicht führen will, muss sie nicht.
—————————————— Die Bösen halten zusammen, auch wenn sie einander hassen, das ist ihre Stärke. Die Guten sind in alle Winde zerstreut, das ist ihre Schwäche.
Zitat von xanidae im Beitrag #933 In D ist Abtreibung kein Pflichtfach im Medizinstudium. Keine Mediziner:innen in D müssen Abtreibungen durchführen. Hier gilt das Selbstbestimmungsrecht. In den USA ist das ähnlich.
Ich weiß. Und ich sehe in diesem offenkundigen Zielkonflikt zweier Selbstbestimmungsrechtsansprüche - den ich nicht bestreite - im Moment keine Möglichkeit, das befriedigend zu lösen. Um diesen Zielkonflikt immerhin zu wissen und ihn zu würdigen, ist für mich allerdings notwendiger Teil einer Diskussion über Abtreibung. Redlicherweise. Darum ging's mir, als ich auf Brischas Hinweis reagierte.
ZitatEs gibt dort auch immer weniger, die Abtreibungen durchführen, weil Gewalttaten ggü den Kliniken und deren Personal ausgeübt werden. Um die 2010er herum wurden einige Ärzte in den USA ermordet.
Ja. Und darüber lohnte sich mE eine eingehende Untersuchung - und eine exekutive Vorbeugung solcher Exzesse sowieso.
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Ich sehe die Möglichkeit, das befriedigend zu lösen, indem man denjenigen Medizinern, die bereit sind, Abtreibungen durchzuführen, ermöglicht das sicher und ohne Anfeindungen zu tun.
Tatsächlich wäre interessant, wenn Mediziner, die hinter der Zahl stehen, ihre Erfahrungen schildern könnten. Dass das derzeit vermutlich eher anonym passieren müsste, finde ich genauso beklagenswert wie Du.
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Aen, es gibt den Verein “doctors for choice”. Auf deren Seiten findest du vielleicht etwas zu dem Thema .
Dieser Verein hat 2021 auch ein Pilotprojekt zur telemedizinischen Betreuung von medikamentösen Abtreibungen durchgeführt. Auch solche Angebote können zur Versorgungssicherheit beitragen.
Zitat von Amelanchier im Beitrag #941Aen, es gibt den Verein “doctors for choice”. Auf deren Seiten findest du vielleicht etwas zu dem Thema.
Danke für den Tipp, dem geh ich gerne nach. :)
ZitatDieser Verein hat 2021 auch ein Pilotprojekt zur telemedizinischen Betreuung von medikamentösen Abtreibungen durchgeführt. Auch solche Angebote können zur Versorgungssicherheit beitragen.
D.h. die Frau nimmt die Pille danach und ein/e Mediziner/in betreut sie im weiteren per Videochat oder Mailverkehr? Wenn das rechtssicher gemacht werden kann (etwaige Komplikationen unter der Telebetreuung, Schadensersatzansprüche usw.), find' ich das ne gute Kompromisslösung.
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Nicht die Pille danach. Diese greift nur zwischen Eisprung und Einnistung.
Sondern ein Medikament, was einen Abgang auslöst und in den ersten Wochen einer bestehenden Schwangerschaft genommen werden kann. Siehe Link weiter oben.
Ich habe dasselbe Medikament bei einer “missed abortion” bekommen.
Sicher nicht nur in Bayern ein bekannter Name: Dr. Friedrich Stapf führt seit Jahrzehnten Schwangerschaftsabbrüche durch und setzt sich öffentlich für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen ein. Auslöser für seine Entscheidung war ein Erlebnis Ende der 60er Jahre. Er hatte eine Freundin zu einer ohne Betäubung durchgeführten Abtreibung begleitet.
In seiner Praxis werden rund 1/3 aller Abbrüche in Bayern durchgeführt.
Im Laufe seiner langjährigen Tätigkeit war er unzähligen Angriffen ausgeliefert, die auch prozessual mit viel Medieninteresse aufzuarbeiten waren. Googelt man den Namen, findet man eine Vielzahl an Hinweisen zum Sprachgebrauch aggressiv auftretender sogenannter Lebensschützer. Mich wundert wenig, dass kaum eine Ärztin oder ein Arzt - zumindest nicht offen - auf diesem Gebiet arbeiten möchte. Die Kernarbeit ist eben nicht nur von einem negativen Hintergrundrauschen begleitet, sondern von einem Dauerfeuer, die eine freie Entscheidung und eine Konzentration auf die Kernarbeit massiv erschwert.
Das Medikament, dass _Amelanchier beschreibt und uA auch wie beschrieben bei Missed Abortions verschrieben wird, führt in Texas nun dazu, dass Frauen mit MA und einem Rezept für dieses Medikament, in den Apotheken kriminalisiert werden.
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Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von Amelanchier im Beitrag #917Für mich ist noch nicht greifbar, was du mit “reinholen” meinst. Grundsätzlich sind Frauen und Männer ihren Kindern ja gleich verpflichtet.
Du meinst also keine juristische, sondern eine soziale Veränderung? Mit welchen Mitteln denkst du, ist diese erreichbar?
Interessiert mich sehr, denn ich finde diese soziale Veränderung in Richtung Gleichverantwortung sehr zäh und langsam.
Denkst du an so Sachen wie verpflichtende Gleichaufteilung von Elternzeit, Individualbesteuerung und weitere Maßnahmen, die in Richtung gleichmäßige Verteilung von Familien- und Erwerbsarbeit gehen ?
Führt hier wahrscheinlich zu weit,aber die erwähnten Punkte wären dabei. Ich denke auch,dass sowohl soziale als auch juristische Änderungen nötig wären- das hängt ja auch zusammen. Und ja das dauert. Und geht nur mit Mehrheiten.
Signatur:
Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
"Kein Ziel und keine Ehre, keine Pflicht, sind's wert, dafür zu töten und zu sterben" (R. Mey)
Zitat von badenserin im Beitrag #918[quote=mono|p275318] ...
Mein Beitrag bezog sich auf ein echtes Abtreibungsverbot, wie sie in den USA in einigen Staaten auf dem Weg ist. ...
Für eine solche Regelung ist hier niemand eingetreten, habe ich jedenfalls nicht gelesen. Auf Gesetze in einzelnen US Staaten haben Deutsche aber wenig bis keinen Einfluss.
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Nicht nur... Darauf wollte die TE das Thema sich nicht begrenzen.
Ich finde auch schwierig die Rechtslage in der USA zu beurteilen- das müssen ja letztlich die US Amerikaner entscheiden. Respektive Die Texaner, New Yorker,usw. Wer bin ich denn,denen etwas vorzuschreiben? In den USA kann sich jeder in den demokratischen Prozess einbringen und somit auch Veränderungen bewirken.
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