Es ist kein kleines Theater, das Recht auf Abtreibung, das in den USA auf der Kippe steht, finde ich. Allerdings bin mir nicht sicher, dass das Thema zum jetzigen Zeitpunkt in einem eigenen Strang mehr Interesse findet als hier.
Hier eine Schilderung der aktuellen Sachlage in den USA.
Ich halte das Thema jedenfalls für diskussionswürdig, weil ich befürchte, dass Abtreibungs-Gegner/innen und ihnen nahestehende politische und kirchliche Kreise auch in Deutschland Morgenluft wittern und ihre Aktivitäten wieder steigern, nachdem ihr Protest gegen die Abschaffung des §219a keinen Erfolg hatte. Ich finde bereits jetzt den Druck inakzeptabel, den Fundamentalist/innen oft vor Praxen und Kliniken versuchen auf Frauen auszuüben, und der sich negativ auf die Bereitschaft von Ärzt/innen auswirkt, Schwangerschaften zu beenden.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Das fällt aber nur teils unter der Theater. Abtreibung ist für mich eher nicht Theater. Das Gekabbel zwischen Bundes- oder Einzelstaatenrecht irgendwie schon.
219 wurde in D übrigens nicht abgeschafft, nur 219a. Aber das ist D, nicht USA.
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Zitat von mono im Beitrag #16... 219 wurde in D übrigens nicht abgeschafft, nur 219a.
Danke für den Hinweis, das "a" war einer Änderung zum Opfer gefallen und wurde gerade wieder nachgeliefert.
ZitatAber das ist D, nicht USA.
Dass sich aus einer möglichen Abschaffung des Rechts auf Abtreibungen in den USA auch Forderungen in Deutschland entwickeln könnten, glaubst du nicht?
Nachtrag:
Zitat von mono im Beitrag #16Das fällt aber nur teils unter der Theater. Abtreibung ist für mich eher nicht Theater. ...
Für mich auch nicht. Manche Diskussionen über das Recht auf Abtreibungen aber schon.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Ja, es ist äußerst besorgniserregend, dass lange erkämpfte Frauenrechte wieder beschnitten oder unterwandert werden.
Ziemlich miese Entwicklung - das fängt bei der Verteilung der Familienarbeit in D zu Corona-Zeiten an, geht über erzkonservative Ansichten im osteuropäischen Ausland weiter und hört bei der verheerenden Lage afghanischer Frauen noch lange nicht auf.
Aber passt in der Tat nicht unter "Kleines Politik-Theater"...
Edit: Die vorstehende Anmerkung war bezogen darauf, dass dieses Thema zunächst im anderen Strang aufkam, Beitrag wurde in diesen Strang umgezogen.
Zitat von Puls im Beitrag #18... Aber passt in der Tat nicht unter "Kleines Politik-Theater"...
Nachdem die Pläne des Supreme Courts seit Tagen bekannt sind, aber hier noch nicht thematisiert wurden, hatte ich halt die Befürchtung, dass ich mit einem eigenen Strang das Politik-Forum aufblähe und unübersichtlicher mache, wenn die Diskussion möglicherweise nach einer Handvoll Beiträge einschläft.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Das hatte ich auch nicht so aufgefasst, wollte es nur gerne erklären.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Wenn Diskusionen über Abtreibung bei der "falschen Meinung" als "Theater" bezeichnet werden ( darauf läuft' bestimmte Diskussionenüber Abtreibung sind Theater' ziemlich sicher raus), ist es mMn besser, das es hier noch keinen Faden gibt. Es muss doch möglich sein,andere Meinungen nicht abzutun.
Die Lage in den USA ist mit D nicht vergleichbar. D ust ein Bundesstaat, die USA nicht. Momentan geht es in den USA auch nicht darum, dass es in keinem der Einzelstaaten mehr Abtreibungen gibt. Polittheater ist für mich bei der Angelegenheit, dass sie sich nicht einigen können,ob es nun Bundes- oder Einzelstaatenrecht ist.
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Zitat von noBarbie im Beitrag #19Nachdem die Pläne des Supreme Courts seit Tagen bekannt sind, aber hier noch nicht thematisiert wurden, hatte ich halt die Befürchtung, dass ich mit einem eigenen Strang das Politik-Forum aufblähe und unübersichtlicher mache, wenn die Diskussion möglicherweise nach einer Handvoll Beiträge einschläft.
Nicht frequentierte Threads verschwinden doch schlicht geräuschlos, und um Platz im Sinne von "Aufblähen" müssen wir uns m.W. keine Sorgen machen.
Ich fände es hoch angemessen, wenn dieses Thema einen eigenen Thread bekäme. Auch, weil die konserative Lobby in den USA die selben Methoden nutzt, die zu ähnlichen Zwecken mittlerweile auch in Europa bzw. der EU eingesetzt werden (Polen, Ungarn).
Das tatsächliche theater in diesem zusammenhang sehe ich darin, dass ein vertrauliches papier in der öffentlichkeit gelandet ist. Beim Supreme Court ein absolutes novum. Es handelt sich um die stellungnahme eines richters. Wer hatte dazu zugang, und was ist das motiv? Beschädigt ist die Institution auf jeden fall.
Mono, was soll das? Wieso sollten da nur bestimmte Dinge stehen dürfen? Jeder kann seine Meinung schreiben. Auch du. Keiner hat ein Recht darauf, das andere die Meinung teilen. Auch du nicht. Und ich auch nicht.
Zitat von mono im Beitrag #24Und es ist jetzt schon klar, was in dem Faden stehen darf ...
Es ist schon klar, dass mal wieder "Zensur" beklagt wird, wo keine ist, wenn die Befürchtung aufkeimt, die Mehrheit könne eine andere Meinung haben, als die eigene. Niemand verbietet dir, oder anderen User/innen eure Meinung zu äußern. Darin enthaltene Behauptungen sollten allerdings belegt werden.
Also, was denkst du über das Recht auf Abtreibung, über das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und Versuche/Überlegungen zur Abschaffung bzw. Einschränkung?
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von noBarbie im Beitrag #15[...]Ich finde bereits jetzt den Druck inakzeptabel, den Fundamentalist/innen oft vor Praxen und Kliniken versuchen auf Frauen auszuüben, und der sich negativ auf die Bereitschaft von Ärzt/innen auswirkt, Schwangerschaften zu beenden.
In der Tat ein wichtiges Thema und auf jeden Fall eine ungute Entwicklung in den USA. Ich bin, glaube ich, abtreibungskritischer als einige Userinnen hier und finde es, aus ethischer Sicht, ein ganz schwieriges Thema. Ich glaube auch, dass die meisten Betroffenen die Entscheidung sehr schwierig finden. Daher bin ich der Ansicht, die brauchen das wie ein Loch im Kopf, dass sie von Ideologen (auf beiden Seiten des Streits) missbraucht und verheizt werden.
Meine Position ist die, dass die Entscheidung über Abbruch oder Fortsetzung der Schwangerschaft nur bei der Schwangeren liegen kann. Dazu sollte sie auf ruhige, sachliche, und in keine Richtung drängende Art über alle Aspekte sowohl einer Schwangerschaft/Geburt/Elternschaft als auch einer Abtreibung aufgeklärt werden. Ich bin daher tatsächlich Anhängerin einer Pflichtberatung, allerdings muss diese wirklich streng ideologiefrei stattfinden und in allererster Linie vermitteln: 'Was immer Sie entscheiden, Sie werden darin unterstützt.' Ebenso bin ich dafür, dass Information zu Abtreibungen in keiner Weise beschnitten werden darf (wie es mit dem unsäglichen Werbeparagraphen war).
Auf keinen Fall dürfen sich Dritte in diesen Prozess einmischen, und auf die von Dir beschriebene Art schonmal gar nicht. Ist sowas in Deutschland denn von der Meinungsfreiheit gedeckt? Das glaube ich nicht. Einschüchterung und Bedrohung ist doch bestimmt strafbar. Und das ist ja gegeben, wenn eine Praxis oder Klinik belagert wird.
Was die USA angeht, so sehe ich nicht nur die einzig berechtigte Person ihrer Entscheidung beraubt, sondern ich habe auch ein massives gesinnungseghisches Problem. Ich kann es natürlich nicht belegen, aber schon die mangelnde praktische Unterstützung für Eltern/Familien bestärkt mich in dem Glauben, dass es zumindest den Abtreibungsgegnern in der Machtpolitik nicht oder nur sehr nachgeordnet um den Schutz des ungeborenen Kindes geht. Vielmehr drängt sich der Verdacht auf, dass archaisch-patriarchalische Denkstrukturen eine Rolle spielen und es tatsächlich um Macht und Kontrolle über Frauen geht.
Zitat von noBarbie im Beitrag #17[...] Dass sich aus einer möglichen Abschaffung des Rechts auf Abtreibungen in den USA auch Forderungen in Deutschland entwickeln könnten, glaubst du nicht?
Ich finde es ehrlich gesagt unwahrscheinlich. Also nicht, dass jetzt einzelne Individuen oder 'Clubs' Oberwasser kriegen, das schon. Aber ich kann mir nicht recht vorstellen, dass die viel reißen, dafür seh ich die Mehrheiten nicht, auch und vor allem nicht in der jetzigen Regierung.
"It has to be possible to feel the pain in one community without denying it to the other. It has to be!" John Oliver
Moderatorin in den Foren zu Beziehung und Sex, zu Kunst, Musik und Literatur, zu Politik und Tagesgeschen und zum Handwerken (warum auch immer). Ueberall sonst gilt: Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.
Zitat von mono im Beitrag #22... Die Lage in den USA ist mit D nicht vergleichbar. D ust ein Bundesstaat, die USA nicht. ...
Beides sind föderale Systeme und in beiden gibt es Bereiche für Bundes und Einzelstaaten/Bundeslandesgesetze. Nur sind die bundesstaatlichen Kompetenze in den USA wesentlich weitreichender als die der Bundesländer in D. Dafür meinen hierzulande durchaus bestimmte Landespolitiker, Bundesrecht nicht unbedingt durchsetzen zu müssen - zuletzt Söder beim Infektionsschutzgesetz.
Zitat... Momentan geht es in den USA auch nicht darum, dass es in keinem der Einzelstaaten mehr Abtreibungen gibt. ...
Wenn die politische Debatte erst begönne, wenn auch der letzte Bundesstaat Abtreibungen ganz verböte, wäre dies zu spät. Und der "Trost" für eine Frau aus Florida, sie könne für eine Abtreibung ja nach Kalifornien oder Alaska reisen, ist ungleich bitterer (zeitaufwändiger, teurer etc.) als es "die Fahrt nach Holland" in Deutschland damals war.
Jeder darf seine Meinung schreiben? Ohne Beleidigungen zu lesen zu bekommen? Wäre bei dem Thema neu. Es geht ja gar nicht um Mehrheiten, auch Mehrheiten können irren. Dass Diskussionen als Theater bezeichnet werden,wenn es 'bestimmte Diskussionen ' sind,spricht nicht vor Unvvoreingenommenheit.
In den USA geht es aber wirklich eher um Bundes- vs Einzelstaatenrecht und in D ist Abtreibung kein Fall für die Bundesländer. Das ist nicht so gut vergleichbar mMn.
Abtreibung als Solche bräuchte mMn einen eigenen Strang. Und in dem wäre niemand verpflichtet zu schreibe ( das nur,weil hier ja schon das erste "sag mal" kam)..
Signatur:
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Zitat von Flau im Beitrag #28 In der Tat ein wichtiges Thema und auf jeden Fall eine ungute Entwicklung in den USA. Ich bin, glaube ich, abtreibungskritischer als einige Userinnen hier ...
Ich persönlich bin für die Abschaffung des §218 und kann aber deinen Ausführungen uneingeschränkt zustimmen.
ZitatIch finde es ehrlich gesagt unwahrscheinlich. Also nicht, dass jetzt einzelne Individuen oder 'Clubs' Oberwasser kriegen, das schon. Aber ich kann mir nicht recht vorstellen, dass die viel reißen, dafür seh ich die Mehrheiten nicht, auch und vor allem nicht in der jetzigen Regierung.
Ich bin hellhörig geworden, nachdem ich bei der Kompromiss-Abstimmung über den §219a in der vorherigen Legislaturperiode die hiesige SPD-Bundestagsabgeordnete angerufen habe um von ihr zu erfahren, warum ihre Partei den Frauen so in den Rücken gefallen ist. Nach ihrer Antwort hatte das einzig und allein das Ziel zu vermeiden, dass die Union, wie bei einer Abschaffung von 219a angedroht, den gesamten 218a und die Aussetzung der Strafbarkeit zur Abstimmung stellte - bei der damaligen Sitzverteilung nicht ohne Erfolgsaussichten. Und diese Zeiten können wieder kommen, vielleicht schneller als gedacht.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Nein, da geht es um Grundsätze. Der Supreme Court ist das oberste Verfassungsgericht der USA.
Viele US Staaten haben schon ihre Gesetzgebung verschärft. Bisher konnten sie gekippt werden, wenn sie im Widerspruch zu Grundsatzentscheidungen stehen. Das könnte sich jetzt ändern.
Zitat von mono im Beitrag #30Jeder darf seine Meinung schreiben? Ohne Beleidigungen zu lesen zu bekommen? Wäre bei dem Thema neu. Es geht ja gar nicht um Mehrheiten, auch Mehrheiten können irren. Dass Diskussionen als Theater bezeichnet werden,wenn es 'bestimmte Diskussionen ' sind,spricht nicht vor Unvvoreingenommenheit. ...
Ausgerechnet du erwartest eine unvoreingenommene Diskussion? Dafür wäre wohl eine der ersten Voraussetzungen, dass du dein ständiges Gejammer über eine angebliche Ungleichbehandlung von User/innen mal einstellst.
Auf jeden Fall möchte ich dich als Strangeröffnerin bitten, die hier entstehenden Einzeldiskussion damit nicht weiter zu belästigen, sondern dich den jeweiligen Themen zu widmen.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von Haze im Beitrag #33Abschaffung des Paragraphen 218 würde bedeuten, dass „Abtreibung“ bis zur Geburt erlaubt ist, oder?
Nein, praktisch würde es bedeuten, dass Abtreibungen grundsätzlich straffrei sind. Auch in den Ländern, in denen dies so ist, gbt es eine zeitliche Begrenzung - in den USA z.B. derzeit 24 Wochen.