Immerhin lag ich heute mal nicht ewig wach. Aber das Erwachen aus dem Schlaf ist immer noch richtig schlimm. Man kommt in einen Albtraum.
Ich hab auch das Gefühl es dauert diesemal die lange mit allem, damals ging es schneller und deswegen konnte ich wahrscheinlich auch besser damit umgehen. Jetzt sitze ich hier und warte ständig.
Zitat von Moon im Beitrag #126 Ich hab auch das Gefühl es dauert diesemal die lange mit allem, damals ging es schneller und deswegen konnte ich wahrscheinlich auch besser damit umgehen. Jetzt sitze ich hier und warte ständig.
Ja, das Warten ist furchtbar.
Andererseits - wenn noch nicht alles genau abgeklärt ist, ist es ja auch nicht sinnvoll mit einer beliebigen Therapie zu beginnen. Heutzutage erfolgt die Therapie individuell auf Dich zugeschnitten. Auch wenn es sich nicht so anfühlt - die Untersuchungen sind zu Deinen Gunsten.
Es gibt wohl eine Empfehlung, die Therapie spätestens 6 Wochen nach der Diagnose zu beginnen.
Es heißt ja, "Brustkrebs ist kein Notfall". Stimmt aus medizinischer Sicht vermutlich, fühlt sich nur für die Betroffenen nicht so an.
Bleib zuversichtlich, mach etwas, was Dir gut tut - Spazierengehen, etwas Leckeres Kochen oder Backen, etwas malen ... was auch immer für Dich gut ist.
Zitat von Moon im Beitrag #126 Ich hab auch das Gefühl es dauert diesemal die lange mit allem, damals ging es schneller und deswegen konnte ich wahrscheinlich auch besser damit umgehen. Jetzt sitze ich hier und warte ständig.
Ja, das Warten ist furchtbar.
Andererseits - wenn noch nicht alles genau abgeklärt ist, ist es ja auch nicht sinnvoll mit einer beliebigen Therapie zu beginnen. Heutzutage erfolgt die Therapie individuell auf Dich zugeschnitten. Auch wenn es sich nicht so anfühlt - die Untersuchungen sind zu Deinen Gunsten.
Es gibt wohl eine Empfehlung, die Therapie spätestens 6 Wochen nach der Diagnose zu beginnen.
Es heißt ja, "Brustkrebs ist kein Notfall". Stimmt aus medizinischer Sicht vermutlich, fühlt sich nur für die Betroffenen nicht so an.
Ich versuche gerade, mich in die Situation von Betroffenen hineinzuversetzen (ich würde komplett durchdrehen), und hoffe doch - obwohl ich das Gegenteil vermute - dass man das den Betroffenen dann auch genauso erklärt!?!?
Ein mit meiner Familie befreundeter Arzt gab zu, dass er die Ängste von Krebserkrankten erst nachvollziehen konnte, als es ihn selbst erwischte.
Mir wurde damals schon gesagt, dass Krebs kein Notfall ist.
Für die Ärzte ist das halt ihr tägliches Geschäft. Die reden da ja ständig über Tumore, Metastasen und sowas.
Das ist nicht immer leicht zu verdauen, man ist ja ein Mensch mit Gefühlen, mit einem Leben, mit Angehörigen, die man liebt. Oft wird das aber etwas vergessen.
Liebe Moon, ich bin bei den neuen Beiträgen über deinen Strang gestolpert und wollte dir nur ein paar mutmachende Gedanken hierlassen. Ich war noch nie in deiner Situation, kenn das Thema Krebs nur als Angehörige und Freundin, kann mich daher schwer reindenken. Aber ich wünsche dir einen Sack voll Zuversicht und Mut, dass du es auch dieses Mal genauso gut da durch schaffst. Das ist eine Mist Situation, da würde jede erstmal Probleme haben, sie zu verdauen. Aber es hat sich viel getan, in den letzten Jahren, man kann ja viel gezielter behandeln. Blöd, dass du jetzt Ostern mit all dem Leerlauf vor dir hast.
Wir hatten in der Bri eine betroffene Userin, Tigress, die hat immer gesagt 'I will cross the bridge when I get there'. Schwer durchzuziehen, aber machbar. Hast du irgendetwas Schönes, was du gerne machst, wo du dich mal fallen lassen kannst? Schwimmen? Spazierengehen? Bei Sonnenaufgang spazieren gehen? Mit Tieren spielen, Malen oder irgendsowas?
Und die Ärzte .. ja. Stimmt schon. Viele schotten sich aber auch bewusst ab, damit sie ihren Job stemmen können. Ob das immer so gut ist, ist halt fraglich. Hast du Kontakt zu einer Onkopsychologin?
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Ich kann mich blöderweise grade auf fast nichts konzentrieren. Hab gestern mit dem Kind gemalt, aber das war schön und gleichzeitig auch so unheimlich bitter. Ich sehe ihn an und er ahnt noch gar nicht, was da auf uns alle zu kommt und dann kommt bei mir wieder die Wut hoch.
Ich hab einfach alles getan, damit genau das nicht passiert. Und dennoch bin ich wieder an diesem Punkt, mit einer echt unschönen Diagnose und meine Angst, dass da schon mehr los ist in meinem Körper und ich das schlichtweg nicht bemerkt hab ist einfach enorm.
Ich sehe meine Mutter, die dann neben mir sitzt und das weinen runterschluckt. Die den verdammten Mist auch zum zweiten Mal miterleben muss.
Ich bin einfach so unheimlich sauer. Ich kann es gar nicht in Worte fassen.
Kotz dich hier ruhig aus. Es ist ja auch alles noch so früh, da toben so viele Gefühle im Kopf und Körper rum. Vielleicht hilft ein Boxsack.
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Zitat von Moon im Beitrag #131 Ich hab einfach alles getan, damit genau das nicht passiert.
Man kann einzelne Faktoren beeinflussen, aber viele auch nicht. Letztlich kann die Forschung bisher auch nur vage Aussagen zu den möglichen Ursachen treffen. Es trifft auch viele Menschen, die geradezu "mustergültig gesund" leben.
Zitat von Moon im Beitrag #131Und dennoch bin ich wieder an diesem Punkt, mit einer echt unschönen Diagnose und meine Angst, dass da schon mehr los ist in meinem Körper und ich das schlichtweg nicht bemerkt hab ist einfach enorm.
Krebs kannst Du längere Zeit nicht bemerken, da brauchst Du Dir nichts vorwerfen. Krebs nistet sich heimtückisch ein, das ist ja das Fiese - aber das weißt Du ja längst.
Zitat von Moon im Beitrag #131 Ich bin einfach so unheimlich sauer. Ich kann es gar nicht in Worte fassen.
Zu Recht! Krebs raubt Kraft, Unbeschwertheit, Wohlbefinden, körperliche Unversehrtheit, zeitliche Planungsmöglichkeiten und vieles mehr. Das ist einfach zum Kotzen - da gibt es nichts zu Beschönigen.
Es ist grade auch eine heftige Achterbahnfahrt. Zum Teil bin ich recht ruhig und dann kommt es wieder über mich. Am schlimmsten ist es eigentlich morgens nach dem aufwachen, weil ich das dann wieder realisiere.
Wenn ich schlafe, dann schlafe ich sogar gut. Aber das aufwachen zwischendrin ist schlimm.
Mache mir zur Zeit auch 1000 Gedanken, lese Bücher, leg sie wieder weg. Guck ne Serie, schalte zwischendrin immer wieder mental total ab. Mir geht wegen der Untersuchungen der Popo auf Grundeis, fühl mich einfach so hintergangen von meinem Körper, dass auf nichts mehr Verlass ist.
Zitat von Moon im Beitrag #137Jetzt hat das Kind noch husten und hatte nachts Fieber. Es wird echt immer besser. Ich bin mental einfach nur fertig.
Ach Moon, mir tut das so leid für dich. Das hat niemand verdient, aber danach geht es ja nicht im Leben. Das Kind wird wieder gesund, auf jeden Fall! Und dir drücke ich ganz fest die Daumen, dass auf lange Sicht alles gut geht. Und trotz allem frohe Ostern !
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
Zitat von Moon im Beitrag #141Grade werd ich auch wieder traurig, obwohl der Tag heute ganz ok gewesen ist.
Mein Sohn ist so ein fröhliches Kind, ich hab so Angst, ihm das alles anzutun
Moon, deine Geschichte tut mir so unendlich leid, eigentlich wollte ich nicht schreiben, da ich nichts konstruktives beitragen kann.
Aber der Satz „ich hab so Angst, ihm das alles anzutun“ den möchte ich nicht so stehen lassen…
Du tust ihm nichts an, Du hast keine Schuld. Natürlich ist das für die ganze Familie schlimm, aber die Bürde noch zu tragen, dass Du Schuld bist und etwas dafür kannst, nein die musst Du nicht auch noch tragen.
Heute ist ein schrecklicher Tag. Ich möchte mich verkriechen. Ich hab in letzter Zeit öfter träume vom normalen Alltag. Dass ich mein Kind im Kindergarten abhole, voller Freude und ohne Kloß im Hals. Dass wir danach einen Ausflug machen… auch heute Nacht war es so und nach dem aufwachen hat sich wieder die Hölle aufgetan.
Liege hier und mir ish schrecklich übel. Die Tage kommt die Familie, es wird viel los sein und und grade hab ich das Gefühl, dass mir das alles einfach nur zu viel ist.
Aber mein Mann und mein Kind brauchen das. Die Stimmung ist trotzdem seltsam, alle schauen bedrückt. Reden leise mit mir.
Ich denke an all die schönen Dinge zurück, die wie die letzen Jahre gemacht haben. Und trauere gleichzeitig darum.
@Moon Vielleicht kannst du dich, wenn die Familie da ist und du dich zwischendurch überfordert fühlst, einfach auch mal zeitweise etwas zurückziehen. Ich weiß ja nicht, wie du wohnst, welche räumlichen Möglichkeiten konkret da sind, aber irgendwie ist das doch sicher möglich?! Wobei es ja auch sein kann, dass dir der Trubel besser tut als im Moment gedacht. Wer weiß?
Wenn es dir unangenehm ist, dass die anderen dich bedrückt anschauen bzw. sogar auch nur noch leise mit dir reden: Sag den anderen, dass du das so nicht möchtest, dass du ganz normal behandelt werden willst. Also, wenn es denn so ist, ich weiß es ja nicht, aber ich deute deine Zeilen zumindest so.
Es wurde schon von anderen geschrieben, und ich schreibe es jetzt auch: Die Warterei zwischen Diagnose und Behandlung ist oftmals extrem belastend. Auch wenn Brustkrebs zwar kein Notfall ist, aber dennoch hat man ja selbst das Gefühl, dass es aber bitteschön SOFORT losgehen muss mit der Behandlung. Und ich denke, sobald es soweit ist, entspannt sich die Lage tatsächlich auch wieder etwas.
Hallo Moon, ist doch gut für dein Kind, wenn Verwandtschaft da ist und du dich zurückziehen kannst- es ist sicher schwer, aber dein Kind lebt in der Gegenwart,denkt nicht an die Zukunft - alles,was jetzt halbwegs entspannt und schön sein kann für ihn, ist sehr wertvoll.
Zitat von Moon im Beitrag #147 Heute ist der Tag auch wirklich sehr dunkel. Ich hab Zweifel, dass ich das überhaupt nochmal schaffe.
Doch, das schaffst du und gerade deshalb, weil du Mann und Kind hast plus andere Familienmitglieder. Alle stehen dir zur Seite. Versuch, einfach immer nur für einen Tag zu leben. Das habe ich vor 12 Jahren auch meinem Mann empfohlen, als er nach 2 Rehas erstmal in ein Pflegeheim musste und mir selber auch. Ich mache das heute auch noch oft! Nur bis zum Ende dieses einen Tages. Nicht weiter denken.
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
Zitat von Moon im Beitrag #147Ich kann und ziehe mich auch zurück, hab aber ein schlechtes Gewissen deswegen.
Das brauchst Du aber ganz wirklich nicht, denke ich. Ich glaube, Deine Familie wird Dir bestimmt alles gönnen, was Du gerade nötig hast. Vielleicht sind sie auch froh und erleichtert, wenn Du das ganz deutlich machst. Sie fühlen sich sicher auch ziemlich hilflos und wollen nichts falsch machen.
Aber wenn Ihr alle ständig rätselt und interpretiert, was der Andere möglicherweise gerade denkt, fühlt, will, dann kann das vielleicht unnötig anstrengend und krampfig werden.