Du bist bestimmt noch im Schock und ganz verkrampft. Und wenn Du Dir zügig wieder psychologische Hilfe suchst? Es gibt doch bestimmt auch psychologische Nothilfe, auf die Du nicht ewig warten musst? Oder Du hast noch Kontakte von damals? Ich weiß, mehr Fragen als Antworten.
Aber ich glaube, niemand kann im Moment einschätzen, was das bedeuten kann. Ich denke dann immer an Sunny und ihre Brücke, über die man erst gehen muss, wenn man davor steht.
Vielleicht denkst Du, solche Sprüche helfen mir jetzt auch nicht. Nimm es mir bitte nicht übel. Ich ringe etwas um Worte und will Dich wissen lassen, dass am anderen Ende jemand zuhört.
Hey, das ist ein negativer Lymphknotenbefund, also kein Nachweis von Krebszellen! Das sollte dir Mut und Hoffnung geben, denn die Heilungschance ist extrem hoch.
Meine Therapeutin ist im Urlaub und ich hab grade einfach mental keine Kraft mit da jemanden zu suchen, ich will mich grade einfach nur verstecken.
Weißt du, bei ED dachte ich halt einfach noch: Ja das ist alles kacke, aber ich mach das jetzt alles und dann wird alles gut.
Jahre hab ich an meiner Angst gearbeitet. Es war schwer. Hab angefangen, meinen Körper wieder zu vertrauen. Konnte gut mit den Intervallen der Nachsorge umgehen. Und dann passiert sowas.
Das ist für mich mental grade einfach kaum zu ertragen.
Habt ihr evtl Tipps für Bücher oder Ähnliches, die mich ein wenig aufbauen könnten? Damals hab ich schon alles mögliche gelesen, aber evtl ist seitdem was gutes neues auf den Markt gekommen.
Hab jetzt leider auch noch ne Erkältung bekommen, denke mal, das ist jetzt das Ergebnis des ganzen Stresses. Mein Körper fährt einfach grade runter.
Ich bin selbst jemand, der sehr von seinen Ängsten beherrscht wird. Daher kann ich Deine Reaktion gut nachvollziehen. Ob ich da die geeignete Person für gute Ratschläge bin, ist die große Frage. Aber dass Du erstmal total zerschmettert bist, finde ich auch völlig normal.
Ich weiß nicht so richtig, welche Art Bücher Du meinst.
Liebe Moon, ich weiß, es ist schwer, ich habe 3 Krebsarten gehabt, alles unterschiedliche Sorten (man gönnt sich ja sonst nix).
Ich weiß sehr gut, wie sich das anfühlt, wenn die Angst überhand nimmt. Ich kann Dir nur raten, sich nicht zu sehr auf diese Ängste einzulassen. Sie sind nicht hilfreich! Die fressen Dich auf und machen Dich unfähig, rational mit dem Krebs umzugehen. Du brauchst aber Deinen Kopf um klare Entscheidungen zu treffen!
Schrei erst mal alles hier heraus, ohne Hemmungen, Deine ganzen Sorgen, Ängste, alles! Das erleichtert erst mal. Und dann: PC/Handy weg und für ein paar Stunden …
… Geh raus, nimm Dein Kind an die Hand und geh spazieren, geht in den Zoo, mach alles, was Dich ablenkt. Suche die Schönheit in und um Dich herum und freue Dich daran, genieße es. Jetzt! Denn jetzt lebst Du! Genieße das! Jeden einzelnen Moment!
Ich wünsche Dir, dass Du Dich ablenken kannst und etwas zur Ruhe kommst! Du hast es schon einmal geschafft und wirst es wieder schaffen, basta!
Da hast du ja auch einiges durch. Magst du erzählen was genau und wie die Behandlung gewesen ist?
Mental schaffe ich das aufrappeln grade nicht, ich gebe mir einfach Zeit. Die Diagnose kam am Donnerstag, es ist zwei Tage her. Ich denke, es ist auch ok so. Die Großeltern sind hier und kümmern sich und helfen und unterstützen (auch mental) und ich versuche mich auszuruhen, evtl mache ich eine Meditation oder starre halt einfach die Wand an. Ist ja auch ok.
Mit Bücher meinte ich irgendwelche Krebs Bücher, wie zb „Krebszellen mögen keine Himbeeren".
Brauche etwas mit Perspektive und evtl Dinge, die ich selbst tun kann, um aus der Hilflosigkeit raus zu kommen.
Nur kurz zu mir: Ich bin ein Montagsprodukt. Ab 14 bis 50 viele schwere Unterleibserkrankungen, Schilddrüse raus, aber alles noch gutartig. Mit 59 Brustkrebs, aber ein milder, nur Bestrahlung, keine Chemo. 1 Jahr später Vorstufe Vaginalkrebs, nur OP. Mit 61 dann ein Sarkom im rechten Oberschenkel, sehr bösartig, sehr groß (A5). Viele OPs, 2 x Hardcore-Chemos in aufeinanderfolgenden Jahren, Bestrahlung nur beim 1. Mal, ging nicht mehr an derselben Stelle. Metastase in der Lunge, ein Viertel ist weg. Dezember 2021 wurde das gesamte rechte Bein abgenommen, weil der Krebs nicht in den Griff zu kriegen war. Seitdem ist Ruhe, aber ich bin auch noch nicht im Geheiltmodus. Aber es geht mir gut und ich genieße jeden Tag.
Für mein Sarkom gibt es einfach nix Wirksames. Ist so, muss ich mit klarkommen.
Und ja, die ersten Tage nach so einer Diagnose sind schlimm und es ist unendlich schwer, sich da abzulenken, das weiß ich. Was ich aber auch weiß, ist, das Grauen wird Alltag und man kann mit jedem Tag besser damit umgehen. Es sachlicher betrachten und nicht mehr panisch..
Toll, dass Du Menschen an Deiner Seite hast. Und mach alles, was Dir guttut!
In Sachen Selbsthilfe-Bücher weiß ich überhaupt nicht Bescheid. (Ich bin echt eine super Unterstützung ;-) ) Vor allem finde ich es schwierig, da durchzublicken, was auch wirklich seriös ist. Die Ernährungs-Docs haben ein Buch geschrieben: "Unsere Anti-Krebs-Strategie: Was Ernährung bei der Prävention, Behandlung und Nachsorge wirklich leisten kann" (2022). Und Du könntest eventuell noch hier schauen: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ernaehrung-bei-Krebs-Mythen-und-Fakten,krebsernaehrung100.html. Das sind ebenfalls die Ernährungs-Docs.
Ja das Grauen wird Alltag, aber das ist es, was mich fertig macht. Das ist jetzt wieder mein Leben, mein Alltag. Ich kann es einfach nicht annehmen und akzeptieren.
Und ich kenne einfach niemanden, der nach so langer Zeit nochmal was in der Brust hatte. Das würde mir ja helfen, aber ich bin da scheinbar sehr alleine mit.
Das Buch hab ich tatsächlich auch schon näher angeguckt und dann auch noch „der moderne Krebs“. Mal sehen, ob ich mir eins davon bestelle.
Heute war wieder ein sehr schwerer Tag für mich. Ich kann einfach nicht glauben, dass sich alles innerhalb von Tagen so verändert hat. Dass ich wieder Krebs hab. Dass ich nichts bemerkt hab. Ich trauere grade sehr.
Zitat von Moon im Beitrag #35Und ich kenne einfach niemanden, der nach so langer Zeit nochmal was in der Brust hatte. Das würde mir ja helfen, aber ich bin da scheinbar sehr alleine mit.
Hm, keine Ahnung, ob dir das jetzt evtl. hilft oder eine Art Trost spendet, aber in meinem Umfeld gibt es eine Frau, die inzwischen 3 Mal Brustkrebs hatte: das 1. Mal mit Anfang 40, das 2. Mal mit Mitte 50 und das 3. Mal mit Mitte 60. Inzwischen ist sie 70, und es geht ihr bisher soweit gut.
Meine Nachbarin: ED BK mit 28 mit Ablatio, dann lange Ruhe, mit 45 ein Rezidiv (Chemo), dann wieder lange Ruhe. Jetzt mit ü70 gibt es Herde an anderen Stellen, die sich aber seit drei Jahren in Schach halten lassen.
tut mir so leid, dass Du das jetzt wieder durchmachen musst.
Diese Zeit des haderns und trauerns gehört glaube ich dazu, irgendwie muss man den Schock ja verarbeiten. Ich glaube, da gibt es nicht so richtig eine Abkürzung. Ich erinnere mich noch, dass es etwas besser wurde, als der "Fahrplan" stand. Vielleicht erfährst Du ja am Dienstag schon mehr.
Du schreibst, "das ich nichts gemerkt habe" - Du hast es doch gemerkt. Und Du warst regelmäßig bei der Nachsorge, letztes Mal war noch alles ok. Du hast insofern doch alles richtig gemacht.
Mir macht es halt Sorge, wie schnell das Ding gewachsen ist.
Und natürlich bringt es nichts damit zu hadern, aber ich hätte einfach darauf bestehen sollen, alle 6 Monate zum Schall zu gehen.
Vielleicht hätte man das Ganze dann früher entdeckt.
Ich hadere grade wirklich extrem mit der Situation. Fühle mich auch sehr einsam. Alle um mich rum sind bedrückt, ist ja klar. Ich stecke wieder in dieser elenden Seifenblase.
Zitat von Moon im Beitrag #40Mir macht es halt Sorge, wie schnell das Ding gewachsen ist.
Und natürlich bringt es nichts damit zu hadern, aber ich hätte einfach darauf bestehen sollen, alle 6 Monate zum Schall zu gehen.
Vielleicht hätte man das Ganze dann früher entdeckt.
Ich hadere grade wirklich extrem mit der Situation. Fühle mich auch sehr einsam. Alle um mich rum sind bedrückt, ist ja klar. Ich stecke wieder in dieser elenden Seifenblase.
Ist ja verständlich, niemand will da nochmal durch. Ich kann das wirklich gut verstehen. Und ich glaube, jeder würde erstmal hadern.
Niemand weiß, ob man vor 6 Monaten was gesehen hätte, aber Du hättest alle 6 Monate statt einmal im Jahr Stress gehabt - vielleicht wäre das auch nicht besser gewesen. Aber jetzt darüber nachzudenken hilft wiederum tatsächlich nicht weiter, eher im Gegenteil, denke ich.
Ach mensch, ich würde so gerne irgendwas tun, das diese Last mal eine Weile von Dir nimmt.
Heute war wieder ein sehr schwerer Tag für mich. Ich kann einfach nicht glauben, dass sich alles innerhalb von Tagen so verändert hat. Dass ich wieder Krebs hab. Dass ich nichts bemerkt hab. Ich trauere grade sehr.
nur mitfühlende Grüße kann ich dir schicken (habe eine andere schwere chron. Erkrankung, die mich teils verzweifeln lässt...)-
und ja, trauere - und gleichzeitig : lebe! sei im Hier und Jetzt- suche die winzigen kleinen positiven Momente, die es trotzdem gibt!
Lass dich nicht/nur zeitweise überfluten von den Ängsten und der Verzweiflung- alles darf da sein- zusammen und gleichzeitig -
worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, das verstärken wir...
Mir ist noch eingefallen, dass ich beim BK eine topfitte 85-jährige im Zimmer hatte, die innerhalb von 40 Jahren nun zum 4. Mal dem Krebs trotzte. Das war so ein netter Kontakt. wir sind immer zusammen rauchen gegangen, auch nachts, wenn wir wieder einmal nicht schlafen konnten. Da ich schon so oft in dem Krankenhaus war, kenne ich dort alle Geheimausgänge, die nicht abgeschlossen oder kontrolliert werden. Wir haben so viel zusammen gelacht. Und ich habe ihr immer, weil sie so schlecht ihre Tabletten schlucken konnte, Joghurt vom Frühstücksbuffet der Privaten geklaut, damit ging es dann. Sie hat mir noch Jahre später immer Weihnachtskarten geschickt.
2 x BK ist zwar megamies, aber nicht das Ende. Du willst leben, also schaffst Du das auch! Ich schicke alle guten Gedanken, die ich habe! Und das sind ganz ganz viele!
ich kenne auch diese panische Angst, es könnte wieder was sein. Aber diese Angst raubt dir enorm die Kraft die du jetzt brauchst. Vielleicht kannst du dich wirklich etwas ablenken. Geh raus, atme die frische Luft, meditiere, rede mit Freunden, tu was dir jetzt grad gut tut. Ich weiß ist leicht gesagt... Versuch den Kopf nicht in den Sand zu stecken!
Danke für alle eure Aufmunterung, auch wenn mir grade echt einfach nichts hilft. Es ist alles so aus den Fugen geraten, hab das Gefühl ich bin zerbrochen, ich kann die Stücke grade nicht aufsammeln.
Ich wünschte, ich könnte weinen, aber es kommt immer noch nichts. Ich bin grade unheimlich neidisch auf alle Menschen ohne diese Sorge. Auf alle Eltern, die morgen ihre Kinder in den Kindergarten fahren, arbeiten gehen und darüber nachdenken, was es zum Abendessen gibt.
Die Wut ist bei mir so unheimlich groß. Wie konnte ich nichts bemerken. Ja es bringt nichts, aber dennoch frage ich mich das 50 Mal am Tag.
Bin heute auch immer wieder am zittern. Hab Baldrian da, aber das hilft nicht wirklich. Hab große Angst vor Dienstag und was die mir dann dort sagen. Und am liebsten würd ich gar nicht erst hin.
Zitat von Moon im Beitrag #47Bin heute auch immer wieder am zittern. Hab Baldrian da, aber das hilft nicht wirklich. Hab große Angst vor Dienstag und was die mir dann dort sagen. Und am liebsten würd ich gar nicht erst hin.
Geht jemand mit Dir hin ? Wäre wahrscheinlich hilfreich, auch um alles mitzubekommen. Ich war damals überall alleine - war gerade in eine andere Stadt gezogen und hatte niemanden in der Nähe - und weiß noch, dass ich so durcheinander war, dass ich hinterher vieles nicht mehr wusste.
Beim letzten Mal bin ich viel sicherer aufgetreten. Ich war froh, dass man herausgefunden hat, warum es mir so mies geht. Diesmal versteh ich das alles einfach nicht.
Ich finde aber 1,3x 1,8 cm jetzt echt nicht klein. Da denk ich mir, das hätte ich doch merken müssen.