Ich denke, du bist zur Zeit einfach total traumatisiert. Re-traumatisiert. Und das ist jetzt so und so weit, so schlecht.
Kämpfe nicht dagegen an. Der Schock sitzt noch so tief, da kommst du ohnehin nicht ran. Lass es laufen. Egal ob Tränen, Wutschreie oder die Bleierne Stille.
Du kannst weder was richtig, noch was falsch machen. Es ist wie es ist.
Ich hab mir in schweren Stunden immer vorgestellt, ich sitze unter Wasser. Ich kämpfe nicht auch noch gegen die Strömung und gegen die Riesenbrecher an. Ich sitze da unten und über mir geht die Welt unter. Das spart Kraft.
Ich weiß nicht, ob du damit was anfangen kannst. Dass du dich gerade so beschissen fühlst ist normal. Kämpfe nicht dagegen an. Es wird auch wieder anders.
Ich rate dir auch dazu, dir umgehend eine zu dir passende Psychoonkologische Unterstützung zu suchen. Wenn du das Bedürfnis hast zu googeln (dürfte unvermeidlich sein, denke ich) dann google wer dafür in Frage käme, wer dir spontan sympathisch erscheint und wann diese Person Termine hat.
Ich wünsche dir, dass du diese fiese Bleizeit kompletter Panik und Verzweiflung bald überstanden hast. Das ist ein erprobter "Forenzauber", der soll dir ein wenig Ruhe schicken für heute Nacht
Das oben ist meine private Meinung. Mein pers. Empfinden. Meine Wahrnehmung.
Zitat von Moon im Beitrag #199Ich mache mir grade so richtig dumme Gedanken. Normalerweise bin ich sehr aktiv, aber wie ihr wisst hat mich die Diagnose so geschockt, dass ich seit zwei Wochen quasi nur sitze. Ich Wechsel vom Bett zum Sofa, an den Esstisch, ins Bad und zurück. Und das war’s.
Kann das dafür gesorgt haben, dass der Tumor streut? Ich hab es ihm ja denkbar einfach gemacht
Du machst überhaupt nichts falsch, sondern lebst grade in einer äußerst schwierigen Situation. Woher sollen denn da die Kräfte für etwas anderes kommen?! Und dass ein Tumor streut, wenn man sich wenig bewegt, habe ich auch noch nie gehört! Alles, alles Liebe und Gute für dich, Moon !
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
ich habe mich immer schon gefragt, wie man mit einer schweren Diagnose (auch nachdem man die Chemo usw. überstanden hat und als geheilt gilt) weiterleben kann? Wie hält man das aus? Wie kann man mit dieser Verunsicherung weiterleben?
Mir erschien das fast unmöglich und doch habe ich so viele Menschen kennengelernt, die weiterleben. Jeden Tag.
Als mir letzten Herbst ein Melanom (Göttin sei Dank in situ) rausgeschnitten wurde, war ich zum ersten mal selbst in ähnlicher Position (wenn auch viel harmloser) und habe verstanden*: Man lebt. Man lebt. Mit Diagnose, mit guten Aussichten, mit weniger guten Aussichten. Man lebt.
Du bist in einer anderen Situation, ich weiß. Momentan gelte ich als gesund. Unmittelbar droht mir nichts.
Mir hat das irgendwie die Illusion meiner Unverwundbarkeit genommen (Unverwundbarkeit war für mich, viel durchstehen zu können und - trotzdem - immer weiterzuleben. Ein sehr kindliches Gefühl irgendwie). Es hat mich im wahrsten Sinne des Wortes erschüttert.
Ich wünsche dir jedenfalls Kraft und Unterstützung auch von Profis.
*Einschub: 2 Wochen lang habe ich meinen Körper wie verrückt nach Melanomen abgesucht, überlegt, ob sich dieses oder jenes Muttermal wohl verändert hat. Ich konnte mir nicht vorstellen je wieder ruhig und ohne Angst zu sein.
Das, was du gerade erlebst und lebst haben die meisten anderen Betroffenen mit deiner Diagnose auch durchgemacht.
Denk mal an meine verlinkte Zahl der positiven Ausgänge genau deiner Diagnose am Anfang deines Strangs (musste selber durchsuchen, vielleicht kommt da ja auch die eine oder andere positive oder ermutigende weitere Botschaft nochmal an 🙂).
Hast du Begleitung beim nächsten Gespräch? Das fände ich wichtig. Nicht nur als Beistand, sondern auch weil 4 Augen und 4 Ohren sich besser merken können, was einem da so mitgeteilt wird.
Vielleicht kannst du die Suche im Internet beenden und stattdessen lieber überlegen, was es denn schaffen könnte, dich von dieser zugegeben existenziell bedrängenden Situation abzulenken? Wir können ja viele Vorschläge machen, die aber nicht zu dir passen müssen.
Ich kann es nur erahnen, stelle mir das alles extrem schwer vor. Mein Gefühl sagt mir, die momentane erzwungene Passivität macht dir am meisten zu schaffen. Vielleicht ist dann Aktivität besser? Mit dem Kind spielen Fenster putzen, Stricken, Spazieren, essen gehen, eine Schublade aufräumen, eine Freundin anrufen, lesen, TV, Entspannungsübungen, irgendwas, das du sonst gerne machst oder auch nicht (also wenn ich mal das Beispiel mit den Fenstern aufgreifen darf 😬)…
Du hast super Chancen, es auch diesmal zu schaffen, vergiss das bitte nicht, s. o.
Edit: aus 2 Ohren 4 gemacht wie es richtig ist dank Hinweis.
Ein Amateur hat die Arche gebaut, Profis die Titanic.
Man weiß nie, wo es hingeht im Leben, aber man weiß immer, wo man herkommt.
⚖️ Es ist was abzunehmen. Wieviel wird ca. in KW 24/2026 geklärt.
Zitat von Moon im Beitrag #199 Normalerweise bin ich sehr aktiv, aber wie ihr wisst hat mich die Diagnose so geschockt, dass ich seit zwei Wochen quasi nur sitze. Ich Wechsel vom Bett zum Sofa, an den Esstisch, ins Bad und zurück. Und das war’s.
Kann das dafür gesorgt haben, dass der Tumor streut?
Ich habe noch nie etwas davon gehört, dass das ein Streuen auslösen würde.
Diese Lethargie kenne ich auch - gerade aus dieser elenden Zeit zwischen Diagnose und Therapiebeginn. Ich finde das verständlich - Dir wurde kürzlich unvermittelt der Boden unter den Füßen weggezogen, jegliche Normalität ist erst einmal weg.
Zitat von Marieken im Beitrag #204 Hast du Begleitung beim nächsten Gespräch? Das fände ich wichtig. Nicht nur als Beistand, sondern auch weil 4 Augen und 2 Ohren sich besser merken können, was einem da so mitgeteilt wird.
Danke für euren Zuspruch, meine Gedanken kreisen halt immerzu und kommen auf die blödesten Ideen.
Meine Angst ist sehr groß, es nicht zu schaffen. Der Tumor fühlt sich einfach jetzt schon echt größer an. Ich kann damit nicht gut umgehen.
Meine Mutter begleitet mich immer ins BZ. Ich bin also nicht allein. Aber sie tut mir leid. Mir tun einfach grade alle um mich rum leid und ich mir selbst auch.
Zitat von Moon im Beitrag #206 Meine Mutter begleitet mich immer ins BZ. Ich bin also nicht allein. Aber sie tut mir leid. Mir tun einfach grade alle um mich rum leid und ich mir selbst auch.
Es ist ja auch sehr schwer - für Dich und für alle Nahestehenden. Schön, dass Deine Mutter Dich begleitet.
Zitat von Moon im Beitrag #206Danke für euren Zuspruch, meine Gedanken kreisen halt immerzu und kommen auf die blödesten Ideen.
Meine Angst ist sehr groß, es nicht zu schaffen. Der Tumor fühlt sich einfach jetzt schon echt größer an. Ich kann damit nicht gut umgehen.
Meine Mutter begleitet mich immer ins BZ. Ich bin also nicht allein. Aber sie tut mir leid. Mir tun einfach grade alle um mich rum leid und ich mir selbst auch.
Liebe Moon, das ist alles mehr als verständlich. Auch, dass dir deine Angehörigen leid tun. Aber vielleicht möchten sie das gar nicht, dass du dich damit belastest. Sie helfen dir doch sicher gerne. Wie würdest du es im umgekehrten Fall fühlen?
Es ist auch sehr schwer, sich klarzumachen, dass Gedanken erstmal nichts anderes als Gedanken sind und keine Fakten (ich bin Weltmeisterin im Szenarien ausdenken). Aber noch ist es zu früh, da anders ranzugehen, du steckst noch in der Schockphase. Den Tip mit der psychologischen Unterstützung finde ich auch gut. Oder zusätzlich, falls es das bei euch in der Gegend gibt, Hypnosetherapie zum Runterfahren und gegen die Ängste. Da gibt es gute Erfahrungsberichte. Die Seele streicheln lassen.
Für Mittwoch drücke ich dir die Daumen für gute Gespräche und dass sie dir einen guten Plan vorlegen. Und dann geht es Schritt für Schritt vorwärts.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Keine Metastasen, aber ein Ki Wert von 85 und heute in Schall plötzlich zwei LK auffällig, die gestern im Mamma-MRT als unauffällig eingestuft worden sind. Das hat meine Freunde dann leider doch gemindert.
Hatte eigentlich schon den Op Termin, die Lk haben dazu geführt, dass ich alles umgeworfen habe und nächste Woche mit der Chemo anfangen. Carboplatin, Pacli und alle drei Wochen die Immuntherapie.
Ich war heute 7 std im Klinikum und bin einfach völlig fertig.
Hab immer noch große Ängste. Kann jetzt nur beten, dass die Chemo anschlägt.
Keine Metastasen ist schon mal sehr sehr gut ! MRT ist ja eigentlich sehr sensitiv. Ich drücke die Daumen, dass Du die Therapien gut verträgst. 7 Stunden sind ja so schon anstrengend und dann noch der Psycho-Stress dazu, kein Wunder, dass Du fertig bist. Hoffentlich kannst Du etwas zur Ruhe kommen.
@Moon, keine Metastasen! Das ist eine hervorragende Nachricht inmitten der ganzen unguten Situation!
Verstehe ich es richtig - die Ärzte haben Dir freigestellt, ob erst Chemo oder OP? Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass die Chemo rasch anschlägt!
Der hohe Ki-Wert erschreckt zunächst - i.d.R. greift aber dann die Chemo gut an, weil sie die sich gerade teilenden Zellen (also einen hohen Anteil bei Dir) Schach matt setzt.
Dass Du nach 7 Stunden in der Klinik erledigt bist, kann ich gut nachempfinden - es ist Schwerstarbeit, die Du gerade leistest.
Aber immerhin steht nun der Plan und Du kannst in Kürze starten.
Also der Arzt meinte, dass die Ränder der einen LK sehr seltsam aussehen würden und das dann wohl doch nach Befall aussieht. Keine Ahnung, warum das Mamma MRT mit Kontrastmittel das anders eingeschätzt hat. Ich dachte nach dem Bericht auch, das käme vom Infekt.
Ich bin deswegen wirklich geschockt. Kann das nich gut verdauen und denke mir nun, was wohl noch so rumschwirrt. Und das bei der Teilungsrate.
Zitat von Moon im Beitrag #212 Also der Arzt meinte, dass die Ränder der einen LK sehr seltsam aussehen würden und das dann wohl doch nach Befall aussieht.
Haben sie dann gleich eine Biopsie bei den "seltsam aussehenden" LK gemacht?
Zitat von Moon im Beitrag #212 Ich bin deswegen wirklich geschockt. Kann das nich gut verdauen und denke mir nun, was wohl noch so rumschwirrt. Und das bei der Teilungsrate.
Da wird mir schlecht.
Liebe Moon, ich weiß, es ist schwer, aber mach Dich bitte nicht zu verrückt. Selbst wenn Zellen schon unterwegs wären, würden die ja normalerweise mit von der Chemo erwischt werden.
Ich dache gestern, ich würde bestimmt total gut schlafen. Aber dem war nicht so. Das mit den LK macht mich einfach völlig fertig, es hat mich so aus de Bahn geworfen. Im Bericht vom Mamma MRT steht, dass außer dem Tumor IN der Brust nichts verdächtig ist. Das war am Tag davor, ich versteh es nicht…
Hab das Gefühl, ich sollte lieber mal nichts mehr planen für die Zukunft. Fühle mich unheimlich hilflos. Jetzt bekomme ich morgen den Port und muss dann noch ne Woche auf die Chemo warten. Und dann kann ich nur beten.
Gibt es hier jemanden mit Lk Befall und nem aggressiven Tumor, dem es gut geht?
Liebe Moon, ich kann Deine Sorgen gut verstehen. Du hast es schon mal geschafft und 13 Jahre dem Krebs gezeigt! Du schaffst das wieder. Du BIST stark! Vergiss das nicht, auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt. Ist es möglich, dass sich das Ganze noch jemand Drittes anschaut? "Sieht komisch aus" ist blöd, gar keine Frage, aber heißt ja nicht "da ist garantiert was". Ich finde Deinen Bauchgefühl-Weg aber richtig, der ist immer richtig. Tu was sich für Dich gut anfühlt. Ich möchte Dich einfach bestärken, dass die ganzen positiven Gedanken hier mit bei Dir sind, bei der Chemo. Du rockst das!
Zitat von ja-aber im Beitrag #218 Ist es möglich, dass sich das Ganze noch jemand Drittes anschaut? "Sieht komisch aus" ist blöd, gar keine Frage, [...]
Vor allem ist es eine unprofessionelle Formulierung! Was soll man als Patientin denn damit anfangen? War es vielleicht "nur" ein sehr unbeholfen daherredender Arzt? Normalerweise wird bei auffälligem Bild doch eine Biopsie gemacht, um da zeitnah den histologischen Befund zu bekommen.
Zitat von Moon im Beitrag #216Gibt es hier jemanden mit Lk Befall und nem aggressiven Tumor, dem es gut geht?
Ich nicht, aber mein Vater hatte Brustkrebs und da waren die Lymphknoten ebenfalls befallen. Bei ihm wurde erst operiert, dann Chemo und anschließend Bestrahlung. Er hat noch 25 Jahre ein gutes Leben gehabt, bevor er mit 89 Jahren gestorben ist
bei mir war es umgekehrt. Ich bin nach Ffm zu DER Koryphäe für Sarkome gegangen. Der guckte sich meine Bilder an (war ein Rezidiv) und sagte mir: „Sie haben nichts, Entwarnung, Entwarnung!“, und verließ das Zimmer. Ich bin ihm nachgelaufen und erwiderte: „Meine Ärzte daheim sind nicht doof, gucken Sie bitte noch einmal genauer. Da ist etwas!“ Danach war er dann anderer Meinung, aber ich war bei ihm unten durch. Ein absoluter Soziopath dieser Arzt.
Deshalb: Mach Dich nicht verrückt, es kann auch noch anders kommen!
Kannst du die Bilder von den Lymphknoten noch einem anderen Arzt vorlegen?
Ich frage deshalb, weil das Krankenhaus mehr mit dir verdient, wenn du Chemo + OP etc. machst. Ich will das deinen Ärzten nicht unterstellen, aber es wäre möglich.
Allerdings war klassisch Chemo und anschließend OP auch das erste, was ich gefunden habe beim googeln deiner Diagnose. Und sicherlich kennst du dich wesentlich besser aus als ich.
Habe jetzt ein bisschen mit mir gerungen, das überhaupt zu schreiben, aber es nicht zu tun fühlte sich auch nicht richtig an.
Ab davon hört sich das im Rahmen des Befundes sehr, sehr gut für dich an und ich bin sicher, du wirst siegen 💪.
Ein Amateur hat die Arche gebaut, Profis die Titanic.
Man weiß nie, wo es hingeht im Leben, aber man weiß immer, wo man herkommt.
⚖️ Es ist was abzunehmen. Wieviel wird ca. in KW 24/2026 geklärt.
Zitat von Marieken im Beitrag #224Kannst du die Bilder von den Lymphknoten noch einem anderen Arzt vorlegen?
Ich frage deshalb, weil das Krankenhaus mehr mit dir verdient, wenn du Chemo + OP etc. machst. Ich will das deinen Ärzten nicht unterstellen, aber es wäre möglich.
Allerdings war klassisch Chemo und anschließend OP auch das erste, was ich gefunden habe beim googeln deiner Diagnose. Und sicherlich kennst du dich wesentlich besser aus als ich.
Habe jetzt ein bisschen mit mir gerungen, das überhaupt zu schreiben, aber es nicht zu tun fühlte sich auch nicht richtig an.
(Hervorhebung kursiv durch mich)
Was soll das? Obwohl Du beim Googeln schon auf "klassisch Chemo" gekommen bist, schreibst Du so etwas?
Die Patientenleitlinie "Brustkrebs im frühen Stadium" (S. 101 Mitte) nennt u.a. TN als Situation, in der neben OP auch Chemo angeboten werden sollte!
Im Übrigen kann sich Moon auch eine andere (z.B. näher am Wohnort gelegene) onkologische Praxis auswählen, um sich die Chemos geben zu lassen, das muss nicht im Krankenhaus des BZ erfolgen.