Ich denke, so viel Zeit wie er mit Dir verbringt (3-4 Abende die Woche, 1 bis 1,5 Tage am Wochenende) kannst Du Dir sicher sein, dass Du das Wichtigste in seinem Leben bist. Nur dass sich das für ihn nicht so ausdrückt, dass er immer und ständig nur zu zweit sein möchte.
Er braucht eben auch Gesellschaft. Und da er nach Deiner Schilderung wohl die meiste Zeit seines Lebens alleinstehend war, sind seine Kumpel nicht nur Kumpel, sondern auch seine Familie für ihn und in der Hinsicht wichtig für ihn.
Zitat von Klara48 im Beitrag #568@Nora: Sehe ich auch so. Die Nummer eins möchte man schon sein. Vielleicht fühlen manche das eher, also unter anderen Bedingungen. Sind flexibler.
Wer ist „man“? Also ich nicht. Ich wünsche mir einen Partner auf Augenhöhe und nicht einen, der mal eben sein Leben für mich umkrempelt. Und zu Augenhöhe gehört: er muss über das, was er tut, keine Rechenschaft ablegen. Und ich auch nicht.
Du verstehst nicht, was das, was ich geschrieben habe, bedeutet.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Marisa07 im Beitrag #577Ich denke, so viel Zeit wie er mit Dir verbringt (3-4 Abende die Woche, 1 bis 1,5 Tage am Wochenende) kannst Du Dir sicher sein, dass Du das Wichtigste in seinem Leben bist. Nur dass sich das für ihn nicht so ausdrückt, dass er immer und ständig nur zu zweit sein möchte.
Er braucht eben auch Gesellschaft. Und da er nach Deiner Schilderung wohl die meiste Zeit seines Lebens alleinstehend war, sind seine Kumpel nicht nur Kumpel, sondern auch seine Familie für ihn und in der Hinsicht wichtig für ihn.
Das zweifelt sie auch nicht an, scheint mir. Und ich verstehe auch garnicht, wie ihr darauf kommt, daß sie will, daß er immer bei ihr ist, und seine Kumpels entsorgt?
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Magnoona im Beitrag #576Ja, das muss ich wohl erst lernen, mir nicht so viel Kopf zu machen, wenn er nicht da ist...
womit machst du dir denn da so einen Kopf?
Was sind denn deine Empfindungen?
Ich muss der lieben @Schafwolle mal recht geben @Magnoona. Du bist sehr wortkarg und dein Innenleben ist nicht so nachvollziehbar, dass man passende Gedanken mit dir teilen kann. Es ist sehr stochern im Nebel...
Ich lese dich inzwischen so:
Du bist im Grunde stocksauer auf deinen Freund. Weil er oft ohne dich was unternimmt. Du kannst seinen Freundeskreis nicht leiden und verfolgst deren Aktivitäten und Anrufe mit Argwohn und Angst. Du siehst deinen Sohn als Grund für dein sehr enges und oft langweiliges Leben.
Sie hat schon geschrieben, dass sie am liebsten hätte, dass er "fast immer da ist". Jedenfalls mag sie nichts mehr ohne ihn machen. Da sind sich hier die meisten einig, dass das nicht geht und "ihr Problem ist".
Das andere ist die "Unverbindlichkeit", dass es keine festen Verabredungen gibt, dass sie nicht weiß, wann er wieder kommt. Da verstehe ich, dass das - auch wenn sie viel Zeit miteinander verbringen - ein blödes Gefühl ist. Diese Ebene finde ich deutlich komplexer.
Zitat von Klara48 im Beitrag #568Die Nummer eins möchte man schon sein.
Natürlich. Aber das heißt doch nicht zusammenkletten
Sag ich ja: Wann jemand sich als "Nummer eins" fühlt, das ist wohl sehr verschieden. Kletten ist doof, gerne zusammen sein ist schön. Bei der TE liegt glaube ich der Hase in der spontanen "Ich bin dann mal weg" Aktionen ihres Freundes begraben.
_____________________________________ Ich bin Karla48 aus dem alten Brigitte-Forum.
Zitat von Nora im Beitrag #566Jemanden, der ihr das Gefühl gibt, die „Numero uno“ zu sein in seinem Leben. Der da ist, und sie einbezieht?
Und ganz ehrlich, Leute: Das ist jetzt nicht zuviel verlangt!.
Also der häusliche Familienvater, den sie eigentlich auch nicht will?
Sagt wer?
ZitatUnd bei ihr ist er ja auch nicht die Nr 1, sonst hätte sie mal so eine Luftmatratzen-Party mitgemacht . Das ist ja keine Einbahn-Straße. Ihr war aber das eigene Bett wichtiger.
Ob frau irgendwo schläft, hat nun mehr mit persönlicher Komfortzone zu tun, Als mit „nicht Nr.1“ zu sortieren. Zum Beispiel KonzertkartE (Einzahl) kaufen, wochenlang nix sagen, und erst, wenn es sich nicht mehr verschweigen läßt (weil Konzert nächste Woche, oder so), sagen, auch noch garniert mit „Du kannst ja mitkommen.“ Wieso hat er sie das nicht gleich gefragt?
Und ja, Du hast recht. Da gibt es einen Fünfkäsehoch, der ist höher priorisiert. Das liegt aber in der Natur der Sache, und läßt sich nicht beliebig ändern, normale Psyche vorausgesetzt. In gewisser weise hast Du
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Marta-Agata im Beitrag #581Es vermischen sich ja zwei Ebenen:
Sie hat schon geschrieben, dass sie am liebsten hätte, dass er "fast immer da ist". Jedenfalls mag sie nichts mehr ohne ihn machen. Da sind sich hier die meisten einig, dass das nicht geht und "ihr Problem ist". .
Ich halte das für ein Missverständnis. Da wird sich daran abgearbeitet, daß sie „zuhause auf der Couch sitzt, und TV guckt“. Das bedeutet nicht, daß sie „ohne ihn nix mit sich anzufangen weiß, Denn: Erinnerung: Da liegt im Nebenzimmer ein 8 Jahre alter Schüler und schläft, weil er morgen Schule hat… Da kann frau nun mal weder ins Fitnessstudio oder zur VHS und auch nicht mit noch mit Tom, Hank und Jerry ein Bier trinken!
Ok, sie könnte ein Buch lesen, Stricken, Yoga… Trompete Spielen fällt jedenfalls flach. Vermutlich bügelt sie auch mal oder putzt die Küche!
Frage in die anwesende Mütterriege: Was habt ihr denn abends gemacht, als Euer Ältestes 8 war?
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Man sollte aber nicht vergessen, dass die Situation mit dem praktisch komplett abwesenden Vater auch irgendwie speziell ist. In meinem Bekanntenkreis organisieren sich die Patchworker meist um die kinderfreien Wochenenden herum. Ich denke auch an meine Schwägerin - die war alleinerziehend, bis das Kind fünf war, aber sie war trotzdem auf der einen oder anderen Party, weil: alle paar Wochen war der Kindsvater eben doch am Start, und ansonsten die Oma (= die andere, also nicht „meine“). Und ich kann mich noch dran erinnern, dass sie den Kleinen auch mitunter mitgenommen hat. Der war das einfach gewöhnt, dass er öfters mal woanders war. Irgendeine Lösung wegen Schlafen hat sich da immer gefunden - wie von Rotweinliebhaberin eben beschrieben, der pennte dann auch mal auf der Couch.
Daher würde ich mich auch mal der Einschätzung anschließen, dass der Freundeskreis des Partners der TE irgendwie suspekt ist. So ganz tief in ihr drin.
Zitat von Nora im Beitrag #583 Zum Beispiel KonzertkartE (Einzahl) kaufen, wochenlang nix sagen, und erst, wenn es sich nicht mehr verschweigen läßt (weil Konzert nächste Woche, oder so), sagen, auch noch garniert mit Du kannst ja mitkommen. Wieso hat er sie das nicht gleich gefragt? Du
Vielleicht, weil es den Film gegeben hätte mit „irgendwie kompliziert, nicht richtig Lust, muss das sein, kannst du nicht einfach zu uns kommen, du machst immer nur was mit deinen Freunden“. Mal überzeichnet formuliert.
Zitat von Naomi_Nagata im Beitrag #589 Vielleicht, weil es den Film gegeben hätte mit „irgendwie kompliziert, nicht richtig Lust, muss das sein, kannst du nicht einfach zu uns kommen, du machst immer nur was mit deinen Freunden“. Mal überzeichnet formuliert.
Der Typ benimmt sich also wie mein 14Jähriger? Nur zugeben, was sich nicht verhindern läßt?
Davon abgesehen, könnte das auch nur Dein Kopfkino sein.
Magnoona, was hättest Du denn gesagt? Wobei das auch tricky ist. Die Antwort fällt nämlich je nach Ausgangslage unterschiedlich aus. Ob er fragt, nachdem sie ihn eine ganze Woche nur im Telefon-und-er-ist-weg Modus erlebt hat, Oder beim gemeinsamen Frühstück an einem miteinander verbrachten Wochenende.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Damit beim streiten was rauskommt, muss auf den Tisch, worum es eigentlich geht.
Worum geht es eigentlich?
- Dass du nicht von dir aus das Bedürfnis hast, mehr Zeit mit mir zu verbringen, verunsichert mich. Ich empfinde das als Ungleichgewicht - ich brauch dich mehr als du mich.
- Wenn ich keine Planungssicherheit hab, werd ich kirre. Ich fühl mich dann wie bestellt und nicht abgeholt. Das ist respektlos.
- Verbindlichkeit ist für mich ein Indikator für die Tiefe einer Beziehung. Dass du deinen Freunden verbindliche Zusagen machst und mir nicht, lese ich so, dass du ihnen tiefer verbunden bist als mir.
- Ich bin nicht gern allein. Da krieg ich düstere Gefühle und Gedanken. Ich denke, du solltest kommen und die alle verscheuchen.
- Ich bin unsicher, ob wir die gleiche Vorstellung davon haben, was uns verbindet.
-…
Ich glaub, bei euch gibt es noch keinen richtigen Streit. Weil ihr Mühe habt, auf den Tisch zu bringen, worum es eigentlich geht.
Amelanchier, ich stimme Dir zu, dass es gut wäre, wenn Magnoona ihre Empfindungen und tieferen Gefühle besser zur Sprache bringt. Aber nicht anklagend, sondern erstmal "ich empfinde so" ( und was können wir beide tun, dass wir uns beide wohl fühlen in der Beziehung?).
Ich finde, Magnoonas Freund äußert ja offen, was seine Bedürfnisse sind:
- er möchte nicht jeden Abend zu zweit verbringen
- er braucht auch Abende für sich, es tut ihm gut und er freut sich dann umso mehr wieder auf Magnoona und ihren Sohn
- er möchte einen Tag oder Abend am Wochenende mit seinen Kumpels verbringen, sie sind ein wichtiger Teil seines Lebens und er ist nicht bereit, das abzugeben
Ansonsten sagt er ihr immer wieder, dass er sie liebt und auch vermisst und wie wichtig sie für ihn ist.
Und ich empfinde es auch so, dass sich ihr Freund ihrem Leben schon sehr stark anpasst. Er könnte ja im Prinzip auch sagen: "Wieso schaffst Du es, Dich jede Woche mit Deinen Freundinnen zu treffen, aber es gibt so gut wie nie einen Samstagabend, wo wir mal ausgehen können?" Könnte man auch so sehen, dass Magnoonas Priorität da anscheinend stärker bei ihren Freundinnen liegt.
Ich glaube, dass das alles lösbar ist. Sowohl die praktische als auch die emotionale Seite, wenn Ihr richtig streiten lernt, Magnoona.
Du weg von „sind meine Empfindungen gerechtfertigt und darf ich mir einen Kopf machen“ und hin zu „hier ist, was bei mir los ist“
Und er von „jetzt sagt sie mir, wss ich alles anders machen soll“ zu „jetzt sagt sie mir was über sich“ und von „so bin ich halt“ zu „das treibt mich an“
Das ist nicht leicht und sicher auch nicht linear. Aber es ist machbar.
Ich sehe es immer noch positiv, dass er „in Taten“ zugehört hat (Planung freier Abend)
Aber warte nicht darauf, dass deine Gefühle und Ansichten und Befürchtungen validiert sind, oder sich für dich berechtigt anfühlen. Und rede nicht darüber, was die Fakten sind (erst warst du da, dann warst du nicht da).
Rede darüber, was bei dir los ist. Worum es eigentlich geht.
Und ich glaube, es geht hier grad nicht darum, die Bedürfnisse auszutarieren. Sondern darum, die Beziehungsebene zu klären.
Was macht eine Beziehung tief für mich /für dich. Was bedeutet Verbindlichkeit für mich/für dich. Welche Rolle spielt Freiheit? Vertrauen?
Zitat von Naomi_Nagata im Beitrag #569 Und bei ihr ist er ja auch nicht die Nr 1, sonst hätte sie mal so eine Luftmatratzen-Party mitgemacht ...
Warum sollte sie einem Besäufnis (und nur deshalb kommen ja angeblich die Luftmatratzen zum Einsatz ...) beiwohnen, obwohl das gar nicht ihr Ding ist? Das ist nun wahrlich kein Gradmesser für Zuneigung oder Prioritätensetzung.
Zitat von Magnoona im Beitrag #574Dass ich mir nur Sofa Zeit wünsche, stimmt so nicht. Ich unternehme auch gerne was mit ihm. Nur ist es mir eben nicht immer so einfach möglich
Ich denke, das haben wir mittlerweile nun alle verstanden, dass Du auf Dein Kind Rücksicht nehmen musst. Und, wie hier schon so oft geschrieben, geht es *normalen* Familien diesbezüglich genau gleich.
Ist der Mann denn so doof, dass er das nicht checkt? ----- Wohl kaum, meine ich.
Ich hoffe für Deinen Sohn wirklich sehr, dass Du ihn nicht spüren lässt, dass er der Grund für Deine Einschränkungen und für Deine Unzufriedenheit ist. Kinder spüren sowas und es macht etwas mit ihnen.
Zitat von Magnoona im Beitrag #576Ja, das muss ich wohl erst lernen, mir nicht so viel Kopf zu machen, wenn er nicht da ist...
Das trifft das Grundproblem nicht mal ansatzweise.
Wirklich echt schade, dass Du (zumindest in Deinen Antworten hier) keine Gedankenansätze aufgreifst, um das Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Wenn sich die Auseinandersetzungen zwischen dem Mann und Dir auch so einseitig gestalten, dann wundert es mich nicht, dass Ihr auf keinen gemeinsamen Nenner kommt.
Wurde hier ja schon angesprochen: ich finde es auf Dauer schwierig und auch seltsam, überhaupt keine gemeinsamen Freunde zu haben. Da gäbe es schon aktive Gestaltungsmöglichkeiten, um dieses *Dein*/*mein* um ein *unser* zu erweitern.
Was sind denn, Deiner Meinung nach, die verbindenden Dinge zwischen Euch? *Nur* Liebe reicht meist nicht aus - da muss es mehr geben.
Zitat von Naomi_Nagata im Beitrag #569 Und bei ihr ist er ja auch nicht die Nr 1, sonst hätte sie mal so eine Luftmatratzen-Party mitgemacht ...
Warum sollte sie einem Besäufnis (und nur deshalb kommen ja angeblich die Luftmatratzen zum Einsatz ...) beiwohnen, obwohl das gar nicht ihr Ding ist? Das ist nun wahrlich kein Gradmesser für Zuneigung oder Prioritätensetzung.
Nun, sie erwartet ja auch von ihm, dass er andere Dinge, die er gern tun will, ihrethalben sausen lässt. zB den einen oder anderen Termin mit seinen Freunden. Das ist aber wie gesagt keine Einbahnstraße aus meiner Sicht. Und somit durchaus ein Grad für Prioritätenmessung. Wenn es IHR wichtig wäre, möglichst viel Zeit mit ihm zu verbringen, wäre auch eine Übernachtung auf der Luftmatratze mit drin. Da bricht sie sich keinen Zacken aus der Krone, wenn sie bei zwei Parties dieser Art im Jahr dabei ist. Außerdem gibt es da auch das Thema „gemeinsame Gestaltung“. Vielleicht doch noch ein Gästebett organisieren, oder eine Camping-Liege. Whatever.
Zitat von schlaucher im Beitrag #597Das Problem ist hier doch gar nicht zu wenig gemeinsame Zeit. Sie verbringen wirklich viel Zeit miteinander für die vorhandene Konstellation.
Das ist jetzt die Aussensicht (der ich mich durchaus anschließen würde). Ich meine aber verstanden zu haben, dass der Partner aus Sicht der TE „zu oft“ bei seinen Freunden ist. Also ist es doch zu wenig gemeinsame Zeit. Oder wo ist jetzt mein Denkfehler?
Zitat von schlaucher im Beitrag #597 Sie verbringen wirklich viel Zeit miteinander für die vorhandene Konstellation.
Wie viel Zeit das real ist, kann ich nach wie vor nicht wirklich einschätzen.
Aber das Kind schläft jede Woche eine Nacht bei @Magoonas Mutter. Dieser Tag könnte zum Jour fixe werden im Sinne von Ausgehen, Essen gehen, Paarzeit halt.
@Magoona selbst kann das, rein zeitlich, sicher umsetzen. Dazu würde aber Verbindlichkeit seitens des Freundes gehören.