Zitat von ja-aber im Beitrag #761Wie kommt Ihr denn darauf, dass der "VATER" fehlt? .
Weil ich denke, dass einem Kind der Papa fehlt, wenn der sich so verhält sie beschrieben. Weil das Kind erleben wird, dass andere Papas anders sind. Und dass seiner so ist, wie er ist. Und dass das ein Gefühl machen kann, das für das Kind schwer ist.
Dass er sich so eng an einen im Grunde fremden Mann binden will, ist ein Zeichen, dass er einen Papa sucht. Diese Liebesbekundungen, dass er den Freund der Mama viel lieber habe, finde ich beklemmend und nicht erfreulich.
Kann ja vielleicht in manchen Fällen zutreffend sein, aber muss ja nicht.
Denn......
Zitat von Magnoona im Beitrag #767Mein Sohn kennt es nicht anders. Sein Vater war nie da. Er kannte 7 Jahre lang nur das Leben mit mir alleine.
.......
Er fragt auch nie "wann darf ich wieder zu Papa".
Meinen neuen Freund mag er einfach. Schlimm wäre es, wenn er ihn nicht leiden könnte.
Würdest du einem gleichgeschlechtlichen Paar genau dasselbe sagen? Oh, zwei Frauen/Männer....da fehlt aber der Papa/die Mama.... Jemanden der jung verwitwet ist? Mit kleinen Kindern.
Es muss doch nicht unbedingt sein, dass nur weil der Junge jemanden gern hat, der in seinem Leben ist, dass ihm unbedingt der Papa fehlt. Wenn der Junge dauerwütend wäre? Was wäre dann? Wäre das besser?
Zitat von Magnoona im Beitrag #767 Er fragt auch nie "wann darf ich wieder zu Papa".
Ja, das ist verständlich, weil er verbindliche Antworten einfach nicht kennt.
Was mich in dem Zusammenhang interessieren würde: wie kommuniziert denn der Vater selbst seinem Sohn gegenüber, dass er nicht viel Zeit mit ihm verbringt?
Zitat von Sandsturm2 im Beitrag #776 Es muss doch nicht unbedingt sein, dass nur weil der Junge jemanden gern hat, der in seinem Leben ist, dass ihm unbedingt der Papa fehlt. Wenn der Junge dauerwütend wäre? Was wäre dann? Wäre das besser?
Hier ist es aber naheliegend, dass der Papa fehlt. Denn es gibt ihn ja in seinem Leben, nur eben nicht in einem ausgewogenen Ausmaß.
Und es kann gut sein, dass aus der derzeitigen Enttäuschung irgendwann eine große Wut wird.
Zitat von Magnoona im Beitrag #752Mein Ex wirft keine Terminplanungen über den Haufen. Wenn er sagt, er nimmt ihn nächstes Wochenende, dann macht er das auch. Auf ihn ist halt in Notfällen kein Verlass. Zum Beispiel "hey, mein Babysitter ist abgesprungen, kannst du?" Dann kann er grundsätzlich nie. Schon oft versucht, klappt nicht.
Deshalb bringt mir auch eine Umgangsvereinbarung nix. Weil er die schlichtweg nicht einhalten würde. Schon beruflich würde das alle 2 Wochen regelmäßig bei ihm nicht klappen.
Zitat von schafwolle im Beitrag #777 Hier ist es aber naheliegend, dass der Papa fehlt. Denn es gibt ihn ja in seinem Leben, nur eben nicht in einem ausgewogenen Ausmaß.
Und es kann gut sein, dass aus der derzeitigen Enttäuschung irgendwann eine große Wut wird.
Ich habe eine ähnlich geartete Situation hier zu Hause. Es muss nicht so sein.
Vielleicht noch mal was anderes, wenn man erwachsen ist und selber Eltern wird.
Aber es geht ja erstmal um Jetzt. Nicht in 20 Jahren.
Zwischen existieren und da sein kann es himmelweite Unterschiede geben.
Mal ehrlich, dann dürfte ja kein alleinerziehender Elternteil sich einen neuen Partner suchen.
Und ansonsten müsste es dann einheitliche Vorschriften geben inwieweit sich der eigentliche Vater und der neue Partner kümmern dürfen/müssen. Und auch das Kind muss dann so mitmachen.
Zitat von Sandsturm2 im Beitrag #780 Und auch das Kind muss dann so mitmachen.
Kinder haben eigentlich nie die Wahl. Von ihnen wird immer größtmögliche Anpassung erwartet, gerade, wenn es um neue Menschen im Leben von getrennten Elternteilen geht.
Naja, das Kind hat wohl die Wahl ob es den neuen Partner/Partnerin leiden kann oder nicht.
Aber dir und einigen zufolge muss es ja so sein, dass der Junge zwar den neuen Partner gut leiden darf, aber nicht mehr als den eigentlichen Vater, weil er ja trotzdem existiert, auch wenn er sich nicht sonderlich um ihn kümmert.
Der Freund benimmt sich mehr wie ein Papa als jeder andere Mann, Der jeden seiner Nähe war. Inklusive seines eigenen biologischen Vaters. Daß ein gerade mal Grundschulkind nun den Freund lieber hat als den Vater, erstaunt jetzt nicht wirklich, oder?
Eher das Gegenteil wäre erstaunlich! Und dass er das ausspricht, ist einfach do, wie rs ist! Ich halte das für wahrscheinlicher, als irgendwelche „ich binde den jetzt an mich“-Pläne.
Nur weil da ein Uboot existiert, das mir 50% meiner Gene gegeben hat, sorgt doch das doch nicht für „Elternliebe“?
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
"Mmh, ja, Mama hat jemanden kennengelernt. Und auch wenn dein Papa sich nicht dolle um dich kümmert, habe ihn bitte nie lieber als deinen Vater."
Oder.....
"Es ist toll, dass du und XY sich so gut verstehen, aber auch wenn dein Vater sich nicht dolle um dich kümmert, habe ihn bitte nie lieber als diesen und sage sowas auch nie."
Oder......
Soll sie deswegen 20 Jahre lang alleine bleiben oder nur scheiß Typen anlachen, die sich nicht mit dem Jungen verstehen?
Zitat von schlaucher im Beitrag #783So ein "ich hab dich lieber als den Papa" ist halt eine red flag in so einer Konstellation.
Wie andere Kinder und Väter es machen hat damit nichts zu tun. Und mit "mögen dürfen" auch nicht.
Sehe ich auch so.
Vor allem kollidieren in diesem Fall die Vorstellungen: der Junge sieht in dem Mann einen Papa-Ersatz, der Mann selbst möchte genau das nicht.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass das u.a. der Grund für seine Rückzugstendenzen ist. Denn hier klammern sowohl @Magnoona als auch der Sohn, jeder auf seine Weise.
Zitat von schafwolle im Beitrag #786Vor allem kollidieren in diesem Fall die Vorstellungen: der Junge sieht in dem Mann einen Papa-Ersatz, der Mann selbst möchte genau das nicht.
Dann soll er sich nicht so benehmen, als wäre das anders!
Kinder leben in einer recht einfachen Welt: „Wenn jemand viel mit mir unternimmt, Dann mag er mich!“ Weil das Kind - zu Recht - davon ausgeht, daß der Typ das gerne macht! Sonst würde er es ja nicht tun.
Da gibt es keine red flag, sondern einen Erwachsenen, der sich dämlich verhält.
ZitatIch könnte mir gut vorstellen, dass das u.a. der Grund für seine Rückzugstendenzen ist. Denn hier klammern sowohl @Magnoona als auch der Sohn, jeder auf seine Weise.
Das „Klammern“ des Sohnes hat er selbst ausgelöst. Das heißt nur bei Kindern in so einem Zusammenhang anders. Nämlich „Liebhaben“!
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Sandsturm2 im Beitrag #785Was zum Teufel hätte sie denn tun sollen?
Ich sage nicht, dass Magnoona etwas hätte tun sollen oder können. Und ich weiß auch nicht, wo es hier hakt.
Ich sage nur, dass so eine Aussage eines Kindes ein Signal dafür ist, dass beim Kind eine Schieflage besteht.
Wenn Kinder zu nicht-verwandten Erwachsenen eine Bindung herstellen wollen, die enger ist, als es zur Konstellation passt, ist das ein Hinweis auf emotionale Bedürftigkeit.
Den Freund der Mutter "liebhaben" oder "lieber mögen als den Papa" ist hier nicht passend zur Konstellation. Denn der Mann will diese Nähe nicht und sagt das auch so.
Ein sicher + stabil gebundenes Kind würde so etwas spüren und solche Sätze nicht zu jemandem sagen, der gar nicht "lieber gehabt" werden will. Und es hätte auch selbst kein Bedürfnis, sich zusätzliche Bezugspersonen außerhalb der Familie zu "erkämpfen", weil es die gar nicht braucht.
Deshalb kann man einen Freund der Mutter natürlich trotzdem mögen. Aber mit einer gesunden Distanz und ohne ihn vor den eigenen Vater zu stellen.
Ein (Grundschul-)kind klammert, weil der Freund der Mutter, mit dem die Mutter seit drei Jahren zusammen ist, ihn fragt, ob er mit ihm zusammen zum Fußballturnier oder sonstwo hingeht?
Wie hätte der Junge reagieren sollen? Patzig und rumschreien? Dem Erwachsenen vernünftig erklären, das er ja nicht der Vater wäre und bevor eine zu enge Bindung aufgebaut wird, er das nicht möchte?
Der Junge wird gefragt. Der Freund der Mutter macht es öfters. Der Junge gewöhnt sich daran. Er findet den Freund toll. Der Freund gehört seit drei Jahren zum Leben dazu. Dem Freund ist jetzt einiges zu viel. Und der Junge klammert?
Den Freund der Mutter "liebhaben" oder "lieber mögen als den Papa" ist hier nicht passend zur Konstellation. Denn der Mann will diese Nähe nicht und sagt das auch so.
Ein sicher + stabil gebundenes Kind würde so etwas spüren und solche Sätze nicht zu jemandem sagen, der gar nicht "lieber gehabt" werden will.
Deshalb kann man einen Freund der Mutter natürlich trotzdem mögen. Aber mit einer gesunden Distanz und ohne ihn vor den eigenen Vater zu stellen.
Aber der Freund sagt es erst jetzt!
Man kann doch keinem Kind vorwerfen, dass es sich an jemanden bindet und gewöhnt, wenn derjenige nett zum ihm ist.
Der Vater ist nun mal nicht in Reichweite. Er ist nur 2-3 mal im Jahr für den jungen da. Wie soll man da eine stabile Beziehung aufbauen?
Zitat von Sandsturm2 im Beitrag #790Man kann doch keinem Kind vorwerfen, dass es sich an jemanden bindet und gewöhnt, wenn derjenige nett zum ihm ist.
Ich werfe es dem Kind nicht vor!
Ich erkläre, warum ich den Satz für eine red flag halte und Magnoona als Mutter da näher hinschauen sollte.
Ob Magnoonas Freund das Kind täuscht und ihm den zugewandten Ersatzvater vorspielt, obwohl er das gar sein nicht will, kann ich überhaupt nicht beurteilen.
Wie Mutti soll jetzt handeln und schauen und aufpassen? Weil er sich dem Kind gegenüber ambivalent verhält? Wow....er sollte sich überlegen, was er nun will und entsprechend kommunizieren. Er bringt den Jungen durcheinander, nicht sie.
Zitat von schlaucher im Beitrag #791 Ich erkläre, warum ich den Satz für eine red flag halte und Magnoona als Mutter da mal näher hinschauen sollte.
Auch hier wieder Zustimmung.
Zitat von Chickenwings im Beitrag #792 Er bringt den Jungen durcheinander, nicht sie.
Ja, schon. Aber bei einem erst 7-jährigen Kind ist es halt oft notwendig, dass Eltern (in diesem Fall die Mutter) sehr genau beobachten, hinterfragen und ggfs. regulierend eingreifen.
Schade, dass diese Diskussion hauptsächlich zwischen den Mitschreibenden stattfindet. Denn nur @Magnoona selbst kann einschätzen, in wie weit *wir* richtig oder daneben liegen.
Fernhalten? Als wenn er den Sohn prügeln würde. Ja, der Junge mag irgendwann mal von diesem Mann enttäuscht sein. Aber das müssen eben auch Kinder schon mal aushalten (lernen). Wenn man immer nur sämtliche möglichen Enttäuschungen fernhält, dann kann er später als Erwachsener damit nicht umgehen. Für meine Begriffe wäre das zu arg gepampert.
Zitat von Chickenwings im Beitrag #795Ja, der Junge mag irgendwann mal von diesem Mann enttäuscht sein. Aber das müssen eben auch Kinder schon mal aushalten (lernen).
Diese Haltung teile ich nicht.
Es reicht, wenn der Vater emotional enttäuscht. Es braucht nicht noch extra-Enttäuschungen durch den Freund.
(Bedürftigkeit scheint bei dem Kind jetzt schon vorzuliegen)
Du musst die Meinung ja auch nicht teilen. Magnoona kann hier lesen, sich Feedback verschiedenster Art holen und dann selbst entscheiden, was sie macht. :-)
Zitat von Chickenwings im Beitrag #797Du musst die Meinung ja auch nicht teilen. Magnoona kann hier lesen, sich Feedback verschiedenster Art holen und dann selbst entscheiden, was sie macht. :-)