Ich bin nun seit über einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Ich bin Ende 30, habe ein Kind im Grundschulalter. Er ist Ende 40. Er war zuvor lange Single, oft verletzt worden und hat die letzten Jahre eigentlich gelebt, wie er wollte - ohne Rücksicht auf irgendjemanden nehmen zu müssen. Er hat keine Familie mehr, keine Kinder. Das mal kurz zur Vorgeschichte.
Er hat einen sehr großen Freundeskreis, ist ein sehr hilfsbereiter Mensch und kann schlecht nein sagen. Wir wohnen in der gleichen Stadt, aber nicht zusammen. Das ist auch noch in weiter Ferne.
Er ist oft bei uns, hilft mir bei allem, was so anfällt, räumt bei mir auf (was ich eigentlich gar nicht will), baut die neuen Möbel meines Sohnes auf, hilft meiner Oma beim Umzug ins Heim und lauter so Sachen. Wir waren schon 2x im Urlaub, er stellt sich mit meinem Sohn auch mal 3 Stunden auf den Fußballplatz, passt auf ihn auf, wenn sonst keiner da ist usw. Also alles eigentlich super.
Jetzt natürlich das große Aber: Ein Teil seines Freundeskreises wohnt ca. 50 km weg. Wenn er sich mit ihnen trifft, bleibt er meist über Nacht. Am nächsten Tag kommt er wieder. Das ist meistens Freitag der Fall. Okay, kann ich damit leben, solange es nicht wöchentlich ist. Dann gibt es auch Freunde hier, die ganz genau wissen, wie hilfsbereit er ist. Er wird angerufen und wie er Zeit hat, hilft er. Wird er zu einer Grillparty, zum Campingwochende, zu Konzerten eingeladen, er fährt hin. Er betont immer, ich kann gerne mitkommen, was mir aber nicht immer möglich ist. Der Vater meines Sohnes hat ihn quasi nie, wenn überhaupt vielleicht 2 - 3x im Jahr. Und sonst Babysitter zu organisieren ist für mich schwierig.
Er zieht halt teilweise konsequent sein eigenes Ding durch - ohne Rücksicht auf Verluste. Und das ist das, was mich stört. Dieses Wochenende war auch wieder ein Beispiel: Er war Freitag bei dem 50 km entfernen Freundeskreis, kam Samstag Abend zu mir. Heute rief besagter Kumpel an, ob er ihm helfen könne. Er setzt sich ins Auto, fährt 50 km dort hin und bleibt natürlich. Keine Frage, ob ich mit ihm noch irgendwas geplant hätte, da ja heute Feiertag ist.
Er plant grundsätzlich so gut wie nichts. Außer mit seinen Kumpels. Wenn ich sage, ob wir Samstag was machen möchten, weiß er es noch nicht. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ihm das alles wichtiger ist. Er betont immer, wie sehr er mich und meinen Sohn liebt und dass er uns nicht mehr verlieren möchte. Wir waren im September ohne ihn im Urlaub (klappte zeitlich bei ihm nicht). Für ihn war die Zeit ganz schlimm, er vermisste uns unendlich und die 10 Tage waren viel zu lang.
Grundsätzlich scheitert es an der Kommunikation bei uns. Warum? Wenn ich was erwähne, was mir nicht passt, dann blockt er sofort ab und macht zu. Ich lass ihm sowieso schon sehr viele Freiheiten, ich habe noch nie etwas gegen seine Kumpels etc. gesagt. Aber mich stört es, dass er null mit mir plant, sondern nur für sich selbst. Ich habe ihm schon mal gesagt, dass es nach wie vor nur sein Leben und mein Leben gibt, aber es gibt kein "unser Leben". Und das macht mich irgendwie traurig.
Vielleicht bin ich auch zu empfindlich und zu unerfahren, da meine letzte ernsthafte Beziehung jahrelang her ist und ich damals noch sehr jung war.
Aber ich fühle mich nicht wirklich 100% glücklich in dieser Beziehung. Gerade wenn er mal wieder 50 km entfernt bei Kumpels sitzt. Er sagt nach eigenen Aussagen, dass man Freundschaften pflegen muss. Gebe ich ihm auch vollkommen Recht. Er würde nie was sagen, wenn ich 3 Tage in Folge etwas mit Freundinnen unternehme.
Bin ich zu besitzergreifend? Bin ich zu empfindlich?
Er ist Ende 40 und ohne Verpflichtungen, da wird er nicht viel ändern wollen. Eure Erwartungen, Lebenswelten und Ansprüche sind sehr unterschiedlich. Ich denke es wird auf eine Teilzeit Beziehung hinauslaufen. Vielleicht schafft ihr es, euch an einem festen Tag pro Woche zu treffen. Wieso bindest du den Kindsvater nicht viel mehr ein und erinnerst ihn an seine väterlichen Pflichten.
Zitat von Magnoona im Beitrag #1Bin ich zu besitzergreifend? Bin ich zu empfindlich?
Nein. Ihr wollt unterschiedliche Dinge. Ich glaube, tief drinnen ist dir das eh klar ... Tut mir leid - ich hatte mal ein ähnliches Thema. Bin dafür jetzt glücklich mit dem Richtigen ;-))
Also erst mal… Nein, ich finde nicht, daß Du überempfindlich bist.
Die Schlüsselsätze sind doch:
ZitatKeine Frage, ob ich mit ihm noch irgendwas geplant hätte, da ja heute Feiertag ist
und
ZitatEr plant grundsätzlich so gut wie nichts. Außer mit seinen Kumpels. Wenn ich sage, ob wir Samstag was machen möchten, weiß er es noch nicht.
Zusammengefaßt hat er das ja schon
ZitatEr sagt nach eigenen Aussagen, dass man Freundschaften pflegen muss.
Da gibt es eigentlich nur eine konkrete Entgegnung: „Beziehungen aber auch!“
Ich nehme an, Dich stört hauptsächlich, daß er keine Zeit für Euch freihält, wenn tatsächlich Zeit für Euch wäre - Also Wochenende, Feiertag… Auch der Septemberurlaub klappte zeitlich bei ihm nicht! Das fühlt sich einfach nach „zweite Geige“ an.
Hast Du mal versucht, es in der reinen „Ich bin verletzt“-Kommunikation zu erklären? Also nicht, „Ich finde es schlimm, daß Du…“, sondern „Ich war traurig, als ich am Montag alleine dasaß.“ Punkt - kein „Weil Du…“! Was sagt er dann?
@Frau Beere, frau kann nur einen Vater „einbeziehen“, der dann auch auftaucht, und sich kümmert. Kind vor der TÜr abstellen „Ich bin dann Sonntag Abend wieder da, mach was Schönes mit ihm“ - das funktioniert nur im Film ohne Schaden für das Kind, da sind wir uns wohl einig.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Du wirst ihn sicher nicht so in das Familienleben eineziehen können, als wenn er der Vater Deines Kindes wäre. Es ist in Ordnung und richtig, dass er seinen Freundeskreis weiter pflegt.
Aber nicht in Ordnung finde ich, wenn Du immer zweite Geige bist und er plötzlich verschwindet oder kurzfristig für das Wochenende absagt, wenn noch etwas von den Freunden kommt. Ich würde ihm sagen, dass Du verbindliche Zusagen möchtest, z.B. "Samstag verbringen wir zusammen" und er sich dann auch daran hält und nicht plötzlich weg ist, weil sich noch ein Freund meldet.
Es wäre natürlich gut, wenn es keine ganz getrennten Welten bleiben, sondern Du auch mal mit zu den Freunden kommen könntest. Viele regeln das mit Kind so, dass das Kind mal bei einem Schulfreund übernachtet und umgekehrt, sodass die jeweiligen Eltern/Mütter mal frei haben. Und was spricht dagegen, dass Ihr Freunde von ihm mal zum Essen bei Dir einladet? So baust Du mehr Verbindung mit seinem Kreis auf und brauchst keinen Babysitter.
Jetzt natürlich das große Aber: Ein Teil seines Freundeskreises wohnt ca. 50 km weg. Wenn er sich mit ihnen trifft, bleibt er meist über Nacht. Am nächsten Tag kommt er wieder. Das ist meistens Freitag der Fall. Okay, kann ich damit leben, solange es nicht wöchentlich ist. Dann gibt es auch Freunde hier, die ganz genau wissen, wie hilfsbereit er ist. Er wird angerufen und wie er Zeit hat, hilft er. Wird er zu einer Grillparty, zum Campingwochende, zu Konzerten eingeladen, er fährt hin. Er betont immer, ich kann gerne mitkommen, was mir aber nicht immer möglich ist. Der Vater meines Sohnes hat ihn quasi nie, wenn überhaupt vielleicht 2 - 3x im Jahr. Und sonst Babysitter zu organisieren ist für mich schwierig.
Er zieht halt teilweise konsequent sein eigenes Ding durch - ohne Rücksicht auf Verluste. Und das ist das, was mich stört. Dieses Wochenende war auch wieder ein Beispiel: Er war Freitag bei dem 50 km entfernen Freundeskreis, kam Samstag Abend zu mir. Heute rief besagter Kumpel an, ob er ihm helfen könne. Er setzt sich ins Auto, fährt 50 km dort hin und bleibt natürlich. Keine Frage, ob ich mit ihm noch irgendwas geplant hätte, da ja heute Feiertag ist.
ich habe das zitat mal eingekuerzt
wuerdest du denn mitkommen wollen, wenn dein kinderbetreuungsproblem geloest ist ? und besteht denn die moeglichkeit auch mit deinem kind mal mitzufahren ?
warum ist dein sohn nicht beim vater, und warum ist es fuer dich schwierig einen babysitter zu organisieren, was ist mit deine familie ? hast du mal mit ihm gesprochen, oder ihn gefragt, ob er denn mal da bleiben wuerde, weil du es moechtest ? hast du denn mal was geplant und ihm das mitgeteilt und ist er dann trotzdem zu den freunden gefahren ?
alone we can do soo little together we can do so much
Zitat von Magnoona im Beitrag #1 Er ist oft bei uns, hilft mir bei allem, was so anfällt, räumt bei mir auf (was ich eigentlich gar nicht will), baut die neuen Möbel meines Sohnes auf, hilft meiner Oma beim Umzug ins Heim und lauter so Sachen. Wir waren schon 2x im Urlaub, er stellt sich mit meinem Sohn auch mal 3 Stunden auf den Fußballplatz, passt auf ihn auf, wenn sonst keiner da ist usw. Also alles eigentlich super.
Er betont immer, wie sehr er mich und meinen Sohn liebt und dass er uns nicht mehr verlieren möchte. Wir waren im September ohne ihn im Urlaub (klappte zeitlich bei ihm nicht). Für ihn war die Zeit ganz schlimm, er vermisste uns unendlich und die 10 Tage waren viel zu lang.
Nachdem jetzt überwiegend das Negative rausgepickt wurde, was ja nicht falsch ist, denn deswegen hast Du den Strang eröffnet, hebe ich mal das Positive hervor. Wenn Du ihn brauchst, also praktisch, ist er immer da. Und wenn er sagt, dass er Dich und Deinen Sohn liebt, würde ich das auch glauben.
Das Problem sehe ich hier:
Zitat von Magnoona im Beitrag #1 Grundsätzlich scheitert es an der Kommunikation bei uns. Warum? Wenn ich was erwähne, was mir nicht passt, dann blockt er sofort ab und macht zu. Ich lass ihm sowieso schon sehr viele Freiheiten, ich habe noch nie etwas gegen seine Kumpels etc. gesagt. Aber mich stört es, dass er null mit mir plant, sondern nur für sich selbst. Ich habe ihm schon mal gesagt, dass es nach wie vor nur sein Leben und mein Leben gibt, aber es gibt kein "unser Leben". Und das macht mich irgendwie traurig.
denn ich glaube, er versteht nicht, was Du möchtest, da er denkt, er ist da, wenn Du ihn brauchst und Du weisst, dass Du ihn liebst. Dass Du auf emotionaler Ebene mehr Verbindlichkeit brauchst, sieht er nicht, ob er es eher nicht sehen kann oder nicht sehen will, weil er meint, sich dann einschränken zu müssen, können wir hier nicht beurteilen.
Vielleicht könntest Du ihm nicht sagen, was Dir nicht passt (sowas stößt ja schnell auf Widerstand), sondern statt dessen, was Du Dir wünschst, zB einen festen Abend am Wochenende oder eine gemeinsame Absprache am Donnerstag fürs Wochenende oder oder....vielleicht hat er ja sogar selbst eine Idee, wenn er merkt, um was es Dir geht. Und die Freiheiten, die er daneben braucht, solltest Du ihm dann auch wirklich gönnen und nicht als "Abstrich" an Eurer Beziehung sehen.
"Tell me, what it is you plan to do with your one wild and precious life?" - Mary Oliver
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Zitat von Magnoona im Beitrag #1 Bin ich zu besitzergreifend? Bin ich zu empfindlich?
Aus seiner Sicht bestimmt!
Zitat von Magnoona im Beitrag #1 ein Beispiel: Er war Freitag bei dem 50 km entfernen Freundeskreis, kam Samstag Abend zu mir. Heute rief besagter Kumpel an, ob er ihm helfen könne. Er setzt sich ins Auto, fährt 50 km dort hin und bleibt natürlich. Keine Frage, ob ich mit ihm noch irgendwas geplant hätte, da ja heute Feiertag ist.
Sein Freund ruft, er kommt. Du hattest ja nichts mit ihm geplant. Du hast vielleicht erwartet, dass er dich fragt … aber so ein Handeln kennt er gar nicht!
Der Mann ist eher ein Solist als ein Beziehungsmensch, das ist nun mal so. Du wirst ihn nicht umwandeln können. Falls du das erhoffst: vergiss es. Falls du ihn nicht so nehmen kannst, wie er ist: vergiss es. Kommunikation lernen und daran feilen, beide: jaaaa!
Er sagt, er liebt dich / euch sehr. Das würd ich erst mal glauben. Er will nur nicht an dir kleben. Vielleicht möchte er auch klare Ansagen. Also was ist, wenn du Donnerstag sagst: “Ich möchte Samstag mit dir zu X um X Uhr, hast du Lust?” Er versetzt dich doch dann nicht, wenn Rudi ruft, oder?
Zitat von Magnoona im Beitrag #1 Wenn ich was erwähne, was mir nicht passt, dann blockt er sofort ab
Das ist natürlich weniger schön. Er kann also keine Kritik ab? Auseinandersetzungen oder andere Meinungen, Selbstreflektion, wie steht es so darum?
Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume.
Klingt für mich wie jemand, der selbst keine Ideen und keine Hobbys hat und darum sofort springt, wenn andere Leute sich melden. Machst Du denn Vorschläge, wenn Du ihn fragst was er am Wochenende machen will?
Ich finde nicht, dass er nicht verbindlich ist. Er ist sogar sehr verbindlich: wenn ihn jemand braucht, dann ist er da. Er ist hilfsbereit und loyal.
Was er nicht macht ist sich zwischen dir und seinen Freunden zu entscheiden und da eine Rangliste zu haben. So tickt er offensichtlich nicht.
Du kannst ihn nur lieben, wie er ist. Wenn du damit nicht zurecht kommst, dann ist er es leider nicht für dich. Aber so wie er ist, dass ist der Mann, in den du dich verliebt hast. Ihn ändern zu wollen bedeutet du willst einen anderen Menschen, nicht ihn.
Zitat von Stadtkrone im Beitrag #12Klingt für mich wie jemand, der selbst keine Ideen und keine Hobbys hat und darum sofort springt, wenn andere Leute sich melden. Machst Du denn Vorschläge, wenn Du ihn fragst was er am Wochenende machen will?
Klingt für mich auch so.
Ich ergänze: Macht er denn Vorschläge für gemeinsame Unternehmungen?
Ich sehe hier ein unterschiedliches Nähe - Distanz Bedürfnis.
Zudem auch unterschiedliche Erwartungen innerhalb der Beziehung.
Keiner von euch beiden ist Falsch!
Die Frage ist ob ihr einen lebbaren Kompromiss finden könnt.
Ich habe den Eindruck daß du einen Ersatz Papa willst der voll auf Familie mit dir macht (was völlig ok ist)
Und er macht es ja auch allerdings nur in Teilzeit. Er hätte also die Fähigkeiten dazu (was doch super ist!)
Ich sehe da wirklich Potenzial. Aber du solltest bedenken, der gute Mann kann auch keine Gedanken lesen und deine Art der Kommunikation ist nicht zielführend.
Daher mein Rat an dich:
Schreib dir auf was du erwartest. Ganz klar und ohne Vorwürfe.
Und dann überlege dir wo du wirklich bereit bist Kompromisse einzugehen.
Und was deine Konsequenz wäre, wenn sich nix ändert.
Die Situation mit dem Vater meines Sohnes ist zwar nicht schwierig, wir verstehen uns einigermaßen gut, können also reden miteinander. ABER: Er interessiert sich schlichtweg nicht für unseren Sohn, weil er ihn nie wollte. Und 2 - 3x im Jahr spielt er halt dann mal Papa. Hart gesagt, aber ist so. Er meldet sich teilweise monatelang nicht, dann macht er mal wieder einen Tag was mit ihm und das wars dann wieder für die nächsten 3 Monate. Zwingen kann ich ihn nicht. Er ist auch selbstständig mit viel Arbeit am Wochenende. Da wäre ein geregelter Umgang schon gar nicht möglich.
Nein, wir haben für heute nichts ausgemacht. Auch wenn mein Sohn den Wunsch vor ihm geäußert hat, dass er gerne mit ihm auf ein nahe gelegenes Volksfest gegangen wäre. Darauf ist er heute gar nicht eingegangen, schließlich hat ja dann sein Kumpel angerufen. Da sitzt er nun bis morgen. Er ruft an, fragt ob alles okay ist. Aber er hat dieses Wochenende gefühlt mehr mit diesem Kumpel verbracht als mit mir. Freitag, Samstag den halben Tag und heute wieder. Und es ist immer nur dieser eine Kumpel. Wenn er ruft, springt er!
Mir ist es klar, dass ich ihn niemals zum Familienvater "erziehen" kann. Das will ich auch gar nicht. Was mich stört, ist halt dieses unverbindliche, nichts planen können usw.
Ein großes Diskussionsthema ist bei uns auch immer, dass er irgendwann ja sowieso wieder verletzt werden wird. Er weiß es ganz genau, dass ich auch irgendwann wieder weg bin und er dann wieder alleine dasteht. Weil es ihm schon immer so ging. Er investiert Gefühle ohne Ende und dann wird er wieder verletzt. So seine Aussage - und das schon öfter.
Kritikfähig ist er null. Er blockt erstmal total ab, lenkt dann aber meistens am nächsten Tag ein, nachdem er drüber nachgedacht hat.
Ja, er macht Vorschläge für gemeinsame Unternehmungen. Hat mein Sohn ein Fußballspiel, kommt er auch mal mit, wenn es gerade passt. Er schlägt vor, ins Bad zu fahren, die Urlaube waren alle seine Vorschläge. Aber wenn er am Wochenende weggeht, dann plant er das alleine. Er fragt mich zwar, was ich vorhabe, zieht das dann aber trotzdem sein Ding durch. Wenn wir uns am Wochenende beim weggehen sehen, dann meistens auch nur, weil ich nachkomme. Aber es gab erst sehr wenige Situationen, in denen wir gemeinsam in einen Abend gestartet sind und den gemeinsam auch wieder beendet haben.
Und wenn ich Donnerstag sagen würde: "Hey, lass uns Samstag dieses und jenes machen", dann kenne ich die Antwort: "Das weiß ich jetzt noch nicht".
Zitat von Lufti im Beitrag #15Ich sehe hier ein unterschiedliches Nähe - Distanz Bedürfnis.
Zudem auch unterschiedliche Erwartungen innerhalb der Beziehung.
Keiner von euch beiden ist Falsch!
Die Frage ist ob ihr einen lebbaren Kompromiss finden könnt. . Ich habe den Eindruck daß du einen Ersatz Papa willst der voll auf Familie mit dir macht (was völlig ok ist)
Und er macht es ja auch allerdings nur in Teilzeit. Er hätte also die Fähigkeiten dazu (was doch super ist!)
Ich sehe da wirklich Potenzial. Aber du solltest bedenken, der gute Mann kann auch keine Gedanken lesen und deine Art der Kommunikation ist nicht zielführend.
Daher mein Rat an dich:
Schreib dir auf was du erwartest. Ganz klar und ohne Vorwürfe.
Und dann überlege dir wo du wirklich bereit bist Kompromisse einzugehen.
Und was deine Konsequenz wäre, wenn sich nix ändert.
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Warum eigentlich nicht zusammen ziehen?
Ich suche nicht wirklich einen Ersatzpapa. Mein Sohn liebt ihn und er sagt auch regelmäßig zu meinem Sohn, dass er ihn liebt (sogar öfter als zu mir ) Ich bin froh, wenn er da ist, ja. Aber ich habe es jahrelang alleine durchgezogen und werde das auch weiterhin machen, wenn es sein muss.
Er hätte die Fähigkeiten dazu, ja. Aber ich habe das Gefühl, er will das nicht wirklich. Anfangs meinte er zu meinem Sohn "hey, ich bin dein bester Kumpel, mehr nicht". Mittlerweile akzeptiert er es sogar, wenn mein Sohn ihn als Stiefpapa bezeichnet.
Ich bin durchaus bereit, Kompromisse einzugehen. Das weiß er auch. Und selbst ein Kumpel meinte mal zu ihm, dass ich wirklich sehr tolerant bin.
Thema zusammenziehen verursacht Schnappatmung bei ihm... Wohl auch schlechte Erfahrungen... Mit einer hat er mal zusammengewohnt, die ist dann mit dem Nachbarn durchgebrannt und die andere hat sich einen anderen Mann geangelt, bevor sie zusammengezogen sind (nachdem er seine ganze Wohnung für sie renoviert hat)...
Bei solchen Typen denk ich mir: Viel Spaß mit deinen selbsterfüllenden Prophezeiungen - kapier's oder kapier's nicht. Du kannst ihn nicht umerziehen und nicht therapieren (das kann niemand, und es ist auch keine Beziehungsbasis) und er selbst will nix ̈́ändern. Ich sag's mal böse: Der ist so ein bissl Bruchware. (Und ich _frag_ mal böse - aber nicht böse gemeint! - Stehst du eigentlich auf sowas? Männer, die so bissl abweisend sind - erst einen Unwilligen als Kindsvater, jetzt so einen Baba-muss-wieder-raus-bis-in-einer-Woche als Partner ...?)
Zitat von Magnoona im Beitrag #16 Ein großes Diskussionsthema ist bei uns auch immer, dass er irgendwann ja sowieso wieder verletzt werden wird. Er weiß es ganz genau, dass ich auch irgendwann wieder weg bin und er dann wieder alleine dasteht. Weil es ihm schon immer so ging. Er investiert Gefühle ohne Ende und dann wird er wieder verletzt. So seine Aussage - und das schon öfter.
Seine innere Einstellung bzw. seine Überzeugung erklärt sein Verhalten eigentlich recht gut. Er beruft sich auf seine bisherigen Erfahrungen - schließlich sind es die einzigen, auf die er zurückgreifen kann.
Ist es denn auch Fakt, dass alle Menschen, die er geliebt hat, ihn verlassen haben? Spielt seine Familiengeschichte eine Rolle?
Ich finde Deine *Ansprüche* keinesfalls überzogen. Gemeinsame Planungen haben ja auch viel mit Zuverlässigkeit und Klarheit zu tun.
Schwieriges Dilemma, gerade angesichts seiner vielen positiven Eigenschaften, wenn Du ihn argumentativ nicht erreichst. Es ist aber sein persönliches, angstbesetztes Thema, das er für sich selbst auflösen müsste.
Zitat von Magnoona im Beitrag #16 Nein, wir haben für heute nichts ausgemacht. Auch wenn mein Sohn den Wunsch vor ihm geäußert hat, dass er gerne mit ihm auf ein nahe gelegenes Volksfest gegangen wäre. Darauf ist er heute gar nicht eingegangen, schließlich hat ja dann sein Kumpel angerufen. Da sitzt er nun bis morgen. Er ruft an, fragt ob alles okay ist. Aber er hat dieses Wochenende gefühlt mehr mit diesem Kumpel verbracht als mit mir. Freitag, Samstag den halben Tag und heute wieder. Und es ist immer nur dieser eine Kumpel. Wenn er ruft, springt er!
Magnoona, so wird das auch bleiben. Er hat durchweg schlechte Erfahrungen mit Frauen gemacht, “die gehen sowieso wieder”. Er will keine klassische Bindung. Trotzdem kann er dich sehr lieben und den Jungen ebenso. “Er ruft an, fragt ob alles okay ist.” … na immerhin! Er denkt auch an dich, aber der Kumpel hat ältere Priorität. Was antwortest du darauf? “Ja ja alles ok” und schmollst innerlich? Oder bist du ehrlich und sagst “eigentlich hätte ich gerne den Tag mit dir verbracht”?
Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume.
Ja, leider sage ich, das alles okay ist und schmolle innerlich. Weil ich am Telefon keine Diskussion starten will, die eh nicht zielführend ist. Weil ER dann wieder abblockt. Nichtsdestotrotz werde ich dieses Wochenende nochmal ansprechen. Muss ich!
Ich glaube ihm auch, dass er uns liebt bzw. ich weiß es. Nur fühle ich es manchmal einfach nicht bzw. es kommt zu wenig davon bei mir an.
Ich bin nun seit über einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Ich bin Ende 30, habe ein Kind im Grundschulalter. Er ist Ende 40. Er war zuvor lange Single, oft verletzt worden und hat die letzten Jahre eigentlich gelebt, wie er wollte - ohne Rücksicht auf irgendjemanden nehmen zu müssen. Er hat keine Familie mehr, keine Kinder. Das mal kurz zur Vorgeschichte.
.... Bin ich zu besitzergreifend? Bin ich zu empfindlich?
LG Magnoona
Ich stelle auch mal ganz ketzerisch die Frage "Warum dieser Mann?"
Ihr kommt offenbar aus einer ganz unterschiedlichen Sozialisierung, habt einen sehr unterschiedlichen Lebenshintergrund und eine unterschiedliche Lebensplanung. Warum hast du dich für ihn entschieden?
Verstehen kann ich euch beide. Er ist fast fünfzig hat viele gute Freunde ist entsprechend sozialisiert, dass man sich auf Freunde verlassen kann, mit familiären Beziehungen hat er eher schlechte Erfahrungen gemacht sowohl in seiner Ursprungsfamilie als auch mit Frauen. Welcher Art auch immer und ja in den letzten Jahren vermutlich auch aufgrund selbsterfüllender Prophezeihungen.
Ich würde für eine Beziehung auch nicht meine Freunde und meine bisherigen sozialen Strukturen vernachlässigen - ja die vorhandene Zeit wird etwas anders priorisiert, aber wenn mein Partner mir sagen würde "ich gehe dir Freiheiten", dann beinhaltet das, dass er sie mir auch nehmen könnte - nein kann er nicht.
Was ist denn, wenn du konkret etwas planst, also "Sohn und ich fahren nächstes Wochenende in den Zoo, willst du mitkommen?" Lässt er sich dann auch bis zum Ende offen, ob er mitkommt oder nicht, falls doch noch ein "besseres" Angebot aus dem Freundeskreis kommt? Hat er schon konkrete Verabredungen mti dir abgesagt, weil er lieber was mit Freunden unternimmt? Wie verlässlich ist er, wenn es um konkrete Verabredungen geht? Also wenn er versprochen hat deinen Sohn zum Fussball zu begleiten, kann es dann vorkommen, dass er es sich zehn Minuten vorher anders überlegt?
Wie konkret bist du in deiner Planung? Würdest du es einfach gerne haben, wenn er am Wochenende auch ohne konkrete Verabredung einfach da ist, weil du ihn in deiner Nähe haben magst, auch wenn ihr dann zB einer Zeitung liest und die andere im Netz surft - oder gab es einen konkreten Plan am Wochenende? Und was machst du regelmäßig ohne ihn? Hast du eigene Freunde mit denen du etwas unternimmst? Oder würdest du gerne einen gemeinsamen Freundeskreis aufbauen?
Ich bin vermutlich eher in seiner Situation. Ich habe ein aktives soziales Leben, ich habe eine ganze Reihe Freunde, mit denen ich regelmäßig telefonieren oder mich treffe, mein Partner hingegen hat eher wenig Freunde und ist gerne zuhause und hat mich dann auch gerne um sich, auch wenn wir nichts konkretes unternehmen. Wenn wir aber am Wochenende nicht gemeinsames geplant habe und eine Freundin fragt, ob ich mit auf den Flohmarkt gehe, dann mache ich das, weil ich keine Lust habe, das ganze Wochenende zu zweit auf dem Sofa zu sitzen. Er hat damit aber kein Problem, er könnte auch mitkomme (was er auch manchmal macht). Es sind aber auch keine Kinder im Spiel, insoweit sind wir in einer ähnlichen Lebenssituation. Er hat einfach weniger Bedürftnis nach sozialen Kontakten außerhalb der Beziehung.
Konkrete Verabredungen mit mir hat er noch nicht abgesagt. Aber da gab es eben noch nicht sonderlich viele davon.
Zum Anfang unserer Beziehung hat er es einmal gemacht, dass er eigentlich auf ein Spiel mitgehen wollte und kurzfristig abgesagt hat, weil noch ein Kumpel bei ihm war. Das allerdings nur ein einziges Mal. Bisher...
Ja, ich habe ihn gerne in meiner Nähe. Einen konkreten Plan fürs Wochenende gab es nicht, weil er eben selten was plant. Wenn ich sage, wir fahren in den Zoo, dann hält er sich das erstmal offen, ja. Er ist aber auch derjenige, der mal sagt "Mittwoch Nachmittag können wir was mit Sohn unternehmen". Aber das kommt eben relativ selten vor.
Ich habe natürlich auch Freundinnen, mit denen ich regelmäßig etwas unternehme. Geht aber bei Weitem nicht so wie bei ihm. Die meisten haben ebenfalls Job, Kind, Mann, Haus und da ist es eben nicht so einfach möglich, sich mal so spontan zu treffen, wie er das mit seinen Freunden macht. Und auch nicht so oft. Das muss dann teilweise 2 Wochen vorher geplant werden. Ihn stört das überhaupt nicht. Er sagt immer, ich kann machen, was ich will. So will er das für sich auch. Nur mach ich nicht so viel, was ich will, wie er.
Er sagt auch immer, ich kann überall hin mitkommen, wenn ich will und kann. Aber auf ein Campingwochenende oder zu dem Freundeskreis, der 50 km entfernt lebt, kann ich nicht mal so einfach mit. Und dort übernachten ist für MICH schwer. Ich übernachte auch sehr selten bei ihm. Wenn, dann übernachtet er bei uns.
Und wenn du deine Frage nach gemeinsamen Unternehmungen anders formulieren würdest? "Bitte geh mit aufs Volksfest, ich selber fahre diese wilden Sachen nicht so gern, aber mein Sohn. Ich brauch dich da." Oder: ich würd gern am Wochenende wandern gehen, kennst du eine gute Wanderstrecke, die du mir zeigen kannst?" Du fragst ihn quasi nach Hilfe, bis er sich daran gewöhnt hat, mehr Zeit mit euch zu verbringen. Ich weiß gerade selber nicht, was ich von meinem eigenen Vorschlag halte. Ich spiele auch nicht gern absichtlich die Bedürftige, um einem Mann zu schmeicheln. Bah.😆 Aber vielleicht hilft's. Die Idee, seine Freunde mal öfter zu euch einzuladen, find ich übrigens sehr gut. Da haben doch sicher welche von denen auch Kinder...und dann kann man mal einen gemeinsamen Familienausflug machen.
Dieses Gejammere übrigens von Männern, sie könnten sich nicht auf einen einlassen, weil sie zuvor immer so verletzt wurden...da kriechisch voll Hals. Was ist denn mit dir? Du bist doch auch verletzt worden von deinem ehemaligen Partner, oder? So zumindest lese ich das, wenn du schreibst, er wollte euer Kind eh nie. Wenn sich dein jetziger Freund gegenüber deinen Vorgängerinnen ähnlich unverbindlich verhalten und ihnen das Gefühl gegeben hat, ihm sei alles andere wichtiger, dann wundert es mich nicht, dass er des öfteren stehengelassen wurde. So hat er das vielleicht noch nicht betrachtet. Wäre dann ein Grund, sich mal mehr reinzuhängen.
- Sobriety is not a sad consequence. It's a proud choice. -