Zitat von Nicolo im Beitrag #1361Naja, kann mensch befürchten, aber de facto geht es um einen 35%-Anteil
Es geht doch nicht nur um die 35%. Der Chinese will nicht nur ein Stück Hafen, sondern Einfluss und Mitbestimmung ! DAS ist die mittlerweile globale Strategie Chinas.
Hier ein Beispiel "Hafen Piräus" https://www.focus.de/finanzen/boerse/kon...d_12028052.html 2008 übernahm die China Ocean Shipping Company, kurz Cosco, erste Anteile am Hafen von Piräus, seit 2016 gehört den Chinesen die Mehrheit. Unter Coscos Regie blüht der Hafen auf. Nächstes Ziel der Chinesen ist die griechische Energieversorgung...
Blind vor lauter Dollarzeichen in den Augen? Offensichtliche langfristige Folgen fröhlich ignorierend? Dann haben BK Scholz und Tschentscher nichts aus der jüngsten Vergangenheit gelernt...
Zitat von Nicolo im Beitrag #1359Da wäre die Garantie der Chinesen bzw. ihr Eigeninteresse daran, HH zum Schwerpunkt ihrer nordeuropäischen Containeraktivitäten zu machen, also ziemlich klasse.
Lass uns lachen! So lange liegt es ja noch nicht zurück, dass uns Russland Lieferungen von Gas garantiert hat. Niemand konnte sich vorstellen, dass ausgerechnet der zuverlässigste aller zuverlässigen Lieferanten uns buchstäblich in die (leere) Röhre schauen lässt.
Schaust Du hier - Gaslieferungen und Containerumschlag sind in nichts miteinander zu vergleichen.
Zitat von Brischa im Beitrag #1376... Es geht doch nicht nur um die 35%. Der Chinese will nicht nur ein Stück Hafen, sondern Einfluss und Mitbestimmung ! DAS ist die mittlerweile globale Strategie Chinas. ...
Dabei kommt es aber auf die Größenordnung an.
Chinesische Unternehmen und Investoren suchen Möglichkeiten, Geld anzulegen und Geld zu verdienen. Wenn das verhindert werden soll, dann muss eben jemand anders diese Beteiligungen übernehmen. Oder eine Gesetzgebung her, die es chinesischen Unternehmen und Investoren verbietet, in Europa zu investieren. (Prost Mahlzeit, ein Wirtschaftskrieg mit China?)
Was die chinesischen Beteiligungen in GR angeht: Warum hat sich denn da kein europäischer Investor gefunden, als die Euro-Gemeinschaft und der IWF GR gezwungen haben, ihr Tafelsilber zu verkaufen? Hat doch bei den Flughäfen auch funktioniert - die kontrolliert jetzt Fraport (also das Land Hessen, also Deutschland?).
Zitat von Nicolo im Beitrag #1374Wie gesagt:Ich sehe den chinesischen Einfluss in der Welt ebenfalls kritisch.Aber den müsste man da eindämmen, wo er wirklich besteht und wirkt.
Es gab Beispiele, die belegen, dass wir besser unsere eigenen Interessen gewährt hätten als an China zu verkaufen, Kuka fällt mir dazu ein. In Piräus kann man sehen, was passiert, wenn man die Kontrolle abgibt. In Hamburg ist im Gespräch, dass Cosco einen Geschäftsführer stellen soll und Mitspracherecht bei Entscheidungen bekommen soll.
Ich sehe den Hafendeal kritsch. Das ist keine unternehmerische Entscheidung, sondern Staatspolitik. Alles was China zu seinem Vorteil verfolgt, wird uns irgendwann zum Nachteil gereichen. Wenn damit gedroht wird, dass Hamburg an Relevanz verliert, ist das schon ein Vorbote auf künftige Ereignisse. Wir sollten den Einfluss jetzt begrenzen und nicht ausweiten. Wenn China aus der Absage eine Krise heraufbeschwören will, käme die Enttarnung nur ein bisschen früher.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Nocturna- das sehe ich zu 100% genauso!! Zur Zeit spürt man es an allen Ecken und Kanten wie schnell Abhängigkeiten entstehen und wie schnell wir sie spüren!!!
Randbemerkung: Vor vielen Jahren habe ich (63) miterlebt in welchem Ausmaß die chinesischen Kamera überall blitzen und blinkten. Egal in welchem Werk und bei welcher Begehung und in welcher Branche…. Da wurde „geklont“ was das Zeug hält….
Nun haben sich die Zeiten geändert, ebenso politische Marschrichtungen- und der Chinese wird/will langfristig die Märkte beherrschen. Und zu welchen Handlungen er fähig ist, weiß ja inzwischen jeder!! Bin voll dagegen!
🎶Ich laufe nicht mit dem Rudel, schwimme nicht in jedem Strudel…ich hab noch nie auf Befehl gebellt 🎶Ich will in keinem Haufen raufen- lass mich mit keinem Verein ein🎶 Reinhard Mey
Zitat von Nocturna im Beitrag #1379Es gab Beispiele, die belegen, dass wir besser unsere eigenen Interessen gewährt hätten als an China zu verkaufen, Kuka fällt mir dazu ein. ...
Mir fallen dazu auch eine Menge Beispiel ein - und wo waren denn der deutsche Staat oder die westlichen Investoren, als es um Kuka ging? Ich bin auch sofort dafür, bei solchen Geschäften darauf zu achten, nicht Spielball fremder Staats- ode auch nur Unternehmnsinteressen zu werden.
Aber nochmal: diese Beteiligung ist nicht mal ansatzweise mit Nordstream 2 oder russichem Gas vergleichbar. Ich rate also dazu, die Kirche im Dorf zu lassen.
Zitat... In Piräus kann man sehen, was passiert, wenn man die Kontrolle abgibt. In Hamburg ist im Gespräch, dass Cosco einen Geschäftsführer stellen soll und Mitspracherecht bei Entscheidungen bekommen soll. ...
Ich sehe einen substantiellen Unterschied zwischen einer 51%-Beteiligung an 100% und einer 35%-Beteiligung an 25%. Es sind ja nicht mal 25% des Hafen, sondern nur der großen, modernen Container-Terminals. (Der Grund und Boden bleibt übrigens im Stadt/Staatsbesitz, der gehört nicht der Firma.)
Zitat... Ich sehe den Hafendeal kritsch. Das ist keine unternehmerische Entscheidung, sondern Staatspolitik. Alles was China zu seinem Vorteil verfolgt, wird uns irgendwann zum Nachteil gereichen. ...
Kann mensch so sehen, würde dann aber ein grundlegend andere Politik in bezug auf China nahelegen. Denn zu Chinas Vorteil gereicht ihnen eine Menge, dass in der westlichen Welt nur allzugern mitgenommen wird - weil es eben zum eigenen Vorteil ist.
Zitat... Wenn damit gedroht wird, dass Hamburg an Relevanz verliert, ist das schon ein Vorbote auf künftige Ereignisse. ...
Damit droht nicht China, dieser Relevanzverlust ist reales Potential. Zum Teil unabwendbar geografisch, zum Teil auf der Basis von Marktgesetzen.
Würdest Du als Reederei Deine Schiffe nicht bevorzugt in den Häfen anlegen lassen, wo Du auch am Hafenbetrieb mitverdienst?
Zitat... Wir sollten den Einfluss jetzt begrenzen und nicht ausweiten. Wenn China aus der Absage eine Krise heraufbeschwören will, käme die Enttarnung nur ein bisschen früher.
Es bedarf da meiner Meinung nach keiner weiteren Enttarnung. Die chinesische Staatsdoktrin ist allgemein bekannt.
China wird diesbezüglich auch keine Krise heraufbeschwören. Die Cosco-Reedereien werden ihre Schifffe einfach dort anlegen lassen, wo es für sie jeweils am lukrativsten ist. Und da könnte Hamburg (und damit D) ins Hintertreffen geraten. Das ist einfach so.
Wenn also, dann bitte Einflussbegrenzung an wirklich relevanter Stelle, keine Symbolhandlungen.
Zitat von Nicolo im Beitrag #1375Zeigt mir ein Wirtschaftsunternehmen, dass es nicht so machen würde.
Und genau deshalb sind wir da, wo wir heute sind.
Dann müssen wir aber genau da heran. Kannst ja mal beispielweise im Umverteilungs- oder Wirtschaftsstandort-Thread nachlesen, wie die hiesige Meinung dazu lautet.
Zitat von Maramartina im Beitrag #1380... Nun haben sich die Zeiten geändert, ebenso politische Marschrichtungen- und der Chinese wird/will langfristig die Märkte beherrschen. Und zu welchen Handlungen er fähig ist, weiß ja inzwischen jeder!! ...
Meiner Meinung nach haben sich die Zeiten geändert, aber die chinesische Staatsdoktrin absolut nicht.
War alles lange bekannt, und selbst wenn der m.E. irrelevante Hafendeal jetzt platzen sollte, wird sich der Westen in Bezug auf China keinen Yota anders verhalten. Wir müssten uns halt mal entscheiden: globalisierte Wirtschaft und möglichst weitreichender Freihandel, Umsteuern zu auch weltanschaulich definierten Wirtschaftsräumen oder gar nationalen Protektionismus?
Hier mal die Daten zu Cosco, insbesondere die der Großaktionäre. Das Ganze ist mitnichten ein chinesisches Staatsunternehmen, der chinesische Staatsfond hält nur knapp 6,8 % der Anteile. Rest der Top Five sind die "üblichen Verdächtigen" wie AQR Capital Management (USA), Vanguard Group (USA), Blackrock (USA) und UBS (CH) - allein die halten insgesamt gut 12,6%.
Auch von daher nicht vergleichbar mit Gazprom.
Ich harre denn mal gespannt relevanterer und ernsthafter Bestrebungen, den chinesischen Einfluss auf die Weltwirtschaft einzuhegen.
Zitat von Nicolo im Beitrag #1382Mir fallen dazu auch eine Menge Beispiel ein - und wo waren denn der deutsche Staat oder die westlichen Investoren, als es um Kuka ging?
Der deutsche Staat hätte gerne gehandelt, aber das gab die liberale deutsche Gesetzgebung nicht her. Übrigens hat genau der Fall Kuka zur Verschärfung des Außenwirtschaftsrecht geführt, seither ist es leichter Übernahmen zu untersagen. Für Kuka in Augsburg kam das zu spät. Jetzt haben wir das Vetorecht des Wirtschaftsministers, wir können das Instrument nutzen wofür es geschaffen wurde. Wollen wir hoffen, dass Habeck sein Vetorecht ausübt, willens scheint er zu sein.
Zitat von Nicolo im Beitrag #1384War alles lange bekannt, und selbst wenn der m.E. irrelevante Hafendeal jetzt platzen sollte, wird sich der Westen in Bezug auf China keinen Yota anders verhalten.
Da täuscht du dich, es findet schon längst eine Umorientierung statt. Für die Firmen wird es immer schwerer deutsches Personal für China zu finden, aufgrund deren Restriktionen in Sachen Corona. Industriearbeitsplätze werden in die anderen asiatischen Länder verlegt oder mittlerweile auch gerne in den Osten, näher an Deutschland wegen der Lieferlogistik. Abhängigkeiten in Punkto Rohstoffe sind natürlich nicht so leicht aufzulösen, vielleicht sogar nie völlig befriedigend (Batterien für E-Autos). Aber die Zeichen wurden erkannt und Produktionen werden hierzulande aufgenommen. Der Abverkauf deutscher Infrastruktur ist ein Rückschritt in diesem Prozess, um es klar zu benennen.
Zitat von Nicolo im Beitrag #1386Das Ganze ist mitnichten ein chinesisches Staatsunternehmen, der chinesische Staatsfond hält nur knapp 6,8 % der Anteile.
Ja und was interessiert das Xi Jinping? Wir erinnern uns an Alibaba. Ein milliardenschweres Unternehmen auf Rang 33 mit einem berühmten CEO, bis der sich eingebildet hat er könnte sich indirekt Kritik an der Staatsführung erlauben. So schnell wie dann der Staat den Konzern zur Schnecke gemacht hat, konnte man gar nicht schauen inklusive Börsenabsturz. Jack Ma hat Glück gehabt, dass er überleben durfte. Der Konzern ist jetzt wieder auf Staatslinie. Jedes Unternehmen in China vertritt die Staatsdoktrin.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Zitat von Nicolo im Beitrag #1384War alles lange bekannt, und selbst wenn der m.E. irrelevante Hafendeal jetzt platzen sollte, wird sich der Westen in Bezug auf China keinen Yota anders verhalten.
Da täuscht du dich, es findet schon längst eine Umorientierung statt. Für die Firmen wird es immer schwerer deutsches Personal für China zu finden, aufgrund deren Restriktionen in Sachen Corona. Industriearbeitsplätze werden in die anderen asiatischen Länder verlegt oder mittlerweile auch gerne in den Osten, näher an Deutschland wegen der Lieferlogistik. Abhängigkeiten in Punkto Rohstoffe sind natürlich nicht so leicht aufzulösen, vielleicht sogar nie völlig befriedigend (Batterien für E-Autos). Aber die Zeichen wurden erkannt und Produktionen werden hierzulande aufgenommen. ...
Mit einer Neuorientierung meine ich nicht, dass Unternehmen China meiden, weil dortige Corona-Politik ihr Business befährdet. Und BMW hat beispielsweise gerade beschlossen, ein MINI-Werk aus dem UK nach China zu verlagern. Na, schauen wir mal ...
Zitat ... Der Abverkauf deutscher Infrastruktur ist ein Rückschritt in diesem Prozess, um es klar zu benennen. ...
Wäre es, wenn es ein Abverkauf wäre. Wie gesagt, ich sehe den wirtschaftlichen und damit auch politischen Einfluss Chinas durchaus auch kritisch.
Zitat
Zitat von Nicolo im Beitrag #1386Das Ganze ist mitnichten ein chinesisches Staatsunternehmen, der chinesische Staatsfond hält nur knapp 6,8 % der Anteile.
Ja und was interessiert das Xi Jinping? Wir erinnern uns an Alibaba. Ein milliardenschweres Unternehmen auf Rang 33 mit einem berühmten CEO, bis der sich eingebildet hat er könnte sich indirekt Kritik indirekt an der Staatsführung erlauben. So schnell wie dann der Staat den Konzern zur Schnecke gemacht hat, konnte man gar nicht schauen inklusive Börsenabsturz. Jack Ma hat Glück gehabt, dass er überleben durfte. Der Konzern ist jetzt wieder auf Staatslinie. Jedes Unternehmen in China vertritt die Staatsdoktrin.
Na, wenn Du meinst. Der m.E. spielentscheidende Unterschied zwischen Alibaba und Cosco ist: Das, was an Cosco wertvoll ist, sind die 2xy Schiffe, die permanent überall in der Welt herumschippern. So ein Unternehmen, welches mehrheitlich in ausländischem Besitz ist, kann Xi schon ganz praktisch nicht so behandeln wie Alibaba. Die verlegen einfach ihren Firmensitz nach New York oder London und das war's dann.
Aber was versuche ich auch, hier sachlich zu argumentieren? "Die Gelbe Gefahr", "der böse Chinese" steht vor den Toren.
Zitat von Nocturna im Beitrag #1387Wollen wir hoffen, dass Habeck sein Vetorecht ausübt, willens scheint er zu sein.
Das hoffe ich auch.
Es geht dabei nicht nur um diesen Deal. Es geht auch um die "Botschaft". Auch wenn man sich da keine Hoffnungen machen sollte. China ist nicht Russland. Der chinesische Zug ist abgefahren. Europa hat zu spät verstanden. Falls es überhaupt verstanden hat.
Zitat von Nocturna im Beitrag #1387Wollen wir hoffen, dass Habeck sein Vetorecht ausübt,
Ja, das hoffe ich. Aber ich traue Scholz auch zu, dass er sich mit seiner Richtlinienkompetenz als Bundeskanzler ähnlich wie bei den Restlaufzeiten für Atomkraftwerke durchsetzen könnte.
Kompromiss im Hamburger Hafen-Deal: https://www.tagesschau.de/inland/innenpo...ligung-101.html Demnach sollen sich die beteiligten Bundesministerien darauf verständigt haben, dass Cosco statt der bislang vorgesehenen 35 Prozent nur 24,9 Prozent an der Betreibergesellschaft des Terminals Tollerort, HHLA, übernehmen darf. Der Konzern könnte dann als Minderheitsaktionär formal keinen inhaltlichen Einfluss auf die Geschäftsführung ausüben.
Ich bin ja mal gespannt, ob das das Thema morgen im Kabinett behandelt wird. Ohne Kabinettsbeschluss würde die Prüffrist Ende Oktober auslaufen und Cosco einen 35-Prozent-Anteil kaufen können...
Zitat von Brischa im Beitrag #1391... https://www.tagesschau.de/inland/innenpo...ligung-101.html ... Demnach sollen sich die beteiligten Bundesministerien darauf verständigt haben, dass Cosco statt der bislang vorgesehenen 35 Prozent nur 24,9 Prozent an der Betreibergesellschaft des Terminals Tollerort, HHLA, übernehmen darf. Der Konzern könnte dann als Minderheitsaktionär formal keinen inhaltlichen Einfluss auf die Geschäftsführung ausüben. ...
Vielleicht sollten sich die Herrschaften mal darauf verständigen, was Cosco denn nun wirklich kaufen will. Oben heisst es, eine Beteiligung an der gesamten HHLA - da wären selbst "nur" 24,9% der Aktien ein Fehler.
Nicht nur hier heisst es: ... Cosco möchte sich mit bis zu 35 Prozent an einem der vier Hamburger Terminals beteiligen. Genau genommen möchte es einen Anteil am Tochterunternehmen des Hamburger Hafenlogistikers HHLA erwerben, dem das Terminal gehört. Es handelt sich um das Containerterminal Tollerort mit vier Liegeplätzen, etwa einem Kilometer Kaimauer und einem eigenen Bahnhof....
fett von mir.
Was also nun - Anteile an der gesamten HHLA AG und damit Aktionär? Oder Anteile an der Tochter HHLA Container Terminal Tollerort GmbH und damit kein Aktionär, sondern nur GmbH-Gesellschafter?
Edit: Ich habe bei tagesschau.de mal angefragt, was es mit dieser befremdlichen Berichterstattung auf sich hat.
Zitat von Brischa im Beitrag #1391... Ich bin ja mal gespannt, ob das das Thema morgen im Kabinett behandelt wird. Ohne Kabinettsbeschluss würde die Prüffrist Ende Oktober auslaufen und Cosco einen 35-Prozent-Anteil kaufen können...
Und ich bin mal gespannt, ob wenigstens der Kabinettsrunde klar ist, worüber überhaupt gesprochen wird.
Zitat von Nicolo im Beitrag #1388Das, was an Cosco wertvoll ist, sind die 2xy Schiffe, die permanent überall in der Welt herumschippern. So ein Unternehmen, welches mehrheitlich in ausländischem Besitz ist, kann Xi schon ganz praktisch nicht so behandeln wie Alibaba. Die verlegen einfach ihren Firmensitz nach New York oder London und das war's dann.
So, wie ich die Einleitung Chinas staatliche Reederei Cosco lese, dürfte Obiges nicht möglich sein.
Was wohl nicht nur ich in diesem Zusammenhang eben auch bemerke, ist die Einseitigkeit:
Doch mehr noch als die wachsende Abhängigkeit von China bereitet Ökonom Bastian die Einseitigkeit dieser Deals Sorge: "Gibt es ein deutsches, ein griechisches, ein belgisches Unternehmen, das ein Anteilseigner in einem chinesischen Hafen darstellt? Nein, null", sagt er. "Das heißt, wir haben hier eine Einseitigkeit des Vorgehens, das ich wirklich für krass halte."
Will auch heißen: Die chinesischen Firmen können hier machen, was sie wollen; unsere Firmen in China hingegen, sind dem repressiven Apparat ausgesetzt, vom Erwerb auch nur eines Anteils oder qm chinesischen Bodens einmal ganz abgesehen.
Und ja, ich bin dafür: Irgendwann müssen wir mal beginnen, nein zu sagen bzw. andere Verträge anzubieten und wenn es nur .... ist.
Aber letztlich bin ich auch keine Sozialromantikerin: Es ist alles bereits so weit gediehen, da kommt es auf die paar Prozent (ob nun Anteile an der Firma oder am Terminal) nicht mehr an.
Zitat von Nicolo im Beitrag #1388Das, was an Cosco wertvoll ist, sind die 2xy Schiffe, die permanent überall in der Welt herumschippern. So ein Unternehmen, welches mehrheitlich in ausländischem Besitz ist, kann Xi schon ganz praktisch nicht so behandeln wie Alibaba. Die verlegen einfach ihren Firmensitz nach New York oder London und das war's dann.
So, wie ich die Einleitung Chinas staatliche Reederei Cosco lese, dürfte Obiges nicht möglich sein.
Tja, warum Cosco so platt als chinesisches Staatsunternehmen gilt, erschließt sich mir angesichts der Eigentumsverhältnisse eben nicht. Und daher auch nicht, warum Cosco nicht tun könnte, was ich oben beschrieb. Das konnte mir bislang auch niemand erklären.
Zudem: 12% der VW-Aktien gehören dem Land Niedersachsen, also dem Staat. Und VW besitzt die Aktienmehrheit an 33 Werken der Volkswagen Group China. Das ist nur ein Beispiel.
Zitat... Was wohl nicht nur ich in diesem Zusammenhang eben auch bemerke, ist die Einseitigkeit: ...
Gab es denn den Versuch, "westlicher" Reedereien, solche Hafenbeteiligungen zu erwerben, die abgelehnt wurden? Oder ist Cosco zufälligerweise die einzige Firma, die sich neben Schiffsverkehr auch im Hafenbetrieb betätigt?
Zitat... Will auch heißen: Die chinesischen Firmen können hier machen, was sie wollen ...
Nein, sie können machen, was der Rahmen unserer Gesetze ihnen legal erlaubt.
Zitat... unsere Firmen in China hingegen, sind dem repressiven Apparat ausgesetzt, ...
Ja - das ist eben der dortige Rahmen der Gesetze.
Zitat ... vom Erwerb auch nur eines Anteils oder qm chinesischen Bodens einmal ganz abgesehen. ...
Falsch, siehe oben, und VW ist nur ein Beispiel.
Zitat... Und ja, ich bin dafür: Irgendwann müssen wir mal beginnen, nein zu sagen bzw. andere Verträge anzubieten und wenn es nur .... ist. ...
Und ich denke, wenn der Einfluss des chinesischen Staates auf Europa und die euroäische Wirtschaft eingehegt werden soll, wären ganz andere Manahmen erforderlich. Ich wäre dafür. Die Ablehnung der Beteiliung an der HHLA Container Terminal Tollerort GmbH ist dafür jedoch ein untaugliches Instrument, ein läppisches Symbol.
Zitat von Nicolo im Beitrag #1395Tja, warum Cosco so platt als chinesisches Staatsunternehmen gilt, erschließt sich mir angesichts der Eigentumsverhältnisse eben nicht.
Das Einzige, was ich gefunden habe:
Das Unternehmen war ein volkseigener Betrieb der Volksrepublik China mit Sitz in Peking
Dann wurde fusioniert und .... Es entstand am 18. Februar 2016 als Zusammenschluss der beiden staatlichen Reedereikonzerne COSCO und China Shipping Group.
Für mich liest es sich demnach so, dass es nach wie vor ein staatliches Unternehmen Chinas ist. Hast Du andere Eigentumsverhältnisse gefunden?
Zitat von Nicolo im Beitrag #1395Gab es denn den Versuch, "westlicher" Reedereien, solche Hafenbeteiligungen zu erwerben, die abgelehnt wurden?
Das kann ich Dir nicht sagen. Nach dem eingestellten Link von mir und den Äußerungen des Ökonomen dort wohl nicht.
Zitat von Nicolo im Beitrag #1395Die Ablehnung der Beteiliung an der HHLA Container Terminal Tollerort GmbH ist dafür jedoch ein untaugliches Instrument, ein läppisches Symbol.
Auch ein "läppisches Symbol" kann/könnte seine Wirkung nicht verfehlen.
Zitat von Nicolo im Beitrag #1395Nein, sie können machen, was der Rahmen unserer Gesetze ihnen legal erlaubt.
Na, dann wollen wir mal hoffen, dass unsere Institutionen nicht durchschlafen, wenn der Hamburger Hafen erstmal fest in chinesischer Hand ist (irgendwann) :
Doch es gibt auch Schattenseiten: Vor einem Jahr verunglückte ein Hafenarbeiter an einer Containerpier tödlich. Bereits zuvor beschwerten sich Beschäftigte und Gewerkschaften immer wieder über die teils prekären Arbeitsbedingungen. Außerdem werfen lokale Behörden und Umweltorganisationen Cosco vor, sich nicht an Auflagen zu halten und die Meeresumwelt zu schädigen.
Zitat von Chambord im Beitrag #1396... Für mich liest es sich demnach so, dass es nach wie vor ein staatliches Unternehmen Chinas ist. Hast Du andere Eigentumsverhältnisse gefunden? ...
Das zu finden ist keine Kunst - COSCO ist eine frei gehandelte Aktiengesellschaft mit entsprechenden Berichtspflichten. Umso unversändlicher sind mir die seltsamen Äußerungen in der breiten Presse.
Mag also sein, dass Cosco mal ein VEB war oder aus VEBen zusammenfusioniert wurde, aber:
Zitat von Nicolo im Beitrag #1386Hier mal die Daten zu Cosco, insbesondere die der Großaktionäre. Das Ganze ist mitnichten ein chinesisches Staatsunternehmen, der chinesische Staatsfond hält nur knapp 6,8 % der Anteile. Rest der Top Five sind die "üblichen Verdächtigen" wie AQR Capital Management (USA), Vanguard Group (USA), Blackrock (USA) und UBS (CH) - allein die halten insgesamt gut 12,6%. ...
Und noch mal: Wenn wir ernsthaft daran gingen, den Einfluss von Staaten mit fragwürdiger Ausrichtung auf unsere Wirtschaft und damit Politik einzuhegen, wäre ich sofort dabei. Aber nun jede größere Beteilung chinesischer Unternehmen in D oder jedes chinesische Investment so dermaßen unsachlich zu verdammen, ... ich glaube nicht, dass das angemesssen ist oder gut für uns wäre.
Zitat
Zitat von Nicolo im Beitrag #1395Gab es denn den Versuch, "westlicher" Reedereien, solche Hafenbeteiligungen zu erwerben, die abgelehnt wurden?
Das kann ich Dir nicht sagen. Nach dem eingestellten Link von mir und den Äußerungen des Ökonomen dort wohl nicht. ...
Na, wenn es aber niemand versucht hat, dann kann auch niemand ehrlicherweise behaupten, das wäre nicht möglich, der chinesische Staat würde das nicht zulassen, oder?
Zitat von Nicolo im Beitrag #1395... Auch ein "läppisches Symbol" kann/könnte seine Wirkung nicht verfehlen.
An welche wünschenswerte, sinnvolle Wirkung denkst Du ernsthaft?
Zitat von Nicolo im Beitrag #1392Edit: Ich habe bei tagesschau.de mal angefragt, was es mit dieser befremdlichen Berichterstattung auf sich hat.
Hey, danke Nicolo
SPIEGEL ONLINE und ZEIT habe ich auch schon diesbezüglich angeschrieben, aber viel verspreche ich mir davon nicht. Scheint, die schreiben mal wieder alle die selben, schlampigen Agenturmeldungen ab, ohne mal darüber nachzudenken, ob das alles so stimmen kann.
Ganz übel treibt es die Springer-Presse: In den Schlagzeilen kaufen die Chinesen den Hamburger Hafen - also den Ganzen? Und natürlich wird COSCO fläachedeckend als chinesischer Staatsbetrieb verkauft - Kernfrage: ist das so?
Dann kommt, dass es sich um eine Beteiligung handelt, aber permanent mit HHLA AG, dem größten Hafenbetrieb jongliert, an dem Cosco angeblich Aktien erwerben würde. Was m.W. nicht der Fall ist. Und irgendwann noch viel später, wenn überhaupt, wird erst berichtet, dass es sich eine Beteiligung an einer Tochter-GmbH der HHLA dreht, die einen von vier und nicht mal den größten Containerterminal betreibt. Also 35 oder jetzt 24,9% von nicht mal 25% der Containerterminal-Kapazitäten der HHLA, die insgesamt auch nicht 100% des Containerumschlags macht.
Und auf dem Niveau wird dann "kommentiert und diskutiert". Aber vielleicht bin ich ja auch nur zu doof, das alles richtig zu verstehen.