Ich persönlich halte nichts davon, dass die Verweigerung der Wehrpflicht automatisch ein Asylgrund ist. Das ist mir zu grob gefasst.
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KEIN anderes europäisches Land will Russen als Asylanten aufnehmen. Nur Deutschland schreit wieder "HIER", weil es ja so gut in das Parteiprogramm passt. Und ich vermisse diesen unsäglichen ukrainischen Botschafter, der sich sicher vehement gewehrt hätte.
Zitat von Mendo im Beitrag #1278Und ich vermisse diesen unsäglichen ukrainischen Botschafter, der sich sicher vehement gewehrt hätte.
er hat sich längst dazu geäußert...
"Andrij Melnyk, ukrainischer Botschafter in Deutschland, reagierte auf Twitter recht ungehalten auf diese geballte Einigkeit aus der Politik. Der 47-Jährige hält das Asyl-Gewähren russischer Deserteure für den falschen Ansatz. „Junge Russen, die nicht in den Krieg ziehen wollen, müssen Putin und sein rassistisches Regime endlich stürzen, anstatt abzuhauen und im Westen Dolce Vita zu genießen“, schreibt Melnyk.
In einem weiteren Tweet reagierte der ukrainische Botschafter zudem scharf auf die Erklärung von Faeser: „Das wäre eine katastrophale Entscheidung der Ampel“, schreibt der gebürtige Ukrainer und fährt fort: „Russischen Männern Asyl zu gewähren, nur weil sie nach 210 Tagen stillschweigender Unterstützung russischer Aggression gegen das ukrainische Volk plötzlich keinen Bock auf ihre eigene Ruhestätte in der Ukraine haben.“ (Quelle-FR)
Zitat von Mendo im Beitrag #1278KEIN anderes europäisches Land will Russen als Asylanten aufnehmen. Nur Deutschland schreit wieder "HIER", weil es ja so gut in das Parteiprogramm passt.
Bin da ganz bei dir.
Ich denke eher, dass sonst wieder die Nazikeule geschwungen wird.
@print Wehrdienst kann man in Russland nicht verweigern. Zur Zeit scheint es sogar so zu sein, dass Wehrdienstuntaugliche, die einzige Möglichkeit nicht eingezogen zu werden, keine Chance haben, gegen die Einberufung in Widerspruch zu gehen.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von Nora im Beitrag #1195Nichtsdestotrotz - auch ich kenne - aus der direkten Nachbarschaft - den Satz „ja, die ist mal kurz „rüber“, um irgendwas zu regeln.“ Kurz drauf war sie auch wieder da.
Hm, denke ich - entweder ich fliehe, oder eben nicht - ja was denn nun. ...
Tja, das dürfen die aber - auch, wenn Du was Anderes denkst.
Und wenn der Ehemann/Partner/Vater/Sohn in der UA hat bleiben musste und wenn es eine regelmäßige billige Busverbindung gibt, warum auch nicht, das es im Westen des Landes im Moment ja eher ruhig ist?
Denn in Hartz4 kann mensch sich ortsabwesend melden - bis zu 14 Tage im Jahr ohne Kürzung (= Urlaub), danach mit Kürzung. Das alles sieht mensch von außen aber nicht, wenn mensch nur sieht: "Oh, Bus Berlin-Kiew, manchmal sogar ausgebucht".
Diese Busverbindung ist wohl so ein Berlin-Special. Und der ganze Sozialtourismus-Vorwurf gegen die UAer*innen begründet sich nur auf einer x-fach weitergeleitete Whatsapp-Sparchbotschaft, in der jemand sinnierte, wieso diese Verbindung existiert und manchmal sogar ausverkauft ist.
Zitat von Charlie03 im Beitrag #1276Ich persönlich halte nichts davon, dass die Verweigerung der Wehrpflicht automatisch ein Asylgrund ist. Das ist mir zu grob gefasst.
Wenn ein Land einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führt, sehe ich die "Wehrdienstverweigerung mit den Füßen" wie auch Desertation aus diesem Land als zwingenden Asylgrund an.
Wäre natürlich schön, wenn all die, die in diesem Krieg nicht kämpfen wollen, sich zu einer Opposition gegen die aktuelle Regierung zusammenschlössen. Aber auch das sollte eine individuell freie Entscheidung bleiben. Angesichts bis zu 15 Jahren in einem russischen Gefängnis für derlei kann ich jeden Flüchtenden gut verstehen.
Aber ich bin ja auch ein Mann
Wehrdienstverweigerung bzw. Freistellung vom Wehrdienst ist in Russland übrigens nur per "Kompensationszahlung" oder "Vitamin B" möglich. Bei uns nennt mensch das Korruption oder Nepotismus.
Zitat von Nicolo im Beitrag #1289Aber ich bin ja auch ein Mann
Ich nicht - und ich unterschreib das, was du sagst.
Weil aus dem gemütlichen Wohnzimmer in 5000km Entfernung ist leicht große Töne spucken von wegen "sie müssen halt aufbegehren" (ungeachtet dessen, dass ich leider befürchte, es wird nicht anders gehen - das werden in erster Linie die Russ/innen selber machen müssen, wobei ich schon finde, dass man ihnen jede erdenkliche - halt moralisch/rechtlich vertretbare - Hilfe zukommen lassen sollte).
Aber ich bin ja mal gespannt, wie das Experiment "Wir drücken zigtausend Leuten, die eigentlich gegen den Krieg und unser Regime sind, eine Waffe in die Hand" ausgeht. Weiß der Wowa was, was wir nicht wissen, oder isses ihm einfach wurscht, Hauptsach Kanonenfutter?
Zitat von Sariana im Beitrag #1287@print Wehrdienst kann man in Russland nicht verweigern. Zur Zeit scheint es sogar so zu sein, dass Wehrdienstuntaugliche, die einzige Möglichkeit nicht eingezogen zu werden, keine Chance haben, gegen die Einberufung in Widerspruch zu gehen.
Ja, dann wandert aber auch jemand, der nicht antritt, direkt ins Gefängnis - falls er nicht abhaut?
Find ich schwierig, weil es eben keine Möglichkeit gibt den Wehrdienst zu verweigern.
Ja, so war es in der ehemaligen DDR lange Zeit. Später gab es die Möglichkeit der Verweigerung an der Waffe. Da mussten die sog. Bausoldaten, überwiegend junge Männer aus dem christlichen Umfeld, während der Grundausbildung mit Holzgewehren exerzieren. Totalverweigerer, die anerkannt wurden, gab es ganz selten. Zivildienst gab es keinen. Nur wer ausgemustert wurde, aus gesundheitlichen Gründen, kam um die Wehrpflicht herum.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von Kitty_Snicket im Beitrag #1290... Aber ich bin ja mal gespannt, wie das Experiment "Wir drücken zigtausend Leuten, die eigentlich gegen den Krieg und unser Regime sind, eine Waffe in die Hand" ausgeht. Weiß der Wowa was, was wir nicht wissen, oder isses ihm einfach wurscht, Hauptsach Kanonenfutter?
Ich finde die Idee auch schnittig, aber hey: Das machen Zaren eben so.
Zitat von Max im Beitrag #1282 ... „Junge Russen, die nicht in den Krieg ziehen wollen, müssen Putin und sein rassistisches Regime endlich stürzen, anstatt abzuhauen und im Westen Dolce Vita zu genießen“, schreibt Melnyk. „Russischen Männern Asyl zu gewähren, nur weil sie nach 210 Tagen stillschweigender Unterstützung russischer Aggression gegen das ukrainische Volk plötzlich keinen Bock auf ihre eigene Ruhestätte in der Ukraine haben.“ ...
Der Hampelmann sollte froh sein über jeden Russen, der nicht zum Killen in die UA geht.
Steht Meynyk eigentlich mittlerweile in Tarnfleck mit Kalashnikow im Dreck an der Front? Wenn nicht, sollte er besser das Maul halten. Sonst schickt Selensky ihn irgendwann los, wenn er weiter so unangemessen Verbündete disst.
Bei allem Verständnis für all die jungen Russen, die nicht in den Krieg wollen, mein Mitleid hält sich in Grenzen und ich bin gegen Asyl. Alle hatten sieben Monate Zeit, um zu entscheiden, ob sie in Russland bleiben wollen oder nicht. Sie sind geblieben und das zeigt mir, sie sind einverstanden mit dem Krieg...
Das war doch nie andes. Eine russische Organiation hat aus den Gefallenenlisten errechnet, dass auf einen toten Moskauer über 50 tote Männer aus einem der ostasiatischen Teilstaaten (Tadschikistan?) kommen. Bei einem anderen ostasiatischen Teilstaaten war das Verhältnis über 1:20. Hat die ARD-Korrespondentin neulich in den Tagesthemen erzählt, mal sehen ob ich das wiederfinde.
Die Regierung schaut schon sehr genau hin, wen sie zuerst verheizt.
Merz hat seiner Partei mit dieser schwachsinnigen Aussage einen Bärendienst erwiesen, meiner Meinung nach. Und Althusmann, unser niedersächsischer CDU Spitzenkandidat, ist so kurz vor der Landtagswahl wohl absolut nicht erfreut über diesen Schwachsinn...
Möchte ich widersprechen - Merz hat damit genau das Klientel versucht zu gewinnen, das er für die nächste Wahl braucht. Stammtischparolen wiederholt - war schon immer ein beliebtes Spiel, das man danach reumütig zurücknimmt. Aber es wurde ausgesprochen und von der entsprechenden Klientel zur Kenntnis genommen so nach dem Motto: Aha, so insgeheim ist der doch unserer Meinung. Der darf nur normalerweise nicht. Seid doch nicht so naiv, dass ausgerechnet Merz das spontan rausgerutscht ist.
Zitat von Nora im Beitrag #1195Nichtsdestotrotz - auch ich kenne - aus der direkten Nachbarschaft - den Satz „ja, die ist mal kurz „rüber“, um irgendwas zu regeln.“ Kurz drauf war sie auch wieder da.
Hm, denke ich - entweder ich fliehe, oder eben nicht - ja was denn nun. ...
Tja, das dürfen die aber - auch, wenn Du was Anderes denkst.
Und wenn der Ehemann/Partner/Vater/Sohn in der UA hat bleiben musste und wenn es eine regelmäßige billige Busverbindung gibt, warum auch nicht, das es im Westen des Landes im Moment ja eher ruhig ist?
Denn in Hartz4 kann mensch sich ortsabwesend melden - bis zu 14 Tage im Jahr ohne Kürzung (= Urlaub), danach mit Kürzung. Das alles sieht mensch von außen aber nicht, wenn mensch nur sieht: "Oh, Bus Berlin-Kiew, manchmal sogar ausgebucht".
Diese Busverbindung ist wohl so ein Berlin-Special. Und der ganze Sozialtourismus-Vorwurf gegen die UAer*innen begründet sich nur auf einer x-fach weitergeleitete Whatsapp-Sparchbotschaft, in der jemand sinnierte, wieso diese Verbindung existiert und manchmal sogar ausverkauft ist.
Von der Verbreitung dieser Behauptung habe ich gehört und es schürt die Meinung vieler/einiger (?) Menschen in Deutschland, dass Ukrainer herkommen, um Sozialleistungen abzuzocken. Seit alles so teuer geworden ist, ist die Hilfsbereitschaft gegenüber Ukrainern in Skepsis oder sogar Abneigung umgeschlagen. Kürzlich plapperte sogar ein Kollege von mir diesen in Facebook verbreiteten Artikel nach, dass Ukrainer mit dem FlixBus kommen, Geld kassieren und wieder zurück fahren.
Ich kann versichern, dass es nicht möglich ist, Hartz4 mal eben so zu kassieren. Vielleicht einmalig, nach der Registrierung. Aber danach erwartet jeden Ukrainer viel Behördenkram, der nicht von der Ukraine aus erledigt werden kann (zumal die Digitalisierung bei unseren Behörden eine Katastrophe ist) und Anwesenheitspflicht bei den Terminen erforderlich ist.
Seit März begleite ich einige Ukrainer und es ist seit Monaten quasi ein Vollzeit-Job für die Geflüchteten, sich um alles zu kümmern. "Meine" Ukrainer sind eigentlich ständig unterwegs zu den Behörden. Alle brauchen eine feste Meldeadresse (Sammelunterkunft oder eigene Wohnung). Dorthin kommen die vielen Briefe der Behörden und es müssen ständig Unterlagen nachgereicht werden. Dazu noch die Einladung zu Beratungsterminen beim Jobcenter und die Anwesenheitspflicht bei den Sprachkursen.
Wer dem nicht nachkommt, bekommt kein Geld mehr. Die Bescheide sind höchstens für 3 Monate ausgestellt. Dann beginnt die Arbeit mit dem Weiterbewilligungsantrag.
Wer regelmäßig Geld bekommen möchte, muss vorher folgendes erledigen: Erste Registrierung, Warten auf Termin beim Ausländeramt für die Abgabe der Fingerabdrücke und Foto, Termin nach ca. weiteren zwei Monaten zur persönlichen Abholung des Aufenthaltstitels, Termin beim Einwohnermeldeamt zur Anmeldung, Steuer ID besorgen, Sozialversicherungsnummer, Termin zur Kontoeröffnung (dauert), Kontoverbindung dem Jobcenter mitteilen, Kontoauszüge dem Jobcenter zeigen.
Und zwischendurch immer wieder Briefe, Briefe, Briefe....Dolmetscher zum Übersetzen der Briefe finden....Termine, Termine....
Wer Kinder hat, die Leistungen beziehen, muss den Schulbesuch nachweisen. Und v.m.
Wer eine Wohnung gefunden hat, auf den wartet dann noch mehr Arbeit.
Unmöglich, das alles von der Ukraine aus zu erledigen.
Eine "meiner" Ukrainerinnen wollte vor einigen Wochen mit dem Flix-Bus in ihr Land, um ihren Hund zu holen. Das war mit dem Jobcenter abgesprochen. Sie hat wegen der unsicheren Lage in ihrer Heimatstadt aber wieder davon Abstand genommen. Je nach Lage des Krieges, hofft sie, ihren Hund noch raus zu bekommen.
Zitat von Charlie03 im Beitrag #1244Das ist blödsinniges Verhalten.
Ich finde, dass dies eine andere Form von Rassismus ist: PoCs werden nicht genauso betrachtet wie Weiße.
Ist mein Gedankengang nachvollziehbar?
Ja , ist er. Diese politische Korrektheit ist einfach nur lächerlich. Ein " böser" Mensch ist einfach nur böse, ein Dieb ist ein Dieb, ob er nun weiß, schwarz, braun, gelb , rot , lila, grün oder kariert ist.