Zitat von Max im Beitrag #6465... Jedenfalls nicht mehr, nachdem auch die neue Formulierung im Grundsatzrogramm der CDU "Ein Islam, der unsere Werte nicht teilt und unsere freiheitliche Gesellschaft ablehnt, gehört nicht zu Deutschland."[/blau] (eine Quelle für diesen Satz) so heftig kritisiert wurde. Denke ich: warum aufregen, wir wollen das doch so.
Das ist so nicht richtig. Nicht die Formulierung wurde kritisiert, sondern, dass die CDU in ihrem Grundsatzprogramm einzig und allein den Islam als Beispiel nennt, während zig andere Gruppierungen, die die freiheitliche Gesellschaft ablehnen und die Werte der CDU nicht teilen, unerwähnt bleiben. Zum Vergleich: Auf Seite 89 des Programms heißt es "Nach den leidvollen Erfahrungen mit extremistisch motivierter Gewalt sind wir uns der großen Verantwortung im Kampf gegen rechts- und linksextreme Gruppierungen bewusst.", Reichsbürger, Identitäre oder AfD beispielsweise werden aber nicht erwähnt.
Nachtrag: Agathe war schneller.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von noBarbie im Beitrag #6476Zum Vergleich: Auf Seite 89 des Programms heißt es "Nach den leidvollen Erfahrungen mit extremistisch motivierter Gewalt sind wir uns der großen Verantwortung im Kampf gegen rechts- und linksextreme Gruppierungen bewusst.", Reichsbürger, Identitäre oder AfD beispielsweise werden aber nicht erwähnt..
was sind denn AfD und Reichsbürger anderes als rechtsextreme Gruppierungen, warum muss man da noch jede einzelne Gruppe auflisten?
Das der Islam explizit erwähnt wird finde ich persönlich nur richtig... immerhin hieß es ja lange Zeit, gerade aus Richtung der CDU, "Der Islam gehört zu Deutschland"... und zwar ohne das da Einschränkungen gemacht wurden, weil der Islam ja nicht nur eine Religion ist. DAS (also diese uneingeschränkte Aussage) fand ich noch nie richtig.
Zitat von Max im Beitrag #6477weil der Islam ja nicht nur eine Religion ist.
Aha? Hat nicht jede Religion eine Vorstellung davon, wie man richtig leben sollte? Und die missionierenden Religionen auch die mehr oder minder feste Absicht, auch möglichst viele Menschen zu dieser Art zu leben zu bekehren? Dann wären alle Religionen nicht nur Religionen.
Kurze Bemerkung: Ich denke, für eure Diskussion könnte es zielführend sein, wenn ihr zwischen Islam und Islamismus unterscheiden würdet.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Zitat von Max im Beitrag #6477was sind denn AfD und Reichsbürger anderes als rechtsextreme Gruppierungen, warum muss man da noch jede einzelne Gruppe auflisten?
Gegenfrage: Warum wird in dem Programm nur der Islam erwähnt, aber nicht z. B. Religionen/Religionsgemeinschaften, die die hierzulande seit über 25 Jahren verbotene Züchtigung von Kindern propagieren und praktizieren?
Zitat von Max im Beitrag #6477weil der Islam ja nicht nur eine Religion ist
Sondern???
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
ich denke dabei an den Begriff "politischer Islam"... der zwar meiner Meinung nach eher ein Kunstbegriff ist... für mich aber für diejenigen steht, die die Gesetze des Islam über andere Gesetze stellen, die ich aber aber noch nicht als extremistisch (Islamistisch) sehen würde.
Die meisten Demonstranten da in Hamburg, die auf diversen Bildern in den Medien zu sehen sind z.B. würde ich noch nicht als Islamisten bezeichnen... vor allem nicht die Frauen die dort mitdemonstriert haben.
Und über die Sauereien der hiesigen Religionsgemeinschaften, die in den letzten Jahren ab und zu durch die Medien gehen brauchen wir nicht diskutieren... das ist meiner Meinung nach nicht nur abscheulich sondern auch eine Straftat und muss als solche behandelt werden.
Basiert das lediglich auf den ursprünglichen Satz "Der Islam gehört zu Deutschland"? Genau genommen ist das schon eine positive Diskriminierung, durch die explizite Erwähnung. Wobei ich es als gut gemeint (aber trotzdem unglücklich) gesehen habe weil damals Islam und Islamismus noch mehr in einen Topf geworfen wurde als heute, nach meiner Erinnerung.
Zitat von print im Beitrag #6483Basiert das lediglich auf den ursprünglichen Satz "Der Islam gehört zu Deutschland"
Ja. wie gesagt, ich fand den Ausspruch in dieser absoluten Form schon immer falsch.
ZitatWobei ich es als gut gemeint...
ja sicher war das gut gemeint, man wollte doch nichts anderes ausdrücken als das Menschen muslimischen Glaubens genau wie alle andern zu Deutschland gehören... Was ja auch so sein soll!
Zitat von Max im Beitrag #6482ich denke dabei an den Begriff "politischer Islam"... der zwar meiner Meinung nach eher ein Kunstbegriff ist... für mich aber für diejenigen steht, die die Gesetze des Islam über andere Gesetze stellen, ...
Das tun diejenigen Christ:innen genauso, die akzeptieren, dass die katholische Kirche mit ihrem Berufsverbot für Frauen gegen Artikel 3, Abs. 2, des Grundgesetzes verstößt. Und ist es kein "politisches Christentum", wennn kirchliche Verbände sich in die Gesetzgebung einmischen wollen?
Ich hoffe, anhand der diversen vorgebrachten Beispiele wird nachvollziehbar, warum ich es für falsch halte, dass das CDU-Grundsatzprogramm nicht von allen Religionsgemeinschaften die Anerkennung von Werten und freiheitlicher Gesellschaft fordert, sondern nur von Muslimen, die sich m. E. damit (wieder mal) zu Recht ausgegrenzt fühlen.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von noBarbie im Beitrag #6485Ich hoffe, anhand der diversen vorgebrachten Beispiele wird nachvollziehbar, warum...
Ja, ich verstehe deinen Standpunkt.
Ich persönlich sehe im Christentum nicht mehr wirklich eine Gefahr für unsere Demokratie, weil ich denke das wir uns in der Beziehung inzwischen weiterentwickelt haben (ja, ich weiß, Ausnahmen wird es immer geben). Bleibe aber dennoch misstrauisch gegenüber dem Islam... ABER bitte beachten! ... ich stelle nicht alle Menschen muslimischen Glaubens unter Generalverdacht, sondern vertraue nur denen nicht, die der Meinung sind die Gesetze des Islam müssen über unseren Gesetzen stehen.
Es gibt sehr radikale Evangelikale, die ich problematisch und demokratiegefährdend finde. Z.B. die Lebensschützer. Zu Pandemie Zeiten gab es auch einige. Sie leben ein radikal-fundamentalistisches Christentum.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Zitat von Max im Beitrag #6482ich denke dabei an den Begriff "politischer Islam"... der zwar meiner Meinung nach eher ein Kunstbegriff ist... für mich aber für diejenigen steht, die die Gesetze des Islam über andere Gesetze stellen, ...
Das tun diejenigen Christ:innen genauso, die akzeptieren, dass die katholische Kirche mit ihrem Berufsverbot für Frauen gegen Artikel 3, Abs. 2, des Grundgesetzes verstößt.
Artikel 140 GG regelt, jede Religionsgemeinschaft ihre inneren Angelegenheiten selbständig ordnet und verwaltet. Der Staat hat insbesondere bei der Vergabe kirchlicher Ämter kein Mitspracherecht.
Um dieses Prinzip zu verstehen, brauche ich keiner christlichen oder sonstigen Religionsgemeinschaft anzugehören.
Zitat von Charlie03 im Beitrag #6487Es gibt sehr radikale Evangelikale, die ich problematisch und demokratiegefährdend finde. Z.B. die Lebensschützer. Zu Pandemie Zeiten gab es auch einige. Sie leben ein radikal-fundamentalistisches Christentum.
In den Vereinigten Staaten haben radikale Evangelikale einen erheblichen politischen und gesellschaftlichen Einfluss. In Südamerika und manchen afrikanischen Staaten gewinnen sie auch an Boden. In Mitteleuropa scheinen mir diese Gruppen zahlenmäßig so winzig zu sein, dass ich sie aktuell nicht für gefährlich halte.
Zitat von Schreckgespenst im Beitrag #6488 Artikel 140 GG regelt, jede Religionsgemeinschaft ihre inneren Angelegenheiten selbständig ordnet und verwaltet...
Laut Zitat "...innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes." Hervorhebung von mir.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von Schreckgespenst im Beitrag #6488 Artikel 140 GG regelt, jede Religionsgemeinschaft ihre inneren Angelegenheiten selbständig ordnet und verwaltet...
Laut Zitat "...innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes." Hervorhebung von mir.
Ja sicher. Eine Religionsgemeinschaft darf ihre Mitglieder beispielsweise nicht auspeitschen oder dem Sonnengot Barbus opfern oder einkerkern. Das würde ganz heftig mit den geltenden Gesetzen kollidieren.
Aber ebenso selbstverständlich darf die Religionsgemeinschaft gottesdienstliche Handlungen frei gestalten*) und autonom über die Besetzung von Weiheämtern entscheiden.
Würde man das grundsätzlich anzweifeln, dann müsste man den Grundsatz der Religionsfreiheit komplett zur Disposition stellen.
*) Wobei: Siehe oben. Wenn im Rahmen der gottesdienstlichen Handlung jemand geopfert oder gepeinigt wird, dann ist das nicht erlaubt.
Zitat von Schreckgespenst im Beitrag #6491Aber ebenso selbstverständlich darf die Religionsgemeinschaft gottesdienstliche Handlungen frei gestalten*) und autonom über die Besetzung von Weiheämtern entscheiden.
Dann darf man sich aber auch nicht mehr über die Diskriminierung von Frauen im Islam mokieren.
Zitat von Max im Beitrag #6486ich stelle nicht alle Menschen muslimischen Glaubens unter Generalverdacht, sondern vertraue nur denen nicht, die der Meinung sind die Gesetze des Islam müssen über unseren Gesetzen stehen.
Tun letzteres nicht auch die Pfarrer, die abgelehnten Asylbewerbern Kirchenasyl gewähren mit Verweis auf das christliche Gebot der Nächstenliebe? Sie selbst sprechen jedenfalls von "zivilem Ungehorsam", also dem Übertreten von Gesetzen zugunsten als höherwertig erachteter Prinzipien.
Schreckgespenst, mir erschließt sich nicht, dass das Strafgesetzbuch "für alle geltende Gesetze" beinhaltet, nach denen sich auch Religionsgemeinschaften zu richten haben, das Grundgesetz mit Artikel Drei dagegen nicht.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6493Tun letzteres nicht auch die Pfarrer, die...
wer sagt denn das ich Pfarrern vertraue?
Niemand sagt das. Aber das ist dann ein Argument mehr, nicht speziell bei Muslimen zu betonen, sie mögen ihre religiösen Regeln den weltlichen Gesetzen unterwerfen.
Agathe, in dieser Diskussion gerade spreche ich von einigen Menschen muslimischen Glaubens, "diejenigen die... " du dagegen sprichst hier von allen Muslimen... so kommen wir natürlich auf keinen grünen Zweig.
Zitat von noBarbie im Beitrag #6495Schreckgespenst, mir erschließt sich nicht, dass das Strafgesetzbuch "für alle geltende Gesetze" beinhaltet, nach denen sich auch Religionsgemeinschaften zu richten haben, das Grundgesetz mit Artikel Drei dagegen nicht.
Das Grundgesetz legt die Rechte fest, die das Individuum gegenüber den Trägern der Hoheitsgewalt hat.
Weder Privatpersonen noch Religionsgemeinschaften sind Träger der Hoheitsgewalt.
Du kannst gelgentlich die Probe aufs Exempel machen und einen Mann, den du für einen unverbesserlichen Macho hältst, wegen eines "Verstoßes gegen das Grundgesetz" anzeigen. Ich kann dir versichern, dass das nicht zum Erfolg führen wird.
Selbstüberschätzung und Dummheit von Männern sind meines Wissens nach keine Gesetzesverstöße. Vorsichtshalber: Bei Frauen auch nicht.
Wenn wir die Würde anderer Menschen nicht achten, indem wir sie gegen Geld in irgendwelche Drittstaaten weiterreichen, so wie unseren Plastikmüll, dann verletzen wir auch unsere eigene Würde.
Zitat von Max im Beitrag #6497Agathe, in dieser Diskussion gerade spreche ich von einigen Menschen muslimischen Glaubens, "diejenigen die... " du dagegen sprichst hier von allen Muslimen... so kommen wir natürlich auf keinen grünen Zweig.
Auch wenn maln sich nur auf diejenigen bezieht, "die der Meinung sind die Gesetze des Islam müssen über unseren Gesetzen stehen." ist das kein nennenswerter Unterschied zu christlichen Würdenträgern, die z.B. bei Kirchenasyl "die Gesetze des Christentums müssen über unseren Gesetzen stehen".