Zitat von mühe1 im Beitrag #6169Wir wissen doch eigentlich schon lange, dass man nicht jeden Beruf ein Leben lang ausüben kann und muss und eine Ausbildung nicht unbedingt für ein ganzes Leben reicht. Man könnte es schon so gestalten, dass man nach einer gewissen Anzahl an Berufsjahren in einem körperlich oder psychisch belastenden Beruf der kritischen Infrastruktur schneller Anspruch auf eine Umschulung oder Weiterqualifizierung hat. Ähnlich wie bei Soldaten, die nach Ablauf ihrer Dienstzeit Anspruch auf Unterstützung beim Einstieg ins normale Berufsleben haben.
Das Arbeitsleben per se wird für viele Menschen zum Gesundheitsproblem.
Nur für Niedersachsen las ich heute in meiner Zeitung:
Der neue Höchststand sei „besorgniserregend“, mahnte der niedersächsische DAK-Landeschef Dirk Vennekold. „Beschäftigte dürfen nicht Gefahr laufen, eines Tages verfrüht ausgebrannt zu sein und aussteigen zu müssen.“ Dazu komme, dass immer mehr jüngere Erwachsene der sogenannten Generation Z bei der Arbeit ausfielen. „Wir müssen am Arbeitsplatz den Fragen der seelischen Gesundheit mehr Beachtung schenken“, forderte er.
Demnach wurden dort 448 Fehltage je 100 Versicherte registriert, 31 Prozent überm niedersächsischen Schnitt. Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, kamen auf 444 Fehltage. Die wenigsten Fehltage je 100 Versicherte gab es in der Nahrungsmittel- und Genussmittelbranche: Dort waren es 151.
Ist schon wirklich besorgniserregend und ja, Verkürzung der Arbeitszeit(en) + Lohnerhöhungen sind zwei Mittel, aber wäre damit das Grundproblem gelöst?
Irgendwas gerät doch in Schieflage.
Wobei ich mich doch traue anzumerken, auch das Privatleben der ArbeitnehmerInnen mit ins Boot zu holen?
Und auch ich kann berichten, dass in meinem KollegInnenkreis das Privatleben schwierig und belastend ... aus Gründen xy ist und die Arbeit letztlich darunter leidet (Unaufmerksamkeit, Fehlerquote steigt, nur um 2 Beispiele zu nennen).
Der Ehrlichkeit halber muss auch dort angesetzt werden.
Wenn gar nichts mehr ging, kam die Krankschreibung.
Zitat von Chambord im Beitrag #6176 … Ist schon wirklich besorgniserregend und ja, Verkürzung der Arbeitszeit(en) + Lohnerhöhungen sind zwei Mittel, aber wäre damit das Grundproblem gelöst?
Irgendwas gerät doch in Schieflage.
Wobei ich mich doch traue anzumerken, auch das Privatleben der ArbeitnehmerInnen mit ins Boot zu holen?
Und auch ich kann berichten, dass in meinem KollegInnenkreis das Privatleben schwierig und belastend ... aus Gründen xy ist und die Arbeit letztlich darunter leidet (Unaufmerksamkeit, Fehlerquote steigt, nur um 2 Beispiele zu nennen).
Der Ehrlichkeit halber muss auch dort angesetzt werden.
Wenn gar nichts mehr ging, kam die Krankschreibung.
Das ist schon auch ein Reflex, dass häufig eine Krankschreibung mit der beruflichen Belastung gleichgesetzt wird. Wenn ich mal die Fälle so Revue passieren lasse, die ich kenne - also wo jemand wegen burnout oder Depression oder wegen psychischer Krankheit für längere Zeit ausfiel - das war in den seltensten Fällen rein beruflich bedingt. Häufig gab es eine hohe psychische Belastung durch andere Dinge. Aber der o.g. Artikel geht auch davon aus, dass psychische Krankheit = zu hohe berufliche Belastung ist.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #6177Das ist schon auch ein Reflex, dass häufig eine Krankschreibung mit der beruflichen Belastung gleichgesetzt wird.
Ich will das sowahr nicht kleinreden, aber es ist für viele Menschen der bequemere Weg, andere für seine Situation verantwortlich zu machen, als im Privatleben aufzuräumen.
Und wenn der Patient beim Arzt sitzt und über das belastende Arbeitsleben spricht (was bestimmt auch richtig ist, will nicht sagen, dass diese Menschen lügen), aber "vergessen" dazu auch z.B. zu sagen, dass man in belastenden familiären Umständen lebt (kann eingesetzt werden nach Belieben), dann ergibt das ein einseitiges Bild und der Arzt wird nicht nach dem Privatleben fragen (weil es ihn schlicht nichts angeht oder er sich nicht in die Nesseln setzen will).
Also ist immer die Arbeit(sstelle) der Auslöser, was in der Gesamtbetrachtung eben nur ein Teil von vielen ist/sein kann.
Es sei denn, es wird eine Therapie begonnen, wo das ganze Umfeld des Menschen unter die Lupe genommen wird mit entsprechenden Auflagen an den Patienten, das ein oder andere im Eigeninteresse endlich mal anzugehen.
Dann klappts auch später besser mit der Arbeit, denn diese kann Schieflagen im Privatleben nicht ausgleichen.
Das Problem mit solchen Artikeln ist, dass jeder sie so interpretieren kann wie es ihm passt.
Ein ähnlicher Artikel, der auf der gleichen Aussage des DAK Landeschefs beruht, wird in Netzwerken wie Bluesky oder Mastodon als Beleg für die Schäden der "Durchseuchung" mit Covid hergenommen ( Covid kann depressive Verstimmungen und Episoden verursachen) und man meckert dort über die "Normalitätssimulation".
Zitat von mühe1 im Beitrag #6169Wir wissen doch eigentlich schon lange, dass man nicht jeden Beruf ein Leben lang ausüben kann und muss und eine Ausbildung nicht unbedingt für ein ganzes Leben reicht. Man könnte es schon so gestalten, dass man nach einer gewissen Anzahl an Berufsjahren in einem körperlich oder psychisch belastenden Beruf der kritischen Infrastruktur schneller Anspruch auf eine Umschulung oder Weiterqualifizierung hat. Ähnlich wie bei Soldaten, die nach Ablauf ihrer Dienstzeit Anspruch auf Unterstützung beim Einstieg ins normale Berufsleben haben.
Das Arbeitsleben per se wird für viele Menschen zum Gesundheitsproblem.
Nur für Niedersachsen las ich heute in meiner Zeitung:
Der neue Höchststand sei „besorgniserregend“, mahnte der niedersächsische DAK-Landeschef Dirk Vennekold. „Beschäftigte dürfen nicht Gefahr laufen, eines Tages verfrüht ausgebrannt zu sein und aussteigen zu müssen.“ Dazu komme, dass immer mehr jüngere Erwachsene der sogenannten Generation Z bei der Arbeit ausfielen. „Wir müssen am Arbeitsplatz den Fragen der seelischen Gesundheit mehr Beachtung schenken“, forderte er.
Demnach wurden dort 448 Fehltage je 100 Versicherte registriert, 31 Prozent überm niedersächsischen Schnitt. Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, kamen auf 444 Fehltage. Die wenigsten Fehltage je 100 Versicherte gab es in der Nahrungsmittel- und Genussmittelbranche: Dort waren es 151.
Ist schon wirklich besorgniserregend und ja, Verkürzung der Arbeitszeit(en) + Lohnerhöhungen sind zwei Mittel, aber wäre damit das Grundproblem gelöst?
Irgendwas gerät doch in Schieflage.
Wobei ich mich doch traue anzumerken, auch das Privatleben der ArbeitnehmerInnen mit ins Boot zu holen?
Und auch ich kann berichten, dass in meinem KollegInnenkreis das Privatleben schwierig und belastend ... aus Gründen xy ist und die Arbeit letztlich darunter leidet (Unaufmerksamkeit, Fehlerquote steigt, nur um 2 Beispiele zu nennen).
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Wenn gar nichts mehr ging, kam die Krankschreibung.
4,5 Krankheitstage im Jahr? Das ist nicht mal eine Woche. Und das in Coronazeiten.
Ich auch nicht und hatte volle 20. Ein Großteil aufgrund von Gürtelrose. Da ist GenZ noch ungefährdet ( und da ein Großteil von ihnen schon gegen Windpocken geimpft wurde, bleiben sie das vermutlich auch).
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #6177Das ist schon auch ein Reflex, dass häufig eine Krankschreibung mit der beruflichen Belastung gleichgesetzt wird.
Ich will das sowahr nicht kleinreden, aber es ist für viele Menschen der bequemere Weg, andere für seine Situation verantwortlich zu machen, als im Privatleben aufzuräumen.
Es ist auch gesellschaftlich viel anerkannter, einen Burnout (= Überlastungsdepression) durch Stress im Beruf zu haben als durch eine Belastung aus dem Privatleben.
Ich fürchte, das gibt vielen Menschen auch einen falschen Eindruck. Kürzere Arbeitszeiten sind kein Garant für weniger Gefahr, eine Depression zu entwickeln, wenn die Belastung woanders liegt.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Der Focus. Das Magazin schießt ja schon ewig gegen linksrotgrünversifft. Heute sind es mehrere Artikel mit einer Recht hysterischen Tonlage. Spontan kam mir der Gedanke, das da wohl jemand Probleme mit der Verdauung hat, anders kann ich es mir nicht erklären.
Der Fokus schreibt von der NZZ einfach nur ab. Wie da wohl die wirtschaftlichen Verflechtungen sind?
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Ein eigenständiger Artikel ist das ja eigentlich nicht, da wird hauptsächlich ein Artikel der NZZ zitiert. Und bei der NZZ wundert mich gar nichts mehr.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Diesen Artikel habe ich als Beispiel angeführt, mir fiel auf, das es mehrere dieser Art heute gab. Einer handelt von der armen Frau Gruber, die ja nicht den Beifall bekommt, den sie will, einer über die angebliche links-grüne Berichterstattung der ÖR.
KEINE ANGST, KEINE ANGST, KEINE ANGST, KEINE ANGST!
Es geht auch gegen mein Gerechtigkeitsempfinden auf Kinder bei Volljährigkeit anteilig Schulen zu übertragen, welche die Eltern angehäuft haben.
Interessant wiederum waren die Einblicke bei den jungen Menschen. Der männliche Protagonist hat die Schulden in den Griff bekommen und auch eine saubere Buchführung.
Die junge Mutter hingegen hat die Kontrolle verloren, ich sage nur Briefe im Karton und finanziell komplett unbedarft. Die Argumentation ihr künftiger Job könnte sich nicht lohnen, weil sie dann bei vollen Lohn mehr Geld zur Schuldentilgung zahlen müsste, zeigt dann auch die völlige Planlosigkeit "wozu arbeiten gehen, wenn ihr am Ende doch wieder alles gepfändet werden kann!". Tja, da kann man nur hoffen, dass die Minderjährigenhaftung bis zur Volljährigkeit ihrer eigenen Tochter entfällt, sonst wird das ein Generationenproblem.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Re: Minderjährigenhaftung Ich fände es wichtig, auch diese asoziale und unfaire "Rechts"-Praxis viel detaillierter und stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Damit deutlicher würde, dass unser Sozialstaat eben keine bequeme Hängematte anbietet.
Fassungslos macht mich allerdings auch dieser Filmbericht, weil eine offenbar ziemlich naive, hilf- und ahnungslose Frau schlicht vorgeführt wird. Bei fast 600.000 Betroffenen wäre es leicht möglich gewesen, das Thema mit anderen Personen und ohne verdecktes "Hartz4-Milieu"-Bashing zu behandeln. Zum Thema selbst hat das Herumwühlen in den Papieren aus x Jahren jedenfalls nichts beigetragen - nicht mal die genaue Höhe des geforderten Betrages.
So jemanden setzt mensch doch nicht vor die Kamera, sondern begleitet sie idealerweise zu einer Beratungsstelle, die ihr hilft, diesen Aspekt ihres Lebens in den Griff zu bekommen. Und sei es nur, dass sie lernt, dass ihr niemand wegen dieser "Schulden" einfach "die Sozialleistungen" streichen oder das ganze Gehalt wegpfänden kann.
Ich finde diese Minderjährigenhaftung auch aus einem anderen Grund mehr als fragwürdig.
In einem anderen Strang wurde die Haftung von Eltern für Schäden, die ihre Kinder verschuldet haben, thematisiert.
Da ist es so, dass Eltern nur haften, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Ist das nicht der Fall, müssen sie nicht zahlen und der Geschädigte bleibt auf seinen Kosten sitzen.
Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Im einen Fall werden die Eltern von der Haftung freigesprochen, im anderen müssen die Kinder die Schulden ihrer Eltern zahlen, mit deren Zustandekommen sie gar nichts zu tun hatten.
Zitat von Nicolo im Beitrag #6194Und sei es nur, dass sie lernt, dass ihr niemand wegen dieser "Schulden" einfach "die Sozialleistungen" streichen oder das ganze Gehalt wegpfänden kann.
Ich kann dem nur zustimmen - fürchterlich, dass so etwas unwidersprochen im Raum stehen bleibt.
Nur ganz kurz die neue Gesetzeslage seit Einführung des Bürgergeldes:
9) § 1629a des Bürgerlichen Gesetzbuchs gilt mit der Maßgabe, dass sich die Haftung eines Kindes auf das Vermögen beschränkt, das bei Eintritt der Volljährigkeit den Betrag von 15 000 Euro übersteigt. https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__40.html
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Das hilft aber den Kindern aus Hartz4-Bedarfsgemeinschaften nicht. Und dass eine mögliche CDU-Regierung irgendwas vorhat, das die Lage von Grundsicherungs-Empfänger:innen künftig auch nur um einen Cent verbessert, ist völlig utopisch. Dass die Partei sich mit ihren Ideen mal eben über das Urteil des Bundesverfassungsgesetzes hinwegsetzen will um das Narrativ von den vielen Sozialschmarotzern, die CDU spricht von Totalverweigerern, weiter verbreiten zu können, ist meine aktuelle politische Fassungslosigkeit.
Neueste Studien in Deutschland haben ergeben, dass 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung gar keine Laktose brauchen um intolerant zu sein.