Zitat von SASAPI im Beitrag #6094 Ich bin davon überzeugt, durch die Prüfung zum Triebwagenführer würdest Du mit Pauken und Trompeten durchfallen. Wie 50 Prozent der "Anlernkandidaten".
...Jugendlichen uns gepflegt den Mittelfinger zeigen würden.
"Wenn jeder an sich denkt ist dann alle gedacht" - nach dem Motto?
PS ob ich nach der entsprechenden Anlernung durch eine Prüfung durchfallen würde, weiß ich nicht. Bislang habe ich alle Prüfungen bestanden.
Franzi- die meisten Kandidaten für die Weiterbildung zum Triebwagenführer kommen aus gewerblich-technischen Berufen, haben eine entsprechende Ausbildung und ziemlich viel Berufserfahrung. Ein hohes Maß an technischen Verständnis ist da durchaus vorhanden. Trotzdem fallen 50 Prozent der Kandidaten durch.
Und: Ich habe bislang auch alle Prüfungen bestanden, allerdings in einem Bereich, der mich interessierte und der mir lag ( es ist normal, dass man das bei der Berufswahl berücksichtigt). Das ist kein Argument.
Man muss auch nicht verstehen können, warum junge Leute sind, wie sie sind. Es genügt zu akzeptieren, dass es eben so ist wie es ist. Und: Wer rund um die Uhr verlässlich von A nach B transportiert werden oder gut gepflegt werden möchte, sich aber echauffiert, dass das nicht so geschieht, denkt doch auch nur an sich. Wo ist der Unterschied?
Transport auf der Schiene ist gesellschaftlich erwünscht. Würde ich nur an mich denken, setzte ich mich einfach in ein Auto - und nach mir die Sintflut. Genau so machen es viele, so können wir es hier nachlesen.
Da ich aber an meine Mitmenschen denke und sogar, kaum zu glauben, an die heutige Jugend, kann ich (persönlich) es nicht verantworten, meine Transportwünsche mit Pkw zu erfüllen.
Aber nur wenn etwas gesellschaftlich erwünscht ist, bedeutet es nicht, dass die Gesellschaft erpressbar sein darf.
Ich bin davon überzeugt, durch die Prüfung zum Triebwagenführer würdest Du mit Pauken und Trompeten durchfallen. Wie 50 Prozent der "Anlernkandidaten". …
Das glaube ich gern. Ist ja beim Führerschein auch nicht anders. Der bundesweite Durchschnitt derjenigen, die durch die theoretische Fahrprüfung fielen, liegt mittlerweile bei 47,44 %. Da die meisten von uns aber einen Führerschein haben dürften, muss das nicht unbedingt an der Prüfung selbst liegen, sondern vielleicht auch an der eigenen Herangehensweise.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Ich war diejenige, die von einem mickrigen Verdienst schrieb.
2.300 € netto, Miete in der Großstadt mindestens 1.000 € warm. Auf dem Land evtl. weniger Miete. Eigenes Auto ist bei Schichtdienst zwingend, nachts um 2.00 Uhr fährt auch in Großstädten nix mehr. Hat dieser Mensch Familie, muss der Partner schauen wie er/sie das mit den Kindern geregelt bekommt, denn der/die Lokführer/in wird oft nicht da sein. Arbeitet der Partner auch, wird es echt eng mit der Kinderversorgung. Homeoffice nicht möglich. Normales Familienleben utopisch.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #6096Wie kommt das eigentlich, dass hier im BFO so häufig behauptet wird, Berufe wie Erzieher, Pfleger oder TF würden schlecht - wie war das Wort neulich? mickrig? - bezahlt? Wenn man in einem Beruf ähnlich viel oder sogar mehr verdient als das Durchschnittsgehalt, ist das „mickrig“? Ich glaube, manche hier verlieren den Blick für die Realitäten. Neulich wurde in einem Strang so getan, als sei ein Haushaltseinkommen von 2 x 4.000 Euro netto ganz normal.
Das ist mir auch schon öfter aufgefallen. Unangenehm aufgefallen.
"Are you incapable of restraining yourself or do you take pride in being an insufferable know-it-all?" (Severus Snape)
Weil da im Subtext immer mitläuft: Warum streiken "die" überhaupt, "denen" geht's doch gut, sie sollen gefälligst zufrieden sein. (In früheren Zeiten gern noch ergänzt durch das Argument: "Sie sollen doch froh sein, dass sie überhaupt Arbeit haben". Tja, das hat sich heute ein bisschen überlebt. )
Möchte noch hinzufügen: "Die haben doch gewußt, was sie bei DER Berufswahl erwartet".
Genau dieses Argument finde ich überflüssig. Hat für mich Null damit zu tun, dass man immer für bessere Bedingungen kämpfen kann. Egal in welchem Beruf.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #6096Wie kommt das eigentlich, dass hier im BFO so häufig behauptet wird, Berufe wie Erzieher, Pfleger oder TF würden schlecht - wie war das Wort neulich? mickrig? - bezahlt? Wenn man in einem Beruf ähnlich viel oder sogar mehr verdient als das Durchschnittsgehalt, ist das „mickrig“? Ich glaube, manche hier verlieren den Blick für die Realitäten. Neulich wurde in einem Strang so getan, als sei ein Haushaltseinkommen von 2 x 4.000 Euro netto ganz normal.
Das ist mir auch schon öfter aufgefallen. Unangenehm aufgefallen.
ja, ist vielleicht eine Art verkappter Neid?
Das oben ist meine private Meinung. Mein pers. Empfinden. Meine Wahrnehmung.
Zitat von print im Beitrag #6109 Möchte noch hinzufügen: "Die haben doch gewußt, was sie bei DER Berufswahl erwartet".
Genau dieses Argument finde ich überflüssig. Hat für mich Null damit zu tun, dass man immer für bessere Bedingungen kämpfen kann. Egal in welchem Beruf.
hm.
Es gibt Berufsbedingungen die man nicht ändern kann. Ein Lehrer einer Realschule wird mit nervigen Pubertieren und deren Eltern zu schaffen haben. Ein Arzt mit bisweilen ansteckenden und anstrengenden Erkrankten Ein Bauer mit Gülle Ein....
So sehe ich Schichtdienste. Das weiß man tatsächlich vorher. Was man nicht wissen kann: ob man die packt. Aber während der Ausbildung erfährt man das ja.
Bei Weselsky sehe ich es so, wenn man dem 35h gäbe, will der 30. Wenn er 30 hat, 25 tbc.
Und das haut nicht hin.
Das oben ist meine private Meinung. Mein pers. Empfinden. Meine Wahrnehmung.
Zitat von Charlie03 im Beitrag #6077Der Ton macht die Musik und dieser Ton "ich will alles von diesen *abwertend er Begriff* und zwar sofort und ohne Verhandlung" wurde von der GDL durch Weselsky gesetzt.
Und das ist wirklich ein Problem!
Zitat von Charlie03 im Beitrag #6092Disclaimer: Die Unternehmensteile der DB, in denen die GDL die meisten Gewerkschaftsmitglieder stellt, sind aktuell in Tarifverhandlungen und das ist OK und richtig so.
Was mir missfällt, habe ich bereits geschrieben.
Geht es nicht vor allem darum?
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Zitat von print im Beitrag #6109Möchte noch hinzufügen: "Die haben doch gewußt, was sie bei DER Berufswahl erwartet".
Genau dieses Argument finde ich überflüssig. Hat für mich Null damit zu tun, dass man immer für bessere Bedingungen kämpfen kann. Egal in welchem Beruf.
Ja klar kann und soll man das. Aber an solchen Dingen wie Schichtdienst wird man nichts ändern können, das ist manchen Jobs nunmal inhärent. Und daher kann man sich auch über genau solche Dinge nicht beklagen.
Beispiel: ich arbeite in der IT-Beratung und erlebe, dass Mitarbeitende in Konzernen, in denen ich Projekte mache, Vergünstigungen haben, die ich nicht habe. Beispielsweise bekommen die einen Firmenparkplatz und günstige Preise in der Cafeteria, es gibt Feiern, zu denen sie eingeladen werden. Ich nicht. Das ist Teil des Jobs, daran ändere ich nichts und wenn ich das nicht will, bin ich im falschen Job.
Zitat von Lizzie64 im Beitrag #6112Weselsky erinnert mich immer mehr an des Fischers Frau Ilsebill.
Ich denke, Weselsky macht nur seinen Job und was die Mitglieder von ihm verlangen.
Gerade heute ein interessanter Beitrag in meiner Tageszeitung. Daraus:
Wenn der Chef der Lokführergewerkschaft Claus Weselsky heute der unumstrittene Buhmann der Deutschen ist, so besetzte diese Rolle in den 1970er-Jahren der Bundesrepublik ein Mann namens Heinz Kluncker. Der Vorsitzende der mächtigen Gewerkschaft ÖTV (Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr, eine Vorgängerin der Gewerkschaft Verdi) führte seine Mitglieder vor 50 Jahren, im Februar 1974, in einen Arbeitskampf, der die politische Statik der Bundesrepublik erschütterte.
Zitat von Mingararin im Beitrag #6111 … Bei Weselsky sehe ich es so, wenn man dem 35h gäbe, will der 30. Wenn er 30 hat, 25 tbc.
Und das haut nicht hin.
Das sehe ich auch so. Und weil er mit dem, was er erreicht, nicht zufrieden ist, vermittelt er das auch den Mitgliedern. Mein Eindruck ist, dass seine Mitglieder sich nicht länger als 4 Wochen am Verhandlungsergebnis erfreuen werden, wenn überhaupt. Er vermittelt nach außen so einen unstillbaren Hunger nach Wertschätzung.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Andere Frage ist/wäre, inwiefern er seine Mitglieder zu einem Konsens bringt.
Wenn Mitglieder aber dafür sind, weiterzumachen, muss Herr Weselsky entscheiden, ob er den Job dann noch weiter machen möchte, wenn er selbst nicht einverstanden ist.
Auf die letzten Meter wird er allerdings nicht das Handtuch schmeißen. Will er nicht nächstes Jahr aufhören? War mir irgendwie so, das gelesen zu haben.
Nun ja, die Mitglieder sind vom Vorstand (Vorsitzenden) auch so hochgehypt, dass alles, was weniger ist, auch extrem schwierig zu ertragen sein wird.
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Zitat von Charlie03 im Beitrag #6119Nun ja, die Mitglieder sind vom Vorstand (Vorsitzenden) auch so hochgehypt, dass alles, was weniger ist, auch extrem schwierig zu ertragen sein wird.
Das kann ich nicht beurteilen.
Sind Tarifforderungen mit den Mitgliedern abgestimmt, weiß ich z.B. nicht, ob auch sog. Maximalforderungen mit bedacht werden, die man zu tragen gedenkt.
Wenn ich es richtig wahrgenommen habe, steht die 35-Stunden-Woche für die GdL unverrückbar. Die Bahn bot Teilabbau über Jahre an, was abgelehnt wurde (wohl auch nach Abstimmung bei den Mitgliedern).
Nichts desto trotz, wird es da doch möglich sein, etwas hinzukriegen?
Kann ja letztlich nicht so weitergehen.
Fährt bei der Bahn bald gar nix mehr und das auf Jahre?
Aber mal ernsthaft - Ist die Forderung denn so absurd? Das Problem der FahrerInnen ist ja nicht die Arbeitszeit als solche, sondern das, was drumherum liegt - Daß eben die Heimfahrt nach der Schicht noch obendrauf kommt, daß es seltenst freie Wochenenden gibt, sondern meistens einzelne Tage sind.. etc.. Dadurch ist der Beruf eben unattraktiv. Die 35h-Woche soll den AG letztlich zu mehr Einstellungen zwingen - das würde die Probleme in der Schichtplanung entschärfen!
Und „Ihr könnt doch individuell schon jetzt reduzieren, wenn ihr auf das Gehalt verzichtet“ - Ist eben als Option nicht möglich, wenn AN schon Familie und Verpflixhtungen hat.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Dass man beim Verhandeln! erstmal hochpokert ist üblich.
Aber verhandeln heißt: Ich sag: 100 Du: spinnst du? max. 30
Ich: 90 Du: nie mehr als 50
Ich: 80 ist mein letztes Wort Du: 75, schlag ein.
ich: passt!
Das ist Handeln.
Was anderes ist, wenn einer nur und immer aggressiver auf "30" beharrt. Das ist dann keine Verhandlungsbasis, sondern entweder Realitätsverlust oder eben: hidden Agenda
Das oben ist meine private Meinung. Mein pers. Empfinden. Meine Wahrnehmung.
Zitat von Nora im Beitrag #6121Dadurch ist der Beruf eben unattraktiv.
Mein Vater war Lokführer und zwar mit Leib und Seele.
Vielleicht liegt es schlicht daran, dass Beruf auch Berufung sein sollte; zumindest bei den Jobs, wo die nach unserer Auffassung sonstige "Attraktivität" zu wünschen übrig lässt? Denke da an die Berufe: Dienst am Menschen jedweder Art und Güte (Pflege, Krankenhaus, Polizei, Feuerwehr ....).
Und ja, mein Vater war an vielen wichtigen Tagen nicht da und da er aber vier Kinder hatte, war er zumindest Heiligabend und den 1. Festtag immer da. Es wurde schon damals Rücksicht genommen. Aber das waren noch die Zeiten, wo Lokführer verbeamtet waren.
Ansonsten schob er fast 50 Jahre sog. Wechseldienst: Da heißt es im Lokführerjob .... 00.36 Uhr Dienstbeginn, 02.45 Uhr, usw. usf.