Zitat von Nora im Beitrag #6121Aber mal ernsthaft - Ist die Forderung denn so absurd?
Überhaupt nicht. Die Metaller haben die 35-Stunden Woche seit 1995 (Westdeutschland) - das findet ja heute auch jeder normal.
Zitat von Chambord im Beitrag #6148Naja, meist ist es doch so, dass man sich über Berufe informiert?
Natürlich, aber das ist doch nicht der Punkt.
ZitatDenn auch 35 Stunden müssen im Schicht/Wechseldienst abgeleistet werden und zwar jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr.
Ja, natürlich, wem sagst du das?
Die Reduzierung auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich wären ein Zeichen des Respekts vor den Belastungen des Schichtdienstes. Warme Worte, wie zu Zeiten der Pandemie (was wurden die Menschen, die in sog. systemrelevanten Bereichen arbeiteten, über den grünen Klee gelobt! Ist leider heute alles schon wieder vergessen) sind schön und gut, machen aber niemanden satt.
Du erwartest, dass Menschen in bestimmten Berufen ihre Arbeit als Berufung sehen? Du weißt, dass das mit der "Berufung" der Honig ist, den man jahrhundertelang Frauen ums Maul geschmiert hat um sie dazu zu kriegen, für Gotteslohn Kinder aufzuziehen, Alte zu versorgen und Kranke zu pflegen? Der schlechte gewerkschaftliche Organisierungsgrad in der Pflege hat genau da seine historischen Wurzeln: lange galt Pflege als Aufgabe der Frauen, die diese aus Nächstenliebe zu verrichten hätten. An diesem Erbe hatte der Pflegeberuf lange zu tragen. Ich unterstelle dir nicht diese frauenfeindliche Denke, aber - mit dem Begriff "Berufung" begibst du dich auf ganz dünnes Eis.
Die Motivation, Eisenbahner zu werden, speist sich sicher aus unterschiedlichen Quellen, das ist doch aber kein Grund, Belastungen, die nun mal real da sind, nicht als solche zu erkennen und sie der Gesundheit der Mitarbeitenden zuliebe zu reduzieren?
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6150Und wenn ich Schichtdienst ganz schlimm finde, dann ist es doch widersinnig, sich gerade Jobs auszusuchen, die ohne Schichtdienst nunmal nicht gehen.
Wie ich oben schon sagte, 18jährige haben in aller Regel überhaupt keine Probleme mit dem Schichtdienst, die Probleme kommen später.
ZitatAndere finden Schichtdienst sicher auch nicht so doll, aber andere Aspekte des Jobs so reizvoll, dass sie das dann in Kauf nehmen. Und ich hätte vermutet, dass die es dann sind, die solche Jobs annehmen.
Ja, aber ganz offensichtlich sind es zu wenige, um einen geordneten Bahnverkehr aufrechterhalten zu können. Dass ein Zug nicht fährt, weil ein Lokführer krank geworden ist, habe ich in fast 50 Jahren regelmäßigen Bahnfahrens nicht erlebt - offenbar gab es früher für solche Fälle genügend Reserven. Die gibt es heute nicht mehr. Offenbar sind die anderen Aspekte eben doch nicht so reizvoll, dass massenhaft junge Menschen Lokführer, Schaffner oder Gleisarbeiter werden wollen, oder warum sieht man neuerdings überall Werbeplakate, die junge Menschen für einen Job bei der Bahn gewinnen wollen? Und erst Recht sind es dann zu wenige, wenn Strecken ausgebaut und der Bahnverkehr wg. Klimawandel mehr Gewicht bekommen soll.
ZitatWenn du schon Vergleiche ziehen willst, dann vielleicht doch eher den mit jemandem, der aufs Land zieht und sich dann über neugierige Nachbarn, Misthaufen und fehlende Programmkinos beschwert. [...] Und dafür gibt es auf dem Land andere Vorteile.
Welche Vorteile soll die Schichtarbeit denn haben?
Ja, man kann lernen damit zu leben, sich damit zu arrangieren. Ja, man nimmt sie hin, weil sie zu dem Job nun mal zwingend dazugehört. Der Körper lässt sich trotzdem nicht überlisten. Biorhytmus ist etwas, das in die Gene einprogrammiert ist. Ich habe nach jedem Nachtdienst drei Tage Jetlag gehabt, daran gewöhnt sich der Körper auch nach Jahrzehnten nicht. Je älter man wird, desto mehr rächt er sich mit Schlafstörungen, unzählige Kolleginnen haben mir das erzählt, das sind nicht nur meine persönlichen Erfahrungen, ich bin noch vergleichsweise gut weggekommen.
Nicolo, danke für das Interview mit Ramelow, sehr interessant.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Bei uns fiel vor 2 Jahren eine Strecke über Monate aus, angeblich wegen Bauarbeiten. Hintenrum erfuhr ich, nix Bauarbeiten, sondern kein Personal bzw. das vorhandene Personal krank.
Ganz gewiss ist Schichtarbeit und gerade Schichtarbeit mit fließendem Einstieg anstrengend. Sicherlich anstrengender als Wechselschicht.
Dennoch ist die Reduzierung auf erstmal 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich doch auch Anerkennung und Wertschätzung.
Ich teile in zwei Ebenen - die der Sache und die des Umgangs oder wie auch immer man das nennen mag.
Verhandlungen bedeutet Kompromisse einzugehen. Und das wäre dieser Vorschlag gewesen. Ein Kompromiss.
Das wäre doch ein guter Einstieg.
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Zitat von Analuisa im Beitrag #6151Du erwartest, dass Menschen in bestimmten Berufen ihre Arbeit als Berufung sehen? Du weißt, dass das mit der "Berufung" der Honig ist, den man jahrhundertelang Frauen ums Maul geschmiert hat um sie dazu zu kriegen, für Gotteslohn Kinder aufzuziehen, Alte zu versorgen und Kranke zu pflegen? Der schlechte gewerkschaftliche Organisierungsgrad in der Pflege hat genau da seine historischen Wurzeln: lange galt Pflege als Aufgabe der Frauen, die diese aus Nächstenliebe zu verrichten hätten. An diesem Erbe hatte der Pflegeberuf lange zu tragen. Ich unterstelle dir nicht diese frauenfeindliche Denke, aber - mit dem Begriff "Berufung" begibst du dich auf ganz dünnes Eis.
Die Motivation, Eisenbahner zu werden, speist sich sicher aus unterschiedlichen Quellen, das ist doch aber kein Grund, Belastungen, die nun mal real da sind, nicht als solche zu erkennen und sie der Gesundheit der Mitarbeitenden zuliebe zu reduzieren?
Nein, daran habe ich überhaupt nicht gedacht, sondern bin ergebnisoffen an Berufsentscheidungen gegangen, die jede/r trifft (oder treffen sollte). Da sind die Grundlagen/Ausgangspositionen unterschiedlich. Wer z.B., wie ich, es aus Gründen ..... ablehnt, Krankenschwester oder Altenpflegerin zu werden, der sollte diesen Beruf schlicht nicht ergreifen. Wer z.B. ein Mensch ist, der einen Job an der frischen Luft anstrebt, weil er sich als sog. "Draußenmensch" erkannt hat, sollte keinen Bürojob machen. Wenn Du verstehst, was ich meine? Das sind erst einmal persönliche Hinterfragungen, wo man sich so grundsätzlich verortet.
Berufe, die zwingend direkt am Menschen ausgeübt werden, werden überwiegend von Menschen ausgewählt, die diese Arbeit als ihre Berufung sehen und genau das machen wollen. Wer diese Motivation nicht hat, scheitert früher oder später.
Bei Vielen sind Aufstiegschancen wichtig. Bleibe ich immer da, wo ich mal hingesetzt wurde? Kann ich mich in dem Job weiterentwickeln? Usw. usf.
Und ja, letztlich sind es dann auch die Arbeitszeiten und Entlohnung, die auf den Prüfstand kommen.
Die Berufe, die in Schicht- und Wechseldiensten ausgeübt werden, haben für die 35-Stunden-Woche + mehr Entlohnung meine volle Zustimmung.
Zitat von Analuisa im Beitrag #6151Je älter man wird, desto mehr rächt er sich mit Schlafstörungen, unzählige Kolleginnen haben mir das erzählt, das sind nicht nur meine persönlichen Erfahrungen, ich bin noch vergleichsweise gut weggekommen.
Vielleicht sollte in diesen Berufen daran gedacht werden, den Menschen, die gesundheitliche Schwierigkeiten bekommen, nur noch Tagesschichten anzubieten? Allerdings kann ich nicht beurteilen, inwieweit das möglich ist/wäre.
Wobei gesundheitliche Schwierigkeiten auch mit einer 35-Stunden-Woche + mehr Entlohnung nicht ausgeschlossen sind, weil das System so ist, wie es ist. Daran ändern ja die Verbesserungen nichts.
Auch kann ich nicht beurteilen, inwieweit eine Umschulung möglich ist, um aus dem System nach xy Jahren der Gesundheit zuliebe auszusteigen.
Zitat von Analuisa im Beitrag #6151Du erwartest, dass Menschen in bestimmten Berufen ihre Arbeit als Berufung sehen? Du weißt, dass das mit der "Berufung" der Honig ist, den man jahrhundertelang Frauen ums Maul geschmiert hat um sie dazu zu kriegen, für Gotteslohn Kinder aufzuziehen, Alte zu versorgen und Kranke zu pflegen?
Diese suggestiven Fragen finde ich unpassend.
Wenn diese Fragen an mich gerichtet wären, würde ich antworten:
Nein, ich würde eher sagen, jede*r versucht einen Job zu suchen, der einen geeigneten Mix an Vor- und Nachteilen bietet. Idealerweise findet man die Vorteile besonders toll und die Nachteile halb so wild. Das unterscheidet sich individuell, was wer wie gut oder schlimm findet. Hat man seinen individuellen Mix gefunden, kann man seinen Beruf womöglich als Berufung empfinden.
ZitatDie Motivation, Eisenbahner zu werden, speist sich sicher aus unterschiedlichen Quellen, das ist doch aber kein Grund, Belastungen, die nun mal real da sind, nicht als solche zu erkennen und sie der Gesundheit der Mitarbeitenden zuliebe zu reduzieren?
Man kann sie reduzieren, aber ganz ohne Schichtarbeit wird der Job halt nicht funktionieren.
Zitat
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6150Wenn du schon Vergleiche ziehen willst, dann vielleicht doch eher den mit jemandem, der aufs Land zieht und sich dann über neugierige Nachbarn, Misthaufen und fehlende Programmkinos beschwert. [...] Und dafür gibt es auf dem Land andere Vorteile.
Welche Vorteile soll die Schichtarbeit denn haben?
Das weiß ich nicht, ich habe mir so einen Job nicht ausgesucht. Vielleicht die Idee, auch Tagesfreizeit zu haben, um Dinge zu erledigen, für die andere sich Urlaub nehmen müssen oder hetzen, um sie im Alltag unterzubringen? Aber womöglich fanden diejenigen, die sich so einen Job ausgesucht haben, dies entweder als Vorteil oder jedenfalls als nicht so schlimmen Nachteil. Warum sonst hätten sie sich dafür entschieden? Doch nicht aus Nächstenliebe oder Opferbereitschaft, sondern schon aus dem Gedanken heraus "Dieser Job hat einen guten Mix aus großen Vorteilen und geringen Nachteilen für mich" - oder?
ZitatJa, man kann lernen damit zu leben, sich damit zu arrangieren. Ja, man nimmt sie hin, weil sie zu dem Job nun mal zwingend dazugehört. Der Körper lässt sich trotzdem nicht überlisten. Biorhytmus ist etwas, das in die Gene einprogrammiert ist. Ich habe nach jedem Nachtdienst drei Tage Jetlag gehabt, daran gewöhnt sich der Körper auch nach Jahrzehnten nicht. Je älter man wird, desto mehr rächt er sich mit Schlafstörungen, unzählige Kolleginnen haben mir das erzählt, das sind nicht nur meine persönlichen Erfahrungen, ich bin noch vergleichsweise gut weggekommen.
Aus gesundheitlichen Gründen kann - über die DRV- umgeschult werden ( oder eine Weiterbildung gemacht werden). Das ändert aber nichts daran, dass die Arbeitskräfte ja trotzdem fehlen.
Und: Die angebotene Arbeitszeitreduzierung stellt für mich keinen Kompromiss da, weil der Startzeitpunkt einfach viel zu weit in der Zukunft liegt.
Ich hatte vor einiger Zeit ein Interview mit einem Bahn-Insider gelesen, ich meine es war bei SPON, finde es aber gerade nicht wieder, der berichtete, dass die Begründungen, die Bahnreisende für Zugausfälle genannt bekämen, häufig nicht stimmen würden, also hinter "technischer" Störung würden sich häufig einfach Personalausfälle verbergen. Die Begründung "Zugführer krank geworden" habe ich allerdings kürzlich tatsächlich mal gehört. In früheren Zeiten hatte man wohl für solche Fälle Springerkräfte, die die Lücken gefüllt haben, die gibt es einfach nicht mehr oder es sind jedenfalls zu wenige. Die Pünktlichkeitsquote bei der Bahn sinkt von Jahr zu Jahr (Bezahlartikel, aber es geht mir auch nur um die Zahl im Titel).
Natürlich kann man dann fordern, dass die Bahner ihren Beruf einfach ein bisschen mehr lieben sollen, wird aber nicht viel helfen.
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #6096Wie kommt das eigentlich, dass hier im BFO so häufig behauptet wird, Berufe wie Erzieher, Pfleger oder TF würden schlecht - wie war das Wort neulich? mickrig? - bezahlt? Wenn man in einem Beruf ähnlich viel oder sogar mehr verdient als das Durchschnittsgehalt, ist das „mickrig“?
Die Wortwahl mickrig finde ich jetzt auch nicht so gelungen.
Allerdings habe ich gestern erst den taz-Artikel gelesen , der hier vor ein paar Tagen eingestellt wurde, und lese da folgendes:
Das obere Ende der Spanne liegt nur knapp unter der Höhe des durchschnittlichen Bruttojahresverdienstes von Vollzeitbeschäftigten im Jahr 2022 in der Gesamtwirtschaft: 56.334 Euro hat das Statistische Bundesamt errechnet. *Link* Ich nehme deshalb an, dass die Zahl 45.358 € Jahresdurchschnittseinkommen, auf die @Charlie03 neulich hinwies, sich entweder auf alle Arbeitsverhältnisse ungeachtet der Wochenarbeitszeit bezieht, teilzeit Beschäftigte also inkludiert sind, oder dass die Differenz in den Zahlen sich durch die Selbständigen erklärt, die bei den Zahlen der deutschen Rentenversicherung nicht erfasst sind.
Auch erinnere ich mich, häufig gelesen zu haben, dass ein Grundproblem bei der Berechnung irgendwelcher Durchschnittseinkommen darin bestünde, dass die Einkommen der Bestverdienenden dieses Landes einfach nicht bekannt sind. Heißt, der Durchschnitt ist wohl eher noch höher anzusetzen. (Und dann kommt es auch noch drauf an, ob man den Mittel- oder den Medianwert meint ...)
Jedenfalls wäre damit wohl widerlegt, dass Lokführer überdurchschnittlich verdienen.
Was die angegebene Spanne angeht: Man findet sicher in allen Berufen Ausreißer, Personen, die sich weitergebildet, teils noch ein Studium draufgesattelt haben, Führungspositionen erreicht haben und Mitarbeiterverantwortung tragen, Pflegedienstleitungen z.B. verdienen auch, je nach Größe des Hauses, für das sie zuständig sind und Region, teils erheblich über 50.000 im Jahr, in München wird es dann sechsstellig. Das sagt aber nichts aus über das Gehalt der einfachen Krankenschwester in Hinterposemuckel.
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Zitat von Analuisa im Beitrag #6151Die Motivation, Eisenbahner zu werden, speist sich sicher aus unterschiedlichen Quellen, das ist doch aber kein Grund, Belastungen, die nun mal real da sind, nicht als solche zu erkennen und sie der Gesundheit der Mitarbeitenden zuliebe zu reduzieren?
Mein Vater z.B. ist Lokführer geworden, weil ihn die Technik wahnsinnig interessiert hat. Später hat er mit Fachbuchautoren zusammengearbeitet.
Er hat die Entwicklung von der Dampflok bis zum ICE mitgemacht und war ein allseits geschätzter Fachmann, was Dampfloks betraf.
Seine Strecke war im Fernverkehr Braunschweig-Köln, 12-Stunden-Schichten.
Mein Vater hat das alles im Wechseldienst hingenommen, weil seine Motivation auch nach fast 50 Jahren nicht totzukriegen war.
Ich habe mehrere TFs kennengelernt, die innerhalb der DB gewechselt haben. Das ist nicht so einfach, weil (sorry) nicht alle einen Ausbildungsberuf haben bzw. dies auch mit Weiterbildung zu tun hat (nicht alle sind dazu bereit - das betrifft alle Menschen!). Dennoch gibt es die Möglichkeit. Aber eben nur bei der DB und nicht bei den Privatbahnen, da diese nicht so viele verschiedene Berufe beschäftigen.
Man hat dann die Schichtzulagen nicht mehr.
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Die TFs verdienen so viel, wie die Ingenieure mit Fachhochschulabschluss der DB, die keine Führungskräfte sind. Die Güteprüfer, Inbetriebnehmer sowie die, die in der Ausbesserung sind, sind übrigens auch auf Achse.
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Das Durchschnittsgehalt für den Bereich Verkehr betrug 44 Tausend Euro. Quelle ist die gleiche, wie die von Analuisa.
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Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #6096Wie kommt das eigentlich, dass hier im BFO so häufig behauptet wird, Berufe wie Erzieher, Pfleger oder TF würden schlecht - wie war das Wort neulich? mickrig? - bezahlt? Wenn man in einem Beruf ähnlich viel oder sogar mehr verdient als das Durchschnittsgehalt, ist das „mickrig“?
Die Wortwahl mickrig finde ich jetzt auch nicht so gelungen.
Allerdings habe ich gestern erst den taz-Artikel gelesen , der hier vor ein paar Tagen eingestellt wurde, und lese da folgendes:
Das obere Ende der Spanne liegt nur knapp unter der Höhe des durchschnittlichen Bruttojahresverdienstes von Vollzeitbeschäftigten im Jahr 2022 in der Gesamtwirtschaft: 56.334 Euro hat das Statistische Bundesamt errechnet. *Link* Ich nehme deshalb an, dass die Zahl 45.358 € Jahresdurchschnittseinkommen, auf die @Charlie03 neulich hinwies, sich entweder auf alle Arbeitsverhältnisse ungeachtet der Wochenarbeitszeit bezieht, teilzeit Beschäftigte also inkludiert sind, oder dass die Differenz in den Zahlen sich durch die Selbständigen erklärt, die bei den Zahlen der deutschen Rentenversicherung nicht erfasst sind.
Natürlich sind das nur die Gehälter der Angestellten und nicht der Selbständigen, macht auch keinen Sinn, etwas anderes zu vergleichen. Bei der Zahl, die Charlie neulich angab, handelte es sich um Vollzeit, jedenfalls schrieb sie das.
Zitat von Analuisa im Beitrag #6158 Auch erinnere ich mich, häufig gelesen zu haben, dass ein Grundproblem bei der Berechnung irgendwelcher Durchschnittseinkommen darin bestünde, dass die Einkommen der Bestverdienenden dieses Landes einfach nicht bekannt sind. Heißt, der Durchschnitt ist wohl eher noch höher anzusetzen.
Die Einkommen der bestverdienenden Angestellten sind schon bekannt, die Einkommen der Selbständigen gehören in den Vergleich nicht mit rein, das wären Äpfel und Birnen, die man da vergleichen würde.
Zitat von Analuisa im Beitrag #6158Jedenfalls wäre damit wohl widerlegt, dass Lokführer überdurchschnittlich verdienen.
Hab ich jedenfalls nie behauptet. Die Aussage, die mich störte, war, sie würden „mickrig“ verdienen, ebenso wie ErzieherInnen und PflegerInnen. Und das stimmt einfach nicht. Bei allen drei Berufsgruppen stimmt das nicht. Das war sicher vor XX Jahren mal so, bei solchen Behauptungen sollte man aber eher die Gegenwart anschauen. Das meine ich jetzt eher generell, Analuisa, du bist damit nicht gemeint.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Zitat von Chambord im Beitrag #6155Die Berufe, die in Schicht- und Wechseldiensten ausgeübt werden, haben für die 35-Stunden-Woche + mehr Entlohnung meine volle Zustimmung.
Danke
ZitatVielleicht sollte in diesen Berufen daran gedacht werden, den Menschen, die gesundheitliche Schwierigkeiten bekommen, nur noch Tagesschichten anzubieten? Allerdings kann ich nicht beurteilen, inwieweit das möglich ist/wäre.
Ich befürchte, das ist in vielen Bereichen, gerade denen, wo der Arbeitskräftemangel chronisch ist, nicht möglich.
Bei uns war es so (Krankenpflege, großes Krankenhaus): Jede aus dem Nachtdienst wegbrechende Person stellte ein Problem für die Dienstplangestaltung dar. Es gibt sowieso in jedem Team mehrere Leute, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen Nachtdienstbefreiung haben, da überlegt man sich, gerade weil die meisten in sozialen Berufen Tätigen Verantwortungsgefühl besitzen, lange, ob man dies für sich selbst in Anspruch nehmen will. Ich war mal aufgrund eines gesundheitlichen Problems einige Monate vom Nachtdienst freigestellt, klar war, es geht nur mit Attest, und meine HÄ sagte damals: "Tut mir Leid, ich weiß, es ist nicht rechtens, aber ich muss den Grund reinschreiben, sonst wird dein AG das nicht akzeptieren, ich habe Erfahrung damit". Fand ich natürlich nicht so toll, da es sich um ein psychisches Leiden handelte, aber anders hätte ich das Attest nicht erhalten. Daran siehst du, wie ernst die Lage ist. (Und das ist 15 Jahre her, die Personalsituation ist ja nicht besser geworden.)
ZitatAuch kann ich nicht beurteilen, inwieweit eine Umschulung möglich ist, um aus dem System nach xy Jahren der Gesundheit zuliebe auszusteigen.
Wenn man in einem Mangelberuf arbeitet, bekommt man keine Umschulung.
Natürlich gibt es Möglichkeiten auszusteigen, wenn man den Beruf aus gesundheitlichen Gründen definitiv nicht mehr ausüben kann, dafür müssen aber wirklich massive gesundheitliche Probleme vorliegen, die auch von einem Amtsarzt als solche anerkannt werden. Ich versuchte ja gerade zu schildern, dass gewisse negative Begleiterscheinungen des Schichtdienstes einfach normal sind im Sinne dessen, dass über kurz oder lang alle im Schichtdienst Tätigen davon betroffen sind. Und dass Erleichterungen wie z.B. Wochenarbeitszeitreduzierung da schon sehr hilfreich wären.
Was meinen Beruf betrifft, hat es da in den letzten Jahren wirklich Fortschritte gegeben. Ich habe ja im Dreischichtsystem gearbeitet, und der Rechenmodus, wonach man durch Nachtdienststunden zusätzliche Urlaubstage erwerben konnte, wurde vor ein paar Jahren erheblich zugunsten der Mitarbeitenden geändert, bei regelmäßigen Nachtdiensten (bedeutet: 3-4/ Monat) erwarb man so sechs zusätzliche Urlaubstage im Jahr. Auch das ist ein möglicher Weg.
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6156Wenn diese Fragen an mich gerichtet wären, würde ich antworten:
Sie waren nicht an dich gerichtet. Es waren auch keine Fragen, die irgendwer beantworten sollte, sondern ein rhetorisches Stilmittel, ich dachte eigentlich, das wäre deutlich geworden. Es wird ja gerne (auch hier im Forum) verständnislos angemerkt, dass der Grad der gewerkschaftlichen Organisierung in der Krankenpflege so gering sei, ich habe den Grund dafür genannt. Und dass man, indem man den Begriff Berufung positiv besetzt verwendet, in ein gefährliches Fahrwasser kommt. Nicht mehr, nicht weniger.
ZitatMan kann sie reduzieren, aber ganz ohne Schichtarbeit wird der Job halt nicht funktionieren.
Sagt keiner, will keiner, fordert keiner. Was soll das also?
ZitatVielleicht die Idee, auch Tagesfreizeit zu haben, um Dinge zu erledigen, für die andere sich Urlaub nehmen müssen oder hetzen, um sie im Alltag unterzubringen?
Ja, diese Idee haben viele, die in so einen Job einsteigen (ich hatte die auch). Die sozialen und oft auch gesundheitlichen Probleme bestehen auf lange Sicht trotzdem, und ich fände es nett von dir, wenn du das Argument, von einer Person, die sich durch ihre Berufserfahrung mit Schichtarbeit auskennt, einfach mal annehmen würdest, anstatt aus Prinzip immer weiter zu hinterfragen. Was verstehst du denn davon?
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
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Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #6163Bei der Zahl, die Charlie neulich angab, handelte es sich um Vollzeit, jedenfalls schrieb sie das.
Charlie hat auf die Seite der DRV verlinkt *hier*, und da steht nur die reine Zahl, ohne weitere Erläuterungen. Dass damit alle abhängigen Arbeitsverhältnisse gemeint sein könnten, war ja nur eine Vermutung von mir.
Zitat von Analuisa im Beitrag #6158Jedenfalls wäre damit wohl widerlegt, dass Lokführer überdurchschnittlich verdienen.
Hab ich jedenfalls nie behauptet.
Das hier
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #6096Wenn man in einem Beruf ähnlich viel oder sogar mehr verdient als das Durchschnittsgehalt
habe ich so verstanden. Und auch ich meinte die Feststellung eher allgemein, nicht (nur) auf dich bezogen.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
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Zitat von Agathe13 im Beitrag #6156Wenn diese Fragen an mich gerichtet wären, würde ich antworten:
Sie waren nicht an dich gerichtet. Es waren auch keine Fragen, die irgendwer beantworten sollte, sondern ein rhetorisches Stilmittel, ich dachte eigentlich, das wäre deutlich geworden.
Wenn du Fragen stellst, wirst du mit Antworten rechnen müssen, sorry.
Zitat
ZitatMan kann sie reduzieren, aber ganz ohne Schichtarbeit wird der Job halt nicht funktionieren.
Sagt keiner, will keiner, fordert keiner. Was soll das also?
Ich müsste die Stelle raussuchen, wo es so formuliert wurde, als ginge es darum. Soll ich, oder war das auch wieder eine rhetorische Frage?
Zitat
ZitatVielleicht die Idee, auch Tagesfreizeit zu haben, um Dinge zu erledigen, für die andere sich Urlaub nehmen müssen oder hetzen, um sie im Alltag unterzubringen?
Ja, diese Idee haben viele, die in so einen Job einsteigen (ich hatte die auch). Die sozialen und oft auch gesundheitlichen Probleme bestehen auf lange Sicht trotzdem, und ich fände es nett von dir, wenn du das Argument, von einer Person, die sich durch ihre Berufserfahrung mit Schichtarbeit auskennt, einfach mal annehmen würdest, anstatt aus Prinzip immer weiter zu hinterfragen. Was verstehst du denn davon?
Ich habe erwähnt, was ich von Leuten gehört habe, die Schichtarbeit machen, die sich einen solchen Beruf ausgesucht haben. Was war denn dein Grund, einen Beruf mit Schichtarbeit ausgesucht zu haben, außer dem, dass dir die anderweitigen Vorteile groß erschienen und die Nachteile wie Schichtarbeit nicht so schlimm?
Weil man gerne Pflegekraft werden wollte? Weil man sich für das Aufgabengebiet interessiert hat?
Und- in der Regel sind Berufsanfänger jung. Da hat man mit dem Schichtdienst kein Problem, das kommt erst später. Eine Umschulung zu bekommen ist tatsächlich nicht so leicht, gerade, wenn psychische Gründe eine Rolle spielen. Bei meiner Tochter haben 3 Monate vollstationärer Aufenthalt sowie 1 Jahr Tagesklinik im Anschluss nicht gereicht. Sie hat eine neue Ausbildung gemacht- das einzige Entgegenkommen war seitens der Familienkasse. Sie hat nämlich bis zum 25ten Geburtstag während der zweiten Ausbildung ( sie wurde 2 Monate vor Abschluss 25) noch Kindergeld bekommen. BAB nicht, da nicht die Erstausbildung. Fällt die Pflegefachkraft mit Herzinfarkt, Schlaganfall etc mit Anfang 40 um, DANN kann es gut funktionieren mit einer Umschulung. Ich kenne eine ehemalige Pflegekraft in Weiterbildung über DRV nach Corona Infektion mit schweren Verlauf. Aber die Regel ist das nicht.
Zitat von SASAPI im Beitrag #6167Da hat man mit dem Schichtdienst kein Problem, das kommt erst später.
Dann wird es wohl darauf hinauslaufen, dass sich Betroffene in (mein Ausdruck jetzt) "rekonvaleszenden" Abständen krankschreiben lassen müssen.
Kommt ein Entgegenkommen (Änderung der Arbeitszeit) seitens des Arbeitgebers nicht in Betracht, eine Umschulung auch nicht, bleibt ja schon nichts anderes mehr.
Im gesundheitlichen Eigeninteresse muss man sich dann im Fall des Falles schlicht rausziehen.
Löst natürlich das Grundproblem nicht, ist mir klar; aber hilft ggf., um es besser zu ertragen.
Wir wissen doch eigentlich schon lange, dass man nicht jeden Beruf ein Leben lang ausüben kann und muss und eine Ausbildung nicht unbedingt für ein ganzes Leben reicht. Man könnte es schon so gestalten, dass man nach einer gewissen Anzahl an Berufsjahren in einem körperlich oder psychisch belastenden Beruf der kritischen Infrastruktur schneller Anspruch auf eine Umschulung oder Weiterqualifizierung hat. Ähnlich wie bei Soldaten, die nach Ablauf ihrer Dienstzeit Anspruch auf Unterstützung beim Einstieg ins normale Berufsleben haben.
Ich stimme dir zu @mühe1 . Das können eher große Unternehmen, als kleine. (Hier bezogen auf die Bahnunternehmen)
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Hm, ich meinte da jetzt schon eher den Staat und nicht nur einzelne Unternehmen. Es kann aber natürlich auf für einzelne Unternehmen interessant sein, bei der Fachkräfteanwerbung solche Break Options zu definieren. Bei der Bahn geht das, bei einem kleinen Pflegedienst eher nicht.
Also- es gibt die Möglichkeit der Arbeitsaufgabe auf ärztlichen Rat, wenn der Job krank macht. Während der Arbeitslosigkeit kann dann - über von dort finanzierte Weiterbildungen- ein Quereinstieg in andere Tätigkeiten erfolgen. Das nützt aber beim Grundproblem- fehlende Arbeitskräfte in Mangelberufen- nichts.
Doch, vielleicht schon. Viele würden sich vielleicht eher für solch einen Beruf entscheiden, wenn sie wüssten, es muss nicht für immer sein. Und man muss ja nicht immer erst völlig kaputt sein, bevor man in die Umschulung geht. Sonst schafft man die nämlich auch nicht mehr.
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6166Ich müsste die Stelle raussuchen, wo es so formuliert wurde, als ginge es darum. Soll ich, oder war das auch wieder eine rhetorische Frage?
Nein. Es wurde wiederholt festgestellt, dass dies niemand gefordert hatte, weder bei der Bahn noch hier. Ich komme mir langsam vor wie ein Papagei, weil ich das in jedem 2. Beitrag schreibe. Und nicht nur ich, Nicolo schrieb schon vorgestern mit leicht gereiztem Unterton:
Zitat von Nicolo im Beitrag #6139Geht ja auch gar nicht, das ist doch schon x-fach im Detail erklärt worden.
Vielleicht liest du nochmal nach.
ZitatIch habe erwähnt, was ich von Leuten gehört habe, die Schichtarbeit machen, die sich einen solchen Beruf ausgesucht haben. Was war denn dein Grund, einen Beruf mit Schichtarbeit ausgesucht zu haben, außer dem, dass dir die anderweitigen Vorteile groß erschienen und die Nachteile wie Schichtarbeit nicht so schlimm?
Um mich persönlich geht es hier nicht, mein Einstieg in den Beruf war absolut atypisch, das hilft uns hier nicht weiter. Ich war beim Beginn der Ausbildung schon 31 und hatte damals, wir reden von der Zeit Ende der 80er, nicht sehr viele Möglichkeiten.
Trotzdem habe ich meinen Beruf geliebt, trotz aller Belastungen, für die ich aber einen hohen persönlichen Preis gezahlt habe.
Weißt du, Agathe - ich kenne auch ein paar Lehrer*innen - mein Vater war Lehrer, meine Tochter ist Lehrerin, und mehrere Bekannte arbeiten als Lehrerin. Wenn eine von denen, die ihrerseits Dutzende Kolleg*innen hat und deren Geschichten kennt, mir von den Belastungen ihres Berufes erzählen würde, käme ich auch nicht her und würde sagen: Aber weißt du, meine Tochter erzählt was ganz anderes. Ich habe im Lauf meines Lebens eine vermutlich mittlere dreistellige Zahl Kolleg*innen gehabt, alles zusammengerechnet; gerade in den letzten Jahren, während der Pandemie, bin ich viel rotiert und habe zeitweise täglich mit anderen Kolleg*innen zusammengearbeitet, da erhält man eine Menge Einblicke. Mich stört, dass du nicht respektierst, dass jemand in einem bestimmten Bereich mehr Erfahrungen hat und bestimmte Dinge besser beurteilen kann als du. Das Thema hatten wir beide schon mal, weswegen ich mich jetzt aus der Unterhaltung mit dir zurückziehe, weil ich weiß, dass es zu nichts führen wird.
Und bitte repariere das mittlere Zitat in deinem Beitrag.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Zitat von Agathe13 im Beitrag #6166Was war denn dein Grund, einen Beruf mit Schichtarbeit ausgesucht zu haben, außer dem, dass dir die anderweitigen Vorteile groß erschienen und die Nachteile wie Schichtarbeit nicht so schlimm?
Um mich persönlich geht es hier nicht, mein Einstieg in den Beruf war absolut atypisch, das hilft uns hier nicht weiter.
Mich würden genauso die Antworten anderer interessieren, die sich so einen Job ausgesucht haben und von denen du es weißt.
ZitatWeißt du, Agathe - ich kenne auch ein paar Lehrer*innen - mein Vater war Lehrer, meine Tochter ist Lehrerin, und mehrere Bekannte arbeiten als Lehrerin. Wenn eine von denen, die ihrerseits Dutzende Kolleg*innen hat und deren Geschichten kennt, mir von den Belastungen ihres Berufes erzählen würde, käme ich auch nicht her und würde sagen: Aber weißt du, meine Tochter erzählt was ganz anderes. Ich habe im Lauf meines Lebens eine vermutlich mittlere dreistellige Zahl Kolleg*innen gehabt, alles zusammengerechnet; gerade in den letzten Jahren, während der Pandemie, bin ich viel rotiert und habe zeitweise täglich mit anderen Kolleg*innen zusammengearbeitet, da erhält man eine Menge Einblicke. Mich stört, dass du nicht respektierst, dass jemand in einem bestimmten Bereich mehr Erfahrungen hat und bestimmte Dinge besser beurteilen kann als du.
Vielleicht liest du nochmal nach, ich schrieb unter anderem:
ZitatDas weiß ich nicht, ich habe mir so einen Job nicht ausgesucht. Vielleicht die Idee, auch Tagesfreizeit zu haben, um Dinge zu erledigen, für die andere sich Urlaub nehmen müssen oder hetzen, um sie im Alltag unterzubringen? Aber womöglich fanden diejenigen, die sich so einen Job ausgesucht haben, dies entweder als Vorteil oder jedenfalls als nicht so schlimmen Nachteil. Warum sonst hätten sie sich dafür entschieden?
Also habe ich mitnichten behauptet, etwas besser zu wissen als die selbst Betroffenen. Darüber hinaus habe ich nur allgemein darauf hingewiesen, dass wohl für jeden der Mix zwischen "Dingen, die ich toll finde, während andere dem nix abgewinnen können" und "Dinge, die ich hinnehme, während andere sie unerträglich finden" individuell sein wird.