Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #5972Diese massive Streik treibt Bahnkunden zurück ins Auto. Und da die Leute Verlässlichkeit brauchen, werden sie im Auto bleiben.
Wem nutzt das?
Richtig: es ist wird in die vollkommen verkehrte Richtung - statt weg vom Auto treibt die GDL die Leute wieder auf die Straße und auf die Autobahn.
Zitat von vultura im Beitrag #5971Was können die Bahnreisenden heute für das Miss-Management von Mehdorn ff? Wie soll, wie kann die Bahn die Versäumnisse der Vergangenheit aufholen, wenn sie unkalkulierbar bestreikt wird? ...
Und was können die Lokführer dafür? Und wie soll eine Bahn irgendwann mal mal einen vernünftigen Service anbieten, wenn sich für die angebotenen Kondtionen nicht mehr genug Menschen finden, die dort arbeiten wollen? Ansonsten ist die Lösung des Bahn-Problem eigentlich seit Jahrzehnten bekannt: Investitionen statt Sparprogrammen.
Aber auch dabei werden schwarze Nullen für wichtiger gehalten. Also bleibt alles bei Alten bzw. wird immer schlechter. Schienen, Weichen, Loks, Bahnhöfe können sich nicht gegen Unterfinanzierung wehren, die gehen schlicht irgendwann kaputt. Aber Menschen können sich wehren und das tun sie - hoffentlich, bevor sie kaputtgehen.
Zitat ... Dass Deutschlands Wirtschaft nach Corona, Krieg und den Versäunissen von 20 Jahren Nichtstun mehr als nur kränkelt, interessiert auch nicht. 100 Mllionen kostet ein GDL-Streik täglich. Wir habens ja ...
Genau, die Lokführer sind schuld und sollen mal schön für effektiv 10+% weniger arbeiten, damit es Deutschland besser geht.
Zitat... Individuelle Schicksale interessieren keine S**. ...
Die interessieren naturgemäß noch weniger als das kollektive Schicksal all derer, von denen ihr Lohnzurückhaltung, Wohlverhalten und was nicht noch verlangt.
Zitat... Den A*** reißen sich die Pfleger in Krankenhäusern auf ...
Und haben sich in den vergangenen Jahren durchaus erfolgreich um die Verbesserungen ihrerer Arbeitsbedingungen benüht - auch durch gewerkschaftlich organisierte Streiks. Same same Erzieher:innen. So langsam lernen die Leute es wieder. Irgendwann vielleicht ja auch die, die sich vermeintlich nicht gewerkschaftlich organisiseren können.
Aber klar, den guten Deutschen ist klar: Der Feind sind die Gewerkschaften, vor allem, wenn sie höhere Löhne fordern und zur Durchsetzung Streiks organisieren. Arbeitgeber(vereinigungen) hingegen sind heilige Kirchen des Allgemeinwohls, und daher geziemt es sich nicht, Forderungen an sie zu stellen, geschweige denn die legalen Mittel zur Durchsetzung der Forderungen zu nutzen.
Aber bevor ich mich aufrege, isses mir lieber egal. Der Schwachsinn stirbt mit den Schwachsinnigen, die Klugen lernen dazu, und wenn nicht, erlebe ich auch das nicht mehr.
Zitat von Nicolo im Beitrag #5966 Und welches Interesse sollten ausgerechnet Lokführer daran haben, Bahnverkehr noch unattraktiver zu machen, als er durch mannigfaltiges Politik- und Managementversagen sowieso schon ist?
Interesse? Ihr Ego-Trip. Die Bahn geht ihnen doch am Arm vorbei. Hauptsache, Leute von der EVG abziehen
Zitat von -franzi- im Beitrag #5976... Ich als Bahn würde weniger entgegenkommen , sondern mein Entgegenkommen zurückziehen. Und gleichzeitig schauen dass ich woanders her Leute rekrutiere. ...
Viel Glück damit.
Zitat... Vielleicht würde ich die sogar außer- und übertariflich bezahlen, aber dabei das Streiken per Vertrag ausschließen. ...
Das würdest Du vielleicht andenken, aber ganz schnell verwerfen, da dies in D illegal ist.
Anders wäre es, wenn die Bahn wieder zu einem echten Staatsbetrieb würde, und z.B. Lokführer verbeamtet ...
Doch, @-franzi- , das die MitarbeiterInnen mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen bekommen sollen, finde ich Legitim. Wie @Nicolo schrieb, die Vorstände sind sich selbst gegenüber nicht geizig. Da stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht.
Woher soll denn das andere Personal kommen? Da hängt es doch schon, das die Leute es nicht attraktiv finden, bei der Bahn zu arbeiten.
Aber so, wie es jetzt läuft, werden nur Bahnkunden vertrieben und die Ziele nicht erreicht.
Der Schaden, den Bahnkunden erleiden, ist keine Werbung für öffentliche Verkehrsmittel.
Zitat von vultura im Beitrag #5979... Interesse? Ihr Ego-Trip. Die Bahn geht ihnen doch am Arm vorbei. Hauptsache, Leute von der EVG abziehen
Ja klar, Lokführer geht die Zukunft des Schienenverkehrs total am Arsch vorbei, weil ... wenn es den nicht mehr gibt, dann arbeiten sie eben als Programmierer oder Pflegekräfte.
Zitat von Nicolo im Beitrag #5978 Aber klar, den guten Deutschen ist klar: Der Feind sind die Gewerkschaften, vor allem, wenn sie höhere Löhne fordern und zur Durchsetzung Streiks organisieren.
Der Schuss geht genau nach hinten los. Die Allgemeinheit unterscheidet nämlich nicht zwischen GdL und anderen Gewerkschaften.
Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #5963Die GDL streikt wieder. So langsam ziehe ich die Theorie in Betracht, das eigentliche Ziel ist die Destabilisierung Deutschlands, der Regierung und die Ziele zu Umwelt- und Klimaschutz.
Es wurde hier schon mal geschrieben, aber ich hab's nicht gefunden.
Ich sollte vielleicht klarstellen, das ich das gesamte Streikgeschehen kritisiere. Die Bahn für ihren Geiz und nd die GDL für die Unberechenbarkeit.
Zitat von -franzi- im Beitrag #5977Richtig: es ist wird in die vollkommen verkehrte Richtung - statt weg vom Auto treibt die GDL die Leute wieder auf die Straße und auf die Autobahn.
Und ich sage: Das die eigene Position und die eigenen Fehler vollkommen verkennende Bahnmanagement treibt die Leute auf die Straße. Also im doppelten Sinne: die Einen als Autofahrer:innen, die anderen als Streikende.
Zitat von vultura im Beitrag #5979... Interesse? Ihr Ego-Trip. Die Bahn geht ihnen doch am Arm vorbei. Hauptsache, Leute von der EVG abziehen
Ja klar, Lokführer geht die Zukunft des Schienenverkehrs total am Arsch vorbei, weil ... wenn es den nicht mehr git, dann arbeiten sie eben als Programmierer oder Pflegekräfte.
Die sachliche Logik dieser Argumentationsführung hätte ich dir! nicht zugetraut
Zitat von vultura im Beitrag #5983... Der Schuss geht genau nach hinten los. Die Allgemeinheit unterscheidet nämlich nicht zwischen GdL und anderen Gewerkschaften.
Ich schrieb es ja bereits, was ich von der Allgemeinheit denke:
Zitat von Nicolo im Beitrag #5978... Aber klar, den guten Deutschen ist klar: Der Feind sind die Gewerkschaften, vor allem, wenn sie höhere Löhne fordern und zur Durchsetzung Streiks organisieren. Arbeitgeber(vereinigungen) hingegen sind heilige Kirchen des Allgemeinwohls, und daher geziemt es sich nicht, Forderungen an sie zu stellen, geschweige denn die legalen Mittel zur Durchsetzung der Forderungen zu nutzen. ...
Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #5981 Aber so, wie es jetzt läuft, werden nur Bahnkunden vertrieben und die Ziele nicht erreicht.
Der Schaden, den Bahnkunden erleiden, ist keine Werbung für öffentliche Verkehrsmittel.
Genau das ist der Punkt!
Die GDL schadet der Bahn! Das kann nicht im Sinne der Gewerkschaft sein, denn weniger Kunden gleich weniger Geld gleich weniger Lohn.
Was die Vorstandsgehälter angeht: ich finde die auch unmöglich hoch, aber letztlich ist das relativ wenig Geld im Gegensatz zu dem, was allen Mitarbeiter mehr bezahlt werden müsste. Daher rege ich mich darüber relativ wenig auf.
(Und ich rege mich relativ wenig darüber auf, seitdem ich einmal eine Reportage über die superreichen in Deutschland gesehen habe. Die lachen nur über Vorstandsgehälter.)
Zitat von -franzi- im Beitrag #5976Ich als Bahn würde weniger entgegenkommen , sondern mein Entgegenkommen zurückziehen. Und gleichzeitig schauen dass ich woanders her Leute rekrutiere.
Weil es ja überhaupt kein Problem ist, ausgebildete Lokführer wachsen ja schließlich auf Bäumen… Dauert 8 Jahre, bis jemand auf einen ICE losgelassen wird.
ZitatVielleicht würde ich die sogar außer- und übertariflich bezahlen, aber dabei das Streiken per Vertrag ausschließen.
Klar, ganz logisch… Wenn Du denen sowieso viel mehr als jetzt bezahlen willst, und mehr Leute einstellen, kann die Bahn doch einfach den gewünschten Tarifvertrag unterzeichnen, dann kommt sie nämlich billiger weg.
„Streiken verbieten“ ist übrigens arbeitsrechtlich gar nicht möglich… außer für Beamte.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Aber die Verbeamtung ist doch so entsetzlich teuer- und das ständige Gemecker um die ollen Beamten, die gefälligst auch die Sozialkassen einzahlen sollen und bei üppigen Pensionen den Ruhestand genießen ( was man anderer Stelle ja ständig liest) wird in diesem Zusammenhang gerne vergessen:) Lokführer ist ein dreijähriger Ausbildungsberuf- und wie das mit den Ausbildungsberufen allgemein so ist, gibt es nicht genügend Bewerber.
Dann gibt es den Triebwagenführer, da genügt eine Weiterbildung. Die wird auch bis zum Geht-nicht-mehr von der BA und den Jobcentern beworben und angeboten, auch von den diversen Bahnbetreibern- die wird gut bezahlt. Aber die ist auch wirklich knackig, die Leute fallen reihenweise durch. Man braucht ordentlich technisches Verständnis. Besteht man die Prüfung nicht, kann man als Rangierer arbeiten- allerdings nützt es wenig, wenn ich zig Leute habe, die die Triebwagen im Bahnhof herumfahren können, aber niemanden, der den abfahrbereiten Zug fahren kann... Das Gleiche gilt für Busse, U Bahnen. Es gibt Unternehmen, die mieten eigene Wohnungen für neues Personal an, 6 Monate mietfrei, übernehmen Umzugskosten...und finden trotzdem niemanden. Trotz guter Bezahlung.
Es geht den meisten Streikenden gar nicht um "mehr Geld", sondern um bessere Arbeitsbedingungen. Es gibt kaum noch Menschen, die die Nachteile von Schicht und Wochenend-Feiertagsarbeit , 10 Stunden zwischen Atbeitsende und Arbeitsbeginn...Aufgrund besserer Bezahlung hinnehmen wollen.
Und ich gehe jede Wette ein, dass die nächste Streikrunde im ÖD ( die kommt so sicher wie das Amen in der Kirche) den Fokus auf eine 4 Tage Woche bzw ebenfalls 35 Stunden legt. Ist schon gut erkennbar.
Weselsky führt unter anderem eine persönliche Debatte.
Der Triebfahrzeugfuhrer ist eigentlich ein Ausbildungsberuf, dessen Voraussetzung früher der Hauptschulabschluss war. Mittlerweile gibt es gerade im Bereich der Züge für den Nahverkehr zehnmonatige Ausbildungen.
Die GDL vertritt die TFs sowie das Zugbegleitpersonal. Dadurch, dass die DB in so viele Unternehmen aufgesplittet ist (politische Verantwortung CDU/FDP überwiegend) und es das Tarifeinheitsgesetz gibt, agiert die GDL für die Betriebsteile, in denen mehr TFs sind und die EVG in den anderen. Deshalb hat die EVG auch mehr Mitglieder.
Die GDL war bis in die 2000er hinein in einem Gewerkschaftsverbund mit den anderen Gewerkschaften, die in der Bahn tätig sind. Damals löste sie sich heraus, weil sie fand, dass die Belange der TFs nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Seit 2020 will die GDL auch andere Gewerke in der DB vertreten.
Ich verstehe tarifliche Auseinandersetzungen und auch Streik, aber hier ist einiges nicht in Ordnung.
Die GDL hat von Beginn an nicht verhandelt. Weselsky hat eine Ausdrucksweise sowie einen Ton am Leibe, der sein Gegenüber abwertet. Wie will man da verhandeln?
In Wirklichkeit geht es darum zu zeigen, dass die Weselsky-GDL der tollere Hecht im DB-Meer ist.
Die Begründung, dass Privatbahnen dem Tarifergebnis zugestimmt hätten, ist nicht korrekt. Sie haben dem zugestimmt, wenn die DB dies auch tut. Dies nenne ich Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren. Zum einen zahlen die Privatbahnen schlechter (ist auch klar, da geht es nicht um den Fernverkehr mit mehr Abwesenheiten und die Belegschaft ist jünger), zum anderen müssen diese nicht alle Strecken bedienen und auch nicht alles unterhalten. Insofern ist es unlauter.
Unlauter ist auch, dass die GDL eine Leiharbeitsfirma gegründet hat. Mitglied darf nur sein, wer in der GDL ist. Der Tarifvertrag zwischen GDL und Transfair liegt einer 38-Stunden-Woche zugrunde. Bis auf Weselsky, der der Botschafter sowie Gründungsmitglied der Transfair ist, sind Vorstand der GDL und Geschäftsführung der Transfair ziemlich deckungsgleich.
Kann man mit sich selbst Tarifverträge abschließen?
Und kann z.B. ein anderes Unternehmen dadurch unser System des Tarife aushandelns Unterwandern, indem solche Konstrukte geschlossen werden?
Wollen wir mehr Leiharbeit? Und treibt das nicht, wie in anderen Branche die Kosten erst Recht in die Höhe? Auch bei einer Transfair will jemand etwas verdienen.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Und Weselsky sowie die gesamte GDL waren schon immer (wie auch die Union) für eine Zerschlagung der Bahn.
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Seit Jahrzehnten beobachten alle, wie die Gesellschaft immer mehr Risse bekommt, und keiner kittet sie. Da darf man sich nicht wundern, wenn sie schließlich zerbricht. (Views, Marc-Uwe Kling)
Zitat von -franzi- im Beitrag #5989Die GDL schadet der Bahn! Das kann nicht im Sinne der Gewerkschaft sein, denn weniger Kunden gleich weniger Geld gleich weniger Lohn.
Das genaue Gegenteil ist der Fall. Lokführer sind knappes Gut, da zu den Bedingungen nicht genügend zu finden sind. Der Arbeitsmarkt ist ein Markt und nach den Marktmechanismen steigt der Preis für ein knappes Gut an. Genau das sehen wir gerade in den Forderungen der GDL. Die Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen (Lohn, Arbeitszeit) macht den Job des Lokführers attraktiver und sorgt so für eine bessere Versorgung der Bahn mit diesen wichtigen Arbeitskräften. Zeitgleich erhöht sich dadurch der Innovationsdruck zum Beispiel im Bereich des automatisierten Fahrens.
Ergo: Die GDL schadet der Bahn nicht, sondern nützt der Bahn, der Gesellschaft und der Wirtschaft.
Wieso sollte es blöd sein, Menschen Arbeit abzunehmen? Es muss halt nur dafür gesorgt sein, dass die Ergebnisse der Arbeitserleichterung allen zugute kommen und nicht nur den Besitzern des großen Kapitals, die durch Investitionen noch mehr Kapital machen.
Utopisch? Mag sein, aber wer sich nichts wünscht, dem kann man nichts erfüllen ...
Denn nach verbreiteter Einschätzung geht es dem christdemokratischen Lokführer-Lobbyisten Weselsky mit seiner kompromisslosen Rhetorik weniger um konkrete Verhandlungserfolge als vielmehr ums Anwerben neuer Mitglieder im ewigen Wettbewerb mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG. Die gehört dem SPD-nahen Deutschen Gewerkschaftsbund an und vertritt alle Berufsgruppen bei der Bahn.
... Dumm nur, dass die Beschäftigten das auch in anderen Branchen so sehen. Wenn aber insgesamt die Arbeitnehmer ihre bessere Verhandlungsposition durch den Fachkräftemangel vor allem dazu nutzen, ihre Stundenzahl zu verringern, dann verschärft sich das gesamtwirtschaftliche Problem. Es fragt sich auch, ob die reine Stundenzahl das Hauptproblem der Lokführer ist – oder ob nicht lebensfeindliche Dienstpläne und überlange Schichten die Beschäftigten stärker belasten. Daran etwas zu ändern, wäre allerdings nicht so publikumswirksam.
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