Zitat von vreneli im Beitrag #324Habe mir die Mühe gemacht, den von Ihnen verlinkten Artikel ("Zeit-Online" in Ihrem Beitrag Nr. 314) zu lesen. In diesem Artikel wird die besagte Zahl übrigens ebenfalls genannt (letzter Absatz und Zitat daraus): "Nur 18% tun das (Anmerkung von mir: Ihre Meinung völlig frei äußern) im öffentlichen Raum".
Du hast Recht, mein Fehler.
Ich hatte mich durch den Satz am Anfang Demnach achten zwei Drittel der Befragten sehr darauf, was sie im öffentlichen Raum sagen. leiten lassen.
Ich werde meine Ansage entsprechend korrigieren.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Zitat von vreneli im Beitrag #324Wenn nachweislich annähernd zwei Drittel der Menschen sagen, man müsse im öffentlichen Raum sehr aufpassen, was man sagt - könnte man sich fast in DDR-Zeiten zurückversetzt fühlen (m. W. übrigens der schlechteste Wert rund um die Meinungsfreiheit seit den 50er Jahren - aber da lasse ich mich gerne korrigieren). Da (DDR) gab es nämlich auch ungeschriebene Gesetze, welche Meinungen (öffentlich geäußert) noch akzeptabel oder gar noch zulässig sind.
Den Vergleich mit der DDR kannst du dir sparen. Ich habe das noch bewusst erlebt und es ist jetzt und hier eben nicht "so wie in der DDR".
Meinen Beitrag mit den Formulierungen "könnte" (das ist Konjunktiv) und "fast" (das ist eben auch nur "fast" und damit nicht identisch) hast Du aber gelesen, oder ?
(Fettung im Zitat nachträglich von mir vorgenommen).
PS: Da ich damals öfter mal in der DDR war (beruflich aber auch, weil es da Verwandte gab) hatte ich zumindest eine ungefähre Ahnung von den Umständen. Natürlich und denknotwendig nicht annähernd so viel und intensiv, wie jemand, der da dauerhaft lebte. Nicht zuletzt auch deshalb habe ich das so (eher vorsichtig mit sozusagen doppelter Einschränkung "könnte" und "fast") formuliert - und auch nur auf das Thema "Meinungsäußerungen in der Öffentlichkeit" bezogen.
Sollte ich Dir damit zu nahe getreten sein (was ja gut möglich ist), möchte ich mich bei Dir dafür ausdrücklich entschuldigen. Dies war nicht meine Absicht. Von den damaligen Problemen und Schwierigkeiten habe ich durch meine Verwandtschaft einiges mitbekommen - und natürlich kann man das in Gänze mit den Gegebenheiten hier nicht vergleichen. Die Conclusio aus der Allensbach-Studie finde ich daher umso erschreckender.
Die "Gefahren" öffentlicher Meinungsäußerung sind aber wohl heute ganz andere als zu DDR-Zeiten. Während man damals befürchten musste im Gefängnis zu landen, sind aktuelle Gefahren für die meisten Meinungsäußerer eher soziale Sanktionen. Tatsächlich gefährdet sind wohl eher die, die sich gar nicht speziell beschweren ihre Meinung nicht mehr äußern zu dürfen - Feministinnen, Politikerinnen, Migrationsbefürworter, LGBTQ usw.
- "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts zu seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen." - Epikur von Samos
Ich passe im öffentlichen Raum auch auf, was ich sage. Schon immer. Aber nicht, weil ich das Gefühl habe, dass "man ja nichts mehr sagen darf" oder so, sondern weil ich finde, dass etliche Themen nichts für den öffentlichen Raum sind. Religion, Politik, Finanzielles zum Beispiel. Gehört da einfach nicht hin. Ich frage mich daher, ohne die Studie gelesen zu haben (dem Artikel war das für mich nicht klar zu entnehmen, oder hab ich das überlesen?), ob bei den vielen Menschen, die aufpassen, was sie im öffentlichen Raum sagen, auch nach den Gründen dafür gefragt wurden, und wie viele das dann tatsächlich deshalb so sehen, weil sie die freie Meinung eingeschränkt sehen.
Zitat von noBarbie im Beitrag #312Meinungsfreiheit zu propagieren und schützen zu wollen, aber die praktisch umgesetzte Meinung, dass Sprache zu Geschlechtergerechtigkeit beitragen kann, abzuwerten und zu diffamieren, finde ich ebenso fragwürdig wie vielsagend.
Sorry, aber was daran eine "Abwertung" und "Diffamierung" sein soll sowie "fragwürdig" wie "vielsagend" erschließt sich mir nicht.
Eine wie auch immer geartete (große, überwiegende usw.) Mehrheit, lehnt den Gender-Sprech ab (Beispiel: Alltag); aber eben auch als TV-Zuschauer wird dies (mehrheitlich) abgelehnt (noch dazu wird hierzulande das ÖR-Fernsehen via Zwangsgebühren der Bürger ganz wesentlich (mit)finanziert - mir ist übrigens kein einziges Land bekannt, wo das so abläuft). Wenn nun eine Minderheit (Medienmacher) den Menschen vorsetzt und vorgibt, wie zu sprechen ist, läuft das doch auf eine ziemliche Anmaßung hinaus (um nicht von Übergriffigkeit zu sprechen). Ganz so, als wüßte man (als elitäre Minderheit) besser, was für die (Mehrheit der) Menschen gut ist, als die Menschen selber.
Den Ansatz finde ich für Medien, Journalisten usw. generell bedenklich (das legendäre Motto von H. J. Friedrichs: Ein guter Journalist sollte sich mit keiner Sache gemein machen - auch nicht mit einer (vermeintlich) guten). Viele Journalisten scheinen sich aber inzwischen nicht mehr als Berichterstatter zu verstehen (redaktionell sprich neutral und objektiv berichten, was tatsächlich ist) sondern eher als Meinungsmacher ... !?
PS: Da es hier ja um "politische Fassungslosigkeiten" geht - und so gut wie alle Sender "nach politischen Kriterien" ihr Führungspersonal zusammensetzen (nicht selten geht es da statt um Kompetenz um eine bestimmte Parteizugehörigkeit). Die mittels Zwangsgebühren finanzierten ÖR-Medien wäre etwas leichter zu ertragen, wenn sie denn ihrem eigentlichen Auftrag nachkämen - statt (trotz Zwangsgebühren) haufenweise Werbung wie die Privat-Sender auszustrahlen und noch dazu "seichte" Programme in Masse und sozusagen ohne Ende zu produzieren (Quiz-Shows, Daily-Soaps, Volksmusiksendungen, Krimis usw. usw.). Das macht mich z. B. manchmal "fassungslos" (sogar noch mehr als das Gendern) - und damit dürfte ich nicht allein stehen.
Zitat von vreneli im Beitrag #270... Was mich betrübt und was ich in meinem Umfeld (leider) immer häufiger konstatieren muß: Gut gebildete und auch gut informierte Bürger (nicht selten gerade auch solche mit jahrzehntelanger Lebenserfahrung) meiden zunehmend Aussagen und Diskussionen in der Öffentlichkeit - sie äußern sich, wenn überhaupt, nur noch in kleinem, engerem und/oder vertrautem Kreis. Ob dies der Diskussion und der Demokratie - letztere lebt u. a. vom Meinungsaustausch - (und damit einem Land insgesamt) zum Vorteil gereicht, kann man mit guten Gründen bezweifeln. ...
Warum meiden die denn Aussagen und Diskussionen in der Öffentlichkeit, wen oder was fürchten sie? Jede solche persönliche Entscheidung respektiere ich natürlich, aber schadet nicht gerade so ein Vermeidungsverhalten der Diskussion, der Demokratie, dem Meinungsaustausch?
Zitat von Convallaria im Beitrag #329Ich passe im öffentlichen Raum auch auf, was ich sage. Schon immer. Aber nicht, weil ich das Gefühl habe, dass "man ja nichts mehr sagen darf" oder so, sondern weil ich finde, dass etliche Themen nichts für den öffentlichen Raum sind. ... Finanzielles zum Beispiel. Gehört da einfach nicht hin.
Einerseits würde ich da zustimmen. Andererseits haben Tabu-Themen auch ihren Preis. Um Dein Beispiel "Finanzielles" aufzugreifen: Das in Deutschland geringe Finanz-Wissen und die schwach ausgeprägte Finanzbildung dürften ihre Ursache (zumindest teilweise) auch in der Tabuisierung dieser Themenfelder haben. Das ist z. B. im angelsächsischen Raum anders (dort sind nicht nur die Aktienquoten sondern auch die Wohneigentumsquoten (Immobilien) oft höher als in Deutschland). Bestimmte Themen auszuklammern bzw. sich darüber nicht im öffentlichen Raum auszutauschen, könnte also auch Nachteile haben.
@vreneli, klar hat das auch Nachteile. Ich wollte nur drauf hinaus, dass es normal ist, sich im öffentlichen Raum nicht zu allem zu äußern, und das nichts mit fehlender Meinungsfreiheit zu tun haben muss. Derartige Tabu-Themen haben vermutlich alle Kulturen; in den USA würde ich z. B. Themen wie Waffengesetze oder Abtreibung im öffentlichen Raum ausklammern, bzw ist es, soweit mir bekannt, auch unhöflich, dies bei eher Unbekannten anzusprechen.
Noch ein Gedanke - mein Eindruck ist in letzter Zeit eher, dass Menschen vermehrt dazu neigen, ihre Meinung recht ungefiltert kundzutun. Siehe soziale Medien. Ja, da gibt es dann auch mehr Gegenwind. Vor dem Zeitalter sozialer Medien wurde vermutlich mehr in der eigenen Blase diskutiert, da war der Gegenwind naturgemäß geringer. Heute ist vieles sofort öffentlich. Vielleicht kommt auch daher der Eindruck? Wer früher nach dem 7. Bier beim Familiengeburtstag sexistisch wurde, vertritt das evtl. heute mit größerer Reichweite, und muss dann auch mit entsprechender Rückmeldung rechnen.
@Convallaria, so sehe ich das auch. Dazu kommt, dass auch Minderheitenmeinungrn durch das gegenseitige Aufschaukeln in ihrer Internetblase glauben, eine Mehrheit zu sein. Bei Querdenkern habe ich z.B. manchmal diesen Eindruck.
Utopisch? Mag sein, aber wer sich nichts wünscht, dem kann man nichts erfüllen ...
Zitat von Schreckgespenst im Beitrag #315... Von dir kommt jetzt der Einwand, dass die Kolleginnen "Eben auch mal bereit sein müssen, etwas dazuzulernen." ...
Falsch geraten. Von mir kommt dazu nur, jede:r soll gendern oder auch nicht, wie sie:er will, statt sich falsche Einstellungen von fremden Menschen und angebliche "Bevormundungen" auszudenken.
So sehe ich das ebenfalls. Ich bemühe mich um Entgendern (das generische Maskulinum, also die "normale" Sprache, gendert bereits, und zwar durchgängig maskulin) ... nicht perfekt, nicht immer, nicht widerspruchsfrei. Meckere allerdings nicht an anderen Sprachformen und erbitte mir Gleiches - Sichbelustigen oder Mäkeln halte ich für schlechten Stil. Wir sprechen alle, wir haben Gründe, so zu sprechen/schreiben, wie wir es tun - Austausch über Gründe gerne, über Formen eher ... weniger.
Lernende - jetzt egal ob schulisch oder Deutsch - versuche ich oft, mit folgendem Sprachrätsel zu sensibilisieren (was sie mit der Erkenntnis dann machen, ist vollständig ihnen überlassen - auch, dass sie diese erst mal unbeachtet liegen lassen. Aber ein "Huch" ist da immer.)
Vater und Sohn fahren im Auto. Dieses bleibt auf einem unbeschrankten Bahnübergang liegen. Der Vater stirbt am Unfallort, der Sohn kommt schwerverletzt ins Krankenhaus. Der zuständige Unfallchirurg sieht ihn und sagt: "Ich kann nicht operieren, das ist mein Sohn". Was ist passiert? Unter welchen - möglichst wenigen, sprich: einer - Annahme funktioniert die Aussage?
Fragen werden bei dem Spiel nur mit "ja" oder "nein" beantwortet. Und dann wird gemutmaßt ... Adoption, verborgener Zwilling, wasweißich. Munteres, ausschweifendes Gerate.
Am Ende ist der Chirurg: die Mutter
Wo sich ja alle bei männlichen Berufsbezeichnungen ganz selbstverständlich auch Frauen vorstellen :D Kann nur sagen: in den 25 Jahren, in denen ich mit dem Sprachspiel arbeite, ist noch nicht EINE Gruppe drauf gekommen - egal ob Schuljugend, Muttersprachler_innen oder Deutschlernende.
Was ist klein, grün und dreieckig? - Ein kleines grünes Dreieck! (copyright: mein Neffe als Kleines)
Gezeigt und zusammengeschnitten wurde ein Auftritt von Annalena Baerbock auf einer Podiumsdiskussion in Prag. Sie sagt dort unter anderem, dass sie – und damit die Bundesregierung –, den Ukrainern „zur Seite stehe, so lange, wie diese das brauchen“. Dieses Versprechen gelte, „egal, was meine deutschen Wähler sagen“. Sie sagt auch, dass es in der Demokratie „glücklicherweise“ möglich sei, dass ihre Wähler, so sie es anders sähen, ihr bei der nächsten Wahl nicht mehr die Stimme gäben. Es komme darauf an, in Europa „gute Lösungen“ zu finden, um die sozialen Folgen der gegen Russland gerichteten Sanktionen aufzufangen.
Erschreckend, wie es von Russland über die USA zurück nach Deutschland kam und dann von der AfD und der Linken (!) dann nach Deutschland.
Fatal für uns alle.
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Kleines grünes Dreieck, ich bin total reingefallen! Danke!
Ich benutze gerne "liebe Userinnen und User" und, wenn ich wenig Zeit habe "UserInnen".
Eigentlich wäre in diesem Forum das Generische Femininum richtig.
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Teile "der Linken" (also der Partei, die sich anmaßender Weise so nennt) sind in manchen Fragen der AfD nicht fern. Andere Gründe, oft - aber die conclusio ist ähnlich. DAS find ich erschütternd. Richtig erschütternd.
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Zitat von Kleines grünes Dreieck im Beitrag #338Teile "der Linken" (also der Partei, die sich anmaßender Weise so nennt) sind in manchen Fragen der AfD nicht fern. Andere Gründe, oft - aber die conclusio ist ähnlich. DAS find ich erschütternd. Richtig erschütternd.
Was genau meinst Du - die Einstellung zu den Russland-Sanktionen, genauer gesagt, dem Verzicht auf Gas- und Öleinkäue in Russland?
Da würde ich nicht wirklich von "Teilen der Partei Die Linke" sprechen, sondern konkret von Sahra Wagenknecht und Klaus Ernst, die mir in der Partei ziemlich isoliert erscheinen.
Ehrlich gesagt finde ich das nicht so ganz überzeugend, denn konkrete Personen werden doch auch feminin benannt: die Chirurgin, die Bäckerin, die Ingenieurin ... Darum führt dein Beispiel in die Irre.
Das Problem gibt es doch nur bei anonymer Ansprache bzw. wenn gemischte Gruppen angesprochen werden.
Utopisch? Mag sein, aber wer sich nichts wünscht, dem kann man nichts erfüllen ...
Zitat von Kleines grünes Dreieck im Beitrag #338Teile "der Linken" (also der Partei, die sich anmaßender Weise so nennt) sind in manchen Fragen der AfD nicht fern. Andere Gründe, oft - aber die conclusio ist ähnlich. DAS find ich erschütternd. Richtig erschütternd.
Was genau meinst Du -.
Russland. Impfen. Corona-Politik. Die "Fremdarbeiter".
Das ist nicht nur Wagenpetry und Ernst, das sind weit mehr.
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Zitat von Charlie03 im Beitrag #336Erschreckend, wie es von Russland über die USA zurück nach Deutschland kam und dann von der AfD und der Linken (!) dann nach Deutschland. Fatal für uns alle.
Ja, da stimme ich dir zu. Traurig, dass sich die Linke genauso einspannen lässt. Rechts oder Links ist offensichtlich egal, am extremen Rand sitzen sie beide, die Freunde des Kremls...
Vielleicht bezog sich der Satzteil, "Dieses Versprechen gelte, egal, was meine deutschen Wähler sagen" ja auch im Zusammenhang auf die zu erwartetenden Herbst-Proteste? Das war nämlich das Thema, bevor sie den Satz sagte.
Die Bundesregierung blickt ja mit Sorge auf den Herbst - unter anderem wegen möglicher radikaler Proteste gegen die steigende Preise...
Zitat von Kleines grünes Dreieck im Beitrag #342... Russland. Impfen. Corona-Politik. Die "Fremdarbeiter".
Das ist nicht nur Wagenpetry und Ernst, das sind weit mehr.
Ich verfolge die Flügelkämpfe in der LINKEN zugegebenermaßen nicht genau, lese bei solche Themen aber gefühlt immer wieder "XYZ meint [whatever], Parteispitze oder Fraktion kennzeichnen dies als Widerspruch zu offiziellen Parteibeschlüssen, zum Programm etc."
Dass es an der Basis oder Wählerschaft in den östlichen Bundesländern eine Nähe zwischen AfD und LINKE gibt, war allerdings auch schon in z.B. Wahlergebnissen bzw. Wählerwanderungen erkennbar.
Dass in den östlichen Bundesländern regional so Einiges "anders" ist, betrifft meines Wahrnehmung nach auch andere Parteien (z.B. CDU und FDP bei der Kemmerich-Wahl).
Ehrlich gesagt finde ich das nicht so ganz überzeugend, denn konkrete Personen werden doch auch feminin benannt: die Chirurgin, die Bäckerin, die Ingenieurin ... Darum führt dein Beispiel in die Irre.
Das Problem gibt es doch nur bei anonymer Ansprache bzw. wenn gemischte Gruppen angesprochen werden.
Sehe ich auch so. Bei direkter Ansprache gibt es im Dt. im Gegensatz zum Englischen z. B. immer schon die fem. Form. Surgeon ist im Englischen neutral. Wie lover oder teacher oder Baker.
Die Generischen Plurale für mehrere Menschen sind im dt. oft maskulin (gewesen). Die Lehrer, die Studenten, die Idioten.
Aber eine blöde Frau hat man immer als Idiotin und nicht als Idiot benannt.
Das ist alles richtig. Aber warum kommt niemand darauf, die Chirurgin zu identifizieren? Und ich meine wirklich "niemanden". Im Gespräch wird dann auch klar, dass das bei Gruppenbezeichnungen so läuft. Bei "dem Autofahrer", "dem Bürger", "dem Studenten" - also als Gattungsbezeichnungen - stellt sich niemand Frauen vor.
Was ist klein, grün und dreieckig? - Ein kleines grünes Dreieck! (copyright: mein Neffe als Kleines)
Zitat von sprachlos im Beitrag #317 Aber auf den Rest des Beitrags von Schreckgespenst könntest du doch auch eingehen. ...
Nein, auf weitere unlautere Diskussionsführung kannn ich verzichten, nachdem mir, als ich einen Beitrag als "fragwürdig" und "vielsagend" bezeichnet habe, unterstellt wurde, ich würde damit eine Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung "abbügeln", und nachträglich ein Satz gelöscht wurde, zu dem ich mich zuvor geäußert hatte.
ZitatWieso wird denn nun in Firmen, Behörden, den Öffentlich Rechtlichen gegendert wenn es die Mehrheit der Menschen ablehnt? Da Demokratie auf dem Mehrheitsprinzip beruht verstehe ich dann tatsächlich nicht wie es dazu gekommen ist? Ich muss sagen, dass ich mir zum Gendern noch immer eine Meinung zu bilden versuche. Dass es umständlich und im Textfluss störend ist spricht jedenfalls dagegen, dieser Punkt geht auf jeden Fall an die Kritiker des Genderns.
Die Debatte um geschlechtergerechten Sprachgebrauch hat schon vor über 40 Jahren begonnen und ab 1984 zu zahlreichen Anweisungen zur sprachlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in Behörden geführt, ohne dass das auf sonderlich Interesse oder öffentliche Auseinandersetzungen gestoßen wäre. Jetzt wird das Thema immer wieder von interessierten Kreisen hochgekocht, um "woke Linksgrünversiffte" (Übertreibung von mir) publikumswirksam aufs Korn zu nehmen, oder um von weitaus wichtigeren Themen abzulenken, wie beispielsweise die Gefahren für die Meinungsfreiheit durch Hetze, Drohungen und Gewalt von Rechtsaußen und denen, die sich nicht scheuen, gemeinsam mit Nazis durch die Straßen zu ziehen.
Und was den Textfluss angeht, finde ich persönlich Kolleg:innen nicht schwieriger auszusprechen als die vereiste Windschutzscheibe, die mich am Verreisen hindert.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Zitat von sprachlos im Beitrag #317 Aber auf den Rest des Beitrags von Schreckgespenst könntest du doch auch eingehen. ...
Nein, auf weitere unlautere Diskussionsführung kannn ich verzichten, nachdem mir, als ich einen Beitrag als "fragwürdig" und "vielsagend" bezeichnet habe, unterstellt wurde, ich würde damit eine Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung "abbügeln", und nachträglich ein Satz gelöscht wurde, zu dem ich mich zuvor geäußert hatte.
ZitatWieso wird denn nun in Firmen, Behörden, den Öffentlich Rechtlichen gegendert wenn es die Mehrheit der Menschen ablehnt? Da Demokratie auf dem Mehrheitsprinzip beruht verstehe ich dann tatsächlich nicht wie es dazu gekommen ist? Ich muss sagen, dass ich mir zum Gendern noch immer eine Meinung zu bilden versuche. Dass es umständlich und im Textfluss störend ist spricht jedenfalls dagegen, dieser Punkt geht auf jeden Fall an die Kritiker des Genderns.
Die Debatte um geschlechtergerechten Sprachgebrauch hat schon vor über 40 Jahren begonnen und ab 1984 zu zahlreichen Anweisungen zur sprachlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in Behörden geführt, ohne dass das auf sonderlich Interesse oder öffentliche Auseinandersetzungen gestoßen wäre. Jetzt wird das Thema immer wieder von interessierten Kreisen hochgekocht, um "woke Linksgrünversiffte" (Übertreibung von mir) publikumswirksam aufs Korn zu nehmen, oder um von weitaus wichtigeren Themen abzulenken, wie beispielsweise die Gefahren für die Meinungsfreiheit durch Hetze, Drohungen und Gewalt von Rechtsaußen und denen, die sich nicht scheuen, gemeinsam mit Nazis durch die Straßen zu ziehen.
Und was den Textfluss angeht, finde ich persönlich Kolleg:innen nicht schwieriger auszusprechen als die vereiste Windschutzscheibe, die mich am Verreisen hindert.
Genau diesen Diskussionsstil finde ich absolut indiskutabel.
Es geht um einen Standpunkt, der absolut legitim und diskussionswürdig ist (die Ablehnung der Gender-Sprache in einer bestimmten Form.) Du rückst Menschen, die diesen Standpunkt vertreten, also immerhin gut 70% der Bevölkerung, in einer nicht besonders subtilen Weise in die Nähe von Nazi-Schlägern oder deren Unterstützern. Und gleich wirst du wieder in einem herablassenden Ton erklären, du hättest diesen Zusammenhang nie und nimmer hergestellt und man würde dir die Worte im Mund verdrehen.
Diese Art von Polemik ist wirklich geeignet, das Diskussionsklima nachhaltig zu vergiften.
Wo sich ja alle bei männlichen Berufsbezeichnungen ganz selbstverständlich auch Frauen vorstellen :D Kann nur sagen: in den 25 Jahren, in denen ich mit dem Sprachspiel arbeite, ist noch nicht EINE Gruppe drauf gekommen - egal ob Schuljugend, Muttersprachler_innen oder Deutschlernende.
Es war im Deutschen nie üblich, eine konkrete, bestimmte weibliche Person mit dem generischen Maskulinum zu bezeichnen. Deshalb finde ich das Beispiel wenig überzeugend.