In meiner Umgebung, in meiner Welt, konnte ich zwischenmenschliche Differenzen nie mit meinem Wunsch oder Willen lösen, dies ging immer über so lassen und zum Teil loslassen.
Meine Grenze ist nicht nur erreicht sondern bereits überschritten.
Ich werde mich jetzt eine Woche abmelden bei Tanja und mich beruhigen/sortieren/distanzieren.
Dann werde ich ihr einen Brief schreiben und vieles von diesem Strang einfließen lassen.
Unter 4 Augen ist das momentan nicht möglich. Sie ist emotional dicht und ich bin zu empfindlich.
Beim lesen kann sie durchdrehen usw. Und hoffentlich wird sie ihn dann nochmal in Ruhe lesen.
Und dann hoffe ich, das wir uns treffen und offen drüber reden können.
So gut :-) Du kommst ins Handeln und "erträgst" nicht mehr schweigend. Im Brief kannst du abwägen, neu formulieren, streichen, erweitern ... besser, als wenn beide, wund aus verschiedenen Gründen, aufeinanderprallen. Sie kann sich aus der nachwutlichen Erstreaktion noch mal auseinandersetzen ... und ihr euch hoffentlich mit gefestigterer Grundlage wieder zusammen.
Wobei das dauern könnte. Ich (!) würde länger dauerndes Beleidigt- und Verletztsein einkalkulieren, bis sie sich wirklich auseinader-/zusammensetzt. Aber zu anderem Vorgehen führt dann auch kein Weg mehr hin ... du hast ja nicht nur Freundinnen- sondern auch Selbstverantwortung. Und die nimmst jetzt wahr (klar, dass sich da erst mal was akkumulieren muss, nur wegen "Befindlichkeit" und ein- zweimaligem Genörgel setzt man eine Freundin nach so einer Umwälzung nicht "auf den Pott") :-)
Was ist klein, grün und dreieckig? - Ein kleines grünes Dreieck! (copyright: mein Neffe als Kleines)
Lufti, das klingt nach einem guten Plan. Und versuche, die Zeit, in der Du "Tanja-frei" hast, bewußt für Dich zu nutzen, damit Du in jeder Hinsicht Abstand bekommst.
Lufti, ich drück die Daumen. Ich wünsche dir viel Erfolg. Auch, dass es euch beiden zugute kommt, dass sich was ändert. So gehts ja nun für euch beide nicht weiter.
Ja, ich finde die Idee auch gut. Zumal du einen Brief auch erst mal liegenlassen und drüber schlafen kannst und an den Formulierungen feilen. Du brauchst dann nicht unmittelbar auf möglicherweise heftige Reaktionen einzugehen. Mach das mal. Du wirst dann merken, dass dir danach schon etwas leichter ist.
Zitat von Lufti im Beitrag #1026 Ich werde mich jetzt eine Woche abmelden bei Tanja und mich beruhigen/sortieren/distanzieren.
Dann werde ich ihr einen Brief schreiben und vieles von diesem Strang einfließen lassen.
Hm, Tanja wird entweder leider nicht wissen, wie ihr geschieht, wenn Du Dich *abmeldest*. Oder aber sie hat längst begriffen, dass sie Dich überstrapaziert hat mit ihren Aktionen.
Schwer einzuschätzen.
Ich persönlich wäre eher irritiert, einen Brief zu bekommen. Mir wäre immer mehr an einer persönlichen Auseinandersetzung mit einer Freundin gelegen.
@Lufti, Du musst hier doch nichts aus diesem Strang einfließen lassen! Artikuliere Dich einfach Deinem Empfinden entsprechend ... denn darum geht es ja letztendlich.
Lufti hat sich doch scheinbar entschieden, wie sie die Situation für sich lösen will - ich finde gut, dass sie dieses Vorgehen für sich definieren konnte und verstehe momentan nicht, warum das noch hin und her diskutiert werden sollte.
Lufti hat einen Strang eröffnet, um ihre Gefühle zu sortieren mit Hilfe von anderen UserInnen , sie hat ihre akute Lösung gefunden: ist doch prima
@Lufti, ich finde super, dass du das aktiv angehst.
Trotzdem noch ein Gedanke, da ich nach wie vor eine Schieflage empfinde.
Was wäre, wenn der Mann nicht gegangen (nach 30 gemeinsamen Jahren, wo sie Hausfrau war + neue Frau schwanger), sondern gestorben wäre, sie war auch voll berufstätig aber er hat alles durchgebracht und dann wäre auch das gesamte Geld weg?
Ich nehme immer mal wieder - weniger von dir, eher von andern - eine "selbst schuld" Aussage wahr, die zu ziemlicher Hartherzigkeit gegenüber Tanja führt. Vielleicht täusche ich mich.
Wir hatten im Freundeskreis die Situation eines plötzlichen Todesfalls. Keine finanziellen Probleme, sondern eben der totale Verlust der geliebten Person und der vorgestellten Zukunft.
Wir haben auch viel vermieden, was ihm, dem Witwer, wehtun konnte. Bestimmte Restaurants. Bestimmte Gerichte, Themen, Orte. Fairerweise muss ich sagen, dass er das nicht forciert hat. Es war allerdings auch nicht nötig, weil das aus der Gruppe kam.
Der Tod seiner Frau ist jetzt im März 7 Jahre her. Seit 2 Jahren würde ich aus meiner (!) Perspektive sagen, dass es überstanden ist. Die Beziehung hat sich verändert, klar, aber die Freundschaft besteht nach wie vor.
In meiner Vorstellungswelt ist die Schocksituation durchaus vergleichbar mit der Situation, in der Tanja sich befindet. Bei Ihr kommt noch dazu, dass er freiwillig geht und dann auch noch ein Kind mit einer anderen bekommt, also ein Treuebruch.
Ich verstehe schon das Dilemma. Die große Gruppe, die weitermachen will wie bisher. Was Ihr gutes Recht ist. Aber in einer wirklich engen Beziehung verstehe ich nicht, warum es problematisch ist, bei gemeinsamen Aktivitäten diese eben auch (!) auf ihre Situation zuzuschneiden. Als Kompromiss. Es kann für sie nicht weitergehen wie bisher. Das ist schlicht nicht machbar. Klar mag sie sticheln und fuchsig sein, weil sie eben merkt, dass sie ihr gesamtes Leben verliert. Klar ist das nicht ok. Ich finde aber auch nicht ok, als echte Freunde davon auszugehen, dass es weitergeht wie bisher. Wird es nicht. Es wird neue gemeinsame Wege geben müssen, oder es klappt nicht. Und es müssen nachhaltige Lösungen sein. Keine Almosen, oder der kurzfristige Verzicht auf irgendwas. Sondern eine Umstellung. Was wäre denn Ihre Vorstellung bzw. was meint sie, dass sie sich aktuell leisten kann?
Ich denke, sie sieht keinen Ausweg und ist deshalb biestig. Weil alle insgeheim weitermachen wollen wie gehabt und sie das nicht kann.
Picknickruckäcke? Gemopper. Party des Sohnes? Geforder. Kaffeetasse? Geneide, Gemopper. Italiener? Gestichel.
Sie gibt die Leidensqueen - und fordert fordert fordert unablässig, stellt sich in den Mittelpunkt und dreht sich, kann nicht mal sagen, WAS genau sie fordert, dass will sie "spontan und situativ" gucken (was sich so zum Gestichel bietet wahrscheinlich, irgendwas wirds schon geben ...).
Und das ist, was nicht geht. Dann ist es nämlich _schon_ mehr als ein halbes Jahr, in dem sie für ihr gesamtes Freundes- und Cliquenumfeld die spontan und nach-Nase-Prinzessin-auf-der-Erbse gibt ....
Was ist klein, grün und dreieckig? - Ein kleines grünes Dreieck! (copyright: mein Neffe als Kleines)
Was wäre, wenn der Mann nicht gegangen (nach 30 gemeinsamen Jahren, wo sie Hausfrau war + neue Frau schwanger), sondern gestorben wäre, sie war auch voll berufstätig aber er hat alles durchgebracht und dann wäre auch das gesamte Geld weg?
. Bei deinem Beispiel wäre sie auch in Trauer, Schockstarre usw. Das wäre sicher auch ein super Gau für sie
Aber ich bezweifle stark das sie in diesem Fall so giftig wäre.
Aber das mit next + baby verkraftet sie überhaupt nicht und macht sie giftig/verbittert.
Es fallen viele Bemerkungen von ihr wo das deutlich zum Ausdruck kommt.
Und ich kann es auch verstehen. "Ihr" Mann...der plötzlich einfach mit next komplett neu anfängt. Das sitzt wahnsinnig tief.
Dazu auch das Verhalten der beiden... Keine Ahnung was er ihr alles erzählt hat oder ob es an ihrem Alter liegt.
Sie turteln als würde es Tanja nicht geben und als hätte es sie nie gegeben. Next hat einfach den Platz von Tanja eingenommen. Next duscht jetzt in ihrem Badezimmer der letzen 30 Jahre. Next bereitet jetzt in der Küche Gerichte zu, wo Tanja 30 Jahre lang ihre Familie bekocht hat. Die next spielt jetzt genau da Tennis wo sie selbst 30 Jahre lang gespielt hat. Das Geld selbst spielt da eine sehr untergeordnete Rolle.
Etwas rücksicht von den beiden hätte jeder erwartet. Aber Fehlanzeige.
Und Tanja ..... Sie schwankt zwischen Hass, Wut, Enttäuschung, Verlust, Sehnsucht, Verzweiflung, Kränkung, Hilflosigkeit.
Sie erträgt in diesem Zustand (der seit 6 Monaten herrscht) eben keinerlei Anmerkung zu ihrem Verhalten von uns.
Natürlich haben wir es vorsichtig versucht. Aber schon die geringste Anmerkung lässt sie in die Luft gehen und auch in eine Spirale von weiterer Ablehnung rutschen. Sie wirft uns/mir dann vor, das wir keine Ahnung haben und das sie mehr von uns/mir erwartet hat.
Deswegen ja der Eiertanz um sie nicht weiter zu verletzen oder das Gefühl zu geben uns ist es egal.
Und nun ist halt der Punkt wo ich nicht mehr kann. Dieses verstellen macht mich mürbe und zieht so viel Energie die ich selbst brauche.
Sie braucht Hilfe um aus dem hamsterrad raus zu kommen und ich wünschte ich könnte ihr helfen..... Aber ich kann nicht.
Edit, bezogen auf das kleine grüne Dreieck, Sorry, überschnitten. >> Ja, das verstehe ich schon, klar. Ich verstehe aber auch Tanja. Es gibt keinen Ausweg für sie. Nett ist die Stichelei nicht, aber nachvollziehbar für mich schon.
Um ganz ehrlich zu sein, finde ich es zwar immer sinnvoll, in solchen Situationen zu reden und beide Seiten zu hören, aber eine echte Lösung sehe ich nicht, weil "die Gruppe" sich nicht in ihrem Verhalten dauerhaft verändern möchte. Was auch ok ist, na klar. Manchmal muss man den Tatsachen auch einfach ins Auge sehen. Wenn dir Gruppe weitermachen möchte, wie bisher, ist Tanja raus. Das spürt sie.
Noch ein Edit, Lufti, wenn du nicht kannst, kannst du nicht, ich finde das ebenfalls völlig nachvollziehbar, die Energie ist nicht grenzenlos. Danke für deine Antwort, so ähnlich dachte ich eben auch. Man kann ihre Verbitterung sehr gut verstehen.
Ich finde beide Perspektiven nachvollziehbar, muss ich sagen. Und beide müssen für sich entscheiden. Tut mir leid um die verfahrene Situation 🌷
Ganz ehrlich, die "Gruppe" ist mir relativ egal, war ne schöne Zeit aber wenn es nicht geht, ist das ok.
Aber Tanja ist mir wichtig, weil sie die letzten 10 Jahre eine tolle Person war und ein Ende dieser Freundschaft würde mich wirklich tief treffen als wenn eine Gruppe von Freizeit Aktivitäten weg fällt (was ich aber auch bezweifle das es dies tun würde)
Die Gruppe ist relativ groß und das meiste ist halt recht locker. Man ist sich sympathisch und verbringt gerne Zeit miteinander und macht angenehme Dinge.
Als es mir damals nicht gut ging, haben sie zwar artig den Anstandsanruf gemacht aber das war es auch schon. Ich nehme ihnen das auch nicht übel, denn der Großteil ist halt nur locker verbunden.
Tanja war aber da. Sie kannte mich so gut, das sie genau wusste was ich brauche. Kein Gespräch aufdrängen sondern warten bis ich soweit bin. Keine Floskeln "reiß dich Mal zusammen" oder das wird schon wieder.
Sie ist einfach mit Blumen vorbei gekommen, hat sie mir vor die Tür gestellt und ist gefahren. Hat mir einfach eine WhatsApp mit Bild geschickt das was fur mich an der Tür liegt.
Sie hat viele solche Dinge gemacht. Sie hat immer signalisiert das sie jederzeit da ist aber mir auch den Raum gibt den ich brauche.
Als ich einmal eine Art Zusammenbruch und mich heulend versteckt hatte.... Sie hat sich einfach zu mir gesetzt, kein Wort geredet und mir einfach nur die Hand auf die Schulter gelegt. Ich glaube sie saß da locker 30 Minuten bei mir.
Als wir wieder raus gekommen sind, hat sie ein Lächeln aufgesetzt und die Aufmerksamkeit mit Absicht auf sich gezogen, so das ich unterm Radar gelaufen bin. Sie erzählte lustige Situationen aus ihrem Leben und ich musste dann auch wieder grinsen und sie zwinkerte mir zu.
Sie nun so verbittert, verletzt und giftig zu erleben.... Ist hart und ich wollte einfach auch nur für sie da sein.
Umso mehr treffen mich die Vorwürfe und Sticheleien.
Lufti, die mE schönsten, berührenden Dinge über Tanja erzählst Du zur Zeit hier - und nicht ihr. Aber vielleicht ändert sich das ja mit dem Brief. :) Ich fänd's so wichtig für sie, zu spüren, dass Du die bessere Version ihrer selbst nicht vergessen hast - und nicht vergisst. Gegen alles, was sie zur Zeit, nach 30 Jahren Ehe in dieses Entwertungsloch geworfen, bitter dagegen auffährt, einfach nicht vergisst. Das ist Freundschaft, meine ich.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
Zitat von Lufti im Beitrag #1044 Sie hat viele solche Dinge gemacht. Sie hat immer signalisiert das sie jederzeit da ist aber mir auch den Raum gibt den ich brauche.
[...]
Sie nun so verbittert, verletzt und giftig zu erleben.... Ist hart und ich wollte einfach auch nur für sie da sein.
gekürzt von mir
Sag ihr das! Sag ihr, wie lieb du sie hast, wie dankbar du bist, dass sie immer für dich da war und dass du ihr gerne das Gleiche zurückgeben würdest. Aber dass du dich gerade super hilflos fühlst, weil du das Gefühl hast, dass alles was du machst, falsch ist. Frag sie, ob sie dir sagen kann, was sie von dir braucht, was ihr gut tut. Und wie wichtig sie als Mensch für dich ist.
Umso weniger sollten sie dich treffen denn sie meint doch gar nicht dich. aber sie machen dich natürlich traurig..im grunde überträgt sie so ihr leid ein wenig. Wenn sie so eine gute Freundin war, wie du das beschreibst, dann sei emotional, zeig ihr deinen Kummer..aber halte ihn ihr nicht vor. Sie ist schon so in die ecke gedrängt. Und sie ist ja eigentlich nicht so.
Es ist schwer Menschen, die man lieb hat, so zu sehen. Aber wenn du wütend bist, dann sollte ihr Arsch von ex derjenige sein, den du meinst. Er hat deine gute Freundin so zerstört..und natürlich ist es an ihr, sich jetzt wieder zusammenzusetzen. Aber da hat halt jeder sein tempo.
Liebe Lufti, Tanja wurde von einer anderen Frau ersetzt, einfach ausgetauscht und jetzt kommt auch noch ein Baby. Das ist der Supergau. Ich finde es toll, wie deutlich Du das siehst. Und Tanja ist eine tolle Person, die nur aus ihrer Verzweiflung heraus dermaßen biestig reagiert. Auch das siehst Du. Ich hoffe Du schaffst es diese Gedanken und Deine eigene Hilflosigkeit in den Brief einfließen zu lassen. Ich habe in letzter Zeit 2x schlechte Erfahrungen mit solchen Briefen gemacht. In einem Fall bekam eine Freundin einen Brief, in einem Fall habe ich selber nach einem Streit einen geschrieben. Glücklicherweise habe ich ihn nie abgeschickt und das Problem lieber in einem Telefonat geklärt. Ansonsten wäre die Freundschaft zerbrochen. Solche Briefe helfen die eigenen Gedanken zu sortieren, aber Du siehst einfach nicht, wie sie beim Gegenüber ankommen, hast keine Möglichkeit zu korrigieren. Der Schuss kann nach hinten losgehen.
Muss er aber nicht. Ich habe selbst mal einen solchen Brief geschrieben. Eine Freundin drohte in den Drogensumpf abzurutschen.
Sie hat erkannt, auf welchen Weg sie sich begab und zog einen Schlusstrich unter die Kifferei und Koskerei.
Dass irgendwas schief gehen kann, das gilt für alles. Deshalb nichts zu tun könnte eben auch eine Entscheidung sein, die schief gehen kann. Lufti hatte sich ja eh entschieden und ich wünsche ihr wieterhin alles Gute dafür.
Die Wendung der Geschichte mag ich. Und daraus kann auch wieder etwas Gutes entstehen.
Zuerst ging es nur um Luxus, wie viel man sich davon mit Tanja erhalten kann und welche Abstriche man schon großzügig macht. Und Tanja war einfach die Spielverderberin der Gruppe.
Jetzt geht es um Gefühle , um Tanja die man als Mensch nicht verlieren will. Als Individuum , losgelöst von der Gruppe.
Ich denke, so kann es für Lufti auch nur funktionieren. Gruppending und Freundinnending einzeln betrachten.
ICH würde mit ihr an einen ruhigen, neutralen Ort gehen (irgendwo im Grünen zu zweit Picknicken oder so ) und dort in Ruhe mit ihr unter 4 Augen reden. Und ich würde mit all den schönen Dingen anfangen, die Lufti hier zum Schluss über sie gesagt hat.