Zitat von Vanessab im Beitrag #925Auch wenn ich empathisch bin und Tanja verstehen kann, geht ihr Verhalten letzlich einfach gar nicht.
gekürzt von mir
Ich sehe das auch so. Empathie hat für mich auch gar nichts mit 'Aushalten' zutun. Nur weil ich die Gefühlswelt meines Gegenübers nachfühlen kann, heißt das doch nicht, dass ich die Rolle des Boxsackes übernehmen muss. Vielleicht in einer Akutsituation (würde ich zB die Catering-Situation bei Lufti nehmen), wo das Thema extrem getriggert wird. Aber generell, ständig mit einer Vorsicht agieren zu müssen, um nicht wieder die Rundumschläge abzukriegen, erscheint mir für beide(!) nicht gesund und förderlich.
Ich würde für mich da auch an Luftis Stelle eine Grenze ziehen. Solang ich diese noch liebevoll und zugewandt formulieren kann. Und dann die Treffen einfach etwas runterreduzieren. Zwei Mal die Woche bietet einfach zu viele Reibungsmöglichkeiten.
Nochmal: Empathie bedeutet doch nicht, ihr Verhalten zu akzeptieren. Empathie bedeutet z.b. zu erkennen, dass sie in dem Moment mit dem Kaffeegeschirr massiv getriggert war und in ihrem eigenen Film. Hilfreich wäre es dann, sie dort abzuholen, statt sich selbst triggern zu lassen. Natürlich hat das auch etwas damit zu tun, wie Tanja sich dann öffnet.
Ich stelle mir da zwei Szenarien vor.
Szenario jetzt: Tanja motzt, lufti ärgert sich, fühlt sich angegriffen, passt ihr Leben an um den vermeintlichen Angriffen zu entgehen. Es wird nicht geredet.
Szenario 1: Lufti wird mal richtig sauer, es schaukelt sich hoch, tanja kommt mal in ihre eigentliche Wut, es wird geschrieen und geheult und am Ende fühlt sich diese Entladung meist ganz erleichternd an. Hinterlässt aber einen bitteren Beigeschmack.
Szenario 2: Lufti verbalisiert ganz konkret, dass sie bei Tanja eine gedeckelte Wut verspürt. Sie stellt Fragen diesbezüglich, und schafft es, Tanja aus ihrer Fassade zu locken. Tanja schafft es mal an die Gefühle dahinter zu kommen. Die Verbitterung bricht auf, die Wut und Verzweiflung dahinter wird sichtbar und gesehen. Sie kann sich fallen lassen und erkennt vielleicht, wie tief sie eigentlich verletzt wurde. Aus der Perspektive entsteht die Erkenntnis, dass sie Hilfe braucht. Beim nächsten Mal könnte sie, statt sich über das Geschirr auszulassen, ehrlich sagen, du lufti, ich bin grade wieder so getriggert, ich sehe dein Geschirr und in mir reißt alles auf und ich fühle nur Schmerz und Scham und Verzweiflung und Angst.
(Mir ist völlig klar, dass das hier grade eine seeehr vereinfachte Darstellung ist. Nagelt mich nicht drauf fest)
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #916[ Wenn man bei Facebook miteinander befreundet ist (wovon ich ausgehe) dann muss man nicht hinterher spionieren. Man kriegt die Aktivitäten seine Freunde automatisch in den neuesten Beiträgen angezeigt.
ich glaube, wir alle wissen, was für Tanja gut wäre. Da sind wir uns ungewohnt einig.
ich kann mir vorstellen, auch Tanja weiß, was für Tanja gut wäre. Schätze, sie wäre sich mit uns ebenfalls einig.
Aber.
Und da steckt sie nach so kurzer Zeit noch drin. Ich überlege die ganze Zeit, wenn sie durch einen mitverschuldeten Unfall beide Beine verloren hätte und jetzt nachdem sie soweit stabilisiert wurde, dass sie nicht mehr intensivmedizinisch betreut werden muss, nach erster Reha jetzt im neuen und komplett veränderten Lebensumfeld ist, nach 6 Monaten, davon vielleicht 2 im Koma,
ob dann auch der (imho mehrheitliche ?) Tenor wäre, "jetzt reiß dich mal z'am", nach 6 Monaten wird es Zeit, dass du mal hinmachst und schnallst, dass dein bisheriges Leben over ist! "
?
Weiß nicht. Vielleicht ja. Nutzen würde es wohl auch in der Analogie nix.
Und viele Bekannte würde sie auch verlieren. Da bin ich sicher. Und auch in dem Bein-Vergleich wäre sie nicht mit carte Blanche am Rollstuhl um sich und die Welt blöd anzureden, unkommentiert und folgenlos. Nee!
Aber ich glaub, dass viele physische Zerstörungen oft eher als solche erkennen können, als die, die im Herzen stattfinden.
@Sohn von Lufti Dachte, der wäre zumindest sehr an der Schwelle des Erwachsen Werdens? Dann kann ich mir vorstellen, dass er langsam seine eigenen Vorstellungen von Medienumgang hat und diese praktiziert.
Und so ein reflektiertes Eingehen, Hinterfragen und Tanja-auf-den-Weg- bringen hat nun so gaaar keinen therapeutischen Anstrich????;-)
Es reicht vollkommen, wenn Lufti bei sich bleibt und nur sagt, wie es ihr mit dem Gerede geht. Nachdem Lufti so auf alles reagiert, ist es sehr schwer, dann so zu reden, wie du es nun vorschlägst! Luft hat gerade genug mit sich selbst zu tun! DAS gehört mal in den Mittelpunkt!
Lufti könnte ja auch mal selber neugierig sein und tanja fragen, wie sie es denn um Himmels Willen geschafft hat, ihre Freundin lufti erfolgreich aus dem damaligen tief heraus zu kommen. Und was Tanja damals anders gemacht hat als sie jetzt. Nur so mal als Anregung.
Das würde mich nämlich auch mal interessieren, wenn ich mal wieder in der Endlosschleife hänge "ich mache und tue und nix ändert sich"...
Planung bedeutet, den Zufall durch Irrtum zu ersetzen
@Sohn von Lufti Dachte, der wäre zumindest sehr an der Schwelle des Erwachsen Werdens? Dann kann ich mir vorstellen, dass er langsam seine eigenen Vorstellungen von Medienumgang hat und diese praktiziert.
Ist dieser Strang nicht das Parade Beispiel warum man es nicht machen sollte? (Damit meine ich nicht Tanja sondern um das angebliche protzen)
Er kann auf Instagram Posten was er möchte aber nicht Haus und Grund wenn es öffentlich einsehbar ist. Das kann er in seiner eigenen Bude halten wie er will, aber hier wohne ich auch und werde ein Mitsprache Recht haben völlig egal wie alt er ist.
Und mein Sohn ist nicht mit Tanja auf insta befreundet bzw folgen sich.
Zitat von Jubidu im Beitrag #928Empathie bedeutet doch nicht, ihr Verhalten zu akzeptieren. Empathie bedeutet z.b. zu erkennen, dass sie in dem Moment mit dem Kaffeegeschirr massiv getriggert war und in ihrem eigenen Film. Hilfreich wäre es dann, sie dort abzuholen, statt sich selbst triggern zu lassen. Natürlich hat das auch etwas damit zu tun, wie Tanja sich dann öffnet.
Ich zitiere diese Aussage jetzt mal exemplarisch, aber Ähnliches wurde hier ja dauernd geschrieben. Jetzt wüsste ich wirklich gerne mal: Seid doch mal ehrlich mit euch selbst und fragt euch, ob ihr wirklich glaubt, dass ihr sowas über ein halbes Jahr lang mitfühlend und wohlwollend mitmachen würdet und wirklich jedesmal voller Verständnis für die arme Tanja wärt, denn sie hat es ja gerade so schwer, da lässt man sich doch gerne regelmäßig in eine Verteidigungshaltung drängen, wenn man sich nicht so verhält, wie Tanja das für richtig hält. (Disclaimer: Absichtlich überspitzte Darstellung) Und ich schätze mal, wärt ihr in der Lage, wärt ihr auch irgendwann mürbe und kein bisschen zugewandt, wenn ihr zum x-ten Mal kritisiert würdet.
@Sohn von Lufti Dachte, der wäre zumindest sehr an der Schwelle des Erwachsen Werdens? Dann kann ich mir vorstellen, dass er langsam seine eigenen Vorstellungen von Medienumgang hat und diese praktiziert.
Ist dieser Strang nicht das Parade Beispiel warum man es nicht machen sollte? (Damit meine ich nicht Tanja sondern um das angebliche protzen)
Er kann auf Instagram Posten was er möchte aber nicht Haus und Grund wenn es öffentlich einsehbar ist. Das kann er in seiner eigenen Bude halten wie er will, aber hier wohne ich auch und werde ein Mitsprache Recht haben völlig egal wie alt er ist.
Und mein Sohn ist nicht mit Tanja auf insta befreundet bzw folgen sich.
Also ich bin ja schwer begeistert, wie empathisch hier alle veranlagt sind und wie sie Tanja da abholen würden wo sie grad steht und wie toll sie ihre Empfindungen ihr gegenüber in Worte fassen würden. Macht ihr das im realen Leben tatsächlich so??? Ich bin ja leider sehr wenig diplomatisch und würde ihr wahrscheinlich sagen, dass ihr Verhalten einfach tierisch nervt
Zitat von Vanessab im Beitrag #940Ich bin ja leider sehr wenig diplomatisch und würde ihr wahrscheinlich sagen, dass ihr Verhalten einfach tierisch nervt
Ja, das wäre wahrscheinlich die beste Lösung, wenn eine gute Freundin von jetzt auf gleich vor den Scherben ihrer Existenz stünde, sie sich dadurch komplett (vermutlich nur temporär) in ihrer Persönlichkeit änderte und mich dieses Schicksal dermaßen aufriebe, so dass ich - als Freundin - am Rande einer Erschöpfung stünde.
Das sind natürlich Probleme, die niemand braucht. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn es morgen hieße, Tanja habe eine lebensbedrohliche Krankheit... Wie würde man da als Freundin mit umgehen können, wenn man jetzt schon so erschöpft ist?
Zitat von Vanessab im Beitrag #940Also ich bin ja schwer begeistert, wie empathisch hier alle veranlagt sind und wie sie Tanja da abholen würden wo sie grad steht und wie toll sie ihre Empfindungen ihr gegenüber in Worte fassen würden. Macht ihr das im realen Leben tatsächlich so??? Ich bin ja leider sehr wenig diplomatisch und würde ihr wahrscheinlich sagen, dass ihr Verhalten einfach tierisch nervt
Vanessa,
Ich bewundere Lufti für ihr Durchhaltevermögen. Spätestens nach dem Vorfall mit der Vase und der Bemerkung übers Kaffeeservice wäre ich vermutlich etwas aehem undiplomatisch geworden.
Wenn man sich Zeit für jemand nimmt und ihm zur Seite steht, muss man sich nicht noch obendrauf ein schlechtes Gewissen einimpfen lassen.
Zitat von Vanessab im Beitrag #940Also ich bin ja schwer begeistert, wie empathisch hier alle veranlagt sind und wie sie Tanja da abholen würden wo sie grad steht und wie toll sie ihre Empfindungen ihr gegenüber in Worte fassen würden. Macht ihr das im realen Leben tatsächlich so??? t
nee. Hab ich auch geschrieben!
Ein "Liebesgrad" von unter 10 auf der 12er Freundschaftsskala wäre bei mir
"oh je, du Arme, so ein Mist, da machst was mit"
Und großräumige Umfahrung der Person.
Ich hab viel Empathie für @Lufti
Da ich aber mal in einer Lage war, wo ich mit dem Bauch nach oben schwamm, wollte ich dazu schreiben, dass man es nicht innerhalb von Monaten schafft, sich wieder umzudrehen, geschweige denn loszuschwimmen....
Zitat von Vanessab im Beitrag #940Ich bin ja leider sehr wenig diplomatisch und würde ihr wahrscheinlich sagen, dass ihr Verhalten einfach tierisch nervt
Ja, das wäre wahrscheinlich die beste Lösung, wenn eine gute Freundin von jetzt auf gleich vor den Scherben ihrer Existenz stünde, sie sich dadurch komplett (vermutlich nur temporär) in ihrer Persönlichkeit änderte und mich dieses Schicksal dermaßen aufriebe, so dass ich - als Freundin - am Rande einer Erschöpfung stünde.
Sie steht da jetzt schon seit über 6 Monaten, und ich denke nicht, dass du so genau beurteilen kannst, in welchem Umfang genau dieses nörgelige Verhalten auftritt.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #943Da ich aber mal in einer Lage war, wo ich mit dem Bauch nach oben schwamm, wollte ich dazu schreiben, dass man es nicht innerhalb von Monaten schafft, sich wieder umzudrehen, geschweige denn loszuschwimmen....
Das ist doch aber was ganz anderes, als ständig die Hand zu beißen, die einen füttert.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #943Da ich aber mal in einer Lage war, wo ich mit dem Bauch nach oben schwamm, wollte ich dazu schreiben, dass man es nicht innerhalb von Monaten schafft, sich wieder umzudrehen, geschweige denn loszuschwimmen....
Das ist doch aber was ganz anderes, als ständig die Hand zu beißen, die einen füttert.
hab ich auch gesagt und @Lufti ermutigt, sich mal ganz rauszuziehen und zu sagen, "Tanja, bitte, mach mich nicht fertig" bzw. "Tanja, das geht dich nix an"
Zitat von Sondermodell im Beitrag #944Sie steht da jetzt schon seit über 6 Monaten, und ich denke nicht, dass du so genau beurteilen kannst, in welchem Umfang genau dieses nörgelige Verhalten auftritt.
Zitat von Sondermodell im Beitrag #949Nö, aber ich zumindest spare mir sarkastische Beurteilungen der TE
ich fände gut, wenn auch solche über Tanja unterblieben...
Weil, im Grunde wissen wir eh nicht, was Tanja sagt oder nicht. Wir lesen nur, wie das bei @Lufti ankommt. Viele Komm-Theorien erklären Unterschiede zwischen sagen und hören, senden und empfangen....