Wir reden aneinander vorbei. Und ich bleibe dabei: Ich habe nichts abgewertet, sondern lediglich festgestellt. Die inflationäre Verwendung des Begriffs "Abwertung" im Forum ist wirklich nervig. /ot
Das sind doch keine Vorhaltungen. Das sind Tatsachen. Wieso sollte hier irgendjemand Tanja einen Vorwurf machen? Wir kennen sie doch gar nicht. Es ist eben auch eine Tatsache, dass es viel ist, was sie zur Verfügung hat ohne etwas dafür zu tun. Auch das darf man wohl benennen.
Zitat von Chickenwings im Beitrag #752Das sind doch keine Vorhaltungen. Das sind Tatsachen. Wieso sollte hier irgendjemand Tanja einen Vorwurf machen? Wir kennen sie doch gar nicht. Es ist eben auch eine Tatsache, dass es viel ist, was sie zur Verfügung hat ohne etwas dafür zu tun. Auch das darf man wohl benennen.
Genau meine Gedanken! 2.000 EURO plus PKV sind wirklich nicht schlecht, auch nicht in München.
Auch hier in der schwäbischen Provinz kann ich mit solch einem Betrag allerdings kein Luxusleben führen. Das Leben ist verflixt teuer geworden. gestern im Clubrestaurant 1 Moussaka und 1 Aperol EURO 19,80 . . .
Zitat von Baumhaus1 im Beitrag #748Kann Tanja denn nicht ihre Ehrenämter wieder aufnehmen? Dann hätte sie eine den Tag strukturierende, erfüllende Aufgabe?!
Glaube, Lufti hatte geschrieben, dass der Exmann auch in die Ehrenämter eingebunden ist und sie daher damit aufgehört hat.
Zitat von Ruba im Beitrag #746Ich hab hier auch fast alles mitgelesen,- und denk mir nur,- wie gut, daß ich schon ganz unten war und weiß, daß man es schaffen kann. Den Lebensstandard von Tanja hatte ich zwar nie,- aber bei meiner Akademiker Verwandtschaft bin ich die arme Kirchenmaus gewesen- inzwischen geht's mir durch meine zweite Heirat besser,- von meiner geringen Rente aus einem sozialen Beruf könnte ich wohl nur eine Plattenbauwohnung zahlen. So bissig wie Tanja war ich fast nie-. das einzige Mal, als ich mich nicht beherrscht hab,- hab ich's mir mit meiner Schwester verscherzt.
Ja, so ähnlich geht es mir auch.
"Naja, so unberechtigt ist die Frage nicht.
Ihre Struktur ist weggebrochen und der Tag ist schon lang. Deswegen will sie sich ja auch so viel wie möglich mit Menschen treffen.
Gleichzeitig kann sie aber nicht jeden Tag ins Cafe/Restaurant.
Zu sich nach Hause will sie aber keinen einladen (zu klein) und wenn sie zu uns nach Hause kommt ist es auch nicht Recht (Erinnerung was ihr jetzt fehlt)
Ahhhh, es liegt an ihr und jeder von uns muss überlegen wie lange wir das noch mitmachen. "
Ich bin damals in der Zeit arbeiten gegangen, und es reichte eigentlich nicht. Einfach weil schlecht bezahlter Job, aber ich wollte arbeiten. Oder ich war arbeitslos und hab zu Hause am PC gehangen, Job gesucht, und Bewerbungen fertig gemacht. Ich hatte noch Teenager-Kinder um die ich mich kümmern wollte, die mein Ex aber negativ beeinflusst hat. Ich hatte Stress bis unter die Arme. Ich habe auch eine ganze Weile gebraucht um wieder in die Reihe zu kommen. Aber ich wollte immer was tun. Mich hängen zu lassen war keine Option für mich.
Ich muss fairerweise auch schreiben, das sie damals sehr für mich da war als ich im Loch war.
Krankheit und Verkauf der Firma. Das hat mir emotional sehr zugesetzt und sie war da.
Auch wenn ich nicht gut drauf war, hat sie es immer wieder geschafft mir ein Licht am Horizont zu zaubern.
Kein kritisches wort oder das klassische "reiß dich endlich zusammen"
Ihre Situation ist aber viel viel schlimmer und überhaupt nicht Vergleichbar.
Und ich möchte für sie genauso da sein wie sie es für mich war.....
Auf der anderen Seite agieren wir im jeweiligen Loch unterschiedlich.
Ich habe mich zurück gezogen weil ich niemanden meine miese Laune zumuten wollte. Ich habe keine Sticheleien von mir gegeben oder jemanden was geneidet.
Ich denke ihr versteht das ich hin und her gerissen bin....
Lufti, man kann da sein und seine Grenzen setzen. Und wenn man Grenzen setzt, ist man nicht "undankbar" oder hat vergessen, dass von anderer Seite geholfen wurde.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von Sariana im Beitrag #757Lufti, man kann da sein und seine Grenzen setzen. Und wenn man Grenzen setzt, ist man nicht "undankbar" oder hat vergessen, dass von anderer Seite geholfen wurde.
Genauso. Du kannst ihr sagen: Du hast mir damals so geholfen. Das war echt toll. Ich will dir auch helfen. Aber, das muss ein bisschen anders werden. Deine Sticheleien gehen nicht !
Lufti, gibt es einen Begriff, bei dem ihr in guten Zeiten regelmäßig die Augen verdreht habt? Könnte ein Codewort werden, wenn sie nach deinem Gefühl "drüber" ist.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von Lufti im Beitrag #756[...]das sie damals sehr für mich da war als ich im Loch war. [...] Und ich möchte für sie genauso da sein wie sie es für mich war.....
Und auch das kannst in die Karte schreiben. Oder ihr ins Gesicht sagen - genau SO - du hast eh schon die richtigen Worte gefunden!
Schwierig halt der ganze andere Wust dahinter. Dass du dich (noch) nicht abgrenzen kannst, dich auch erst im neuen Gefüge zurechtfinden musst, dass du vielleicht gewisse unterschwellige Ängste empfindest (dass es dir auch so ergehen könnte) usw.
Wenn du weißt, was du denkst, fühlst, wo du grad stehst, was du willst und was nicht, kannst du das auch ausagieren.
Zitat von skribifax im Beitrag #750Deine Aussage war, dass es fürstlich ist, dass ihr Mann die Rentenversicherung, Krankenversicherung u. ä. zahlt, obgleich sie nie berufstätig war. Weil sie nicht berufstätig war, hat er ja diese Zahlungen geleistet. Das war zwischen den beiden abgesprochen. Ihr das jetzt vorzuhalten, ist vollkommen unnötig und hat auch nichts mit der Sache zu tun. Diese Zahlungen werden weiterhin geleistet - was rächt sich? Ganz im Gegenteil, sie war eine der Frauen, die ihren "Gattinnenjob" abgesichert haben. Das, das viele andere nicht tun und dann tatsächlich mit nichts dastehen.
Das wird ihr doch gar nicht vorgehalten, jedenfalls habe ich nichts dergleichen gelesen. Das Problem ist, dass sie den ganzen Tag ohne Beschäftigung in ihrer im Vergleich zu früher kleinen Wohnung sitzt und grübelt. Ihr Leben hat keine Struktur, keinen Plan, keinen Sinn. Dabei könnte sie auf ihre Ressourcen zurückgreifen. Da kommt sie von alleine aber nicht drauf.
So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Mir hat mal jemand gesagt, dass ich mit meiner schlechten Laune auch andere runterziehe. Das war mir nicht bewußt und war sehr heilsam.
Zitat von Baumhaus1 im Beitrag #748Kann Tanja denn nicht ihre Ehrenämter wieder aufnehmen? Dann hätte sie eine den Tag strukturierende, erfüllende Aufgabe?!
Ehrenamt geht nicht, weil ihr Mann da irgendwie mitmischt. Wurde weiter vorne von Lufti erwähnt.
Aber ein anderes Ehrenamt würde doch gehen, da gibt es doch sehr viele. Gut, an der Tafel Lebensmittel ausgeben ist vielleicht nicht jedermanns Fall.
Eine Freundin von mir hat nachdem die Kinder groß waren einen Job gesucht, hatte es nicht nötig, wollte aber den Tag strukuriert haben.
Beim SKFM war sie zuerst und später noch im Empfang bei einer Kinderpsychologin. Es gibt genug auch anspruchsvolle Jobs (auch in Teilzeit), die sich eignen würden.
Ihre Situation ist aber viel viel schlimmer und überhaupt nicht Vergleichbar. …
Gekürzt von mir
Würde ich so aber nicht sagen. Krankheit ist noch mal etwas ganz besonders Schlimmes und für jeden ist der eigene Kummer viel schlimmer als der Kummer der anderen. Ist doch klar und nur menschlich. Ich würde Kummer nicht aneinander messen und vergleichen wollen, ist doch sehr individuell.
Aber eine Beschäftigung, zb ein neues Ehrenamt oder noch besser eine Weiterbildung, halte ich auch für sehr wichtig.
Es gibt tausend Jobs die Frau machen kann. Die einen besser bezahlt, die anderen schlechter. Wenn ihr nichts einfällt könnte sie Lufti fragen und die Zwei machen Brainstorming. Aber Tanja will nicht.
Eine chronische Erkrankung kann bis zum Lebensende einschränken. Mit der neuen Lebenssituation umzugehen ist ein hartes Stück Arbeit. Ein finanzielles Polster kann das teilweise abfangen und für Lebensqualität sorgen. Eine Trennung stellt das gewohnte Leben auf den Kopf, an den Folgen kann man gesunden, wenn man es denn will. Dazu gehört auch externe Hilfe, um Wut, Enttäuschung, Ängste, Trauer durchleben zu können ohne das Gegenüber zu belasten.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Ich denke, man muss einfach mal mit ihr reden, ich halte es nämlich für nicht unwahrscheinlich, dass ihr ihr seltsames Verhalten gar nicht bewusst ist.
Zitat von Fels im Beitrag #738Es gibt ja immer 2 Möglichkeiten im Leben, zu handeln: 1. Möglichkeit: ich hadere mit dem Schicksal, beklage mich über alles und jeden und vergraule auch noch die letzten Gutwilligen Möglichkeit 2: ich nehme mein Leben selbst in die Hand und mache aus den Gegebenheiten das Beste.
Diese Phasen sind oft konsekutiv und manchmal auch wiederholend.
Zitat von Farfalle im Beitrag #759 Du kannst ihr sagen: Du hast mir damals so geholfen. Das war echt toll. Ich will dir auch helfen. Aber, das muss ein bisschen anders werden. Deine Sticheleien gehen nicht !
Zitat von Hair im Beitrag #762 Mir hat mal jemand gesagt, dass ich mit meiner schlechten Laune auch andere runterziehe. Das war mir nicht bewußt und war sehr heilsam.
markiert von mir
Ein ehrliches Gespräch bzw. Feedback, dürfte, wie im Strangverlauf schon sehr oft empfohlen, der Schlüssel dazu sein, die Beziehung zwischen @Lufti und Tanja zu klären. Das ist immer etwas risikobehaftet, weil niemand voraussehen kann, wie Tanja es aufnimmt, mit welchem Ohr sie es hört.
Aber es bedeutet gleichzeitig auch eine riesen Chance für die weitere Existenz dieser Freundschaft, die offenbar schon in der Vergangenheit krisenerprobt war.
Zitat von Lufti im Beitrag #756 Auf der anderen Seite agieren wir im jeweiligen Loch unterschiedlich.
Ich habe mich zurück gezogen weil ich niemanden meine miese Laune zumuten wollte. Ich habe keine Sticheleien von mir gegeben oder jemanden was geneidet.
Es ist - ganz allgemein - ein gerne begangener Fehler, wenn man sich selbst und sein eigenes Verhalten zum Vorbild nimmt, weil es die Erwartungen auf eine gewisse Einseitigkeit reduziert.
Es wäre ganz wichtig, hier mal innerlich einen großen Schritt zurück zu treten.
Zitat von Lufti im Beitrag #756Ich muss fairerweise auch schreiben, das sie damals sehr für mich da war als ich im Loch war.
Krankheit und Verkauf der Firma. Das hat mir emotional sehr zugesetzt und sie war da.
Auch wenn ich nicht gut drauf war, hat sie es immer wieder geschafft mir ein Licht am Horizont zu zaubern.
Kein kritisches wort oder das klassische "reiß dich endlich zusammen"
Ihre Situation ist aber viel viel schlimmer und überhaupt nicht Vergleichbar.
Und ich möchte für sie genauso da sein wie sie es für mich war.....
Auf der anderen Seite agieren wir im jeweiligen Loch unterschiedlich.
Ich habe mich zurück gezogen weil ich niemanden meine miese Laune zumuten wollte. Ich habe keine Sticheleien von mir gegeben oder jemanden was geneidet.
Ich denke ihr versteht das ich hin und her gerissen bin....
Natürlich versehte ich das - schätze die anderen auch!
Was, wenn du nach der "Tanja-Pause" genau das mal so sagst. Ihr seid doch dann recht vertraut. Dass du ihr immer noch dankbar bist für ihre damalige Hilfe. Dass du ihr das jetzt so gern zurück geben möchtest, aber dich schwer tust, wenn sie dich so angeht.
Das hätte den Erfolg, dass du mal sagen kannst: bis hierher und nicht weiter. Und dass sie daran erinnert wird, wie sie mal Akteur und nicht Opfer war. Schätze, das hat sie vergessen. An ein Dasein als Nicht-Opfer erinnert zu werden, kann sehr sehr gut tun. Und zeigen, dass auch andere (du in dem Fall) mal ganz am A. waren -und sich wieder derrappeln konnten.
Zitat von Farfalle im Beitrag #764Es gibt tausend Jobs die Frau machen kann. Die einen besser bezahlt, die anderen schlechter. Wenn ihr nichts einfällt könnte sie Lufti fragen und die Zwei machen Brainstorming. Aber Tanja will nicht.
Das Gefühl stellt sich bei mir auch ein. 6 Monate Wunden lecken sollten ausreichen und vermutlich täte es ihr gut, eine Struktur und eine Aufgabe (!) zu haben. Was soll man in einem 1-Zi-Appartement denn den ganzen Tag tun?
Tanja hat Medizin studiert und promoviert, da sollte sich doch eine Stelle finden lassen. Fürs Ehrenamt hat sie momentan keine Zeit, sie sollte sich ums Geld verdienen kümmern. Ist sie denn rentenmässig abgesichert?
Zitat von Farfalle im Beitrag #764Es gibt tausend Jobs die Frau machen kann. Die einen besser bezahlt, die anderen schlechter. Wenn ihr nichts einfällt könnte sie Lufti fragen und die Zwei machen Brainstorming. Aber Tanja will nicht.
Ich habe glaub ich 6 Jahre Wunden geleckt. Ich musste aufpassen, dass ich mich nicht wundlecke.
nach 3 Jahren hatte ich eine lebensstabile Routine in Lecken & Leben entwickelt.
Ich hab seit dem Strang lang überlegt, wie ich damals das Entsetzen und die Panik ventiliert habe. Ob ich auch andere so anging. Bestimmt! Vielleicht nicht so unverhohlen wie Tanja (was auch für ein immenses Vertrauen in dich spricht @Lufti...) Aber dass ich "froh, tapfer und still" gewesen wäre, glaub ich nicht.
Ich hab bis auf meine allerallerengsten Freunde alle gemieden, weil ich mich auch geschämt hatte. Irrational. Aber sehr. Die Allerengsten haben mich immer unterstützt, waren aber z. B. bis auf eine komplett und vehement dagegen, dass ich rumvagabundiere und im Ausland bin.
Da gab es Dissens und ich fühlte mich unverstanden und so.
Ich kann nur zum 2002. mal sagen, aus meiner Sicht und Erfahrung: entscheidender Parameter ist der Faktor Zeit.
Und da finde ich, den muss man jemanden, der sowas mitmacht grad, geben. Das ist für mich Menschlichkeit.
@Lufti Und dir muss man zugestehen, dass dir die Hutschnur platzt und du mal Pause brauchst. Du - dir zugestehen.
Zitat von skribifax im Beitrag #750.... die ihren "Gattinnenjob" abgesichert haben. Das, das viele andere nicht tun und dann tatsächlich mit nichts dastehen.
Gattinnenjob - das gefällt mir. Das kann nämlich wirklich ein Job sein.
"...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..." Sprichwort auf Oxtorne
Ich weiss nicht ob das ketzerisch klingt, aber für mich stellt sich die Situation so dar: Studierte Medizinerin heiratet einen nicht unvermögenden Mann mit einem Haus, eine Familie wird gegründet. Man lässt es sich als Gattin gut gehen (ich kenne auch so Frauen . . ) und macht bissle Ehrenamt, ansonsten hat man ein sorgenfreies Leben.
Jetzt stellt sie fest, dass sie arbeiten soll . . huch. Dann noch der soziale Abstieg - raus aus dem Haus und rein in eine Ein-Zimmer-Wohnung. Klar, dass das wehtut.
.....
Was sind denn "so" Frauen?
Irgendwie klingt das jetzt nicht besonders nett und einigermaßen missgünstig von dir.
"...es gibt höchstens hoffnungslose Menschen, aber nie hoffnungslose Situationen..." Sprichwort auf Oxtorne