Zitat von Hair im Beitrag #699 Sorry, wenn ich etwas spät dran bin, habe gerade gegoogelt, das Geschirr is5 ja nun nicht weltbewegend teuer, das könnte sich auch Tanja locker mit ihren 900€ leisten.
Das Geschirr ist ja sehr wahrscheinlich sowieso nur ein Platzhalter, gewissermaßen ein zweifacher.
Einerseits rational für die Möglichkeit von Lufti, daß sie einfach ein Geschirr gegen das andere tauschen kann, weil sie es geschenkt bekam (den Mann in dem Moment nicht zu erwähnen war z.B. wirklich rücksichtsvoll) und ihre Familie sich das ohne Gedanken leisten kann und mag. Freude bereiten und etwas genießen.
Andererseits ein emotionaler Platzhalter, ein Familiengeschirr steht für so viele gemeinsame Essen und Erinnerungen, gewissermaßen für das Zuhause.
Vor vielen Jahren habe ich in einer bestimmten Phase sehr intensiv über eine Trennung nachgedacht, diese wäre von mir ausgegangen, also nicht so wie bei Tanja, die ja auch noch "getrennt wurde" und sich nicht "getrennt hat".
Und doch weiß ich noch wie heute, wie ich damals in dieser Phase irgendwann bei einem schnellen Abwasch stand, für den sich die Maschine nicht lohnte und wie mir tieftraurige Tränen liefen, weil ich dann auch dieses Geschirr hinter mir lassen würde. Gekauft als Studenten, nichts Besonderes, so ein REAL-Geschirr-Paket.
Aber es war ein Symbol, für mein Zuhause, für alles, was ich an Materiellem und Ideellem hinter mir lassen müßte, was eben auch mit einer Trennung zusammen gehangen hätte. Und wie gesagt, obwohl ich die treibende Kraft gewesen wäre.
Um wieviel schlimmer muß das alles für Tanja sein, die das alles eben nicht wollte.
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Wie geschrieben, rational finde ich Tanjas Ansprüche an ihre Clique auch viel zu egozentrisch, aber da mir dabei immer wieder das "verletztes Tier"-Bild vor Augen kommt, wäre ich damit wahrscheinlich zur Zeit noch eine Zeitlang geduldig und nachsichtig. Was nicht heißt, daß ich es nicht trotzdem vorsichtig ansprechen würde, denn sonst führt nicht die Trennung zur Trennung vom Freundeskreis sondern dieses Verhalten.
Zitat von skribifax im Beitrag #636 In meinen Augen hast du zu genaue Vorstellungen, wie Tanja agieren sollte. Deshalb auch immer wieder deine Interventionen. Und das hinterlässt dann Frust, wenn sie nicht so handelt bzw. handeln kann. Auch der "Vorwurf", dass sie nicht vorgesorgt hätte steht dir in meinen Augen nicht zu. So lange du also so verstrickt bist, solltest du dich etwas zurückhalten, bis du dich und sie besser trennen kannst.
Autsch....das sitzt
Aber das ist mit Sicherheit nicht böse gemeint. So wie Rokeby schreibt, es geht so langsam auch um Selbstschutz bei Dir.
Denn finanziell ist Tanja tatsächlich gut abgesichert. Rentenmäßig und auch mit der monatlichen Leistung. Das muss frau erstmal erwirtschaften.
Bei allem anderen muss sie sich in erster Linie selbst helfen.
Hätte Dir denn geholfen, wenn die Gruppenstärke sich ein bisschen "verdünnt" hätte, wenn also in der Akutkrisenzeit nur eine oder zwei gute Freundinnen aus der Clique unterstützend um Dich herum geblieben wären?
1. Danke <3
Und auf deine Frage: hm ... ich fürchte, dass nicht. Denn das, was ich brauchte - Auseinandersetzung mit dem Ungeschönten, Betrauern, Bewüten, Klären - hätte jede Freund_innenschaft überfordert, und ich glaube sogar, beide Parts. Da war so viel nicht-aussprechbar, so viel Ungutes, Hass, Wut, Neid, Selbstmitleid, Panik ... nur mit dem "Festhalten" übertüncht.
Im Nachhinein wärs am besten gewesen: Clique macht weiter, ungerührt ... und wir basteln uns was kompett Neues, das mit üblichen Cliquenaktivitäten nix zu tun gehabt hätte (entweder im alten Rudel oder mit 2-3en); eben Lesekreis oder sowas, und zwar mit Themen, die bittschön nix mit den jeweiligen Diss-Vorhaben (meinem gerade kaputtegangenen Leben) zu tun gehabt hätten ...
Aber ... verschüttete Milch.
Was ist klein, grün und dreieckig? - Ein kleines grünes Dreieck! (copyright: mein Neffe als Kleines)
Im Nachhinein wärs am besten gewesen: Clique macht weiter, ungerührt ... und wir basteln uns was kompett Neues, das mit üblichen Cliquenaktivitäten nix zu tun gehabt hätte (entweder im alten Rudel oder mit 2-3en); eben Lesekreis oder sowas, und zwar mit Themen, die bittschön nix mit den jeweiligen Diss-Vorhaben (meinem gerade kaputtegangenen Leben) zu tun gehabt hätten ...
Wäre Lufti und Tanja zu wünschen, dass etwas komplett Neues funktioniert. Aber im Moment starren alle auf Tanjas altes "gerade kaputtgegangenes Leben". Tanja selbst sowieso und noch länger (wer nicht in ihrer Lage?), und die Freundinnen, die irgendwie unterstützend um sie bleiben wollen, auch, weil sie wohl nur im mitfühlenden Starren auf diesen Vergleichsabgrund (Hatte Tanja gerade noch - Ist jetzt alles weg) genügend Verständnisressourcen zusammengekratzt bekommen, all ihre Neidquerschüsse und Sticheleien überhaupt aushalten zu können. Mir jedenfalls geht es so beim reinen Mitlesen.
Irgendwas vertrackt auf-der-Stelle-Tretendes und/oder blöd Im-Kreis-Laufendes ist da dabei.
Zitat von Kleines grünes Dreieck im Beitrag #698Denn es WAR ja Tatsache, dass ihr Leben weiterging. Alles "so tun als ob" nutze ja nix - ob ich denn traurig war, neidete, "mies drauf" war, Bekümmerung wollbrauchte oder mich dagegen wehrte. Ich musste es für mich auf die Kette kriegen ... und da ist das "Herumtanzen und Verbiegen" aus allseitiger Unkenntnis und Überforderung heraus eher ... unproduktiv gewesen.
Ja, verstehe besser.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
Kleines grünes Dreieck, da hast Du ja was mitgemacht. Meinen Respekt für Deinen klaren Schnitt. Hast Du denn später wieder Kontakt zu Deinen ja sehr guten Freunden bekommen?
Zitat von Hair im Beitrag #702 Denn finanziell ist Tanja tatsächlich gut abgesichert. Rentenmäßig und auch mit der monatlichen Leistung. Das muss frau erstmal erwirtschaften.
Das ist doch alles relativ. Wir wissen natürlich nicht, um welche Dimensionen es überhaupt geht und natürlich hat niemand die Garantie, daß ein finanziell sehr privilegiertes Leben immer so weiterläuft, erst recht nicht, wenn es nicht selbst erarbeitet ist und man einen sicheren Job hat, aber wenn es in die Richtung geht, die ich vermute, dann sind 2000€ eben nicht viel und gefühlt doch eine größere Einschränkung.
Viele Menschen auch in Deutschland geben weit mehr allein für ihren Flug in den Urlaub aus (ohne Hotel), viele Menschen in Deutschland machen das ein paarmal im Jahr.
Ja, gleichzeitig sind auch viele Menschen in D. noch nie geflogen und werden es vielleicht nie und ihr Urlaub kostet weit weniger bzw. ist überhaupt nur alle paar Jahre drin, aber es gibt eben beide Realitäten nebeneinander.
Zitat von Hair im Beitrag #705Kleines grünes Dreieck, da hast Du ja was mitgemacht. Meinen Respekt für Deinen klaren Schnitt. Hast Du denn später wieder Kontakt zu Deinen ja sehr guten Freunden bekommen?
Danke für den Respekt <3, ich merkte damals lediglich "so fressen wir uns alle auf und lernen nur, uns gründlich zu hassen ...", denn es ging ja auch in der Clique, wie ich ja trotz aller Belämmerung am Rande mitbekam, um so Streitigkeiten, wer jetzt dran sei mit Kümmerbesuch ("och, war gerade in der Nähe *pfeif*), wer das jetzt so gar nicht mehr abkonnte ... ich wusste mir und uns nicht mehr zu helfen außer mit dem Schnitt ...
Und nein. Sie haben auch als Clique keinen Zusammenhalt mehr, das flog alles auseinander, als sie ihre Doktorate hatten ... mehrere haben noch Kontakt, allerdings eher in 2-er oder 3-er-Kombis ... man verfolgt so gewogen die akademischen Meriten (ich inzwischen auch), seufzt halbneidisch über die Professur, die die eine oder andere kriegte etc. Aber für mich war das "vorbei", ich MUSSTE aussteigen, wollte ich mich retten (und noch einen Funken Wohlgesonnenheit bei anderen bewahren anstatt irgendwann in Abneigung eingestuft zu werden).
War dann ein ekliges Stück Wegs, bis ich dann irgendwann "angekommen" bin da, wo mein Kerl und ich jetzt wohnen. In Armut und im Rollstuhl einerseits - mit einem Stapel guter Nachbarsfreund_innen und einem selbst gezimmerten ehrenamtlichen Lehr"beruf" (Nachhilfelehrerin für migrantische Kinder und Jugendliche) andererseits, seit mehr als 15 Jahren inzwischen. Und wenns irgendwann halt so gar nicht mehr geht mit dem Bewegen, und dass es da hinein läuft irgendwann, ist klar - dann wird es das Pflegeheim sein müssen. Wobei ich dafür schon fleißig durchs "Schießen" von Hörbüchern vorsorge ... auch Inhaltlichen :D. Und auch meine Schülis (wovon manche bereits im Beruf - oder mitten in Akademia <3 - stecken) werden mich auch nicht im Stich lassen.
ABER: dafür brauchte es insgesamt 5 verflucht, verflucht bittere Jahre. In denen mir auch die Solidarität oder Freund_innenschaft meiner damaligen Freundesclique nichts hätte nützten können - so eine Umwälzung hätte alle Teile überfordert. Da hätte es dann "Supervision" gebraucht und wäre therapeutischer/sozialarbeiterischer Kontext geworden, etwas, das meinem Begriff von Freund_innenschaft widerstrebt. In diese Hölle musste ich allein rein und durch, ohne Wegweiser und Trampelpfad ...
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Zitat von Hair im Beitrag #702 Denn finanziell ist Tanja tatsächlich gut abgesichert. Rentenmäßig und auch mit der monatlichen Leistung. Das muss frau erstmal erwirtschaften.
Das ist doch alles relativ. Wir wissen natürlich nicht, um welche Dimensionen es überhaupt geht und natürlich hat niemand die Garantie, daß ein finanziell sehr privilegiertes Leben immer so weiterläuft, erst recht nicht, wenn es nicht selbst erarbeitet ist und man einen sicheren Job hat, aber wenn es in die Richtung geht, die ich vermute, dann sind 2000€ eben nicht viel und gefühlt doch eine größere Einschränkung.
Viele Menschen auch in Deutschland geben weit mehr allein für ihren Flug in den Urlaub aus (ohne Hotel), viele Menschen in Deutschland machen das ein paarmal im Jahr.
Ja, gleichzeitig sind auch viele Menschen in D. noch nie geflogen und werden es vielleicht nie und ihr Urlaub kostet weit weniger bzw. ist überhaupt nur alle paar Jahre drin, aber es gibt eben beide Realitäten nebeneinander.
Der Ex zahlt doch auch noch die PKV, Rentenbeiträge und ich meine gelesen zu haben, noch eine Privatrente. Wenn das mal nicht gut aufgestellt ist. Und er bietet auch noch eine Zusatzzahlung für schnelle Scheidung. Für Nichtstun eine fürstliche Leistung. Gut, für mich ist das fürstlich, habe aber auch nicht Medizin studiert und arbeite schon mein ganzes Leben.
Kleines grünes Dreieck, mein Mitgefühl. Leider gibt es gar nicht so selten solche Lebenseinschnitte, die wirklich alles umwälzen. Gut, dass Du die Kraft und den Mut hattest, für Dich zu entscheiden Dein Leben so anzunehmen wie es nun mal ist. Bitter, aber eine Lebensaufgabe, von der wir nicht wissen, warum und wofür sie uns gestellt wird.
Ich schicke Dir ganz viele liebe Wünsche und freue mich, noch öfter von Dir hier zu lesen.
Mir fehlen ja eher selten die Worte, aber gerade geht es mir so beim von Dir Beschriebenen, @kleines grünes Dreieck. Von Herzen alles Gute Dir, mittlerweile spricht viel Kraft aus Deinen Worten.
Zitat von Sternenfliegerin im Beitrag #711Mir fehlen ja eher selten die Worte, aber gerade geht es mir so beim von Dir Beschriebenen, @kleines grünes Dreieck. Von Herzen alles Gute Dir, mittlerweile spricht viel Kraft aus Deinen Worten.
Full-quote, weil ich es besser nicht hätte schreiben können.
Zitat von Sternenfliegerin im Beitrag #711Mir fehlen ja eher selten die Worte, aber gerade geht es mir so beim von Dir Beschriebenen, @kleines grünes Dreieck. Von Herzen alles Gute Dir, mittlerweile spricht viel Kraft aus Deinen Worten.
Full-quote, weil ich es besser nicht hätte schreiben können.
Danke allen <3, wirklich! ABER: ich wollte das nur schildern, um vllt. eine andere Art der "Ground Zero"-Perspektive für Lufti darzustellen <3. Nämlich - deine Überforderung ist real. Und sie ist valide. Und sie ist, der Situation geschuldet und quasi-notwendig - verstrickt. Und - vielleicht, eventuell, möglicherweise nicht hilfs-bringend ... bei allem guten Willen beider Beteiligter, Tanjas und deinem. Weil die Situation so umwälzend ist, dass sie nicht mitgegangen werden kann. Weil sie das, was in Freundinnenschaften möglich ist, übersteigt. Ja, die relative Verarmung ist auffangbar. Der Verrat, den die Trennung bringt, ist in den Konsequenzen mitgehbar. Was sich entzieht, ist die so grundsätzliche Erschütterung. Da bräuchte es auch bei Tanja eine Anerkennung dessen, was möglich ist und was nicht. Beistand ja, unbedingt - aber Mitvollzug, der nein. Und auch nicht in Veräußerlichung (Eindampfen der Aktivitäten etc.).
Und da eben damals von innen: ich war dazu nicht in der Lage. Nicht als Anfangdreißigjährige und nicht "von innen". Hätte mir eine Freundin aus der Clique das so um die Ohren gedroschen - ich wäre totbeleidigt gewesen. Als Erstreaktion. Aber vielleicht hätte es dann nicht fliegen gehen müssen ...
Ich weiß es nicht. Aber ich mag es als eine Reaktionsmöglichkeit zu Bedenken geben - bevor du, Lufti, vor lauter Verstrickung und Schlechtgewissigkeit und Verärgerung deinem Nick dann keine Ehre mehr machst, sondern nur mehr nach Sauerstoff japst ...
Take care!
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Zitat von Hair im Beitrag #708Der Ex zahlt doch auch noch die PKV, Renten. Eiteäge und ich meine gelesen zu haben, noch eine Privatrente. Wenn das mal nicht gut aufgestellt ist. Und er bietet auch noch eine Zusatzzahlung für schnelle Scheidung. Für Nichtstun eine fürstliche Leistung. Gut, für mich ist das fürstlich, habe aber auch nicht Medizin studiert und arbeite schon mein ganzes Leben.
Also, das IST fürstlich - immerhin war sie ja noch nie berufstätig. Und sie hat ihre Lage ja auch ein bisschen mitzuverantworten: Sie hat kein eigenes Geld verdient und das beste gehofft, und das ist in die Hose gegangen. Natürlich ist das bitter und vermutlich wird sie daran noch lange zu knabbern haben, aber das alles rechtfertigt nicht, irgendwelche Ansprüche an die wirklich sehr gutwilligen Freunde zu stellen. Und darüber sollte man reden, von selbst wird sich das nicht ändern.
Zitat von Sondermodell im Beitrag #715 Also, das IST fürstlich - immerhin war sie ja noch nie berufstätig. Und sie hat ihre Lage ja auch ein bisschen mitzuverantworten: Sie hat kein eigenes Geld verdient und das beste gehofft, und das ist in die Hose gegangen. Natürlich ist das bitter und vermutlich wird sie daran noch lange zu knabbern haben, aber das alles rechtfertigt nicht, irgendwelche Ansprüche an die wirklich sehr gutwilligen Freunde zu stellen. Und darüber sollte man reden, von selbst wird sich das nicht ändern.
Was hat das damit zu tun, ob sie berufstätig war? Warum die Abwertung? Ich finde auch, dass das fürstlich ist. Die beiden haben das so vereinbart, deshalb ist es gerecht. Was ist in die Hose gegangen? Die Liebe, ja. Aber das hat nichts mit Berufstätigkeit zu tun, das kann jeden treffen. Und ja, ich stimme dir zu, dass darüber gesprochen werden sollte. Da hätten sich aber die konkreten Anlässe auch in meinen Augen wirklich angeboten. Auch die Frage, was Tanja denn im Moment so verletzt, dass sie (schon wieder) so um sich schlägt und was es an ihrer pesönlichen Situation änderte, wenn z. B. lufti jetzt kein neues Geschirr hätte. Ich habe ein bisschen den Eindruck, dass alle die Konfrontation (noch) scheuen und sich Gedanken machen, was sie tun könnte. Wie schon zigfach konstatiert, sie muss sich bewegen, sie muss aus der Situation raus. Nur kann sie das momentan noch nicht, weil sie damit den Ist-Zustand akzeptieren würde.
Ich erinnere mich daran, wie mein Mann lebensgefährlich erkrankt war und alle mir helfen wollten - mir konnte keiner helfen. Mein Bruder meinte dann zu mir, dass er mir nun mehrfach Hilfe angeboten habe, ich sie abgelehnt habe und er das akzeptiere. Er hoffe allerdings, dass ich, sollte ich Hilfe in welcher Form auch immer brauchen, mich an ihn wenden werde. Das hat damals viel Druck von mir genommen. Ich "durfte" so weitermachen, wie ich es für richtig hielt, es wurde nicht insistiert und ich hatte die Zusage, dass alle Gewehr bei Fuß stehen, wenn ich sie brauche. Das tat mir gut. Das habe ich meinem Bruder, als das Schlimmste vorbei war, auch so gesagt. Er meinte nur, dass er aus Verzweiflung so gehandelt hatte, weil er nicht ständig Absagen kassieren wollte und es ihm auf der anderen Seite wichtig war, dass er für mich da wäre.
Solche einschneidenen Ereignisse sind für alle schwierig, und wie auch schon gesagt, wie man es macht, macht man es wahrscheinlich falsch. Durch die klare Ansage "die Verantwortung liegt bei dir, sag, wenn du was brauchst", hatte ich eine Option, die mir so vorher nicht klar war (auch wenn sie natürlich immer bestanden hatte). Deshalb ist es wichtig, dass man miteinander spricht und auch der Helfende sagt, was Sache ist; ohne Vorwurf, ohne Forderung, ohne Wertung. Ich wünsche lufti, dass ihr das gelingt.
Zitat von Kleines grünes Dreieck im Beitrag #714... ABER: ich wollte das nur schildern, um vllt. eine andere Art der "Ground Zero"-Perspektive für Lufti darzustellen <3. Nämlich - deine Überforderung ist real. Und sie ist valide. Und sie ist, der Situation geschuldet und quasi-notwendig - verstrickt. Und - vielleicht, eventuell, möglicherweise nicht hilfs-bringend ... bei allem guten Willen beider Beteiligter, Tanjas und deinem. Weil die Situation so umwälzend ist, dass sie nicht mitgegangen werden kann. Weil sie das, was in Freundinnenschaften möglich ist, übersteigt. ...
Eben, das kann funktionieren, muss es aber nicht.
Schwierig daran ist es m.E. auch, wenn Du, Lufti, die Situation von Tanja entsprechend Deines Naturells als "lösbares und zu lösendes Problem" auffasst. Das machst Du vermutlich in bester Absicht, darin besteht aber die Gefahr, dass Du Dich qua Ideen, Energie und Problemlösungskomptenz in Tanjas Augen noch größer und stärker machst, als Du es wirtschaftlich ja sowieso schon bist. Das Ganze ist aber nicht Dein Leben, Dein Problem, Du kannst und musst es nicht lösen oder bewältigen.
Damit überforderst Du im Zweifelsfalle nicht nur Dich selbst. Du machst Tanja damit -unbeabsichtigt- möglicherweise gefühlt kleiner und schwächer. Dieser Fokus auf Geld und finanziellem Status legt mir nahe, wie minderwertig sie sich im Moment fühlt.
Daran lässt sich von außen aber nichts ändern - erst recht nicht mit einer verlogenen Inszenierung von Begegungen, die vorgeben, alle würden wirtschaftlich auf dem selben Niveau leben. *
Wie auch immer, in jeder zwischenmenschlichen Beziehung ist es klug, diese auch nach dem eigenen Gefühls- und Krafthaushalt zu gestalten - nicht nur entlang der tatsächlichen oder vermeintlichen Bedürfnisse der Anderen.
*Tanjas diesbezügliche Forderungen und Sticheleien finde ich auch unangemessen (und unklug, denn damit riskiert sie ihre Freundschaften). Falls eure Freundschaft das Ganze übersteht, wäre es sicher gut, mal zu schauen, wo diese Bedeutung von Geld & Co zwischen euch genau herkommt.
Zitat von Nicolo im Beitrag #717.. *Tanjas diesbezügliche Forderungen und Sticheleien finde ich auch unangemessen (und unklug, denn damit riskiert sie ihre Freundschaften). Falls eure Freundschaft das Ganze übersteht, wäre es sicher gut, mal zu schauen, wo diese Bedeutung von Geld & Co zwischen euch genau herkommt.
Es könnte durchaus sein (und käme mir bekannt vor in der Schuld meiner ehem. Clique steht für die Langmut ...) dass das ein innerlicher Prozess ist. Was bliebe ihnen, wenn bei ihnen alles "weg" wäre? Würden sie genau so "blank" da stehen wie ich mich gerade fühle? oder wie beim Kind: Erprobung der Liebens-Würdigkeit - wenn ich mich wie das Ekel benehme, wie ich mich gerade eklig fühle - dann muss sie doch gehen? Wie, sie geht nicht? Ist und bleibt da wirklich Darüberhinausgehendes? Oder war ich nur noch nicht eklig genug, habe meinem Selbst-Ekel noch nicht hinreichend Ausdruck gegeben, dass auch sie geht (wie die ehemalige/gefühlte Absicherung, wie die Ehe, wie der Ruf, wie das Selbstbild)?
Was ist klein, grün und dreieckig? - Ein kleines grünes Dreieck! (copyright: mein Neffe als Kleines)
Zitat von Hair im Beitrag #708Der Ex zahlt doch auch noch die PKV, Renten. Eiteäge und ich meine gelesen zu haben, noch eine Privatrente. Wenn das mal nicht gut aufgestellt ist. Und er bietet auch noch eine Zusatzzahlung für schnelle Scheidung. Für Nichtstun eine fürstliche Leistung. Gut, für mich ist das fürstlich, habe aber auch nicht Medizin studiert und arbeite schon mein ganzes Leben.
Also, das IST fürstlich - immerhin war sie ja noch nie berufstätig. ...
Die finanzielle Regelung ist hier doch gar nicht das Thema. Und es hilft weder Lufti noch Tanja, festzustellen, dass es Tanja leidlich objektiv betrachtet wirtschaftlich gut geht. Tanja ist eben seit 30+ Jahren ein kostspieligeres Leben gewöhnt, und sieht dies offenbar als wesentlches Element der sozialen Zugehörigkeit zum gemeinsamen Freundeskreis mit Lufti an.
Inklusive der Schnapsidee: da ich mich nicht auf Knopfdruck "reicher machen" kann, sollen sich doch die Anderen auf Knopfdruck "ärmer machen".
oder wie beim Kind: Erprobung der Liebens-Würdigkeit - wenn ich mich wie das Ekel benehme, wie ich mich gerade eklig fühle - dann muss sie doch gehen? Wie, sie geht nicht? Ist und bleibt da wirklich Darüberhinausgehendes? Oder war ich nur noch nicht eklig genug, habe meinem Selbst-Ekel noch nicht hinreichend Ausdruck gegeben, dass auch sie geht
Hm, auf mich wirkt's eher wie 'ne halbbewusste/zwänglerische Probe der Selbstvergewisserung nach der Entwertung im monströsen Schnelldurchlauf durch ihren Mann: "Sie halten mich auch so ... fiesmöppig aus? Wirklich so? Dann scheine ich ihnen - scheine ich überhaupt noch - echt was wert zu sein."
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
Nö, Deins ist genauso ne valide Annahme. Aber mE halt anders im Antrieb. :) Und beides scheint mir destruktiv zwänglerisch angelegt. Der Rätselknoten für mich ist, wie man's als Freundin konstruktiv unterlaufen kann.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
@Kleines Grünes Dreieck und Aen Könnte gut sein, dass die Fragen "Wer bin ich, was macht mich aus, welche Bedeutung (welchen Wert?) habe ich für Andere?" Tanja gerade auch in dieser Form umtreiben. Aber Tanja schreibt hier ja nicht ;o)
Umso wichtiger für Lufti, die eigenen Grenzen zu beachten und zu kommunizieren.
Zitat von Nicolo im Beitrag #724@Kleines Grünes Dreieck und Aen Könnte gut sein, dass die Fragen "Wer bin ich, was macht mich aus, welche Bedeutung (welchen Wert?) habe ich für Andere?" Tanja gerade auch in dieser Form umtreiben. Aber Tanja schreibt hier ja nicht ;o)
Umso wichtiger für Lufti, die eigenen Grenzen zu beachten und zu kommunizieren.
Ja eben. Wenn, dann sind das innere Prozesse, die wir als Möglichkeit, vielleicht ist ja auch alles ganz anders hier etwas ventiliert haben. Aber - Lufti ist Lufti und hat vor allem erst mal Verantwortung für sich, sie ist nicht Tanjas Therapeutin. Was auch immer diese umtreibt ... entweder sie macht es mit sich aus oder sie kommuniziert es, soweit es möglich und verbalisierbar ist. Raten und Eiertanzen macht alles nur noch schlimmer - für beide.
Liebe Lufti ... ich fürchte, es wird Zeit für klare (nicht unfreundliche, nicht laute, nicht bittere, aber: klare) Worte. Sonst verstrickt ihr euch weiter in einer Helfen-/Geholfenkriegensituation, die sich schnell und schneller dreht und vor allem eines nicht tut: nachhaltig helfen ...
Und vor allem: du machst dich abhängig ... von Tanjas Bewertungen, von ihrer Laune, von ihrer Situation. Du beschreibst ja selbst ganz klar, wie sehr dich die "Situation Tanja" bereits bestimmt, ihre vorweggenommenen/befürchteten Reaktionen, ihr Gestichel, ihr Eingeschnapptsein, ihre Forderungen ...
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