Zitat von Jubidu im Beitrag #594 Und deshalb nochmal die Frage: kannst du dich ggf als Punchingball annehmen und hergeben und erkennen, dass hinter dieser Stichelei ganz viel unterdrückte Wut, Hass, Traurigkeit steht, die raus muss?!
Ganz ehrlich? Schwierig.
Ich bin ein impulsiver Mensch und oft ist das Mundwerk schneller als der Kopf.
Im Nachhinein hätte ich es anders gemacht, ja. Aber in diesem Moment war ich nicht in der Lage besser zu handeln.
Aber ja, ich nehme es emotional oft zu persönlich und mir ist (später) klar das es nichts mit mir zu tun hat. Deswegen bin ich ja immer noch da....
Dann muss sie mal lernen, dass ihre Sticheleien in die Hose gehen. Es kann sich jetzt nicht dauerhaft alles nach ihr richten. So funktioniert das Leben nicht. Der Gegenwind muss deutlicher werden.
Zitat von Jubidu im Beitrag #594 (...) Und deshalb nochmal die Frage: kannst du dich ggf als Punchingball annehmen und hergeben und erkennen, dass hinter dieser Stichelei ganz viel unterdrückte Wut, Hass, Traurigkeit steht, die raus muss?!
Dazu kann ich als Mitleserin nur sagen: Auf gar keinen Fall! Dazu muss und sollte sich niemand hergeben.
gekürzt von mir
+1
Niemand (und offensichtlich bekommt es ja die ganze Gruppe ab und nicht nur Lufti) muss monatelang regelmäßige Sticheleien, Madigmacherein, Boykottieren vom Freizeitgestaltungen usw. aushalten. Auch nicht in der engsten Freundschaft.
Ich glaube es ist auch einfach schwer sich wirklich in eine Situation einzufühlen, die man nicht selber erlebt hat. Früher habe ich auch gedacht "zu einer Trennung gehören immer zwei " oder " in eine gute Ehe kann niemand einbrechen ". Wurde eines Besseren belehrt und Tanjas Welt ist nach 30 Jahren zerbrochen. Da sind 6 Monate gar nichts-zumal sie ja immer noch nicht einmal ansatzweise in der Vetarbeitungsphase ist. Und dann muss sie aus ihrem Trümmerhaufen heraus sehen, dass das Leben der anderen so weiterläuft wie bisher. Sie fragt sich, was sie falsch gemacht hat und natürlich kann sie in dieser Situation nicht gönnen. Auch nicht so etwas Lächerliches wie Kaffeegeschirr oder eine Vorspeise. Ihr seid ein Symbol für das, was sie verloren hat und verzweifelt versucht zurückzubekommen. Das geht so weit, dass sie es euch "wegnimmt" (Vase) und verkauft. Ihr sollt mit ihr leiden. Was hat sie getan, um dieses Schicksal zu verdienen, was habt ihr besser gemacht? Das ist nicht rational, aber nachvollziehbar.
Ich denke auch, dass sie das bis zu einem gewissen Grad nicht absichtlich macht. Aber wenn keine Grenze kommen, dann zieht sie das ganze weiter und womöglich noch schlimmer. Dann macht sie es sich in dieser Rolle bequem, auf eure Kosten.
Nicht nur Tanjas ganze Zukunft ist doch zerbrochen, auch ihr eigenes Bild von sich. Sie war die engagierte, großzügige Person und soll jetzt zur Bittstellerin und (überspitzt formuliert) Schmarotzerin werden. Die Haltung: Ja, Dein Mann ist weg,.das Haus ist weg, das Geld ist weg -aber jetzt kriegt Dich mal wieder ein und verdirbt uns nicht die gute Laune-Haltung ist zwar verständlich, aber nicht sehr empathisch.
Jeder versteht, dass Tanja es schwer hat, Caramac. Aber Freunde sind keine Fußabtreter. Und das muss ihr aufgezeigt werden dürfen. Bittstellerin.....sie bekommt Geld von dem ein normaler Mensch gut leben kann und sie fühlt sich arm. Ich fürchte, da sind bei ihre einige Realitäten verschoben. Sie war zu sehr in der Reichenblase.
Wenn sie es nicht schafft (auch eben mit klaren Woren von Freunden) in der Realität anzukommen, dann finde ich das viel schwieriger. Damit tut man einer Freundin keinen Gefallen dauerhaft unehrlich zu sein und sich als Klopphans darzubieten.
Zitat von Lufti im Beitrag #602 Im Nachhinein hätte ich es anders gemacht, ja. Aber in diesem Moment war ich nicht in der Lage besser zu handeln.
Na ja, da dürfte es Tanja im Moment ähnlich gehen. Und noch vor einem Jahr hätte sie sich sicher auch nicht vorstellen können, solche Bemerkungen von sich zu geben.
Das Vorhinein und das Nachhinein sind selten ein Maßstab für das eigentliche Handeln in einer konkreten, schwierigen Situation.
Zitat von Lufti im Beitrag #603Und natürlich hat jeder von uns schon versucht anzumerken das manche Aussagen von ihr nicht OK sind.
*Jeder von uns* klingt (für sie!) bestimmt ein wenig nach *wir alle gegen Tanja*.
Ich habe es bis jetzt so verstanden, dass Du die Einzige bist aus der Gruppe, mit der sie eine echte Freundschaft verbindet. Diese Besonderheit und gegenseitige Wertschätzung würde ich nutzen, um ihr wirklich näher zu bringen, was sie mit ihrem Verhalten anrichtet.
Lufti, mir ist eine solche Denkweise auch fremd, aber ich versuche mich in Tanja hineinzuversetzen. Und sie ist jetzt neidisch und missgünstig. Sie hat 30 Jahre lang darauf vertraut, dass ihr Leben durch ihren Mann abgesichert ist. War naiv, aber das sind die meisten. Und dann lebt ihr ihr vor, dass bei euch noch alles paletti ist. Ob Du in der gleichen Situation wirklich so großmütig wärst wie im Moment?
Zitat von Caramac im Beitrag #610 . Die Haltung: Ja, Dein Mann ist weg,.das Haus ist weg, das Geld ist weg -aber jetzt kriegt Dich mal wieder ein und verdirbt uns nicht die gute Laune-Haltung ist zwar verständlich, aber nicht sehr empathisch.
Was wäre denn die bessere Haltung?
Ich kann deine Aussage "nicht sehr emphatisch" gerade nicht annehmen. Wir machen das ja bereits seit 6 langen Monaten mit.
Seit einem halben jahr, sind wir jederzeit für sie erreichbar wenn sie jemanden zum Reden braucht, wir versuchen rücksicht zu nehmen wo es nur geht, wir schränken uns ein, versuchen für jede Entgleisung Verständnis aufzubringen, haben klare Position zu ihr bezogen und nicht zum ex.... Usw
Wenn das nicht empathisch ist - was dann?
Daher völlig ernst gemeint, da ich vielleicht ne denkfehler habe.
Was ist emphatisches verhalten? Was können wir besser machen?
Ich finde den Vorwurf der fehlenen Empathie auch unangebracht. Lufti, las dich nicht in eine Ecke drängen, wo du nicht hingehörst.
Es können doch jetzt nicht alle monatelang Currywurst von Papptellern essen, damit sich Madame besser fühlt. Mal davon ab, dass sie dann wahrscheinlich den Vorwurf machen würde ihr vorzuführen wie arm sie nun sei. Sie lässt ihren Frust an ihren Freunden aus und das ist ab einem gewissen Grade einfach nicht mehr ok.
@Chickenwings Tanja befindet sich in einer Ausnahmesituation und ist rationalen Argumenten zur Zeit nicht zugänglich. Sie hat Angst, sie beißt um sich. Sie hat doch quasi alles verloren, was ihr Leben ausgemacht hat. In meiner Gruppe waren damals über 100 Frauen und ich war die einzige ohne Therapie und Psychopharmaka.
Ich schrieb ja schon -wie ihr es jetzt macht, macht ihr es falsch. Der Vorwurf der mangelnden Empathie ging nicht an Dich sondern an die Mitschreiber hier, die meinen, Tanja solle sich mal zusammenreißen (sinngemäß) Ihr müsst nur aushalten, mehr nicht. Im Prinzip macht ihr schon alles richtig. Nur verstehen. Und 6 Monate sind eben keine lange Zeit
@chickenwings In dieser Gruppe waren nur verlassene Frauen. Und die haben eben größtenteils Jahre und viel professionelle Hilfe für die Verarbeitung gebraucht. Das wollte ich damit sagen
Ich kann nach wie vor nicht recht verstehen, warum du @Lufti da so dermaßen symbiotisch fühlst und leben willst?
Diese "einschränken" (wortreich illustriert mit "Studentenbude" nur mal als Beispiel) Geschichte....
Das finde ich von DIR total überzogen. Gut, du reagierst. Aber dadurch tanzt ihr beide immer weiter.
Und so ganz begriffen, warum du SO intensiv mit der Tanja verstrickt bist, emotional und organisatorisch, hab ich auch nicht.
Du hast DEIN Leben. Aber dir erscheint es derzeit irgendwie total mit Tanja verwurstelt. Das ist seltsam - bei einer lockeren Ausgehfreundschaft. Wäre Tanja jetzt dein Kind oder deine Schwester - okay.
Aber du solltest dich unbedingt mehr lösen und vor allem das Drama rausnehmen. Aus jeder deiner Posts klingt die Angst von dir, dass Tanja dir DEIN Leben versaut.
Das geht nicht und die Gefahr besteht nicht. Aber du fühlst sie als reale Gefahr. Und dadrüber würde ICH heute mal nachdenken. Nicht über Tanja. Tanja würde ich ab 2.7. wieder mal anrufen.
Warum fühlst du dich denn so bedrängt? (Ich weiß, Kaffeetasse, Vase, Picknickkorb...) Lies dir auch mal in Ruhe die Beispiele durch...
Dich verletzen und nerven lassen zu ihrem Frustabbau - mach das nicht mit, auch in ihrem Interesse. Eure Freundschaft geht dadurch zu 100 Prozent in den Eimer. Du wirst sie nicht mehr lange mögen können, wenn sie so weitermacht.
(Hervorh. v. mir)
Finde ich einen immens wichtigen Gedanken, weil er auf die natürliche Grenze aller Loyalität und (Mit-)Leidensbereitschaft für eine gute Freundin, die am Abgrund stehend gerade zur schlechtesten Version ihrer selbst wird, verweist.
Letztlich ist's wohl echte Zuneigung und ein inneres Band in der Erinnerung an die "bessere, eigentliche" Tanja, die Dich ihre momentanen Freundschafts"feuerproben" aushalten lassen, die sie euch ja vielleicht tatsächlich halbbewusst zumutet. Motto: Mögt ihr sie sozusagen energisch auch gegen all ihre Fiesmöppigkeiten an, muss sie euch - und als Mensch überhaupt - schon eeeecht viel wert sein. Ich kann mir einen solchen Mechanismus, wie von manchen hier beschrieben, wirklich gut vorstellen. Nagt sie zusehends weiter an diesem emotionalen Band und wird der Abstand zur "eigentlichen" Tanja immer größer und trägt auch die blasse Erinnerung an richtig gute Freundschaftszeiten demnächst nicht mehr über solche Klippen, wird's richtig eng. Denn dass es irgendwann allein die Verbindung über Moralumleitungen ("Man kann sie jetzt nicht hängenlassen" / "So etwas sollte kein Mensch durchmachen müssen" usw.) schafft, Dich den ganzen Driss ertragen zu lassen, weil Du ihn Dir irgendwie hinrationalisieren kannst, halte ich für schwer vorstellbar, ne, unvorstellbar.
Schon deshalb, in essentiell ihrem eigenen Interesse, solltest Du mit ihr daran dröseln, irgendwie "mögbar" für dich / euch zu bleiben. Im Bauch, nicht im Kopf.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)