Oder unterstützend in einer Hausarztpraxis auf dem Lande in einem strukturschwachen Gebiet, dort herrscht himmelschreiender Ärztemangel. Dort wäre auch günstiger Wohnraum verfügbar!
Zitat von Lufti im Beitrag #464Das hinauszögern der Scheidung ist momentan ihr einziger Energiegeber.
Denn darüber hat sie eine Art Kontrolle. Klingt total verdreht aber ich kann es nachvollziehen.
So verdreht find ich das gar nicht. Klar ist das noch ihre einzige Möglichkeit, _irgendwie_ was mitzureden zu haben.
Das wär schon unter anderen, günstigeren Umständen (also wo an der Scheidung nicht quasi die ganze eigene Existenz, nicht nur finanziell, sondern auch mental, dranhängt) ein recht nachvollziehbares Phänomen.
In dem Moment, wo sie die unterschriebenen Papier hätt, wüsste sie endgültig, dass ihre Identität perdü ist. (Ist sie im Grunde jetzt schon, aber noch ist sie - Tanja - ja im Wartezimmer, und klammert sich an jeden Strohhalm.) Und um sich eine neue aufzubauen ... hm - klar geht das, in der Theorie. Aber wer sich immer schon eher über andere definiert (Gattin von XY) bzw. sich von diesen den Weg vorgeben hat lassen (siehe auch das vom Vater 'angeordnete' Medizinstudium), der wird sich damit sicher schwertun.
Mich würd halt interessieren, was sie selber will - außer das, was - mittlerweile - unmöglich geworden ist.
Was sie sagen würde, wenn du sie so anquatscht:
Tanja, ich weiß, du hast grad den Super-Gau. Das Leben, das du fast drei Jahrzehnte hattest, und wo du dir nix anderes vorstellen konntest und wolltest, ist weg. Das wirst nimmer ändern können. Scheibe, ist aber so - und gleichzeitig ist das eine Riesenchance, jetzt was Neues zu machen. Lass das sacken, werd wieder gesund, du schaffst das. Und wenn nicht, dann fragst mich, fragst die anderen, wir geben dir einfach Starthilfe - Motor hast du eh selber - aber manchmal braucht man halt ein Schubserl. Komm mit uns picknicken, lass das blede Geld nicht dazwischenkommen, wir vermissen dich verdammt noch mal. Wir fangen dich auf, dafür sind wir da, du würdest es umgekehrt genau so machen. Und genauso würdest du mir umgekehrt sagen, wenn ich mich verzettel, und mich sanft, aber bestimmt wieder auf den richtigen Weg bringen. Es tut weh, zuzuschauen, wie du leidest; bitte tu was, dir zuliebe und uns zuliebe. Geh zur Kur, horch in dich rein, was du jetzt machen willst und kannst, schau in die Jobanzeigen. Ich ruf dich in einer Woche wieder an, und *jede Woche*. Ich will wissen, wie's dir geht, du bist mir nicht wurscht, ich will mit dir quatschen und dir zuhören.
Wenn sie dann nicht zu weinen (und umdenken) anfängt - weiß ich auch nicht.
Zitat von Lufti im Beitrag #480 Nun nehme ich wieder eine 1-10 Skala von wohlhabend und da war sie nicht über 5 von allen in der Gruppe. Eher eine 4 sogar.
Es gab also auch früher Situationen wo es Dinge gab, die über ihrem Budget lagen aber das war kein Problem für sie.
Nee, da musste sie sich ja auch nicht drum kümmern, wie das zu bezahlen ist.
Ich glaube, deine Freundin steckt in einem Zwiespalt. Einerseits kann sie sich die Freizeitaktivitäten ihrer Clique "faktisch" nicht mehr leisten, auch wenn sie derzeit nichts oder nur wenig dafür zahlt, andererseits ist es vielleicht die einzige Clique, die sie nach der Trennung noch hat und die an ihr festhält. Ich glaube, man sollte ihr deutlich machen, dass sie es ist, die der Clique wichtig ist und nicht, wieviel Geld jemand hat. Sie fühlt sich wahrscheinlich wie ein Schmarotzer und ist deshalb so boßhaft.
Sagt ihr, dass euch viel an ihr liegt und sie sich überlegen soll, ob sie noch Teil dieser Gruppe sein möchte. Die Entscheidung liegt allein bei ihr.
Es geht ihr wohl weniger ums Geld, sondern um den Status der Unbehelligtheit - dass ihr das Universum so auf den Teller gschissen hat und euch nicht.
Ihr habt noch euer Leben, sie im Prinzip nimmer.
Und ja, das ist durchaus was, worauf sie neidisch sein mag.
(Abgesehen davon, dass es auch wenig überraschend ist, dass sie zu denen bissig und kratzig ist, die ihr freundlich gestimmt sind, und nicht z.B. dem Ehemann - der vermutlich recht flott auflegen/sich umdrehen und weggehen würde, und/oder den sie ja gar nicht vergrätzen will.
Wer sonst würd das aushalten? Vielleicht weiß sie, dass ihr das tut. Vielleicht will sie aber auch das Gegenteil: euch wegbeißen - warum auch immer. Selbsterfüllende Prophezeiung "alle sind gegen mich" oder weil ihr sie an früher erinnert. Auch das könnt eine direkte Frage eventuell beantworten. Was natürlich voraussetzt, dass Tanja es selber weiß - womöglich hat sie noch gar keine Antworten.)
Vielleicht hat es Tanja einfach satt, immer die Nette, die Liebe, die Angepasste zu sein. Brav studiert, was Papa wollte; als Ehefrau die Erwartungen des Ehemannes erfüllt ; in der Clique stets die Freundliche. Und was hat es ihr gebracht: einen Scherbenhaufen.
Jetzt versucht sie zu rebellieren, mal aufmüpfig zu sein. Trifft damit natürlich die Falschen. Ihr seid ihr Übungsprojekt. Also das, was normalerweise in der Pubertät mit den Eltern stattfindet. Idealerweise kann sich aber der , die Pubertierende der elterlichen Liebe trotzdem sicher sein.
Ihr einfach mal sagen:"du schlägst verbal um dich! Das kränkt mich, das tut mir weh. Aber ich mag dich trotzdem!"
Ich finds toll, wie sehr du in dich gehst, dich sortierst, überlegst, das Gespräch mit Tanja suchst! Ich finde, das darf auch mal gesagt werden! Wenn ich mal in eine Notlage komme, wünsch ich mir Menschen, die so bemüht um mich sind!
Und natürlich ist auch ein Impuls in mir da, der sagt: verdammt nochmal ich habe die vor vielen Jahren gesagt das du dich besser absichern musst, das du dein eigenes Geld brauchst, das es keine Garantie für ein immer und ewig gibt. ...
Sprich es aus. Sag es ihr. Du bist um die Freundschaft und um Tanja bemüht, versuchst dich einzufühlen, hörst dir an was sie euch neidet, gibst ihr und ihren Gefühlen Platz. Eine Freundschaft ist keine Einbahnstraße, du kannst ruhig auch mal sagen, wie es dir geht, das muss eine Freundschaft aushalten. Sag ihr, dass es dir leid tut, was ihr passiert ist usw.usf. und dass du auch wütend bist, auf ihren Nochmann, auf seine Art der Trennung und auf sie, weil sie nicht zugehört hat/dir nicht glauben wollte...und sag ihr auch, dass du weiterhin an ihrer Seite bist - falls du das möchtest. Den Eindruck hab ich jedenfalls - auch wenn ich denke, du weißt noch nicht genau wie, weil du du jetzt halt auch mit dir beschäftigt bist. Nimms als Herausforderung um genauer auf dich und deine Werte zu schauen, auf die Gruppe - du hast sowas selbst geschrieben in einem Beitrag.
Ich denke, wenn solche drastischen Einschnitte passieren bei Freund:innen, lernt man die Person noch einmal kennen, auf eine andre Art und Weise. Und sich selbst, wenn man halt hinschauen mag und auch das System, zu dem man gehört, in dem Fall eure Clique. Das macht schon was mit einem und dazu bedarf es auch mal Luft holen, durchtamen und sich selbst Zeit geben. Ich finde die Idee gut, wie einige hier schon schrieben, dass du den Kontakt vielleicht ein bisschen reduzierst. Du bist nicht verantwortlich für ihr Wohlergehen. Das ist sie selbst und vielleicht braucht sie noch ein bisschen, bis die den Weg für sich findet. Unter Umständen ist sie noch nicht tief genug gefallen um zu merken, dass sie sich aufrappeln muss. Vielleicht ist sie aber auch am Tiefpunkt und braucht deswegen noch Zeit, wer weiß das schon, das kann nur sie für sich beurteilen.
Zitat von Lufti im Beitrag #449Mit der 1-12 Skala.
Bei mir ist jemand bei 8-9 schon Recht hoch angesiedelt.
Ich habe viele bekannte aber nur sehr wenige Freunde. Also über 10 gibt es nur 3 Personen. Keine davon ist in dieser Gruppe.
Das gibt mir natürlich auch zu denken.
Was daran gibt dir zu denken? Hattest du das vorher anders vermutet? So wie ich das herausgelesen hatte, seid ihr eine Clique, die es sich immer wieder mal gut gehen lässt und genießen kann - brauchts da Freunde über 10 (also bei der Skala?).
Zitat von Lufti im Beitrag #464Das hinauszögern der Scheidung ist momentan ihr einziger Energiegeber.
Denn darüber hat sie eine Art Kontrolle. Klingt total verdreht aber ich kann es nachvollziehen.
Das kann ich schon verstehen. In der Rolle wird sie ein Machtgefühl verspüren, was sie wiederum braucht um nicht nur Opfer zu sein. Mit Hilfe findet sie bestimmt aus ihrer Opferrolle raus und bekommt mehr Handlungsfähigkeit. Was du über die Beurteilung von aussen schreibst, Medien oder Gesellschaft, ich weiß es nimmer genau - das kann ich schon verstehen. Die Aussenwirkung ist natürlich der Wahnsinn und sie wird Gerede schon oft genug mitbekommen haben - ist ja nicht der erste Rosenkrieg in der Öffentlichkeit.
Weil du schriebst, persönliches Versagen - Tanja ist ja nicht dein persönliches Projekt, das es zu entwickeln gilt. Auch bist du nicht ihre Therapeutin. Du bist ihre Freundin und manchmal läuft es besser in Freundschaften und manchmal schlechter. Konflikte und Reibungen können eine Freundschaft wunderbar stärken und intensivieren, wenns gelöst wird. Dazu müssen beide ihren Teil beitragen. Manchmal hilft da auch Abstand. Vielleicht kannst du dir wirklich mal Zeit für dich nehmen und in dich gehen, noch ein bisschen in dich reinhören. Da ist ja jetzt bei dir auch viel los. Unter Umständen erkennst du dann ja auch, ob es sich als Abschied von Tanja in der Gruppe/von Tanja an sich/von der Tanja, die du bisher gekannt hast, anfühlt und wo die Reise für dich hingehen soll. Manchmal können Abschieden großartige Neubeginne parat halten...
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Zitat von aquadiparma im Beitrag #486Ich finds toll, wie sehr du in dich gehst, dich sortierst, überlegst, das Gespräch mit Tanja suchst! Ich finde, das darf auch mal gesagt werden! Wenn ich mal in eine Notlage komme, wünsch ich mir Menschen, die so bemüht um mich sind!
Jep.
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
Zitat von ja-aber im Beitrag #471Ich habe jetzt alles gelesen... natürlich kommen bei mir auch wieder die Gedanken an die eigene Trennung hoch, einiges kann ich total verstehen.
Als mein Ex mich verlassen hat, war unsere Ehe nicht gut, das wird bei Tanja bestimmt auch so gewesen zu sein. Aber auf die Idee, da Knall auf Fall fremdzugehen und höchstglücklich dann das Ergebnis zu präsentieren, das hätte ich meinem Ex nicht zugetraut. Er hat, und das hat Tanjas Mann bestimmt auch, eine Weile an einem Paralleluniversum geschraubt, und mich als Ex nicht einbezogen. Ich halte mich wirklich nicht für naiv, aber ich wurde, wie Jahre später herauskam, 14 Monate lang betrogen und habe zwar sehr wohl gemerkt, das da "was ist", aber mein Ex behauptete stets, ich würde mir was einreden und ich hätte wohl ein Problem, nicht er. Hätte ich das nur sofort gewusst, das hat im Nachgang so viel Erleichterung gebracht! Mein Leben hat sich damals tatsächlich von einem Tag auf den anderen völlig verändert. BÄMM. Der Ex total glücklich und verliebt bis über beide Ohren, ich und gewiss auch Tanja brauchte eine ganze Weile um überhaupt zu verstehen, was da gerade passiert ist. Um Haaresbreite wäre ich noch seine Begleitung zu einer Hochzeit gewesen (durch Zufall kam sein Betrug raus, Tage vorher), nun nahm er einfach die Next mit. Auch hier wird Tanja einfach so ersetzt. Aus meiner Sicht kann ich sagen: das war traumatisch. Mein Ex war ja schon völlig durch mit der Ehe und auf neuen Pfaden. Und ich musste erst mal kapieren, was da gerade passiert war. Das ist richtig übel, und ich verstehe völlig, dass Tanja das nach 6 Monaten noch nicht realisiert hat. Das dauert! Ich würde sagen, so richtig raus aus dem Loch war ich nach vier Jahren. Und ganz ehrlich gesagt: erholt habe ich mich bis heute, elf Jahre danach, nicht mehr. Weil eben genau das passierte, was Tanja auch gerade blüht: Druck vom Ex. Sie soll sich zackzack scheiden lassen, sie soll raus aus seinem Haus, sie soll, sie soll. Ich war damals genau so klaglos wie Tanja, ich wurde exakt ein Jahr nach der Trennung geschieden, bei der Hochzeit im Frühjahr drauf war die Braut dann bereits schwanger. Mitgeteilt wurde mir das alles im Nachhinein. Bis ich überhaupt wusste, wie mir geschieht, war ich schon geschieden. Und diese ganze Rosenkriegsscheiße, bei uns wegen Kindesunterhalt, läuft immer noch. Im Sommer ist mein jüngstes Kind 18, dann hab ich hoffentlich endlich Ruhe.
Will sagen: vermutlich dauert das noch lange, bis Tanja darüber lachen kann.
Eure, Lufti, und ihre Freundschaft hat wohl bisher ein gewisser Status, ein Vermögen zusammengehalten. Man hat was zusammen GEMACHT, man war auf Reisen, Essen, beisammen im Viele-Paare-Modus. "Eigentlich" hätte vermutlich Tanjas Mann mit Next statusmäßig besser gepasst. Dann wäre Tanja weg gewesen, aber das Leben wäre so weitergegangen. So ist es mir ergangen, ich war dann einfach raus aus der Truppe. Und ehrlich gesagt, für mich war das besser. Tanja bekommt ja irgendwie bei jedem Treffen mit, sie kann nicht mehr mithalten, nicht nur dass sie jetzt Single unter Paaren ist, sondern ihr ist auch jeglicher Status weggebrochen. Sie ist nicht mehr Frau von, sie ist allein. Und sie hat nichts aufuweisen.
So bitter das ist, ich glaube, es tut ihr einfach nicht gut, mit Euch was zu machen.
ICH hätte mir damals gewünscht, dass mich einfach mal jemand in den Arm nimmt. Statt mir vorzuschlagen, dies oder das anzugehen. Und ich hatte einen Job und habe das Haus übernommen. Wie muss es erst Tanja gehen. Sie schaut in den Abgrund.
full quote, weil voll gut!
Bisher die beste Analyse, finde ich. Auch viel besser als meine 5 Cents.
Tanja hat auf ihren Beruf vermutlich noch nie Lust gehabt, sonst lässt man so eine tolle Qualifikation ja nicht 30 Jahre liegen und füllt seine Tage mit Ehrenamt. Offenkundig war Berufstätigkeit für sie keine erwünschte Lebensform.
Dass sie jetzt, wo es ihr richtig schlecht geht, erst recht keinen Antrieb hat, sich in diesen schweren Job mühevoll reinzuarbeiten, ist da ja nicht verwunderlich.
Die Vision von "späte Karriere, unabhängige Frau Doktor mit Champagnerglas beim Ärztekongress" sehen die meisten hier (ich auch) wohl als Rettungsanker / Selbstheilungsweg / Rückfahrticket-in-die-gehobene-Gesellschaft.
Für Tanja ist das evtl. aber gar kein erstrebenswertes Ziel, weil sie einfach nicht arbeiten mag.
Faktisch ist es natürlich richtig, daß Tanja mit - zu - hohem Einsatz gespielt hat (wie sie jetzt schmerzhaft erkennen muß), indem sie als Ehepaar diese Art von Ehe und Familie gelebt haben und sie dabei für den Trennungsfall offensichtlich zu wenig abgesichert war.
Aber das ist normalerweise etwas, was auch der Ehemann mitentscheidet, mitträgt und in meinen Augen damit auch mit-verantwortet und wozu entsprechende Konsequenzen gehören.
30 Jahre Ehe - nennt mich altmodisch, aber in meiner Welt gehen damit Verantwortung und Loyalität auch weit über die Entscheidung zur Ehe und Familie hinaus. Eine Ehe kann enden, aber sie war seine Familie, sie bleibt die Mutter seiner Kinder - da würde ich (!) auch einen entsprechend fairen Umgang in der Trennungsphase und vor allem im Aufbau eines neuen Lebens erwarten.
Tanja hat ihrem Ehemann vertraut, dem Vater ihrer Kinder - und ihr wurde jetzt komplett der sichere Boden unter den Füßen weggezogen.
Dabei ist es - jetzt - doch nachrangig, daß vorher vielleicht gewarnt wurde und daß sie da tatsächlich leider viel zu gutgläubig und vertrauensvoll war. Er war ihr Ehemann, wo sonst sollte so viel Vertrauen herrschen dürfen. Ja, ich weiß, die Realität sieht oft anders aus, leider.
Ich mußte gerade an einen Deiner Stränge denken, @Lufti, wo Du mal gefragt hattest, wie die Beziehungen der Mitschreibenden aussehen (ich drücke mich extra etwas ungenau aus). Damals schriebst Du, daß Du absolutes Vertrauen in Deinen Partner hast und ihm praktisch alles überläßt (Finanzielles ausgeklammert).
Genau das tat Tanja auch, allerdings eben einschließlich der finanziellen Aspekte - Tanja muß ihr volles Vertrauen in ihn jetzt allerdings ziemlich bitter bereuen.
Bitte nicht falsch verstehen, aber gerade wenn eigentlich genug Geld vorhanden ist, dann könnte man eine Trennung ja auch gütlich, so sanft wie möglich hinbekommen und vor allem mit so wenig Leid wie möglich.
An alldem ist/war der Mann nicht interessiert und damit zeigt sich, daß sie ihr Vertrauen in einen Menschen gesetzt hat, der es nie wirklich wert war.
Theoretisch könnte ein Ex auch sagen, sie war meine Frau und auch wenn ich nicht den Rest meines Lebens mit ihr verbringen möchte, möchte ich, daß es ihr so gut wie möglich oder zumindest angemessen gut geht.
Ich schrieb es ja gestern, wir bewegen uns im Mittelfeld unseres Freundes- und Bekanntenkreises, es gibt finanziell weit schwierigere Konstellationen, aber auch viele Bekannte und auch Freunde, die keinerlei Geldsorgen haben bzw. auch solche, die ihr Geld in ihrem Leben nicht werden ausgeben können. Selbst die zukünftigen Erben nicht.
Unser Freundeskreis reicht(e) vom leider mittlerweile verstorbenen Alkoholiker-Studienfreund bis zum Industriellen mit eigenem Jet.
Mein Leben lang war ich es schon gewohnt, daß Geld-Themen nur da überhaupt ein größeres Thema waren, wo es paßt und nicht trennend wirkt.
Die eine Seite weiß bis heute nicht, wo wir finanziell stehen, das sind die alten Jugend-und Studienfreunde, andere haben einen groben Überblick, einfach weil wir z.B. zusammen teuere Reisen machen.
Aber ich versuche immer darauf zu achten, wo ich was erzähle bzw. welchen Eindruck es hinterläßt und ich biege manchmal auch die Fakten, um keine Gräben entstehen zu lassen, wo ich befürchte, daß das mit genaueren Infos vielleicht mit Person xy passieren würde.
Auch wenn es nicht schön ist, aber vielleicht könnte das zumindest für die Akut-Zeit Teil der Strategie sein.
Daß Du, @ Lufti vielleicht zukünftig kurz drüber nachdenkst, ob Du jetzt die neuen Ohrringe oder irgendeine Klamotte ausgerechnet bei einem Zusammentreffen mit Tanja ausführen "mußt" oder vielleicht bei einer besseren Gelegenheit. Aber gleichzeitig auch, und da gebe ich vielen Stimmen Recht, daß, falls Du das nach kurzem Nachdenken trotzdem immer noch möchtest, Tanja kein Recht hat, das irgendjemandem laut zu neiden und damit zu verleiden.
Ich habe da eben auch die vielleicht naive Erwartung das sich ein so langjähriger Partner anständig trennt und auch danach noch etwas zurückhaltender agiert.
Ich bin aus der Kindheit ein gebranntes Kind was Abhängigkeit angeht und meine Meinung ist da bestimmt radikaler als von den meisten.
Mein Partner kann/könnte Geld verbrennen. Ärgerlich aber nichts was mich in die Krise stürzen würde. Wir haben beide gearbeitet und er tut es immer noch. Er will von mir genauso wenig abhängig sein. Natürlich profitiert er auch von "meinem" Geld.
Aber dieses Geld wäre ohne seine Unterstützung und Rücken frei halten wahrscheinlich gar nicht da.
Und aufgrund meiner speziellen Einstellung ist es mir unverständlich wie man nicht besser für sich Sorgen kann.
Denn tanja hat ihrem Mann auch 30 Jahre den Rücken frei gehalten. Hat die Kinder praktisch allein groß gezogen, sich um alles andere gekümmert. Er musste "nur" arbeiten.
Naja... Lässt sich jetzt nicht mehr ändern und ist wie es ist. Nun muss man schauen wie es weiter geht.
Grundsätzlich natürlich: Ja. Fairness sollte eigentlich bleiben. Auch, wenn der andere sich wie der letzte Popsch benimmt.
Aber es gibt vermutlich auch Situationen, da macht einer tabula rasa ... weil nix anderes mehr geht.
Kann sein, dass, ich spinnisier mal vor mich hin, Tanjas (Noch)Mann seit drei Jahren sagt, du, du klebst ein bissl zuviel, und seit zwei Jahren sagt, du, ich will Paartherapie machen, und seit einem Jahr: ok, bis zu Silvester hast noch - dann bin ich raus. Passt nicht 100 % zur Timeline, aber okay - mir geht's eher um 'was kann eventuell in einer Beziehung passieren, das Außenstehende weniger bis nicht mitbekommen, das aber ein wesentlicher Faktor bei der Trennung sein kann'.
Wir lesen hier das, was Lufti schreibt, sie schreibt das, was sie wahrnimmt/von Tanja gesagt bekommt, das sind schon mal drei Etappen in der Stillen Post.
Bled, weil im Grunde ist das sogar ein sehr wesentlicher Faktor (frei gesagt: hat sich Tanja schon jahrelang leicht taub gestellt oder war das wirklich aus heiterem Himmel und der Mann wird zum Midlife-Crisis-Arsch; womöglich gibt's noch andere Optionen).
Ich wär fast versucht, den Mann anzurufen und zu fragen: Du, jetzt rein der Vollständigkeit halber - und auch, weil ich dann besser helfen könnte (würd ihm ja so oder so ein Anliegen sein - entweder, weil er menschlich soweit brauchbar ist, oder zumindest eigennützigerweise, falls es die Scheidung schneller vorantriebe): Was war da? Wolltest du nimmer, wolltest du noch, aber ... etc.
Macht die Sache aber eventuell noch komplizierter. Bof.
Urgs. Schwer zu glauben, dass man sowas für erstens eine Beziehung und zweitens gut auch die nächsten 20 Jahre lebbar hält.
Das klingt jetzt schon nach ein bisschen mehr Innensicht in die Ehe der beiden, hast Du das in der Beobachtung (denn nicht) schon länger für brisant aushäusigverliebungsanfällig gehalten?
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Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
Zitat von Lufti im Beitrag #493Danke für deine Gedanken.
Ich habe da eben auch die vielleicht naive Erwartung das sich ein so langjähriger Partner anständig trennt und auch danach noch etwas zurückhaltender agiert.
Absolut. Man(n) muß die Neue nicht sofort überall mitschleifen.
Ich bin auch ein gebranntes Kind, allerdings einer dadurch komplett verkorksten Next-Familie. Mir war z.B. immer wichtig, daß ich, wenn ich sie nach einer angemessenen Zeit kennenlerne, einer Next freundlich gegenübertrete und möglichst die Ex in ihrer Gegenwart nicht erwähne. Hat für mich mit Empathie zu tun.
Ich würde allerdings als Next auch nicht zur Verfügung stehen, wenn mich irgendein Mann dann so früh einführen wollte. Erst recht nicht ins Ehehaus. Eben weil ich mir den Schmerz einer Ex vorstellen kann.
ZitatAber dieses Geld wäre ohne seine Unterstützung und Rücken frei halten wahrscheinlich gar nicht da.
Ich mag mich irren, aber Du liest Dich für mich, als würdest Du dann im theoretischen Fall einer Trennung das auch nicht vergessen und Dich entsprechend anständiger verhalten.
ZitatUnd aufgrund meiner speziellen Einstellung ist es mir unverständlich wie man nicht besser für sich Sorgen kann. Denn tanja hat ihrem Mann auch 30 Jahre den Rücken frei gehalten. Hat die Kinder praktisch allein groß gezogen, sich um alles andere gekümmert. Er musste "nur" arbeiten.
Würde mir so ein Mann begegnen und würde irgendwie das Gespräch darauf kommen, würde ich auch im Sinne von @ Kitty seine Geschichte hören wollen.
Denn zur Trennung gehören so gut wie immer beide und dann ist es nur fair, auch beide Seiten zu hören und zu berücksichtigen.
@Lufti, hast Du meinen zweiten Post gesehen, wir hatten fast gleichzeitig geschrieben. Kannst Du mit der Idee etwas anfangen, zumindest eine Zeitlang Tanja in die Fraktion zu packen, in der man besser abwägt? Du schriebst ja gestern, Du hättest eine beste Freundin, da würdest Du ganz anders agieren, die hätte wenig Geld, aber gerade weil das immer so war, ist es zwischen Euch kein trennendes Thema.
Daß Du, @ Lufti vielleicht zukünftig kurz drüber nachdenkst, ob Du jetzt die neuen Ohrringe oder irgendeine Klamotte ausgerechnet bei einem Zusammentreffen mit Tanja ausführen "mußt" oder vielleicht bei einer besseren Gelegenheit.
Genau das ist was mich aber nervt. Wenn ich was neues anziehen will, dann will ich eben überhaupt nicht schon wieder im Tanja Alarm sein.
Schon beim shoppen ist Tanja mein ständiger Begleiter. Denn bereits beim Kauf, habe ich die Gedanken:
Du musst das markieren, damit du es ja nicht an hast wenn Tanja dabei ist.
Da vergeht es mir.
Es ist überhaupt nicht meine absicht, ihr bewusst zu zeigen das ich mir was neues gekauft habe.
Zitat von Lufti im Beitrag #493Denn tanja hat ihrem Mann auch 30 Jahre den Rücken frei gehalten. Hat die Kinder praktisch allein groß gezogen, sich um alles andere gekümmert. Er musste "nur" arbeiten.
Joah, nice work if you can get it ... Wollte sie aber auch so, oder? Arbeiten gehen kann man theoretisch, wenn die Kids in der Volksschule sind - weitgehend schuldgefühlfrei spätestens im Gymnasium, weil da hat man als Eltern eh nix mehr zu sagen.
30 Jahre immer dasselbe wär meine persönliche Horrorvorstellung, da nimmt es nicht wunder, will zumindest einer der beiden ausbrechen. Tot war in dem Fall zumindest für ihn nicht okay. (Unter diesen Umständen kriegt er von mir auch keine Haltungsnoten; allerdings scheinen Männer das oft nicht anders zu können. Muss man nicht mögen, aber so oder so - die Party ist vorbei ...)
Zitat von Sternenfliegerin im Beitrag #497Ich würde allerdings als Next auch nicht zur Verfügung stehen, wenn mich irgendein Mann dann so früh einführen wollte. Erst recht nicht ins Ehehaus. Eben weil ich mir den Schmerz einer Ex vorstellen kann.
Ersten das ... Zweitens - wie man einen Mann kriegt usw.
Oder, wie ich mal las: If you marry a man who cheats on his wife, you'll be married to a man who cheats on his wife.
(Ich fänd das eigentlich schiach genug, wenn ein Mann so verführe, dass ich - ungeachtet dessen, ob ich so eine Behandlung am eigenen Leib befürchten müsste - ziemlich abgeturnt wäre. Aber das führt jetzt zu weit)