Zitat von Nordsee im Beitrag #1974Ich fand den Polizeiruf sehr spannend.
Und ja, es war erschreckend, dass Gordons Mutter zwar ganz deutlich gemerkt hat, dass mit ihrem Sohn einiges nicht stimmt, aber sie will es nicht wahrhaben. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Sie hat ja sogar das Messer versteckt. Das ist doch Beihilfe, mindestens aber Unterschlagung von Beweismaterial
Gordons Mutter wirkte, obwohl ja offenbar selbst Sozialpädagogin, im Grunde genauso hilflos in Bezug auf das eigene Kind, wie die Mutter von Ronny.
Ist das normal, dass Eltern, die es eigentlich besser wissen müssten, beim eigenen Kind einen blinden Fleck haben und lieber wegschauen als Hilfe zu suchen?
Zitat von Nordsee im Beitrag #1978 Ist das normal, dass Eltern, die es eigentlich besser wissen müssten, beim eigenen Kind einen blinden Fleck haben und lieber wegschauen als Hilfe zu suchen?
Ich fürchte, das ist so.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Ich glaub, dass Gordon damit nur die falsche Spur zu dem Sozialarbeiter legen wollte. Der Tatort war dann ja auch passend - ein Platz, den Matthias gut kennt und mit dem Boot oft angesteuert hat. Das dürfte schon auch den Ermittlern klar sein.
Wer die Gegenwart genießt, hat in der Zukunft eine wundervolle Vergangenheit.
Zitat von Nordsee im Beitrag #1974Und ja, es war erschreckend, dass Gordons Mutter zwar ganz deutlich gemerkt hat, dass mit ihrem Sohn einiges nicht stimmt, aber sie will es nicht wahrhaben. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
entspricht nicht gerade das der Realität? Welche Mutter möchte es wahrhaben, dass ihr Sohn zu so etwas fähig ist?
Zitat von Tabea57 im Beitrag #1975Mich wundert, dass sie ihn nicht ersetzt haben durch einen anderen Fall.
Warum? Der Fall lag doch ganz anders. Andererseits schauen wir den Film jetzt mit ganz anderen Augen und er wirkt glaubhafter, gerade die Rolle der Mutter des Täters. Die Eltern der beiden Mädchen die ihre Freundin erstochen haben konnten es sich bis dahin bestimmt auch nicht vorstellen wozu ihre Töchter fähig sind. Im Polizeiruf heute war der Täter strafmündig und kommt nicht ungeschoren davon und das Opfer hat überlebt.
Meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen
God gave rock 'n' roll to you, put it in the soul of everyone. (KISS)
Zitat von amade_a im Beitrag #1977Geradezu un-er-träg-lich fand ich Gordons Lachen am Ende.
es gibt sie diese Menschen die nicht empathiefähig sind, dass er alle so lange an der Nase herumführen konnte fand er wohl witzig. Der Darsteller Gordons hat auf jeden Fall sehr überzeugend gespielt.
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Und ich glaube gar nicht, dass es lachte, weil er irgendetwas witzig fand, er war nur so empathielos, dass er nicht wirklich unterschied zwischen Lachen und Weinen, weil ihm für beides das wirkliche Gefühl fehlte. DA wäre es immer spannend, die Geschichte hinter der Geschichte zu erfahren, wie ein Mensch so wird, was zu welchem Zeitpunkt da schief gelaufen ist.
Und auch wenn von Anfang an viel auf ihn hindeutete (zumindest für uns Zuschauer), ich fand es trotzdem spannend und es hätte auch noch jemand anders sein können, insofern ausreichend spannend bei gleichzeiter Nachvollziehbarkeit der Motivlage.
Aber ja, auch bedrückend.
- - - Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann. Menschen werden nicht klüger dadurch, dass man sie auf ihre Dummheit hinweist.
Ist das normal, dass Eltern, die es eigentlich besser wissen müssten, beim eigenen Kind einen blinden Fleck haben und lieber wegschauen als Hilfe zu suchen?
Ich glaube nicht, dass der Fleck blind ist. Dieser Film hatte für mich den Grundton, dass Schuld- und Versagensgefühl sehr präsent waren. Welche Hilfe holt man sich, wenn man lange und immer mehr spürt "ich komme nicht mehr an mein Kind heran"? Einen völlig blockenden 17(?)-jährigen? Ich kann mir vorstellen, dass man sich im "aber ich muss es doch selbst versuchen" verlieren kann. Und sie hat es doch versucht. Massiv mit In-den-Weg-stellen, mit Stecker ziehen, zum Schluss mit positiv tuenden flachen "Dingen" (Pizza, Urlaubsplan) - man "hört" sie förmlich, wie sie sich sagt "wenn Gesprächsversuche nichts mehr bringen ..."
Zitat von Twix im Beitrag #1982Kurz vorher las ich die Kritik, die da lautete, viel zuviel Gerede, hätte man kürzer fassen müssen, schade um die Idee
Fand ich sehr gut, dass die Geschichte "langsam" erzählt wurde und auch ich mit meinem alternden Hirn die Chance hatte, mitzukommen was mir bei hektischen Tatort-Folgen nicht immer gelingt, weswegen ich die nur noch selten gucke. Mir entgehen auch immer die hingenuschelten Sätze, deren Sinn ich mir dann aus dem Zusammenhang erschließen muss (ach ja, das Alter, seufz)
Zitat von Nordsee im Beitrag #1974Und ja, es war erschreckend, dass Gordons Mutter zwar ganz deutlich gemerkt hat, dass mit ihrem Sohn einiges nicht stimmt, aber sie will es nicht wahrhaben. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
entspricht nicht gerade das der Realität? Welche Mutter möchte es wahrhaben, dass ihr Sohn zu so etwas fähig ist?
Und es ist auch verdammt schwierig, bei einem Jugendlichen in Gordons Alter, zwischen pubertätsbedingter Verschlossenheit und therapiebedürftigen Symptomen zu unterscheiden. Und selbst wenn sie erkannt hätte, dass bei ihrem Sohn etwas komplett verquer läuft - was hätte sie denn tun sollen? (Also, ich meine natürlich, bevor es zu der Tat kam.)
Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche. D. Bonhoeffer
************************************ Moderatorin in der Pandemie, bei der Nachhaltigkeit und den Festen, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Ich habe mich gefragt, warum Gordon am Ende die Kommissarin zu dem Ort geführt hat, wo er Ronny abgelegt hatte, das hätte er doch nicht tun müssen? Das war doch quasi ein Schuldeingeständnis.
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Vielleicht hatte er doch sowas wie ein Gewissen? Die Kommissarin sagte sinngemäß zu ihm, dass er für seine Tat ins Gefängnis gehe, wie lange, das hänge letztendlich von seiner Mitarbeit ab.
Ich hatte das Gefühl, dass sie ihn erreichte, als sie ganz ruhig sagte, dass er ev irgendwo liegt, friert, sein Leben schon mit 9 Jahren zu Ende sein könnte, sie das nicht ertrage....
Ja, vielleicht. Diese Wendung sollte vielleicht auch eine zu grobe Schwarzweiß-Darstellung (Gordon als die Personifizierung des Bösen) verhindern.
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Ein großartiger Polizeiruf, atmosphärisch gut umgesetzt - die Bilder der Landschaft, viel Wasser, Moor, Regen - alles passte. Gestörte Menschen, die unfähig sind, sich aus ihrer Situation zu lösen. Falsche Spuren - und natürlich ist es der nicht, der zuerst auftaucht. Der Freund der Mutter, der Erzieher, der Sohn der Heimleiterin Gordon, alle hätten es gewesen sein können.
Gruselig, wie Gordon der Kommissarin von dem vermeintlichen Missbrauch des Erziehers erzählt. Da kam man ins Grübeln. Sein gespenstisches Lachen am Schluss sehe ich als Spannungsabbau - da, wo Weinen nicht möglich ist. Und natürlich will man als Mutter nicht wahrhaben, dass ihr Kind Schlimmes getan haben soll.
Den Hanfanbau in der Garage des Erziehers habe ich nicht mit bekommen.
Zitat von Analuisa im Beitrag #1989Ich habe mich gefragt, warum Gordon am Ende die Kommissarin zu dem Ort geführt hat, wo er Ronny abgelegt hatte, das hätte er doch nicht tun müssen? Das war doch quasi ein Schuldeingeständnis.
vielleicht rührte sich sein Gewissen doch etwas und er hatte die Hoffnung, dass das Kind noch gerettet werden kann
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Das war ein richtig guter Polizeiruf. Ich hätte gern noch was mehr über Gordon erfahren, über seine Familie, gab´s einen Vater oder Freunde? Ist er in der Jugendhilfeeinrichtung groß geworden? Ich fand es auch seltsam, als er aus dem Klassenzimmer geholt wurde: das Scandieren seiner Mitschüler /innen... ist er gemobbt worden?
Ja und mir hat auch gut gefallen, wie die Komissarin agierte. Nicht mit Druck, nicht mit Drohungen und Ungeduld, sondern sie hat wirklich zugehört und ist vollkommen ruhig geblieben, auch in Situationen wo man ihr Gegenüber lieber angebrüllt und geschüttelt hätte.
Und ja ich glaube auch, dass sie damit etwas in Gordon bewegt hat und er nicht wirklich wollte, dass Ronny stirbt und nur so ein kurze Scheißleben hatte (da konnte er sich vielleicht mit identifizieren). Denn wenn er die Polizei nicht zu Ronny geführt hätte, wäre der unweigerlich gestorben und ob man Gordon die Tat hätte nachweisen können, wäre nicht sicher gewesen.
Und machen wir uns nichts vor, Ronny kann in fünf bis zehn Jahren exakt an der Stelle sein, an der Gordon jetzt war. Ein Problem mit der Impulskontrolle hatte er ja jetzt schon, wenn auch noch eindeutig als Hilfeschrei. Auch diese Szene ganz am Anfang, als er bewusst den Freund der Mutter provoziert und sie dann gezielt auffordert ihm zu helfen und sie saß nur da und starrte ... gruselig.
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Ich habe da keine bewusste Provokation gesehen, sondern das normale Spiel eines Neunjährigen (du meinst die Szene mit dem Flugobjekt?)
Dass die Mutter ihrem Partner gegenüber so stumm blieb und nicht in der Lage war, ihren Sohn zu schützen, fand ich auch gruselig.
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Zitat von Analuisa im Beitrag #1999Ich habe da keine bewusste Provokation gesehen, sondern das normale Spiel eines Neunjährigen (du meinst die Szene mit dem Flugobjekt?)
ja man kann es als Provokation sehen, aber so verhalten sich Kinder um Aufmerksamkeit zu bekommen. Als er sagte, dass er heute Geburtstag hat erwiderte das Ar...... ja auch lediglich "schön für dich", wer hat da jetzt wen provoziert? Schon bei dieser Szene hat sich mein Herz zusammengezogen.
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