Zitat von wohinwoher im Beitrag #112Mit Erstaunen und Fassungslosigkeit habe ich darauf reagiert. Winnetou und die Indianer waren in meinem Leben von Kindesbeinen an Vorbilder an Edelmut, Ehrlichkeit, Tapferkeit und an vielen guten Eigenschaften, denen man nacheifern konnte.
Habe ich als Kind und Jugendlicher ganz ähnlich wahrgenommen. So einfach scheint das heutzutage - in den hochgutmenschlichen Zeiten der absoluten political correctness - aber nicht mehr zu sein. Mir sind persönlich schon Leute begegnet, die das Kinderspiel "Cowboy und Indianer" als ein rassistisches eingestuft haben ... Meine Fassungslosigkeit hat sich in Bezug auf solche Irrungen und Wirrungen aber abgenutzt u. a. auch seitdem in einem meiner (früheren) Stammlokale - aufgrund von Protesten aus gewissen Kreisen samt empörter Leserbriefe in der lokalen Zeitung - das Zigeunerschnitzel von der Speisekarte genommen wurde (mein Protest als diskriminierter Frankfurter - das "Frankfurter Würstchen" als Gericht ließ der Wirt nämlich weiter auf der Speisekarte - blieb dagegen gänzlich ungehört. So manches läßt sich besser ertragen, wenn man es humoristisch nimmt ...).
Legt man die Maßstäbe der hochgutmenschlichen Kreise an, die allwissend zu sein scheinen und damit ja genau zu wissen glauben, was man noch machen, spielen und sagen darf und was nicht: Ganz unabhängig von "Cowboy und Indianer" - auch bei anderen Kinderspielen wie "Räuber und Gendarm", dem "Ritter" spielen, dem "Piraten" spielen usw. usw. läßt sich möglicherweise (oder sogar bestimmt ?) auch etwas politisch Unkorrektes finden.
Bezüglich meiner verunsicherten Nachbarin: Werde ihr den (auch hier schon geäußerten) Rat geben, sich an eine kompetenter Stelle zu wenden, die ihr das mit den eventuellen noch unbedenklichen Kinderspielen erklärt. Irgendwelche wird es ja hoffentlich (noch) geben. So lange kann der Bub ja erstmal statt Indianer zu spielen z. B. üben und lernen seinen Namen zu tanzen. Das sollte eigentlich politisch korrekt und unbedenklich sein. Hoffe ich zumindest ...
Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #125seh ich auch so. Nebelkerzen. Von den echten Problemen ablenken.
Apropos "Politische Fassungslosigkeiten" und "Nebelkerzen" sowie von den "echten Problemen ablenken" ...
Bei jeder größeren Problemlage oder gar Krise stellt sich (jedenfalls im Normalfall) zwingend die Frage nach der Ursachenforschung und den Kausalitäten. Schon allein um begangene Fehler für die Zukunft zu vermeiden. Was bei der aktuellen deutschen Energiekrise daher auffällt: Von der ehemaligen Bundeskanzlerin war zu diesem Themenkomplex praktisch nichts zu vernehmen - oder es ist mir als immerhin aufmerksamem Zeitungsleser vielleicht nur komplett entgangen ?!
Ob der spontane ad hoc Atomausstieg samt der 180 Grad Kehrwendung in Sachen AKW-Laufzeiten, die vermurkste deutsche Energiewende (mehr oder weniger in Nichts hinein), der schleppende Ausbau der erneuerbaren Energien, die (m. E. unglaubliche und unfassbare) deutsche Abhängigkeit von Russland beim Thema Gas etc. Zu all diesen Punkten habe ich von der Ex-Kanzlerin eher nur Schweigen vernommen. Jedenfalls nicht ansatzweise das Eingeständnis begangener Fehler und Fehlentscheidungen. Obwohl sie doch bei all diesen Entscheidungen Bundeskanzlerin dieses Landes war.
Kann Schweigen auch eine "Nebelkerze" sein, um von den eigenen Fehlern um nicht zu sagen dem eigenen Versagen abzulenken bzw. dieses erst gar nicht zur Sprache kommen zu lassen ?
Was dann - für mich jedenfalls - einer weiteren "politische Fassungslosigkeit" gleich käme.
Zitat von Hillary im Beitrag #124Ich habe letztens gesammelte May-Werke in den Papiercontainer gegeben, weil die niemand von den Jüngeren mehr haben wollte. Wo bitte ist da jetzt ein Problem? Es wird eins draus gemacht, derweil draußen die Úmwelt vor die Hunde geht.
Letztlich machen diejenigen ein Problem daraus, die Texte aus früheren Zeiten nicht mehr zulassen wollen und dabei übersehen, dass man damit einen Blick in frühere Gedankenwelten verhindert. Wenn das ohnehin keiner mehr lesen will, wozu dann überhaupt die Diskussion? Und falls doch: Was ist dagegen einzuwenden, wenn man lesen kann, wie die Menschen damals gedacht haben und was sie gut fanden? Wenn man die Fehler von früher verdeckt, ist man verdammt, sie zu wiederholen. Und was deinen letzten Satz angeht: Es gibt immer "Wichtigeres", egal, welche Problem man anspricht.
Zitat von bri_honzina im Beitrag #93Kleine politische Fassungslosigkeit, aber trotzdem: Scholz war ja gestern in Prag, und er ist dahin geflogen. Wie weit ist das von Berlin aus, 4 Stunden mit dem Dienstwagen vielleicht? Selbst mit dem Zug ist es nicht mehr. Klar gibt es dafuer vermutlich Gruende (Terminkalender, Protokoll etc.) - ich finde aber, das so etwas tatsaechlich einen hohen Symbolwert hat und extrem ungeschickt ist in der heutigen Zeit. Und teuer fuer den Steuerzahler. Nach der Rueckkehr nach Berlin ist er dann uebrigens laut Presse mit dem Helikopter ins Kanzleramt geflogen.
Wer beraet den bloss?
Hast du eine Vorstellung davon, wieviele Fahrzeuge als Ersatz für den Flieger notwendig gewesen wären? Der Flieger ist voll mit ihm, Personenschutz und Journalisten.....
Ja, das habe ich tatsaechlich - und ich schrieb ja davon, dass es diverse Gruende gibt, das aus organisatorischer Sicht zu befuerworten, und dazu gehoert natuerlich auch der Personenschutz. Trotzdem finde ich es wirklich absurd: selbst 10 oder 15 gepanzerte SUVs waeren guenstiger, umweltfreundlicher und ein besseres Zeichen nach Aussen.
Warum Journalisten unbedingt mit im Regierungsflieger mitfliegen muessen, zuhauf und fuer sehr wenig Geld, ist mir auch nicht ganz klar. Der Gebrauch des Regierungsfliegers wird seit Jahren u.a. vom Bund der Steuerzahler kritisiert, und fuer eine derartige Kurzstrecke diese Maschinerie in Gang zu setzen - noe, finde ich ungeschickt.
Zitat von noBarbie im Beitrag #94Kann das nicht auch mit Sicherheitsfragen zu tun haben, dass also in der Luft deutlich weniger Personal dafür nötig ist, als auf der Straße oder Schiene?
Zitat von bri_honzina im Beitrag #131 Ja, das habe ich tatsaechlich - und ich schrieb ja davon, dass es diverse Gruende gibt, das aus organisatorischer Sicht zu befuerworten, und dazu gehoert natuerlich auch der Personenschutz. Trotzdem finde ich es wirklich absurd: selbst 10 oder 15 gepanzerte SUVs waeren guenstiger, umweltfreundlicher und ein besseres Zeichen nach Aussen.
Das verstehe ich jetzt nicht. Es gibt gute Gründe, das so zu handhaben, und du findest es wirklich noch immer absurd?
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Leute, es ist eine (kleiner) Fassungslosigkeit, kein riesiger Aufreger fuer mich.
Aber ja, ich find es nach wie nicht gut *auch wenn es mir bewusst ist, dass es Gruende dafuer gibt*. Trotzdem faende ich, dass es besser waere, wenn in solchen Faellen auch der Symbolwert (staerker) mit einberechnet wuerde.
Kurzstreckenfluege sind aus vielerlei Gruenden nicht gut, der Regierungsflieger ist wirklich sauteuer - wir alle sollten u.a. beim Reisem (auch Geschaeftsreisen, wo moeglich) darauf achten, weniger zu fliegen um Umwelt und Ressourcen zu schonen (auch wenn fliegen oft bequem ist), wir alle muessen sparen - ich finde, es ist einfach in so einer Situation nicht gut, dass das nicht anders organisiert wurde, und es macht auf mich keinen guten Eindruck.
Klar ist das nicht der Aufreger der Woche, aber hier geht es ja um Fassungslosigkeiten, nicht Kapitalverbrechen...
(Und ja, ich habe durchaus Einblick in die Vorgaenge, Voraussetzungen und Protokolle fuer solche Staatsbesuche - und halte es immer noch fuer ungeschickt. Absurd ist vielleicht zu stark - aber nein, auch ein Bundeskanzler *muss* nicht von Berlin nach Prag fliegen, mit einem Flugzeug voll Journalisten, und dann noch vom Flugplatz mit dem Heli weiter zum Kanzleramt.)
Zitat von bri_honzina im Beitrag #134 ... auch ein Bundeskanzler *muss* nicht von Berlin nach Prag fliegen, mit einem Flugzeug voll Journalisten, und dann noch vom Flugplatz mit dem Heli weiter zum Kanzleramt.)
Nein, muss er nicht, aber nochmal: wenn, alle Dinge berücksichtigt, das die bessere Wahl ist, warum nicht?
Ich gehe davon aus, dass in einer vernünftigen Kosten-/Nutzen-Gegenüberstellung auch die längere Arbeitszeit des Sicherheitspersonals, das u.U. mitten drin gewechselt werden muss, berücksichtigt wird oder solch sicherheitsrelevanten Dinge, was passiert, wenn die mitreisenden Personen, die unter Personenschutz stehen (also mal mindestens der Kanzler, vielleicht auch andere Minister) mal aufs Klo müssen. Klar, gibt Raststätten, aber dieser Klobesuch wird dann aufwändiger. Und eine Schlagzeile "Deutscher Bundeskanzler / Minister auf dem Raststättenklo erschossen" fände ich jetzt auch nicht gut. Das waren nur zwei Beispiele von Dingen, die man berücksichtigen sollte, nicht nur die reinen Transportkosten.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Wie viele Sicherheitskräfte willst du mobilisieren, um Autobahnzufahrten für die Dauer der Hin- und Rückfahrten zu sperren?
Die, die zu feige waren in der Diktatur, rebellieren jetzt ohne Risiko gegen die Demokratie. Den Bequemlichkeiten der Diktatur jammern sie nach, und die Mühen der Demokratie sind ihnen fremd. (Wolf Biermann)
Zitat von Sariana im Beitrag #137Wie viele Sicherheitskräfte willst du mobilisieren, um Autobahnzufahrten für die Dauer der Hin- und Rückfahrten zu sperren?
Schon vorher müsste die ganze Strecke (und Umgebung) abgeriegelt und auf Sprengsätze und Ähnliches überprüft werden.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Und Putin hätte sich auf die Schenkel geklopft, hätte man doch im russischen Fernsehen Bilder zeigen können, wie die Deutschen auf den Hund gekommen sind - sie können sich nicht einmal einen Flieger für den Kanzler leisten.
Zitat von Sariana im Beitrag #137Wie viele Sicherheitskräfte willst du mobilisieren, um Autobahnzufahrten für die Dauer der Hin- und Rückfahrten zu sperren?
Schon vorher müsste die ganze Strecke (und Umgebung) abgeriegelt und auf Sprengsätze und Ähnliches überprüft werden.
Aehm, jetzt lasst mal die Kirche im Dorf... Wie gesagt, ich kenne mich durchaus aus mit solchen Dingen, und dass alle Strassen zwischen Berlin und Prag abgeriegelt werden weil da der Bundeskanzler langfaehrt, so ist es dann im Normalfall doch nicht...
Zitat von Liberta im Beitrag #140Und Putin hätte sich auf die Schenkel geklopft, hätte man doch im russischen Fernsehen Bilder zeigen können, wie die Deutschen auf den Hund gekommen sind - sie können sich nicht einmal einen Flieger für den Kanzler leisten.
Dafuer haette man z.B. in Frankreich nicht den Kopf geschuettelt, sondern es gut und normal gefunden. Dort sind naemlich z.B. bestimmte Kurzstreckenfluege verboten (wobei Prag -Berlin zwar von der Entfernung her in diese Kategorie fiel, aber nicht von der Zeit, die ein Zug tatsaechlich braucht...), und das gilt auch fuer Macron (und er hat's erstaunlicherweise bisher ueberlebt). Wenn z.B. in Versailles ein EU-Gipfel stattfindet, werden die Staatschefs von Paris aus ueber die ganz normale Autobahn gefahren, mit jeweils Sicherheitsbeamten in mehreren Autos vorne und hintendran, und die Autobahn ist dafuer nicht mal gesperrt. Nix Hubschrauber, weder Macron, noch Scholz, noch sonstein Staatschef... Das ist, wie gesagt, schon auch eine Frage der Symbolik.
Es ist aber auch voellig ok, wenn anderes das eben anders sehen. Mir fiel es halt negativ auf und ich finde es ungeschickt - aber das ist ja keine allgemeine Wahrheit. Es ist mit Sicherheit Abwaegungssache, und da wurde halt so entschieden. Nur unumgaenglich ist es mit Sicherheit nicht, sondern eine Frage der Prioritaeten. Die muss aber nicht jeder gleich setzen.
Zitat von bri_honzina im Beitrag #141dass alle Strassen zwischen Berlin und Prag abgeriegelt werden weil da der Bundeskanzler langfaehrt, so ist es dann im Normalfall doch nicht...
Wie oft ist schon ein*e Kanzler*in mit dem Auto auf Staatsbesuch gefahren? Ist das überhaupt schon jemals vorgekommen?
Zitat von bri_honzina im Beitrag #141dass alle Strassen zwischen Berlin und Prag abgeriegelt werden weil da der Bundeskanzler langfaehrt, so ist es dann im Normalfall doch nicht...
Wie oft ist schon ein*e Kanzler*in mit dem Auto auf Staatsbesuch gefahren? Ist das überhaupt schon jemals vorgekommen?
Gute Frage. Keine Ahnung? Und vermutlich eher nicht ;-)
(Nicht, dass ich Macron so toll finde. Aber er faehrt tatsaechlich auch ins Ausland gelegentlich mit der Staatskarrosse.)
Zitat von bri_honzina im Beitrag #143Es ist aber auch voellig ok, wenn anderes das eben anders sehen. Mir fiel es halt negativ auf und ich finde es ungeschickt - aber das ist ja keine allgemeine Wahrheit. Es ist mit Sicherheit Abwaegungssache, und da wurde halt so entschieden. Nur unumgaenglich ist es mit Sicherheit nicht, sondern eine Frage der Prioritaeten. Die muss aber nicht jeder gleich setzen.
Ich finde, es kommt auf jeden konkreten einzelfall an. Zu dieser reise habe ich wenige details gefunden. Nur 'Kanzler mit Delegation'. Das lässt darauf schliessen, dass fachleute aus verschiedenen bereichen mitgereist sind. Aber ob wirtschaft, umwelt oder verteidigung - keine ahnung. Jedenfalls wurden wohl mehrere mitegenommen, um vor ort regierungsarbeit zu leisten. Auf jeden fall waren es doch einige leute, und die zusammen zu transportieren ist effektiver als eine autokolonne. Ausserdem weiss ich nicht, mit welchem flugzeugtyp geflogen wurde. Es gibt ja je nach strecke und passagierzahl ganz unterschiedliche optionen, von ganz gross für übern teich bis runter zum businessjet, wie auch Friedrich Merz einen benutzt.
Gute Punkte, Daggy. Bei einem der mitfliegenden Journalisten habe ich auf Twitter mitgelesen bzw. gesehen, dass es der 'grosse Regierungsflieger' war, der zahlreiche Journalisten an Board hatte. Da der einzige offizielle Termin die Rede in der Karlsuni war und es danach sofort zurueckging, nehme ich an, dass es keine grosse Delegation von sonstigen Regierungsmitgliedern war. Aber es koennte sein.
Nach der Aktion von Scholz beim Cum-Ex Pozess würde es mich nicht wundern, wenn ihn solche Überlegungen zu Umwelt oder Bildern in der Bevölkerung völlig kalt lassen würden.
- "Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts zu seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen." - Epikur von Samos