Das, was ich heute BIn, habe ich bitter und sehr lange lernen müssen, es ist mir nicht zugeflogen... Ich danke denen, die wissen, was ich mit meinen Worten zum Ausdruck bringen wollte ... deine, meine und Gottes (jedes andere Wort hat Gültigkeit) Angelegenheiten.
Ich wusste gar nicht, dass ich so denken und sein "darf", wie ich heute bin. Einfühlsam, mitteilungsfreudig, gerne (für mich)Wissenswertes und vielleicht auch Hilfreiches weitergebend, doch nicht erwartend, dass ein andere es genau so empfindet und wahrnimmt oder umsetzt, wie ich seinerzeit.
Jeder Mensch ist ein Individuum und doch sind wir alle gleich, paradox, ich weiss.
Ich empfinde das gesamte Leben als Paradoxon, obwohl sich alles so "wahr, real, und zum Teil sogar als schön und gleichzeitig sehr schmerzhaft anfühlt. Nicht nur meine eigene Befindlichkeit ...auch die Befindlichkeiten anderer tummeln sich darin. Und wenn einer meiner nahestehenden Menschen "leidet", gehts mit merkwürdigerweise auch nicht gut. Also reagiere ich erstmal wie jeder andere ...ich möchte demjenigen "helfen", dass es ihm wieder besser geht. Das tat ich solange, bis ich feststellen musste, das geht gar nicht.
Ich bin nicht umsonst Krankenschwester geworden, das war ich mit Leib und Seele, es war meine Berufung! Allerdings führte es soweit, dass ich mich fast selbst aufgegeben hätte ...und das ganze Elend nur noch mit "Mittelchen" ertrug... Ich schaffte es nicht, den lieben Mitmenschen ihr Leid abzunehmen, selbst, wenn ich es wollte ...ich fühlte mich als "Versager" und war todunglücklich.
Zum meinem "Glück" nahm ich soviele Mittelchen und anderes, dass ich irgendwann auf einer Station landete, wo ich erstmal entgiftete und später den Anlauf in ein völlig neues Lebens nahm ...ich wusste es bloss noch nicht.
Das war Tanja durchmalchen muss, hab ich genau so erlebt, das, was Lufti duchgemacht hat und jetzt für sich klarkriegen möchte, hab ich genau so erlebt und erfahren.
Ich bin sehr froh, sehr viele "Krücken" an die Hand bekommen zu haben, so dass ich heutzutage ein ganz normales Leben führen könnte, wenn, ja wenn da nicht unendlich viele Dinge in MIR wären, die ich nun wieder für mich klarkriegen muss. ich muss zusehen, wie ich am besten damit leben kann ...damit habe ich wirklich genug zu tun.
Hat jemand Kummer, kommt er schon, wenn es soweit ist. Er erzählt, ich höre zu und frage zwischendurch, an wichtigen Stellen (die meist die Antwort beinhalten) um die Sache auch richtig zu verstehen. Am Ende der Erzählung frage ich, ob ich was dazu sagen soll? Nein, nein, nein ... Nach einer Viertelstunde heisst es dann: sag doch mal, was du sagen wolltest. Wenn ich es noch weiss, sage ich es, meist versandet es aber, weil der Erzähler sich während des Erzählens oftmals selbst auf die Schliche gekommen ist.
Ich wollte das alles gar nicht von mir in Luftis Strang schreiben ...meine Entwicklung in einen sozusagen "gesunden Egoismus" wurde begleitet von Therapeuten, Psychologen, ganzheitlichen Ärzten und vielen lieben Menschen, deren Erfahrungen und Erzählungen mir sehr auf meinem Weg geholfen haben.
Ich möchte das gern weiter - oder zurückgeben ...da ich das Haus kaum oder auch nur sehr selten verlassen kann, schreibe ich hier und meist im Alkoholstrang. Da das aber schon der dritte Alkoholstrang ist, einige tatsächlich durchs Lesen und schreiben dort trocken geworden sind und ein anderes Leben begonnen haben, gehts nicht mehr so sehr um SUCHT, eher um Lebenserfahrungen, Rückschlägen im Leben, Problemen und welche Möflichkeiten sich auftun sie am besten zu beseitigen oder zu meistern. Das braucht Mut, Kraft und Unterstützung.
WAS dann einer macht oder auch nicht, liegt nicht in "unseren" Händen, weil: der Mensch tut sowieso was er tut! So ist er nunmal konzipiert ...
Für, die, die damit was anfangen können, vielleicht du, Lufti?
Ich tu, was ich tu; und du tust, was du tust. Ich bin nicht auf dieser Welt, um nach deinen Erwartungen zu leben, Und du bist nicht auf dieser Welt, um nach den meinen zu leben. Du bist du, und ich bin ich. Und wenn wir uns zufällig finden – wunderbar. Wenn nicht, kann man auch nichts machen.
Das gab mir meine Therapeutin nach einer schweren verlustreichen Zeit, in der ich mich selbst fast zerfleischt hätte. Es hat sehr viel Druck von mir genmmen, ich konnte weitergehen ... Mir hat es ausgesprochen gut gefallen ...in vielen Situationen ...es hat mich mutiger gemacht für: FÜR MICH ...nicht gegen Jemanden.
ich schreibe immer aus persönlicher Erfahrung, die nicht deine sein muss. Es ist keine Theorie, es ist gelebte Praxis ...anders hätte ich wohl nicht halbwegs zufrieden weiterleben können. Ich war ausreichend und genug mit mir in Zwietracht, bin es gelegentlich auch mal ...aber niemals mehr ausdauernd. Und auch dein Kummer wird weniger, wenn du dich genug damit auseinander gesetzt hast, das wünsch ich dir von Herzen.
Zitat von Lufti im Beitrag #1806Ja, das stimmt schon @ annilein.
Aber den impulsiven kontroletti kriegt man nicht aus mir raus :) da haben sich schon Profis die Zähne ausgebissen.
Aber wenn man weiß woher es kommt, dann ist es nachvollziehbar. .
Ich kenne Dich noch aus der alten Bri und wir teilen einige Ereignisse in unserem Leben. Bei mir ist das so, dass ich andere Dimensionen von Not habe und folglich anders agiere als andere, die Not anders definieren. Will sagen: wenn jemand vor meinen Augen gerade völlig dekompensiert, interpretiere ich das als Krise, wie ich Krisen kenne und tue buchstäblich ALLES, auch Dinge, bei denen andere, die anders geprägt sind, schon längst ihre Schotten dicht gemacht haben. Kann das sein, dass bei Dir ein ähnlicher Mechanismus vorliegt, nach dem Motto " ich weiss, wie schaize Schaize sein kann, ich mache alles um das abzuwenden"? So was bindet (negativ), führt dazu, dass weiter gemacht wird im Helfen, Retten, Eilen (..und: es gibt da ein Phänomen, dass man Beziehungen schlechter beenden kann, je mehr investiert wurde) - repeat.
Dem kann ich bis auf den letzten Teil absolut zustimmen.
Ich werde zwar immer gerne um Rat gefragt aber ich halte mich normalerweise bewusst fern. Denn aus Erfahrung weiß ich, das du immer der Depp bist.
Auch bei Männern bzw Beziehungen hatte ich da nie ein Problem mit dem lösen.
Aber meine ganzen Grundsätze und mein naturell wird alle Jahre mal wieder über den Haufen geworfen.
Es ist immer wieder der Fall wenn es um Loyalität geht. Da bin ich offensichtlich echt irgendwie falsch gestrickt.
Ich hab da (vor allem an mich selbst) Ansprüche.
Wenn Tanja nicht in einer Ausnahmesituation (Trennung, next vor die Nase, Baby, Geld) gewesen wäre, hätte ich überhaupt nicht so gehandelt wie ich gehandelt habe.
Da hätte sie bei mir spätestens beim zweiten Sticheln eine Ansage bekommen. Bei anderen Dingen hatte ich trotz Skala 8-9 ihr den Vogel gezeigt und auf 5 einsortiert.
Da wäre ich wirklich hart. Was zum Teufel ist es also das ich zu schwimmen anfange wenn jemand der mir nahe steht, in einer speziellen Situation ist ?
Weil das Leben einem immer wieder Situationen vor die Füße knallt, in denen wir uns fragen, ob und was wir aus vorangegangenen Lektionen gelernt haben. Ich habe das mal vor langer Zeit aufgedröselt, bei mir kommt es mit dem Siebenjahresrhythmus hin. Nicht auf den Tag genau, aber immerhin.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von Lufti im Beitrag #1832Was zum Teufel ist es also das ich zu schwimmen anfange wenn jemand der mir nahe steht, in einer speziellen Situation ist?
Könnte der Schlüssel nicht in der Alzheimer-Erfahrung liegen, wie Du sie beschrieben hast? Ich fand das logisch.
Zitat von Sariana im Beitrag #1838Doch lufti, du lernst immer ein wenig mehr.
Wenn ich wenigsten bewusst verstehen könnte was das Problem bei mir ist.....
Aber vielleicht sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Und meine Persönlichkeit ist Probleme angehen. Wenn ich also weiß das ich ein Problem habe, dann verdränge ich nicht sondern suche. Aber es frustriert mich wenn ich mich dauernd Frage was es ist und auf keine Lösung komme.....
Zitat von Lufti im Beitrag #1839Aber es frustriert mich wenn ich mich dauernd Frage was es ist und auf keine Lösung komme.....
Ich glaube, das hier ist ein Teil der Lösung. Der "Kontrollfreak" in Dir akzeptiert nicht, dass Du nicht draufkommst. Ich kenn das. Ich hab mir auch schon einen Kopf gegrübelt über Verhaltensweisen von anderen und meine Reaktion drauf und versuche mir jetzt immer zu sagen: DIE machen sich die Gedanken um DICH nicht. Also lass das gefälligst!!!! Hilft zwar meist nicht, aber zumindest ist mir das dann bewusst. Dass Du auf manche Konstellationen so reagierst, könnte einfach Teil von Dir sein. Das wunderbare Feld der Psychogenetik fällt mir dazu ein, transgenerationale Vererbung. Edit: da landet man schnell auf Esoterikseiten beim Googeln, aber die Wissenschaft ist da durchaus auch unterwegs, Stichwort "Kriegsenkel". Manchmal hat man eine Macke, flapsig gesagt, deren Wurzeln schon bei den Großeltern liegen.
Aber wenn man mal strauchelt, dann ist das doch durchaus völlig normal, dass man irgendwann halt wieder strauchelt. Jede Situation, jeder Mensch ist anders, man kann keine gelernten Erfahrungen zu 100% auf die nächste Situation übertragen. Ich finde das hoch gegriffen die Idee zu haben aus schwierigen Situationen so zu lernen, dass man ab sofort alle spielend meistert. Vor allem hat man eben auch nicht alles daran unter Kontrolle. Man kann seine Ideen anwenden. Klappt es nicht, dann ist das eben so.
Zitat von Sariana im Beitrag #1838Doch lufti, du lernst immer ein wenig mehr.
Wenn ich wenigsten bewusst verstehen könnte was das Problem bei mir ist.....
Aber vielleicht sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Und meine Persönlichkeit ist Probleme angehen. Wenn ich also weiß das ich ein Problem habe, dann verdränge ich nicht sondern suche. Aber es frustriert mich wenn ich mich dauernd Frage was es ist und auf keine Lösung komme.....
Lufti, zunächst aus dem Problem eine Aufgabe machen. Wenn man sich damit mal beschäftigt, kann es spannend sein. In der lösungsorientierten Kurzzeittherapie ist das ein gutes Werkzeug, um vom Problemdenken weg zu kommen. Das ist auch gut gegen das "Flippern", denn wenn man aus dem Problem eine Aufgabe macht, passiert das über die Sachebene.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von kenzia im Beitrag #1824 Jahrhundertelang hat die Kirche dem Menschen erzählt, dass der einzelne nichts wert ist und nur die Gruppe zählt. Wer an sich dachte, war ein "Egoist"- was doch auch heute noch ein regelrechtes Schimpfwort ist! Dabei - so glaube ich- braucht der "gesunde Geist" beides.
"Die Kirche"? Nimmt mich Wunder. Klar war der Bauer, der Leibeigene - und später insbesondere der "Volksgenosse" oder der "Kollektivist" auf der anderen Seite - nicht viel Wert. Aber wo du da insbesondere die Kirche in Haft nimmst (und ich bin meilenweit von Kirchlichkeit oder auch nur Christentum entfernt) erstaunt mich etwas.
Was ist klein, grün und dreieckig? - Ein kleines grünes Dreieck! (copyright: mein Neffe als Kleines)
Eigentlich wollte ich hier nicht mehr schreiben, aber ich bin schwerst beeindruckt, von dem, was du durchgemacht hast und wie du damit umgegangen bist und auch von deiner Offenheit. Ich habe noch nicht im Alkoholstrang nachgelesen, aber verstehe ich es richtig, vielen Leuten bei dieser Strang dabei geholfen, vom Alkohol loszukommen? Das bringt mich sehr zum Nachdenken, denn mir sind in letzter Zeit große Zweifel am Sinn und Unsinn der virtuellen Kommunikation mit unbekannten Menschen in Foren, Blogs etc. gekommen. Dein Post wirft ein ganz anderes Licht darauf.
Zitat von Kleines grünes Dreieck im Beitrag #1843 "Die Kirche"? Nimmt mich Wunder. Klar war der Bauer, der Leibeigene - und später insbesondere der "Volksgenosse" oder der "Kollektivist" auf der anderen Seite - nicUht viel Wert. Aber wo du da insbesondere die Kirche in Haft nimmst (und ich bin meilenweit von Kirchlichkeit oder auch nur Christentum entfernt) erstaunt mich etwas.
Ok, es war nicht nur die Kirche- aber wer hatte die Macht? Sagen wir mal "der König"- und dessen Berater waren Gebildete und gebildet waren vor allem die, die wiederum aus der Kirche kamen......und es schließt sich der Kreis. Lang ists her, aber lesen und schreiben - und gebildet werden- konnte man als "Bürger" nicht. Es macht schon Sinn- von ganz oben- dem einzelnen keine Individualität zu geben......wo käme man dann hin?? ;-)
Liebes "gelöschtes Mitglied" ...ich weiss deinen Namen leider nicht, schade ...auch wenn es nur ein Nickname ist. Ich danke dir sehr für deine Rückmeldung, die tut einfach nur gut.
Tatsächlich sind einige Leute vom Alkohol losgekommen und schreiben seit Jahren in diesem Strang, manchmal melden sich Menschen nur ein-oder zweimal und teilen mit, dass sie es mit Hilfe des Stranges und lieber Mitmenschen geschafft haben, dieser "Hölle" zu entrinnen.
Ich kann nur hoffen, dass jeder, der mal geschrieben hat oder schreibt, die Möglichkeiten nutzt, das Beste aus seinem Leben herauszuholen, was das Leben ua. zu bieten hat. Manch einer versucht es ganz alleine ...ich muss zugeben, dass ich es ohne die entsprechende Hilfe nicht geschafft hätte, schon ziemlich lange trocken zu sein ...trotz grosser Herausforderungen und vielen anderen Hürden.
Ähnlich geht es manchen Gruppenmitgleidern, die auch nach dem Motto schreiben "Alles raus, was keine Miete zahlt"! Die meisten haben gute Erfahrungen damit gemacht, auch, wenn sich dadurch noch nichts erledigt hat ... aber den Rest schaffen wir auch noch ...gemeinsam sind wir stark! Und wenn mal alle Stricke reissen, so ist fast immer jemand da, der den anderen auffängt.
Du hast es geschafft, mich mit deinem lieben Post dazu zu bringen, weiter im Forum mitzuschreiben. Ich hatte seit einiger Zeit das Gefühl, dass ich nicht mehr ganz so hierher passe. Ich stellte mich in Frage und überlegte ua., ob ich vielleicht zu lehrerhaft klinge oder rüberkomme? Das wäre von mir nicht gewollt ...aber ich nehme an "Das bin ich auch!" Ich und nicht nur ich, wir sind ja vieles, aber das möchte ich hier nicht weiter ausführen, nur : JEDER ist alles, was es gibt, was Mensch sich vorstellen kann, mehr oder weniger ausgeprägt.
Genau das zu erfahren und dann als Wissen anzunehmen, hat mein Leben auf den Kopf gestellt ... und es begann damit, dass ich lernen musste "Nein" zusagen ...alles andere kam dann nicht wie von alleine, aber es kam.
Ich danke dir nochmal herzlich für dein Post und das ist keine Schleimerei ...ich freue mich einfach darüber ...
Lufti, nach dem Lesen deines Stranges ist mir Folgendes aufgefallen:
Du beschreibst Tanja nicht als beste Freundin (die Punkteskala). Wenn du gefragt wurdest, warum du dich bei ihr so engagierst, war deine Antwort: Sie hat mir auch geholfen und beigestanden.
Das ist prinzipiell eine gute und wichtige Motivation: erfahrene Hilfe zurückgeben zu wollen. Aber du bist über diese Motivation gestolpert. Du hast deine Grenzen nicht wahren können und nicht rechtzeitig sagen können: Moment, hier gehst du zu weit. Du wirst verletztend.
Deshalb würde ich an deiner Stelle nachspüren, was es mit der Motivation auf sich hat? Da gibt es ja mehrere Ansätze, einer wäre: Du bist es gewohnt, deine Probleme selbst zu lösen, auch weil du bisher eher wenig Hilfe und Unterstützung von anderen bekommen hast. Tanjas Hilfe hat dich deshalb so "beeindruckt", dass du sie um jeden Preis zurückgeben wolltest und dich dabei verloren hast.
Ein anderer Punkt ist mir aufgefallen: In dem letzten Gespräch kam für Tanja 2 Sachen zusammen: Du hast zum ersten Mal deutlich gemacht, dass sie verletztend ist und Grenzen überschreitet. Zusätzlich hast du ihr kommuniziert, dass die Gruppe beschlossen hat, sich ohne sie treffen zu wollen. Das ist recht viel / zuviel auf ein Mal. In meinen Augen hatte das Gespräch damit keine Chance auf einen konstruktiven Ausgang. Konstruktiv in dem Sinne, dass sie trotz ihrer Verletzung/ihres Trotzes ins Nachdenken gekommen wäre. Das war dann mit der Nachricht zum Auschluss aus der Gruppe nicht mehr möglich.
Wenn sich das Gespräch nur um ihr verletzendes Verhalten und deine Grenzen gedreht hätte, dann hätte man auch den Aufhänger gehabt sie zu einer Therapie zu bestärken. Ihr hat es ja nicht geholfen, dass jemand immer parat stand, es hat die Lage nicht erleichtert. Der Gedanke an eine Therapie ("Urlaub") kam ja zwischen euch auf, wurde wohl aber nicht weiterverfolgt. Sie hätte da vielleicht mehr Infos und gedanklichen Hin- und Herdrehen gebraucht, was möglich ist und für sie in Frage kommt.
Soweit ich das in der dumpfen Erinnerung habe war aber der Ausbruch von Tanja schon zuerst und danach kam erst on Top pflichtschuldigst die Info zum Gruppenentscheid. Worst case Szenario und der Eigendynamik geschuldet. Wenn Tanja sich nach dem missglückten Gespräch bei der Rückreise nochmals separat zeitnah gemeldet hätte hätte man es trennen können. Das 3. Thema wurde gar nicht touchiert, die angebliche Party von Lufti.
Weil es - in meinen Augen - hier um Stellvertreter geht. Nicht um Zeit, sondern um Rollen.
Ich kann mich täuschen, aber meine Assoziation der Mutterrolle hat sich nicht aufgelöst, sondern eher verstärkt, so heftig wie das bei euch zugegangen ist.
Wenn du lesen magst, was ich assoziiere, lies weiter. Wenn nicht, ignorieren.
Tanja hat dich damals - in meinen Augen - wie eine liebende Mutter getröstet. Genauso hätte meine es auch getan. So etwas verbindet. Und es könnte einen noch mehr mit dem Tröstenden (also mit Tanja) verbinden, wenn wahre Mutterliebe - also die echte aus der Kindheit - ein Thema wäre. Weil das dann so unbekannt und so unbekannt schön wäre. So eine Idee von Urvertrauen. So warm, so geborgen, so schön, so aufgehoben, so verstanden, ohne Worte.
Und dann kommt das, was kam… totales Durchknallen, Realitätsverlust, Aggression, zumindest passiv-aggressiv, Enttäuschung, beidseitig… Vertrauen futsch! Aber es war doch so schön, so warm, so alles… das Gefühl…
Mit einer wahren Mutter passiert das nicht - nicht in so einer Absolutheit, nicht so drastisch. Die liebt weiter, egal, was passiert. Das weiß mensch. Weshalb es so grausam ist, wenn die eigene Mutter einen überhaupt nicht oder nicht mehr oder nicht richtig liebt. Und weshalb dann da immer ein riesiges schwarzes Loch ist, das nie wirklich gefüllt werden kann... bis auf manchmal, wo mensch die Idee bekommt, wie es sein könnte, mit einer Mutter, einer echten, liebenden… Nur dass es eben nicht die wirkliche eigene ist. Sondern nur ein Stellvertreter, ein Schauspieler, eine Fata Morgana, die einen glauben lässt, das schwarze Loch könnte gefüllt werden… kann es aber nicht. Wie die ab-en Beine. Die bleiben ab. Das Loch bleibt schwarz. Umso größer die Enttäuschung. Der Schmerz. Phantomschmerz.