Und klar bin ich dankbar, dass uns der Fleming das Penicillin erfunden hat - aber ist er damit mehr 'wert'? Gegen wieviele andere, die nix erfunden haben, könnt man ihn dann tauschen? Wäre eine schräge Marktwirtschaft, denk ich ...
Nein, nein, es geht nicht um "mehr wert sein" oder um "Sinn durch reine Leistung". Das was Fleming (ist ja nur ein Beispiel) getan hat, hat einfach eine Bedeutung, die über sein persönliches Leben hinaus geht. Deshalb hat seine Person keinen anderen oder höheren Wert als andere. Ich sehe das rein faktisch und nicht ideologisch.
Ohne die Erfindung des Penicillins wäre ich vermutlich schon an der ersten schlimmen Mandelentzündungen meines Lebens als Kind gestorben. Dank Herrn Fleming sitze ich hier und tippe diesen Beitrag.
Alles, was ich dagegen so tue, auch an kreativen Dingen oder zwischenmenschlichen Aktionen ist für mich und mein Umfeld eine Zeit lang gut - aber darüber hinaus eben nicht weltbewegend. Als Mensch bin ich deshalb nicht weniger wert, nur haben meine Handlungen und mein Leben nicht dieselbe Reichweite und Bedeutungsschwere.
Zitat von Distanzia im Beitrag #248Ich nehme das Zitat mal als Aufhänger für einen Gedanken, der schon in ähnlicher Weise öfters im Strang geschrieben wurde. Ist "Sinn" nur dann ein "Sinn", wenn man persönlich davon profitiert? Ist "Sinn" nicht auch "Sinn", wenn man selbst nicht viel davon hat, dafür aber andere?
Hm, gute Frage. Ich würd die Deutungshoheit schon den unmittelbar Betroffenen überlassen.
Drastisches Beispiel: Wenn jemand bei einem Autounfall stirbt und die Organe werden an andere Leute gespendet, die somit weiterleben können?
Nein, ich meinte schon der Blick auf das eigene Leben.
Viele User schrieben über das Schlechte und ob sie Sinn darin sehen. Da steckt ja das Bedürfnis dahinter, für sich etwas Gutes darin zu sehen oder daraus ziehen zu wollen.
Einige schrieben aber auch über das Gute, dass sie Genießen und dadurch Sinn erfahren. Dieser Sinn ist dann auch auf einen selbst bezogen.
Deshalb mein Gedanke: Ist Sinn nicht auch Sinn, wenn man selbst nicht viel davon hat, aber andere? (Das erfahre ich in meinem Leben.)
Ich versuche mal, das, was du schreibst, in ein Beispiel zu packen, Distanzia ( weil ich nicht weiß, ob ich dich richtig verstehe)
"Liegt in der medizinisch erfolgreichen Behandlung eines Kranken in jedem Fall ein Sinn?"
Für den Arzt/ die Ärztin bestimmt, und ich könnte mir denken, dass er/ sie auf den ersten Blick weniger davon hat als der Patient - aber gilt das zwangsläufig für den Genesenen? Vielleicht wollte der ja mit seinem Leben abschließen?
Ist die Begleitung von kleinen Kindern im Kindergarten z.B. sinnstiftend für die Kinder? Oder müssen sie sich später mühsam von etwas befreien, was die ErzieherInnen ihnen mitgegeben haben?
Ich denke im Moment, dass man Sinn nur für sich selbst definieren kann, nicht aber für andere
Zitat von Neustart im Beitrag #253Ich versuche mal, das, was du schreibst, in ein Beispiel zu packen, Distanzia ( weil ich nicht weiß, ob ich dich richtig verstehe)
"Liegt in der medizinisch erfolgreichen Behandlung eines Kranken in jedem Fall ein Sinn?"
Für den Arzt/ die Ärztin bestimmt, und ich könnte mir denken, dass er/ sie auf den ersten Blick weniger davon hat als der Patient - aber gilt das zwangsläufig für den Genesenen? Vielleicht wollte der ja mit seinem Leben abschließen?
Ist die Begleitung von kleinen Kindern im Kindergarten z.B. sinnstiftend für die Kinder? Oder müssen sie sich später mühsam von etwas befreien, was die ErzieherInnen ihnen mitgegeben haben?
Ich denke im Moment, dass man Sinn nur für sich selbst definieren kann, nicht aber für andere
Nein, das meinte ich nicht. Die Ärztin und Erzieherin machen beide ihren Beruf, das ist sinnstiftend für sie selbst: Anerkennung, Wertschätzung, Eingebundensein in einer Gemeinschaft, anderen helfen /in ihrer Entwicklung unterstützen können aufgrund ihrer beruflichen Kompetenz, usw.
Zitat von Distanzia im Beitrag #252Deshalb mein Gedanke: Ist Sinn nicht auch Sinn, wenn man selbst nicht viel davon hat, aber andere? (Das erfahre ich in meinem Leben.)
Meinst du sowas wie "Hausfrau und Mutter, die für andere Leut wichtig ist und die durch sie viel Glück erfahren, weil sie eine liebende Ehefrau und Mutter ist - aber sie selbst sieht keinen Sinn darin"?
(Ist jetzt bissl klischeehaft, aber mir fällt grad nix anderes ein. Du kannst es auch gerne anhand von dir erklären, oder an einem anderen Beispiel, wenn dir das lieber ist!)
Danke Kambara, jetzt versteh ich's. Ja, so sehe ich das eh auch.
Und
Zitat von Kambara im Beitrag #251Reichweite und Bedeutungsschwere.
find ich auch ganz gut. Beim zweiten denk ich eher an das, was im Englischen mit 'impact' beschrieben wird. (Eben zum Beispiel das lebensrettende Penicillin.)
Weil du sagst: du tust nichts Weltbewegendes - das kannst du ja nicht wissen :-)
Wer weiß, was du schon zufällig gesagt oder getan hast, das jemand anderen zu einer großartigen Erfindung oder sonstigen weitreichenden, bedeutsamen Taten mit positivem Effekt angeregt hast.
Oder von mir aus auch kleiner: Vielleicht hast du jemanden angelächelt oder freundlich gegrüßt und der ist an dem Tag nicht von der Brücke gesprungen, wie er es an sich vorhatte.
Der Schmetterlingseffekt funktioniert ja dann auch im Guten wie im 'Schlechten' - also dass man jemanden mit einem falschen Wort eventuell zur Brücke treibt - wobei dann wohl mehr dahintersteckt und man ist vermutlich 'nur' Zünglein an der Waage, aber ich wär auch das nicht gerne.
Man kann wohl immer nur sein Bestes geben, oder wie ich mal gelesen habe: You can only be your best self and let the chips fall where they may. Kann jetzt auch kein Deutsch mehr
Meinst du sowas wie "Hausfrau und Mutter, die für andere Leut wichtig ist und die durch sie viel Glück erfahren, weil sie eine liebende Ehefrau und Mutter ist - aber sie selbst sieht keinen Sinn darin"?
(Ist jetzt bissl klischeehaft, aber mir fällt grad nix anderes ein. Du kannst es auch gerne anhand von dir erklären, oder an einem anderen Beispiel, wenn dir das lieber ist!)
Wenn sie selbst keinen Sinn darin sieht, sollte die Frau ihr Lebenskonzept überdenken.
Mit "nicht selbst etwas davon haben" meine ich, dass man selbst nicht davon profitiert wie von einem Beruf oder der Stolz und die Liebe, die eigene Kinder bringen.
Man muss nicht nachvollziehen können, was ich meine. Es war einfach ein Testballon. Mein Leben ist leider nicht ganz alltäglich und ich wollte wissen, ob jemand mit meinen Gedanken etwas anfangen kann, weil er Ähnliches erlebt. Wenn nicht, dann nicht. Ist normal.
Wer weiß, was du schon zufällig gesagt oder getan hast, das jemand anderen zu einer großartigen Erfindung oder sonstigen weitreichenden, bedeutsamen Taten mit positivem Effekt angeregt hast.
Das ist ein Beispiel dafür, dass man selbst nicht profitiert, aber anderen in gewisser Weise Sinn gibt.
Hmmm, aber wenn ich das mitbekomme, dass ich die Initialzündung geben konnte, dann ist das doch auch befriedigend für mich - oder verstehe ich immer noch nicht richtig?
Zitat von Neustart im Beitrag #259Hmmm, aber wenn ich das mitbekomme, dass ich die Initialzündung geben konnte, dann ist das doch auch befriedigend für mich - oder verstehe ich immer noch nicht richtig?
Es kann Befriedigung geben, ja. Obwohl man selbst nicht von dem Erfolg profitiert, weder inhaltlich, noch von der Anerkennung her.
Zitat von Neustart im Beitrag #259Hmmm, aber wenn ich das mitbekomme, dass ich die Initialzündung geben konnte, dann ist das doch auch befriedigend für mich - oder verstehe ich immer noch nicht richtig?
Man würde sich aber doch freuen, wenn man selbst auch irgendwie von dem "Sinn" profitieren könnte. Und nicht nur Steigbügelhalter für andere ist.
Naomi , ich kann ja nur von dem ausgehen, was ich für mich erlebt habe und da hat mich mein 'mich einfuchsen Können ' in einem kleinen Bereich, mit dem ich ansonsten üüü-ber-haupt nix am Hut habe, so gefreut, dass eine materielle Beteiligung höchstens ein kleines Bonbönchen gewesen wäre - kam nicht, empfand ich nicht als Einschränkung meiner Freude
Zitat von Kitty_Snicket im Beitrag #256 Weil du sagst: du tust nichts Weltbewegendes - das kannst du ja nicht wissen :-)
Wer weiß, was du schon zufällig gesagt oder getan hast, das jemand anderen zu einer großartigen Erfindung oder sonstigen weitreichenden, bedeutsamen Taten mit positivem Effekt angeregt hast.
Oder von mir aus auch kleiner: Vielleicht hast du jemanden angelächelt oder freundlich gegrüßt und der ist an dem Tag nicht von der Brücke gesprungen, wie er es an sich vorhatte.
Der Schmetterlingseffekt funktioniert ja dann auch im Guten wie im 'Schlechten' - also dass man jemanden mit einem falschen Wort eventuell zur Brücke treibt - wobei dann wohl mehr dahintersteckt und man ist vermutlich 'nur' Zünglein an der Waage, aber ich wär auch das nicht gerne.
Das ist wieder das unüberschaubare Verflochtensein von allen und allem. Man erfährt die Wirkung seiner eigenen Handlungen manchmal erst in der Retrospektive - oder auch gar nicht. Unglaublich viele Rädchen, die ineinandergreifen und Realitäten erschaffen. Ich stelle mir vor, dass das ganze Universum so funktioniert. Grandios eigentlich.
Nicht dass ich auch nur annähernd eine angemessene Vorstellung von unserem Universum hätte, so als kleines Rädchen.
Zitat von print im Beitrag #198Gute Frage. Eher eine Art Zustand des Bewusstseins, wo all das keine Rolle mehr spielt? Ohne Bewusstsein wäre es ja keine Existenz mehr.
Es gibt so viele Jenseitsvorstellungen, es hat die Menschen schon lange beschäftigt.
Mir graut es eher vor einer Ewigkeit, egal wie die aussehen würde.
Ich mag den Gedanken dass mein Körper zerfallen wird und wieder Grundlage für anderes Leben, oder von mir aus auch nur Erde auf der dann mal Blümchen wachsen.
Ich mag den Gedanken nicht so, da bin ich noch ein bissl im Ekel verhaftet a la Menninghaus, eklig ist, was 'weder hier noch da ist', also in einem Zwischenzustand, der nicht gut einorden- bzw. verkraftbar ist.
In anderes umgewandelt zu sein stört mich gar nicht, also als 'ich' weg zu sein sowohl körperlich als auch geistig/seelisch - weil entweder bin ich dann weg, dann stört's mich nicht, oder ich bin eh noch da, nur woanders :-)
(Und ja, im Grunde versteh ich's auch so, dass eh alles eins ist - der Verfall hat schon längst begonnen, und wo ist überhaupt der Zeitpunkt, ab wo ich mich beim Verfall zu ekeln beginnen sollte? Bissl Sandhaufenparadox ...)
Aber 'ohne Bewusstsein keine Existenz' - hat dann auch jeder Stein und jedes Staubkorn Bewusstsein?
Ich meinte die Vorstellung, nach meinem Tod wird mein Körper Grundlage für eine Neuorganisation sein, nicht dass ich mein "Erde-sein" (als Blümchengrundlage) bewußt erfahre.
Dann bin ich (mein Ich) schon "weg", aber die Atome, die mal meinen Körper bildeten, machen dann quasi was neues, anderes.
Ohne Bewusstsein habe ich keine persönliche Existenz als "Ich" und kann auch nicht mehr darüber reflektieren. Ich gehe davon aus, dass das Ich, das Bewusstsein, nach dem Tod nicht mehr existiert.
Wie ist es dann mit Menschen, die nur (noch) ein sehr eingeschränktes (Selbst-)Bewusstsein haben? Das Reflektieren funktioniert dann nur begrenzt, ich denke dabei an z.B. an Menschen, die auf ihre 'Insel der Demenz' geglitten sind. Trotzdem kann man ja nicht schlussfolgern, dass sie keine Existenz als 'Ich' haben
Zitat von 1a2b im Beitrag #236 bei Dir liest sich das sehr schön und irgendwie "abgeklärt" :-)
Danke, das freut mich. Wobei ich mich nicht als "abgeklärt" empfinde. Dennoch
Zitat von Naomi_Nagata im Beitrag #238 Hast du da Beispiele? Welche Herausforderungen eines ganz normalen Lebens einen (höheren) Sinn ergeben?
Ich weiss nicht genau was Du mit höherem Sinn meinst. Ich finde aber, dass das "ganz normale Leben" schon herausfordernd sein kann. Pläne, Träume, die man verwirklichen will - was gelingt oder eben auch nicht, mit Schicksalsschlägen umgehen, aber auch soziales und familiäres Leben gestalten, beruflich seinen Weg gehen. Da gibt es ganz schön viel zu bewältigen in so einem "ganz normalen Menschenleben". Und wenn es dabei gelingt, seinen Werten treu zu bleiben, eine positive Lebenseinstellung zu behalten, nicht "bitter" zu werden, dann finde ich das viel.
Und ich denke, solche Menschen, die Halt in sich haben oder finden, können das auch für andere sein.
Auf sich selbst "aufpassen" (und damlt ggf. auch auf sein Umfeld) finde ich eine wichtige Aufgabe.
Zitat von Neustart im Beitrag #266Wie ist es dann mit Menschen, die nur (noch) ein sehr eingeschränktes (Selbst-)Bewusstsein haben? Das Reflektieren funktioniert dann nur begrenzt, ich denke dabei an z.B. an Menschen, die auf ihre 'Insel der Demenz' geglitten sind. Trotzdem kann man ja nicht schlussfolgern, dass sie keine Existenz als 'Ich' haben
Ich würde da keine Grenze ziehen, physische Existenz und Ich-Bewußtsein auch nicht trennen wollen. Demenz ist für mich kein Ende des Bewusstseins, es ist aber sehr eingeschränkt. Vielleicht geht es auch gar nicht nur um das Bewusstsein (von sich selbst), sondern auch um die Fähigkeit seelische Zustände zu haben, das haben auch Demenzkranke noch. Dann erweitere ich das hiermit :-)
Worum es mir ging: definitiv hat das, was in einer Urne ist, kein Ich-Bewußtsein mehr.
Ohne Bewusstsein habe ich keine persönliche Existenz als "Ich" und kann auch nicht mehr darüber reflektieren. Ich gehe davon aus, dass das Ich, das Bewusstsein, nach dem Tod nicht mehr existiert.
Zitat von frangipani im Beitrag #231 Leute wie Mutter Theresa oder Nelson Mandela oder auch Leute im Kleinen, die sich für etwas erfolgreich engagieren, wissen wahrscheinlich schon, was der Sinn ihres Lebens ist. Ich könnte mir vorstellen, dass die, die wissen dass sie was bewegt haben und trotzdem auch sehen, dass nicht alles machbar ist, nicht zu sehr den Sinn ihres Tuns in Frage stellen.
Das würde bedeuten, es gibt eine allgemeingültige Definition, die man "erreichen" kann.
Und vielleicht ist es zB bei Mutter Theresa auch wesentlich simpler, als vermutet? Aus dem Glauben kommend- dort ist Sinnfindung leichter als ohne - dann Menschen helfend....und soviel beschäftigt, dass vermutlich nicht mehr viel Zeit zum Nachdenken bleibt.
Ich möchte solche "Größen" keinesfalls herabsetzen- möchte aber sehr in Frage stellen, dass die mehr Substanz in der Antwort nach dem Sinn finden als Otto-Normalo.
Nein, wieso allgemeingültig? Und wieso mehr Substanz? Ich hab lediglich meinen Eindruck beschrieben, dass Menschen, die sich für etwas oder andere einsetzen, darin den Sinn ihres Lebens sehen (könnten). Mutter Teresa und Nelson Mandela sind halt gut als Beispiel. Ich glaub nicht, dass deren Vorstellung vom Sinn ihres Lebens mehr Substanz hat als zB des Chirugen, der nebenher kostenlos in Drittweltländern arbeitet oder der Pflegemutter, die regelmässig Kinder aufnimmt, etc, etc
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Mir ist noch eine Geschichte eingefallen, die ich vor Jahren mal gelesen habe. Sie hat mein weiteres Leben auf gewisse Weise auch ein wenig mitgeprägt. Ich finde, sie passt gut hier in diesen Strang, weil hier die Frage auftauchen könnte "Was macht nun Sinn? Dieses oder Jenes?" Meine Meinung dazu ist: Das, was derjenige glaubt, das, was für ihn "Sinn" macht, hat oder ergibt ...für den einen dieses, den anderen Jenes.
Die Geschichte vom Fischer und dem Geschäftsmann
In einem sonnigen Fischerdorf legt ein Fischer mit seinem kleinen Boot am Pier an. Er hat einen großen Thunfisch gefangen. Ein Berater, der gerade Urlaub macht, beobachtet den Fischer bereits seit einigen Tagen. Er gratuliert ihm zum heutigen Fang und fragt: „Wie lange warst Du auf See, um diesen Fisch zu fangen?“
Der Fischer antwortet: „Nur ein paar Stündchen.“
Daraufhin fragt der Berater: „Warum bleibst Du nicht länger auf See, um mehr Fische zu fangen Dein Job liesse sich gut optimieren?“
Der Fischer erwidert: „Dieser Fang reicht mir, um meine Familie für ein paar Tage zu versorgen.“
Der Berater ist verwundert: „Was tust Du denn mit dem Rest des Tages?“
Der Fischer erklärt: „Ich fahre nach Hause. Nach dem Mittagessen gehe ich mit meiner Frau spazieren und mache eine Siesta. Dann spiele ich mit meinen Kindern. Abends kommen Freunde, wir genießen den Fisch, trinken Wein und philosophieren über Gott und die Welt. Wie Du siehst, habe ich einen gut ausgefüllten Tag. Optimieren – zu welchem Preis?"
Der Berater antwortet: „Ich habe studiert und kann Dir helfen. Wenn Du den ganzen Tag fischen gehst, fängst Du mehr Fische. Dann kannst Du die übrigen Fische verkaufen. Von dem Erlös kannst Du bald ein größeres Boot kaufen. Für dieses Boot heuerst Du zwei, drei Fischer an. Ihr werdet so viel fischen, dass Du schon bald mehrere Boote kaufen und eine eigene Flotte aufbauen kannst. Statt an einen Händler verkaufst Du die Fische direkt an eine Fischfabrik. Bald wirst Du soviel verdienen, dass Du eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen kannst. So sparst Du Geld und kannst die Produktion und den Vertrieb selbst kontrollieren.“ Der Berater wurde ganz euphorisch bei diesen Gedanken.
Der Fischer erwidert unbeeindruckt: „Und wie lange wird das dauern?“
„So etwa 15 bis 20 Jahre“, erklärt der Berater.
„Und was ist dann?“, fragt der Fischer.
„Dann kommt das Allerbeste“, antwortet der Berater: „Wenn die Zeit reif ist, verkaufst Du Dein Unternehmen und kannst aufhören zu arbeiten. Du kannst morgens ausschlafen, zum Spass noch ein wenig fischen gehen und den restlichen Tag mit Deiner Familie und Deinen Freunden genießen.“
„Aber genau das tue ich doch jetzt schon“, sagt der Fischer, „nur dass meine Kinder in 15 bis 20 Jahren aus dem Haus sind.“