Hallo Spatz! Meine Lieblingsklassiker sind schon seit ewigen Zeiten die Bücher von Stefan Zweig und A. Schnitzler. Aber ganz besonders gerne lese ich die Bücher von W.S.Maugham. Das sind meine all-time-favorits. Noch nicht wirklich Klassiker, aber ziemlich sicher in 50 Jahren: John Irving - auch empfehlenswert.
Und jetzt denk ich weiter nach, welche Klassiker ich hier noch empfehlen könnte.... Liebe Grüße!
Danke für die ganzen Tipps! Habe mir Professor Unrat ausgeliehen. Nun, bis zur Mitte hin fand ich es ganz spannend und einigermaßen gut lesbar. Mittlerweile find ich die Geschichte aber immer seltsamer und die Handlung zunehmend schwerer nachzuvollziehen. Es driftet zu sehr ins Kuriose ab. Warum zum Geier heiratet die diesen seltsamen Kerl? Warum wird das auf zwei Seiten abgehandelt und man erfährt nicht mal was von ihren Beweggründen? Was geht denn in dem Mann vor, als er die Schule verlassen muss - alles mögliche wird ausgeleuchtet: seine Freude, jemanden zu 'fassen', seine Eifersucht, seine Arroganz, aber der Verlust seines Ansehens und seiner Lehrtätigkeit ist ihm wumpe?? Und was ich langsam echt nicht mehr ertragen kann: dass Heinrich Mann seine Protagonistin durchgehend "Künstlerin Fröhlich" nennt. Weder Rosa noch Fräulein Fröhlich, noch -später - Frau Unrat oder Frau Professor Unrat. Das wirkt so aufgesetzt wie teilweise die ganze Sprache, nicht nur wenn der Professor spricht, der darf ja gern schwurbelig daherreden. Ich hab nun noch ein Viertel vor mir, überlege mir aber, ob ich das 'muss'. Ich meine, der Stoff ist ja nun so bekannt, dass ich das Ende leicht in Kurzfassung nachlesen kann. Oder ich schau mir nochmal den Blauen Engel an. Hab ich irgendwann mal vor 100 Jahren gesehen.
Die nächste Lektüre wäre 'Aus dem Leben eines Taugenichts".
Irgendwie habe ich Schwierigkeiten, etwas zu finden das nicht nur lesenswert, sondern auch lesbar ist. :-( "Wer die Nachtigall stört" - das war in etwa das, was mir so vorschwebte. Klassisch und fluffig.
- Sobriety is not a sad consequence. It's a proud choice. -
Die Königsdramen von Shakespeare, überhaupt Shakespeare, Goethe: Faust, Clavigo Schillers Räuber
Dürrenmatt alles Thomas Mann: Buddenbrooks, Zauberberg John Irving: The world according to Garp und Hotel New Hampshire James Baldwin: Giovanni´s room Giorgio Bassani: Die Gärten der Finzi-Contini; Die Brille mit dem Goldrand Albert camus: Die Pest Jean Paul Sartre: Geschlossene Gesellschaft
t. b. c.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Kästner habe ich in Jugendjahren gern gelesen. Da geht's mir aber wie mit Heidi oder dem Trotzkopf, da bin ich drüber raus. Ich lese mit meiner Tochter auch Astrid Lindgren, das ist aber nichts, was mich selbst noch reizt. Nun habe ich den Unrat zur Seite gelegt und den Taugenichts gelesen. Jo, mei. Hab es zwar ausgelesen, aber vom Hocker hat es mich auch nicht gehauen. Seufz. Ich versuch nun, die Buddenbrooks als Hörbuch aufzutreiben. Irgendwas muss mir doch mal taugen. Wie gut, dass ich nicht Germanistik studiert habe, das wäre mir wohl die reinste Folter gewesen. :-D
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Zitat von Spatz33 im Beitrag #105Irgendwas muss mir doch mal taugen. Wie gut, dass ich nicht Germanistik studiert habe, das wäre mir wohl die reinste Folter gewesen. :-D
Solche Studiengänge haben aber auch einen Vorteil: Man kann sich vieles sparen. Mir geht es so mit Eichendorff und Shakespeare: Kennst du einen, kennst du alle. Immer dieselbe Story, nur mit anderen Namen.
Zitat von Spatz33 im Beitrag #105Kästner habe ich in Jugendjahren gern gelesen. Da geht's mir aber wie mit Heidi oder dem Trotzkopf, da bin ich drüber raus. Ich lese mit meiner Tochter auch Astrid Lindgren, das ist aber nichts, was mich selbst noch reizt.
Es gibt ja auch die Romane für Erwachsene von Kästner. "Fabian", der jetzt als ungekürzte Originalausgabe wieder veröffentlicht wurde unter dem Titel "Der Gang vor die Hunde" - ein Großstadtroman, der einen sehr genauen Blick auf die Lebenssituation Ende der Weimarer Republik wirft (etwas autobiographisch). "Die verschwundene Miniatur" und "Drei Männer im Schnee" hat Kästner in seiner selbstgewählten inneren Emigration geschrieben, die sind vor allem harmlos-lustig, aber gut lesbar und haben eine gute, tragbare Geschichte. Kästner durfte damals in Deutschland nicht mehr publizieren, die Bücher wurden im Ausland verlegt. Mit viel Anstrengung kann man leichte Kritik am faschistischen Deutschland erkennen, aber das steht weder im Vorder- noch im Hintergrund. Wenn Du Kästners Sprache magst, wären diese Bücher möglicherweise etwas für Dich? Klassiker sind sie allemal.
Ansonsten vielleicht Hans Fallada? "Kleiner Mann - was nun?" beschreibt die selbe Zeit wie "Fabian", und Fallada konnte einfach schreiben. Den "Eisernen Gustav" kennst Du vielleicht als Verfilmung, der Kampf eines Droschkenkutschers gegen die aufkommenden Automobile (Transformation war eben schon immer ein Thema). Das Buch ist VIEL besser als der Film und eines, in das man sich einfach hinein fallen lassen kann.
Zitat von Spatz33 im Beitrag #105Kästner habe ich in Jugendjahren gern gelesen. Da geht's mir aber wie mit Heidi oder dem Trotzkopf, da bin ich drüber raus.
Ich habe als Jugendliche und in meinen frühen zwanzigern alle wichtigen Klassiker gelesen (Studium der Literaturwissenschaft). Dann standen die Bücher Jahrzehnte im Schrank. Und gerade eben - mittlerweile im Alter von Mitte 60 - mache ich die Erfahrung, dass es sich durchaus lohnt, sie nochmal zu lesen.
Zum Beispiel "Das doppelte Lottchen": Ein ungeheuer "moderner" Roman - Scheidungen, Scheidungskinder, alleinerziehende berufstätige Mütter - das war seinerzeit noch nicht unbedingt ein Thema in der Literatur. Und wie sich Kästner in Kinderseelen einfühlen kann, ist einfach meisterhaft. Wie schon erwähnt, gibt es von Kästner auch durchaus Romane für Erwachsene. Auch die Gedichte sind lesenswert - und natürlich der Text "Als ich ein kleiner Junge war".
Kürzlich habe ich nach Jahrzehnten die "Buddenbrooks" mal wieder gelesen - ebenfalls mit ganz anderen Augen als früher. Wie ironisch Thomas Mann hier das Lübecker Bürgertum zeichnet, detailreich er erzählt.... das hat schon was. (Auch wenn er sich, in der Person des Permaneder, mit seinem Versuch, bairisch zu schreiben, als wenig erfolglos erwiesen hat). Im Internet-Zeitalter haben wir als Leser ja auch den großen Vorteil, schnell mal ein bisschen über Entstehungsgeschichte des Werks nachlesen zu können oder uns kurze Interpretationen anzuschauen. Dass die Lektüre stellenweise auch mühsam ist, stimmt. Aber das Buch ist immerhin über 100 Jahre alt. Und dafür, so finde ich, immer noch richtig gut und lesenswert.
Mein nächster Klassiker wird Hesses "Steppenwolf". Das Buch habe ich als Jugendliche gelesen, weil es alle gelesen haben. Ich vermute, dass ich es damals nicht richtig begriffen habe... Mal sehen, was ich jetzt beim Lesen entdecke.
@Spatz33, Du hast Da aber vermehrt zu Titeln gegriffen, die sich durch eine gewisse "Betulichkeit" auszeichnen. Vermutlich ist das ganz einfach nicht Dein Stil.
Kennst Du schon "Schuld und Sühne" von Dostojewski? Mehr Pageturner geht eigentlich nicht.
Die Buddenbrooks habe ich noch nicht gelesen ... ich denke an meinen Literaturprofessor, der in solchen Fällen sagte: "Ich beneide Sie, dass Sie dieses Vergnügen noch vor sich haben!". Ich meine, dass man gerade bei Thomas Mann in der Verfassung sein muss, sich darauf einzulassen. Ich habe oft lange Phasen, wo ich nichts anderes als Zeitschriften oder mal ein Sachbuch lese, weil mir die Kapazitäten für einen langen komplexen Roman fehlen. Was ich sehr mag, ist von Thomas Mann "Lotte in Weimar". Gerade wenn man sich für Goethe interessiert, ist das ein sehr interessanter Roman. Charlotte Kestner, Goethes Jugendliebe, die ihn zu den "Leiden des jungen Werther" inspirierte, ist mittlerweile eine ältere Dame und reist mit ihrer ledigen Tochter nach Weimar, um den mittlerweile zu Ruhm gekommenen Goethe nach Jahrzehnten wieder zu treffen. Ihre Ankunft ("Goethes Lotte ist da!") sorgt vor dem eigentlichen Treffen schon für Furore. Sehr interessant zu lesen.
Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an. (Marc Aurel)
Ja, das mit der "Verfassung" gilt auch für "Der Mann ohne Eigenschaften" - den ich wirklich sehr empfehlen kann, allerdings sollte man diesen Trumm einigermaßen "zügig" durchlesen, damit man die Zusammenhänge nicht aus den Augen verliert.
Genau, zügig durchlesen und dranbleiben. Manche machen sich auch Listen mit den Namen der Protagonisten, und vermerken, in welchem Verhältnis die zu einander stehen etc. - bei so großen komplexen Werken und vielen teils fremdländischen Namen nicht verkehrt!
Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an. (Marc Aurel)
Zitat von Dunkelblonde im Beitrag #111.... Was ich sehr mag, ist von Thomas Mann "Lotte in Weimar". Gerade wenn man sich für Goethe interessiert, ist das ein sehr interessanter Roman. Charlotte Kestner, Goethes Jugendliebe, die ihn zu den "Leiden des jungen Werther" inspirierte, ist mittlerweile eine ältere Dame und reist mit ihrer ledigen Tochter nach Weimar, um den mittlerweile zu Ruhm gekommenen Goethe nach Jahrzehnten wieder zu treffen. Ihre Ankunft ("Goethes Lotte ist da!") sorgt vor dem eigentlichen Treffen schon für Furore. Sehr interessant zu lesen.
Das würde ich auch gerne noch lesen. Ein weiter Bogen in beider Leben, von Wetzlar nach Weimar... und was dazwischen, in all den Jahren, so passiert ist! Ob sich die Lotte und der Johann Wolfgang wohl gewünscht haben, die Uhr nochmal zurückdrehen zu können? Und einen schönen Spaziergang über die Hügel von Wetzlar nach "Wahlheim" mit Blick über das liebliche Lahntal machen zu können? Und vielleicht doch auf die gesellschaftlichen Konventionen (leider bereits mit einem Anderen verlobt) zu pfeifen?
Zitat von Dunkelblonde im Beitrag #111Die Buddenbrooks habe ich noch nicht gelesen ... ich denke an meinen Literaturprofessor, der in solchen Fällen sagte: "Ich beneide Sie, dass Sie dieses Vergnügen noch vor sich haben!".
Und mich würde sehr interessieren, was Du sagtest, wenn Du Dir Vergnügen gegönnt haben wirst... irgendwann...
Liebe Magalie_J, Ich werde es mir vermerken und dann berichten! Vielleicht nehme ich die kommenden langen Sommertage zum Anlass für die Lektüre ... das wäre eine Idee! Übrigens kannte ich jemanden, der dachte, die Buddenbrooks seien eine reale Familie gewesen.
Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an. (Marc Aurel)
Du meinst sicher die Romanfiguren, die an reale Personen aus Thomas Manns Familie und auch an Lübecker Bürger angelehnt sind? Allerdings ...! Das war gewagt - man kann sich vorstellen, was das heute für Wellen schlagen würde!
Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an. (Marc Aurel)
Zitat von Sondermodell im Beitrag #107Mir geht es so mit Eichendorff und Shakespeare: Kennst du einen, kennst du alle. Immer dieselbe Story, nur mit anderen Namen.
Du findest Hamlet, King Lear und den Sommernachtstraum komplett austauschbar? Ich gehe davon aus, du hast wirklich sämtliche Stücke von Shakespeare gelesen, um dich zu so einer Aussage zu versteigen?
Echt mal...
Dodadadiamoisongdesisahoidamoiaso
Ein kluges Wort, und schon bist du Kommunist (Autoaufkleber aus den 80ern)
Zitat von Sondermodell im Beitrag #107Mir geht es so mit Eichendorff und Shakespeare: Kennst du einen, kennst du alle. Immer dieselbe Story, nur mit anderen Namen.
Du findest Hamlet, King Lear und den Sommernachtstraum komplett austauschbar? Ich gehe davon aus, du hast wirklich sämtliche Stücke von Shakespeare gelesen, um dich zu so einer Aussage zu versteigen?
Ja, habe ich. Und das mit einem ausgewiesenen Shakespeare-Kenner erarbeitet. Natürlich ist es nicht ganz so plakativ, wie oben geschrieben, aber schon nahe dran, jedenfalls nach einer Schule; natürlich gibt es auch andere. Und von "komplett austauschbar" war auch nicht die Rede.
Spontan aus der Hüfte - vorwiegend Romane, die ich gerne runtergelesen habe: (mal ohne Schiller, Goethe und Shakespeare)
Die Entdeckung der Langsamkeit - Nadolny Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde - Stevenson Sturmhöhe - Bronte Kameliendame - Dumas Anna Karenina - Tolstoi Die Nacht in Lissabon + Im Westen nichts Neues - Remarque Rebecca - Du Maurier Erzählungen - Tschechow Prof. Unrat - H. Mann Schachnovelle - Zweig Das Bildnis des Dorian Gray - Wilde Madame Bovary - Flaubert
Ansonsten empfehle ich eine kleine, aber wundervolle Novelle. Zwar kein Klassiker (2002 erschienen), aber lesenswert:
Der Mann aus Zelary - Legátová
HIER ist eine sehr schöne Liste mit Klassikern der Weltliteratur, die meines Erachtens sehr gut getroffen ist
Zitat von Pasdedeux im Beitrag #70Vorbild für Dickens übrigens, dessen "Blake House" und "Great Expectations"...Und natürlich Sten Nadolnys ... "Ein Gott der Frechheit". Und Donna Tartts' "Distelfink" ist doch auch schon ein Klassiker, nicht wahr? ...und John Steinbecks "East of Eden". Und Truman Capote, eigentlich alles. Und natürlich Harper Lees "Wer die Nachtigall stört", wenn wir schon in der Ecke stöbern...
Kenn ich alle nicht. Steinbeck habe ich "Früchte des Zorns" und "Von Mäusen und Menschen" gelesen. Von Truman Capote hab ich jetzt gemedi-mopst: "Kaltblütig", ebenso der Harper Lee.
Zitat von Pasdedeux im Beitrag #70.Gabriel Garcia Marquez' "100 Jahre Einsamkeit"
Ein Buch, das ich nicht verstanden habe. Ich fand es langatmig und schwierig.