Zitat von R_Rokeby im Beitrag #68 Also: hör auf. Es gibt so viele tolle Bücher. Warum was lesen, dass einem nicht taugt?
Ich hab im EP nach fesselnden Klassikern gefragt. Bin davon ausgegangen, die genannten wären solche und ich darf nun blind in die große Kiste greifen. Vielleicht ist es ja total fesselnd, nur muss man eben Geduld haben oder so.
Ich glaub das ist wie mit Männern... Typsache
Das denke ich auch. Mich hat Verbrechen und Strafe (ehemals Schuld und Sühne) gefesselt. Andere legen das nach 3 Seiten weg.
Bei mir ähnlich. Dafür bin ich bei Anna Karenina nicht über die ersten 30 Seiten oder so hinweggekommen.
Ähnlich mit Moby Dick, wobei ich mich an den noch mal ranwagen wollte (einfach auch, weil der erste Satz in meiner Sammlung "großartiger erster Sätze", die ich privat führe, drin ist), da bin ich auch immer wieder hängengeblieben. Da müsste ich wohl mal mit Punkt 2 aus Daniel Pennacs Liste "Die 10 unantastbaren Reche des Lesers" ran (das Buch "Wie ein Roman" kann ich auch nur empfehlen). Diese Liste passt auch hier irgendwie in den Strang, ich kopiere sie mal:
1. Das Recht, nicht zu lesen 2. Das Recht, Seiten zu überspringen 3. Das Recht, ein Buch nicht zu Ende zu lesen 4. Das Recht, noch einmal zu lesen 5. Das Recht, irgendwas zu lesen 6. Das Recht auf Bovarysmus (also das Gelesene mithilfe der Fantasie real werden zu lassen) 7. Das Recht, überall zu lesen 8. Das Recht, herumzuschmökern 9. Das Recht, laut zu lesen 10. Das Recht, zu schweigen
Anna Karenina mochte ich dagegen sehr. Ist halt vieles Geschmackssache.
Ich stelle mal Jakob Wassermann vor - seinerzeit ein Bestsellerautor, dessen Bücher in Jahren zwischen !910 und 1933 Millionenauflagen erlangten und der als einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren galt, Er war mit Hugo von Hofmannsthal, Thomas Mann, Arthur Schnitzler und Alfred Döblin befreundet. Thomas Mann war allerdings nur nach außen immer freundlich und verbindlich - hintenrum hat er ordentlich gestichelt, weil er eifersüchtig auf dessen Erfolg war. Jaja, so sind sie, die Lichtgestalten der Literatur.
Stellvertretend sein Buch "Der Fall Mauritius". Beinhaltet
Zitatdie Auseinandersetzungen in der Familie des Frankfurter Oberstaatsanwalts Andergast, v. a. den Vater-Sohn-Konflikt, und die im Stil einer Detektivgeschichte im Wettbewerb zwischen dem Juristen und seinem Sohn gestaltete Aufrollung eines ca. 19 Jahre zurückliegenden Gerichtsprozesses, der mit der Verurteilung des Kölner Privatdozenten Otto Leonhart Maurizius endete, obwohl dieser kein Geständnis ablegte.
Für mich persönlich ist Homers Odyssee ein Klassiker, den ich immer wieder raushole und daraus einzelne Kapitel/Abenteuer lese. Wurde Hugo‘s „Die Elenden“ schon erwähnt? Ich habe das Buch als 16-jährige verschlungen. Aus heutiger Sicht würde ich eher die Kapitel, die das damalige Leben im Kloster, oder das der Straßenjungen beschreiben am interessantesten finden, als die eigentliche Geschichte um Jean Valjean und Cosette. Schuld und Sühne und die Brüder Karamasov waren meine Lieblingsbücher von Distojewski, aber ich würde heute wohl vor den vielen Figuren und deren Namen kapitulieren…
Zitat von perlengazelle im Beitrag #77Anna Karenina mochte ich dagegen sehr. Ist halt vieles Geschmackssache.
Steht bei mir schon im Regal und wartet darauf, gelesen zu werden. Momentan bin ich bei den Buddenbrooks.
Ich gebe zu, dass ich mich lange davor gescheut habe, diesen Klassiker zu lesen, bereue es aber absolut nicht. Die Sprache ist zuweilen gewöhnungsbedürftig - und es gibt auch einige Längen. Dennoch liest es sich flott und es ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Thomas Mann dieses Buch mit gerade mal 25 Jahren geschrieben hat.
Auf Anna Karenina freue ich mich jetzt schon.
Zitat von perlengazelle im Beitrag #77Ich stelle mal Jakob Wassermann vor - seinerzeit ein Bestsellerautor, dessen Bücher in Jahren zwischen !910 und 1933 Millionenauflagen erlangten und der als einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren galt, Er war mit Hugo von Hofmannsthal, Thomas Mann, Arthur Schnitzler und Alfred Döblin befreundet. Thomas Mann war allerdings nur nach außen immer freundlich und verbindlich - hintenrum hat er ordentlich gestichelt, weil er eifersüchtig auf dessen Erfolg war. Jaja, so sind sie, die Lichtgestalten der Literatur.
Stellvertretend sein Buch "Der Fall Mauritius".
Gut, dass Du mich an Jakob Wassermann erinnerst. War immer mal wieder im Hinterkopf und wurde dann wieder vergessen.
Zitat von Schosta im Beitrag #59Daher würde es mich freuen, Saruma, wenn du eine "Top-Empfehlung" geben würdest. Das Buch würde ich mir dann tätsächlich besorgen, da ich gerne Lieblingslektüre anderer Leute ausprobiere.
Über die Top-Empfehlung denke ich nun schon seit gestern nach. ;-) Schwierig, schwierig. Ich hatte mich dann für Dezsö Kosztolányi entschieden, der auch ein Vorbild von dem hier schon erwähnten Sándor Márai war.
"Lerche" ist die Geschichte des Ehepaars Vaikay, das mit ihrer Tochter, Lerche, in symbiotischer Beziehung lebt. Als sie umständehalber für einige Zeit getrennt werden, stellen die Eltern mit Erstaunen fest, welch eine Umwandlung das in ihrem Lebenswandel und Lebensgefühl bewirkt. Das ist wirklich sehr unterhaltsam und hellsichtig beschrieben, mit spöttischen Spitzen auf die Kleinstadtbewohner.
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Vielen Dank! Das werde ich gleich bei meiner Lieblingsbuchhandlung bestellen.
Siehst du, Magalie, Anna Karenina hab ich gleich wieder zur Seite gelegt. Diese Beschreibung ihres lächerlichen Bruders gleich zu Beginn, die umständlichen Namen... Bei "Schuld und Sühne" war es ähnlich, und bei "Der Meister und Margarita" auch. Von den russischen Autoren mag ich eigentlich nur Wyssotzki, und das ist ein Liedermacher. :-) Nein, stimmt nicht, den "Spieler" fand ich toll.
Noch eine Stimme für Ibsen (wie Nora in eine ungewisse Zukunft geht, ist schon grandios) und für Anouilh. Kennt jemand "Die Wilde"?
Dann stelle ich noch den sechsteiligen Romanzyklus "Der große Krieg der weißen Männer" von Arnold Zweig dazu. Das wohl bekannsteste Buch darin ist "Der Streit um den Sergeanten Grischa" (1927). Einige der Bücher schrieb Zweig im Exil, der letzte Band erschien in der DDR. Der Zyklus spannt den Bogen von der Vorkriegszeit ("Junge Frau von 1914") bis in die Zeit nach dem ersten Weltkrieg und ist das Panorama einer Gesellschaft vor und im Krieg, zeichnet alle Verwerfungen und Zerrüttungen nach, die dadurch entstehen und ist gerade heute, wie ich finde, eine absolut lohnende Lektüre.
Zitat von Saruma im Beitrag #87Und kürzlich habe ich noch eine Empfehlung gelesen zu: Hermann Ungar (1893-1929) - Die Klasse. Ist gleich auf meine Merkliste gekommen.
Davon habe ich noch nie gehört. Klingt gut. Und kann man kostenlos für den Kindle runterladen. Noch besser. Und jetzt sehe ich, dass ich das vor einiger Zeit bereits getan habe. Ist mir völlig entfallen.
Meinst Du, dass Du Dir genau das von mir erwähnte Buch schon runtergeladen hattest? Das ist ja ein witziges Zusammenspiel. In die Reihe Schule, Klasse, Lehrer passen auch noch: Géza Ottlik "Die Schule an der Grenze" und Dezsö Kosztolanyi "Der goldene Drachen".
Zitat von Pasdedeux im Beitrag #70Und Donna Tartts' "Distelfink" ist doch auch schon ein Klassiker, nicht wahr?
Meinst Du den Distelfink (der ist ja erst ein paar Jahre alt) oder eher "Die geheime Geschichte"? :)
Zitat von Saruma im Beitrag #49Mary Renault – The Charioteer
Das fand ich auch großartig! Schön, dass es noch jemand kennt.
Ich mag viele englische Klassiker sehr, "Middlemarch" von George Eliot etwa oder vieles von Thomas Hardy (vor allem "The Woodlanders" und "Am grünen Rand der Welt"), "The Woman in White" von Wilkie Collins, "Das Bildnis des Dorian Gray" von Oscar Wilde und auch dessen Märchen und Erzählungen. Dickens teilweise auch, manchmal ist er mir aber doch ein bisschen zu schwülstig.
Auch toll: die "Forsyte Saga" von John Galsworthy - und dann die Verfilmung mit Damian Lewis und Rupert Graves gucken.
"Frau Jenny Treibel" hat mir auch gut gefallen. Ansonsten habe ich es nicht sooo sehr mit den deutschen Klassikern. Bisher zumindest.
"Erwachende Herzen" von Colette ist eine sehr schöne Geschichte übers Erwachsenwerden und die erste große Liebe.
Und gerne zu Weihnachten: "Drei Männer im Schnee" von Erich Kästner.
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
I would love to live like a river flows,carried by the surprise of its own unfolding. (John O'Donoghue)
Moderatorin in Kultur und Unterhaltung | Mode und Kosmetik | Andere Sprachen - anderes Leben | Photographie | Hobbies aller Art
Wer anglophil ist und den knochentrockenen englischen Humor mag und einen langen Atem hat: Anthony Powells zwölfbändiger Zyklus - Tanz zur Musik der Zeit. Er zeichnet ein Bild der englischen Upperclass vom Ende des Ersten Weltkriegs bis in die späten sechziger Jahre. Wird mit Marcel Prousts »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit« verglichen.
Den habe ich mir im Rahmen eines Leseprojekts mit anderen Leserinnen vor ein paar Jahren gegeben und fand ihn insgesamt doch ganz schön prätentiös und anstrengend. Auch wenn es immer wieder zwischendurch gute Passagen hatte.
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Ich habe vorhin die Top-Empfehlung von Saruma, "Die Lerche", von Kosztolány in der Buchhandlung abgeholt. Ich bin sehr gespannt. Am Wochenende werde ich anfangen zu lesen.
Und jetzt ein Klassiker, der mir beim Lesen Schwierigkeiten machte. Aber dann gab es im WDR-Radio Anfang der zweitausender Jahre eine über mehrere Monate wöchentlich gesendete Lesung des Romans mit Christian Brückner und einem weiteren Sprecher. Leider kann ich mich an den Namen dieser zweiten Person nicht mehr erinnern. Ich habe auch mehrfach recherchiert, ob es diese Lesung zu kaufen gibt. Ohne Erfolg.
Es handelt sich um Marcel Prousts Romanzyklus "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit".
Wenn es einen Mitschnitt dieser Lesungen, die in einer Kölner Buchhandlung stattfanden, gäbe, würde ich ihn sofort kaufen. Egal zu welchem Preis.
Zitat von Schosta im Beitrag #94Ich habe vorhin die Top-Empfehlung von Saruma, "Die Lerche", von Kosztolány in der Buchhandlung abgeholt. Ich bin sehr gespannt. Am Wochenende werde ich anfangen zu lesen.
Wenn es einen Mitschnitt dieser Lesungen, die in einer Kölner Buchhandlung stattfanden, gäbe, würde ich ihn sofort kaufen. Egal zu welchem Preis.
Vielen Dank, liebe Magnolie. Durch deine Links ist mir klar geworden, dass ich immer nach den falschen Sprechern (nämlich Christian Brückner und ?) gesucht habe. Aber Christian Brückner war gar nicht dabei.
Es handelt sich um Bernt Hahn und Peter Lieck. Und das Ganze kann man als CD-Edition bei der Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln bestellen. Große Freude!
Gestern habe ich die Empfehlung von Saruma, Lerche, von Dezsö Kosztolányi, beendet. Ein Roman, der zugleich heiter, aber auch traurig stimmt. Traurig, weil die Protagonistin, die nicht mehr ganz junge Frau mit dem Spitznamen Lerche, als hässlich, unbeholfen und verloren (zudem partnerschaftlich als nicht vermittelbar) geschildert wird, und ihre Eltern aufleben, als sie kurzzeitig verreist ist. Traurig auch, weil er Abhängigkeit und Verlogenheit in einer Familie zeigt. Heiter, weil viele der geschilderten innerfamiliären aber auch provinziell-gesellschaftlichen Verhältnisse in einer ungarischen Stadt kurz vor dem Wechsel vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert sehr ironisch-süffisant beschrieben sind und heute unglaublich komisch und "vergangen" wirken.
Die Ausgabe des Manesse-Verlags ist übrigens mit einem sehr informativen Nachwort von Peter Esterházy versehen.
Zitat von Pasdedeux im Beitrag #83Siehst du, Magalie, Anna Karenina hab ich gleich wieder zur Seite gelegt. Diese Beschreibung ihres lächerlichen Bruders gleich zu Beginn, die umständlichen Namen...
So! Gestern habe ich - kurz vor dem Ende des 7. Kapitels - das Buch geschlossen. Ich weiß ja, wie es ausgeht.
Bis dahin haben mir das Buch, die verschiedenen Themen, Tolstois Schreibstil und die Ausgestaltung seiner Figuren "eigentlich" gut gefallen.
Die umständlichen Namen... ja, das war oft anstrengend: Mal waren es die "Vaternamen", mal die Mädchennamen und mal die Familiennamen... usw....
Jedoch - Anna, als Titelfigur, wurde mir zunehmend unsympathischer. Das war sie eigentlich schon von Beginn an. Aber ich hatte die Hoffnung, dass ich doch noch irgendwie mit ihr warm werden könnte.
Das alleine ist es aber nicht, was mich davon abgehalten hat, das Buch nicht bis zum Ende gelesen zu haben. Möchte ich auch nicht weiter ausführen für den Fall, dass jemand dieses Buch noch lesen möchte. Man muss sich einfach sein eigenes Urteil bilden.
Zum Ausgleich habe sich sofort - und das zum xten Mal - mit Stieg Larsson und seiner Millennium-Trilogie begonnen. Wird für mich für alle Zeiten einer der Klassiker schlechthin sein...