Danke für eure Beiträge. Das tut mir, denn sonst bin ich ja eher die Kummerkasten-Tante oder Telefonseelsorge für meinen Mann.
Einen Hausarzt in echtem Sinn gibt es nicht. Der Arzt vor Ort hat wohl nur die Funktion, Rezepte und Verordnungen auszustellen. Er macht keine Hausbesuche und hat wohl auch gesagt, dass er bei der Grunderkrankung des Vaters nicht helfen kann. Während der letzten Jahre war mein Schwiegervater immer in einer Uni-Klinik in ca. 100km Entfernung in Behandlung oder einer Spezialklinik, die fast 200 km entfernt liegt. Der erste Ansprechpartner ist immer der Arzt, der in der Uni-Klinik die Grunderkrankung behandelt. Mein Schwiegervater war dort zweimal wegen operativer Eingriffer in Behandlung und mehrmals kurzzeitig stationär für Nachbehandlungen aufgenommen. Bei diesen "Gelegenheiten" wurden dann ggf. auch andere kleinere Leiden in den unterschiedlichen Fachabteilungen der Klinik mitbehandelt.
Diesmal hat die Fachabteilung in der Uni-Klinik nicht aufgenommen, weil einerseits der behandelnde Arzt (Chefarzt) Urlaub hatte und es sich nach einer Notfall-Situation anhörte. Sie haben an das örtliche Krankenhaus verwiesen und so ist der Vater jetzt dort gelandet. Mein Mann kennt keinen der behandelnden Ärzte, er ist ja halt nicht vor Ort.
Wenn ich so darüber nachdenke, könnte ich mir auch vorstellen, dass dem Hausarzt von den Eltern der Einblick in die ganze Krankengeschichte verwehrt wird. Das kann durchaus auch so gewollt sein, meine Schwiegereltern schirmen sich extrem von ihrem Umfeld ab. Ob das von beiden ausgeht oder nur ein Teil da die treibende Kraft ist, kann ich nicht beurteilen. Es gibt mehrere Beispiele, die darauf hindeuten, dass peinlich darauf geachtet wird, im Umfeld nichts über sich Preis zu geben.
In ihr Haus kommt auch sonst kaum jemand hinein. Es wird auch sehr darauf geachtet, dass niemand irgendwie Einblick bekommt. Wenn ich dort war, waren die Jalousien auch tagsüber halb herunter gelassen. Ich hatte erst gedacht, das wäre gegen die Sonne, aber es ist wohl grundsätzlich so. Bevor das Licht eingeschaltet wird, muss alles dicht gemacht sein. Der Garten ist so gestaltet, dass kein Nachbar reinschauen kann. Rundherum ganz hohe Hecken, die Terrasse ist überdacht und wird mit Rollos verschlossen, damit man auch aus den oberen Stockwerken der Nachbarhäuser keinen Blick darauf werfen kann, wenn jemand dort sitzt. Für mich ist die Atmosphäre immer erdrückend. Ich gehe bei Besuchen immer sehr, sehr viel in der Umgebung spazieren.
Dieses Bedürfnis sich abzuschirmen, ist jetzt sicher auch ein Teil des Problems.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Lea, ich fürchte, da beißt ihr auf selbstgegossenen Beton.
Das wird schlimm für Deinen Mann, „dem Leiden hilflos zuzusehen!“ Er muß für sich klarbekommen, daß sein Vater diese Situation will (sicherstellen, das es so ist). Denn wenn der Vater kein Signal gibt, daß er Hilfe aus dieser pythonesken Verschlingung rauszuwollen, kann er nicht eingreifen!
Viel Kraft.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Edit, hatte nicht gesehen, dass da noch eine Seite mit Beitraegen war ...
@kenzia Und das findest du ok - Kulanz im Umgang mit Daten? Das wundert mich und ehrlich gesagt finde ich, das geht gar nicht. Weder rechtlich noch moralisch. (Und wenn das bei euch so ueblich ist, Lissy, dann frag ich mich, wann die ersten Beschwerden oder gar Klagen kommen.)
Am ehesten noch - wenn Arzt/Aerztin guten Grund zur Annahme hat, dass es 'mit rechten Dingen' zugeht, also keine sinistren Beweggruende vorliegen, er/sie sagt: okay, ich leite das jetzt mal an die Mutter/den Vater/wenauchimmer weiter und das dann auch tut.
Ansonsten koennt doch wirklich jede/r daherkommen mit irgendeinem G'schichtl und wer besonders ueberzeugend wirkt oder laut wird, der kriegt dann die Infos oder wie? Sorry - aber bei allem Verstaendnis, z.B. in Farfalles Situation - wo die Aerztin auch richtig reagiert hat von wegen 'ich kenn Sie nicht' - das ist nicht der Weg.
HerrLea kann jetzt maximal den Vater um eine Vollmacht bitten bzw. fragen, ob dem das ueberhaupt recht ist. (Schreib ich der Vollstaendigkeit halber dazu.) Waer das nicht eh schon frueher angebracht gewesen - was ist denn, wenn irgendwas mit der Mutter ist, wer 'entscheidet' denn dann ueber den Vater?
Ein Arzt, dem das Wohl seiner Patienten am Herzen liegt, wird bereit sein, zuzuhören. Wird sich selbst ein Bild machen. Jemand, der so agiert, wie Schwiegermutter, zeigt das dann entweder auch dem Arzt, der dann entweder Maßnahmen ergreifen kann, wie „Einweisung ins Krankenhaus“, um das Schlimmste zu verhindern, z.B., oder auch Zeuge ist. Oder sie läßt sich zu vernünftigem Handeln überzeugen -von der „Respektsperson Arzt“. Das ist immer noch was anderes als die Schwiegertochter oder die eigenen Kinder.
Wenn allerdings auch der Patient doofches spielt, kommt auch der beste Arzt nicht weiter.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Nora im Beitrag #80Jetzt mal das juristische zur Seite gepackt.
Ein Arzt, dem das Wohl seiner Patienten am Herzen liegt, wird bereit sein, zuzuhören. Wird sich selbst ein Bild machen. Jemand, der so agiert, wie Schwiegermutter, zeigt das dann entweder auch dem Arzt, der dann entweder Maßnahmen ergreifen kann, wie „Einweisung ins Krankenhaus“, um das Schlimmste zu verhindern, z.B., oder auch Zeuge ist.
Ich weiß nicht, in welchem Strang Du gerade bist, aber dieser Patient hier IST im Krankenhaus.
Zitat von Lea58 im Beitrag #56Das sind ja genau unsere Sorgen: Versäuminsse, eine Vernachlässigung trotz aufopfernd wirkender Pflege. Diese Sorge und natürlich auch die Liebe meines Mannes zu seinen Eltern und meine zu meinem Mann lässt uns überhaupt dran bleiben.
Nach dem Krankenhausaufenthalt sehe ich es aber als sehr schwierig an, dass von seiten meines Mannes Interventionen Sinn hätten. Im Krankhaus wurde der Zustand des Vaters gesehen. Der Vater selbst ist absolut entscheidungsfähig, keine kognitiven Einschränkungen, nur seine Sprachfähigkeit ist stark eingeschränkt. Der Vater ist damit einverstanden, nach Hause entlassen zu werden. Was bleibt einem da noch an Mitteln?
Wir hatten gehofft, dass sich eine geriatrische Reha anschließt, in der ja auch Pflege durch Dritte und Beratungsangebote stattfinden würden. Man würde auch nochmal etwas Zeit und Abstand gewinnen. Aber das wird wohl nicht passieren. Ob eine Reha abgelehnt wurde oder gar nicht angeboten, wissen wir aber nicht. "Reha"s haben meine Schwiegereltern in der Vergangenheit aber eigentlich gemacht.
Was wir auch nicht so genau einschätzen können, ist, ob der Vater zum Sterben entlassen wird. Mein Mann hofft, die Arztberichte nach der Entlassung aus dem Krankenhaus mal zum Lesen zu bekommen.
wenn dein mann will, das es deinem vater besser geht, dann muß sein vater dies auch wollen, ansonsten beißt er auf granit und wird nichts erreichen das hat nicht die mutter zu bestimmen um den vater dort aus dem "elend" herauszuholen und qualifizierte hilfe in anspruch zu nehmen, braucht dein mann handlungsspielraum und das geht nur ueber eine vollmacht
auf patientenverfuegung.de findest du unter vorsorgevollmacht entsprechende vollmachten ich kenne diese probleme von meinen letzten schwiegereltern mein mann hat damals konsequent gehandelt das gab am anfang viel aerger aber es hat sich ruck zuck wieder eingerenkt, als beide gemerkt haben das es sinnvoll war, was er in die wege geleitet hat
er hat gesagt entweder ihr unterschreibt beide die vollmacht, oder ihr kuemmert euch in zukunft um alles selbst und ich mache NICHTS mehr er hat sich dann auch mehrere tage komplett zurueckgezogen bis beide eingelenkt haben alte eltern sind manchmal auch wie kleine kinder und man muß sie auch manchmal zu ihrem glueck zwingen
in eurem fall es kann ja nicht sein, das der vater mangelernaehrt ist er gesundheitliche probleme hat und es ihm schlecht geht, weil die mutter mit der pflege ueberfordert ist das ist auch unterlassene hilfeleistung aus falschem stolz
alone we can do soo little together we can do so much
@FakeFur Du solltest die letzen 30 Posts, so ab #54, auch lesen? Dieser Patient KOMMT NACH HAUSE und Lea und LeaMann haben schwere Befürchtungen, daß das keine gute Pflege durch seine Mutter ist.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Kitty_Snicket im Beitrag #79Edit, hatte nicht gesehen, dass da noch eine Seite mit Beitraegen war ...
@kenzia Und das findest du ok - Kulanz im Umgang mit Daten? Das wundert mich und ehrlich gesagt finde ich, das geht gar nicht. Weder rechtlich noch moralisch. (Und wenn das bei euch so ueblich ist, Lissy, dann frag ich mich, wann die ersten Beschwerden oder gar Klagen kommen.)
Am ehesten noch - wenn Arzt/Aerztin guten Grund zur Annahme hat, dass es 'mit rechten Dingen' zugeht, also keine sinistren Beweggruende vorliegen, er/sie sagt: okay, ich leite das jetzt mal an die Mutter/den Vater/wenauchimmer weiter und das dann auch tut.
Ich kann mir schon vorstellen, dass Ärzte Familienangehörigen auch mal ohne Vollmacht Auskunft erteilen, aber dann doch wohl tatsächlich nur, wenn sonst niemand da ist und es dem Patientin dient. Hier ist die Ansprechpartnerin für Ärzte wohl die Mutter. Ich weiß nicht, ob ich mich als Chefarzt in so bizarre Familienquerelen reinziehen lassen würde.
Zitat von Nora im Beitrag #83Du solltest die letzen 30 Posts, so ab #54, auch lesen? Dieser Patient KOMMT NACH HAUSE und Lea und LeaMann haben schwere Befürchtungen, daß das keine gute Pflege durch seine Mutter ist.
Und da kommt jetzt Dr. Brinkmann und soll es richten?
Zitat von ereS im Beitrag #82er hat gesagt entweder ihr unterschreibt beide die vollmacht, oder ihr kuemmert euch in zukunft um alles selbst und ich mache NICHTS mehr
Die Eltern hier kümmern sich doch um alles selbst, bzw. die Mutter.
Zitat von ereS im Beitrag #82er hat gesagt entweder ihr unterschreibt beide die vollmacht, oder ihr kuemmert euch in zukunft um alles selbst und ich mache NICHTS mehr
Die Eltern hier kümmern sich doch um alles selbst, bzw. die Mutter.
Ich empfehle dann doch mal, die Posts der TE zu lesen. Dann verstehst Du vielleicht das Problem!
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von FakeFur im Beitrag #84Ich kann mir schon vorstellen, dass Ärzte Familienangehörigen auch mal ohne Vollmacht Auskunft erteilen, aber dann doch wohl tatsächlich nur, wenn sonst niemand da ist und es dem Patientin dient.
Das habe ich mich auch gefragt, also den naechsten Angehoerigen was mitteilen, wenn sie es wissen muessen (aus welchem Grund auch immer). Wobei das vermutlich auch irgendwie geregelt ist. Und ich schon hoffe, dass gewisse 'Mindeststandards' eingehalten werden (also man muss sich ausweisen oder es ist sonstwie klar/erwiesen, dass ich die Tochter bin und nicht irgendeine Trickbetruegerin oder so, die dann die Wohnungsschluessel von Mami mitnimmt, weil muss nach den Katzen sehen oder sonstwas ...)
Nun, ÄrztInnen sind ja nicht volldoof. Niemand wird jemand einfach Auskunft geben, der reinschneit, und sagt „ich will wissen, weil Tochter/Sohn/Verlobte“. Ist das aber quasi faktisch klar, weil immer mit Patient kommt, sich kümmert, etc… Dann werden schon eher Informationen gegeben - aus Gründen der Menschlichkeit und des Positiven für Patient/Patientin.
Außer, es war schon ein Negativ-Thema in diesem Krankenhaus, dieser Abteilung, für diesen Arzt/diese Ärztin. Dann ist Selbstschutz angesagt.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Das hat ja mit volldoof nix zu tun. Ich erwarte mir von Krankenhauspersonal nicht, dass sie sich bei jeder Person merken, wer dazugehoert oder nicht. Geht vielleicht unter manchen Umstaenden - Kleinstadt, sparsam besuchte Abteilung oder sonstwie wenig los etc - aber nicht unbedingt im staedtischen Umfeld und bei wechselndem Personal (gerade in diesen Zeiten). Drum gibt's Dokumentation, damit hat alles seine Richtigkeit. (Menschlichkeit gut und schoen, aber laxe Bestimmungen koennten in solchen Faellen ausgenutzt werden, und vor dem 'Selbstschutz' des KH sollte im Grunde immer noch der Schutz der Privatsphaere von Patienten kommen.)
Bloed in Faellen wie bei der TE, aber erstens heisst das ja nicht, dass man deswegen rechtmaessiges Prozedere aushebeln kann, und zweitens gibt's ja noch andere - rechtlich koschere - Moeglichkeiten, jetzt doch noch involviert und informiert zu werden.
Kitty, Du hast den MitarbeiterInnen unterstellt, auf Zuruf Patienteninformationen und sogar Haustürschlüssel auszuhändigen. Um das zu machen, muß jemand schon volldoof oder so naiv wie ein Bild von Henri Rousseau sein.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Man kann vor allem von Klinikärzten nicht erwarten, dass sie den Zustand ihres Patienten nacheinander mit verschiedenen Familienangehörigen diskutieren, weil die sich untereinander nicht informieren oder sich nicht über den Weg trauen. Die Lage wäre ohne Corona natürlich anders, da könnte man zusammen zum Arztgespräch gehen. Ob sich dadurch aber was an der häuslichen Situation ändern würde, ist fraglich.
Zitat von Kitty_Snicket im Beitrag #79Edit, hatte nicht gesehen, dass da noch eine Seite mit Beitraegen war ...
@kenzia Und das findest du ok - Kulanz im Umgang mit Daten? Das wundert mich und ehrlich gesagt finde ich, das geht gar nicht. Weder rechtlich noch moralisch. (Und wenn das bei euch so ueblich ist, Lissy, dann frag ich mich, wann die ersten Beschwerden oder gar Klagen kommen.)
Am ehesten noch - wenn Arzt/Aerztin guten Grund zur Annahme hat, dass es 'mit rechten Dingen' zugeht, also keine sinistren Beweggruende vorliegen, er/sie sagt: okay, ich leite das jetzt mal an die Mutter/den Vater/wenauchimmer weiter und das dann auch tut.
Ansonsten koennt doch wirklich jede/r daherkommen mit irgendeinem G'schichtl und wer besonders ueberzeugend wirkt oder laut wird, der kriegt dann die Infos oder wie? Sorry - aber bei allem Verstaendnis, z.B. in Farfalles Situation - wo die Aerztin auch richtig reagiert hat von wegen 'ich kenn Sie nicht' - das ist nicht der Weg.
HerrLea kann jetzt maximal den Vater um eine Vollmacht bitten bzw. fragen, ob dem das ueberhaupt recht ist. (Schreib ich der Vollstaendigkeit halber dazu.) Waer das nicht eh schon frueher angebracht gewesen - was ist denn, wenn irgendwas mit der Mutter ist, wer 'entscheidet' denn dann ueber den Vater?
NEIN, bei uns und in jedem anderen Krankenhaus ist das NICHT üblich. Aber in der derzeitigen Situation mit den Besuchsbeschränkungen wird, NACH Einwilligung des Patienten (und davon gehe ich aus, dass der Vater, der ja keiner Betreuungsvollmacht unterliegt, diese gegeben hat/geben wird) auch den Kindern Auskunft zu geben, eine entsprechende Krankensituation telefonisch durchaus besprochen. Sollte der Patient eine Auskunft an Dritte verweigern oder nicht mehr in der Lage sein eine solche Genehmigung auszusprechen, dann wird natürlich auch keine Auskunft gegeben.
Komisch, wie man direkt ein rechtliches Vergehen unterstellen kann, ohne vorher nachzufragen. Aber "hau drauf" ist ja immer besser als "im Zweifel für..."... *kopfschüttel*
Zitat von Lissy im Beitrag #94Komisch, wie man direkt ein rechtliches Vergehen unterstellen kann, ohne vorher nachzufragen. Aber "hau drauf" ist ja immer besser als "im Zweifel für..."... *kopfschüttel*
Sich von vorherein klar ausdruecken waere auch besser als nur die Haelfte zu schreiben von dem, was man 'eigentlich' meint ;-) (Und draufgehauen habe ich auf niemanden - nur meine Verwunderung ausgedrueckt.)
Wenn du dein Posting #62 nochmal nachliest, steht da naemlich nichts von Einwilligung des Patienten, sondern einfach nur 'Chefarzt anrufen, Situation schildern'. Und es liest sich so, als ob ihr in eurem KH diesbezueglich kulant seid.
Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn der Patient vorher das Okay gibt; aber als Drittpartei schlicht durch Anruf (oder in manchen Faellen Ueberredungskuenste) Zugriff auf Infos bekommen geht einfach nicht. Und das hat auch seinen Sinn so.
Im Uebrigen schrieb Lea ja selber, dass ihr Mann entweder eine Vollmacht braeuchte oder die Anwesenheit des Vaters (#54).
Lea, deine Schwiegereltern sind da ja ein besonderer Fall mit ihrer Abschottung von der Außenwelt. Ganz offensichtlich wollen sie nicht geholfen bekommen, beide. Der Schwiegervater hat dieses Leben offensichtlich mitgetragen, trotz Erkrankung. Ich bin da hart, sie wollen es so. Wollen keine Hilfe.
——————————————————————————————————— Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht. (Jean Anouilh)
Zitat von Lissy im Beitrag #94Komisch, wie man direkt ein rechtliches Vergehen unterstellen kann, ohne vorher nachzufragen. Aber "hau drauf" ist ja immer besser als "im Zweifel für..."... *kopfschüttel*
Sich von vorherein klar ausdruecken waere auch besser als nur die Haelfte zu schreiben von dem, was man 'eigentlich' meint ;-) (Und draufgehauen habe ich auf niemanden - nur meine Verwunderung ausgedrueckt.)
Wenn du dein Posting #62 nochmal nachliest, steht da naemlich nichts von Einwilligung des Patienten, sondern einfach nur 'Chefarzt anrufen, Situation schildern'. Und es liest sich so, als ob ihr in eurem KH diesbezueglich kulant seid.
Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn der Patient vorher das Okay gibt; aber als Drittpartei schlicht durch Anruf (oder in manchen Faellen Ueberredungskuenste) Zugriff auf Infos bekommen geht einfach nicht. Und das hat auch seinen Sinn so.
Im Uebrigen schrieb Lea ja selber, dass ihr Mann entweder eine Vollmacht braeuchte oder die Anwesenheit des Vaters (#54).
Richtig, weil eine "Einwilligung des Patienten/in" heutzutage Grundvoraussetzung ist - deshalb muss man so etwas nicht noch explizit erwähnen. Datenschutz/Schweigepflicht ist ja nun nichts Neues... Aber jetzt weiß ich das auch, und werde deinen Hinweis zukünftig beachten.
Mein Schwiegervater ist jetzt wieder zu Hause, mein Mann bleibt noch etwas da und beobachtet. Die ersten Tage ging es gut.
Der Vater wird jetzt beim Essen unterstützt/gefüttert. Wird meine Schwiegermutter natürlich auch allein machen, wie auch waschen/duschen/anziehen/ausziehen/aus dem Bett und in das Bett helfen, Bett richten/bei den Toilettengängen hilfreich und reinigend dabei sein, Sachen bringen und wegräumen. Es wird jetzt der Pflegegrad 5 beantragt. Dazu wird sie sich kümmern um Haus und Garten einschließlich Renovierungen (die ihr fortlaufend wichtig sind), die Essenversorgung für beide, Ärztekommunikation, bürokratische Sachen (soweit sie das kann, in dem Bereich nimmt sie die Hilfe meines Mann, zwar widerstrebend, aber immerhin an) und was sonst noch ansteht. Mal schauen, wie lange das gut geht, ohne dass sie zusammenklappt.
Was die Kommunikation mit Ärzten angeht: Solange vom Patienten nicht angesprochen wird, dass noch eine weitere Person Auskunft erhalten soll, wird da wohl nichts passieren. Wenn eine Ärztin nicht das Gefühl hat, dass die Person, mit der sie spricht, die Umstände nicht erfassen kann oder ein Missstand mehrmals auffällig geworden ist, wird wohl kaum nach weiteren Betreuungspersonen gefragt. Es war ja nun nicht so, dass mein Schwiegervater mehrmals alle sechs Wochen unterernährt ins Krankenhaus gekommen ist, es war jetzt das erste Mal.
Im Kopf ist klar, dass man niemandem helfen kann, der keine Hilfe will bzw. Hilfe nur in einer Form, die man selbst nicht leisten kann und/oder will. Aber das Verantwortungsgefühl und die Sorge sind damit ja noch nicht erledigt. Manchmal ist das Nichtstun (können) genauso schwer wie das viel Tun (müssen), wenn auch in anderer Form.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
@lissy: die ganze Problematik wäre ja gar nicht so eskaliert, wenn der Sohn diese Einwilligung hätte. Insofern finde ich das Zurückrudern jetzt eigenartig.
Es ist extrem schwierig, Hilfe zu geben, wenn eigentlich keine gewollt ist. Das hab ich in meiner Familie in einem Fall mit meinem behinderten Bruder auch erlebt. Meine 83jährige Mutter war komplett überlastet nach seiner OP, hat aber nichts gesagt, und auch erst nicht herausgelassen, wieviel Hilfe mein Bruder benötigt. Danach hatte ich ein schlechtes Gewissen, obwohl ich es ja nicht ahnen konnte.
Auch die Hilfe, die ich dann anbot, als ich merkte, dass die Situation eskalierte, wurde praktisch nicht angenommen. Schwierig. Habe es als Physiotherapeutin auch bei Patienten schon erlebt, dass fast sämtliche Hilfe abgelehnt wurde. Man kann solange keine Gefahr für Leib und Leben des zu Pflegenden besteht, wirklich wenig tun.
Ihr könnt nur immer wieder Hilfe anbieten, oder dein Mann kann fragen, bevor er hinfährt, was es denn zu tun gäbe und wenn sie sagt, der Garten müsste mal hergerichtet werden, dann sollte er das auch machen, ohne dass er sich ständig reinreden lässt.