Zitat von Lea58 im Beitrag #19 Aber ich will hier aber keineswegs nur schlecht über meine Schwiegermutter reden, nicht dass hier ein falsches Bild entsteht.
Für mich, erzählst du einfach nur und diese verzerrte Aufopferung, findet man ja nicht selten- Austausch ist dafür immer ein Segen.
Zitat von Lea58 im Beitrag #19 Klar ist aber auch, dass die Mutter die Pflege nicht gern leistet (auch verständlich), sondern viel auch tut, weil es ihrem Selbstbild der aufopfernden Ehefrau entspricht. Sie beklagt ständig ihr hartes Schicksal mit dem pflegebedürftigen Mann (und mit in früheren Zeiten im eignen Haus bis zum Tod gepflegter Mutter und Schwiegermutter) und fordert für alles, was sie tut, auch andauernd positive Bestätigung und Dank ein bzw. Mitgefühl für ihre schwere Situation.
Und wenn wir uns vorstellen, dass wir etwas mit ganz viel Einsatz und Energie machen- und keine wirkliche positive Rückmeldung kommt, dann wird diese Arbeit irgendwann zu einer sehr großen Last. Denn- seien wir ehrlich- wer wird bei diesen Arbeiten schon jeden Tag den roten Teppich ausrollen? Die Leistung in der Pflege ist beträchtlich und wie sollte auch einen wirklicher Ausgleich aussehen? Da bleibt so manchem nur das penetrante Einfordern von Lob, damit überhaupt noch das Gefühl von "man sieht, was ich leiste" aufkommt.
Es ist ja auch nicht zufällig, dass sich im Altenheim in Schichten um die Betreuung gekümmert wird und jeder Betreuer/Pfleger seine freien Tage zur Regeneration hat.
Einen Tipp habe ich auch nicht wirklich, sehe es allerdings aus der Distanz als Außenstehende so: Die Frau ist erwachsen und entscheidet für sich und ihre Situation selbst. Wenn sie sich so zu Grunde richten will, steht ihr das zu, ohne dass irgendjemand ihr da rein zu reden hat. Also würde ich da jeglichen Rat unterlassen, wenn der Sohn es nicht mehr aushält, ist es an ihm, den Kontakt zu minimieren.
Meine Tante wurde in ihrer Demenz irgendwann sehr bösartig.
Ein Schock für uns drumherum, war sie doch immer so eine liebe Person. Ihre Töchter gingen damit sehr unterschiedlich um. Cousine 1 hat schnell damit abgeschlossen und für sich erklärt, dass es ihre Mutter nicht mehr gibt und sie ihr nicht helfen kann und will. Da klappte der reine Selbstschutz ganz gut und als meine Tante gestorben ist, was die Distanz schon sehr groß und die Trauer hielt sich in Grenzen. Sie hatte sich innerlich tatsächlich schon verabschieden können, eben weil ihre Mutter nicht mehr ihre Mutter war vom Wesen her. Eine Strategie, die viele Leute sehr hart fanden, aber ich habe dafür Verständnis aufbringen können.
Cousine 2 hat das eine Weile lang nicht über sich gebracht, bis ihr der gesetzlich eingesetzte Betreuer mal sagte, aus seiner Erfahrung heraus gehen zu viele Kinder kaputt an der Situation, sich immer und immer wieder einem dementen Elternteil auszusetzen, in der Hoffnung, dass doch nochmal was "kommt". Sein "väterlicher" Rat, die Mutter los zu lassen, sie sei ja betreut durch ihn hat dann irgendwann auch zum Kontaktabbruch geführt. Meine Tante hat alle nur noch beschimpft, gekränkt, beleidigt, ihren Enkel des Diebstahls beschuldigt etc. Alle doof, alle wollten ihr nur Böses, sie hätte die schlechteste Tochter der Welt. Ja, sie konnte nix dafür, aber das hilft in diesen Momenten, wo derartige Attacken kommen nichts.
Ich drücke euch die Daumen, dass ihr einen Weg findet, da emotional raus zu kommen. Ein wenig Egoismus darf auch da sein...
Zitat von Farfalle im Beitrag #23... Ich versteh es auch nicht. Er steckt da wohl echt noch in der Sohn-Rolle. Ich könnte mir aber gut vorstellen wenn er mal lospoltern würde das sie dann zurücksteckt. Das ist so die Generation Frau.
Da wäre ich mir bei ihr nicht so sicher. Es gab auch längere Zeiten mit totalen Kontaktabbrüchen seitens der Mutter. Das letzte Mall liegt schon etwas zurück, da rief der Vater bei meinem Mann irgendwann an und bat ihn, sich bei der Mutter zu entschuldigen. Wofür er sich entschuldigen sollte, war nicht ganz klar. Einfach nur klein beigeben, weswegen auch immer. Letztlich hat mein Mann es nach längerem Ringen um des lieben Friedens willens getan. Findet vielleicht manch einer schwach. Ich konnte es aber verstehen, dass man den Knoten durchschlagen möchte, wenn es dafür Mittel gibt. Mein Mann ist nicht nachtragend und lebt lieber in Harmonie.
Zitat von Nocturna im Beitrag #24Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht. Sprich, an dieser Situation wird sich nichts ändern bis ein akuter medizinischer Notfall eintritt. Dann ist die Schwiegermutter in der Klinik und der Vater muss Knall auf Fall in ein Heim zur Kurzzeitpflege. Je nachdem ob sich die Schwiegermutter dann vollständig erholt und weiterpflegen will oder eben nicht mehr in der Lage ist, ergeben sich dann die weiteren Schritte.
Es ist schon nicht ganz leicht, so ein Szenario mit Eltern durchzustehen, die halbwegs einsichtig und entgegenkommend sind, wie das bei meinen Eltern der Fall war. Wenn ein Elternteil dagegen opponiert, gibt es keinen Handlungsspielraum bis die Katastrophe eintritt. Traurig, aber ist so.
Damit rechnen wir und haben unter uns auch schon häufiger darüber gesprochen. Mein Mann hält sich gewissermaßen immer bereit, falls bei etwas passieren sollte. Was es auch nicht so ganz einfach für uns macht. Bei Urlaubsplanungen muss z.B. immer auf eine mögliche schnelle Rückreise geachtet werden. Oder sein/unser Verhalten in der Corona-Situation. Solange Impfungen nicht möglich waren, hat mein Mann sich völlig zurückgezogen, um bloss keine Infektion zu risikieren und nicht fahrbereit zu sein.
Zitat von Monkele im Beitrag #25...Vermutlich hat sie ihren 'Wert' aus der Pflege dieser Menschen gezogen. Für mich sieht es nach viel ungelebten und ungeliebtem Leben aus, aber es war ihre Entscheidung, die es zu akzeptieren galt, so schwer das auch war. 😟 ...
Ich vermute auch, dass es bei meiner Schwiegermutter ein Gefühl des ungelebten Lebens gibt, seit Jahrzehnten. Ein Hausfrauenleben früherer Zeiten nach früher Heirat wegen ungewollter Schwangerschaft. (Mein Mann hat schon sehr verinnerlicht, dass er ein Teil des Unglücks seiner Mutter ist.) Von außen betrachtet würde ich allerdings denken, dass es in ihrem Leben auch sehr viele, sehr sorgenfreie Jahre/Jahrzehnte gab. Mein Mann berichtet von den vielen Reisen, die er mit seiner Mutter in den Schulferien gemacht hat, und auch, dass er sehr regelmäßig von seinen beiden Omas betreut wurde und seine Mutter damit entlastet. Bis vor nicht allzu langer Zeit waren die Schwiegereltern gefühlt auch häufiger auf Reisen als zu Hause: Überwinterung im Süden, Kreuzfahrten, Rundreisen auf allen Kontinenten, Wellness- und Kurreisen, sehr viele sonstige Unternehmungen, auf's Geld musste nie geachtet werden. Aber sie selbst empfindet ihr Leben halt eher als vom Schicksal gebeutelt.
Was meine Schwiegermutter aber immer betont, ist, dass der Vater sie finanziell sehr, sehr gut ausgestattet hat. Vielleicht sieht sie sich deswegen auch so in der Pflicht, jetzt alles selbst für ihn zu tun. Ich weiß es nicht, so tief kommen wir nicht ins Gespräch.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Ich merke aber gerade, dass ich mich jetzt für heute von dem Thema verabschieden möchte. Es zieht mich sonst noch mehr runter. Ich werde morgen wieder reinschauen.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Ich glaube, so sehr es schmerzt, Dein Mann muss das jetzt aushalten. Warten, bis seine Mutter zusammenklappt und bereit ist, Hilfe anzunehmen.
Wir haben einen deutlich harmloseren Fall in der Familie. Harmlos im Sinne von "gutes Verhältnis zum Sohn, Sohn wohnt in der Nähe und kann helfen" etc.
Meine 88-jährige Patentante wird seit ein paar Jahren immer dementer, mein 88-jähriger Patenonkel war der Meinung, sie trotzdem alleine zu Hause pflegen zu können. Alles gut zureden, sich Hilfe zu holen (in dem Fall machte eine osteuropäische Pflegekraft, die mit im Haus wohnt, was ich normalerweise skeptisch sehe, durchaus Sinn, weil der Ehepartner ja im Prinzip noch fit war, aber eben überfordert damit war, sich auch noch um den Haushalt zu kümmern und irgendwann seine Frau nicht mehr alleine lassen konnte), war zwecklos.
Es brauchte erst einen Zusammenbruch mit Herzstillstand, was er nur überlebt hat, weil zufällig sein Neffe vorbeikam und ihn nach wenigen Minuten fand und als Feuerwehrmann wusste, was zu tun war, bis er sich darauf einließ.
Sorry, wollte noch mehr schreiben, werde aber hier gerade familiär gebraucht, ein anderes Mal mehr.
Zitat von Lea58 im Beitrag #1Ich muss mir vielleicht nur mal was von der Seele schreiben, was mich nicht einmal ganz direkt betrifft. ........ Wir hatten aber gerade nach einem Streit-Telefonat zwischen Mutter und Sohn am Abend wieder mal eine sehr schlechte Nacht.
Zitat von Lea58 im Beitrag #28Mein Mann ist nicht nachtragend und lebt lieber in Harmonie.
Aus meiner Sicht ist es nicht ganz zutreffend, dass Dich das nicht direkt betrifft. Denn offenbar hat sich das Problem bereits einen Weg in Eure Ehe gebahnt und belastet die Beziehung. Vermutlich nicht nur situativ, sondern ständig unterschwellig. (Nur eine Vermutung aufgrund Deiner Beschreibungen).
Als Einziger hätte es Dein Mann in der Hand, sich aus der aus unterwürfigen Rolle zu befreien. Was aber wohl aufgrund jahrelanger Konditionierung und *lieb Kind* sein wollen in seinem Alter kaum stattfinden wird.
Kannst Du denn Deinen Mann in Gesprächen auf dieser Ebene überhaupt erreich, @Lea?
Aus meiner Sicht ist es nicht ganz zutreffend, dass Dich das nicht direkt betrifft. Denn offenbar hat sich das Problem bereits einen Weg in Eure Ehe gebahnt und belastet die Beziehung. Vermutlich nicht nur situativ, sondern ständig unterschwellig. (Nur eine Vermutung aufgrund Deiner Beschreibungen).
Als Einziger hätte es Dein Mann in der Hand, sich aus der aus unterwürfigen Rolle zu befreien. Was aber wohl aufgrund jahrelanger Konditionierung und *lieb Kind* sein wollen in seinem Alter kaum stattfinden wird.
Kannst Du denn Deinen Mann in Gesprächen auf dieser Ebene überhaupt erreich, @Lea?
vollste Zustimmung- ich bin selbst aktuell in ähnlicher Situation und muss mich nun entscheiden.....sehr schwierig.....
Letztlich geht es um Abgrenzung und Selbstfürsorge!
Lea, ich habe keinen Rat, wollte aber mein Verständnis hierlassen.
Ich habe damals (mein Vater wollte nicht aus den Haus ausziehen, welches durch Treppen usw. viel zu gefährlich für ihn war und wo er auch schon nach einem Sturz über Stunden auf dem Fußboden lag) gesagt, dass ich meine Unterstützung nicht mehr geben kann, wenn er nicht nichts ins Betreute Wohnen zieht. Dann hätte ich die Verantwortung nicht mehr tragen können. Er war sauer und hielt es mir lange vor ("ich wurde ja gezwungen, aus dem Haus auszuziehen"...).
Passt auf Euch auf, so eine Situation kann Euch bis an eure Grenze und darüber hinaus führen.
Lea, ich weiß keinen Rat - es liest sich nach einer sehr schwierigen Situation.
Zitat von Lea58 im Beitrag #28 [...] Ich vermute auch, dass es bei meiner Schwiegermutter ein Gefühl des ungelebten Lebens gibt, seit Jahrzehnten. Ein Hausfrauenleben früherer Zeiten nach früher Heirat wegen ungewollter Schwangerschaft. (Mein Mann hat schon sehr verinnerlicht, dass er ein Teil des Unglücks seiner Mutter ist.) [...]
Das tut mir sehr leid für Deinen Mann. Ich finde es schlimm, dass er sich quasi mitschuldig am unglücklichen Leben seiner Mutter fühlt, echt traurig.
Lea, das ist eine sehr unschöne Situation für Euch. Ich finde es auf jeden Fall wichtig, dass Ihr, wenn die Eltern keine Hilfe möchten, Euch aber Unterstützung und Beratung für Euch selbst holt (Coaching, Selbsthilfegruppe oder ähnliches), um mit der Situation besser umgehen zu können.
Zitat von 1a2b im Beitrag #36[quote=Tabea57|p37333]Lea, ich habe keinen Rat, wollte aber mein Verständnis hierlassen.
Ich habe damals (mein Vater wollte nicht aus den Haus ausziehen, welches durch Treppen usw. viel zu gefährlich für ihn war und wo er auch schon nach einem Sturz über Stunden auf dem Fußboden lag) gesagt, dass ich meine Unterstützung nicht mehr geben kann, wenn er nicht nichts ins Betreute Wohnen zieht. Dann hätte ich die Verantwortung nicht mehr tragen können. Er war sauer und hielt es mir lange vor ("ich wurde ja gezwungen, aus dem Haus auszuziehen"...).
Passt auf Euch auf, so eine Situation kann Euch bis an eure Grenze und darüber hinaus führen.
danke fürs Teilen Deiner schwierigen Situation, die ich jetzt selbst genau so habe- und auch so ein Gespräch mit ähnlichem Inhalt am WE geführt habe..ganz ganz furchtbar!
Doch es gibt sonst keine andere "Lösung"
Zitat von MadameE im Beitrag #27Einen Tipp habe ich auch nicht wirklich, sehe es allerdings aus der Distanz als Außenstehende so: Die Frau ist erwachsen und entscheidet für sich und ihre Situation selbst. Wenn sie sich so zu Grunde richten will, steht ihr das zu, ohne dass irgendjemand ihr da rein zu reden hat. Also würde ich da jeglichen Rat unterlassen, wenn der Sohn es nicht mehr aushält, ist es an ihm, den Kontakt zu minimieren.
leider leider wahr.....
@Lea, ich wünsche Dir und Deinem Mann, dass ihr Euch abgrenzen und gute Entscheidungen treffen könnt
Zitat von Atis im Beitrag #35Lea, das ist eine sehr unschöne Situation für Euch. Ich finde es auf jeden Fall wichtig, dass Ihr, wenn die Eltern keine Hilfe möchten, Euch aber Unterstützung und Beratung für Euch selbst holt (Coaching, Selbsthilfegruppe oder ähnliches), um mit der Situation besser umgehen zu können.
und dem schließe ich mich an- ich habe mir auch Hilfe/Beratung geholt, bevor ich zusammenklappe...
Mit dem einleitenden Satz, dass es nicht direkt mein Problem ist, meinte ich, dass ich in Bezug auf die Situation bei den Eltern keine Handlungsmöglichkeiten habe. Ich werde auch keinen Einfluss auf das Verhalten meines Partners nehmen, das ist und bleibt für mich ganz eindeutig seine Sache. Ich kann mich als Laien-Supervisor anbieten und mein eigenes Ding machen, wenn er sich selbst Beschränkungen auferlegt oder vielleicht nicht ausreichend abgrenzt. Um unsere Partnerschaft mache ich mir keine Sorgen. So wie es jetzt ist, halten wir das schon durch.
Ich denke auch nicht, dass Beratung/Unterstützung durch Fachkräfte für meinen Mann allein Sinn machen würde. Da die Situation mit meinen Eltern vor kurzem ähnlich war, haben wir viel Information zu Unterstützungsmöglichkeiten, ich habe mir, da ich damals direkt dran, beteiligt und vor Ort war, auch Beratung geholt. Nur, so wie meine Eltern, wollen seine, oder genauer seine Mutter, von den Möglichkeiten nichts wissen. Da besteht wohl immer eine Angst, dass einem die Kontrolle aus der Hand genommen wird. Wir sind auch über den Verlauf und Charakter der Erkrankung des Vaters informiert, er ist austherapiert und es wird noch schwerer werden, bis der Tod dem ein Ende setzt.
Ich sehe es auch so, dass bei meinem Mann die Phase der Ablösung von der Mutter in der Pubertät, Jugend irgendwie nicht passiert ist. Gibt aber auch nachvollziebare Gründe, warum das in der Zeit nicht geschehen ist. Und später war die Problematik aufgrund der räumlichen Distanz umgangen. Ich bin aber der Meinung, dass das jetzt in diesen Lebensjahrzehnten auch nicht mehr unbedingt nachgeholt werden muss. Und in der derzeitigen Situation schon gleich mal gar nicht.
Mein Mann hält es durchaus für möglich, dass nach dem Tod des Vaters seine Beziehung zur Mutter abbrechen könnte. Er ist sich jedenfalls sicher, dass das Verhältnis der beiden dann nochmal schwieriger wird.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Hallo Lea, das liest sich nach einer schwierigen Situation. Meine Eltern haben sich auch lange gegen Hilfe im Alter gewehrt und auf ihrer Autonomie bestanden, bis es nicht mehr anders ging.
Zitat Lea58: “Ein Hausfrauenleben früherer Zeiten nach früher Heirat wegen ungewollter Schwangerschaft. (Mein Mann hat schon sehr verinnerlicht, dass er ein Teil des Unglücks seiner Mutter ist.) Von außen betrachtet würde ich allerdings denken, dass es in ihrem Leben auch sehr viele, sehr sorgenfreie Jahre/Jahrzehnte gab. “
Ich finde obiges Zitat sehr wichtig. Dass Dein Mann sich für das “Unglück“ seiner Mutter verantwortlich fühlt, daran könnte er arbeiten. Deine Schwiegermutter war, wenn sie jung schwanger wurde auch relativ jung, als der Sohn erwachsen war. Was sie aus ihrem Leben gemacht hat, ist ihre Entscheidung gewesen. Sie war wie Du schreibst nicht dem beruflichen Stress ausgesetzt, nicht dem Existenzkampf, und hatte viele sorgenfreie Jahre. Wir sind für unsere Lebensentscheidungen letztlich selbst verantwortlich, ob es um ungewollte Schwangerschaft geht oder die Wahl des Berufs Hausfrau.
Ein anderer Punkt: Es ist schwer, mitanzusehen, wie die alten Eltern sich das Leben nicht erleichtern wollen, das haben wir Geschwister auch erleben müssen. Autonomie ging v.a. meinem Vater über alles. Wahrscheinlich wird Deine Schwiegermutter erst dazu bereit sein, wenn sie selbst nicht mehr kann. Ich wünsche Euch Kraft, durch diese Zeit durchzugehen. Liebe Grüße, Lys
Das Festhaltenwollen an der Autonomie kann man ja auch nachvollziehen, finde ich. Wer lässt sich schon gern bevormunden.
Die größte Sorge meines Mannes ist halt die Aggressivität der Mutter. Da kann er ja nur ein Auge drauf behalten, wenn er immer mal wieder hinfährt.
Zitat von Lys im Beitrag #39... Zitat Lea58: “Ein Hausfrauenleben früherer Zeiten nach früher Heirat wegen ungewollter Schwangerschaft. (Mein Mann hat schon sehr verinnerlicht, dass er ein Teil des Unglücks seiner Mutter ist.) Von außen betrachtet würde ich allerdings denken, dass es in ihrem Leben auch sehr viele, sehr sorgenfreie Jahre/Jahrzehnte gab. “
Ich finde obiges Zitat sehr wichtig. Dass Dein Mann sich für das “Unglück“ seiner Mutter verantwortlich fühlt, daran könnte er arbeiten. Deine Schwiegermutter war, wenn sie jung schwanger wurde auch relativ jung, als der Sohn erwachsen war. Was sie aus ihrem Leben gemacht hat, ist ihre Entscheidung gewesen. Sie war wie Du schreibst nicht dem beruflichen Stress ausgesetzt, nicht dem Existenzkampf, und hatte viele sorgenfreie Jahre. Wir sind für unsere Lebensentscheidungen letztlich selbst verantwortlich, ob es um ungewollte Schwangerschaft geht oder die Wahl des Berufs Hausfrau...
Theoretisch ist einem ja schon klar, dass man für den Lebenslauf der Eltern nicht verantwortlich ist. Aber ein schon in Kindertagen eingepflanzter Stachel piekt dann trotzdem immer mal wieder, man kann nur lernen, wie man das Stechen schnell zum Abklingen bringt.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
lea, dein mann hat sich nie von seiner mutter wirklich gelöst. er ist diesem prozess ausgewichen, er ist gegangen. und hadert mit seinem schlechten gewissen (mehrmals im jahr und .....................................) sie setzt ihm grenzen.
er setzt ihr, als erwachsener mann, an keinem punkt grenzen. sie ist es nicht gewohnt und er tanzt auf zehenspitzen um sie herum. er lässt sich dort dann auch alles aus der hand nehmen und macht auch keinen rabbatz.
du hälst dich aus allem raus- und deshalb muss er auch keine stellung beziehen.
die frage bleibt spannend: wer hält länger durch? und mit welchen folgen für sich selbst?
was den stachel betrifft- wie alt ist dein mann und wie lange will er diesen stachel noch mit sich herumtragen?
hinfallen ist keine Schande- liegenbleiben schon.
Schmerz ist unvermeidlich- leiden ist eine Entscheidung.
@brighid Dein Beitrag fordert meinen Widerspruch heraus, was ja aber kein Fehler ist, um zum vielleicht vorhandenen Kern zu kommen. Ich bin mir nur noch nicht sicher, warum genau ich da auf Abwehr gehe.
Also hier mal, was mir dazu einfällt.
Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ist jetzt nun mal so, wie es ist. Es wird Versäumnisse in den vergangenen Jahrzehnten gegeben haben und sich eine unglückliche Dynamik entwickelt haben, alles richtig. Aber daran jetzt in dem Alter und in der derzeitigen Situation drehen zu wollen, erscheint mir nicht als besonders erfolgsversprechend. Ich sage mal so, die verbleibenden Lebensjahre (entweder die der Mutter oder die meines Mannes) werden die beiden auch noch so rumkriegen, wahrscheinlich weiterhin unter Einhaltung einer gewissen räumlichen Distanz.
Und der Stachel? Gibt es irgendjemanden, den nie innerfamiliär mal was verletzt hat und den die Erinnering daran schmerzt? Ich glaube, die Familien, in denen es da gar nichts gibt, kann man mit der Lupe suchen. Nein, das sind keine schönen Erinnerungen und es sind dann auch Triggerpunkte vorhanden, klar. Aber man kann damit seinen Frieden machen, verstehen und akzeptieren, dass und warum es da gelegentlich(!) sticht, dann mal kurz tief durchatmen und es ansonsten gut sein lassen. So ist jedenfalls meine eigene Erfahrung. Ich bin nicht der Meinung, dass sich jede Narbe wegheilen lässt bzw. es sich auch mit Narben gut leben lässt.
Welche Stellungnahme soll ich meinem Mann abverlangen? Es geht hier ja im Moment nicht um meine Person, ich leide nicht. Wie es bei mir Phasen gab, in denen nicht alles rosarot war, so ist halt mein Mann jetzt in einer solchen. Mich hat es auch sehr belastet, dass ich meinen Eltern nicht wirklich Erleichterungen verschaffen konnte, dass meine Vorschläge damals alle ins Leere liefen. Und meine Gedanken kreisten zu der Zeit auch sehr viel um die Eltern. Eine easy-going Traumehefrau war ich da auch nicht. Aber ich hatte zum Glück einen verständnisvollen, geduldigen Mann zu Hause, der dann aus der Partnerschaft eine Zeitlang keine unbesschwerte Lebensfreude ziehen konnte. Er wird sich da auch mal eine Klagemauer gesucht haben.
So wie ich es erfahre, belastet meinen Mann hauptsächlich der Gedanke an das psychische Leiden des Vaters, da ist sehr wenig von dem geblieben, was ihm früher Freude bereitet hat. Die beiden verbindet wohl auch, dass sie genau wissen, wie der weitere Krankheitsverlauf sein wird. Etwas, was die Mutter eher nicht wahrhaben will oder vielleicht auch einfach nicht versteht. Und dann ist bei meinem Mann die Angst vor dem endgültigen Verlust durch den Tod. Mein Mann geht davon aus, dass sein Vater sich für eine (legale) Sterbehilfe entscheiden wird. Obwohl mein Mann das verstehen, akzeptieren kann und behilflich sein wird, tut ihm der Gedanke daran sehr weh. Die Mutter wird in dem engen Verhältnis zwischen Vater und Sohn vielleicht manchmal als Störfaktor wahrgenommen, was sie mit Sicherheit bemerkt und als ungerecht empfindet.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Mann vor Ort Samthandschuhe trägt. Ich bekomme ja manchmal Telefonate mit und da wird schon sehr klar Position bezogen. Und das eine oder andere Telefonat von seiner Mutter abgebrochen, weil es nicht nach ihren Vorstellungen geht. Laut wird mein Mann allerdings sehr, sehr selten, er bleibt eher hartnäckig und stur, wenn es keine Argumente gibt, die ihn umstimmen. Grundsätzlich ist mein Mann Argumenten, nach meiner Erfahrung, aber zugänglich und auch empathisch, aber er lässt sich halt auch auf nichts ein, was aus seiner Sicht nicht richtig ist. Und er lässt sich ganz sicher nicht auf Handgemenge mit seiner Mutter ein, wenn sie ihm etwas aus der Hand reißt oder schlägt. Er wird dann wohl sagen, dann mache es allein, bitte sehr, und geht aus der Situation raus. Die Mutter würde sich vielleicht manchmal gern richtig zoffen, ein reinigendes Gewitter vielleicht, aber dafür ist ihr Sohn nicht der Richtige. Sie läuft da ins Leere oder auch gegen Gummiwände, wie auch immer man es sehen will. Klar, ist das etwas, was schon früher hätte bereinigt werden können, aber siehe oben.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Zitat von brighid im Beitrag #41 er setzt ihr, als erwachsener mann, an keinem punkt grenzen. sie ist es nicht gewohnt und er tanzt auf zehenspitzen um sie herum. er lässt sich dort dann auch alles aus der hand nehmen und macht auch keinen rabbatz.
Was genau meinst du denn damit brighid? Diese alten Menschen wollen sich nicht helfen lassen - und da machste nunmal nix. Im übrigen gibt es doch genug alte Menschen, die genauso handeln und ob die Familienverhältnisse dazu, eine Rolle spielen, ist fraglich.
Um welche konkreten Situationen es geht (wenn es NICHT um dieses Thema gehen sollte), wenn Mutter und Sohn Streit bekommen, wissen wir nicht.
Zitat von brighid im Beitrag #41du hälst dich aus allem raus- und deshalb muss er auch keine stellung beziehen.
Ich denke, man sollte die Ebenen trennen. Das eine ist die Mutter-Sohn-Beziehung, die natürlich mit hinein spielt und eine Belastung darstellt. Das andere ist die Pflegethematik, die sich mit zig anderen Menschen gleicht und für die es immer nur punktuell Lösungen gibt.
Zitat von brighid im Beitrag #41was den stachel betrifft- wie alt ist dein mann und wie lange will er diesen stachel noch mit sich herumtragen?
Die Schwiegermutter ist vollkommen überfordert mit der Pflege des Mannes und ihren Ansprüchen und du findest, das ist der richtige Zeitpunkt, damit der Sohn seinen Abnabelungsprozess mit der Mutter vollzieht???
Nochmal- wir reden doch hier von zwei Ebenen, die sich zwar vermischen in diesem Prozess, aber doch durchaus "eigenständig" sind.
eines ist mir beim Lesen Deiner Beiträge aufgefallen - Dein Mann lässt sich nicht nur von seiner Mutter, aber auch von seinem Vater eine Verantwortung einreden, die er nicht hat. Denn auch der Vater hat sich bewusst für dieses (Ehe)Leben entschieden, obwohl er wusste, wie seine Frau ist. Wie Du die Situation beschreibst, sind das nicht zwei materiell arme alte Leute, die bei einer Trennung ins finanzielle Nichts gefallen wären. Dein Schwiegervater hat sich auch wohl in vielen gesunden Jahren dafür entscheiden, bei dieser offenbar sehr schwierigen Frau zu bleiben. Und jetzt muss er nicht nur mit den Konsequenzen leben, er will es auch, sonst würde er sich anders entscheiden. Solange er klar im Kopf ist, kann er das. Er will es aber nicht. Was er aber will, ist das System am Leben zu halten, und dazu gehört, dass sein Sohn da mitspielt, irgendwie.
Ich würde (und das würde ich meinem Partner, wenn es bei ihm so wäre, auch verdeutlichen) eine Grenze zwischen "Mitspielen" und "Verantwortung übernehmen, wo es sein muss" ziehen. Und sich als Statist das Elend anzusehen, hilft vielleicht, das System am Leben zu halten, was die beiden alten Leute sich aufgebaut haben und wo sie sich irgendwie daheim fühlen - aber es ist nicht der Job von Kindern, den Boxsack zu geben, damit das selbstgemachte Elend für die Eltern erträglicher ist. Und echt, mehrere Wochen Urlaub zu nehmen, damit man Dinge letztlich nicht (!) tun darf, die eine bezahlte Hilfe auch tun könnte, nur um zu bezeugen, wie schwer es die Eltern doch haben, das geht einfach gar nicht.
Jeder Mensch, der in einer halbwegs normalen Familie aufgewachsen ist, würde , wenn ihn seine über 80-jährige Mutter schlägt, sagen "du hast sie doch nicht alle", sich umdrehen und gehen, anstatt in dieser Hölle zu bleiben und sich dann noch anzuhören, dass ER sich entschuldigen müsste, weil sie losgeschlagen hat!
Sorry, ich wollte nicht grob sein, aber das Verhalten dieser Eltern (und zwar beider Teile!) macht mich schon beim puren Lesen sauer.
Mit dem Sauerwerden auf alte Eltern wird es zumeist schwierig nach meiner Erfahrung. Natürlich haben sich viele selbst in eine schwierige Situation hinein manövriert, weil das Alter zu lange ausgeblendet wurde und Änderungen nicht rechtzeitig herbeigeführt wurden. Aber dann stecken sie halt in so einem Schlamassel drin und schaffen es nicht mehr, sich selbst daraus zu befreien. Der Berg, der sich da auftürmt ist einfach zu groß geworden, sie stehen dem hilflos gegenüber. Und dann sind wahrscheinlich auch immer ganz, ganz viele Ängste mit im Spiel. Und Überforderung sowieso. So habe ich es jedenfalls bei meinen Eltern erlebt. Und nachdem ich das verstanden habe, konnte ich nicht mehr sauer sein, egal wie "bockig" sie mir manchmal vorkamen. Sie taten mir einfach nur noch leid. Ein bisschen vergleichbar mit Kindern, die sich ja auch manchmal in blöde Situationen hinein manövrieren und dann nicht mehr allein rausfinden. Nur bei Kindern gibt es halt die Hoffnung, dass es besser wird. Bei alten Menschen nicht mehr.
Der räumliche Abstand ist halt teilweise ein Fluch, teilweise ein Segen. Man sieht das Elend nicht tagtäglich. Aber es fehlt dann auch oft der tiefere Einblick. Heute war z. B. die Gutachterin zur Überprüfung des Pflegegrads im Haus. Der Termin hat wohl drei Stunden gedauert. Meine Schwiegermutter kann einem aber leider nicht befriedigend berichten, was besprochen wurde. Sie fühlt sich dabei in einer Prüfungssituation, ist furchtbar aufgeregt und will alles richtig machen. Und ihr ist oft, glaube ich, der Sinn der Fragen gar nicht klar, sie kann das Wesentliche nicht von dem Unwichtigen unterscheiden. Eigentlich haben wir von dem Termin nur erfahren, dass der Schwiegervater die Gutachterin aus ihrer Studienzeit kannte, sie sich aber nicht mehr an ihn erinnern konnte. Das war für die Mutter die wichtigste Information. Vielleicht bekommt mein Mann irgendwann den Bericht zu lesen.
Was mir jetzt noch einfiel, ist, dass mein Mann für sein Vor-Ort-Sein durchaus finanziell honoriert wird. Er bekommt bei den Eltern immer die All inclusive-Vollpension und es wird, wenn er abreist, immer noch großzügig "Fahrgeld" zugesteckt. Ich finde das ja immer eher witzig zwischen Erwachsenen und kenne das aus meiner Herkunftsfamilie so gar nicht. Aber vielleicht muss man das ein bisschen als Weiterleitung von Pflegegeld für psychische Betreuung oder auch Schmerzensgeld betrachten. Urlaub nehmen muss mein Mann für die Zeit nicht, er ist da frei.
Wir werden gerade wieder etwas ruhiger hier. Bis zum nächsten Alarm.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Stört Dich das nicht, wenn Dein Mann wochenlang bei seinen Eltern ist? Gut, ich weiß, andere Leute sind viel auf Geschäftsreise, aber mich würde das schon deshalb pieksen, weil es so ist, als hätte er noch eine andere Familie.
„Ein bisschen vergleichbar mit Kindern…“? Nee, das sehe ich anders.
Kinder wissen es noch nicht besser, sie sind noch nicht erwachsen. Alte Eltern hingegen schon, denn sie sind erwachsen. Okay, klar, bei Demenzerkrankungen ist es womöglich vergleichbar, doch wenn keine Demenz vorliegt, sind alte Eltern erwachsene Menschen, zurechnungsfähig, erfahren.
Natürlich manövriert sich jeder Erwachsene mal in Sackgassen, aufgrund von Ängsten, Überforderung, inneren und äusseren Zwängen. Alte Eltern auch. Aber sie dann als ähnlich wie Kinder zu betrachten, halte ich für wenig zielführend und für entmündigend.
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.
Zitat von FakeFur im Beitrag #47Stört Dich das nicht, wenn Dein Mann wochenlang bei seinen Eltern ist? Gut, ich weiß, andere Leute sind viel auf Geschäftsreise, aber mich würde das schon deshalb pieksen, weil es so ist, als hätte er noch eine andere Familie.
Nein, das stört mich nicht. Und natürlich hat er eine Herkunftsfamilie, er ist ja nicht vom Himmel gefallen.
Zitat von Horus im Beitrag #48„Ein bisschen vergleichbar mit Kindern…“? Nee, das sehe ich anders.
Kinder wissen es noch nicht besser, sie sind noch nicht erwachsen. Alte Eltern hingegen schon, denn sie sind erwachsen. Okay, klar, bei Demenzerkrankungen ist es womöglich vergleichbar, doch wenn keine Demenz vorliegt, sind alte Eltern erwachsene Menschen, zurechnungsfähig, erfahren.
Natürlich manövriert sich jeder Erwachsene mal in Sackgassen, aufgrund von Ängsten, Überforderung, inneren und äusseren Zwängen. Alte Eltern auch. Aber sie dann als ähnlich wie Kinder zu betrachten, halte ich für wenig zielführend und für entmündigend.
Hervorhebung von mir
Ja, natürlich sind alte Menschen erwachsen und ihre eigenen Vorstellungen zu berücksichtigen. Und trotzdem kann ein Rollenwechsel und die Abgabe von Verantwortung für das eigene Leben nach und nach notwendig werden, gewissermaßen eine Rückwärtsentwicklung im Vergleich zur Kindheit. Kinder erhalten nach und nach immer mehr Eigenverantwortung übertragen, bei alten Menschen kommt man leider nicht immer drum herum, ihnen Teile der Eigenverantwortung abzunehmen. Demenz setzt ja auch nicht schlagartig ein, sondern ist ein schleichender Prozess. Man stellt nach und nach fest, dass Eltern z. B. Zusammenhänge nicht mehr verstehen, sie eigentlich Kleinigkeiten vor nicht lösbare Problematiken oder Entscheidungen stellen. (Harmloses Beispiel: Mir sind noch wochenlange Diskussionen mit meiner Mutter bei der obligatorischen Einführung einer Biotonne für Hausbesitzer im Kopf. Alles, was tagtäglich wie immer ablief, hatte sie noch im Griff. Aber auch nur kleinste Änderungen überforderten sie. Die Welt bleibt aber halt nicht stehen. Ich gebe zu, ich habe auf der Antwortkarte der Stadtwerke dann irgendwann einfach mal ein Kreuzchen bei der kleinsten Tonne gemacht und dann stand das Ding, gegen den Willen meiner Mutter, eben einfach da und wurde ignoriert.)
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Zitat von Lea58 im Beitrag #42 Welche Stellungnahme soll ich meinem Mann abverlangen? Es geht hier ja im Moment nicht um meine Person, ich leide nicht.
Das mit der Stellungnahme kann ich auch nicht nachvollziehen.
In dieser Situation als Partner auch noch Stress zu machen, wäre aus meiner Sicht komplett deplatziert. Und eine Dynamik, die sich seit Jahrzehnten entwickelt hat, durchbricht man ohnehin nicht Mal so eben - selbst wenn man wollte.
Lea, Deine Beiträge lesen sich - gerade im Hinblick auf die geschilderte Situation - erstaunlich sachlich und reflektiert, Du scheinst trotz allem in Dir zu ruhen. Ist es so (was ich Dir wünschen würde) oder wirkt es nur so (was am Schreiben liegen könnte)?