Zitat von Lea58 im Beitrag #98 Manchmal ist das Nichtstun (können) genauso schwer wie das viel Tun (müssen), wenn auch in anderer Form.
Ich denke, dass so ein Nichts-tun können viel schwerer ist, denn es geht ja nicht darum, "den eigenen Willen durchzusetzen" sondern darum, dass die Lebensqualität deutlich sichtbar schlecht ist. Es ist ganz sicher schwer auszuhalten, dass lieber gelitten wird als neue Wege zu gehen und man muss tatenlos zusehen.
Hier wirkt es auch so, als ob sich der Sohn gegen seine Mutter noch nie durchsetzen konnte - was zu der Theorie führt, dass man ja vielleicht doch was ändern könnte, wenn man selbst nur anders auftreten würde (könnte)? Was - falls der Sohn so denkt - sein Leid sicher vergrößern wird. Dabei sind diese "Verhaltens-Autobahnen" eben auch bei der jüngeren Generation tief eingespurt und genausowenig leicht änderbar. Was ja immer noch beinhaltet, dass keiner weiß, ob sich die Mutter anders verhalten würde, wenn der Sohn anders auftreten würde.
Ich frag mich oft, ob wir in solchen extrem Alterssituationen- nicht immer nur eine Hochkonzentration von dem erleben, was wir ein Leben lang schon hatten?
Zitat von bazeba im Beitrag #99@lissy: die ganze Problematik wäre ja gar nicht so eskaliert, wenn der Sohn diese Einwilligung hätte. Insofern finde ich das Zurückrudern jetzt eigenartig.
Ich sehe das nicht als "zurück rudern"... Es geht ja darum, dass der Sohn sich hilflos fühlt, da er keine Auskünfte bekommt. D.h. er könnte den Chefarzt/die Chefärztin kontaktieren, und die Situation schildern. Und dann kann man (CA/CÄ/zuständige/r Stationsarzt/-ärztin) den Patienten fragen, ob man dem Sohn Auskunft geben darf - denn ich habe es so verstanden, dass der Vater durchaus sehr klar im Kopf ist, und diesbezüglich Entscheidungen treffen kann. Seine Frau mauert ja, er nicht...
Dies nur zur Erläuterung und Anregung - man kann immer nach Möglichkeiten fragen.
Aber letztendlich ist das Ganze ohne Relevanz für das Thema, und es scheint sich ja sowieso alles soweit gelöst zu haben, was mich für die TE und ihren Mann unglaublich freut!
Nachdem nun längere Zeit mehr oder weniger Ruhe war, es sogar recht gut und erstmal stabil aussah, geht es nun wieder los. Der Worst Case, über den mein Mann und ich hin und wieder gesprochen haben, für den aber natürlich keinerlei Vorsorge getroffen wurde, ist eingetreten. Meine Schwiegermutter ist ernsthaft erkrankt. Sie wird sich, nach Stand jetzt, wieder erholen, aber es wird einige Wochen bis Monate dauern, bis sie wieder voll einsatzfähig sein wird. Ob sie sich vollständig erholen wird, ist noch offen. Heißt für den Moment, dass Soforthilfe für die Versorgung meines Schwiegervaters und meiner Schwiegermutter gefunden werden muss. Mein Mann war, glücklicherweise, vor Ort, als meine Schwiegermutter ausfiel, konnte also erstmal einspringen. Er hat mich nun aber um Hilfe gebeten, da er es nicht schaffen wird, beide Elternteile zu Hause zu versorgen.
Ich sitze nun also im Zug und bereite mich gerade innerlich auf die Rolle der bösen, unfähigen, faulen, wie auch immer Schwiegertochter vor, die auf externe Hilfe beharren wird. Puh, wird hart werden, die Rolle liegt mir nun auch nicht so gut. Parallel dazu steht bei mir die Geburt des nächsten Enkelkinds unmittelbar bevor, kann jeden Tag soweit sein. Und zwischen den beiden Schauplätzen mehrere hundert Kilometer Distanz. Es ist wohl Gesetz, dass immer alles zusammen kommen muss.
Und arbeiten müsste ich eigentlich auch noch ein paar Monate, bevor meine Rentenzeit beginnt. Habe jetzt erstmal Urlaub genommen und werde wohl die 10 Pflegetage in Anspruch nehmen, die man bekommen kann. Ich hoffe, die Zeit wird reichen, um die nötigen Änderungen im Umfeld der Schwiegereltern anzuleiern.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Und warum zum Teufel mußt Du das sein? Aus Schutz für Deinen Mann? Der das selbst nicht auf die Kante bekommen wird, eine Situation zu schaffen, die organisatorisch handhabbar ist? Denn eigentlich ist das SEIN Job, jetzt dafür zu sorgen, daß hier Sinnvolles geschieht.
Und - ein Pflegestützpunkt hilft ungemein, Dinge zu organisieren! Im Zweifel bei der Krankenkasse auf der Website schauen, oder einfach „Ort Pflegestützpnkt“ googlen.
Wenn deine SchwieMu schwer Krank ist - wieso ist sie dann nicht im Krankenhaus?
Aber egal wie - ich wünsche Dir Nerven wie Drahtseile!!
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Ich bin das, weil in einer Partnerschaft oft Stärken und Schwächen häufiger auf zwei Schulterpaaren unterschiedlich verteilt sind. Und ich im Familiengefüge meine Rolle noch viel freier definieren kann, ohne auch noch Altlasten abtragen zu müssen. Ich bin es vielleicht einfach, weil ich es kann.
Adressen von Plegestützpunkten, Beratungsstellen und Einrichtungen für Verhinderungspflege vor Ort habe mich mir schon rausgesucht. Für mich sind alle möglichen Szenarien denkbar.
Die Schwiegermutter ist noch im Krankenhaus und genau die Zeit muss jetzt genutzt werden. Der Umgang mit ihrem hoch-emotionalen Widerstand wäre deutlich anstrengender. Mein Schwiegervater ist viel einsichtsfähiger, hat aber natürlich auch Ängste und einen Widerwillen gegen Veränderungen.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Wenn die Schwiegermutter noch im Krankenhaus ist, dann nutzt die Gelegenheit in aller Ruhe mit dem Vater zu sprechen. Versucht ihn - gerade vor der Situation mit neuem Urenkel und dass dein Mann und du noch arbeitet davon zu überzeugen jetzt probehalber in Kurzzeitpflege in ein Heim zu gehen (in der Hoffnung, dass ihr kurzfristig in einem guten Heim etwas bekommt und seht wie das für ihn dort ist.
Ich habe die praktische Erfahrung im Freundeskreis gemacht, dass gerade Männer sich dort schnell wohler fühlen als vorher zu hause - auch wenn sie sich das vorher nicht vorstellen konnten.
Schafft im Rahmen der Möglichkeiten und mit Zustimmung des Vaters jetzt Tatsachen. Sei es mit Heim, sei es mit Putzfrau, externen Pflege, was auch immer.
Zitat von Lea58 im Beitrag #103 Ich sitze nun also im Zug und bereite mich gerade innerlich auf die Rolle der bösen, unfähigen, faulen, wie auch immer Schwiegertochter vor, die auf externe Hilfe beharren wird.
Lea, könntest Du Dir vorstellen, jemanden von einer Beratungsstelle dabei zu haben, wenn Du mit den Schwiegereltern sprichst?
Das könnte die Rolle der *bösen Schwiegertochter* etwas entzerren.
Zitat von Lea58 im Beitrag #105Die Schwiegermutter ist noch im Krankenhaus und genau die Zeit muss jetzt genutzt werden. Der Umgang mit ihrem hoch-emotionalen Widerstand wäre deutlich anstrengender.
Es ist gut denkbar, dass dies nun eine Zäsur ist und sie viel zugänglicher ist als erwartet. Rechne damit. Das kann ein gutes und ein schlechtes Zeichen sein. Manche alten Leute werden von ihrem Starrsinn aufrechterhalten - ist der weg, geht auch der Lebenswille.
Der Vater muss versorgt werden. Wenn das mit einem mobilen Pflegedienst nicht klappt, weil zu betreuungsintensiv und ihr das nicht stemmen wollt/könnt, dann wäre die nächste logische Konsequenz ein Kurzzeitpflegeplatz. Damit wäre dann der Vater fürs Erste versorgt. Wie das mit der Mutter weitergeht, ob auch sie in eine Pflegestufe rutscht und künftig Unterstützung braucht, wird sich zeigen. Man kann nicht alles planen, sondern muss die Entwicklung ansehen und zeitnah handeln.
Ich hatte auch die Situation, wo beide Eltern gleichzeitig im Krankenhaus waren. Mein Vater, der Fittere von beiden, der sonst den Alltag meisterte, war akut erkrankt und im Krankenhaus, die Mutter sollte nach OP und Reha nach Hause kommen, könnte aber nicht allein zuhause bleiben.
Ich hätte natürlich für meinen Vater einspringen können, zumal ich im selben Ort wohnte. Dafür hätte ich aber bei meinen Eltern übernachten müssen. Um es ganz klar zu sagen, ich wollte nicht. Mir war nämlich klar, wenn sich die Lösung einmal etabliert, werde ich die nie mehr los. Und mit Eltern, die zunehmend gebrechlich werden, wäre das „Einspringen“ wohl zum Dauerzustand geworden.
Ich habe dann für meine Mutter einen Kurzzeitpflege gefunden. Überraschenderweise hat sich mein Vater extrem schnell erholt und kam wieder nach Hause. Dort hat er dann „Terror“ gemacht, ich solle meine Mutter sofort aus dem Heim holen. Eine sehr überraschende Wendung, denn bisher hat er sich während der Abwesenheit meiner Mutter (Krankenhaus) immer bestens erholt und allein sehr wohl gefühlt. Als er dann drohte, meine Mutter mit seinem Nachbarn und einem Taxi aus dem Pflegeheim zu holen, habe ich die Kurzzeitpflege abgebrochen, was mir den Zorn des Pflegeheims zuzogen hat. Dort solle ich mich nicht mehr blicken lassen, wurde mir gedeutet, viel Aufwand für nichts. Konnte ich zwar verstehen, aber leider nicht ändern.
Langer Rede kurzer Sinn. Meine Eltern haben dann noch knapp zwei gemeinsame Jahre in der Wohnung zusammengelebt (zunehmend mühsam), bis dann abwechseln der Rettungsdienst mal den einen, mal den anderen vom Boden aufgesammelt hat. Dann habe ich beide gleichzeitig von einem Heim überzeugen können.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Zitat von promethea71 im Beitrag #106Wenn die Schwiegermutter noch im Krankenhaus ist, dann nutzt die Gelegenheit in aller Ruhe mit dem Vater zu sprechen. Versucht ihn - gerade vor der Situation mit neuem Urenkel und dass dein Mann und du noch arbeitet davon zu überzeugen jetzt probehalber in Kurzzeitpflege in ein Heim zu gehen (in der Hoffnung, dass ihr kurzfristig in einem guten Heim etwas bekommt und seht wie das für ihn dort ist.
Ich habe die praktische Erfahrung im Freundeskreis gemacht, dass gerade Männer sich dort schnell wohler fühlen als vorher zu hause - auch wenn sie sich das vorher nicht vorstellen konnten.
Schafft im Rahmen der Möglichkeiten und mit Zustimmung des Vaters jetzt Tatsachen. Sei es mit Heim, sei es mit Putzfrau, externen Pflege, was auch immer.
Dem schliesse ich mich an. Lea, leier alles an, aber mach auch klar dass da mehr von ausen dazu kommen muss. Ihr zwei schafft das nicht alleine. Das müsst ihr auch nicht.
Ich melde mich hier mal wieder, auch zur eigenen Bestätigung, dass der erste Schritt vollbracht ist.
Heute haben wir meinen Schwiegervater erstmal als Verhinderungspflege ins Pflegeheim gebracht. Morgen wird die Schwiegermutter aus dem Krankenhaus entlassen, aber dann werde ich schon auf dem Weg nach Hause sein. Die Versorgung und Pflege des Vaters war relativ einfach, er war sehr kooperativ und hat sich bemüht, es uns, den Kindern, möglichst einfach zu machen. Mein Mann bleibt vor Ort, bis seine Mutter wieder für sich selbst sorgen kann. Er wird da den schwierigeren anstrengenderen Part allein übernehmen müssen. Das kann alles in allem ein Vierteljahr dauern. Währenddessen wird sich entscheiden, wie die Pflege des Vaters zukünftig gestaltet wird.
Es war echt schwer, so ein ängstliches, aufgeregtes Häufchen Elend "abzugeben". Der Vater hat die letzten Tage so oft bitterlich geweint, aber er hat sich nicht gesperrt, alles unterschrieben usw. Erstmal will er von dem ganzen Heimbetrieb nix wissen, hat gleich gesagt, dass er sein Zimmer nicht verlassen will, allein auf dem Zimmer essen, nicht über Aktivitäten des Heims informiert werden will etc. Aber ich denke, das ist zu Beginn sehr oft so und das Pflegepersonal kann damit umgehen. Das Heim selbst, in dem wir den Platz gefunden haben, war ihm sympathisch, leider ist die Lage des Zimmers im Haus nicht schön. Erdgeschoss mit einer Bushaltestelle vorm Fenster, aber die besser gelegenen Zimmer sind den Dauer-Bewohnern vorbehalten. Jetzt muss mein Mann das richtige Maß zwischen familiärer Anbindung und (notgedrungenem) sich Einlassen auf die Pflegekräfte finden, damit der Vater nicht immer sagen kann, das macht mein Sohn, wenn er kommt.
Wir werden sehen. So, jetzt noch alles für die Ankunft der Schwiegermutter herrichten, dann fahre ich nach Hause und habe mein eigenes Leben wieder.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Ich drücke dir die Daumen, dass der Schwiegervater sich gut einlebt und mein Respekt, für das was du die letzten Wochen emotional und auch sonst geleistet hast, das wir sicher schwer.
Lea, das habt ihr toll hingekriegt. Ich hoffe, dass die Schwiegermutter bald auf die Beine kommt und dein Mann dann auch entlastet wird. Dem Schwiegervater wünsche ich alles Gute und dass er sich mit seinem neuen Umfeld gut arangieren kann. Er tut mir sehr leid. Es muss schlimm sein, wenn ein Leben der Selbständigkeit, und sei es nur dank der Ehefrau, zu Ende geht. Alt werden ist wirklich nichts für Feiglinge.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Danke für eure bestätigenden Worte. Gestern, bei meiner Abreise, gab es dann noch einen Dammbruch bei meinem Mann als Folge der Anspannung und Belastungen während der letzten Tage, Wochen, Monate und ich musste mich von meinem weinenden Mann verabschieden.
Bei normalem Lebensverlauf kommt irgendwann im Leben jeder an den Punkt, sich von den Eltern, wie man sie kannte, und dann endgültig, verabschieden zu müssen. Das Wissen darum macht es für den Einzelnen aber auch nicht leichter.
Mein Lichtblick: Neues Enkelkind ist ohne Komplikationen und gesund und munter auf die Welt gekommen und ich habe nichts verpasst. (Mein Mann hat keine Kinder, damit natürlich auch keine direkten Enkel, daher ist das Ereignis für ihn nicht genauso tröstlich und freudig wie für mich.)
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Gut, dass es mit Schwiegervater erstmal so zu regeln war. Auch wenn das Äußere weitgehend für ihn in Ordnung ist, es ist bestimmt auch eine große Umstellung.
Und wie es mit Schwiegermutter weitergeht, vielleicht stimmt sie das ganze Geschehen auch noch etwas milder und empfänglicher für deinen Mann.
Vor so einer plötzlich notwendigen Aktion graust es mir . Bei meinen Eltern müssen wir wohl warten bis dann eine akute Situation entsteht :(
Menschen können nicht irgendein Leben führen, sondern nur ihr eigenes. Remo Largo
Zitat von Lea58 im Beitrag #114Mein Lichtblick: Neues Enkelkind ist ohne Komplikationen und gesund und munter auf die Welt gekommen und ich habe nichts verpasst.
Das freut mich für dich. Herzlichen Glückwunsch!
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Ich bin gerade bei meinen Eltern (89 und 91) und wohne 2 Häuser weiter, sie haben eine barrierefreie ETW. Nachdem ich mir jahrelang schon den Mund fusselig geredet habe und angeboten habe, Hilfe im Haushalt zu organisieren, haben sie letzte Woche gefragt, ob ich mal jemand zum Fenster putzen organisieren kann. Ich war ganz erleichtet, dass sie da mal externe Hilfe in Anspruch nehmen. Sie können es nicht meh mein Vater hat sich neulich 2 Rippen gebrochen und ich habe einen Schlüsselbeinbruch.
Also bin ich gestern und vorgestern mit einer Freundin von mir zu den Eltern, die Freundin kennen sie seit 48 Jahren. Meine Freundin hat das, sie ist selbst im Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen angestellt, sehr nett gemacht und die Fenster samt Rahmen sind wieder piccobello. Ich habe derweil Toilette, Fliesen und Küchenablageflächen geschrubbt. Es war wirklich dringendst notwendig, die Oldies halten zwar die Wohnung in Schuss, aber sie haben einfach keine Kraft für richtigen Dreck.
Jetzt musste ich mir doch glatt anhören, dass meine Freundin aber lange zum Putzen gebraucht hat und dass ich in der Küche alles durcheinander gebracht habe . . ich hatte die Ablagen halt freigeschaufelt. Mutti hat jetzt alles wieder vollgestellt . .
Zitat von luciernago im Beitrag #117Jetzt musste ich mir doch glatt anhören, dass meine Freundin aber lange zum Putzen gebraucht hat und dass ich in der Küche alles durcheinander gebracht habe . . ich hatte die Ablagen halt freigeschaufelt. Mutti hat jetzt alles wieder vollgestellt . .
man bracht schon robuste Nerven.
Ja, das kenne ich. Bis ich soweit war, dass meine Eltern eine Putzhilfe akzeptiert haben, das war schon ein Kampf. Und dann wurde die Wohnung vorgeputzt, damit es ja nicht dreckig ist, wenn die Putzhilfe kommt! . Ziemlich viele Monate hat die Putzhilfe nicht viel mehr gemacht als die Gläservitrine der Eltern auf Hochglanz zu polieren und die paar Fenster zu putzen. Später, als dann beide am Rollator gingen, waren sie sehr froh, dass schon alles eingespielt war und waren sehr froh über die Hilfe.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
An Bad und Küche (außer Böden) wollte meine Schwiegermutter niemanden lassen. Weil sie das selbst macht und an diesen intimen Bereich keinen rauslassen wollte. War nur leider nicht so sauber, wie sie dachte - sie sieht so schlecht, dass sie den Schmutz nicht mehr gesehen hat. Also hat die Putzfrau zugesehen, dass sie anfangs diese Sache husch-husch macht, wenn meine Schwiegermutter es nicht mitbekommen hat, und als genug Vertrauen da war, dass sie einkaufen gegangen ist, während die Putzhilfe da war, konnte die es dann ordentlich machen.
Vermutlich denkt sie immer noch, dass sie selbst es ist, die ihr Bad blitzblank hält...
Zitat von luciernago im Beitrag #117... Jetzt musste ich mir doch glatt anhören, dass meine Freundin aber lange zum Putzen gebraucht hat und dass ich in der Küche alles durcheinander gebracht habe . . ich hatte die Ablagen halt freigeschaufelt. Mutti hat jetzt alles wieder vollgestellt . .
man bracht schon robuste Nerven.
Schönen Tag allseits! luci
Ja, robuste Nerven, gibt´s die irgendwo nachzukaufen?
Meine Eltern haben eine neue Putzfrau, nachdem die vorige sich erlaubt hat mit 70 in Rente zu gehen. Einen Vormittag war ich mal gleichzeitig mit der neuen da und ich hatte die Eltern schon darauf vorbereitet, dass das Küchen-Innenleben dran ist. Ich habe die Schränke ausgeräumt, jeden Schrank in einen Wäschekorb und zusammen mit meinen Eltern ausgemistet. Ein K(r)ampf, kann ich Euch sagen. Um jedes Butterbrotpapier, Etiketten, die schon vom Trägerpapier fielen, wurde ein Bohei gemacht. Sogar diese rotweiß karierten Stofffetzen von Marmeladengläsern wurden aufbewahrt. Es ist einfach zu spät für eine "Umerziehung".
Dass meine Mutter das Haus verlassen würde während jemand Fremdes dort putzt, ist undenkbar.
Ich hatte mal den Hausnotruf angeregt, ebenfalls keine Chance. Dass das DRK oder sonstwer einen Schlüssel vom Haus bekommt, ist nicht machbar.
Ich suche mir jetzt vor allem eine SHG für Demenz-Angehörige, wer gute Adressen hat: immer her damit! Danke.
Tja, vieles hört sich sehr bekannt an und wird im Detail dann doch wieder ganz anders sein.
Mein Mann ist jetzt wieder zu Hause, er wurde gewissermaßen entlassen. Und die Schwiegermutter meint, sie hätte jetzt, wo er weg ist, viel weniger Arbeit. Die Wahrnehmnung kann schon sehr unterschiedlich sein.
Vor Ort läuft nun wohl wieder alles mehr oder weniger wie vorher auch. Man wird sehen, wie lange ohne Zwischenfälle. Mein Mann wird jetzt beim Papierkram regelmäßig einbezogen, das ist ganz gut, weil er damit auch etwas mehr Einblick bekommt.
Möglicherweise hat sich die Essensversorgung etwas vereinfacht und damit auch das Einkaufen. Mein Mann hatte einen Versuch mit TK-Essen von den Maltesern angeleiert, das ganz gut ankam. Mal schauen, ob weiterhin nachbestellt wird. Und die Schwiegermutter hat zufällig die Putzfrau getroffen, die schon einmal bei ihr war, mit der sie aber nicht zufrieden war (hat zuviel gesaugt und zwischendurch auf ihr Handy geschaut). Sie wurde jetzt noch einmal engagiert. Es gab wieder Mäkeleien, aber sie soll wohl trotzdem wiederkommen, Schwiegermutter schafft es einfach nicht allein.
Also vielleicht doch kleine Schritte zur Entlastung.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Zitat von Tigerente im Beitrag #119JVermutlich denkt sie immer noch, dass sie selbst es ist, die ihr Bad blitzblank hält...
Danke für den Lacher!
Ich war heute nachmittag segeln und dann sassen wir im Yachtclub zusammen . . den anderen in meinem Alter geht es genauso mit ihren "Oldies". Ich muss das wirklich mit Humor nehmen.
Zitat von Utetiki im Beitrag #120Ein K(r)ampf, kann ich Euch sagen. Um jedes Butterbrotpapier, Etiketten, die schon vom Trägerpapier fielen, wurde ein Bohei gemacht. Sogar diese rotweiß karierten Stofffetzen von Marmeladengläsern wurden aufbewahrt. Es ist einfach zu spät für eine "Umerziehung".
*kicher*
Da ist wohl was dran. Ich glaube, du kannst dir die 50 Jahre alte ALNO-Küche meiner Eltern wirklich vorstellen. Ich bin seit Jahren dauernd am Umleimer rumbügeln obwohl wirklich genügend Geld da wäre für eine anständige Küche.
Wir sollten eine Selbsthilfegruppe gründen . . wir können das nur mit Milde und Hunor wuppen.
Utetiki, ich musste grinsen bei deiner Beschreibung der Küchenaktion, obwohl es für dich sicher nicht lustig war. Kommt mir alles seehr bekannt vor.
Luci, die Küche meiner Eltern ist jetzt 53 Jahre alt. Anno 1969 beim Hausbau erworben, Siematic sonnengelb (weiß ich heute noch, den Namen). Die hat sich ganz gut gehalten, obwohl sie schon einmal umziehen musste. Aber hin und wieder lasse ich durch Hitzeeinwirkung verbeulte Plastiklöffel oder eine völlig zerkratzte Pfanne verschwinden.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
************************************ Moderatorin in der Pandemie und Politik, bei der Nachhaltigkeit, beim Sozialen Engagement und den Festen, bei Klatsch & Tratsch, im Persönlichkeits-, Erziehungs-, Baby-, Familien- und Trauerforum, im Glücklicher leben, bei den Angehörigen, in der allg. Gesundheit, der Kindergesundheit und bei den Krebserkrankungen, in den Krisenbeziehungen, bei den Hobbies, der Photographie und bei den besonderen Ernährungsformen.
Mein Schwiegervater hat sich nicht auf das Heim eingelassen, mit einem der Pfleger hat er wohl hin und wieder mal Gespräche geführt, sonst jeden Kontakt auf das Nötigste beschränkt und sein Zimmer nicht verlassen. Er war nur vier Wochen dort, die Verlängerungsoption von weiteren vier Wochen als Verhinderungspflege wurde nicht wahrgenommen.
Mein Mann ist eingeknickt (?) und hat seinen Vater auch bereits während der vier Wochen im Heim immer häufiger für ein paar Stunden nach Hause geholt. Und im Anschluss hat er halt doch sowohl seinen Vater als auch seine eingeschränkt mobile Mutter (der es aber dann doch schon recht gut ging) allein zu Hause betreut.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort