Die Schwiegereltern sind mir emotional nicht nah. Meine Schwiegermutter habe ich in den 14 Jahren, die ich meinen Mann kenne, dreimal persönllich getroffen, den Schwiegervater viermal, dann allerdings immer für mehrere Tage. Daher ist mein Mitgefühl eher allgemeiner Natur, wie man halt mit Menschen mitfühlt, die in einer schwierigen oder traurigen Situation sind. Und das, was mein Mann jetzt erlebt, habe ich halt irgendwie auch schon durch. Das ist ein bisschen so, als wenn einem jemand von seinem Liebeskummer erzählt oder Mütter mit jüngeren Kindern von ihren Problemen berichten und man das selbst erlebt hat und weiß, schwierige Phase, aber geht vorbei. Man ist irgendwie abgeklärter. Ich sehe auf die Situation schon sehr rational und distanziert.
Meinem Mann biete ich mich als Gesprächspartnerin an, ich versuche ihn manchmal aufzuheitern und aus seiner teilweise depressiven Verstimmung mit totalem Rückzug rauszuholen. Merkwürdigerweise komme ich oft in die Rolle der Verteidigerin seiner Mutter. Ich kenne ja mittlerweile ihren Hintergrund und ihre Lebensgeschichte ganz gut und versuche oft zu vermitteln, warum sie, aus meiner Sicht, mit ihrem eigenen Erfahrungsschatz und in ihrer Lebenswelt im Moment nicht anders handeln kann und warum sie, vielleicht, auf Verhaltensweisen meines Mannes so heftig reagiert.
Mir fällt dazu gerade auf, dass ich die Rolle einer Verteidigerin von Abwesenenden oft einnehme, wenn mir jemand von Problemen mit anderen Menschen berichtet. Irgendwie versuche ich dann häufig Verständnis für das Handeln des Dritten herzustellen und stimme nicht einfach in die Beschwerdehaltung meines Gesprächspartners ein.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
depressive Verstimmung mit totalem Rückzug klingt gar nicht gut. In dem Fall würde ich dann doch zu mehr Abgrenzung raten. Auf unangemessenes Verhalten deiner SchwieMu deinem Mann gegenüber würde ich in dem Fall deinem Mann ggü so reagieren dass ich ihm versuchen würde zu vermitteln ihr Verhalten nicht persönlich zu nehmen, denn mMn verhalten sich derartige Charaktere öfter so wie du es beschreibst, auch wenn man ein Engel mit 100 Heiligenscheinen wäre. Die SchwieMu zu verteidigen halte ich daher eher für kontraproduktiv. Wenn sich die Schwiegermutter bzw Schwiegereltern schon immer deinem Mann ggü derart verhalten haben ist es möglich, dass er in eine Art Abhängigkeit geraten ist, also solche "Kinder" versuchen mitunter ihr Leben lang durch besonders Lobenswertes, Gefälligkeiten und Duldsamkeit die Liebe und Anerkennung zu erhalten die sie als Kind und überhaupt vermisst haben.
Alles wird gut Die Menschen sind schlecht und die Welt ist am Ar*** Aber alles wird gut Das System ist defekt, die Gesellschaft versagt Aber alles wird gut (KUMMER - Der letzte Song)
Zitat von Candalita im Beitrag #52... Wenn sich die Schwiegermutter bzw Schwiegereltern schon immer deinem Mann ggü derart verhalten haben ist es möglich, dass er in eine Art Abhängigkeit geraten ist, also solche "Kinder" versuchen mitunter ihr Leben lang durch besonders Lobenswertes, Gefälligkeiten und Duldsamkeit die Liebe und Anerkennung zu erhalten die sie als Kind und überhaupt vermisst haben.
@lea58, lass dich zuerst mal drücken, das was du schreibst kenne ich aus der Position deines Mannes. Und das kann extrem belastend sein. Man hat nicht loslassen können, beiderseits nicht. Allerdings wird mir daheim alles zugetraut, ich mach das schon richtig. ;-). Ich bekomme dann immer zu hören, kannst du nicht öfter kommen, mit dir ist alles leichter.
-------------------------------------- „Die Toleranz wird ein solches Niveau erreichen, dass intelligenten Menschen das denken verboten wird, um Idioten nicht zu beleidigen." Fjodor M. Dostojewski
Es gab neue Entwicklungen, wenn auch eher keine guten, und ich komme nochmal hierher zu euch zurück.
Mein Schwiegervater ist zwischenzeitlich ins Krankenhaus gekommen, weil sich sein Zustand sehr verschlechtert hatte. Er konnte nicht mehr aufstehen und die Schwiegermutter ihn nicht mehr aus dem Bett holen. Es gab jetzt noch einen weiteren (ernsten) Befund, aber ich vermute, das wird nicht mehr behandelt. Der Schwiegervater soll in den allernächsten Tagen wieder nach Hause entlassen werden. Mein Mann ist seit der Einweisung ins Krankenhaus wieder vor Ort.
Es gab mehrere Gespräche mit Ärzten, an denen mein Mann wegen der Corona-Situation nicht teilnehmen konnte. Es darf nur ein Besucher auf die Station, also wird der Mutter der Vortritt gelassen. Für ein direktes Arzt-Gespräch bräuchte mein Mann eine Vollmacht vom Vater oder der Vater müsste dabei sein, aber da ist jetzt kein Rankommen. Daher bekommt mein Mann alle Informationen nur gefiltert von der Mutter. Über das erweiterte Krankheitsbild hat er eine ungefähre Vorstellung.
Was mein Mann noch erfahren hat: Der Mutter wurde von den Ärzten (Chefarzt!, wichtig für sie) geraten, sich von einer Pflegehilfe unterstützen zu lassen. Außerdem wurde der schlechte Ernährungszustand thematisiert. Mein Schwiegervater ist sehr abgemagert und hat Mangelerscheinungen. Er hat große Probleme mit dem Kauen und Schlucken. Die Schwierigkeiten beim Essen bestehen schon länger, aber es wurde kaum etwas an der Aufbereitung und Auswahl an Speisen geändert, obwohl mein Mann mehrmals und auch ich während meines letzten Besuchs im Sommer es thematisiert hatten.
Ein Pflegebett für zu Hause wurde jetzt besorgt, das erleichtert vielleicht schon einiges. Die Fragen meines Mannes, ob er es übernehmen soll, sich um eine Pflegehilfe und Beratung/Unterstützung bezüglich der Ernährung zu kümmern, führten jetzt aber wieder zur Eskalation. Die Mutter lehnt es schlichtweg ab, jemanden ins Haus und an den Vater heranzulassen. Sanfte Überredung, es doch einfach mal auszuprobieren und die eigenen Vorteile zu sehen, hartnäckiges Dranbleiben, deutliche Worte - nichts fruchtet. Es artet jedes Mal in einen Riesenstreit und teilweise Gewalttätigkeit aus. Bei der Mutter kommt immer nur an, dass man ihre Kompetenz anzweifelt. "Was macht ein Pflegedienst schon anderes als das, was ich die ganze Zeit gemacht habe", "dann muss ich meinen ganzen Tag immer nach dem Pflegedienst ausrichten", "mit Freizeit während einer Fremdbetreuung kann ich in der Corona-Situation sowieso nichts anfangen", "als ob ich nicht kochen könnte", "ich habe schon die Mütter gepflegt" usw. Eine undurchdringlich scheinende Mauer.
Warum der Widerstand dermaßen groß ist, wo hier Ängste vorhanden sind, kann mein Mann nicht nachvollziehen. Ich vermute aber mal, es ist ein gar nicht mal so seltenes Verhalten.
Mein Mann wird nach der Rückkehr des Vater nach Hause noch etwas dort bleiben und beobachten. Ich habe ihm geraten, sich aber nicht in die alltägliche Pflege einbeziehen zu lassen, damit spürbar wird, dass es eben eigentlich ohne Unterstützung nicht geht. Ob das funktioniert, weiß ich nicht, denn es wird natürlich schwierig, da zu sein, nicht zu helfen und dazu dann Kritik wegen der Nicht-Unterstützung auszuhalten.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Das sind ja genau unsere Sorgen: Versäuminsse, eine Vernachlässigung trotz aufopfernd wirkender Pflege. Diese Sorge und natürlich auch die Liebe meines Mannes zu seinen Eltern und meine zu meinem Mann lässt uns überhaupt dran bleiben.
Nach dem Krankenhausaufenthalt sehe ich es aber als sehr schwierig an, dass von seiten meines Mannes Interventionen Sinn hätten. Im Krankhaus wurde der Zustand des Vaters gesehen. Der Vater selbst ist absolut entscheidungsfähig, keine kognitiven Einschränkungen, nur seine Sprachfähigkeit ist stark eingeschränkt. Der Vater ist damit einverstanden, nach Hause entlassen zu werden. Was bleibt einem da noch an Mitteln?
Wir hatten gehofft, dass sich eine geriatrische Reha anschließt, in der ja auch Pflege durch Dritte und Beratungsangebote stattfinden würden. Man würde auch nochmal etwas Zeit und Abstand gewinnen. Aber das wird wohl nicht passieren. Ob eine Reha abgelehnt wurde oder gar nicht angeboten, wissen wir aber nicht. "Reha"s haben meine Schwiegereltern in der Vergangenheit aber eigentlich gemacht.
Was wir auch nicht so genau einschätzen können, ist, ob der Vater zum Sterben entlassen wird. Mein Mann hofft, die Arztberichte nach der Entlassung aus dem Krankenhaus mal zum Lesen zu bekommen.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Lea, hier ist für meinen Geschmack zuviel Sorge, Rumhirnen und Hoffen im Spiel. Angesichts der beschriebenen Zustände muss Dein Mann mal ins Handeln bekommen - oder sich ein für allemal rausziehen, so ist das doch nur Rumeierei.
Ich bin da kein Experte, aber meiner Meinung nach besteht die Möglichkeit, ein Betreuungsverfahren beim Amt anzustoßen. Wenn schon eine Unterernährung festgestellt wurde, dürfte da auch ein Gericht Handlungsbedarf sehen.
Zitat von Lea58 im Beitrag #56 Was wir auch nicht so genau einschätzen können, ist, ob der Vater zum Sterben entlassen wird. Mein Mann hofft, die Arztberichte nach der Entlassung aus dem Krankenhaus mal zum Lesen zu bekommen.
Das klingt wirklich schlimm. Und es zeigt die Hilflosigkeit deines Mannes gegenüber den gesetzlichen Regelungen. Wenn es keine Patientenverfügung gibt und der Vater sich selbst nicht äußert/äußern kann, dann bestimmt also allein die Ehefrau über den Ehemann?
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Zitat von Lea58 im Beitrag #54Die Fragen meines Mannes, ob er es übernehmen soll, sich um eine Pflegehilfe und Beratung/Unterstützung bezüglich der Ernährung zu kümmern, führten jetzt aber wieder zur Eskalation. Die Mutter lehnt es schlichtweg ab, jemanden ins Haus und an den Vater heranzulassen. Sanfte Überredung, es doch einfach mal auszuprobieren und die eigenen Vorteile zu sehen, hartnäckiges Dranbleiben, deutliche Worte - nichts fruchtet. Es artet jedes Mal in einen Riesenstreit und teilweise Gewalttätigkeit aus.
Ich fürchte, das einzige, was jetzt noch helfen kann, ist Fakten schaffen. Vielleicht auch für deine Schwiegermutter entlastend, dann muss sie sich selbst gegenüber oder anderen (sofern ihr deren Meinung wichtig ist) nicht zugeben, es nicht mehr geschafft zu haben etc., sondern kann sagen "ich habe alles versucht, aber ich konnte nichts ändern, die Pflegerinnen waren dann einfach da". Also kein Gesichtsverlust für sie.
Ansonsten werdet Ihr wohl nur darauf warten können, bis wieder eine Wendung eintritt - dass sie zusammenbricht oder der Vater wieder ins KH muss oder so was.
@Lea - ich denke auch, so wie bisher kommt ihr nicht weiter. Die Mutter mauert, umso mehr, je mehr ihr in sie dringt. Und sie kann ja, hat das Recht - und auch gewissermassen die Logistik - auf ihrer Seite.
Sorry, wenn ich jetzt viel und bloed frage, ich versuche, mir ein genaues Bild von der Sache zu machen und denke laut nach (vielleicht auch zu deinem Nutzen, falls dir noch was auf- oder einfaellt)
Der Vater wollte nach Hause/will dort sein - hat diese Entscheidung aus freien Stuecken getroffen? Oder war die Frau dabei und er hat nur genickt? Ist er jemals 'allein zu haben' - kann dein Mann oder du oder beide mal alleine mit ihm sein und ihm Fragen stellen und er schreibt dann die Antworten (wenn er nicht sprechen kann, oder nicht besonders gut)?
Damit ihr sogar buchstaeblich schwarz auf weiss habt, was Sache ist - was er denkt, fuehlt, will?
Im Moment kann das ja alles sein von 'ich will das so' (warum auch immer - wenn er aber entscheidungsfaehig ist, ist das zu respektieren) bis 'ich hab Riesenangst vor/bei ihr, aber ich sehe keine Alternative'.
Ihr braucht jetzt mal Fakten und dann muesst ihr auch jeweils damit zurechtkommen - entweder der Vater will Sterben auf Raten zuhause (kann gut sein) oder er will raus (dann muesstet ihr euch um Vollmachten und Pflege bemuehen - was sich jetzt leichter schreibt als getan ist, dessen bin ich mir bewusst).
Zitat von Kitty_Snicket im Beitrag #60Ihr braucht jetzt mal Fakten und dann muesst ihr auch jeweils damit zurechtkommen - entweder der Vater will Sterben auf Raten zuhause (kann gut sein) oder er will raus (dann muesstet ihr euch um Vollmachten und Pflege bemuehen - was sich jetzt leichter schreibt als getan ist, dessen bin ich mir bewusst).
Ja, genau. Wenn sich herausstellt, dass man hier als Außenstehender wirklich überhaupt keine Handhabe hat oder der Vater das wirklich so will, dann muss man das wohl akzeptieren. Aber ich finde, hier sind noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, ich würde mich wenigstens mal juristisch beraten lassen.
Liebe Lea, zu der "Krankengeschichte deines Schwiegervaters": ich arbeite selbst im Krankenhaus, und ich bin mir sicher, dass wenn dein Mann im Chefarzt-Büro anruft, dass er dann einen telefonischen Gesprächstermin bekommt - wenn er die Situation so schildert wie sie ist. Dann wisst ihr wenigstens woran ihr gesundheitlich seid...
Mit dem Vater allein reden, kann mein Mann erst, wenn er wieder zu Hause ist. In die Krankenstation kommt er ja nicht rein.
Die medizinischen Fakten kennen wir sehr wahrscheinlich genau genug. Die Grunderkrankung ist schon lange bekannt und der weitere aktuelle Befund auch ohne die ganz genauen Details verständlich. Es ist klar, dass es eine Frage von Zeit ist. Mit dem Arztbericht lässt sich dann vielleicht etwas genauer abschätzen, ob es sich eher um Tage, Wochen, Monate oder Jahre handeln kann. Vorhersehbar ist, dass irgendwann eine palliative Versorgung erforderlich sein wird, es sei denn, es geht jetzt sehr schnell zu Ende.
Die Entscheidung hat der Vater sicher selbstständig getroffen. Es ist auch davon auszugehen, dass er in dem Krankenhaus eine sehr bevorzugte Behandlung genießt und man sich Zeit nimmt, damit er sich artikulieren kann. Auch wenn das Ausscheiden aus dem Berufsleben schon länger zurückliegt, ist doch noch bekannt, dass er dort mal eine leitende Position innehatte. Der Vater ist zwar kein Arzt, hat aber über eine Ausbildung und die Tätigkeit im Krankenhaus ein weitergehendes Grundverständnis zu medizinischen Zusammenhängen und beschäftigt sich interessehalber auch weiterhin mit dem Gesundheitssystem.
Das mit dem Faktenschaffen ist in der Umsetzung aber schon deutlich schwieriger. Soll mein Mann privat einen Pflegedienst beauftragen und bezahlen, dessen Mitarbeiter/innen dann nicht ins Haus gelassen werden? Einen Platz in einem Pflegeheim besorgen, der dann nicht angenommen wird? Er kann dem Vater mal anderes Essen hinbringen, aber eben auch nur dann, wenn er vor Ort ist. Sein Vater ist aber auch ein mäkliger Esser, was es nicht leichter macht.
Ich muss es leider so sagen, die Schwiegermutter ist beratungsresistent. Sie zweifelt auch nach Jahren häufig noch an der diagnostizieren Grunderkrankung, wobei die Entwicklung/Verschlechterung hier absolut regelgemäß verläuft. Sie erklärt manchmal, dass die Krankheit nach einer Grippeschutzimpfung aufgetreten wäre. (Aber aktuelle Impfgegnerin ist sie nicht!)
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Zitat von FakeFur im Beitrag #57Lea, hier ist für meinen Geschmack zuviel Sorge, Rumhirnen und Hoffen im Spiel. Angesichts der beschriebenen Zustände muss Dein Mann mal ins Handeln bekommen - oder sich ein für allemal rausziehen, so ist das doch nur Rumeierei.
Ich bin da kein Experte, aber meiner Meinung nach besteht die Möglichkeit, ein Betreuungsverfahren beim Amt anzustoßen. Wenn schon eine Unterernährung festgestellt wurde, dürfte da auch ein Gericht Handlungsbedarf sehen.
Das sehe ich auch so.
Ist ja schön, dass die Dame glaubt, alles unter Kontrolle zu haben. Aber als Pflegerin ihres Ehemannes trägt sie eine Verantwortung. Die Einschätzung, ob sie dieser Verantwortung noch nachkommen kann, kann nicht ausschließlich in ihrem Ermessen liegen.
Auch ich fände es gut, wenn sich Dein Mann juristisch beraten ließe, welche Möglichkeiten und Handlungsoptionen er hat.
Und dann bei den Punkten, in denen er eine Handhabe hat, handeln. Aus den Aspekten, die außerhalb seines Einflussbereichs liegen, rausziehen - praktisch und emotional. Die Dinge, die in der Verantwortung beider Eltern liegen, sollte er bei diesen belassen, mitsamt ihren Konsequenzen. Sonst reibt er sich nur auf.
Es ist wirklich wichtig, beides auseinanderzuhalten.
Zitat von Lea58 im Beitrag #63Das mit dem Faktenschaffen ist in der Umsetzung aber schon deutlich schwieriger. Soll mein Mann privat einen Pflegedienst beauftragen und bezahlen, dessen Mitarbeiter/innen dann nicht ins Haus gelassen werden? Einen Platz in einem Pflegeheim besorgen, der dann nicht angenommen wird? Er kann dem Vater mal anderes Essen hinbringen, aber eben auch nur dann, wenn er vor Ort ist. Sein Vater ist aber auch ein mäkliger Esser, was es nicht leichter macht.
Hab ich doch schon geschrieben, Dein Mann sollte klären, ob hier vielleicht doch ein Betreuer vonnöten ist. Kann er sich ja direkt überlegen, ob er sich vorstellen kann, das auch selbst zu übernehmen.
Das Ernährungsproblem ist vermutlich das, was am einfachsten zu lösen ist, da gibt es doch so hochkalorische Drinks.
Zitat von Lissy im Beitrag #62Liebe Lea, zu der "Krankengeschichte deines Schwiegervaters": ich arbeite selbst im Krankenhaus, und ich bin mir sicher, dass wenn dein Mann im Chefarzt-Büro anruft, dass er dann einen telefonischen Gesprächstermin bekommt - wenn er die Situation so schildert wie sie ist. Dann wisst ihr wenigstens woran ihr gesundheitlich seid...
Wie meinst du das? Lea schreibt doch, fuer ein Gespraech braucht der Mann die Vollmacht vom Vater oder dessen Anwesenheit?
Zitat von Lissy im Beitrag #62Liebe Lea, zu der "Krankengeschichte deines Schwiegervaters": ich arbeite selbst im Krankenhaus, und ich bin mir sicher, dass wenn dein Mann im Chefarzt-Büro anruft, dass er dann einen telefonischen Gesprächstermin bekommt - wenn er die Situation so schildert wie sie ist. Dann wisst ihr wenigstens woran ihr gesundheitlich seid...
Ich bin mir ziemlich sicher, dass so etwas immer wieder funktioniert, aber korrekt ist das nunmal nicht.
Wir haben bezüglich meiner (damals) schwerkranken Schwester keine Auskünfte bekommen, weil wir nicht als Auskunftspersonen genannt waren. Das ist nicht schön, wenn man sich Sorgen macht, aber rechtlich korrekt (und woher soll der Arzt wissen, ob nicht gute Gründe dafür bestehen, dass eben diese oder eine Person keine Auskünfte bekommt?)
Bei meiner Schwiegermutter war die Lage genau so. Pflege durch den Mann, Überforderung. In der Klinik wurde das Problem erkannt und sie wurde trotzdem nach Hause entlassen. Aaaaber: Der Hausarzt hat regelmäßig bei ihr Visite gemacht und den schlechten Zustand protokolliert. Schließlich musste ein Pflegedienst engagiert werden. Daher meine Frage an dich, Lea: Wird der Schwiegervater nicht hausärztlich betreut? Dein Mann kann einen Termin bei diesem Arzt machen und das weitere Vorgehen besprechen.
——————————————————————————————————— Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht. (Jean Anouilh)
Zitat von Annilein im Beitrag #68 Wird der Schwiegervater nicht hausärztlich betreut? Dein Mann kann einen Termin bei diesem Arzt machen und das weitere Vorgehen besprechen.
„Eigentlich“ kann Leas Mann das nicht. Der Arzt unterliegt auch bei Kindern eines Patienten der Schweigepflicht, außer er wurde offiziell davon entbunden. Es hängt sehr vom Arzt ab, ob er sich darauf einläßt, oder nicht. Grundsätzlich kann Leas Mann einen Termin machen unter dem Motto „ich möchte Ihnen einige Informationen zur Situation Patient LeasSchwiegervater geben“. Damit der Arzt da ein starkes Auge drauf hat, auch der Mutter gegenüber „wachsam“ ist. Aber ein Austausch darf rechtlich gesehen nicht stattfinden.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Annilein im Beitrag #68Aaaaber: Der Hausarzt hat regelmäßig bei ihr Visite gemacht und den schlechten Zustand protokolliert. Schließlich musste ein Pflegedienst engagiert werden.
Das ist jetzt genau ein interessanter Punkt, wer hat das denn dann entschieden und durchgesetzt?
Zitat von Lea58 im Beitrag #63Das mit dem Faktenschaffen ist in der Umsetzung aber schon deutlich schwieriger. Soll mein Mann privat einen Pflegedienst beauftragen und bezahlen, dessen Mitarbeiter/innen dann nicht ins Haus gelassen werden? Einen Platz in einem Pflegeheim besorgen, der dann nicht angenommen wird?
Ja, das ist schwierig mit dem Faktenschaffen - ich wollte auch keineswegs andeuten, dass es einfach wäre.
Manchmal habe ich es erlebt, dass man sich mehr Widerstand vorstellt, als dann wirklich kommt, vor allem, wenn man gesichtswahrende Ausreden bietet. Ich würde also nicht unbedingt darauf wetten, dass die Schwiegermutter wirklich knallhart die Tür nicht aufmacht. Wenn also die Schwiegermutter viel auf ihre hausfraulichen Fähigkeiten sich zugutehält und da keine Hilfe annehmen kann, kann man es vielleicht auf der medizinischen Schiene versuchen. Hausärzte können Krankenpflegeleistungen verschreiben - da muss keine Pflegebegutachtung vorangehen. Wenn sie einen Hausarzt haben und der bei ihnen Vertrauen genießt, geht eventuell etwas darüber ("Der Doktor hat gesagt, das muss sein"). Auch wenn der Arzt wegen Schweigepflicht Euch eventuell nichts sagen darf, hindert ihn seine Schweigepflicht nicht daran, sich anzuhören, was Ihr sagt. Wenn das klappt und eine Pflegekraft erst mal im Haus ist, habt Ihr sozusagen einen Fuss in der Tür und man kann weitere Dinge "einschleichen".
Zitat von Lea58 im Beitrag #63Das mit dem Faktenschaffen ist in der Umsetzung aber schon deutlich schwieriger. Soll mein Mann privat einen Pflegedienst beauftragen und bezahlen, dessen Mitarbeiter/innen dann nicht ins Haus gelassen werden? Einen Platz in einem Pflegeheim besorgen, der dann nicht angenommen wird?
Ja, das ist schwierig mit dem Faktenschaffen - ich wollte auch keineswegs andeuten, dass es einfach wäre.
Manchmal habe ich es erlebt, dass man sich mehr Widerstand vorstellt, als dann wirklich kommt, vor allem, wenn man gesichtswahrende Ausreden bietet. Ich würde also nicht unbedingt darauf wetten, dass die Schwiegermutter wirklich knallhart die Tür nicht aufmacht. Wenn also die Schwiegermutter viel auf ihre hausfraulichen Fähigkeiten sich zugutehält und da keine Hilfe annehmen kann, kann man es vielleicht auf der medizinischen Schiene versuchen. Hausärzte können Krankenpflegeleistungen verschreiben - da muss keine Pflegebegutachtung vorangehen. Wenn sie einen Hausarzt haben und der bei ihnen Vertrauen genießt, geht eventuell etwas darüber ("Der Doktor hat gesagt, das muss sein"). Auch wenn der Arzt wegen Schweigepflicht Euch eventuell nichts sagen darf, hindert ihn seine Schweigepflicht nicht daran, sich anzuhören, was Ihr sagt. Wenn das klappt und eine Pflegekraft erst mal im Haus ist, habt Ihr sozusagen einen Fuss in der Tür und man kann weitere Dinge "einschleichen".
Das halte ich für einen guten Tipp ! Allerdings müsste der Sohn dafür mit dem Hausarzt sprechen. Dann kommt wieder die Problematik aus # 69 zum Tragen. Der Mist mit dem Datenschutz. Ich habe es selbst erlebt als es um meine Mutter ging. Die Hausärztin kannte mich nicht, ich wohne weit weg...... Sie am Telefon: " Ich kenn Sie ja gar nicht. Ich habe keine Vollmacht von Ihrer Mutter vorliegen". Ich hab mich so aufgeregt. Das hat sie aber mitgekriegt. Letztendlich hat sie aber doch noch einen Hausbesuch gemacht. Ist alles nicht so einfach. Aber ich würde es versuchen, an Stelle des Sohnes, mit dem Hausarzt zu sprechen.
Ich befürchte auch, dass es schwierig wird, etwas zu verändern. Die Idee mit regelmäßigen Hausbesuchen, wäre vielleicht ein Weg, der gehen könnte!?
Einerseits ist es ja schön, dass man die Macht des Einzelnen nicht schnell aushebeln kann, gleichzeitig ist es bei so einem Missbrauch, die reinste Tragödie.
Die Unterernährung ist sicher kein Einzelfall in dem Alter. Viele- vor allem Alleinlebende alte Menschen, sind fehlernährt- das ist leider keine Ausnahme.
Es bleibt nur, sich vielleicht nochmal genau zu informieren, welche Möglichkeiten vorliegen. Evtl auch mal vor Ort den Pflegestützpunkt anrufen, wo die Eltern leben. Vielleicht gibt es dort Angebote, die es bei euch gar nicht gibt. Vielleicht bestimmte Ärzte, die unter der Hand empfohlen werden können und die ein wenig kulanter mit der Auskunft von Daten sind.