In meinem Job würden Klienten, die ähnlich wie der Ewige Bub wirken, als "Klagende" bezeichnet werden. Die Begriff kommt aus der lösungsorientierten Kurzzeittherapie und ist keinesfalls despektierlich gemeint. Klagende Klienten suchen die Lösung ihrer Probleme bei anderen und möchten (noch nichts) an ihrer Lebenssituation ändern. Oftmals überwiegen die Vorteile der aktuellen Situation oder eine Veränderung löst noch zu viele Ängste aus. Dann muss man das erstmal so akzeptieren.
In der Bri hatte ich damals zum Mutmachen bereits von einem Freund von mir berichtet, der eigentlich schon immer (er geht auf die 60 zu) alleine ist. Er unternimmt viel, geht auf Konzerte, ins Kino, hat ein zeitintensives Hobby, Haustiere, macht Sport....nur macht er alles alleine. Er begegnet da Menschen, aber nie vertieft sich eine Beziehung. Ich bin - neben seiner Herkunftsfamilie - der einzige Mensch, mit dem er privat Kontakt hat (und auch nur, weil ich immer anrufe) und der jemals seine Wohnung betreten hat. Trotzdem kenne ich kaum einen Menschen, der so zufrieden wirkt wie er. Klar hat er sich auch schon in manchen Momenten nach einer Beziehung gesehnt (obwohl er sich meiner Meinung nach eher nach dem Mythos davon sehnt, als nach der Realität), aber er würde nie dafür aktiv werden. Und dieser Freund ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass man auch als wirklich netter, hilfsbereiter und intelligenter Mensch ohne Freunde und Beziehung bleiben kann, weil man eher zurückhaltend ist und von sich aus keine sozialen Kontakte anleiern kann. Solche Menschen werden dann schnell übersehen. Was anderen Menschen so zufällig, ohne Mühe und nebenbei gelingt - nämlich Freunde finden - passiert ihnen nie.
Und gerade solche Menschen denen das ohnehin schwer fällt sollten sich dann - komplett gegen ihre Natur - ganz besonders um Kontakte bemühen ? Kuchen für die Arbeitskollegen backen und allen erzählen wann man Geburtstag hat und sowas ?
Zitat von Chambord im Beitrag #100 .... es liegt grundlegend Zufriedenheit (mit sich selbst und den Hobbys) vor ... Wo liegt also das wirkliche Problem? Ich versteh's bis heute nicht.
Daß ich das alles gerne ein Leben lang mit einer Partnerin geteilt hätte. Die wenigen Momente mit der Frau vor zwei Jahren in denen das möglich war haben das bestätigt, war absolut großartig, damit war ich richtig glücklich und alles machte dreimal so viel Freude.
Zitat von Ewiger_Bub im Beitrag #103Und gerade solche Menschen denen das ohnehin schwer fällt sollten sich dann - komplett gegen ihre Natur - ganz besonders um Kontakte bemühen ? Kuchen für die Arbeitskollegen backen und allen erzählen wann man Geburtstag hat und sowas ?
Zitat von Chambord im Beitrag #100 .... es liegt grundlegend Zufriedenheit (mit sich selbst und den Hobbys) vor ... Wo liegt also das wirkliche Problem? Ich versteh's bis heute nicht.
Daß ich das alles gerne ein Leben lang mit einer Partnerin geteilt hätte. Die wenigen Momente mit der Frau vor zwei Jahren in denen das möglich war haben das bestätigt, war absolut großartig, damit war ich richtig glücklich und alles machte dreimal so viel Freude.
darf ich fragen, warum das zu Ende ging? Meinst du, du idealisierst diese vergangene Beziehung?
Zitat von Ewiger_Bub im Beitrag #103Und gerade solche Menschen denen das ohnehin schwer fällt sollten sich dann - komplett gegen ihre Natur - ganz besonders um Kontakte bemühen ? Kuchen für die Arbeitskollegen backen und allen erzählen wann man Geburtstag hat und sowas ?
Na, du hattest dich - im Gegensatz zu dem von mir beschriebenen Freund - über deine Situation beklagt. Du hast sinngemäß bedauert, dass dir keiner zum Geburtstag gratuliert und dass du der Welt egal bist. Da wirkt es auf Außenstehende so, als möchtest du anders leben. Und wie kannst du das erreichen: indem DU etwas änderst.
Aber ich habe schon gemerkt, dass du nichts ändern möchtest, da du auf meine Denkanstöße/Fragen nicht eingegangen bist. Das ist auch ok. Ich finde, das sollte respektiert werden.
Heute Abend fühle ich mich einsam. Ein Stückweit jedenfalls.
Nachmittags habe ich mich heute mit zwei Freundinnen getroffen - wir kennen uns schon einige Jahre und wenn einer von uns Hilfe braucht, sind wir füreinander da. Aber es gibt seit Längerem immer wieder diese Treffen, bei denen ich merke, dass der Kontakt loser wird. Ich merke es daran, dass die Gesprächsthemen eher oberflächlich sind (Arbeit - Verwandtschaft - Und, hast du jemanden kennengelernt? Willst du nicht doch mal Onlinedating ausprobieren?). Ich habe dann oft das Gefühl, es ist eigentlich egal, ob ich dabei bin oder nicht; sie können sich auch prima ohne mich unterhalten. Andererseits fällt es mir manchmal auch schwer, mich auf all diese Themen ihrerseits einzulassen, weil ich schon so lange mit niemandem wirklich viel geredet habe; ich fühle mich oft bzw. zunehmend nicht gesehen und nicht verstanden - wobei es in meinem Leben halt auch so ist, dass meistens mehr in mir drinnen passiert als außen, einfach auch, weil ich nicht so viele Kontakte habe. Und das, was in mir drinnen passiert, verstehen meist nur ich selbst und psychologisch geschulte Leute. Das ist jedenfalls mein Eindruck.
Wenn ich mit jemandem aus meiner Familie alle Jubeljahre - glücklicherweise nur alle Jubeljahre! - telefoniere, dann reden wir meist über die Kinder oder Enkelkinder der anderen. Was die schon alles können und noch nicht können, wie toll die Kita so ist und was wer wann neulich mal Dolles gesagt oder gemacht hat. Es geht nie um das Innenleben der anderen; dabei würde mich das sehr interessieren. Über meins will allerdings auch keiner von denen was wissen; ausprobiert hab ich das schon. Ich höre ihnen meistens nur zu; ich kann da nicht mithalten, denn nach außen hin sind die Dinge in meinem Leben immer gleich: Ich arbeite an derselben Stelle wie immer, ich mache keine aufregenden Reisen (Na ja... Wer macht die momentan schon?) oder so, kaufe mir kein Haus, heirate nicht und habe keinen Partner und schwanger bin ich glücklicherweise auch nie gewesen. Und auch sonst passiert nichts Aufregendes nach außen hin.
Doch in mir drin passiert eine Menge. Ich erlebe gerade, wie ich ganz viele Dinge hinter mir lasse, wie ganz viele kleine andere Dinge sich ändern - in der Art, wie ich über Personen oder Dinge oder Ereignisse und Erlebnisse denke. Da gibt es kleine Erkenntnisse und auch manchmal große, die auftauchen, ohne dass ich es darauf angelegt hätte. Ich habe lange gebraucht, um meine Dämonen kennenzulernen und sie entweder fortzuschicken, an die Leine zu legen oder zu meinen Freunden zu machen, und ich habe das Gefühl, zum ersten Mal in den fünf Jahrzehnten, die ich mittlerweile auf der Welt bin, bekomme ich einen Eindruck davon, wer ich eigentlich bin. Es ist kein umfassender Eindruck - es ist eher so, als würden sich viele, viele sehr individuelle Puzzlestücke zu einem Bild zusammenfügen, an einigen Stellen mehr als an anderen, und als würden sich Dinge klären oder entfalten, die lange, sehr lange, in der Dämmerung gelegen und darauf gewartet haben, herauskommen und in Beziehung treten und sich zeigen zu dürfen, manchmal ohne dass ich weiß, was ihre Aufgabe oder Bestimmung ist.
Doch wann immer etwas Neues kommt, geht auch etwas anderes. Meistens ist das nicht schlimm und ich begrüße diesen Wechsel. Bei den bestehenden Kontakten, die ich habe, ist das jedoch anders - ich erlebe, wie der Abstand zwischen uns sich immer mehr vergrößert. Das muss nicht heißen, dass er irgendwann unüberwindbar wird, aber es kann sein, und es stimmt mich traurig, weil ich nicht weiß, ob es da einen Ersatz gibt. Gerade vor einigen Wochen habe ich eine neue Bekannte gewonnen - seit langen Jahren die erste Person überhaupt, die ich neu kennengelernt habe -, habe mich gut mit ihr verstanden und kann mir vorstellen, dass sie auch irgendwann vielleicht eine gute Freundin werden könnte - ich weiß es aber nicht, das wird die Zeit zeigen müssen.
Es ist also vieles im Fluss, und ich versuche zuzuschauen, zuzuschauen und den Prozess im Auge zu behalten. Und keine Angst zu haben vor den Veränderungen, denn sie gehören zu der Entwicklung, sondern zu vertrauen darauf, dass das Leben schon für mich sorgen wird, so, wie es das schon immer für mich getan hat - und dass auch ich gut für mich sorgen kann und werde, so wie bisher ja auch. Ich weiß halt nur nicht, was kommt, beziehungsweise weiß ich nicht, wann und wo das eintreten wird, was ich mir sehr wünsche: dass ich in den meisten meiner Lebensbereiche in gutem Kontakt mit mir und so genährt bin, dass ich die Dinge tun kann, die ich so gerne täte, zu denen ich aber noch keine Ideen habe bezüglich der Umsetzung. Dass das Leben leichter wird, irgendwie.
Doch das Leben ist kreativ in seinen Lösungen und man muss es machen lassen, und so beobachte ich meine Freundinnen und mich bei unseren Gesprächen, und wenn es in meinem Herzen kühl wird, ziehe ich den inneren weichen Schal fester um mich, nehme mich selbst in den Arm und lausche auf das, was da kommt und und auf das, was geht.
Du häutest dich grade. Ich hab beobachtet, dass sowas häufig in den 50ern passiert. Dass man nicht weiss, was sich draus entwickelt, find ich irgendwie logisch. Dinge ändern sich konstant. Kann beunruhigend sein, muss es aber nicht. Ich mag deine Einstellung.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Zitat von skinhype27 im Beitrag #106 Es geht nie um das Innenleben der anderen; dabei würde mich das sehr interessieren. Über meins will allerdings auch keiner von denen was wissen; ausprobiert hab ich das schon.
wäre die Ebene auf der ich mich "für Menschen interessieren" würde, wenn es denn jemand zuließe - auf irgendwelches "blabla" reagiere ich nicht.
@skinhype, was für ein schönes und berührendes Posting!
Zitat von skinhype27 im Beitrag #106 Doch wann immer etwas Neues kommt, geht auch etwas anderes. Meistens ist das nicht schlimm und ich begrüße diesen Wechsel. Bei den bestehenden Kontakten, die ich habe, ist das jedoch anders - ich erlebe, wie der Abstand zwischen uns sich immer mehr vergrößert. Das muss nicht heißen, dass er irgendwann unüberwindbar wird, aber es kann sein, und es stimmt mich traurig, weil ich nicht weiß, ob es da einen Ersatz gibt.
War es denn jemals ein wirklich guter Kontakt - oder eigentlich nie und Du gestehst Dir jetzt erst ein, dass mit diesen Freundinnen eigentlich schon immer nur ein Ausschnitt von Dir im Kontakt sein konnte?
Ich finde ja, man kann dann auch diese Tatsache akzeptieren ohne die Freundschaft komplett in die Tonne zu treten. Ich habe für mich jedenfalls gelernt, dass ich dann eben für mich selbst etwas Neues suchen und meine Räume füllen muss, die alten Freunde aber noch bleiben dürfen. Sie bekommen dann nur nicht mehr so viel Raum, ich treffe sie seltener und denke weniger an sie. In meiner Jugend war ich da viel radikaler und zerstörerischer und auch verzweifelter, wenn sich so eine Verbindung ausdünnte, die ich zu den substanziellen in meinem Leben zählte, und habe manches Mal komplett gebrochen.
Zitat von Ewiger_Bub im Beitrag #103Daß ich das alles gerne ein Leben lang mit einer Partnerin geteilt hätte. Die wenigen Momente mit der Frau vor zwei Jahren in denen das möglich war haben das bestätigt, war absolut großartig, damit war ich richtig glücklich und alles machte dreimal so viel Freude.
Ja, mit "hätte" ist das immer so eine Sache. Hätte auch gern ...., aber .... irgendwann gilt es, den Tatsachen ins Auge zu blicken und zu akzeptieren.
Wenn ich Dich recht in Erinnerung habe, bist Du beratungs- und empfehlungsresistent bzw. hast schon alle Dir möglichen Versuche unternommen, die so endeten, wie sie endeten.
Letztlich ziehst Du Dich aber dennoch in Deine Welt zurück, in der Du durchaus zufrieden (und auch manchmal glücklich?) bist.
Und .... bisher war das Leben deshalb (also die Nicht-Partnerfindung) für Dich noch nicht soooo unerträglich, dass .....
Ich frage deshalb nochmal: Was ist Dein eigentliches Problem?
Dir wird wohl nichts anderes übrig bleiben, Dich so zu nehmen, wie Du nun mal bist. Diese Erkenntnis hat den Vorteil, nicht lange in sich reinzuhorchen, um sich vielleicht zu ändern bzw. eine andere Sicht auf die Dinge zu nehmen, um sich ggf. die Wünsche zu erfüllen, die auf dem Zettel stehen. Denn Deine Sicht steht unumstößlich fest. Da helfen auch keine Wiederholungen in Endlosschleife, was Du Dir wünschst. Denn offenkundig stoßen Deine Wünsche in der realen Welt entweder auf Ablehnung oder bestenfalls auf ein gewisses Verständnis (ohne weitere Folgen).
So what, von daher ist doch alles in Butter.
Und sollte sich doch mal ein weibliches Wesen auf eine gewisse Zeit bei Dir einfinden, dann genieß doch die Zeit, tank wieder auf; denn auf Dauer scheint's dann leider nicht zu reichen.
Auch eine Erkenntnis, an der man(n) arbeiten und die in gewisser Weise befreiend sein kann.
Zitat von frangipani im Beitrag #107Ein sehr schönes Posting, skinhype. Danke :)
Ja, finde ich auch.
Oftmals spiegeln erst andere einem dieses Einsamkeitsgefühl.
Ist mir auch schon mal so gegangen: Habe mich auf ein Treffen gefreut und dann saß ich da und dachte, ach wärste bloß daheim geblieben. Das verband ich jetzt nicht mit einem Einsamkeitsgefühl, aber die verbrachte "gemeinsame" Zeit war so leer und nichtssagend, also förmlich verplempert, wo ich doch sinnstiftendere Dinge hätte tun können.
Im Verlauf meines Lebens habe ich festgestellt, dass andere mir bei gewissen Dingen nicht helfen können, sondern nur ich selbst das regeln muss. Habe da auch nicht so einen gesteigerten Redebedarf, sondern mache das mit mir ab.
Wie ich auch lernen musste, dass andere zwar reden müssen, aber an Lösungen nicht interessiert sind. Ist auch so ein Phänomen, das mich mitunter staunen lässt.
Zitat von Chambord im Beitrag #112Wie ich auch lernen musste, dass andere zwar reden müssen, aber an Lösungen nicht interessiert sind. Ist auch so ein Phänomen, das mich mitunter staunen lässt.
Ja!
Ich wünsch euch allen einen schönen Tag. Um 12h gehe ich zu meiner in Corona gewonnenen neuen Freundin auf einen Kaffee. Danach fahre ich 30 km zu meiner Studienfreundin, wir werden zusammen kochen und ab und an mit dem Hund (Retriever) rausgehen. Es verspricht ein ruhiger Tag zu werden. Wir sollten alle dankbar sein, wenn wir halbwegs gesund sind.
Ich hoffe, keiner von Euch fühlt sich heute einsam. Ich proste euch allen um 20 h zu, okay! Es ist ein schöner Austausch hier.
@ ambiva: //War es denn jemals ein wirklich guter Kontakt - oder eigentlich nie und Du gestehst Dir jetzt erst ein, dass mit diesen Freundinnen eigentlich schon immer nur ein Ausschnitt von Dir im Kontakt sein konnte?
Ich finde ja, man kann dann auch diese Tatsache akzeptieren ohne die Freundschaft komplett in die Tonne zu treten. Ich habe für mich jedenfalls gelernt, dass ich dann eben für mich selbst etwas Neues suchen und meine Räume füllen muss, die alten Freunde aber noch bleiben dürfen. Sie bekommen dann nur nicht mehr so viel Raum, ich treffe sie seltener und denke weniger an sie. //
Ja, so sehe ich das auch. Freundschaften werden immer wertvoller, auch weil es mir um einiges schwerer fällt als früher, mich auf andere einzulassen und nicht alles sofort zu kontrollieren (vor allem mich selbst), ständig zu schauen, ob ich auch bloß alles "richtig" mache. Und je älter man wird, desto weniger wird man ja Leute finden, die möglichst viel mit einem teilen, sondern es fragmentiert sich - früher in der Sandkiste reichte es ja schon, dass man mit demselben Bagger gespielt hat und schon war man "beste Freundin" ( na ja... jedenfalls für die nächsten fünf Minuten. ;)
Die beiden Freundinnen sind schon ein guter Kontakt. Ich habe allerdings für die Jahre, die ich sie nun schon kenne, auch genau solche Leute gebraucht: Leute, die sehr lieb sind, denen gegenseitige Wertschätzung sehr wichtig ist, wo man so etwas wie gemeinsam Essengehen oder auf andere Weise "Mädelsabende" veranstalten kann; so etwas kannte ich bis dahin gar nicht.
In letzter Zeit reicht mir dieses Liebsein jedoch nicht mehr ganz aus. Es ist nicht so, dass ich die beiden nicht mehr mag oder dass sie mir egal geworden sind, aber ich habe das Gefühl, wie du selbst ja auch schon schreibst: Sie verstehen sich gut mit einem Teil von mir, aber die anderen Teile wollen auch gerne jemanden, der zu ihnen passt, sozusagen.
Zitat von frangipani im Beitrag #107Ein sehr schönes Posting, skinhype. Danke :)
Du häutest dich grade. Ich hab beobachtet, dass sowas häufig in den 50ern passiert. Dass man nicht weiss, was sich draus entwickelt, find ich irgendwie logisch. Dinge ändern sich konstant. Kann beunruhigend sein, muss es aber nicht. Ich mag deine Einstellung.
Dankeschön. :)
Ja, genau das ist es, so fühlt es sich an - wie eine Häutung. Oft fällt es mir auch schwer, einfach zuzuschauen, und ich denke dann, dass ich ganz viel aktiv machen muss - und dann stellt sich heraus, dass das Zuschauen und Warten meist die bessere Wahl ist.
-- Aber, um den Bogen zum Thema zurück zu schlagen: Kontrolle und zu viel Eigeninitiative können einen auch einsam machen. Und die Tatsache, dass man selber und vielleicht auch die anderen in einem Entwicklungsprozess beschäftigt sind. Solange man diese kleinen Erkenntnisse hat ab und zu, ist, denke ich, alles ok. Wenn die Unzufriedenheit zu einem gleichförmigen Zustand wird, dann nicht mehr. Dann sollte man sich vielleicht besser eine ehrliche Unterstützung suchen und auch ehrlich sein Leben in die eigenverantwortliche Hand nehmen - und auch hier vertrauen: in die eigene Fähigkeit, in seinem eigenen Leben etwas zu ändern.
Zitat von skinhype27 im Beitrag #115 Ja, genau das ist es, so fühlt es sich an - wie eine Häutung. Oft fällt es mir auch schwer, einfach zuzuschauen, und ich denke dann, dass ich ganz viel aktiv machen muss - und dann stellt sich heraus, dass das Zuschauen und Warten meist die bessere Wahl ist......
die eigene, stille ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann, alles ist austragen – und dann gebären…
Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht, ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte.
Er kommt doch! Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos, still und weit…
Man muss Geduld haben Mit dem Ungelösten im Herzen, und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antworten hinein.
Und auch danke @skinhype für Deine Posts. Die waren für mich auch so treffend, dass ich gar nix weiter dazu schreiben kann- hast ja schon alles gesagt.
Zitat von R_Rokeby im Beitrag #90High Fidelity (Hi Fi) ist ein Roman von Nick Hornby. Über den sich der Ewige und ich mal schrieben.
Ich bin eh ein Hornby Fan. Ich finde About a Boy gar nicht sein bestes. Ich finde How to be good viel besser....
Ich lese Hornby auch sehr gern!
About a boy ist sogar nichtig gut verfilmt worden mit Hugh Grant, der den Protagonisten phantastisch und buchgetreu spielt, was an sich selten ist. How do be good ist auch sehr gut, ebenso a long way down. Ist alles ot, ich weiß, aber ich bin nun mal ein Büchernarr !
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
Zitat von ZeroZero im Beitrag #43 Versuche es bei aspies.de, das ist ein Forum, in dem du dich wiedererkennen wirst, zumindest zum Teil.
Hm, habe mich da jetzt tatsächlich mal eingelesen (drei Bücher) und es ist erstaunlich was man in die Autismus Diagnose alles reindrücken könnte, kein Wunder daß das gar nicht eindeutig diagnostizierbar ist. Eindeutig scheinen abgesehen von schweren Varianten (frühkindlicher Autismus) nur die Probleme Körpersprache, Mimik und Dinge wie Ironie, Sarkasmus und sowas zu verstehen (im Sinne von "die können das wirklich nicht") zu sein.
Alles was in diesen Autismus Büchern über Kommunikationsverhalten oder -vorlieben und auch Überforderung durch Gruppen und "sozialen Lärm" steht,findet sich genauso auch in jedem Buch über Introvertiertheit oder Hochsensibilität, ebenfalls daß jemand lieber in seiner Innen "Fantasie" Welt lebt als in der Außenwelt und wenig Interesse daran hat sich mit Worten mitzuteilen. (Kann dir zehn Intro/HSP Bücher aufzählen wo das so beschrieben wird).
Seltsam wird es dann wenn auch das sich vertiefen in Spezialinteressen als autistisch pathologisiert wird, da wären dann auch viele Künstler und Wissenschafter betroffen.
Insgesamt habe ich nach lesen dieser Bücher eher das Gefühl daß neurotypische Menschen soziale und einige andere Defizite haben. (Was wahrscheinlich deine Vermutung bestätigt. :-) )
Zitat von Ewiger_Bub im Beitrag #120 Hm, habe mich da jetzt tatsächlich mal eingelesen (drei Bücher) und es ist erstaunlich was man in die Autismus Diagnose alles reindrücken könnte, kein Wunder daß das gar nicht eindeutig diagnostizierbar ist. Eindeutig scheinen abgesehen von schweren Varianten (frühkindlicher Autismus) nur die Probleme Körpersprache, Mimik und Dinge wie Ironie, Sarkasmus und sowas zu verstehen (im Sinne von "die können das wirklich nicht") zu sein.
Alles was in diesen Autismus Büchern über Kommunikationsverhalten oder -vorlieben und auch Überforderung durch Gruppen und "sozialen Lärm" steht,findet sich genauso auch in jedem Buch über Introvertiertheit oder Hochsensibilität, ebenfalls daß jemand lieber in seiner Innen "Fantasie" Welt lebt als in der Außenwelt und wenig Interesse daran hat sich mit Worten mitzuteilen. (Kann dir zehn Intro/HSP Bücher aufzählen wo das so beschrieben wird).
Ich finde mich eher darin wieder wo es um Spezialinteressen geht, wenn man das als autistisch pathologisiert wären davon zB viele Künstler und Wisschenschaftler betroffen.
Insgesamt habe ich nach lesen dieser Bücher eher das Gefühl daß neurotypische Menschen soziale und andere Defizite haben. (Was wahrscheinlich deine Vermutung bestätigt. :-) )
Den Autismus-Hinweis im Strang an Dich fand ich sehr fehl am Platz, und symptomatisch für das verbreitete unüberlegte Umherwerfen mit diesem Begriff. Autismus-Spektrum-Störungen sind neurologische Störungen (oder neutraler: Besonderheiten), nicht psychische.
Ich sehe bei Dir vielmehr psychisch-charakterliche Besonderheiten. Dass Du jetzt drei Bücher darüber gelesen hast, rührt mich an, weil es zeigt, wie sehr Du Dich verstehen möchtest. Das gefällt mir.
Ich habe dir gesagt, lies bei Betroffenen nach, was sie denken und fühlen. Und was machst du? Liest in Lehrbüchern, von NT geschrieben, die über etwas sprechen, was sie nie verstehen werden. Warum, glaubst du, ist eine Diagnostik häufig schwierig? Weil nicht zugehört wird und lieber Kriterienkatalog abgehakt wird (Sie hatten Beziehungen? Nein, Sie können nicht im Spektrum sein).
Zitat von Ewiger_Bub im Beitrag #120Insgesamt habe ich nach lesen dieser Bücher eher das Gefühl daß neurotypische Menschen soziale und einige andere Defizite haben.
Lies doch einfach im Forum, dann wirst du genau das feststellen.
Ich habe zwei Bücher gelesen wo Betroffene ihre Situation und ihren Umgang damit beschreiben. Die lasen sich sehr normal und alles andere als sozial und emotional behindert. Jedenfalls zwei Drittel, einige waren arbeitsunfähig und lebten mit Betreuung. Und ein Selbsthilfebuch.
Es geht nicht darum, ob du im Spektrum bist oder kurz vor der Grenze. Es geht darum, dass da viele Menschen sind, die ähnlich ticken und wo du dich vielleicht eher verstanden fühlst. Mit Introvertiertheit kann man dich nämlich nur zu einem sehr kleinen Teil erklären.
Zitat von Ewiger_Bub im Beitrag #123Ich habe zwei Bücher gelesen wo Betroffene ihre Situation und ihren Umgang damit beschreiben. Die lasen sich sehr normal und alles andere als sozial und emotional behindert. Jedenfalls zwei Drittel, einige waren arbeitsunfähig und lebten mit Betreuung. Und ein Selbsthilfebuch.
Hörst du mir eigentlich zu?
Vergiss die Bücher, lies einfach viele authentische Menschen. In Büchern steht nur das, was dem Autor passend erscheint.
Und natürlich ist es für dich normal. Für NT ist es "sozial und emotional behindert". Merkst du doch hier an den Reaktionen.