Mein Mann ist bald 72, ich bald 73 Jahre alt. Er ist immer ein intelligenter fitter Gesprächspartner gewesen, wir haben uns Anfang 50 kennengelernt. Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass er Wortfindungsstörungen hat, also Alltagsworte, nichts Spezielles. Manchmal, nicht so häufig. Dann entstehen Gesprächspausen, bis er drauf kommt. Vergessen hat er bislang nichts. Ansonsten fällt mir nichts auf. Bis heute morgen. Wegen einer chronischen Erkrankung hat er vor ein paar Wochen einen speziellen Arzttermin ausgemacht, es ging um neuartige Behandlungsmethoden bei einer Erkrankung, die hier angewendet wird. Wir waren sehr gespannt, was dabei rauskommt. Eben war er da und hat den wirklichen Grund des Besuches schlicht vergessen. Er hat nur nach einer eher unwichtigen Untersuchung gefragt, die auch zur Behandlung der Krankheit gehört. Das ganze drum und dran, das hatte er vergessen. Und wir haben ausführlich darüber gesprochen vorher. Ich bin völlig geschockt.
Und jetzt grüble ich, was wird, wie es wird, ob es Zufall war, wie man natürlich manches auch vergessen kann. Wortfindungsstörungen kenne ich auch, meist fällt mir dann ein Name nicht ein und dann eine Weile später. Aber natürlich geht jetzt mein Gedankenkarussell los. WAs, wenns wirklich geistiger Abbau ist? Wie gehe ich damit um, wie er?? Ich vermute, dass er, selbst wenn es stimmen sollte, es nicht wahrhaben will. Klar, es ist kein akuter Zustand, aber ich hab jetzt schon Angst, was das mit mir (ja, da denk ich mal ganz stark an mich als notorisch "Kümmernde") macht.... Ich befürchte, selbst wenn mehr bedenkliche Situationen entstehen, er alles abstreiten wird und sich nicht untersuchen lassen wird. Ich befürchte, dass ich das nicht aushalten kann. Nicht aushalten will. In mir ist gerade große Angst.
Ich würde mich über einen Austausch freuen, vor allem, wenn es bisher nur Angst vor einer Demenzdiagnose ist. Wie man damit umgeht als Partner.
Ich hab es nur eben gesagt, als er zugab, den wirklichen Grund des Arztbesuchs vergessen zu haben. So nach dem Motto: kann das sein, dass du ein bisschen vergesslich wirst?? Er: Ja, könnte sein...
Zitat von Anemone im Beitrag #1r chronischen Erkrankung hat er vor ein paar Wochen einen speziellen Arzttermin ausgemacht, es ging um neuartige Behandlungsmethoden bei einer Erkrankung, die hier angewendet wird. Wir waren sehr gespannt, was dabei rauskommt. Eben war er da und hat den wirklichen Grund des Besuches schlicht vergessen. Er hat nur nach einer eher unwichtigen Untersuchung gefragt,
zuerst
Ich verstehe dich total! Ich weiß auch keinen "Rat".
ich wollte nur eins anmerken, das, was dich heute so geschockt hat, kann einfach Verdrängung sein. Das ist ein echt häufiges und typisches Ding, wenn ein Mensch Angst vor der Info hat. Neuartige Behandlungsmethoden / chronische Erkrankung/ Fragen dazu kann einfach überfordern, Angst machen.
Und dann fragt man halt nicht "A" sondern das banale "F". UNBEWUSST!
Ich muss mir für mich selber bei meinen eigenen Arztsachen aufschreiben! und als Zettel neben mich legen, was ich wissen will, sagen will (hören will...) Sonst: wie Festplatte formatiert. Ich lasse auch immer das Handy laufen, weil ich oft nicht merken kann, was eigentlich besprochen wurde, vor lauter Stress und Anspannung. Ich höre mir das dann später in Ruhe an
Also DARAN (allein) würde ich es nicht festmachen.
Konnte er sich denn daheim, als du so entsetzt warst, daran erinnern, was er "hätte sagen" sollen? Wie hat er denn das erklärt? "oh, da hab ich jetzt ja gar nicht mehr dran gedacht?"
Das klänge nach Verdrängung. Kopf im Sand.....
Das oben ist meine private Meinung. Mein pers. Empfinden. Meine Wahrnehmung.
Das mit der Verdrängung wollte ich eben auch schreiben. Das ist nicht selten.
Trotzde,m: Ich finde es sehr gut und wichtig, dass du genau hinschaust und eventuelle Warnzeichen wahrnimmst. Möglichweweise ist eine Spezialsprechstunde hilfreich.
Alles Gute!
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Ich bin etwa 10 Jahre jünger, habe aber gelegentlich auch Wortfindungsstörungen. Meist sind es Namen, die mir spontan nicht einfallen. Ich denke ein gewisses Maß an geistigem Abbau ist mit zunehmendem Alter normal, ob es einem nun gefällt oder nicht. Trotzdem ist es ggf. sinnvoll mal checken zu lassen, ob sich das noch im "normalen" Rahmen bewegt oder ev. pathologisch ist.
Moderator in den Bereichen: Technische Fragen | Social Media und digitales Leben | Spaßecke | Krankheiten und Gesundheit allgemein | Psychische Erkrankungen | Persönlichkeit | Kennenlernen | Sex und Erotik | Beziehung im Alltag | Filme-Serien-Trash und Shows | Wie haltet ihr euch fit | Aktiv im Sport | Hoffnungsforum | Diskussionen über Sportevents | Natur/Umwelt- und Tierschutz | Umgangsformen | Freundschaft Profilbild: (c) Aardman Animations Ltd - shaun the sheep
Ja, vielleicht mache ich mich nun auch verrrückt. Die Probleme, die zu der jetzigen Untersuchung geführt haben, sind nicht neu. Es geht um Osteoporose und eine neuere Behandlungsmethode. Es gab einen schweren Wirbelsäulenbruch und das Thema ist lange bei uns präsent, auch was man machen kann. Nichts besonders schockierendes. Ich hoffe, ihr habt recht und ich mach mich nur jeck. Aber eben auch die Gesprächspausen wegen der fehlenden Worte...
Ich kann dich gut verstehen, Anemone. Ohne in dem Thema wirklich drin zu stecken, finde ich das Vergessen des Besuchsgrundes doch eine recht große Sache - vor allem wenn ihr vorher intensiv darüber geredet habt und er gerade wegen dieser Sache dort hin wollte.
Ich würde das im Auge behalten. Meinst du, dein Mann wäre offen gegenüber eines Arztbesuches diesbezüglich, falls es schlimmer werden sollte?
Anemone, das tut mir leid zu lesen! Es könnten auch Symptome einer Parkinson-Erkrankung sein. Das ist natürlich keine Beruhigung, aber es ist eben nicht zwingend ein Demenz-Symptom.
Ich beobachte das Gleiche bei einem guten Freund von mir, der letztes Jahr mit Mitte 70 seine Parkinson-Diagnose bekommen hat.
Dodadadiamoisongdesisahoidamoiaso
Ein kluges Wort, und schon bist du Kommunist (Autoaufkleber aus den 80ern)
Das ist ein schwieriges Thema, zumal es nicht unwahrscheinlich ist, dass man eines Tages selbst betroffen ist, sei es als pflegender Angehöriger oder es einen selbst erwischt. Als ich neulich nach dem Frühstück meinen Eierbecher samt Eierschale aufs Küchenregal stellte (warum?), ist es mir auch wieder durch den Kopf geschossen, ob das noch normal ist. Definitiv ist mir sowas vorher noch nie passiert, auch nicht mit anderem Geschirr. So viel zu Ausfallerscheinungen.
Je nachdem, wie dein Mann zu gesundheitlichen Themen steht (Verdränger?), ist das ein schwieriges Terrain für den Partner. Einmal ist keinmal würde ich sagen trotz Wortfindungsproblemen. Aber wenn so ein ähnlicher Fall wie beim Arzt jetzt gehäuft auftreten würde, sollte man die Sache beim Partner anbringen, falls der willig ist. Wenn er nicht willig ist, dann würde ich als nächstes das Projekt Patientenverfügung und Vollmacht angehen, falls noch nicht geschehen, damit man zumindest für die Zukunft gewappnet ist.
Ich habe keine Ahnung, wie ich reagieren würde, wenn mir mein Mann sagen würde, dass ich in letzter Zeit komische Dinge mache, an die ich mich nicht erinnern könnte.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Es kann Demenz sein. Das kriegt man aber nur sicher durch eine Untersuchung raus. Bei der Tante meines Mannes wurde was aus dem Rueckenmark genommen. Wie man dann damit umgeht ? Nur mit Geduld.
- Medikamente - Grunderkrankung - Lebensstil (hier: Alkohol, andere Substanzen ggfs. in fataler Kombi zur Medikation) - schlechter Schlaf (ich schlafe oft sehr schlecht. Bin dann tagsüber oft wie benebelt) - Hydration (also Trinken, aber Wasser ;-) ) - Bewegung! Immens wichtig. Von nichts profitert das Hirn so wie von Bewegung. Und zwar auch Krafttraining, sollte bei Osteoporose eh am Schirm sein
hm. Also mit unwilligen Kerlen kenne ich mich aus, hab gerade 1,5 Jahre "Zureden" für Zoster Impfung hinter uns.
ICH würde: ihn zum Hausarzt schicken. Durchchecken internisitisch für den Anfang.
Übergriffig und distanzlos wie ich bin, würde ich bei uns (gilt nur für uns) den Termin machen und für mich auch gleich einen. Dann ist es ein Aufwasch und die Compliance kann höher sein, wenn man nicht allein hin muss.....
Das oben ist meine private Meinung. Mein pers. Empfinden. Meine Wahrnehmung.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Für den Anfang wäre Labor mit Leber, Niere, Schilddrüse, Zucker, Vit B12 und folsäure sinnvoll. Manche Hausärzte machen auch so Drmenz Screenings wie MMST oder Demtect Test.
Zitat von taggecko im Beitrag #17Für den Anfang wäre Labor mit Leber, Niere, Schilddrüse, Zucker, Vit B12 und folsäure sinnvoll. Manche Hausärzte machen auch so Drmenz Screenings wie MMST oder Demtect Test.
ja genau. Das meinte ich mit intern. Checkup
Grad Zucker kann auch so Beschwerden machen.
Das oben ist meine private Meinung. Mein pers. Empfinden. Meine Wahrnehmung.
Mir ging es nicht um das Berufsbild. Das finde ich selbst. Sondern darum, wie so eine Früherkennung stattfinden kann.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Es gibt Tests beim Neurologen, die sind sehr differenziert. Im Internet gibt es auch Selbsttests, da kann man schon mal schauen, ob was ist. Und dann immer noch zum Neurologen gehen. Der Hausarzt ist meiner Meinung nach nicht der richtige Ansprechpartner
Da bestehen grad viele Möglichkeiten. Einfach nix außer dem normalen Alterungsprozess. Man kann durchaus mal unkonzentriert sein. Vielleicht mal ein bisschen zu wenig getrunken- es ist unglaublich aber wahr. Zuwenig Flüssigkeit kann einen total schnell „benebeln“.
Ja- Es gibt Demenzen, es gibt die AlzheimerErkrankung. Häufig beginnt die AlzheimerErkrankung mit mehreren kleinen „Brandherden“. Je nachdem in welchen Hirnarealen sich die Plaqueherde bilden.
Da wären außer den Wortfindungsstörungen auch erste leichte Orientierungsstörungen. Ein unsteter Blick. Wesensveränderungen- Unsicherheiten.
Es klingt etwas albern-ist aber eine gute Früherkennung: Die Uhr malen.
Mein Vater wurde anfangs sehr wesensverändert und launisch. Sein Bewegungsdrang für längere Spaziergänge nahm zu. In seinem Inneren arbeitete es- denn es gibt für den Patienten durchaus selbst erste Anzeichen!
Ein MRT gibt Aufschluss.
🎶Ich laufe nicht mit dem Rudel, schwimme nicht in jedem Strudel…ich hab noch nie auf Befehl gebellt 🎶Ich will in keinem Haufen raufen- lass mich mit keinem Verein ein🎶 Reinhard Mey
Zitat von Vanessab im Beitrag #20Es Im Internet gibt es auch Selbsttests, da kann man schon mal schauen, ob was ist.
Der Hausarzt ist meiner Meinung nach nicht der richtige Ansprechpartner
hm. Sähe/Sehe ich komplett anders rum.
Die Checkups, die Taggecko beispielhaft schilderte sind total wichtig, gerade, wenn noch gar nicht klar ist, was eigentlich sonst los sein könnte. Gerade, wenn es eine schwere Grunderkrankung gibt, die Dauermedikation zur Folge hat.
Facharzttermin schließt sich ja nicht aus.
Das oben ist meine private Meinung. Mein pers. Empfinden. Meine Wahrnehmung.
Zitat von Charlie03 im Beitrag #19Mir ging es nicht um das Berufsbild. Das finde ich selbst. Sondern darum, wie so eine Früherkennung stattfinden kann.
Wie es der Zufall will, ist eine meiner Rollen als Simulationspatientin für zukünftige Ärzte "beginnende Demenz." Da werden gezielte Fragen gestellt in Bezug auf Kognition, Erinnerungsvermögen und der berühmte "Uhrentest". Das machen Spezialärzte, Neurologen. Es gibt auch, sollte es eine Demenz im Anfangsstadium sein, Medikamente und andere Behandlungsmethoden. Es muss bei dem Mann der TE nicht sein, kann aber - leider. Man wünscht es niemandem, aber niemand ist wirklich gefeit. Trotzdem: abwarten und situationsgerecht reagieren. Irgendwie geht das immer, auch bei der schlimmsten Diagnose, wenn der erste Schock erstmal vorbei ist. Ich weiß, wovon ich rede.
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
Meines Erachtens ist es in Euerm Alter höchste Zeit sich mit dem Thema Pflege zu befassen, liebe Anemone. Ich bin knapp 10 Jahre jünger, mache das aus eigenem Antrieb, bzw. weil ich sehe, wie bei meinen Eltern NICHTS geregelt ist. Auch wenn der Mann das beiseite schiebt, bitte unbedingt dranbleiben. Es gibt ja nicht nur Demenz, auch anderes kann einem den Lebensabend verhageln. Da ist ein Plan B nötig.
Hast Du Dir denn für Dich schon Gedanken gemacht, was werden soll im Notfall? Daran würde ich das Gespräch aufhängen.
Anemone, erst einmal eine tröstende Umarmung für Dich.
Wie Mingararin schon schrieb - ich bin auch ein Langzeitpatient und vergesse oft, was ich alles fragen wollte. Wenn ich es mir nicht aufschreibe und mir im Gespräch auch nicht den Zettel vor die Nase halte, kommt es nicht zur Sprache. Da ich die Ärzte und sie mich mittlerweile gut kennen, ist so viel Smalltalk, wenn man sich sieht, dass darüber vieles einfach im Hirn wegrutscht.
Ich drücke Dir die Daumen, dass es nur das ist. Wortfindungsstörungen habe ich übrigens auch bisweilen.