Ich dachte mir, dass wir in diesem Strang Tipps zusammentragen, die das Leben mit Einschränkungen leichter machen, aber auch Dinge nennen, die uns negativ auffallen, wenn man betroffen ist.
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Was mir immer auffällt, sind die unterschiedlichen Höhen von Bahn und Bus und Boden. Jetzt wird im Nachbarort schon wieder die Bushaltestelle erneuert, weil die Maße falsch sind.
Der Eurotoilettenschlüssel ist ein Beispiel dafür. Leider ist er nicht so bekannt, wie er es sein sollte, sowohl auf Nutzerseite, als auch an Stellen, wo ein solches Schloss vorteilhaft wäre.
Leider geschieht es an einigen Stellen zu oft, dass offene Toiletten für Menschen mit Behinderung 'mal schnell' von anderen Menschen genützt werden, wenn die Schlangen vor den eigentlichen Toiletten zu lang sind oder der Weg dorthin zu weit ist. Da würde ich mir mehr Rücksichtnahme wünschen.
Was mir in letzter Zeit auch häufiger auffällt, dass vorgesehene Klappsitze in Bahnen und Bussen viel zu schwer runterzuklappen sind, ebenso Türen zu Toiletten für Menschen mit Behinderung sehr schwer zu öffen sind.
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Von dem Eurotoilettenschlüssel habe ich noch nie gehört. Das ist gut, das du das hier schreibst, der ein oder andere ist sicher froh über diese Info!
Die barrierefreien Toiletten werden da, wo ich regelmäßig sehe, respektiert.
Anders ist das mit Behindertenparkplätzen. Asche auf mein Haupt, ich habe vor zig Jahren auch mal auf einem geparkt. Nicht lange, und hatte ein saftiges Knöllchen. In dem Zusammenhang habe ich mich zum ersten Mal damit beschäfigt (und selbstverständlich auf keinem mehr geparkt). In Gesprächen in meinem Umfeld stellte sich heraus, das diese Gedankenlosigkeit verbreitet war. Das haben wir dann abgestellt.
Leider geschieht es an einigen Stellen zu oft, dass offene Toiletten für Menschen mit Behinderung 'mal schnell' von anderen Menschen genützt werden, wenn die Schlangen vor den eigentlichen Toiletten zu lang sind oder der Weg dorthin zu weit ist. Da würde ich mir mehr Rücksichtnahme wünschen.
Bekenne mich schuldig, das mache ich bei Veranstaltungen oder so wirklich manchmal. Kein böser Wille, ich denke, wenn niemand dort ist, der die Toilette "rechtmäßig " nutzt, kann ich doch schnell mal pinkeln gehen. Dauert zwei Minuten. Natürlich nur, wenn niemand dort ist, der oder die Vorrecht hat, weil anspruchsberechtigt. Bin gern bereit, deine Meinung dazu zu lesen, Monkele.
Zitat von Nordsee im Beitrag #6Wie kommen Menschen mit Behinderung eigentlich in einen ICE? Die Stufen sind ja für manchen Nichtbehinderten mit Gepäck schon eine Herausforderung.
Soweit ich an Bahnhöfen gesehen habe, gibt es da seitens der Bahn eine Art mobile Hebebühne, die man vermutlich im Vorfeld bestellen muss, wenn man sie benötigt. Da kann man mit einem Rollstuhl drauffahren.
Zitat von Monkele im Beitrag #3 Leider geschieht es an einigen Stellen zu oft, dass offene Toiletten für Menschen mit Behinderung 'mal schnell' von anderen Menschen genützt werden, wenn die Schlangen vor den eigentlichen Toiletten zu lang sind oder der Weg dorthin zu weit ist. Da würde ich mir mehr Rücksichtnahme wünschen.
Bekenne mich schuldig, das mache ich bei Veranstaltungen oder so wirklich manchmal. Kein böser Wille, ich denke, wenn niemand dort ist, der die Toilette "rechtmäßig " nutzt, kann ich doch schnell mal pinkeln gehen. Dauert zwei Minuten. Natürlich nur, wenn niemand dort ist, der oder die Vorrecht hat, weil anspruchsberechtigt.
Ich auch - ich dachte bisher, dagegen spräche nichts, wenn dort ohnehin gerade niemand hinein möchte. Mich würde auch interessieren, warum das anscheinend nicht richtig ist.
Zitat von Nordsee im Beitrag #6Wie kommen Menschen mit Behinderung eigentlich in einen ICE? Die Stufen sind ja für manchen Nichtbehinderten mit Gepäck schon eine Herausforderung.
Soweit ich an Bahnhöfen gesehen habe, gibt es da seitens der Bahn eine Art mobile Hebebühne, die man vermutlich im Vorfeld bestellen muss, wenn man sie benötigt. Da kann man mit einem Rollstuhl drauffahren.
Das ist aber äußerst umständlich. Wieso klappt es bei den Regionalzügen mit dem bodengleichen Einstieg, bei den Fernzügen aber nicht?
Zitat von Puls im Beitrag #8 Ich auch - ich dachte bisher, dagegen spräche nichts, wenn dort ohnehin gerade niemand hinein möchte. Mich würde auch interessieren, warum das anscheinend nicht richtig ist.
Ich hab's zwar auch schon getan im dringenden Fall, aber: der/die Berechtigte könnte 30 Sekunden später vor verschlossener Tür stehen? Ich kann doch nicht - per Rundumblick - schließen, dass, wenn da jetzt noch niemand zu sehen ist, der auf dieses Klo angewiesen ist, er/sie sich sicherlich erst gaaanz langsam annähern müsste ... also: Kompromiss für den Notfall: Tür offen lassen?
Ich habe den Eurotoilettenschlüssel erhalten, weil ich starke, chronische Verdauungsprobleme habe und sehr oft schnell auf eine Toilette angewiesen bin. Das sieht man mir nicht an und ich werde oft komisch angeschaut, wenn ich aus einer Behindertentoilette komme. Durch den Schlüssel sind die Toiletten bei uns in der Gegend auch zugänglich, wenn die „normalen“ schon geschlossen sind.
Zitat von Puls im Beitrag #8 Ich auch - ich dachte bisher, dagegen spräche nichts, wenn dort ohnehin gerade niemand hinein möchte. Mich würde auch interessieren, warum das anscheinend nicht richtig ist.
Ich hab's zwar auch schon getan im dringenden Fall, aber: der/die Berechtigte könnte 30 Sekunden später vor verschlossener Tür stehen? Ich kann doch nicht - per Rundumblick - schließen, dass, wenn da jetzt noch niemand zu sehen ist, der auf dieses Klo angewiesen ist, er/sie sich sicherlich erst gaaanz langsam annähern müsste ... also: Kompromiss für den Notfall: Tür offen lassen?
Genauso ist es. Seit einiger Zeit bin ich mit zwar mit Rollator unterwegs, auf den ich mich dann setzen kann, aber ich kann nicht still und frei stehen und jede Wartezeit durch so etwas, wird für mich dadurch zu einer riesigen Herausforderung. Und ich laufe normal schnell, schleiche also nicht um die Ecke. 😉
Kierwerleck, das kenne ich auch, ich wurde schon übelst deswegen angegangen.
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Zitat von Kierwerleck im Beitrag #12Ich habe den Eurotoilettenschlüssel erhalten, weil ich starke, chronische Verdauungsprobleme habe und sehr oft schnell auf eine Toilette angewiesen bin.
Ok, verstehe. Daran hatte ich nicht gedacht, dass es so sehr dringend sein könnte.
Zitat von Nordsee im Beitrag #6Wie kommen Menschen mit Behinderung eigentlich in einen ICE? Die Stufen sind ja für manchen Nichtbehinderten mit Gepäck schon eine Herausforderung.
In Regionalzüge kann man meistens leichter einsteigen.
Mindestrens 24 Stunden vorher um einen Hubkäfig untertänigst ansuchen. Glück haben, wenn einer da ist (lang nicht an allen Bahnhöfen, lang nicht zu allen Zeiten). Und dann mit viel Gequietsche und Gegucktuschel HÄNDISCH in den Zug gehebelt werden. Nur 2 "Rollstühle" pro FERNzug im übrigen. Und wenn das Rollstuhlfahrer-WC defekt ist, was es gern mal ist - trotz Voranmeldung und pi und pa und po: keine Mitnahme. Pech halt.
Ich bin als Rollstuhlfahrerin mal 3 Monate beruflich zuggependelt. War nett ... nicht eine Überminute möglich, weil genau und exakt der jeden 2. Tag NEU (Pendeln ... Arbeit ... immer die selben Zeiten ....) zu erbittende Zug zu nehmen war. Und ggf. im Winter dann mehrere Züge verstrichen, weil im Reservierten das Klo defekt war und 2 oder 3 Folgezüge lang schon genug "Behinderte", nämlich 2 an der Zahl, waren.
Was ist klein, grün und dreieckig? - Ein kleines grünes Dreieck! (copyright: mein Neffe als Kleines)
Handläufe und Sitzplätze (an Haltestellen) aus Metall sind auch ein Thema! Unvergessen, wie ich mir auf Kreta am Handlauf vom Pool die Hand verbrannt habe!
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Heute habe ich gelesen, dass der Bahnhofsvorplatz meiner Geburtsstadt neu gestaltet wird und in Zukunft die Straße für den Individualverkehr gesperrt ist. Da frage ich mich, wie es gehen soll, wenn mich jemand mit dem Auto zum Bahnhof bringt? Wo kann dann gehalten werden, so dass ich aussteigen und meinen Rollator ausladen kann, was ja einen Moment dauert? Ähnlich ist es am neu gestalteten Busbahnhof, in der Nachbarstadt, wo meine Mutter wohnt. Keinerlei 'Kiss and Ride' Plätze mehr!
Freundschaft ist das Seil, das hält, wenn alle Stricke reißen
Ich würde diese Frage ans zuständige Rathaus stellen.
Hier ist einiges schiefgelaufen bei der Gestaltung von Haltestellen (vom Nachbarort habe ich oben schon geschieben). Da sind die Verantwortlichen aus allen Wolken gefallen. Sie dachten, sie hätten alles bedacht.
Vielleicht ein kleiner Hinweis eher allgemein. In unserer winzigen Stadt gibt es sein etwa zehn Jahren einen Seniorenbeirat, der sich um diese Dinge, die jungen und gesunden Menschen meist gar nicht auffallen, kümmern und bei der Stadt interveniert. So wurde schon einiges verbessert, angefangen von den abgesenkten Bordsteinkanten.
Zitat von Polgara im Beitrag #9Ich schließe mich Tabea57 und Puls an bei der Frage, hab ich nämlich auch schon gemacht.
Ganz einfach - weil Du dadurch provozierst, dass jemand mit einer Behinderung nicht mehr rechtzeitig auf die Toilette gehen kann. Den Euro WC Schlüssel bekommen beispielsweise auch Patienten mit CED - das sind sogar oft sehr junge Menschen, die aber große Probleme mit Durchfällen haben. Und wenn die müssen, dann müssen sie JETZT. Wenn dann die oft ohnehin spärlichen WCs besetzt sind, war´s das ggf.
Zitat von Kaffeesahne im Beitrag #4Anders ist das mit Behindertenparkplätzen. Asche auf mein Haupt, ich habe vor zig Jahren auch mal auf einem geparkt. Nicht lange, und hatte ein saftiges Knöllchen. In dem Zusammenhang habe ich mich zum ersten Mal damit beschäfigt (und selbstverständlich auf keinem mehr geparkt). In Gesprächen in meinem Umfeld stellte sich heraus, das diese Gedankenlosigkeit verbreitet war. Das haben wir dann abgestellt.
Problematisches Thema. Denn wenn da „einer“ ist - vor einer Apotheke, oder Bank, oder so - Ich käme NIE auf die Idee, mich da drauf zu stellen.
Aber oft sind es „viele“. Und ich habe noch nie mehr als 1 oder 2 besetzt gesehen (im Alltag, nicht bei Verantstaltungen). Da parke ich bedenkenlos drauf, wenn ich ihn nur kurz besetze (z.B. um zum Geldautomaten zu gehen. Weil, es sind noch 5 andere frei (wenn nicht, parke ich da auch nicht.)
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
So schön ich Kopfsteinpflaster auch finde: Unser Sohn stolpert dort mehr als dass er läuft. Er trägt Orthesen.
Wie groß die Herausforderung für alle auf Rollen ist, habe ich schon bemerkt, als ich mit unserer Tochter mit dem Kinderwagen unterwegs war. An Kreuzungen und Einmündungen ist eigentlich nie vorn der Bordstein abgesenkt. Man muss immer bis zur ersten Garageneinfahrt laufen. Auch da sind die Kanten oft noch sehr hoch. Mit dem Kinderwagen geht es noch irgendwie, ich habe in den Zeiten aber oft an die Rollstuhl- und Rollatorfahrer gedacht. Besonders witzig finde ich auch die neuen Fußgängerüberwege: Für Fahrräder ist alles ganz abgeflacht, die Fußgänger müssen über eine Kante. Warum? Die Mülltonnen stehen oft so auf dem Gehweg, dass man nicht vorbei kommt ...
Ich selbst habe eine Hör-, Seh- und Lernbehinderung. Für mich sind oft die Kontraste das Problem. Ob auf Homepages oder Werbeplakaten. Hier kann ich zum Beispiel die Namen der Moderatoren nicht richtig lesen. Und ganz schwierig sind für mich auch die meisten Formen des Genderns (vor allem Doppelpunkt und Binnen-I, aber auch Sternchen, Unterstrich etc.). Viele Texte verstehe ich einfach nicht, wenn sie so geschrieben sind. Auch bei den Heute-Nachrichten habe ich je nach Sprecher wirklich Probleme.
Zitat von Puls im Beitrag #8Ich auch - ich dachte bisher, dagegen spräche nichts, wenn dort ohnehin gerade niemand hinein möchte. Mich würde auch interessieren, warum das anscheinend nicht richtig ist.
Warum ist es nicht richtig, im Stau auf dem Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt zu fahren, wenn dort keiner mit einer Panne steht? Warum ist es nicht richtig, dass ein Motorradfahrer im Stau die Rettungsgasse nutzt, solange kein Einsatzfahrzeug kommt? Nichts anderes ist es doch eigentlich. Klar, die eine Person, wenn gerade kein Berechtigter in der Nähe ist, tut nicht weh, aber man weiß nicht, wann jemand kommt, der dieses WC braucht. Und dann muss es oft schnell gehen. Es ist doch auch bei Konzerten etc. oft so, dass irgendwann eine lange Schlange von Frauen vor dem Männerklo steht, weil die Männer ja eh nur das Pissoir benutzen und die Kabinen ja frei sind.
Dass Kopfsteinpflaster problematisch ist, habe ich auch erst so richtig erfahren, seit mein Mann gehbehindert ist. Egal, ob Rollstuhl, Rollator oder eben eingeschränkt.... Es ist schwierig.
Und dann wechselt das Pflaster auch noch, weil es so schön ist ...
Sehen ist schwierig. Wer schlecht sieht, läuft auch schlecht. Und dann liegen die blöden Roller rum, ein Stock, eine Tüte...
Die BVG hat seit Montag umgestellt. Jetzt ist alles weiß auf schwarz. Das ist für ihn sehr hilfreich.
******************************** Sagt es allen weiter - besonders den jungen Menschen: Werdet StammzellenspenderIn - rettet Leben! Spende geht oft über das Blut. * DKMS
Kopfsteinpflaster finde ich nicht mal schön, und es ist auch mit Sommerschuhen nervig und auch beim Fahrradfahren.
Die nicht abgenkten Bordsteine für Fußgängern könnten (ich weiß es nicht) ihren Grund darin haben, dass man verhindern will, dass die Fahrradfahrer dort fahren, statt auf ihrer Spur.