Zitat von Lufti im Beitrag #87 Bei Liebeskummer würde ich 14 Tage Akutklinik vorschreiben aber dann eben auch auf wunsch die Pille verschreiben. (Ich hoffe jedem ist klar das es mit einer Pille nicht getan ist).
Hmm ... Vielleicht sollte im Kinder- und Jugendalter besser vermittelt werden, dass Misserfolge, Enttäuschungen und dergleichen zum Leben dazu gehören und die Frustrationstoleranz ein wenig geschult wird?
Und generell zu den spontanen Suiziden / Suizidversuchen / Hilferufen: Brauchen wir "einfach nur" bessere Aufklärung über Unterstützungs- und Therapieangebote? Haben wir im Umfeld zu wenig Gespür für das Leid unserer Nächsten? Sind wir zu viel mit uns selbst beschäftigt?
Ich bin grundsätzlich auch für Selbstbestimmung, was das Beenden des eigenen Lebens betrifft. Ich halte es aber für zumutbar, dass der Wunsch zu sterben zwei- oder dreimal mit einem Abstand von mind. 4 Wochen vor mehreren Ärzten mit Protokollierung geäußert wird und dann die Pille in Anwesenheit eines Arztes (oder zwei) eingenommen wird.
Zitat von Puls im Beitrag #101 Und generell zu den spontanen Suiziden / Suizidversuchen / Hilferufen: Brauchen wir "einfach nur" bessere Aufklärung über Unterstützungs- und Therapieangebote? Haben wir im Umfeld zu wenig Gespür für das Leid unserer Nächsten? Sind wir zu viel mit uns selbst beschäftigt?
Ich finde eher, dass die Gesellschaft akzeptieren sollte, dass manche Menschen einfach „weniger gern“ leben als andere, und dass das keine Krankheit ist, die gefälligst therapiert werden muss.
Zitat von rahsil im Beitrag #97 Ich vertraue darauf, dass Gott mir den Tod gibt, der für mich der Richtige ist. Einer, mit dem ich klarkomme. Ich habe da (aktuell?) keine Angst vor. ".
Also bei den vielen nicht so schönen Toden, die sich in meinem Umfeld so ereignet haben, hatte „Gott“ anscheinend gerade Urlaub.
Zitat von Puls im Beitrag #101 Und generell zu den spontanen Suiziden / Suizidversuchen / Hilferufen: Brauchen wir "einfach nur" bessere Aufklärung über Unterstützungs- und Therapieangebote? Haben wir im Umfeld zu wenig Gespür für das Leid unserer Nächsten? Sind wir zu viel mit uns selbst beschäftigt?
Ich finde eher, dass die Gesellschaft akzeptieren sollte, dass manche Menschen einfach weniger gern leben als andere, und dass das keine Krankheit ist, die gefälligst therapiert werden muss.
Wenn jemand depressiv ist, dann fände ich ein Therapieangebot sehr sinnvoll.
Und im Fall von "Hilferuf-Suiziden" wollen die Leute ja nicht wirklich sterben, sonst hätten sie andere Dosierungen oder Methoden gewählt. Daher auch hier frühere Unterstützung statt "Umweg" über Hilferuf-Suizid (mit ggf. verheerenden Folgen).
Zitat von Puls im Beitrag #101 Hmm ... Vielleicht sollte im Kinder- und Jugendalter besser vermittelt werden, dass Misserfolge, Enttäuschungen und dergleichen zum Leben dazu gehören und die Frustrationstoleranz ein wenig geschult wird?
Absolut. Ich hab's mir nur verkniffen zu schreiben.
Zitat von Nocturna im Beitrag #56Eine interessante Frage wäre, ob sie tatsächlich das Exit-Medikament nehmen würde, wenn man es ihr auf den Tisch stellt.
Einer meiner Dozenten erzählte mal von einem bekannten Professor, der immer gesagt hat, dass Demenz für ihn das Schlimmste wäre, was er sich vorstellen könnte. Dann solle man ihn umbringen. Er ist dann wirklich an Demenz erkrankt – und war völlig glücklich in seiner Welt. Etwas, was er sich als Mensch, dem das Inellektuelle so wichtig war.
Zitat von Naomi_Nagata im Beitrag #103Also bei den vielen nicht so schönen Toden, die sich in meinem Umfeld so ereignet haben, hatte „Gott“ anscheinend gerade Urlaub.
Ich glaube, das sind Themen, bei denen es sowieso nur persönlich "Antworten" gibt. Ich bin sehr dankbar, dass ich es in meinem Umfeld und auch an mir selbst immer so erlebt habe, dass jedes Leid - ob Tod oder anderes Leiden - immer Menschen getroffen hat, die es auf diese Weise tragen konnten. Es ging in meinem Umfeld nie über die Kräfte der Person hinaus. Bzw. nach dem Tod meines Sohnes haben wir sehr erlebt, dass Gott uns die Kraft gegeben hat. Und in den Momenten seines Sterbens haben wir Gott wirklich erlebt.
Zitat von Wendy im Beitrag #98Liebe Rahsil, wenn ich von Schicksalen wie dem deinen erfahre, werde ich immer ganz demütig und dankbar, dass ich schon ein hohes Alter mit sehr geringen Beeinträchtigungen erreichen durfte ...
Zitat von rahsil im Beitrag #97Die Erlaubnis von aktiver Sterbehilfe finde ich - bei allem Verständnis, dass es in manchen Situationen der beste Weg ist/zu sein scheint - sehr zu hinterfragen. Ich glaube, es war Johannes Rau, der einmal gesagt hat: "Wo das Weiterleben nur eine von zwei legalen Optionen ist, wird jeder rechenschaftspflichtig, der anderen die Last seines Weiterlebens aufbürdet". Das ist für mich das größte Problem an der Sache. Man merkt es ja aktuell mit der ganzen Pränataldiagnostik, dass Eltern rechenschaft ablegen müssen, wenn sie ein behindertes Kind zur Welt bringen. Da kenne ich zwei Beispiele aus dem persönlichen Umfeld.
Das sehe ich genauso. Danke rahsil für dein Votum!
Was wir bisher eher in diesem Strang eher am Rande wahrgenommen haben, sind die Hospize. Vielleicht sind sind sie ja ein Ausweg aus dem Dilemma von Therapieren ohne Grenzen und aktiver Sterbehilfe. (Bitte entschuldigt die etwas saloppe Ausdrucksweise.)
Ich glaube nicht an Götter. Und je älter ich werde, desto weniger spielen Götter und Religionen eine Rolle in meinem Leben. Ich sehe gerade meinen alten Hund an. Eines Tages werde ich ihn wahrscheinlich erlösen müssen. So schwer das auch ist, ich weiss, und sein Tierarzt weiss, was wir ihm ersparen. Warum kann man es nicht mir ersparen?
Ich glaube, es hat etwas mit „Respekt vor dem Leben“ zu tun, Wenn das Töten eines Menschen etwas ist, das grundsätzlich erlaubt ist, dann ändern sich die Werte.
Das sehen wir schon in den Niederlande. Hier ein Artikel, der diese Entwicklung gut beschreibt.
(Hinweis zu einigen Passagen im Artikel: Aktive Sterbehilfe ist auch für Kinder unter 1 Jahr bei Zustimmung der Eltern legalisiert.)
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Ein interessanter Artikel von 2014, es wäre interessant, wie der Autor, das heute sieht bzw. wie sich die Situation entwickelt hat.
Ich halte die Praxis in den Niederlanden für richtig, vermutlich weil sie dem entspricht, was ich mir für mich und auch für meine Angehörigen wünsche oder gewünscht habe oder was auch passiert ist.
Einer meiner Tanten ist an Krebs gestorben und war auf einer sehr guten Palliativstation in einem Krankenhaus, wo wir als Angehörige jederzeit Zugang hatte, wo sich hervorragend um sie gekümmert wurde und wo sie ihr Morphium selbst dosieren konnte und insofern weitgehend schmerzfrei und würdevoll sterben konnte.
Meine älteste Freundin ist vor zwei Jahren gestorben. Ein gutes Jahr vorher haben wir noch ihren 100sten Geburtstag gefeiert und schon da hat sie gesagt "ja 100 wollte ich werden, den Ehrgeiz hatte ich noch, aber jetzt reicht es mir". Sie hatte ein gutes wenn auch teilweise sehr anstrengendes Leben, sie hatte viel erlebt, alle ihr Freunde der gleichen und der Generation danach waren schon tot oder dement und sie hatte zwar auch im Altersheim (in das sie mit 99 gekommen ist) schon wieder neue Bekanntschaften geschlossen, aber sie war lebenssatt und bedauerte sehr, dass sie meinte, aufgrund ihres Herzschrittmachers jetzt kaum noch auf natürlichem Wege sterben zu können.
Sie war altersangemessen sehr gesund und fit, aber der Körper natürlich verbraucht, trotz diverser "Ersatzteile", die sich auch nach ihrem 80sten Geburtstag noch alle gelohnt haben. ;-) Sie ist dann natürlich verstorben, aber sie wäre jemand gewesen, der ich es gewünscht und gegönnt hätte, selbst bestimmt entscheiden zu könne, "heute ist der Tag, an dem ich sterben möchte".
Das gleiche galt für meine Großmutter, die mit 84 den Wunsch hatte zu sterben, "denn ab jetzt wird nichts mehr besser ..." auch sie hatte ein prallvolles und glückliches Leben und war eben mit 84 körperlich verbraucht und lebenssatt und ja sie hat zB unsere Gespräche noch genossen, aber die restlichen 23 Stunden des Tages eben nicht. Das letzte Jahr im Pflegeheim hätte ich ihr gerne erspart und so sehr ich auch heute noch darum trauere, dass sie nicht mehr in meinem Leben ist und so sehr ihr unsere Gespräche vermisse, ich hätte ihr einen früheren und vor allem einen selbstbestimmten Tod gegönnt.
Und ja ich würde gerne wissen, dass ich eines Tages beschließen kann "mein Leben war toll, aber jetzt will ich sterben". Ich hätte nichts dagegen, dass ich dann (schwerste unheilbare Schmerzen mal ausgenommen) noch eine Frist zwischen vier Wochen und drei Monaten Karenzfrist noch abwarten muss, aber ich würde nicht wollen, dass jemand anderes darüber befinden kann und muss.
Und zwar egal ob ich diese Entscheidung nächstes Jahr oder in vierzig Jahren treffe.
- - - Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann. Menschen werden nicht klüger dadurch, dass man sie auf ihre Dummheit hinweist.
Zitat von promethea71 im Beitrag #113Meine älteste Freundin ist vor zwei Jahren gestorben. Ein gutes Jahr vorher haben wir noch ihren 100sten Geburtstag gefeiert und schon da hat sie gesagt "ja 100 wollte ich werden, den Ehrgeiz hatte ich noch, aber jetzt reicht es mir". Sie hatte ein gutes wenn auch teilweise sehr anstrengendes Leben, sie hatte viel erlebt, alle ihr Freunde der gleichen und der Generation danach waren schon tot oder dement und sie hatte zwar auch im Altersheim (in das sie mit 99 gekommen ist) schon wieder neue Bekanntschaften geschlossen, aber sie war lebenssatt und bedauerte sehr, dass sie meinte, aufgrund ihres Herzschrittmachers jetzt kaum noch auf natürlichem Wege sterben zu können.
Sie war altersangemessen sehr gesund und fit, aber der Körper natürlich verbraucht, trotz diverser "Ersatzteile", die sich auch nach ihrem 80sten Geburtstag noch alle gelohnt haben. ;-) Sie ist dann natürlich verstorben, aber sie wäre jemand gewesen, der ich es gewünscht und gegönnt hätte, selbst bestimmt entscheiden zu könne, "heute ist der Tag, an dem ich sterben möchte".
Mal Advocata diaboli gebend:
Denkst Du wirklich, sie hätte Oleanna-mässig den Schierlingsbecher zu sich genommen, Respektive die Tablette geschluckt, wenn Du sie ihr auf den Tisch gelegt hättest? Im Wissen, 30 Minuten später ist Ende?
Ich zweifle daran, daß Menschen das ohne dringenden Grund (z.B. unglaubliche Schmerzen) tun würden. Denn eigentlich hängen wir am Leben.
Depressionen sind ein ganz anderes Thema!
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Nora im Beitrag #114Ich zweifle daran, daß Menschen das ohne dringenden Grund (z.B. unglaubliche Schmerzen) tun würden. Denn eigentlich hängen wir am Leben.
Depressionen sind ein ganz anderes Thema!
Ich würde mir nie anmaßen, anderen vorzuschreiben oder anzudiskutieren, was ein dringender Grund ist und was nicht. Denn hier liegt m.E. der Hase im Pfeffer. Entweder werden die Wünsche akzeptiert oder nicht.
Nicht jede Depression wird erkannt und diagnostiziert. Gibt schon Menschen, die das gut verbergen können. Wären wir also wieder beim Psycho-Gutachten, was ich persönlich ablehne.
Ja, wir müssen als Gesellschaft damit leben, dass es Menschen gibt, die lebenssatt sind und abtreten wollen und Depressionen nicht erkannt werden.
Im Umkehrschluss kriegen wir die Pflege der alten Menschen nicht hin bzw. nur unter horrenden Kosten, die bald keiner mehr aufbringen kann. Da würde ich sogar behaupten, dass viele eher den "Schierlingsbecher" genommen hätten, als in einem vermieften "Gruppenraum" vor sich hinzusitzen, bis (ggf. nicht nur) der Tag endlich zuende ist.
Was andere Altersklassen der Menschen angeht, bin ich der Ansicht, dass jede/r das Recht (und die frei zugänglichen Möglichkeiten) haben sollte, ohne sich rechtfertigen zu müssen, was im Übrigen die Wenigsten wohl tun. Meist ist es Menschen, die ohnehin abtreten wollen, egal unter welchen Umständen und Suizidalen siehst und merkst Du es nicht an.
Habe vor wenigen Jahren selbst die Erfahrung machen müssen und "nach außen" sah alles so toll aus: Haus, Gatte, tollen Job, körperlich gesund .... noch nen Haustier vorher besorgt.
Tja, reichte wohl nicht bzw. es musste die Depression herhalten, weil die Lebenden das ja irgendwie auf die Reihe bekommen wollten.
Ich zweifle daran, daß Menschen das ohne dringenden Grund (z.B. unglaubliche Schmerzen) tun würden. Denn eigentlich hängen wir am Leben.
Ich habe es mehrmals erlebt das Menschen ohne Schmerzen oder Depressionen einfach "genug" hatten.
Sie waren nicht unglücklich sondern sogar sehr zufrieden. Trotzdem waren sie satt vom Leben und wünschten sich das es vorbei ist.
Meine Nachbarin ü90 zum Beispiel. Nach 70 Jahren Ehe verstarb ihr Mann. Sie war natürlich sehr traurig aber sie war auch realistisch. Die Jahre gingen weiter, jeden Tag Punkt 8 Uhr hat sie im Garten Unkraut gezupft und Wäsche aufgehängt.
Sie war eine Frohnatur und erfreute sich am Plausch mit Nachbarn.
Sie erzählte mir oft, das es nun langsam Zeit für sie wird. Sie hofft das sie eines Tages friedlich einschläft und nicht mehr aufwacht.
Weitere Jahre vergingen und sie erfreute sich bester Gesundheit. Ok, das Gehör ließ nach und natürlich ging alles nicht mehr so schnell. Sie brauchte mehr Pausen aber sie lachte immer nur und meinte: ich hab ja Zeit.
Trotzdem wollte sie sterben. Sie hatte keine Angst vorm Tod sondern von dem was möglicherweise noch auf sie zu kommt.
Sie hatte ein tolles Leben und genoss es in vollen Zügen. Sie war rundherum zufrieden aber einfach fertig mit dem Leben.
Ihr Kinder waren bereits verstorben aber sie hatte sehr viele Enkel und Urenkel, die sie sehr oft besuchten und auch halfen. Sie waren abwechselnd wirklich all die Jahre täglich da.
Bis zum letzten Tag war sie völlig klar im Kopf und tatsächlich ist sie eines Tages in ihrem Bett eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht.
.......
Und auch meine Tante war fertig mit dem Leben. Sie war weder depressiv noch unglücklich. Sie war dankbar für ein schönes Leben aber hatte genug. Sie sagte oft: heute wäre ein schöner Tag zum sterben. Leider ging es für sie nicht so schön aus wie bei meiner Nachbarin.
Sie bekam Alzheimer, Ein Delir, Herzschrittmacher, Psychiatrie, Massives Untergewicht, Betreuung.. Und litt sehr unter der ganzen Situation.
Ich hätte ihr gewünscht, das sie ihren Todeswunsch durchführen hätte können als es ihr noch gut ging.
Zu äußern „ich finde mein Leben ist genug, ich würde gerne Abtreten“ ist eine Sache. Tatsächlich Selbstmord zu begehen, eine andere.
Ich sagte eindeutig, daß „unerträgliche Schmerzen“ garantiert ein Grund sind. Ob diese jetzt Körperlich, oder eben seelisch sind, macht keinen Unterschied.
Abzugrenzen von „Akutschmerzen“ wie nach einem Trümmerbruch - oder Liebeskummer. Die sind auch gewaltig - aber kurz andauernd, und dann „vergessen“. Daher dann differenzierung.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Ja, ich bin in beiden Fällen sicher, dass sie die Tablette genommen hätten.
Sowohl meine älteste Freundin, als auch meine Großmutter. Letztere hat versucht sich umzubringen, es hat leider nicht geklappt (was dann nach einer Woche Psychatrie für die Unterbringung im Heim gesorgt hat) und ja sie hat mich im Pflegeheim darum gebeten ihr etwas zu besorgen, aber ich habe es nicht getan aus Angst vor den Konsequenzen für meine berufliche Zukunft und weil ich damals auch nicht wirklich gewusste habe, wie das im Pflegeheim unter ständiger Kontrolle noch hätte funktionieren sollen.
Hätte sie mich entsprechend eindringlich gebeten solange sie noch zuhause war, hätte ich einen Weg gefunden. (Ich werde hier nicht auf weitere Details zum wie eingehen, aber ich denke, wenn sie statt Schlafmittel zu nehmen ihre Herzmedikamente entsprechend überdosiert hätte, wäre dies zielführender gewesen.)
Sie ist dann zum Glück relativ zeitnah verstorben.
- - - Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann. Menschen werden nicht klüger dadurch, dass man sie auf ihre Dummheit hinweist.
Ich hab ja weiter vorn von dieser Doku über die Australierin Laura Henkel geschrieben, die in die Schweiz gefahren ist, um zu sterben. Sie hat ihre Tochter und ihre Enkelin (beide Filmmaker) gebeten, darüber und mit ihr einen Film zu machen. Für die Doku selbst (https://iview.abc.net.au/show/laura-s-choice) braucht man in D wohl VPN wegen geoblocking, aber es gibt auf Youtube einige Ausschnitte und Interviews. Eine Zusammenfassung ist zB diese https://www.youtube.com/watch?v=M7BZVTow5ro
Ich kann ihre Beweggründe gut nachvollziehen.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Ich habe es mehrmals erlebt das Menschen ohne Schmerzen oder Depressionen einfach "genug" hatten.
Sie waren nicht unglücklich sondern sogar sehr zufrieden. Trotzdem waren sie satt vom Leben und wünschten sich das es vorbei ist.
Das hab ich auch einige Male erlebt, in der Verwandtschaft und im engeren Bekanntenkreis. Und ich nehme das Menschen in ihren 80ern, 90ern auch ab. Erstens fände ich es anmassend, dagegen anzureden und zweitens kann ich es nachvollziehen, dass man irgendwann nach so vielen Jahrzehnten alles gesehen hat und man auf ständige Wiederholungen oder Verschlimmerungen keinen Bock mehr hat.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Zitat von promethea71 im Beitrag #121Ja, ich bin in beiden Fällen sicher, dass sie die Tablette genommen hätten.
Sowohl meine älteste Freundin, als auch meine Großmutter. Letztere hat versucht sich umzubringen, es hat leider nicht geklappt (was dann nach einer Woche Psychatrie für die Unterbringung im Heim gesorgt hat) und ja sie hat mich im Pflegeheim darum gebeten ihr etwas zu besorgen, aber ich habe es nicht getan aus Angst vor den Konsequenzen für meine berufliche Zukunft und weil ich damals auch nicht wirklich gewusste habe, wie das im Pflegeheim unter ständiger Kontrolle noch hätte funktionieren sollen.
Hätte sie mich entsprechend eindringlich gebeten solange sie noch zuhause war, hätte ich einen Weg gefunden. (Ich werde hier nicht auf weitere Details zum wie eingehen, aber ich denke, wenn sie statt Schlafmittel zu nehmen ihre Herzmedikamente entsprechend überdosiert hätte, wäre dies zielführender gewesen.)
Sie ist dann zum Glück relativ zeitnah verstorben.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.