flau, ich bin sehr gefühlig, nach meinem Empfinden auch ziemlich empathisch. Das steht mir dann im Weg. Meine Gedanken sind dann so: Oh Gott, wie kann ich es sagen? Kommt das dann blöd? Drück ich mich richtig aus? Ok, wenn ich das jetzt so sage, dann kann man das aber auch so auffassen, Mist, ich brauch eine andere Formulierung. Aber nee, halt, da könnte das eine Wort missverständlich sein. Lieber Gott, gib mir ein anderes Wort. Hmm, fällt das jetzt wohl sehr auf, wenn ich schnell am Handy nach einem Synonym suche? Ach Mensch, warum fällt mir denn nix gescheites ein?
Ganz oft ist dann die Situation vorüber oder es kommt etwas völlig verunglücktes aus meinem Mund.
Da finde ich dann Männer tatsächlich leichter händelbar, weil die erstens so selten Komplimente bekommen und zweitens nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.
Naja, für mich ist das schwierig mit den Komplimenten. Und nicht leichter machen es dann Artikel, die davor warnen, einen Menschen auf‘s Äußere zu reduzieren. Aber grad das ist es ja was ich bei völlig Fremden wahrnehme und manchmal eben total toll finde. Grad bei Dunkelhäutigen bin ich oft so fasziniert von dieser seidigen Haut aber ich sag nix. Das ist dann bloß positiver Rassismus. Schade, ich verbiete mir oft selber den Mund.
Puh, meistens-heiter, das ist aber schon fast eine Anleitung zum Unglücklichsein... Das tut ja weh beim Lesen! Ich schieb dir mal ein Bündel Lockerheit rüber.
Dodadadiamoisongdesisahoidamoiaso
Ein kluges Wort, und schon bist du Kommunist (Autoaufkleber aus den 80ern)
Zitat von Nora im Beitrag #75Ich glaube, ich mache mir weniger Gedanken, daß er sich BEDRÄNGT fühlt. Sondern frau macht das einfach nicht, um keine Vorstellungen zu wecken, die nervig werden könnten - daß ein Kompliment mehr bedeutet, so Richtung „hit on me“!
So ist es! Und das meine ich mit bedrängt .
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
Wir haben auch mal im Team festgestellt, dass gerne vor allem gemotzt wird über die Dinge, die nicht so super laufen - sich aber alle in Summe ziemlich wohl fühlen.
Daher haben wir versucht uns anzugewöhnen, auch nette, gute, schöne Erlebnisse mit den anderen zu teilen. Ist nicht direkt ein Kompliment, geht aber in die Richtung. Man glaubt gar nicht, was das für einen Effekt hat, mal eher den Fokus auf das zu legen, das gut läuft, Freude macht.
Can 'truth' mean what it says and not what power thinks is best. Latin Quarter
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Zitat von meistens-heiter im Beitrag #70Mein Partner sagt immer: deine Komplimente grenzen an Körperverletzung.
Darunter kann ich mir nichts vorstellen. Kannst Du ein Beispiel nennen?
Zitat von Wendy im Beitrag #71 Ich käme mir komisch vor, einem Mann zu sagen, wie schick er angezogen ist, irgendwie passt das nicht, und ich glaube auch nicht, dass einer das möchte.
Der Vollständigkeit halber solltest Du sagen, dass das für DICH nicht passt. Und dass Männer das nicht möchten halte ich für nicht zutreffend.
Hast Du Deinem Mann oder einem Freund nie gesagt, dass ihm der Anzug, das Hemd etc. gut steht??
Zitat von Nora im Beitrag #75 Sondern frau macht das einfach nicht, um keine Vorstellungen zu wecken, die nervig werden könnten - daß ein Kompliment mehr bedeutet, so Richtung hit on me!
Den Teil mit *hit on me* verstehe ich nicht.
Zitat von meistens-heiter im Beitrag #76 Naja, für mich ist das schwierig mit den Komplimenten. Und nicht leichter machen es dann Artikel, die davor warnen, einen Menschen aufs Äußere zu reduzieren.
Das sind doch zweierlei Paar Schuhe.
Ich käme jetzt echt nicht auf die Idee, mit einem Kompliment jemanden aufs Äußere zu reduzieren (!). Ist für mich auch kein Ausdruck von Oberflächlichkeit.
Und gerade, wenn man jemanden gut kennt, weiß derjenige das Kompliment sicher auch einzuordnen.
Gibt es auch so etwas wie Kollektiv-Komplimente? Ich kam gestern auf dem Fußballplatz zufällig mit jemand aus Trier ins Gespräch und sagte ihm, dass die Gegend dort sehr schön sei und ich die Lebensart, den Wein und die Küche sehr schätze und bald für einen Kurzurlaub dort sein werde. Er kann ja nix dafür, dass er von dort kommt, aber es schien ihn trotzdem zu freuen und er gab mir noch ein paar Tipps.
Ich finde schon, dass das auch ein Kompliment ist, wenn jemand den Dom in meiner ursprünglichen Heimatstadt so schön findet wie ich …. Auch wenn ich ihn nicht selbst gebaut habe.
Es geht ja mehr um positives Feedback und auch positive Bemerkungen im Zusammenhang mit einer Person, für meine schönen Augen kann ich ja genauso wenig.
Und die Alternative wäre ja „ach die Stadt mit dem hässlichen schwarzen Tor und dem sauren Wein“ das Gegenteil zu einem positiven Gesprächseinstieg.
Komplimente müssen für mich nicht unbedingt eine besondere persönliche Leistung bewerten, sondern jede positive Assoziation, die ich auslöse, kann ein Kompliment sein.
Zitat von promethea71 im Beitrag #85... Und die Alternative wäre ja „ach die Stadt mit dem hässlichen schwarzen Tor und dem sauren Wein“ das Gegenteil zu einem positiven Gesprächseinstieg.
Das war gut! Ich mag den Elbling wirklich. Oder meinst du den Viez?
Zitat von promethea71 im Beitrag #85Ich finde schon, dass das auch ein Kompliment ist, wenn jemand den Dom in meiner ursprünglichen Heimatstadt so schön findet wie ich
Das würde für mich jetzt nicht in die Kompliment-Kategorie fallen, weil der persönliche Bezug komplett fehlt.
Ich käme jetzt echt nicht auf die Idee, mit einem Kompliment jemanden aufs Äußere zu reduzieren (!). Ist für mich auch kein Ausdruck von Oberflächlichkeit.
Ich bereue noch heute - nach bald zehn Jahren - dass ich bei einem wildfremden Mann unterwegs die Kompliment-Schwelle nicht überwinden konnte. Der war so umwerfend gut angezogen: nicht nicht nur mainstream, modisch, ethno, und doch das alles auch und noch mehr. perfekt und doch nicht, aber perfekt zu ihm passend. kreativ, aber nicht gewollt. Das Äußere war da für mich keine Äußerlichkeit mehr, nichts von Oberflächlichkeit. Es/er sah so stimmig-selbstverständlich aus wie es Anderen ein Bedürfnis ist, präzise und elegant zu formulieren und sie machen das mit lockerer Leichtigkeit. Ich habe nichts gesagt, weil "man sowas nicht macht" (normalerweise kein Hindernis für mich) und frau noch weniger (normalerweise kein Grund für mich). Als junge und gut aussehende Frau hätte ich kein Problem gehabt. Heute könnte ich es auch
Zitat von promethea71 im Beitrag #85Ich finde schon, dass das auch ein Kompliment ist, wenn jemand den Dom in meiner ursprünglichen Heimatstadt so schön findet wie ich …. Auch wenn ich ihn nicht selbst gebaut habe. Es geht ja mehr um positives Feedback und auch positive Bemerkungen im Zusammenhang mit einer Person ...
Das sehe ich auch so.
Leider geht in dieser Hinsicht aber so manches "Kompliment" nach hinten los.
Ich war mal für 2 Tage in Zeuthen (bei Berlin) und lobpreiste dort bei einer Zufallsbekanntschaft den herrlichen See und die schöne Umgebung. Die Frau war sichtlich angetan ... und wollte dann wissen, woher ich denn käme?
Als ich "aus Köln" sagte, brach die fast vor meinen Augen zusammen:
"Um Gottes Willen. Was für eine hässliche, unmögliche Stadt - und der Dom, naja, direkt neben dem Bahnhof - schlimmer geht's wirklich nicht. Keine 10 Pferde bringen mich nochmal in diese Stadt!"
Ich hätte am liebsten geantwortet:
Wissen Sie was? Und Ihr Zeuthen ist einfach der unmöglichste und unsympathischste Ort den ich kenne. Und nein, ein 2. Mal komme ich bestimmt auch nicht mehr hierher
Tsss, ich liebe mein Köln. Wer "meine Stadt" beleidigt, der beleidigt auch mich
( Ist jetzt nicht so ganz ernst gemeint. Aber schon ein bisschen ... )
Sowas, wie ein Lob für eine Heimatregion oder so, würde ich jetzt nicht in die Kategorie "Kompliment" packen, aber es ist zum einen etwas verbindendes, das gleiche zu mögen. Und ja, je nachdem wir stark der Lokalpatriotusmus ausgeprägt ist, macht es einen natürlich auch etwas stolz. Oder eben es trifft, wenn jemand unsensibel etwas abwertet wie in dem Beispiel was Du beschreibst, Larifari, kann ich durchaus verstehen.
Kann aber auch gegenteilig sein, gibt ja auch Leute, die total froh sind aus der Heimat wegzusein oder es gern wären oder so.
In Deutschland gibt es halt auch viele Städte, die im Krieg zerstört wurden und nicht jede Fußgängerzone wurde wirklich zu einem schönen Ort und viele verwaisen mehr und mehr.
Daher, manchmal muss man auch ein bisschen ein Auge für das Schöne haben um es zu sehen.
Bei Trier vermutlich nicht, das soll wunderschön sein.
Zitat von schafwolle im Beitrag #83 Den Teil mit *hit on me* verstehe ich nicht.
Auf deutsch "anbaggern". Da müssen Frauen gegenüber Männern manchmal genau so aufpassen wie Männer gegenüber Frauen. Komplimente können eine höchst feinstofflich-sensible Angelegenheit sein, wenn jemand den richtigen Ton oder begleitenden Blick nicht trifft. Oder es den/die Falsche/n trifft. 😉
Jungen Männern Komplimente zu machen wird aber mit zunehmendem Alter leichter, finde ich, weil irgendwann die Anbaggerkomponente weniger wird. Ich hab vor ca. zwei Jahren mal einen Mann im Zug gesehen, der war schwarz (so richtig tiefschwarz), groß und schlank und trug einen eleganten schwarzen Anzug. Er sah wie ein Model aus, war so Mitte/Ende 20. Wir stiegen an derselben Station aus. Ich hab ihn angelächelt und gesagt "Sie sind aber ein schöner Mann!" Ich denke, er hat das nicht als blöde Anmache aufgefasst, schon allein wegen des Altersunterschiedes.
Wenn ein männlicher Mittfünfziger sowas zu einer Endzwanzigerin sagt, ist es sicherlich anders.
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Zitat von promethea71 im Beitrag #85... Und die Alternative wäre ja „ach die Stadt mit dem hässlichen schwarzen Tor und dem sauren Wein“ das Gegenteil zu einem positiven Gesprächseinstieg.
Das war gut! Ich mag den Elbling wirklich. Oder meinst du den Viez?
Da sind wir schon zwei…
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von schafwolle im Beitrag #83Den Teil mit *hit on me* verstehe ich nicht.
Sorry, da war ich unkonzentriert!! „Bagger mich an“ hätte das vielleicht besser heißen müssen, wobei der englische Ausdruck nicht ganz so plump gemeint ist.
Zitat von Kambara im Beitrag #91 Auf deutsch "anbaggern".
Danke fürs erklären!
ZitatDa müssen Frauen gegenüber Männern manchmal genau so aufpassen wie Männer gegenüber Frauen.
Es ist schon ein Unterschied - wenn Dir ein Mann ein Kompliment macht, bedeutet das meist „Interesse bekunden“ - frau muß da aber nicht weiter drauf eingehen, alles gut. Ist er “richtig interessiert“, macht er das deutlicher… Viele Männer gehen aber bei Kompliment von einer Frau automatisch davon aus, daß das „die will echt was von mir“ bedeutet. Und Du hast ihn „an der Backe“, bis Du echt deutlich wirst…
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Nora im Beitrag #95Viele Männer gehen aber bei Kompliment von einer Frau automatisch davon aus, daß das „die will echt was von mir“ bedeutet. Und Du hast ihn „an der Backe“, bis Du echt deutlich wirst…
Oder sie weichen dir aus, weil sie an dir überhaupt kein Interesse haben - aber glauben, du hättest eines!
Auch ärgerlich...
Mit voller Hose ist leicht stinken...
Halte Dir jeden Tag 30 Minuten für Deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. (A. Lincoln)
In einer Diktatur haben alle Angst vor einem. Und einer hat Angst vor allen...
Zitat von Wendy im Beitrag #71 Ich käme mir komisch vor, einem Mann zu sagen, wie schick er angezogen ist, irgendwie passt das nicht, und ich glaube auch nicht, dass einer das möchte.
Der Vollständigkeit halber solltest Du sagen, dass das für DICH nicht passt.
Davon gehe ich eigentlich aus, dass das so verstanden wird
Zitat Hast Du Deinem Mann oder einem Freund nie gesagt, dass ihm der Anzug, das Hemd etc. gut steht??
Doch schon, aber fremden Männern nicht.
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
Das ist richtig, ich mache das aber trotzdem nicht - wer weiß, wie es ankommt! Vor einiger Zeit war ich in großer Versuchung . Ich wohne in einem Haus mit lauter Oldies, ging die Treppe runter und höre von oben, wie jemand diese herunterrennt. Spontan sagte ich: "Wer rennt denn in diesem Haus so energetisch die Treppe runter?!" Die prompte Antwort: "Ein junger Mann!" Und schon war er mit mir auf gleicher Höhe. Mir lag es auf der Zunge zu sagen: "... und so ein Prachtexemplar!" War er nämlich. Es stimmt ja, dass sich frau mit zunehmendem Alter mehr Freiheiten herausnehmen kann, aber dazu müsste ich nochmal 20 Jahre zulegen !
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
Ich hab neulich eine Fremdschämsituation sondergleichen erlebt. Sagt eine Arbeitskollegin (Ende 50) zu einem Mann (Mitte 30), mit dem wir ab und zu beruflich zu tun haben: bist ja immer noch so ein Sahneschnittchen. Der Mann schaute sichtlich irritiert, ich sagte später zu der Kollegin unter 4 Augen, sie solle das künftig unterlassen weil sexistisch. Konnte sie überhaupt nicht verstehen, sie hatte es als Kompliment gedacht. Sie wollte auch nicht verstehen, dass die Zeiten heute andere sind und solche Sprüche einfach nicht mehr angemessen sind.
Einem fremden Mann Komplimente machen würde ich vermutlich eher nicht, aber bei Männern, die ich kenne und die das ganz sicher nicht als Anmache auffassen, sag ich auch schon mal "cooles Hemd" oder "die neue Brille steht Dir super" - so wie ich es bei Frauen auch mache.
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
I would love to live like a river flows,carried by the surprise of its own unfolding. (John O'Donoghue)
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