Man kann mit Komplimenten auch ganz schön ins Fettnäpfchen treten. Ich sagte im Laufe der Zeit vier Nachbarinnen, dass sie wunderschöne Haare hätten. Es stellte sich heraus, dass zwei davon Perücken waren ... Und vor langer Zeit machte ich mit den Kindern Urlaub auf dem Bauernhof im Rheinland. Der Bauer hatte fürchterliche Zähne, ein Pferdegebiss. Seine Frau wunderschöne Beißerchen. Ich sagte ihr, was für schöne Zähne sie hätte, und sie lachte schallend:
"Isch han ja schon seit dreißig Jahren en Jebiss!"
Mit den Jahren erhärtet sich mein Verdacht, dass der Homo Sapiens eine Schnapsidee der Schöpfung war.
Ich mache gern Komplimente, muss aber zugeben, dass ich mich mit dem Annehmen manchmal schwer tue. Am leichtesten fällt mir das bei Komplimenten, die sich auf etwas, was ich bei der Arbeit geleistet habe oder gut mache (mein liebstes eines erfahrenen, älteren Kollegen: "Du formulierst immer so schön, liest sich wie bei - setze beruflich höchtes Instanz ein -"), sonst neige ich auch zum Relativieren, Abwiegeln, reisse mich aber inzwischen am Riemen und versuche, einfach "danke" zu sagen. Psychologisch wahrscheinlich aufschlussreich...
Habe passend zum Tag heute meinem jüngsten Sohn vom Welttag der Komplimente berichtet und ihm gesagt, wie lieb, schlau und gut zum Knuddeln ich ihn finde. Seine Antwort: "Und Du kannst wirklich schöne Komplimente machen"
"Tell me, what it is you plan to do with your one wild and precious life?" - Mary Oliver
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Zitat von promethea71 im Beitrag #1 Im Dezember/Januar haben wir hier im BFO eine Userin verloren und als wir erfahren haben, dass sie tot ist, wurde sehr viel nettes über sie geschrieben und es kam heraus wie sehr sie von vielen geschätzt wurde und wir haben sogar für ihre Beerdigung gesammelt und großen Anteil daran genommen. Das war sehr schön und bewegend.
Ich wünsche mir so sehr, dass sie es irgendwie spürt.
Meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen
God gave rock 'n' roll to you, put it in the soul of everyone. (KISS)
Zitat von Wendy im Beitrag #52Man kann mit Komplimenten auch ganz schön ins Fettnäpfchen treten. Ich sagte im Laufe der Zeit vier Nachbarinnen, dass sie wunderschöne Haare hätten. Es stellte sich heraus, dass zwei davon Perücken waren ...
Das hab ich auch schon einmal erlebt, die Frau hat sich trotzdem gefreut :-)
Ich mittlerweile auch. Ganz bewusst. Weil ich durch ein ganz kleines Erlebnis erfahren habe, dass ich was Gutes zu einer Person gesagt habe, das später an mich herangetragen wurde (ich hatte mir gar nicht so viel dabei gedacht, als ich das sagte) und das eine positive Reaktion bei dieser Person ausgelöst hatte. Aus Anonymitätsgründen kann ich nicht mehr dazu sagen. Aber da habe ich gemerkt: Eine positive Äußerung kann auch Gutes bewirken. Und seitdem gebe ich bewusst positive Feedbacks.
Zitat von Wendy im Beitrag #28 Aber bei Frauen oft, und ich spreche auch wildfremde an, wenn sie etwas besonders Schickes oder Besonderes anhaben oder ein ausgefallenes Schmuckstück. Darüber freut sich jede!
Ok, da wäre ich vermutlich die Ausnahme ;). Auf der Straße zB möchte ich gar nicht von völlig Fremden aus diesem Grund und so ganz ohne Bezug angesprochen werden. Da schließe ich wohl von mir auf Andere und mache das auch selbst nicht.
Zitat, bei Männern finde ich das heikel, sehe auch nie einen Grund dazu.
Ich sehe da nichts Heikles. Und Männer freuen sich genauso wie Frauen über ein Kompliment über ihre Kleidung oder den super Haarschnitt. Oder wenn sie ein Problem, welcher Art auch immer, gut gelöst haben.
Zitat Ganz oft spreche ich kleine Kinder an: du bist aber süß/tüchtig/stark etc
Das war früher oft so, dass meine kleinen Kinder von Fremden angesprochen wurden. Mir war das nicht sympathisch, weil man ja irgendwie anstelle der Kinder fast reflexhaft etwas darauf sagt.
Ich mache auch gerne Komplimente, am liebsten bei Menschen, die auf etwas (heimlich) stolz sind und ich das weiß. Der Freundin, die ihre Rückenmuskulatur trainiert, der Nachbar für den schönen Vorgarten, der Mama für ihre Kochkünste usw.
Oder, um jemanden zu ermutigen. Gerade in meiner Mama-Freunde-Gruppe sagen wir uns regelmäßig wie gut das die andere macht, wenn man mal wieder eine schreckliche Woche hatte.
Komplimente über die Optik geben mir gar nichts, außer wenn sie von sehr engen Bezugspersonen kommen. Von Fremden (gerade Männern) fand ich das bisher höchstens nett. Daher versuche ich sie selbst auch zu lassen.
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Zitat von schafwolle im Beitrag #57 Ok, da wäre ich vermutlich die Ausnahme ;).
..........
Ich sehe schon, ich mache mich hier unbeliebt.
Mir geht es ähnlich.
Nach meinem Empfinden sind weniger Komplimente manchmal mehr.
Spontan fallen mir meistens die passenden (ehrlichen) Antworten nicht ein.
Schon als Kind wollte ich nicht gerne Komplimente hören. Ich wusste damals, dass mein Gegenstand, mein Beitrag, meine Aktion, Kleidung oder sonstwas gerade auffällig gut ist. Ich merke doch an den Blicken, Reaktionen, wenn etwas gut ankommt. Mir selber muss es passen.
Für manche sind Komplimente der einfachste Weg zum Smalltalk oder der Schlüssel, um ihre Neugier zu stillen.
Zitat von Wendy im Beitrag #52Man kann mit Komplimenten auch ganz schön ins Fettnäpfchen treten. Ich sagte im Laufe der Zeit vier Nachbarinnen, dass sie wunderschöne Haare hätten. Es stellte sich heraus, dass zwei davon Perücken waren ... Und vor langer Zeit machte ich mit den Kindern Urlaub auf dem Bauernhof im Rheinland. Der Bauer hatte fürchterliche Zähne, ein Pferdegebiss. Seine Frau wunderschöne Beißerchen. Ich sagte ihr, was für schöne Zähne sie hätte, und sie lachte schallend: "Isch han ja schon seit dreißig Jahren en Jebiss!"
Was heißt denn da Fettnäpfchen - jedenfalls beim Gebiss hätte ich dann gesagt - dann geht das Kompliment an den Uahnarzt - hat er echt super gemacht - käme niemand auf die Idee, das sei eins!
Perücke ist natürlich schwieriger - selbst das Kompliment für „echt? Sieht sieht toll aus, sie haben die echt gut gewählt“ Kann wehtun, wenn die Dame die nicht freiwillig trägt (weil z.B. konservative Jüdin - obwohl die ja meist express auffällige tragen…).
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Hm, ich habe ja „prägende Jahre“ in den U.S. verbracht. Da ist „Komplimente machen“ etwas was zu höflichem Verhalten gehört - und begeistert aufgenommen wird.
Das hat auch auf mich abgefärbt - ich komplimentiere, wenn ich schönes - oder sorgfältig gemachtes, oder „eindeutig Neues“ sehe - die tolle Nagellackfarbe der Kassiererin bei Aldi, Die schönen Ohringe der Postdame, Die Brille der Dame in der S-Bahn neben mir… Die Bluse der KollegIn…
Die Reaktionen erstaunen mich immer wieder - damit rechnet in D keine, die freuen sich, sind aber erstaunt!
Ich werde den Drang, Komplimente zu machen wohl in diesem Leben nicht mehr los - Aber mir fällt gerade auf - mache ich nur bei Frauen. Oder Männern, die ich gut kenne.
Ist vermutlich auch besser so, aber wieso ich das „automatisch“ so mache/gemacht habe, denke ich nochmal nach!
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Ich glaube, gerade in Deutschland "bieten" Männer nicht so viel Potential, um spontan Fremden Komplimente zu machen? Natürlich gibt es sehr attraktive Männer, aber die Kleidungswahl im Alltag ist doch meist eher unauffällig und Accessoires gibt es meist auch nicht, bis auf den Ehering. Und ein "Sie sind ein sehr attraktiver Mann./Sie haben so schöne Augen./ Ihr Knackpo ist toll! (Spaß)" kann dann doch eher falsch verstanden werden.
stansouth, auf sowas wie von Dir beschrieben reagiere ich allergisch. Ich finde es fürchterlich unsympathisch und unangenehm, wenn Menschen Komplimente einfordern ("bin ich nicht toll? seh ich nicht gut aus? bin ich nicht belesen/gebildet/weltgewandt/superduperspitzenklasse?"). Meist machen sie das wenig subtil, sondern eher wie Holzfäller. Komplimente bekommen sie dann von mir sicher nicht.
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Bei mir hat es lange jahre und viel übung gebraucht, um komplimente annehmen zu können.
Zum einen war ich dazu erzogen worden, alles andere als mich selbst für wichtiger zu halten. Deswegen dachte ich wirklich, dass es nicht ernst gemeint sein konnte und sehr übertrieben war. Zum anderen bekam ich die 'falschen' komplimente. Also z.b. als kind, wie brav, wie lieb, wie gut erzogen ich wäre. Das waren alles werte, die mir völlig fremd waren und die ich auch nicht besonders gut fand, im gegensatz zu meinem gegenüber.
Was ich schon immer annehmen konnte, sind die wortlosen komplimente. Ein anerkennender/wertschätzender blick, ein lächeln, ein verstehendes zuzwinkern. Wenn es sich spontan ergibt und ohne hintergedanken anfühlt. Das sind für mich die besten überhaupt.
Vor jahren hatte sich ein junger kollege die haare wachsen lassen. Alle zogen ihn damit auf, aber ich sagte ihm, dass es mir sehr gefallen würde. Einfach so, als rein sachliche feststellung. Geraume zeit später, als er mit seiner dichten, lockigen, höllisch attraktiven mähne total zufrieden war, hat er mir gesagt, dass mein zuspruch der einzige positive überhaupt war und nur der ihn dazu gebracht hatte, das experiment nicht vorzeitig abzubrechen.
Ich mach mir jetzt selbst ein Kompliment: rosy, du magst eine lausige Hausfrau sein und eine nicht gerade liebenswerte Ehefrau. Aber dein Sohn, der ist dir gelungen. Fleißig, klug, weltoffen. Tierlieb ohne ende.
Zitat von Avada im Beitrag #64Ich glaube, gerade in Deutschland "bieten" Männer nicht so viel Potential, um spontan Fremden Komplimente zu machen?
Ach krass. Gut, dass ich in Ö lebe Ich nehme das anders wahr. Ich sehe viele Männer mit potential für Komplimente.
Wir Frauen brauchen keine Männer, die uns beschützen. Wir brauchen Männer, die andere Männer NICHT beschützen. - Inge Bell -
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Vielleicht bin ich auch zu kritisch Männern gegenüber 🤷🏽♀️😄.
Ich käme mir komisch vor, einem Mann zu sagen, wie schick er angezogen ist, irgendwie passt das nicht, und ich glaube auch nicht, dass einer das möchte. Jedenfalls denke ich, dass sich ein Mann da eher bedrängt fühlen würde. Aber Frauen - jederzeit, no problem, mach ich gern. Worüber ICH mich freue, sind eher keine Komplimente, sondern Aussagen bei Leseabenden, wenn mir jemand sagt, wie interessant und gut er/sie meinen Beitrag gefunden hat.
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@meistens-heiter, technischer Tipp für Komplimente, manchmal hilft ja so eine Gebrauchsanweisung : Ein Kompliment ist besonders wirksam - gerade bei weniger gefühligen Menschen - wenn es irgendwie begründet wird. Zum Beispiel: "Der Schal ist aber schön, passt super zu Deiner Augenfarbe." Oder: "Voll schicke Kravatte, ich steh auf die Farbe / Streifenmuster / das Material..."
Meiner Erfahrung nach sind Männer da auch nicht so scheu und schamhaft, dass sie sich sofort bedrängt fühlen. Manchmal sind sie, leider, tatsächlich unerfahren im Erhalten von Komplimenten. Aber ich find ja, das sollte man ändern. 🙂
Ich mache jetzt @Avada ein Kompliment für ihre Komplimente über "unsichtbare Leistungen"! Finde ich voll gut!
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Zitat von Nora im Beitrag #62 Was heißt denn da Fettnäpfchen - jedenfalls beim Gebiss hätte ich dann gesagt - dann geht das Kompliment an den Uahnarzt - hat er echt super gemacht - käme niemand auf die Idee, das sei eins!
Ja sicher, so etwas Ähnliches habe ich bestimmt gesagt - ist aber schon an die 40 Jahre her . Sie hat's ja auch mit Humor genommen!
Zitat Perücke ist natürlich schwieriger - selbst das Kompliment für „echt? Sieht sieht toll aus, sie haben die echt gut gewählt“ Kann wehtun, wenn die Dame die nicht freiwillig trägt (weil z.B. konservative Jüdin - obwohl die ja meist express auffällige tragen…).
Diese Komplimente sind neueren Datums, und ich habe jedes Mal gesagt: sieht täuschend echt aus, was auch der Wahrheit entsprach! Und um die Sache zu entschärfen: Wo haben Sie die denn her, ich glaube, ich lege mir auch eine zu! Aber das war mir sowas von peinlich!
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Zitat von Wendy im Beitrag #71Jedenfalls denke ich, dass sich ein Mann da eher bedrängt fühlen würde.
Wenn du ihm ein Kompliment machst oder allgemein?
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Ich glaube, ich mache mir weniger Gedanken, daß er sich BEDRÄNGT fühlt. Sondern frau macht das einfach nicht, um keine Vorstellungen zu wecken, die nervig werden könnten - daß ein Kompliment mehr bedeutet, so Richtung „hit on me“!
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.