Ich glaube, ich habe gar keine direkte Frage, vielleicht möchte ich nur ein wenig Zuspruch... Mir geht es seit einiger Zeit nicht mehr so gut, und ich hatte im Sommer diesbezüglich schon einmal gepostet, und von euch hierfür gute Ratschläge bekommen. Ich war damals auch dann beim Arzt (bzw. es war dann eine Ärztin in der Gemeinschaftspraxis meines eigentlichen Arztes), habe dort geweint wie ein Schlosshund, aber sie meinte nur (vermutlich war sie selbst hilflos in dem Moment, sie ist relativ jung), dass meine SD-Werte aber in Ordnung seien, und fragte, ob ich denn keine Freundin hätte mit der ich mal reden könnte. Aber dies ist jetzt gar nicht das Problem, ich habe aber den Schritt nochmal zum Arzt nicht gewagt. Es ging mir aber, trotz eines schlimmen Rückschlags im März, jetzt langsam besser. Gestern war der erste Tag seit langem, wo ich mal wieder positiv nach vorne geschaut habe.
Vor 2 Stunden etwa erwähnte mein jüngster Sohn so nebenbei, dass er jetzt auch nach einer eigenen Wohnung schauen würde. Es hat mir den Boden unter den Füßen weg gezogen. Er ist der jüngste von meinen 4 Söhnen, die anderen 3 sind schon ausgezogen. Und auch wenn ich immer gesagt habe, wenn sie dann mal ausgezogen sind, dann kann ich endlich umziehen (würde gerne in eine waldliche Gegend), ist es jetzt so - erschreckend... Wir haben knapp 20 Jahre hier in dieser Wohnung gewohnt, durch meinen Alleinerziehenden-Status waren wir eine schöne Gemeinschaft, und jetzt kommt mir der Gedanke alleine in eine andere Wohnung zu ziehen einfach schrecklich vor! Ich hab immer gedacht, so 2-3 Jahre hab ich meinen Jüngsten wenigstens noch bei mir (er hat gerade sein Studium angefangen), und dann passt es sicher irgendwie. Und jetzt? Mir schnürt es gerade die Kehle zu...
Mit meinem Freund möchte ich nicht zusammen ziehen. Ich weiss, dass es nicht gut gehen würde, und davon abgesehen finde ich den Gedanken tatsächlich ganz schön - mal wieder mein eigenes Badezimmer, meine eigene Küche, etc. ...
Aber jetzt habe ich Angst. Angst vor dem alleine sein. Angst meine Jungs irgendwie zu "verlieren" (also das ist jetzt übertrieben, aber in dem Alter sind Besuche ja nicht öfter als an den Feiertagen wahrscheinlich). Und Angst vor der Konfrontation mit meinem Freund, der schon darauf wartet dass wir endlich zusammen ziehen.
Sorry für den langen Text. Und, wie gesagt, ich habe gar keine Frage, aber ich wollte einfach mal alles runter schreiben. Und vielleicht gibt es ja jemanden, der es ähnlich ging...
gerade stützt für Dich etwas um in Deinen Leben - das ist nie einfach! Mitreden kann ich beim Thema „Kinderauszug“ nicht… aber: >>Tasse Tee und ein paar Blumen hinstell“<<
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Den Schmerz, wenn auch das jüngste Küken auszieht, kennt wohl so manches Elternteil.
Du musst ja nicht sofort agieren, lass dir einfach etwas Zeit, um zu realisieren, dass du dich jetzt um deine Belange kümmern darfst ohne Rücksicht auf Mitbewohner. Vielleicht ist es dann doch weniger der Waldrand als du bisher gedacht hast, spür einfach deinen Bedürfnissen nach, egal wie lange du die Ruhe dafür brauchst.. Das 'empty nest' ist eine Umstellung und eine Chance.
Lissy, wenn ihr euch bis jetzt gut verstanden habt dann bleibt das auch so. Da ist nichts vor dem du Angst haben müsstest. Du solltest dich eher freuen dann sturmfreie Bude zu haben ;-) Du kannst dir eine Wohnung suchen wo du willst, kannst sie einrichten wie du willst etc. Das wird schon 🍀
Mitmenschlichkeit ist die schönste Art der Erderwärmung 🌹
Liebe Lissy, ich habe zwar "nur" zwei Söhne und war auch nicht alleinerziehend, aber Deine Gefühle in Bezug auf den Auszug Deines Jüngsten kann ich gut nachvollziehen.
Als bei uns der Ältere damals mit 18 auszog, war ja unserer jüngerer Sohn noch bei uns und das hat mir geholfen, aber als er dann drei Jahre später auch auszog, war das sehr schwer für mich.
Zunächst waren beide nur in der näher gelegenen Unistadt und so konnten wir uns an den Wochenenden öfter sehen, aber inzwischen sind beide seit Jahren weit weg und wir treffen uns nur noch selten im Jahr.
Ich glaube, wenn man ein gutes Verhältnis zu den Kindern hat, braucht es seine Zeit, den Auszug zu verarbeiten, und man sollte sich diese Zeit erlauben. Es ist ja ein großer Einschnitt für einen selber. Mein Mann hat es wohl nicht so stark empfunden, aber ich habe die beiden zunächst sehr vermisst.
Wir haben es in den letzten Jahren so gemacht, dass wir am Wochenende öfter mal telefonieren oder ein Zoom-Meeting zu Viert machen, das ist auch nett. Vielleicht könnt Ihr Euch auch solche "Rituale" überlegen?
Ich denke, wenn Du ein gutes Verhältnis mit Deinen Söhnen hast, dann kannst Du darauf vertrauen, dass Euer Verhältnis sich zwar durch die äußeren Umstände ändert, aber trotzdem gut bleiben wird.
Inzwischen haben uns unsere Söhne auch schon öfter deutlich gemacht, dass ihnen die Beziehung mit uns wichtig ist, das wünsche ich Dir auch.
Für Entscheidungen wie einen Umzug kannst Du Dir ja Zeit lassen, denke ich, da brauchst Du nichts über's Knie zu brechen.
Mein Mann und ich wohnen noch immer zu zweit in unserem Haus, obwohl wir so viel Platz nicht unbedingt bräuchten. Zumindest solange wir noch arbeiten, werden wir nicht umziehen und das Haus nicht verkaufen.
Ich wünschte, ich könnte Dir etwas Trost spenden. Sei gut zu Dir selber und gib Dir Zeit, alles zu verarbeiten.
Ich danke euch! Eben, als ich mit meinem Hund raus war, und mir die Tränen kamen, hab ich mir auch gesagt, sei nicht albern, er hat es nur schonmal angekündigt - noch ist er da. Und so hab ich ja sogar Zeit mich darauf einzustellen... Aber trotzdem... Ich hab jetzt schon Angst vor diesem Tag! Diese Stille... Dieses ganz alleine sein... Und ich hab immer gedacht, ich bin in der Beziehung ganz taff. So kann man sich täuschen...
@Lissy, Respekt! 4 Kinder allein großgezogen! Da musstest Du sicher oft ganz viele Anforderungen jonglieren ...
Es wird da gerade ein neuer Lebensabschnitt eingeleitet, der aber neue Möglichkeiten eröffnet!
Gib Dir Zeit, Dich darauf einzustellen.
Hast Du gar nicht das Bedürfnis, jetzt mal nur an Dich denken zu können, Dinge zu tun, für die lange keine Zeit/Energie/Geld da war? Vielleicht findest Du etwas, was Du gern nun machen möchtest? Hobbies, Sport, Reisen, ...?
Freund: Bereite Dich darauf vor, ihm zeitnah zu vermitteln, dass Du nicht mit ihm zusammen ziehst, wenn Du davon ausgehst, dass er das erwartet. Falls er Andeutungen macht, würde ich nicht ausweichen, sonst setzt sich der Gedanke ans Zusammenziehen weiter fest und es wird schwerer, das dann noch zu besprechen. Ich an Deiner Stelle würde es jedenfalls recht bald klären wollen.
P.S.: Du verweist auf einen früheren Strang und schreibst vom Arztbesuch - kannst Du dazu noch kurz zusammengefasst etwas sagen? Ich kann nicht einordnen, ob das für die derzeitige Stimmung irgendwie wichtig wäre zu berücksichtigen.
"Mein "normales" Paket sind die üblichen Sorgen einer langjährig Alleinerziehenden, angefangen vom finanziellen über den permanenten Stress mit Vollzeit-Job/Neben-Job bis halt zur psychischen Verantwortung immer alleine für weitere vier Menschen entscheiden zu müssen. Habe ich all die Jahre gut gemeistert, da mir meine Kinder auch wieder Antrieb gegeben haben - ich musste (und wollte auch!) funktionieren."
Und da kamen halt ein paar Dinge dann noch hinzu. Der Winter war schlimm jetzt für mich, obwohl ich sonst keine Probleme mit der "dunklen Jahreszeit" habe. Im Gegenteil. Ich mag alle Jahreszeiten, Lichterglanz und Sonnenstrahlen. Aber jetzt war ich, glaube ich, ganz nah an einer Depression. Wie gesagt, irgendwie schien es diese Woche aufwärts zu gehen, also nicht nur nach außen hin (die wenigsten in meinem Umfeld wissen wirklich wie es in mir aussieht), sondern auch innerlich. Ein Gefühl von "wird schon wieder" . Warum weiss ich nicht. War einfach da. Vielleicht wirklich weil die Bewegung an der frischen Luft wieder Spaß macht.
Vielleicht kommt das Gefühl ja wieder, war heute bestimmt nur ein kleiner Rückschritt wieder...
@Lissy, Du hast so lange so viel alleine gestemmt - da könnte es gut sein, dass Du z.B. eine Erschöpfungsdepression hast oder kurz davor stehst (ist eine absolut laienhafte Vermutung!).
Es wäre schön, wenn es nicht so wäre und nur ein vorübergehendes Tief war.
Falls Du aber sehr erschöpft bist, was sich möglicherweise über Jahre aufgebaut hat, dann wird die Regeneration auch längere Zeit brauchen. Frühlingstage mit Wärme und mehr Licht mögen zu einem besseren Befinden beitragen, aber machen keine tiefe Erschöpfung wett.
Vielleicht ist Zeit für eine kleine Bestandsaufnahme? Was tut Dir derzeit gut? Was belastet Dich? In welchen Lebensbereichen möchtest Du etwas ändern, in welchen nicht? ... Manchmal gibt es jedoch auch Zeiten, da hat man für so etwas gar keinen Nerv - da ist man froh, den Alltag halbwegs so zu schaffen, wie er ist und jede Änderung würde unglaublich viel Energie kosten.
Ich kann es leider überhaupt nicht einschätzen, was Dir gerade gut tun könnte - vielleicht ist im o.g. irgendetwas dabei, was Du für Dich nutzen kannst.
Solltest Du unsicher bzgl. einer Depression sein, dann lass das bitte von einem Arzt testen (erste Anlaufstelle dafür ist der Hausarzt), so dass Du im Fall des Falles zeitnah eine gute Therapie bekommen kannst.
Ich möchte Puls zustimmen. Manchmal ist man an einem Punkt im Leben, da lohnt es sich zu überlegen ob man noch auf dem Weg ist und ob es auch der richtige ist. Vielleicht wäre eine Auszeit in Form von Krankschreibung und Reha für dich ein Variante um dich zu sortieren und neue Kraft zu schöpfen.
harder, better, faster, stronger
beating the competition ist easy, beating yourself is a never ending commitment
Lissy, ich vermute auch, dass sich die Erschöpfung Bahn bricht. Sei gut zu dir und versuche für dich zu klären, was du dir für dein künftiges Alleinleben vorstellst. Alles Gute für dich, von einer, die nur zwei Söhne ausfliegen lassen musste.
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen: Das Herz zu härten für das Leben, es weich zu halten für das Lieben. (Jeremias Gotthelf)
Zitat von Lissy im Beitrag #6Ich danke euch! Eben, als ich mit meinem Hund raus war, und mir die Tränen kamen, hab ich mir auch gesagt, sei nicht albern, er hat es nur schonmal angekündigt - noch ist er da. Und so hab ich ja sogar Zeit mich darauf einzustellen... Aber trotzdem... Ich hab jetzt schon Angst vor diesem Tag! Diese Stille... Dieses ganz alleine sein... Und ich hab immer gedacht, ich bin in der Beziehung ganz taff. So kann man sich täuschen...
Naja, aber hätte das jetzt was geändert, wenn er erst in fünf Jahren ausgezogen wäre? Der Zeitpunkt wäre doch so oder so gekommen. Lebe dein eigenes Leben, dein Sohn macht das auch.
Liebe Lissy, es tut mir sehr leid, das von dir zu lesen.
Zitat von Lissy im Beitrag #1Ich war damals auch dann beim Arzt (bzw. es war dann eine Ärztin in der Gemeinschaftspraxis meines eigentlichen Arztes), habe dort geweint wie ein Schlosshund, aber sie meinte nur (vermutlich war sie selbst hilflos in dem Moment, sie ist relativ jung), dass meine SD-Werte aber in Ordnung seien, und fragte, ob ich denn keine Freundin hätte mit der ich mal reden könnte.
Und da werde ich richtig ärgerlich. Auf die Ärztin. Im damaligen Thread hattest du ja gute Tipps bekommen, aber das Ergebnis des Arztbesuchs nicht geschrieben. Das war ja für deine Verhältnisse (immer tough, mehrere Jobs, 4 Kinder allein erziehen, Gesundheit, diverse Themen mit Freund) eine Art Zusammenbruch, der gar nicht gesehen wurde. Bemerkenswert, dass du wieder ohne Hilfe halbwegs auf die Beine gekommen bist.
Zitat von Lissy im Beitrag #1Vor 2 Stunden etwa erwähnte mein jüngster Sohn so nebenbei, dass er jetzt auch nach einer eigenen Wohnung schauen würde. Es hat mir den Boden unter den Füßen weg gezogen. Er ist der jüngste von meinen 4 Söhnen, die anderen 3 sind schon ausgezogen.
Das kann ich gut nachvollziehen. Er war ja sicher auch mit ein Grund, dich zu "berappeln" und andererseits hat er dich vielleicht auch ein bisschen unterstützt (?).
Zitat von Lissy im Beitrag #1Aber jetzt habe ich Angst. Angst vor dem alleine sein. Angst meine Jungs irgendwie zu "verlieren" (also das ist jetzt übertrieben, aber in dem Alter sind Besuche ja nicht öfter als an den Feiertagen wahrscheinlich). Und Angst vor der Konfrontation mit meinem Freund, der schon darauf wartet dass wir endlich zusammen ziehen.
Das in einer gesundheitlich labilen Situation vermehrt Ängste aufsteigen, finde ich ganz verständlich. Zu den Jungs. Ich finde das Gedicht von Khalil Gibran "Eure Kinder" da sehr tröstlich.
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber. Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht. (…) Laßt eure Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein; Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist."
Du wirst sie nicht verlieren.
Die Angst vor der Konfrontation mit deinem Freund schätze ich da schon als größeren "Brocken" ein. (ich habe gerade nochmal die erste Seite deines alten Threads gelesen – vielleicht magst du dir diesen nochmal komplett durchlesen? Wie siehst du das heute?)
Ich würde dir dringend eine Auszeit (Krankschreibung, Reha, ggf. Therapie) ans Herz legen (aus meiner Erinnerung heraus, dass mein - völlig untypischer - Heulausbruch beim Arzt den Zusammenbruch des "Funktionieren" bedeutet hat). Nimm dich ernst und kümmere dich um dich, bitte. Lass dich nicht abwimmeln beim Arzt. Du darfst auch mal schwach sein und bist es körperlich wahrscheinlich gerade. Alles Gute
Mitfühlende Grüße von mir für dich, liebe Lissy, und ein Blumengruß aus Vergissmeinnicht, Wiesenschaumkraut und Butterblumen mit Gänseblümchen und einer Tulpe!
Zitat von PiazzaNavona im Beitrag #15 Übergänge sind schwer, man muss daran arbeiten.
Jakobsweg, Weltreise, Umzug... da gibt's ja einige Möglichkeiten, diesen Übergang bewusst und positiv zu gestalten. Ich würde zB vier Wochen Pacific Crest Trail machen oder so was. Ansonsten: es gibt ja diese IKEA-Werbung, wo die Familie erst ein paar Tränchen vergiesst und sich dann jeder doch insgeheim auf den neuen Lebensabschnitt freut - die Tochter auf die WG mit der Freundin, und die Eltern gestalten das Kinderzimmer zum Hobby-Raum (natürlich mit IKEA-Möbeln ).
Ja, vielleicht sollte ich wirklich noch einmal den Versuch mit einem Arztbesuch wagen, aber ich tue mich schwer nach der Erfahrung im vergangenen Herbst. Es fiel mir schon schwer mich damals zu öffnen, fühlte mich komplett nackt als ich bei der Ärztin dann auch noch weinte, und dann kam nur diese, durchaus mitfühlende, aber mir nicht helfende Reaktion. Ich versuche mich aber noch einmal zu trauen...
Heute morgen bin ich mit Kopfschmerzen aufgewacht, und bin froh, dass ich den Hund habe, ich wäre sonst nicht aufgestanden. Gut, dass ich Homeoffice habe, und der erste Teams-Call auch erst gegen 10 Uhr ansteht...
Und natürlich stimmt das, ob der Auszug jetzt (wobei auch "jetzt" muss er erst einmal eine Wohnung finden, was sich hier in der Gegend noch Monate hinziehen kann) oder erst in 5 Jahren ist - es wäre ähnlich. Aber ich fühle mich gerade nicht gefestigt, es sind noch zu viele Baustellen, ich hab momentan nicht das innere Gleichgewicht, welches ich für Veränderungen brauche, weshalb ich @Julika, das Thema "Beziehung" auch nicht aktiv angehe, sondern laufen lasse.
Der Druck im Job ist auch groß, meine finanzielle Belastung nach wie vor riesig (deshalb ist eine Auszeit o.ä. gar nicht drin). Ich weiss noch nicht einmal, ob ich einen Umzug finanziell stemmen könnte, sondern sowieso hier in der Wohnung bleiben "müsste" - mit den Erinnerungen und der dann vielleicht eintretenden Leere.
Ich danke euch allen wirklich sehr! Es gibt mir sehr viel (auch wenn dann auch wieder Tränen kommen), ich kann mich mal fallen lassen, spiele ich doch sonst (außer bei 2-3 sehr guten Freunden) immer die "fröhliche Frau" , was sehr anstrengend ist.
Ich versuche gleich einen Termin beim Arzt zu machen. Das kann man online, das schaffe ich. Und vielleicht schaffe ich es auch tatsächlich hinzugehen...
ich lege dir den Roman "Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergesen habe" von Doris Knecht ans Herz. Darin geht es genau um diesen Übergang.
Ich war von der Schwangerschaft weg alleinerzeihend und habe erst letztes Jahr so richtig wahrgenommen, wie viel Kraft all das gekostet hat. Meine Tochter ist jetzt 23 und alles ist gut. Aber manchmal braucht es Zeit die Erschöpfung wahrnehmen zu dürfen (weil wann darf frau denn erschöpft sein, wenn sie gebraucht wird?).
Alles Gute für diesen Prozess und für die (Neu-)Ausrichtung deines Lebens.
ein Merkmal eines ausdauernden "Erschöpfungszustands" (nenne ich mal so neutral ohne irgendeine Diagnose) ist ja, dass man den sog. Tunnelblick und keine Kraft für neue Sichten hat; sich dadurch dann etwas im Kreis dreht und sich die Handlungsmöglichkeiten scheinbar immer stärker verengen.
Zum Arztbesuch: du schriebst ja, dass du bei einer anderen Ärztin in der Gemeinschaftspraxis warst - ich würde da schauen, dass ich einen Termin bei meinem eigentlichen Arzt bekäme. Und dann nicht gleich wieder relativieren und als "nicht so schlimm" bezeichnen, sondern klar formulieren, dass du zur Zeit völlig erschöpft bist und dich kaum noch zum Arbeiten aufraffen kannst. Er wird ja aus deiner Patientenakte wissen, dass du keine "Drückebergerin" bist.
Zitat von Lissy im Beitrag #17Der Druck im Job ist auch groß, meine finanzielle Belastung nach wie vor riesig (deshalb ist eine Auszeit o.ä. gar nicht drin).
Wenn du krankgeschrieben bist, gibt es i.d.R. eine Lohnfortzahlung für sechs Wochen. Da könntest du mal "aufatmen". Das ist auch keine "Auszeit" im Sinne eines Urlaubs, sondern notwendig, um deine Arbeitsfähigkeit zu erhalten (wäre auch eine Reha). Wenn du so lange weitermachst, bis gar nichts mehr geht, hast du unter Umständen mit einem handfesten Burnout Monate oder Jahre zu kämpfen. Schlimmstenfalls kommst du gar nicht mehr richtig auf die Beine. Ich habe da ein Beispiel vor Augen, ich schreibe das nicht, um dir Angst zu machen, sondern die Dringlichkeit des Handelns zu betonen.
Zitat von Lissy im Beitrag #17ich hab momentan nicht das innere Gleichgewicht, welches ich für Veränderungen brauche, weshalb ich @Julika, das Thema "Beziehung" auch nicht aktiv angehe, sondern laufen lasse.
Das verstehe ich. Allerdings solltest du betrachten, wie es bei einer vorübergehenden Krankschreibung wäre: hättest du dann Zeit für dich oder wären da gleich wieder "Rundum" Ansprüche seinerseits vorhanden? Hält dich das ggf. von einem Arztbesuch ab?
Vielleicht gibt es ja auch in deiner Stadt eine Familienberatungsstelle o.ä., wo du im Rahmen eines Coachings mal mit jemandem "live und in Farbe" deine Situation besprechen könntest und vielleicht ein paar konkrete Handlungsmöglichkeit aufgezeigt werden könnten. Durch dein "immer die Starke sein müssen" hast du vielleicht den Eindruck, es gibt keine Hilfe für dich - das würde ich mal versuchen, zu widerlegen.
Lissy, erst mal Riesenrespekt. Vier Jungs großzuziehen ist eine Leistung, alleine damit zu sein eine Wahnsinnstat über Jahre.
Klar, dass sie mal erwachsen sind und eigene Wege gehen. Du hattest dir wahrscheinlich ein Gefühl der Erleichterung und des Neuanfangs für dich gewünscht. Zuerst kommt aber jetzt erst mal Erschöpfung, eine tiefe und psychisch sehr zehrende. Lass sie kommen, du hast was Großartiges geschafft, du bist nicht krank. Vorschlag: Geh unbedingt nochmal zur Ärztin, erzähl ihr sachlich, wie es dir eben nicht gut geht. Sie kann dir ein leichtes aufhellendes Medikament verschreiben, das nicht abhängig, aber etwas stabiler macht. Und dann rede mit ihr über eine Kur. Drei vier Wochen Erholung mit Spaziergängen und Menschen, denen es ähnlich geht, bisschen Sport, Meditation oder, was dir halt liegt, versorgt werden, sich um nix kümmern müssen, zur Ruhe kommen, atmen ... Ich glaube, das bräuchtest du dringend. Und es steht dir auch zu.
Aus deiner Wohnung musst du noch gar nicht raus, eilt nicht. Du hast Zeit dir neue Wege, Wohnformen und -orte zu überlegen oder anzuschauen. Was kommen soll, kommt schon. Du hast mehrere Versuche.^^
"Man muss dankbar sein, dass man überschätzt wird." Otto Schenk
Hallo Lissy, Noch kann ich nicht nachvollziehen, wie es Dir gerade geht, ich kann es nur mehr erahnen... bei mir steht jetzt im Sommer der Auszug des ersten Kindes bevor, im nächsten Jahr wird dann Nunmer 2 das Abi machen. Als mein Nesthaken dann im Herbst und Winter mit dem Gedanken spielte, die Schule mit dem MSA zu verlassen, mit dem großen Bruder im nächsten Sommer in die Großstadt zu ziehen und von dort aus eine Ausbildung zu machen, wurde mir doch etwas flau... Inzwischen haben sich die Pläne wieder etwas verändert, und ich kann die Angst vor dem großen Umbruch und dem Ganz-Allein-Sein wieder etwas beiseite schieben... Ich wünsche Dir alles Gute für die bevorstehenden Monate!
Was ist Glück? Wohlwollen finden. Und Vertrauen. Sich willkommen fühlen. Miteinander lachen können. Sein dürfen, wie man ist. Unverstellt. Sich gut aufgehoben fühlen. Verstanden, geborgen, geliebt.
Zitat von Lissy im Beitrag #17 Und natürlich stimmt das, ob der Auszug jetzt (wobei auch "jetzt" muss er erst einmal eine Wohnung finden, was sich hier in der Gegend noch Monate hinziehen kann) oder erst in 5 Jahren ist - es wäre ähnlich. Aber ich fühle mich gerade nicht gefestigt, es sind noch zu viele Baustellen, ich hab momentan nicht das innere Gleichgewicht, welches ich für Veränderungen brauche,
Naja, in fünf Jahren wäre dann was anderes nicht im Lot - irgendwas ist doch immer, leider. Also Augen zu und durch. Das Zimmer könntest du ja vermieten. Dann kommt Geld rein, und du bist nicht alleine.
Lieben Dank euch nochmal. Ich werde das mit dem Arzt-Besuch oder einer Beratung in Angriff nehmen. Wobei ich gar nicht weiss, ob eine Krankschreibung wirklich richtig wäre - ich habe natürlich Druck im Job (ein paar weitere Entlassungen seit vergangenen Sommer, wo meine Kollegin gehen musste, sind noch gewesen), aber letztendlich lenkt er mich auch ab. Es ist dort nicht zu viel Arbeit, sondern wirklich mehr der Angst-Druck vor Fehlern... Trotzdem versuche ich nochmal mit einem Arzt o.ä. zu sprechen, und wenn es "nur" ist um mein Selbstvertrauen zu stärken. Denn auch solche (so lieben!!) Aussagen wie "Super, wie du das mit 4 Jungs geschafft hast" kann ich nicht annehmen. Direkt kommt mein Gedanke, "Ach nein, ich müsste ja so viel arbeiten, war ja kaum für sie da. Außerdem waren sie einfach sehr pflegeleicht, da habe ich gar keinen Anteil dran." und so weiter.
Es sind wohl einige Baustellen bei mir, die ich mal angehen sollte. Um meine Angst vor dem kompletten Verlust meiner Kinder, oder dem alleine sein, oder einfach für mich einzustehen, und meine Wünsche und Gefühle ernst zu nehmen zu bekämpfen bzw zu erarbeiten.
Das Buch habe ich mir in meiner Buchhandlung bestellt. Und @Julika: bei dir habe ich das Gefühl, du kennst mich. Triffst zielsicher ein paar Wunde Punkte...
Wie lange hast du denn deine Eltern zu Hause beglückt?
Oft vergessen wir, dass wir auch unseren Weg gegangen sind und im Jungsein echt nicht einen Gedanken daran verschwendet haben, ob es Muddern oder Vaddern nun gepaßt hat oder nicht.
Schon gar nicht sind wir auf den Gedanken gekommen, dass sie drunter leiden könnten.
Und plötzlich sind wir egoistisch und meinen, unsere Welt muß sich weiter drehen wie immer, auch wenn eigene Kinder groß sind?
Ich finde, man sollte da kopfschüttelnd mal auf sich selbst schauen und neue Gedanken ins Auge fassen, die mit einem selbst zu tun haben.
Was wollte ich immer schon mal machen? An den Waldrand ziehen ist doch schon mal toll, neue Freundschaften aufbauen, weil man nun neue Wege gehen kann, Kurse bei der VHS belegen zum Beispiel... Wie lerne ich mehr Selbstvertrauen zum Beispiel...
Selbstmitleid hilft nicht. Angst vor Fehlern auch nicht. Dagegen kann man etwas unternehmen. Coaching zum Beispiel.
Hallo Lissy, es ist eigentlich schon alles gesagt worden, ich wollte dir nur ein wenig Mut machen. Ich habe nur ein Kind, mit dem ich nach meiner Scheidung in einer kleinen, relativ engen Wohnung zusammen gelebt habe. Natürlich sind da ab und zu die Fetzen geflogen, es war ja die meiste Zeit davon Pubertät. Als das Kind vor 3 Jahren mit 18 auszog, habe ich tagelang Rotz und Wasser geheult, es war wie eine Geburt rückwarts, ich hatte tatsächlich körperliche Schmerzen, und trotzdem war mir völlig klar, ich muss loslassen. Ich hab dann recht schnell das leere Zimmer gestrichen und mein Schlafzimmer dort eingerichtet (vorher hatte ich nur ein Wohn/Ess/Schlafzimmer). Jetzt fühle ich mich total wohl in dieser Wohnung, es ist mein Zuhause, und das Kind schaut tatsächlich ab und zu vorbei und ruft häufig an - obwohl ich es nie bedrängt habe. Oder vielleicht deswegen. Mit meinem Freund möchte ich auch nicht zusammenziehen, genau wie du habe ich das Gefühl, es würde nicht gut gehen mit uns beiden. Außerdem möchte ich sowieso nicht mehr mit jemandem zusammen leben. Übrigens - auch den Hund wirst du eines Tages loslassen müssen. Ich habe den einstigen Familienhund geerbt und diese letzten Jahre alleine gehabt, nun ist er im Hundehimmel. Das Leben ist stetiger Wandel, Verlust, Loslassen und Neues entstehen lassen. Alles Gute!