Neulich hatte ich so die Idee zu diesem Strang. Es gibt ja nicht nur die unschönen Wege zur Arbeit, morgens früh durch die gesamte Großstadt mit schlecht gelaunten Menschen unterwegs. Ich habe z. B. freitags immer einen sehr schönen Arbeitsweg. Da bin ich an meinem 2. Arbeitsplatz und durchquere mehrere Schwarzwaldtäler. Erst fahre ich durch ein Wiesental zu einem sehr schönen Fachwerkort. Dann gehts einige Kilometer den Berg hinauf durch den Wald. Oben öffnet sich der Blick auf ein wunderschönes kleines Ensemble aus Barockkirche, Pferdehof und Pferdeweiden mit einigen hübschen Häusern.
Nachdem dieses zügig durchquert ist, gelangt man in ein malerisches Tal mit Bach, Wiesen und Wald. Auf dieser Strecke gibt es unten am Bach erst einen Bauernhof und dann eine alte Mühle, die noch bewohnt wird. Die Straße mündet in ein größeres Tal mit linksseitig kleinem Fluß, dieses fahre ich talsabwärts. Kurz vor einer etwas größeren Stadt biege ich rechts ab, durchquere wieder eine kurze Strecke Wald und bin ein paar Minuten später an meinem Arbeitsplatz. Die ganze Fahrt dauert ca. 30 - 35 Minuten.
Jetzt seid ihr dran: welche besonderen Arbeitswege habt/hattet ihr?
Ich hab keinen Arbeitsweg mehr ...ich bin in Rente ... aber du hast deinen Freitagsarbeitsplatz und die Fahrt dorthin wunderbar beschrieben, Fels. Den Weg lese ich jetzt öfter, denn ich arbeitete in meinen jungen Jahren im Schwarzwald, bin ihn durchwandert und die nähergelegene Umgebung auch. Ich kann es mir genau so vorstellen, wie du es beschrieben hast. Danke dafür! Leider war ich nach meinem 20.igesten Lebensjahr nicht mehr in Süddeutschland, wenn, dann nur in Baden-Baden, aber die kleinen urigen Schwarzwalddörfer sind mir noch gut im Gedachtnis ...sie gaben mir ein Gefühl von zuhause und gern gesehen sein ...
Über einen Arbeitsweg kann ich im Moment nicht schreiben, aber ich hatte zeitweilig einen sehr schönen Weg zur Uni! Ab und zu bin ich von meinem damaligen Wohnort mit dem Rad zur Uni gefahren, und zwar quasi immer am Rhein entlang! Das hatte was, denn die 20 km oder 30 km der Strecke zeigten trotz der Kürze eine große Abwechslung. Es war jedenfalls ein wunderbarer Weg.
Ich bin meist im Home Office, aber einmal in der Woche fahre ich ins Büro, das in der nächstgelegenen Großstadt ist. Das sind knapp 30 km bis dort. Da ich extrem ländlich wohne, gibt es keine Öffis, Fahrrad ist zu weit, also mit dem Auto.
Ich fahre sehr kurvenreiche kleine Landstraßen hügelauf und -ab durch mehrere Dörfchen, vorbei an Wäldern, Wiesen, Bachläufen, einem Gestüt, einer Schaffarm, dann in den Wald hinein, den ich ungefähr 15 km lang durchquere. Hier ist es morgens oft neblig, was eine tolle, mystische Stimmung schafft. Wenn die Sonne scheint, leuchtet alles. Jetzt werden die Wiesen gerade wieder frischgrün, die Bäume kommen erst später.
Wenn ich aus dem Wald raus fahre, öffnet sich vor mir das weite Rheintal und die Strecke geht noch acht Kilometer am Rhein entlang. Dann überquere ich den Fluss (hier kommen viele Autofahrer aus den umliegenden Orten hinzu und es gibt immer mal Stau) und bin da. Auf der Fahrt sehe ich viele Wildtiere, Eichelhäher, Rotmilane, Rehe, Hasen. Auf den Wiesen stehen viele Pferde (irgendwie scheint hier jeder mindestens ein Pferd zu besitzen).
Ich genieße die Fahrt jedesmal wie einen schönen Spaziergang und beobachte gerne, wie sie sich mit den Jahreszeiten wandelt.
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Wie schön, Meditarranee! So etwas meinte ich, manchmal kann ein Weg zur Arbeit ja auch Freude und Erholung sein. Freut mich lyanna, dass ich dir mit meiner Beschreibung eine Freude machen konnte! Tatsächlich ist mein Weg gar nicht so weit von Baden-Baden entfernt, wo ich auch bis letztes Jahr einmal die Woche war. Auch diesen Weg mochte ich sehr gerne und Baden-Baden sowieso. Auf meinem Weg durchquerte ich die Innenstadt mit den schönen Stadtvillen, den Thermalbädern und alten Kirchen. Auch an meinem Arbeitsplatz in der Nähe der Lichtentaler Allee war es sehr schön, ich konnte eine Terassentür öffnen und war quasi mitten in der Natur. Einmal bewarb sich dort ein Arzt von weiter außerhalb und als er dort ankam war er fast schon überzeugt, hier arbeiten zu wollen, alleine schon wegen der Umgebung. So hat er es dann erzählt.
ich hatte den schönsten Arbeitsweg von München nach Salzburg, in der Früh um 6:30 ging es los.
Manchmal ist die Sonne über der Kampenwand, meinem absoluten Lieblingsberg, aufgegangen, wenn ich vorbei gefahren bin.
Tatsächlich war der Arbeitsweg der Grund, noch länger an der Arbeitsstelle zu bleiben als mein Umzug 100 km nördlich von München hätte erlauben sollen. ;)
Der erste Teil meines Arbeitswegs ist relativ unspektakulär, aber dann komme ich über eine Kuppe und vor mir liegt der Bodensee, im Hintergrund die Schweizer Berge, bei guter Sicht ein unglaubliches Panorama. Da geht mir auch jedes Mal das Herz auf.
** Das mit dem Deckel und dem Topf klappt bei mir nicht... ich glaube, ich bin ein Backblech ! **
Was habt Ihr Eure Arbeitswege schön beschrieben, und wie liest sich das toll!
Ich gehe noch zwei mal die Woche einige wenige Stunden arbeiten, und wenn ich mit dem Auto fahre, ist der Weg doof. Aber wenn ich ihn mit dem Rad erledige (so oft wie möglich mache ich das), dann ist er sehr schön.
Ich lasse mich den Berg runter rollen, an Wohnhäusern und dem großen Krankenhaus mit dem Hubschrauberlandeplatz vorbei. Dann biege ich in einen kleinen Park mit wenigen alten Gräbern ab, danach über eine Fußgängerbrücke, am Hintereingang des großen Modehauses vorbei, wo ich die Raucher/Pausenmacher freundlich grüße. Dann nach einem kleinen Stück geht es die Unterführung unter den Bahngleisen hindurch, an einer Straße entlang, bald biege ich ab durch eine Wohnsiedlung. Danach die Brücke über den Fluss - dort geht mir immer das Herz auf, wenn ich die vielen Bäume an den Ufern sehe. Dann geht es ca. 2,5 km an diesem Fluß entlang, danach biege ich ab und fahre noch 600 Meter bis in die kleine Stadt hinein. Dort quere ich eine Straße und schiebe das Rad aufs Grundstück, binde es an und betrete das Haus. Alles in allem so sieben Kilometer. Es ginge auch kürzer, aber dieser Weg am Fluss entlang ist der schönere. Da fahre ich gern zur Arbeit.
bazeba und Roundabout, wie herrlich! Beim Anblick der Berge geht mir immer das Herz auf.
1a2b, Amselgesang auf dem Weg zur Arbeit, toll.
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Schöner Thread, da wird einem schon bei Mitlesen warm ums Herz, danke!
Früher, als ich meine Kinder morgens zur Schule fahren musste, habe ich oft eine Abkürzung genommen, die parallel zur Hauptverkehrstraße lag.
Am Fluss entlang, rechts und links riesige alte Kastanien, manchmal stolzierte ein ausgebüchster Pfau aus dem neben der schmalen Straße liegenden Park herum, immer wieder mal Eichhörnchen und dann die alte Orangerie, wunderschön im Morgenlicht anzusehen.
Kein langer Weg, da Tempo 30, vielleicht maximal 10 Minuten, aber deutlich streßfreier als das Stop und Go auf der Hauptstraße nebenan. Morgens einfach Balsam für die Seele. Und tagsüber auch immer sehr schön.
Zitat von Fels im Beitrag #5Auf meinem Weg durchquerte ich die Innenstadt mit den schönen Stadtvillen, den Thermalbädern und alten Kirchen. Auch an meinem Arbeitsplatz in der Nähe der Lichtentaler Allee war es sehr schön, ich konnte eine Terassentür öffnen und war quasi mitten in der Natur.
Ach wie schön, da werde ich ja fast ein bisschen neidisch
Mein Arbeitsweg ist eher unspektakulär, vom Vorort ein kleines Stück über Land in die Stadt, aber entlang der Straße gibt es noch ein paar alte Obstbäume und in der Stadt einen riesigen Kastanienbaum, das ist im Frühjahr immer ein Anblick, bei dem einem das Herz aufgeht. Und manchmal düsen an einer bestimmten Stelle Eichhörnchen über die Straße.
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Als die Métro streikte, hatte ich - notgedrungen zu Fuß - einen sehr touristischen Weg zur Uni. Von République durch das Marais, am Centre Pompidou vorbei, zweimal die Seine querend über die Ile de la Cité, Notre-Dame grüßte links im Hintergrund, dann mitten rein ins Gewühl von Rive Gauche, Boulevard St. Michel, Boulevard St. Germain mit der hübschen Kirche St. Germain-des-Prés, an Hemingways Lieblingscafé vorbei und dann gleich links. Ein strammer Fußmarsch, ich war froh als die Métro-Linie 4 wieder fuhr. Mein jetziger Arbeitsweg ist ziemlich unspektakulär, ein Stück quer durchs Rhein-Main-Gebiet. MM, das mit den Eichhörnchen gefällt mir.
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Ich habe früher immer gesagt: das Beste an meinem Job ist der Weg (mit dem Fahrrad) dorthin. Ich fahre erst etwas durch die Stadt, aber es ist ein schöner Teil größtenteils mit herrschaftlichen Altbauten, Kopfsteinpflaster, ein kleiner Park. Und immer wieder süß: ich kreuze eine gr Straße an einem Park und jedes Jahr gibt es mind. ein Bild in einem sozialen Netzwerk/einer lokalen Zeitung, weil der ganze Verkehr stillsteht, da eine Entenfamilie in aller Ruhe über die Straße stolziert.
Dann geht es die weitere Strecke ca. 5 km am Rhein entlang. Rechts sehe ich die Altstadt, die morgens eine ganz besonderen Atmosphäre ausstrahlt, auf der gegenüberliegenden Rheinseite sehe ich den meisten Teil ebenfalls wiederum eine Hauszeile mit schönen Häusern.
Leider zieht die Firma bald um, mehr in die Stadt, sodass sich dann die schöne Fahrradstrecke um ein Drittel verkürzt.
Suzie, magst Du die Stadt verraten? Ich hab da so eine Ahnung...
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Zitat von Iceman im Beitrag #15MM, das mit den Eichhörnchen gefällt mir.
Das ist auch echt süß. Allerdings landen sie manchmal auch unterm Auto :( Manche sind jedoch verkehrssicher - ich hab mal eines gesehen, das am Mittelstreifen kurz angehalten hat
Ich habe jetzt mal gegoogelt, was "magot" heißt, wusste es zu meiner Schande nämlich nicht und dachte mir nur, es kann auf gar keinen Fall dasselbe heißen wie "maggots"
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@Fels: was für eine tolle Strangidee, vielen Dank dafür!
Mein Arbeitsweg ist zu 95% ziemlich unspektakulär. Aber die letzten drei Kilometer sind wunderschön, da fahre ich durch eine herrliche Allee (fast hätte ich baumbestandene Allee geschrieben, aber das sind sie wohl immer ) mit hochherrschaftlichen Villen und schönen Häusern links und rechts in einem der schönsten Viertel Münchens. Viele Lindenbäume. Zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis, aber bei blauem Himmel ein Traum. Dann mach ich das Dach auf, das bis dahin zu blieb und genieße den Sonnenschein und den Fahrtwind auf den letzten drei Kilometern. Eichhörnchen gibt’s da auch, da muss man aufpassen.
Mein Psychologe meinte, ich solle spazierengehen, wenn ich wütend bin. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin jetzt in Italien.
Ich gurke mit dem Velo quer durch die ganze Stadt. Wirklich ungeliebt sind aber nur wenige hundert Meter, Asphaltwüste und 1960er-Jahre-Bauten um den Bahnhof herum. Ansonsten Quartierstrassen / -strässchen mit Bäumen, Hecken, Gärten, da blüht (fast) immer etwas. Gerade jetzt im beginnenden Frühling ist jeder Tag anders spektakulär, weil irgendwo ein neuer Busch aufgeblüht ist. Mir fällt das mit Sicherheit auf. Oder kürzlich, dass in einer Gartenzeile alle Vorgärten mehr oder weniger violett waren - voller Krokusse. Da mein frühmorgendlicher Startpunkt in einem Quartier direkt am Waldrand liegt und viele grosse, verwilderte Gärten umfasst, läuft mir da frühmorgens schon mal ein Fuchs, Dachs, Igel oder sogar Reh vor dem Velo durch. Ich warte noch auf Wildschwein oder Wolf ... (letzteren seh ich immerhin regelmässig beim Fast-Zweitwohnsitz).
Ornithologisch ist auch einiges los auf dem Arbeitsweg - die üblichen Stadt-/Gartensingvögel, überall sicht- und hörbar. Aber auch Spektakuläreres wie Rotmilan (nistet auf einem hohen Baum einen Garten nebenan), Mittelmeermöwen (nisten auf einem Kiesflachdach in der Nähe - keine Ahnung, was die an einem Alpenland so toll finden), Storch (nistet auf einem Dach neben dem Bürogebäude), eine Alpenseglerkolonie und noch so einiges.
Am spektakulärsten ist aber der Wegabschnitt über eine der hohen Brücken, schöner Blick auf den Fluss und bei guter Witterung auf das nahe Hochalpenpanorama. Oft garniert mit Morgen- oder Abendrot oder im Sommer auch mit eindrücklichen Gewitterwolkengebilden. Oder Föhnwolken.
Und das alles, obwohl es sich "nur" um einen Arbeitsweg quer durch die Stadt handelt.
Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die eigene Angst.
Was ich an meinem eigentlich wenig aufregenden Arbeitsweg auch mag: dass mir selbst nach Jahren immer mal wieder eine neue Perspektive auffällt, weil vielleicht irgendwo ein Baum gefällt wurde und neue Blicke auf einen Kirchturm im anderen Stadtteil eröffnet, oder ich schaue zufällig nach oben und merke, wie schön dieses alte Haus eigentlich ist, an dem ich schon seit Jahren vorbeikomme.
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