Ach Mensch. Seit Juli 22 dachte ich, ich hab endlich mal Glück gehabt. Toller Mann, verbindliche Beziehung, ein Jahr war alles schön. Ich hatte anfangs viele Bedenken. Er war einigermaßen frisch getrennt (vier Monate war es her), seine Frau ist direkt danach eine Beziehung mit seinem Freund eingegangen. Keine Kinder, aber Eigentum. Seine Mutter war im Dezember gestorben, Alkoholikerin. Er war fünf Jahre jünger. Ich dagegen war ziemlich im Chaos gerade, Tochter am Ausziehen und einiges Umräumen ließ mein Daheim im Messietum versinken, und meine Gesundheit war auf einem Tiefstand (ich habe Arthritis), ich hatte ordentlich zugenommen. Er war sehr tolerant, ziemlich großzügig, hat mit angepackt, hat mich unterstützt (inklusive einiger Renovierungen hier), hat sich scheiden lassen, die Wohnung verkauft. Ein Jahr lief alles richtig gut. Dann wurde es komisch, er wurde irgendwie wortkarger. Wir hatten ein paar Situationen zuletzt, wo ich mich unbehaglich fühlte. Im wesentlichen ging es immer darum, dass er irgendeine Sache einfach für uns beide entschied und ich damit leben musste. Einmal ging es um einen Saugroboter, den er einfach mal in Betrieb nahm auf seinem Handy (wir wohnen nicht zusammen) - ich reagierte sauer, er reagierte beleidigt, ich habe ihm erklärt warum, wir haben das ausgesprochen - dachte ich, einmal machte er ohne Rücksprache einen Termin aus und einmal sprang er frühmorgens aus dem Bett, er müsse jetzt raus sich bewegen, weg war er. Ich habe zugegebenermaßen vielleicht heftig reagiert, denn ich kann das nicht ab, alte Dämonen meiner Kindheit, ich möchte involviert werden. Sowas wie "ist es Dir recht, wenn" oder "Du, ich würd morgen gern mal eine Runde raus, ok?" oder "ich weiß, Du bist gerade heimgefahren, weil Du dachtest, der Termin findet nicht statt, was hältst Du davon, wenn ich mich M telefoniere und wir machen was zu viert aus?" oder so. Alles habe ich angesprochen, jedes Mal reagierte er so, ich hätte das in den falschen Hals bekommen. Ich dachte, es sei okay. Wir haben uns nur am Wochenende gesehen, haben aber da auch öfter was mit Freunden statt miteinander was gemacht, zuletzt war er Sonntag mit einer Freundin unterwegs und das Wochenende drauf mit einer Gruppe unterwegs, ohne mich. Dann wurde es wortkarg, wir waren letztes Wochenende eigentlich verabredet. Ich schrieb ihm, Samstag sei ein Mädelstreffen, ich hätte das aber abgesagt, weil eine Veranstaltung von uns beiden ja da hin verschoben wäre. Seine Antwort: ich könne ruhig zum Treffen, er würde dann allein zu der Veranstaltung. Ich: wir haben uns doch jetzt länger nicht gesehen, da wär dir das lieber? Er wiederholt, wenn ich lieber zum Treffen will... (ich saß vorm Handy und dachte: hä, hab ich nicht gerade das Gegenteil geschrieben, ich hab es abgesagt!). Da hab ich dann noch geschrieben: ob er mich überhaupt sehen will oder Zeit für sich braucht. Das war es dann. Er schrieb zurück, er würde sich von mir eingeschränkt und zu Antworten gezwungen fühlen und wie eingesperrt, das hätte was in ihm kaputt gemacht, und übrigens, bevor ich frage: er hätte keine Andere. Das war Dienstag. Freitag fuhr er dann zu mir und hatte alle meine Sachen schon dabei, um mir mitzuteilen, dass er keine Gefühle mehr für mich hätte. Auf Rückfrage: ich würde oft so sein wie seine Mutter, und es waren etliche Situationen, und er erträgt das nicht. Zum Beispiel da am Dienstag, wo ich ihn zu einer Entscheidung gedrängt hätte (what?) und da beim Staubsauger, das hätte er ja nur gut gemeint und ich hätte überreagiert. Ich war ziemlich fassungslos. Kein Wort vorher, nur komisches Verhalten, die paar Sachen halt. Am Ende habe ich dann gesagt, ich brauche erst mal Abstand und Zeit zu mir zu kommen, und deshalb würde ich ihn in Whatsapp und FB erst mal blockieren. Er fing an zu weinen, er will doch mit mir befreundet bleiben, das sei ihm mit seiner Exfrau auch gelungen. Das war sehr hart.
Seither sitze ich hier und bin irgendwie geschockt. Ich dachte, das wäre endlich mal etwas schönes, verbindliches. Wir waren mehrfach zusammen im Urlaub, wir haben uns in unsere Freundeskreise integriert, Ende Juli haben wir zusammen noch ein großes Fest gemacht für Freunde und unseren Jahrestag gefeiert.
Er hat kein einziges Mal vorher darüber mit mir geredet. Jetzt kam halt noch das übliche Trara von "keine Liebe mehr" und "keine Chance". Was soll ich da noch reden. Ich hab trotzdem ruhig gesagt, dass viele Dinge ich gar nicht gesagt habe, sondern sie in seinem Kopf passiert sind. Von "ich habe was abgesagt" zu "Du fühlst Dich eingesperrt" zu kommen, weil ich nicht doch da hin will ist halt nicht da geschrieben.
Erstaunlicherweise geht es mir ganz gut. Meine Skepsis am Anfang hat mich vielleicht gerettet, die Blockade, dass ich nicht mehr gucken kann, was er macht, hat mich auf jeden Fall geschützt. Er hat dann noch eine Freundin von mir angeschrieben, er hätte Scheiße gebaut und Schluss gemacht, ob sie sich um mich kümmern könne. Sie schrieb nur zurück "das mache ich seit Dienstag". Und ob sie ihn jetzt hoffentlich nicht auch blockiert. Hat sie ihm geschrieben, sie hätte keinen Anlass dazu. Da kam dann jetzt wohl nichts mehr. (Die Freundin ist schon ewig Single und hätte gern jemanden, ich kann nicht recht einschätzen, gehe aber davon aus, dass er für sie nicht in Frage käme).
Ich kenne meine Dämonen gut, ich habe die ganz am Anfang auf den Tisch gelegt. Er offenbar nicht. Aber ich will auch gar nicht groß über ihn philosophieren. Ich fand das Jahr mit ihm wunderbar, es hat mir sehr gut getan. Das Ende fand ich übel. Keine Chance zu haben ist nicht schön.
Jetzt bin ich also mal wieder allein... Seit meiner Scheidung 2010 hat keine Beziehung lange gehalten. Tu ich mir das nochmal an? Soll ich mit 52 wirklich auf Nähe, Liebe, Zweisamkeit verzichten?
Wieder alles von vorn? Und wie kann ich daran arbeiten, dass man vernünftig miteinander reden kann? Darf ich nicht sagen, wenn mir was nicht passt, auch wenn es für das Gegenüber vielleicht absurd ist?
Ach Mensch, ich bin traurig, das sah so gut aus... ich hab das doch nicht verdient :-( Hab ihm tatsächlich auch noch gesagt, bei der Nächsten wird er viel toleranter sein, so jemanden wie mich, der mit Wochenenden, anderen Leuten, viel Freiraum so gut umgehen kann wie ich (und das kann ich wirklich), den wird er lange suchen müssen. Beispielsweise war er mit einer Frau unterwegs, die hat er mitgenommen und sie hat in seinem (großen) Zelt mit übernachtet, ich habe mir nichts dabei gedacht, bis "übrigens ich hab keine Andere" kam. Das hat mein Exmann damals auch gesagt... dieser Satz hat mir irgendwie gleich am Dienstag gesagt, das war es. Warum soll er das denn sonst schreiben. Er ist genau so verlassen worden von seiner Frau wie ich jetzt. Er fand das damals fies und macht es jetzt genau so. Auch das hab ich ihm gesagt. Auch dass ich davon ausgehe, dass er nicht lange Singe bleibt, weil er nicht alleine sein kann. Da wurde er wieder sauer. Aber ich wette mein linkes Bein (das ist das gesunde) darauf, dass da nix mal verarbeitet wird. Wenn es nicht schon eine gibt. Will ich alles nicht wissen, deshalb Blockade.
Aber was nützt es. Nur: wie komme ich jetzt damit klar? Wieder allein...
Zitat von ja-aber im Beitrag #1 Wir hatten ein paar Situationen zuletzt, wo ich mich unbehaglich fühlte. Im wesentlichen ging es immer darum, dass er irgendeine Sache einfach für uns beide entschied und ich damit leben musste. (...) Er schrieb zurück, er würde sich von mir eingeschränkt und zu Antworten gezwungen fühlen und wie eingesperrt, das hätte was in ihm kaputt gemacht (...)
Er hat kein einziges Mal vorher darüber mit mir geredet. Jetzt kam halt noch das übliche Trara von "keine Liebe mehr" und "keine Chance". (...) Ich kenne meine Dämonen gut, ich habe die ganz am Anfang auf den Tisch gelegt. Er offenbar nicht.
Ojeeee … Irgendwie hat es dann auf Dauer leider doch nicht gepasst mit euch beiden. Das habt ihr beide gemerkt … und er hat für sich entschieden (nicht mit dir vorher drüber geredet, das machen Männer von sich aus nie): nix wie weg!
Zitat von ja-aber im Beitrag #1 Er fing an zu weinen, er will doch mit mir befreundet bleiben, das sei ihm mit seiner Exfrau auch gelungen.
Na klar, er will als Guter dastehen. Er mag dich ja auch noch!
Trotzdem: ich würd grad nur an mich denken. Und zwar ausgiebig.
Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume.
Ich würde ja in einer an sich gut laufenden Beziehung erwarten, dass man nicht nur bei gutem Wetter zueinander hält, sondern auch anspricht, wenn was in eine falsche Richtung läuft. Da war auch so ein Ding mit Kitzeln, das wir beide irgendwie zunehmend taten und lustig fanden, bis er mich am Samstag, wo wir uns zuletzt sahen, anpampte, ich soll aufhören ihn andauernd zu kitzeln. Wow, hab ich mir gedacht, und dann gesagt, okay, ich kitzle Dich nicht mehr. Da war rückblickend schon so viel Abstand drin, das hab ich natürlich gemerkt, dass das jetzt eine Schärfe hat, aber wie soll man da an einer Beziehung arbeiten, wenn man vor vollendete Sachen gestellt wird. Ein "das wird jetzt ein bisschen viel" hätte es getan. Freitag meinte er, er hätte ja nirgendwo mehr sitzen können ohne dass ich ihn kitzle. Ja, so kann man das wohl sehen, wenn man unbedingt ein Haar in der Suppe finden will. De facto hat er es natürlich genau so gemacht, ich mochte das, und es war auch eine Art der Berührung, die sich eingeschlichen hatte. Kann man ja alles ändern, wenn man es sich bewusst macht.
Ich schätze, um diese ganzen Kleinigkeiten ging es letztlich gar nicht. Klassische Übergangsfrau fürchte ich.
Diese Distanz, die da plötzlich auftaucht (im Rückblick manchmal gar nicht so plötzlich), die tut sehr weh. Eiseskälte -wobei ich dazu auch neige, wenn ich es nicht schaffe Dinge anzusprechen.
Es tut mir leid @ja-aber . Ich denke auch gerade darüber nach, ob ich mich auf das Parkett der Partnersuche jemals wieder begeben will.
Zitat von Rotweinliebhaberin im Beitrag #3Irgendwie hat es dann auf Dauer leider doch nicht gepasst mit euch beiden. Das habt ihr beide gemerkt … und er hat für sich entschieden (nicht mit dir vorher drüber geredet, das machen Männer von sich aus nie): nix wie weg!
Für mich hätte es weiterhin gepasst, ich habe bis vor drei Wochen nicht den Eindruck gehabt, das irgendwas ist (da war nur der Staubsauger vorher, und ich dachte, wir hätten das längst geklärt). Mein Bauchgefühl sagt: da gibt es schon einen Plan B. Sonst wäre das nicht von hier auf jetzt so gekommen, sondern hätte sich anders gezeigt. Mitte August waren wir noch unterwegs mit meiner Freundin, da sagte sie mir hinterher noch, er sei so vertraut und verbindlich und offen, hätte mich geküsst und so, das wäre richtig schön anzusehen mit uns, sie freut sich so für mich. Rad, Kitzeln, Termin war danach. Er behauptet, bevor er mit der Gruppe wegfuhr war noch alles gut.
Zitat von ja-aber im Beitrag #6 Er behauptet, bevor er mit der Gruppe wegfuhr war noch alles gut.
Vielleicht war es das auch, er wollte es sich vielleicht selber nicht eingestehen, dass die Liebe am abebben war … und dass ihn das Kitzeln eigentlich schon länger nervte (Vertretungsbeispiel).
Nicht so der Kommunikator?
Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume.
Offenbar nicht. Wenn man mir was nicht sagt, kann ich es aber auch nicht wissen. Dass sich Liebe im Laufe der Zeit ändert, ist ja allgemein bekannt. Daran müsste man halt arbeiten. Dass nicht ewig rosa Wattewolken da sind, kann man ja nicht erwarten. Ich bin enttäuscht, dass er gleich mit meinen Sachen vor der Tür stand und alles schon beschlossen war ohne dass es die Chance gab, daran irgendwie zu arbeiten, als es noch nicht so arg war für ihn. Vielleicht hat es ihn auch gestört, dass ICH Sachen angesprochen habe, die MICH gestört haben. Ich bin für Offenheit.
Ganz ehrlich, jeder Ü50 hat seine Macken, niemand ist perfekt, jeder macht mal Fehler. Liebe kann ich nicht erzwingen, klar. Aber ich ziehe mir nicht den Schuh an, dass es nur an mir lag. Ich will aber auch nicht über seine Gründe philosophieren.
Was mich nur wirklich frustriert ist, dass ich es jetzt mit dem vierten Mann in 13 Jahren versucht habe, irgendwas auf die Beine zu stellen, und jedesmal war es nach einem Jahr aus. Ist dieses Höher Weiter Schneller wirklich so ein Ding? Ich wäre so gern in einer entspannten schönen Beziehung, mit viel "ich" und viel "wir". Das war so lange so schön mit ihm, dass es trotzdem wieder für den Mann nicht reicht. Was reicht denn dann?
Liebe Ja-aber, das tut mir leid, dass Deine Beziehung nun nach gut einem Jahr wieder zerbrochen ist.
Ich weiß nicht viel über Euch, Du hattest immer mal ein bisschen erzählt und das klang wenn ich mich recht erinnere, recht stabil, ausgeglichen.
Ich weiß natürlich letztlich zu wenig um "Rat" zu geben. Es gibt einen Satz, den glaub ich Rotweinliebhaberin mal schrieb (oder?) und da ist viel wahres dran: Echte Liebe ist selten.
Ich verstehe auch Deine Enttäuschung, ob der sich wiederholenden Erfahrung. Ist es ein Muster, dass Du doch irgendwie beeinflussen kannst oder ist es Pech/Zufall/ die Umstände um die 50? Solche Fragen poppen vermutlich auf.
Vermutlich ein Mix aus alledem, aber ich würde mir jetzt nicht den Schuh anziehen, dass da jetzt keine Liebe mehr komme. Tue etwas für Dich, kümmere Dich um was Dir gut tut. Alles Gute für Dich!
Liebe ja-aber, es ist sicher erst einmal traurig für Dich, dass eine vermeintlich gut laufende Beziehung so rasch zu Ende geht.
Bitte wühle nicht, wo Du jetzt wann was genau falsch gemacht haben könntest - für andere Menschen wäre es wahrscheinlich komplett in Ordnung gewesen. Ob Du das"Wagnis" wieder eingehen solltest? Warum nicht, falls Dir ein interessenter Mann begegnet? Und bis dahin machst Du Dir es erst einmal nur für Dich schön.
Zitat von ja-aber im Beitrag #1 Am Ende habe ich dann gesagt, ich brauche erst mal Abstand und Zeit zu mir zu kommen, und deshalb würde ich ihn in Whatsapp und FB erst mal blockieren. Er fing an zu weinen, er will doch mit mir befreundet bleiben, das sei ihm mit seiner Exfrau auch gelungen. Das war sehr hart.
Ich finde, Du macht es richtig, auf Abstand zu gehen und das alles erst einmal sacken zu lassen.
Ich habe mal von jemandem (sinngemäß) gelesen: Eine Freundschaft kann man nicht mit einer Zurückweisung/Verletzung beginnen. Da ist viel Wahres dran. Jetzt ist erst einmal die Trennung zu verarbeiten. Und falls Ihr Euch mal wieder trefft und Ihr Euch beide sortiert habt, dann könnt Ihr ja immer noch eine Freundschaft beginnen.
etwas wirklich Tröstliches fällt mir gerade nicht ein, leider.
Aber vielleicht ein kleiner Hinweis für die Zukunft: Deine Bedenken setze ich jetzt mal gleich mit der inneren Stimme ... Du wärst bestimmt gut beraten damit, besser auf sie zu hören. Ein Mann, dessen Trennung gerade mal so kurz zurück liegt (nach einer längeren Ehe, nehme ich an?), der ist mit großer Wahrscheinlichkeit emotional noch nicht wirklich bereit für eine neue und *echte* Beziehung.
Auch die Tatsache, dass er der Verlassene ist, dürfte eine Rolle spielen. Gekränktes Ego, das es vordergründig für ihn zu überwinden galt.
Zitat von ja-aber im Beitrag #8 Dass sich Liebe im Laufe der Zeit ändert, ist ja allgemein bekannt.
Du sprichst nach einem Jahr bereits von Liebe.
Mir erscheint das verfrüht. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass Ihr einander nur an den Wochenenden gesehen habt. Ich schließe daraus, dass gemeinsamer Alltag nie stattgefunden hat. Unter solchen Rahmenbedingungen würde ich erst recht mit dem Begriff *Liebe* zurückhaltend sein.
Zitat von ja-aber im Beitrag #1Ich dagegen war ziemlich im Chaos gerade, Tochter am Ausziehen und einiges Umräumen ließ mein Daheim im Messietum versinken, und meine Gesundheit war auf einem Tiefstand (ich habe Arthritis), ich hatte ordentlich zugenommen. Er war sehr tolerant, ziemlich großzügig, hat mit angepackt, hat mich unterstützt (inklusive einiger Renovierungen hier), hat sich scheiden lassen, die Wohnung verkauft. Ein Jahr lief alles richtig gut. Dann wurde es komisch, er wurde irgendwie wortkarger.
Moin ja-aber,
Das erste Jahr, das Du beschreibst, ist von zwei Dingen / Entwicklungen bestimmt:
a) Verliebtheit, mit allen Projektionen, Idealvorstellungen und hormonellen Entgleisungen, die das mit sich bringt, b) Ihr wart beide in Lebenskrisen. Ablösung / Trennung / Neurorganisation / gesundheitliche Probleme - das ist ein ordentlicher Rucksack, der Euch mit Sicherheit in vielerlei Hinsicht davon abgehalten hat, gemeinsam ins Eingemachte zu gehen.
Das hat sich inzwischen geändert und nun treten Aspekte auf den Plan, die eben nicht so stimmig sind - die "echten" Menschen statt der idealisierten Version, Projektionsrücknahme, mehr Zeit für das Miteinander, da offenbar einige Problemfelder befriedet respektive nicht mehr so akut sind.
In Sachen Paarbeziehung treten dann naturgemäss Konflikte auf den Plan. Und die hättet Ihr jetzt auszutragen. Passiert aber offenbar nicht, denn: er ist weg, zieht sich zurück, beendet die Beziehung. Ein paar Beispiele:
ZitatWir hatten ein paar Situationen zuletzt, wo ich mich unbehaglich fühlte.
ZitatIm wesentlichen ging es immer darum, dass er irgendeine Sache einfach für uns beide entschied
Zitatich reagierte sauer, er reagierte beleidigt,
Zitateinmal machte er ohne Rücksprache einen Termin aus und einmal sprang er frühmorgens aus dem Bett, er müsse jetzt raus sich bewegen, weg war er.
Zitat Ich habe zugegebenermaßen vielleicht heftig reagiert,
ZitatAlles habe ich angesprochen, jedes Mal reagierte er so, ich hätte das in den falschen Hals bekommen. Ich dachte, es sei okay.
Ja, Du hast es angesprochen - aber Ihr habt es nicht wirklich geklärt miteinander. Es war eben nicht okay. Und wortkarg und ausweichend scheint es eigentlich damit bereits zu diesem Zeitpunkt
ZitatIch war ziemlich fassungslos. Kein Wort vorher, nur komisches Verhalten, die paar Sachen halt.
Ja - die paar Sachen, mit denen er auf seine Weise deutlich gemacht hat, dass es nicht stimmt. Er scheint eher wegzulaufen und auszuweichen, als in einen konfliktbehafteten Dialog einzusteigen.
ZitatJetzt bin ich also mal wieder allein... Seit meiner Scheidung 2010 hat keine Beziehung lange gehalten. Tu ich mir das nochmal an? Soll ich mit 52 wirklich auf Nähe, Liebe, Zweisamkeit verzichten?
Wenn Du Interesse an einer Paarbeziehung hast, wirst Du es Dir antun müssen, Dich einlassen, an Dir arbeiten - und hinzu lernen.
ZitatWieder alles von vorn? Und wie kann ich daran arbeiten, dass man vernünftig miteinander reden kann? Darf ich nicht sagen, wenn mir was nicht passt, auch wenn es für das Gegenüber vielleicht absurd ist?
Doch, natürlich. Aber es ist wichtig, dass daraus ein Dialog entstehen kann. Dem anderen etwas mitzuteilen ist nicht gleichbedeutend damit, etwas zu klären. Beide müssen in Konflikten bereit sein, ihre Standpunkte zu vertreten und im besten Sinne an einem Konsens zu arbeiten oder doch zumindest daran, divergierende Positionen stehen zu lassen. Es geht darum, dass beide Partner sein dürfen, wer und was sie sind und sich daraus eine fruchtbare Paar-Schnittmenge bilden kann. Das funktioniert nicht, wenn man erwartet, dass man Ansagen macht und der Partner das zu verstehen hat. Der gemeinsame Weg würde beinhalten daran zu arbeiten, wie es dieses Schnittmenge geben kann, wie sie lebbar und lebendig wird, wie also beide gleichzeitig Individuen mit Bedürfnissen UND Paar sein können.
Das ist ein Prozess, der immer wieder aufs Tapet kommt, der oft holprig und unbequem ist - aber extrem hilfreich, wenn man ihn durchlaufen hat. Er führt dazu, dass jeder sein darf, der er ist und dennoch Teil eines Paares bleiben. Individuation UND Paarbeziehung - das ist immer ein Balanceakt, aber er kann gelingen, wenn BEIDE Partner daran Interesse haben.
ZitatAch Mensch, ich bin traurig, das sah so gut aus... ich hab das doch nicht verdient :-(
Ich verstehe Deine Frustration - aber dieser Gedanke bringt Dich nicht voran. Sei traurig, sei wütend, frustriert, ärgerlich, deprimiert, wütend - aber denke nicht, dass Du X oder Y "nicht verdient" hast. Damit besetzt Du Dich selbst in eine Opferrolle und suggerierst Dir, dass Du ja gar nichts machen konntest. Und dem ist nicht so. Du kannst immer vieles tun - allerdings kannst Du nicht daraus ableiten, dass es auch beim Partner ankommt oder diesen dazu bringt, sich so zu verhalten, wie Du es Dir wünschst. Paar_Sein bedeutet immer auch zu akzeptieren, dass ich nicht erwarten darf, dass ein anderer Mensch sich so verhält, wie ich das gern hätte.
ZitatHab ihm tatsächlich auch noch gesagt, bei der Nächsten wird er viel toleranter sein, so jemanden wie mich, der mit Wochenenden, anderen Leuten, viel Freiraum so gut umgehen kann wie ich (und das kann ich wirklich), den wird er lange suchen müssen. Beispielsweise war er mit einer Frau unterwegs, die hat er mitgenommen und sie hat in seinem (großen) Zelt mit übernachtet, ich habe mir nichts dabei gedacht, bis "übrigens ich hab keine Andere" kam.
Für mich drückt das zwischen den Zeilen aus, dass Du "großzügig" bist und dafür Dank erwartest. Die Frage aber ist doch: BIST Du großzügig oder tust Du nur so, aus Angst vielleicht, um eben den von Dir antizipierten Freiheitsdrang des anderen nicht zu verletzen? War das WIRKLICH in Ordnung für Dich?
Ob er lange suchen wird oder nicht, ist für Dich komplett unerheblich. Er sucht gerade nicht bei Dir.
ZitatDas hat mein Exmann damals auch gesagt... dieser Satz hat mir irgendwie gleich am Dienstag gesagt, das war es. Warum soll er das denn sonst schreiben. Er ist genau so verlassen worden von seiner Frau wie ich jetzt. Er fand das damals fies und macht es jetzt genau so. Auch das hab ich ihm gesagt. Auch dass ich davon ausgehe, dass er nicht lange Singe bleibt, weil er nicht alleine sein kann. Da wurde er wieder sauer. Aber ich wette mein linkes Bein (das ist das gesunde) darauf, dass da nix mal verarbeitet wird. Wenn es nicht schon eine gibt. Will ich alles nicht wissen, deshalb Blockade.
Warum ziehst Du solche Vergleiche? Und was geht es Dich an, ob er sich einem Verarbeitungsprozess stellt (den er vermutlich bei Eingehen Eurer Beziehung auch nicht wirklich durchlaufen hatte) oder nicht? Das, worum es Dir jetzt gehen muss, bist Du, ist Dein Umgang mit dieser Situation und damit auch die Beantwortung dieser Frage:
Zitat Nur: wie komme ich jetzt damit klar? Wieder allein...
So wie jeder Mensch, der sich mit einer Krise auseinander setzen muss: Schritt für Schritt. Spannend könnte dabei auch sein, die Interpretationen, die Du Deinem Exfreund zuschreibst, einmal umzudrehen und in Bezug auf Dich zu betrachten. Ist Dein Freund denn der Einzige, der versucht, sich über Beziehung zu "retten"?
Was ist am Alleinsein schlecht, was ist gut?
Was kannst DU für DICH tun, ganz allein, aus eigener Kraft und ohne dafür jemand anderen zu benötigen?
Was war für Dich spannend an Deinem Freund? Und wie sieht es damit jetzt, aus Deiner heutigen Perspektive aus?
In welche Aspekte hast Du Dich verliebt? Und wie siehst Du diese Aspekte heute? Was haben sie mit Dir zu tun?
Was erwartest Du von einer Paarbeziehung? Ist das realistisch? Wie gestaltest Du Konflikte? Was könnte da besser laufen?
All das sind Fragmente, die Du anschauen könntest - vielleicht gemeinsam mit jemand anderem, falls Du fest steckst. Das ist es, was Dich im Endeffekt weiter bringen, in einem Lernprozess eintreten lässt und mit etwas Glück den Weg ebnet zu neuen Ufern - und zu gelingenden Beziehungen.
Zitat von schafwolle im Beitrag #11Mir erscheint das verfrüht. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass Ihr einander nur an den Wochenenden gesehen habt. Ich schließe daraus, dass gemeinsamer Alltag nie stattgefunden hat. Unter solchen Rahmenbedingungen würde ich erst recht mit dem Begriff *Liebe* zurückhaltend sein.
Wir waren mehrmals länger zusammen, im Urlaub (also wir waren weg oder aber hatten beide Urlaub und waren dann hier bei mir oder bei ihm), da haben wir schon Alltag geteilt, und wir wohnen auch nicht so super weit von einander weg (35 km), manchmal ging da auch was wochentags. Der Abstand war eher der Arbeit geschuldet und des Wunsches von beiden, dass wir nicht gleich aufeinander hocken wollen (das hätte tatsächlich mich eingesperrt). Am Wochenende war es natürlich ein "ohne Arbeit Modus", aber wir haben hier oft gewerkelt, wenn er bei mir war, und bei ihm dann eher die Ausflüge gemacht.
Liebe habe ich so nach einem Dreivierteljahr für mich gespürt, nachdem ich lange zögerlich war genau aus den Sachen die Du erwähnst, fand ich, als er Haus und Ehe hinter sich gelassen hatte (das war im März), dass das mit uns doch eine Stufe nahm, die zugewandter und intensiver war. Er sprach schon länger von "ich liebe Dich", aber Erfahrung hat mir immer gesagt, das dauert. Also, gerade als ich mich im Ankommen fand, war er auf Entfernen, nur hat er das leider nach außen hin nicht gezeigt. Diese kleinen "Einsprenkel" haben mir eher gezeigt, jetzt naht doch Routine und Alltag, und ich finde es gut, dass wir Differenzen besprechen können. Dachte ich, wie gesagt.
Zitat von klaar kiming im Beitrag #13Er scheint eher wegzulaufen und auszuweichen, als in einen konfliktbehafteten Dialog einzusteigen. (...) Aber es ist wichtig, dass daraus ein Dialog entstehen kann. Dem anderen etwas mitzuteilen ist nicht gleichbedeutend damit, etwas zu klären. Beide müssen in Konflikten bereit sein, ihre Standpunkte zu vertreten und im besten Sinne an einem Konsens zu arbeiten oder doch zumindest daran, divergierende Positionen stehen zu lassen. Es geht darum, dass beide Partner sein dürfen, wer und was sie sind und sich daraus eine fruchtbare Paar-Schnittmenge bilden kann. Das funktioniert nicht, wenn man erwartet, dass man Ansagen macht und der Partner das zu verstehen hat. Der gemeinsame Weg würde beinhalten daran zu arbeiten, wie es dieses Schnittmenge geben kann, wie sie lebbar und lebendig wird, wie also beide gleichzeitig Individuen mit Bedürfnissen UND Paar sein können.
Genau das war in der Rückschau nicht möglich. Im Prozess selbst habe ich das nicht mal so gut erkannt, das war eher das berühmte Bauchgefühl, er "hat was". Man will ja auch nichts herbeireden oder herumbohren... wir hatten uns ausgemacht: wenn etwas für einen von uns nicht gut läuft, dann spricht er es in Ruhe an. Dieses "Du benimmst Dich wie meine Mutter" kam halt erst am Freitag, wo er eh schon durch war mit mir. Vorher hat er so getan als sei nichts. Ich habe alles, was mir da so komisch vorkam, angesprochen, beim Staubsauger hab ich mich entschuldigt und er hat das angenommen, beim aus dem Haus stürmen haben wir direkt geredet, ich bin auch raus (war kurz davor zu fahren, hab es aber gelassen und bin spazieren gegangen), da kam er direkt zu mir und hat gesagt, das wollte er nicht und es tut ihm leid, dass er mir so vor den Kopf gestoßen hat.
Was soll man denn machen, wenn man denkt, man ist offen und einer hält hinterm Berg... das ist so frustrierend.
Zitat von klaar kiming im Beitrag #13Für mich drückt das zwischen den Zeilen aus, dass Du "großzügig" bist und dafür Dank erwartest. Die Frage aber ist doch: BIST Du großzügig oder tust Du nur so, aus Angst vielleicht, um eben den von Dir antizipierten Freiheitsdrang des anderen nicht zu verletzen? War das WIRKLICH in Ordnung für Dich?
Ja, das ist WIRKLICH in Ordnung für mich. Ich brauche das selbst auch für mich, ich war auch einige Male allein unterwegs mit Freundinnen oder bei einem guten Freund. Wir fanden beide gut, dass das geht, ohne dass einer eifersüchtig ist oder so. Wir haben beide diesen Freiheitsdrang.
Zitat von klaar kiming im Beitrag #13Ist Dein Freund denn der Einzige, der versucht, sich über Beziehung zu "retten"? Was ist am Alleinsein schlecht, was ist gut? Was kannst DU für DICH tun, ganz allein, aus eigener Kraft und ohne dafür jemand anderen zu benötigen? Was war für Dich spannend an Deinem Freund? Und wie sieht es damit jetzt, aus Deiner heutigen Perspektive aus? In welche Aspekte hast Du Dich verliebt? Und wie siehst Du diese Aspekte heute? Was haben sie mit Dir zu tun? Was erwartest Du von einer Paarbeziehung? Ist das realistisch? Wie gestaltest Du Konflikte? Was könnte da besser laufen?
All diese Dinge habe ich tatsächlich schon mal therapeutisch aufgearbeitet und ich war mir auch relativ sicher, dass ich keine Beziehung mehr eingehen will, zumindest nicht so richtig. Ich wusste für mich, ich möchte nicht mehr heiraten, nicht mehr zusammenleben, ich brauche Zeit für mich, ich möchte meine Freunde und Hobbys pflegen. Wir haben uns bei Facebook Dating kennengelernt, ich hab da immer mal durchgeblättert und bin bei ihm hängengeblieben, weil sein Profil in etwa genau so klang. Wir haben uns dann getroffen und direkt gemerkt, die ganze Lebenseinstellung klingt ähnlich, und es war auch gleich so ein Brizzel da. Ich mag Beziehungen, die sehr freundschaftlich funktionieren. Nicht so symbiotisch und wir machen alles zusammen mäßig. Sondern in Ruhe. Das lief bei uns wirklich gut, erstaunlich gut. Jeder hatte seine Freiräume, wir haben pragmatisch Sachen zusammen erledigt, die wir beide nicht so mochten, waren uns Ratgeber, haben schöne Sachen miteinander gemacht. Ich gehe gern raus und bin in der Natur, er auch, wir haben uns in dem Jahr richtig viel angeguckt (Natur). In das Paket habe ich mich verliebt, und er war auch optisch ansprechend, natürlich. Zögerlich war ich wegen des Altersunterschieds und der frischen Trennung. Er ist aber mit seiner Exfrau ziemlich gut umgegangen, das fand ich auch gut anzusehen.
Ich kann ziemlich gut allein sein und bin es auch gern. Oder mache was mit Freunden. Ich bin auch gut aufgefangen worden am Wochenende. Das ist ein großer Unterschied zu früher, ich habe diesmal drauf geachtet, das nicht zu vernachlässigen. Was mir fehlt ist ein "Sparringspartner", der mir Halt gibt und dem ich Halt geben kann (edit: das klingt so nach Titanic, ist aber nicht so gemeint, ich fand und finde es sehr schön, einfach mal Arm in Arm irgendwo zu sitzen und aufs Meer zu schauen), und natürlich all das Sexuelle, ich bin ein sexuell aktiver Mensch und küsse gern, hab gern körperliche Nähe. Ich bin jetzt nicht angewiesen auf einen Partner, hab es aber nicht so mit reinen Sexpartnern.
Die Männer davor waren doch recht drin in irgendwelchen Dramen, bei ihm kam mir das gar nicht so vor. Von der Sache mit der Mutter habe ich bei der Trennung erstmals gehört. Er hat mir auch gesagt, ich hätte da wohl mehr drin gesehen als er. Das war schon hart. Und das mag ich auch nicht glauben. Es war einfach wohlig mit ihm. Genau die richtige Menge an Zusammen und allein. Kein großes Drama von "er schreibt nicht", er war ruhig und verbindlich und ich denke, das war ich auch.
Ob ich so jemanden noch mal finde... ich kann es mir gerade nicht vorstellen. Ich hätte mir gewünscht, die Konflikte gemeinsam zu lösen, so wie wir sonst auch miteinander umgegangen sind. Aber dazu gehören halt zwei.
Ach Mensch, ja-aber, wie schade! Ich kenne Dich nicht, hab mich aber für Dich gefreut, als du hier (oder sellemals "drüben") von dem neuen Mann berichtet hattest und es klang so angenehm unaufgeregt, verbindlich und schön! Ich drück Dich mal virtuell! 💐
Zu Deiner Frage "wie komme ich jetzt damit klar?" Lass Dir Zeit, auch wenn es weh tut, der Schmerz hat einen Sinn und erfüllt seinen Zweck (blöder K..kschmerz, blöder). Mir hat es in Zeiten von Liebeskummer immer geholfen, mich so richtig in meinem Leid zu suhlen, im Bett liegen, weinen, von Herzen traurig sein - das hat ein paar Tage gedauert, aber dann war ich durch damit (also mit dem Gröbsten) und konnte wieder vorsichtig nach vorne schauen.
Dass Du jetzt versuchst, zu analysieren, was schief gelaufen ist, verstehe ich so gut, aber ich glaube nicht, dass Dich das weiter bringen wird oder dass Du den einen, echten Grund finden kannst. Wäre ich heute Du, würde ich versuchen, es einfach zu akzeptieren - alles andere verlängert nur Deine Leidensphase und irgendwie auch Deine Bezogenheit und Deine Verbundenheit zu ihm. Egal was passiert ist, Du verdienst einen Mann, der dich liebt, wie Du bist!
Ich wünsche Dir, dass Du für Dich einen guten Weg findest und denk immer daran: Liebe soll gut tun!
Das tut mir leid @ja-aber. So eine Trennung ist sehr schmerzhaft.
Ich wurde auch 2010 geschieden und hatte danach keine Beziehung mehr, die so verbindlich war, wie meine Ehe. Je älter die Menschen werden, desto schwieriger wird es.
Bei vielen nimmt das Autonomiebedürfnis zu. Zwei von den drei Beziehungen (bzw. Beziehungsversuchen) nach meiner Ehe waren nette Männer, aber sie sind einfach weiter ihren exzessiven Hobbies nachgegangen und hatten kaum Zeit. Absagen oder verschieben, um mehr Zeit zu zweit zu haben? Nicht denkbar. Die wollten einfach so weiter leben wie als Singles.
Der dritte war nicht so nett, aber oft Zuhause. Dort wollte er aber am Computer zocken und eine Frau hätte nur gestört. Wir wohnten fast nebeneinander, sahen uns aber nur ein paar Stunden jede Woche. Der fühlte sich schon kontrolliert, wenn ich nur fragte, wie sein Tag war.
Ich denke, viele haben sich an das Alleinsein gewöhnt, so dass sie nicht mehr beziehungstauglich sind. Ab und zu ein paar schöne Stunden miteinander verbringen, aber sonst bitte keine Kompromisse und kein Alltagsgedöns.
Bei mir ist es mittlerweile auch so, zumal ich von friends with benefits selbst keine Benefits habe.
Liebe Ja-aber, zuerst einmal möchte ich dir Trost spenden. So eine Trennung ist wirklich hart. Ich habe es auch hinter mir, ist jetzt aber vier Wochen her... Wenn eine Seite ( in diesem Fall dein Exfreund) nicht Probleme anspricht, damit konstruktiv daran gearbeitet werden kann, bist du auf verlorenem Posten. Das ist leider nicht zu ändern. Wie kommst du gerade zurecht? Hast du liebe Freundinnen, mit denen du etwas unternehmen kannst? Ablenkung tut immer wieder auch gut. Alles Liebe!
Zitat von ja-aber im Beitrag #1 Einmal ging es um einen Saugroboter, den er einfach mal in Betrieb nahm auf seinem Handy (wir wohnen nicht zusammen) - [...] einmal machte er ohne Rücksprache einen Termin aus und einmal sprang er frühmorgens aus dem Bett, er müsse jetzt raus sich bewegen, weg war er. "
Das mit dem Saugroboter hab ich nicht verstanden. Hat er dir einen gekauft? Oder war es seiner? Und was für einen Termin? Einen Arzttermin? Etwas berufliches? Wieso wolltest du da involviert werden? Und was hat das mit:
Zitatirgendeine Sache einfach für uns beide entschied und ich damit leben musste.
zu tun? Das mit dem plötzlich rausspringen und sich bewegen wollen, da würd ich annehmen, es hat ihn ein Hafer gestochen und er braucht dringend Ruhe. Das muss nichts mit dir zu tun haben. Etwas strange, aber warum nicht abwarten, bis er sich bewegt hat und dann fragen, ob was los war? Du hast diese Beispiele nicht ohne Grund aufgezählt - so rein an sich find ich an allen nix bedeutsames. Zumindest versteh ich die Überschrift: "Er hat für uns beide entschieden" nicht. Magst du das noch erklären? Wenn nicht, auch okay, vielleicht führt das auch zu weit. Mir klingt das halt schon ein wenig nach einengen und überinterpretieren. Aber ich war auch nicht live dabei.
- Sobriety is not a sad consequence. It's a proud choice. -
Liebe ja-aber, wir kennen uns nicht besonders gut, laufen uns eigentlich nur lesend über den Weg, trotzdem möchte ich dir gerne meinen Bedauern ausdrücken. Es tut mir so leid, dass deine Beziehung zu Ende und deine Hoffnung erst einmal wieder im Keller ist. Nimm dir Zeit, alles zu bearbeiten und verarbeiten und lass es dir gut gehen, so gut es dir geht. Von Herzen alles Gute!
Zitat von ja-aber im Beitrag #1 weil er nicht alleine sein kann.
Ich bin mir fast sicher, genau das war der Grund, dass er sich sofort auf dich eingelassen hatte. Er hatte eine Lücke … und du warst da: pragmatisch, reizvoll, etwas hilfebedürftig (du warst im Chaos versunken, da konnte er sich gut einbringen und reinstürzen! Er hatte sozusagen gleich wieder ein Projekt!). Und jetzt nach nur einem Jahr hat er so langsam gemerkt: lieber doch nicht. Es holt ihn vielleicht ein. Es ist ihm alles zu viel: eine Frau, die was von ihm will!
Das ist jetzt aber egal, weg ist weg, du kommst da durch, ein Tag nach dem anderen. Der Mann wollte dich nicht, so wie du ihn wolltest. Pfft. Dann eben nicht.
Zitat von ja-aber im Beitrag #1 Seit meiner Scheidung 2010 hat keine Beziehung lange gehalten. Tu ich mir das nochmal an? Soll ich mit 52 wirklich auf Nähe, Liebe, Zweisamkeit verzichten?
Das weiß frau nie. Kann sein, dass es das jetzt war. Kann sein, dass noch ein ganz toller, reifer, prickeliger kommt! Liebe ist wahrlich selten!
Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume. Ich lebe in euch und geh durch eure Träume.
Wir „kennen“ uns nicht besonders gut, ich schleiche jedoch schon den ganzen Tag um deinen Thread herum, da ich so gut nachempfinden kann…
Es tut mir sehr leid, dass du momentan so traurig bist. Sowas ist immer Mist und alle schönen Worte können es doch nicht ungeschehen machen, was passiert ist.
Ich hatte vor Jahren mal einen ähnlichen Faden in der BriCom, der mich wirklich gelehrt hatte, wie grandios dieses Forum sein kann. Ich war soooooo niedergeschmettert und traurig damals und die Menschen im Forum waren so unfassbar lieb. @Charlie03 und irgendjemand mit Pünktchen und Dharma und soo viele haben mir diese beschiss…scheidene Zeit versucht zu erleichtern. Und sie haben es geschafft. Wofür ich heute noch dankbar bin. 🌸
Mir hat das geholfen damals. Mit mir selbst wieder zurecht zu kommen. Mich wieder zu finden. An mich zu glauben. Auch wenn es grausam weh tat.
Schlussendlich haben wir - er und ich - uns tatsächlich zusammen gerauft, es war schmerzhaft, es war anstrengend und trotzdem haben wir das beide wohl gewollt.
Wie deine/eure Zukunft wird… wer kann es wissen? Das Beste ist bestimmt, wenn du genau DAS machst, was sich für DICH richtig anfühlt. Weine, tobe, sei traurig, verzweifelt, wütend, auch mal übermütig und dann wieder hoffnungslos und hoffnungsvoll innerhalb von fünf Minuten - durchlebe all das. Es gehört dazu. Es schmerzt. Es schmerzt unendlich. Aber es macht uns auch ein bisschen weiser.
Ich fühle mit dir. Hab Geduld. Sei gnädig. Mit dir. Mit deinem Herzen. Mit deinem Verstand. Und mit ihm.
Wofür das alles gut ist, weiß man erst nach zwei Jahren. Sagte meine Oma immer. Sie hatte bisher immer recht.
@Spatz: Das war mein Saugroboter. Ich hatte den schon länger, aber verräumt, weil er im Chaos überall hängenblieb, dann irgendwie vergraben, er sprach öfter davon, wär doch gut wenn der wieder liefe. Irgendwann gefunden, aufgestellt, aber er war noch nicht neu programmiert, weil für mich nicht Prio 1. dann hörte ich Sauggeräusche und er präsentierte mir einen auf seinem Handy installierten Sauger. Mich ärgerte das, weil ich vorher mehrfach gesagt hatte, ich mach das in Ruhe und weil die Programmierung auf seinem Handy bedeutete dass ich den dann von meinem aus nicht steuern kann.
Das Aufspringen: wir waren Tags davor 20km radeln (ohne E), und noch nie ist er sonntags so früh raus, als er meinte er müsse sich dringend bewegen, war ich verwirrt (und aus dem Schlaf gerissen), denn 20km geradelt waren wir ja. Ja schon, ich sei ihm aber alles zu langsam und er bräuchte das jetzt und weg war er. Ich habe Arthritis, was er natürlich weiß. Und er hätte auch abends noch Zeit gehabt dafür, aber insgesamt fand ich die Art und Weise vor allem verletzend, wir waren viel unterwegs, immer draußen, aber halt reduziert auf mein Tempo. Für schnelleres hatte er 5 Abende die Woche easy Zeit (und das auch genutzt), warum ausgerechnet wenn ich da bin und dann mit diesen Worten. Hinterher meinte er ich hätte das „falsch verstanden“.
Der Termin war ein Stammtisch mit Leuten von ihm, wo ich seit dem Start der Beziehung auch eingeladen war. Das sind rund 10 Leute. An dem Tag hatte niemand zugesagt außer uns und einem Paar, für Biergarten. Es goss aber, und tagsüber meldete sich das Paar nicht für eine Alternative. Ich war im Büro (1h Fahrt) auf der anderen Seite der Stadt. Gegen 16 Uhr schrieb ich, ich fahr dann heim, wenn nix zusammengeht, bin eh kaputt, passt gut, er: ich auch. Damit war mir klar: ist abgesagt. Kaum war ich daheim, eine gute Stunde später, schrieb er: habe telefoniert, wir treffen uns im Café x in der Innenstadt in einer Stunde. Bedeutete für mich wieder eine gute Stunde Fahrt. Als ich anmerkte, er hätte mir das doch signalisieren können, dann hätte ich mir das Heimfahren gespart, und so richtig motiviert sei ich jetzt nicht… aber es sähe wohl blöd aus, wenn er was ausmacht und ich komm dann nicht, kam eine angebliche 30 Minuten Verbindung von meinem Bahnhof dahin als Antwort und ein ja, das wäre blöd. Ich brauchte anderthalb Stunden (er hatte Fußwege und Verbindungstakte ignoriert). Am Ende war ich also zu spät da, das Treffen lief etwa 2 Stunden und dann mussten alle weg, ich war kurz nach 23 Uhr daheim. In dem Laden waren wir vorher schon mal, da hatte ich schon gesagt, dass der von meiner Richtung blöd zu erreichen ist. Er selbst war dann weit nach Mitternacht daheim, hat mit Ach und Krach vor einer Streckensperrung noch eine Bahn erreicht mit viel Gegurke. Ich habe ihn darauf angesprochen, dass ich eine Planung mit mir vor meiner Fahrt heim gut gefunden hätte, hat er verstanden, fühlte sich aber sichtlich im Recht, er habe es gut gemeint.
Er fühlte sich also laut Aussage am Freitag von mir eingeschränkt, an seine Mutter erinnert, während ich mich umgekehrt übersprungen fühlte, was ich jeweils angesprochen habe. Ich erwähnte die Sachen hier, weil alles sich im letzten Monat zutrug und das erste Mal in der Zeit war, wo die Situation nicht zugewandt und miteinander war. Kleinigkeiten vielleicht, wo man merkte, wir ticken verschieden, aber für mich Sachen, die man nächstes Mal anders machen kann. Ich hab beim Staubsauger gesagt was ich doof finde und dass ich seine Hilfe schon schätze, es aber lieber zusammen auf meinem Handy gemacht hätte, das haben wir dann auch und ich dachte, wir hätten das gut gelöst, bis ich es Freitag aufs Brot bekam. Die anderen beiden Sachen erwähnte er nicht, ich nehme aber an, die meinte er mit „Situationen“. Ich bin ein Freund von ansprechen, wenn was schräg im Magen liegt, und wie gesagt, ich dachte, das geraderücken wäre gelungen.
Mir fielen in den letzten Tagen, die wir uns sahen, immer wieder so Kleinigkeiten auf, zB sagte er, als wir darüber sprachen, dass ich ihm eine Jacke stricken wollte, das wäre auch nur fair, weil er hier auch so viel macht. Ja, es war schon zu merken, dass der Wind anders wehte, ich fand es Freitag schon hart, dass mir der Schwarze Peter zugeschoben wurde…
Gegen Gefühlsverlust kann man aus meiner Sicht schon was machen, wenn man annimmt, der Partner meint Dinge gut und man redet. Bei diesen drei Situationen fühlte ich mich nicht gut und habe versucht drüber zu reden. Das wurde mir halt zum Verhängnis anscheinend…
Ich möchte trotzdem auch in Zukunft nicht Ärger in mich hineinfressen… rückblickend hätte ich vielleicht netter reagieren können, ich kann halt auch nicht immer souverän sein :-(
Zitat von ja-aber im Beitrag #23… rückblickend hätte ich vielleicht netter reagieren können, ich kann halt auch nicht immer souverän sein :-(
Ja. Hättest Du. Er aber auch! Versteh mich nicht falsch, ich bin ein großer Freund von kritischer Selbstreflektion und der festen Überzeugung, dass ich nie zu alt bin, mich zu verändern. Und ich kenne Situationen, in denen ich mir hinterher denke: "Ach Mist, das war jetzt nicht so toll, das machste das nächste Mal anders/besser/liebevoller/geduldiger......". Hier sehe ich aber die Tendenz zur Selbstzerfleischung, die Annahme, dass sein Verhalten und seine Gefühle durch Dein konkretes Verhalten ganz direkt beeinflussbar waren. Dass es quasi die eine goldene Variante in Deinem Handeln gegeben hätte, die seine Gefühle für dich und eure Beziehung hätte retten können. Worin soll das enden? In einseitigem Wohlverhalten Deinerseits? Du musst Dich nicht verbiegen, um geliebt zu werden! Nicht im Vorfeld nachdenken, wie es "ihm" mit für Dich ganz normalen Äußerungen geht, nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.
Zitat von ja-aber im Beitrag #23Gegen Gefühlsverlust kann man aus meiner Sicht schon was machen, wenn man annimmt, der Partner meint Dinge gut und man redet.
Und das ist meiner Meinung nach ein Irrglaube. Gefühle sind unartige Dinger und schlecht planbar. Die Annahme, dass mein Gegenüber es gut mit mir meint ist kein Garant für Gefühle. Reden leider auch nicht. Ich glaube, dass ihr einfach an einem Scheidepunkt steht und er merkt, dass es für ihn nicht reicht. Dass er seine Gefühle nicht vertiefen und sich vertrauensvoll ganz auf Dich einlassen möchte. Und dass es dafür keinen nachvollziehbaren Grund geben muss.
Ja, jetzt kann ich dein blödes Gefühl nachvollziehen. Im ersten Fall hätte man sagen können, er habe dir wirklich nur einen Gefallen tun wollen, aber so ein bisschen schwingt da mit:"schau mal, wie *schnell* *ich* das hinbekommen habe. Du schiebst Dinge unnötig auf." (Da passt das mit der Strickjacke auch gut dazu:"Allein kriegst du das hier nie gebacken. Ich muss ständig helfen".) Das zweite riecht mir auch sehr nach: "mit dir radeln macht keinen Spaß. Du stellst dich an. Arthritis hin oder her". Das dritte: ähnliche Richtung. Als wärst du ihm ein Klotz am Bein. Und tatsächlich glaub ich, dass er beim Nachgespräch jeweils nicht ehrlich war. Aber weil er nicht sagen kann: "Es nervt, dass du langsam bist, dir "alles" "immer" zu viel ist", weil das politisch unkorrekt und verletztend wäre, sagt er, das hättest du falsch verstanden und er hätte es gut gemeint. Meine Interpretation. Wenn das so war, ist es gut, dass du das Gespräch gesucht hast, da kannst dir nix vorwerfen, denn da hat ihn wohl schon länger was gestört. Trotzdem hast du abgewartet, ob sich das Bild noch ergänzt und nicht vorschnell auf dein Bauchgefühl gehört. Und dass es beendet ist, ist absolut richtig.
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