Gibt es hier User, welche selber eine Teil oder Vollprothese haben? Ich habe mit beiden Knien große Probleme durch Arthrose. Im linken Knie jetzt auch einen Meniskusriss, der wohl operiert werden muss. Ich befürchte, eine Prothese kann ich nicht mehr sehr lange herauszögern. Wie sind eure Erfahrungen? Hat man dann ständig ein Fremdkörpergefühl? Wie sehr kann der Knieersatz denn das eigene ersetzen? Ist hinknien wieder möglich? Sind die Schmerzen tatsächlich weg? Wäre schön, wenn selbst Betroffene hier oder gerne auch per PN berichten.
Zitat von Zuversicht2021 im Beitrag #1Gibt es hier User, welche selber eine Teil oder Vollprothese haben? Ich habe mit beiden Knien große Probleme durch Arthrose. Im linken Knie jetzt auch einen Meniskusriss, der wohl operiert werden muss. Ich befürchte, eine Prothese kann ich nicht mehr sehr lange herauszögern. Wie sind eure Erfahrungen? Hat man dann ständig ein Fremdkörpergefühl? Wie sehr kann der Knieersatz denn das eigene ersetzen? Ist hinknien wieder möglich? Sind die Schmerzen tatsächlich weg? Wäre schön, wenn selbst Betroffene hier oder gerne auch per PN berichten.
Hallo Zuversicht,
mir wurde vor 5 Jahren ein künstliches Kniegelenk (Arthrose Grad4) angeraten. Die Jahre davor stattgefundene Meniskus-OP (eingerissen) hat meiner Meinung nach die Situation verschlechtert. Überlege Dir gut, ob Du die Meniskus-OP wirklich brauchst. Ich habe mich gegen ein künstliches Kniegelenk entschieden. Dieses Jahr waren die Schmerzen in den ersten Monaten sehr schlimm. Mir tat jeder Schritt weh. Geholfen haben mir tatsächlich Omega3 Fischölkapseln (Norsan). Die müsstest Du aber mind. 4 Wochen nehmen bevor sich eine Wirkung zeigt. Seit ich sie täglich einnehme kann ich ganz normal ohne Schmerzen gehen. Für mich ist das ein kleines Wunder! Klar, joggen und hinknien geht nicht aber das ist verzichtbar. Ich wollte Dir diese Info da lassen. Vielleicht hilft Dir Fischöl auch. Ein Versuch wäre es wert bevor Du Dich unter das Messer legst.
Vielen Dank für Deine Einschätzung, ich war gerade bei meiner Orthopädin und die rät von einer OP erstmal ab. Sie hat mir Cortison gespritzt um alles erstmal zu beruhigen und will dann mit Akkupunktur unterstützen. Um eine Prothese komme ich vermutlich nicht herum, aber erstmal will sie alle anderen Möglichkeiten ausreizen. Omega-3 schaue ich mir an, schadet ja nicht und wenn es hilft... Hattest Du schon mal Hyaluronspritzen? Ich überlege, ob ich das ausprobiere Wo kaufst Du die Kapseln? Habe sie bei Apodiscounter für knapp 22 € gefunden, bin aber eigentlich mehr der Fan der örtlichen Apotheken
Ich finde es gut, dass Deine Ärztin erst einmal alle anderen Möglichkeiten nutzen möchte. Hyaluronspritzen habe ich nicht ausprobiert. Die Meinungen dazu sind sehr geteilt. Bei manchen Menschen hilft es aber auch nur kurzfristig. Omega3 ist u.a. entzündungshemmend. Die Kapseln kaufe ich immer online, weil sie preisgünstiger zu haben sind. Ich nutze dazu das Vergleichsportal wewewe.medipreis.de Deine Apo kann sie sicher auch für Dich besorgen, falls nicht vorrätig.
Kapseln sind bestellt, einen Versuch ist es wert. Ja, Hyaluronspritzen sind wohl umstritten. Allerdings wäre es ja auch einen Versuch Wert bevor ich mir ein neues Knie reinschrauben lasse
Ich kann nichts aus eigener Erfahrung beitragen. Aber gestern sagte eine Sportfreundin, dass sie es mal mit Hyaluron probieren wolle, kann dann berichten, ob es was gebracht hat. Außerdem sagte sie, sie hätte in der Nacht vorher erstmals Krautwickel probiert. Kohlblätter blanchiert, dann gerollt und geknickt, damit der Saft austritt, auf's Knie, was drumgewickelt und über Nacht drauf gelassen, danach hätte sie den ganzen Tag keine Schmerzen gehabt.
Finde ich auch gut, dass deine Ärztin erstmal alternativ Dinge ausprobieren möchte, bevor an eine OP gedacht wird. Ich selbst bin Physiotherapeutin, daher würde ich dir raten, auch diese in Anspruch zu nehmen. Bei uns in der Praxis schlagen immer mal wieder Patienten auf, die zeitnah ein neues Gelenk bekommen sollen, einige haben nach wochenlanger Therapie die OP wieder abgesagt.
Und selbst wenn du dann trotzdem operiert werden musst, hast du nach der OP eine bessere Ausgangsposition, da durch die Physiotherapie Verkürzungen und Gelenkseinschränkungen verhindert und Muskulatur aufgebaut werden kann.
Falls es in deiner Nähe ein gutes, medizinisches Trainingscenter gibt, wäre das auch eine Option, müsstest du aber wohl privat bezahlen. Dabei sollte man schauen, dass dort nicht nur Fitnesstrainer sind, sondern medizinisch ausgebildetes Personal.
Danke, das habe ich tatsächlich auch vor, da muss ich mich mal schlau machen. Ich wollte mich mal mit Liebscher und Bracht näher befassen, da habe ich eine Zeitlang Übungen gemacht, die mir gut geholfen haben. Aber mit Anleitung ist schon besser
Vor vielen Jahren wollten 2 Orthopäden mir unbedingt ein neues Knie verpassen. Einer machte eine Arthroskopie incl so einer Abschabung des Knorpels, auf dass sich neuer bilden sollte. War damals in, ich weiß nicht, ob das heut noch gemacht wird. Es war höllisch, lange schmerzhafte Heilung. Keine Ahnung, ob deshalb, aber ich lauf mit dem Knie immer noch rum. Grundsätzlich finde ich den Tipp gut, die Muskulatur gezielt zu trainieren und zu stärken. Weil die enorm wichtig ist und das Gelenk stützt. Schwimmen, walken etc.
Zitat von Fels im Beitrag #8Finde ich auch gut, dass deine Ärztin erstmal alternativ Dinge ausprobieren möchte, bevor an eine OP gedacht wird. Ich selbst bin Physiotherapeutin, daher würde ich dir raten, auch diese in Anspruch zu nehmen. Bei uns in der Praxis schlagen immer mal wieder Patienten auf, die zeitnah ein neues Gelenk bekommen sollen, einige haben nach wochenlanger Therapie die OP wieder abgesagt.
Und selbst wenn du dann trotzdem operiert werden musst, hast du nach der OP eine bessere Ausgangsposition, da durch die Physiotherapie Verkürzungen und Gelenkseinschränkungen verhindert und Muskulatur aufgebaut werden kann.
Falls es in deiner Nähe ein gutes, medizinisches Trainingscenter gibt, wäre das auch eine Option, müsstest du aber wohl privat bezahlen. Dabei sollte man schauen, dass dort nicht nur Fitnesstrainer sind, sondern medizinisch ausgebildetes Personal.
Guten Morgen! Das sind genau meine Erfahrungen! Hier auch lädiertes Knie: Skiunfall mit Meniskus- und Bänderriss in 2000 plus Arthrose (Grad IV). Vor 2 Jahren stand es schlecht um mein Knie. Ich konnte kaum noch laufen vor Schmerzen, wollte aber keinesfalls eine Prothese, da ich täglich sehe, wie sich andere Leute doch schwer damit tun. Ich habe meine Ernährung komplett umgestellt (es gibt Lebensmittel, die Entzündungen in den Gelenken verstärken!), überflüssige KG mit Hilfe einer Ernährungsberaterin abgenommen und bin 3 Mal die Woche zur Physio und Aquagymnastik. Auch Omega-3-Kapseln habe ich genommen. Resultat nach 2 Jahren: Ich kann viele KM wandern gehen, kürzere Strecken sogar "joggen" (im Sinne von: dem Bus hinterherlaufen), hinknien, tanzen (!), und all das ohne Schmerzen, Cortison, Hyaluron, etc. Schmerzen haben ich nur noch ganz selten, meist, wenn das Wetter abrupt kühler und regnerischer wird. Der Muskelaufbau bei der Physio findet ja nicht nur im Knie statt, sondern "ganzkörperlich", sodass ich sogar meine elenden Rückenschmerzen losgeworden bin!
Es ist ein langer Prozess, aber ich bin bei Weitem nicht die Einzige, die dadurch eine Knieprothese "verhindert" hat und sich auch sonst wohler in ihrem Körper fühlt
Ich rate Dir also auch zur Physiotherapie, bevor Du eine OP in Erwägung ziehst.
Zitat von Zuversicht2021 im Beitrag #1Gibt es hier User, welche selber eine Teil oder Vollprothese haben? Ich habe mit beiden Knien große Probleme durch Arthrose. Im linken Knie jetzt auch einen Meniskusriss, der wohl operiert werden muss. Ich befürchte, eine Prothese kann ich nicht mehr sehr lange herauszögern. Wie sind eure Erfahrungen? Hat man dann ständig ein Fremdkörpergefühl? Wie sehr kann der Knieersatz denn das eigene ersetzen? Ist hinknien wieder möglich? Sind die Schmerzen tatsächlich weg? Wäre schön, wenn selbst Betroffene hier oder gerne auch per PN berichten.
Ja, ich habe seit drei Monaten eine Knie-TEP (=Total-Endoprothese).
Nein, ich habe kein Fremdkörpergefühl. Ich habe lange Phasen, wo ich das Knie genauso wenig spüre wie etwa, sagen wir mal, mein Ohrläppchen. Wie gut der Ersatz im Vergleich zum "echten" Knie ist, weiß ich noch nicht. Der Heilungsprozess ist nach einem Vierteljahr noch nicht abgeschlossen. Ob man sich wieder hinknien kann und soll, darüber gehen die Meinungen auseinander. Ich habe es bisher nicht probiert und werde es mir auch gut überlegen, ob und wann ich es wieder tue. Ja, die Schmerzen sind weg - allerdings meckert jetzt das andere Knie öfter darüber, dass es jetzt viel mehr laufen soll, als es all die Jahre vorher sollte und konnte (dort hab ich auch eine annähernd gleich starke Arthrose). Und viele Muskeln reagieren auf die längeren Wegstrecken etc. auch mit Muskelkater und manchem Ziehen und Ziepen da und dort. Es wird aber besser.
Zitat von Zuversicht2021 im Beitrag #3Hattest Du schon mal Hyaluronspritzen? Ich überlege, ob ich das ausprobiere
Ich hatte vor Jahren mal welche, die ich auch selbst gezahlt habe. Hat leider nichts geholfen. Ich habe aber schon von anderen gehört, bei denen es zumindest ein paar Monate geholfen hat. Probieren würde ich es wohl an deiner Stelle.
Habe nach einigen Vor-OP (Meniskus, Knorpelschaden, Extremsportler) eine Schlittenprothese bekommen. Da ich weiterhin viel Sport gemacht habe hielt die nur 5 Jahre. Wurde dann gegen ein Voll-Tep ausgetauscht. Bin sehr zufrieden damit. Habe vor der ersten OP Hyaluorun, Eigenblutspritzen, Fischöl, viele KG usw. ausprobiert (hat immer nur kurzfristig geholfen). Hätte mich eher operieren lassen sollen.
Das mit dem Fremdkörpergefühl ist sehr unterschiedlich nach meiner Erfahrung. Manche Patienten haben das gar nicht, andere sehr lange. Gerade bei älteren Patienten habe ich festgestellt, dass sie oft sehr gut mit der Prothese zurecht kommen. Das ist so eine Einstellung: es hat ja nichts mehr gebracht, ich will noch etwas beweglich sein. Dann kennen sie auch zum großen Teil einige Leute in ihrem Alter, die ebenfalls schon Prothesen haben und sind zufrieden, dass sie ihre jahrelangen Schmerzen los sind und dem Leben noch etwas Qualität abtrotzen können, was uns natürlich auch freut. Die Vorgaben sind in solchen Fällen aber ja auch nicht so hoch.
Bei jüngeren Patienten haben wir eher die Fraktion unzufrieden, sie haben sich meist mehr von der TEP versprochen, gerade bei ihnen wird oft über ein längeres Fremdgefühl berichtet. Wenn ich 50 bin, vielleicht immer sportlich war, noch mitten im (Berufs)Leben stehe, habe ich natürlich andere Anforderungen als ein Mensch über 80.
Wenn ich 50 bin, vielleicht immer sportlich war, noch mitten im (Berufs)Leben stehe, habe ich natürlich andere Anforderungen als ein Mensch über 80.
Ganz genau. Leider wird immer noch vielen Leuten das Blaue vom Himmel versprochen, was die Beweglichkeit und die Akzeptanz einer Knieprothese angeht. Meinem Empfinden nach werden die Menschen auch immer jünger, die sich für eine Prothese entscheiden und es wird immer früher operiert. Und die fallen dann aus allen Wolken, dass das Knie eben nie wieder so wird, wie früher, also wie mit einem natürlichen, gesunden Knie.
genau. das war auch für mich der grund, es viel, viel länger allein und mit konservativen methoden zu probieren, als der orthopäde geraten hatte. aber irgendwann waren die schmerzenn SOO schlimm, dass nicht einmal mittelstarke opiate halfen. das war für mich das zeichen, mich dieser operation zu unterziehen.
auf eine frage wie etwa "wird es wieder wie früher?" könnte ich zb nicht antworten bzw würde wohl sagen "hoffentlich nicht!", wenn ich bereits 10 jahre lang massiv eingeschränkt war. aber ich würde eben auch, so lange es geht, mit anderen methoden eine verbesserung suchen.
ach so: ubrigens fand ich damals aquajogging gut: es stärkt die beine mit gleichzeitig geringerer belastung im wasser.
ps eine entfernte bekannte hatte sich ihre knie durch sport "zerschossen" und bekam mir 50 ungefähr eine TEP. sie hat massiv geklagt, weil sich plätzlich im karate (?) nicht mehr in der ersten reihe (?) stehen durfte. bedeutete, sie hatte leistungseinbußen. aber ohne opertion hat sie stärkere einbußen ... also insofern konnte ich es nicht verstehen. bzw wenn man glaubt, dass künstliche gelenke wie echte sind - nee, das sind sie nicht. jedenfalls nicht das knie.
Zitat von Fels im Beitrag #15Das mit dem Fremdkörpergefühl ist sehr unterschiedlich nach meiner Erfahrung. Manche Patienten haben das gar nicht, andere sehr lange. Gerade bei älteren Patienten habe ich festgestellt, dass sie oft sehr gut mit der Prothese zurecht kommen. Das ist so eine Einstellung: es hat ja nichts mehr gebracht, ich will noch etwas beweglich sein. Dann kennen sie auch zum großen Teil einige Leute in ihrem Alter, die ebenfalls schon Prothesen haben und sind zufrieden, dass sie ihre jahrelangen Schmerzen los sind und dem Leben noch etwas Qualität abtrotzen können, was uns natürlich auch freut. Die Vorgaben sind in solchen Fällen aber ja auch nicht so hoch.
ich bin zwar keine 80, hatte aber schon früh in vielen gelenken arthrose, und zwei gelenke wurden in den vergangenen jahren ersetzt. mir geht es dadurch tatsächlich 5 jahre besser. mindestens. das hatte ich so nicht erwartet. (natürlich sehe ich im nachhinein, wie gut es anderen meines alters normalerweise geht, aber das ist ja letztlich irrelevant.)
Ich habe eine Vollprothese. Das mit den Blättern über Nacht war bei mir eher unangenehm und letztendlich sah man nur die roten Abdrücke der Blätter. Diejenigen im fernen Ausland, die davon überzeugt waren, haben es bei mir voller Überzeugung angewendet. Mich hat diese Anwendung nicht überzeugt.
8,5 Jahre später entschied ich mich zur Vollprothese. Hätte gut auch schon 1 bis 2 Jahre früher gemacht werden sollen. 6,5 Jahre vor der OP sah das letzte MRT verheerend aus. Der MRTler meinte, es sollte zeitnah operiert werden, der Chirurg meinte, ich sollte noch eine Weile aushalten, so lange wie es geht wg. dem Alter und ich habe fast 10 kg abgenommen, was auch nicht spürbar half. Hab dann direkt nach der OP den Chirurgen gewechselt, bei dem ich mich noch besser aufgehoben fühle. Es gab ja noch heftigere OPs mit Nachsorge.
Die Knie-OP war gut. Leider hörte ich davor auf zwei Bekannte wg. Reha, die mir eine Reha-Klinik direkt nach der OP empfahlen, was mehrfach ein großer Fehler war im Nachhinein. Nie wieder werde ich in eine Reha-Klinik gehen, wenn es sich vermeiden lässt. Auf der Station traf ich eine Knie-Patientin, die das zweite Knie machen ließ. Sie würde erstmal eine Woche daheim bleiben und dann entscheiden, ob ambulante Reha oder Reha-Klinik. Das hätte ich machen sollen.
Nach ca. 10 Tagen wurde ich von einem Fahrer zur ca. 120 km entfernten Reha-Klinik gebracht. Vollgepumpt mit Tilidin, was ich überhaupt nicht vertragen habe und mehrfach darauf hinwies, dass sie mir ein leichteres Schmerzmittel geben sollen. Es wurde mir meist blitzschnell mit einer Einzeldosis gegeben, dass ich aus dem Pfleger rausquetschen musste, was er mir nachts direkt gegeben hatte. Ich führe immer Protokoll und teile es zeitnah den kompetenten Familienmitgliedern mit, was ich wann bekomme.
Auf der Fahrt zur Reha-Klinik bin ich zusammengebrochen und der Fahrer hielt 20 km vor dem Ziel an und schaffte mich in ein Café mit Kaffee etc. Davor musste er mehrmals auf der Strecke anhalten. In der Reha-Klinik gab es dann Tramadol u.m. und meine Blutwerte waren schlecht, extremer Eisenmangel. Mein Zimmer war am weitesten vom Speisesaal entfernt, der überheizt war. Ich hatte den Platz direkt an der automatischen Türe zur Großküche, wo es noch aufgeheizter war. Wenige Male hatte ich es geschafft, zum Tisch zu gelangen, wahrscheinlich dreifach so lang als die anderen und mein Kreislauf machte schlapp. An den Reha-Maßnahmen konnte ich nicht teilnehmen. Immer wieder wies ich darauf hin, dass ich leichtere Schmerzmittel besser vertrage, wenn überhaupt. Man überlegte, ob man mich in die dortige Klinik überweist.
Bei den seltenen Gelegenheiten am Essenstisch sagten mir andere Patienten, dass sie Tilidin, Tramadol und ähnliches in hohen Dosen und längere Zeit nehmen. Sie hätten kein Problem damit, sie bräuchten es einfach. Eine war eine Pharma-Vertreterin. Die andere hatte noch heftige Schmerzen im Rücken.
Mir wurde das Essen gebracht und morgens kurz for 6 Uhr kam schon die erste Pflegekraft, die ewig brauchte, um die Stützstrümpfe anzubringen. Ich hatte Schlafmangel. Zum Glück wurde nach 8 Tagen die Reha abgebrochen und ich wurde vom Kind abgeholt und wir fuhren direkt zum Hausarzt-Team. Der Hausarzt war entsetzt über den Eisenmangel/werte. Eigentlich hätte ich eine Bluttransfusion benötigt. Er hatte alles schnell im Griff und mir ging es schlagartig viel besser. Ich nahm daheim nur die üblichen leichteren Schmerzmittel, wenn überhaupt. Eine befreundete Physiotherapeutin zeigte mir am Ankunftstag daheim, wie man mit Krücken Treppen steigt. Das hat man mir in der Reha-Klinik nicht gezeigt, auch nicht im großen Klinikum.
Ich stellte einen Antrag für eine ambulante Reha in der Nähe und es dauerte ca. 10 Tage und ich fing dort etwas verspätet wegen einer Grippe mit der Reha an, die super war und ca. 6 Monate dauerte. Hätte ich mich gleich für dieses ambulante Reha-Zentrum entschieden (eine Woche daheim nach der OP), hätte ich einen Fahrdienst nutzen können, der morgens die Patienten abholt und spätestens um 15 h heimfährt, samt Mittagessen. Ich hatte Glück und den besten familiären Fahrdienst (der auch vor Ort blieb und mir anfangs beim Umkleiden half - zum Schluss ging es immer in den Pool), bis ich irgendwann am Ende hin selber Auto fahren konnte. Am meisten freute ich mich bei der Reha auf die Reha-Maßnahmen im Schwimmbecken. Wir durften dann davor und danach noch einige Zeit den Pool genießen. Physio war natürlich auch dabei (leider immer jemand anderes), Geräteraum und Bewegungsgruppe. Andere denen ich in den Gruppen so begegnete, berichteten mir ähnliches aus anderen Reha-Kliniken mit den Opioiden. Im Freundeskreis hörte ich plötzlich Berichte, dass alle sich nur zur ambulanten Reha fahren lassen unter der Woche, Wochenende war frei daheim. Sie wollten auch nicht die extremen Schmerzmittel. Es war für mich eine neue Erfahrung dauerte eine Weile, bis ich mit Hilfe des fachkundigen Familienmitglieds selber einschätzen konnte, wie lange und wie oft ich noch ein leichtes Schmerzmittel benötige.
Ich bin froh, dass ich die Vollprothese habe und fühle mich viel besser, ganz selten dass es mal zwickt. Kniend im Garten arbeite ich nicht. Ich sollte aufpassen, wenn ich Entzündungen habe z.B. am Zahn oder woanders. Dreimal bin ich schwer mit der Prothese gestürzt (daheim über die Klappe der Spülmaschine und beim Renovieren über ein Paket, das sich plötzlich löste). Glück gehabt.
Oje, da ist aber gewaltig was schief gelaufen mit der Reha und auch schon davor. Mit solchen Blutwerten (Eisenmangel) hätte man dich gar nicht dort hin schicken dürfen. Auch ansonsten bin ich überrascht, was die Opiate angeht. Das kenne ich so zum Glück nicht. Es kann am Anfang natürlich schon mal sinnvoll sein, stärkere Schmerzmittel einzusetzen, aber dass in Rehakliniken Opiate wie Bonbons verteilt werden, ist mir neu.
Das ist natürlich bedenklich. Wahrscheinlich wurden dir nach der OP Opiate gegeben und das hat man dann in der Rehaklinik direkt so übernommen. Was ich nicht verstehe ist, warum du das mit dir hast machen lassen. Der Patient hat ja immer noch die Möglichkeit zu fragen, was er für Medikamente bekommt und diese dann unter Umständen auch abzulehnen, so sie nicht lebensnotwendig sind.
Tut mir leid für dich, dass du da so schlechte Erfahrungen gemacht hast, ansonsten gibt es sicherlich gute und engagierte Rehakliniken, ob man eine ambulante oder eine stationäre Reha macht, würde ich auch von den persönlichen Umständen abhängig machen.
Bei den meisten (Haus)frauen halte ich eine stationäre Reha für sinnvoller, das sie oft dazu neigen, schon wieder Dinge im Haushalt zu übernehmen, für die es noch zu früh ist, sie schonen sich oft zu wenig.
Zitat von paperbird im Beitrag #19Diejenigen im fernen Ausland, die davon überzeugt waren, haben es bei mir voller Überzeugung angewendet.
Sind OP und Reha auch im Ausland gewesen?
fettundlila ...irgendwann ist irgenwie ein andres Wort für nie... energy flows, where attention goes. .ʇɐq pǝʞooɔɹǝpun uɐ ǝʇɐ ɹǝʌǝu ʽpๅɹoʍ ǝɥʇ ǝᵷuɐɥɔ ʇ,uɐɔ uosɹǝd ǝuo pᴉɐs ɹǝʌǝoɥM
Ich bin gerade frustriert, habe die Nacht kaum geschlafen, da ich so Schmerzen hatte. Die letzten Tage lief es recht gut, aber als ich mich gestern gesetzt habe, muss ich mich irgendwie verdreht haben. Aua... Meine Mutter mit 85 ist stabiler auf den Beinen als ich🙈
Fels, das war die gekürzte Fassung. Ähnliche Eindrücke hörte ich - wie schon erwähnt - einige Zeit später von anderen Knie-, Hüfte-Patienten nach deren OP.
Als ich völlig kraftlos und vollgepumpt in der Reha-Klinik angekommen bin, hatte ich ein Eingangsgespräch mit einer Ärztin und ich bat darum, dass man mir nicht so starke Schmerzmittel geben soll, da ich sie nicht vertrage und extreme Nebenwirkungen habe. Die Ärztin war stark erkältet und nach meinem Gefühl kaum aufmerksam, kraftlos. Ich war in wenigen Minuten wieder draußen. Man sagte mir, dass ich die speziellen Thrombosestrümpfe mitbringen soll (zweite Version), die man weder im Sanitätshaus noch bei der der Gefäßchirurgin, die mich wg. einer Embolie und Thrombosen einige Zeit davor regelmäßig untersuchte, mir anziehen konnte. Ein drittes Paar wollte ich nicht anfertigen lassen, da die zwei Paar schon ein Vermögen gekostet haben (die kurze Versionen passten nicht). Auch mein Kind, welches sich damit beruflich gut auskannte, schaffte es kaum, mir daheim mit Hilfsmitteln die Strümpfe bis zum Oberschenkel anzuziehen. Ich nehme regelmäßig Blutverdünner, seit man bei mir mehrere (teils seltene) Gerinnungsstörungen nach der Embolie diagnostiziert hat.
Morgens kam dann zwischen 5:30 h und 6:20 h eine Pflegekraft in der Reha-Klinik und benötigte recht lange, mir die Strümpfe anzuziehen. Sie rutschten nach einer Minute wieder nach unten. Time wasted. Es war Pflicht, dass man zum Frühstück und Mittagessen im Speisesaal um ca. 7:30 h erscheint. Abends konnte man sich abmelden und auf dem Zimmer essen. Frauen saßen am Frauentisch, Männer am Männertisch im überheizten Speisesaal. Am Tag des Abbruchs nach 8 Tagen hatte man endlich einen Tischplatz an der etwas luftigeren Eingangstüre des Speisesaals für mich gefunden (ach wie schnell, da sind zig Leute abgereist...). Die letzten Tage wurde mir dreimal am Tag das Essen aufs Zimmer gebracht, da der Zustand so schlecht war. Anziehen, waschen etc. und der lange Weg zum Speisesaal dauerte bei mir lange. Gleich am ersten Morgen bin ich dort am Tisch zusammengeklappt. Manchmal war es unterwegs kritisch. Ständig wies ich darauf hin, dass ich die verschiedenen Schmerztabletten nicht vertrage (es gab mehrere). Als Neuling hatte ich wenig Erfahrung mit Schmerztabletten. Nehme nie Schmerztabletten ein. Logisch, dass die starken Opiate wohl am heftigsten wirken, worauf ich immer wieder hinwies und deutlich reduziert dann einnahm.
Wie erwähnt, nahmen andere Patienten die Opiate wie "Gummibärchen" zu sich. Es war halt ein Mix von Nebenwirkungen der Opiate etc., Schlafmangel, Eisenmangel usw.
Bei der ambulanten Reha daheim wäre ich 5 x die Woche ca. 8:50 h abgeholt worden bis 14:30 h / 15:00 h und daheim bestens betreut worden und hätte mehr Schlaf gehabt. Wochenende frei. Kein langer Marsch zum weit entfernten Speisesaal. In dem Reha-Behandlungsheft musste ich ja auch täglich ausfüllen, wie stark die Schmerzen sind. Natürlich habe ich dann am zweiten Tag nur eine halbe Tilidin genommen. Ab Freitag war nur ein einziger Arzt irgendwo in Rufbereitschaft, der dann sonntags kam und meinte, man soll mich noch 2 bis 3 Tage beobachten. Erst kurz vor dem Abbruch hat man Blut genommen. Ich sollte direkt in eine Klinik vor Ort, warum nicht in meiner Heimatstadt?. Mein Kind kam und wir konnten das noch abwenden und fuhren heim. Danach ging alles viel besser. Ein besseres Team betreute mich daheim.
Einen Teil der Opiate habe ich weggeworfen. Vor einiger Zeit packte ich einen kleinen Notvorrat für einen längeren Auslandsaufenthalt (Durchfall, Verstopfung, Paracetamol, Ibuprofen, Pflaster etc.) und entdeckte noch ziemlich viele Tilidin (wahrscheinlich ist die Haltbarkeit abgelaufen). Die habe ich bewusst aufgehoben. Es gab einige Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt einen Arztbrief, da tauchten teils Schmerzmittel gar nicht auf, die man mir gegeben hatte (meist nachts einzeln). Ich führe immer Protokoll zusammen mit der Familie bei Krankenhausaufenthalten und längeren Krankheiten / Verletzungen. Hätte ich einem der Pfleger nicht eindringlich nachts gefragt, was er mir zuletzt nachts in die Hand gedrückt hätte, wäre das untergegangen. Ich schickte sofort ein SMS an die Familie, die teils in einer großen Klinik arbeiten und sich damit auskennen. Bei einer besonders starken Tablette, die ich nachts erhielt, weiß ich bis heute nicht, was das war. Ich konnte sie vom Aussehen beschreiben und habe danach gegoogelt und nichts gefunden. Das war die Hölle für einige Stunden.
Da es mir daheim viel besser ging (außer die Grippe direkt danach), war ich froh, dass ich weit weg von der Reha-Klinik war und in guten Händen, sowohl vom behandelnden Unfall-Chirurgen als auch vom Hausarztteam (drei Internisten) und auch von der Familie und ambul. Reha-Center. Haushalt musste ich nicht machen.
Eine neue Kollegin fragte mich vor der OP, ob meine Behinderung angeboren wäre! Ich sagte, es wäre eine Kniearthrose und der Meniskus hinge seit Jahren am "seidenen Faden". Es wäre kaum Gelenkknorpel mehr zu sehen und ich humpelte jahrelang herum. In den Jahren erhält man ja ständig irgendwelche Ratschläge bzw. Erfahrungsberichte "bei meiner Frau hat dies und das geholfen...". Nach / seit der OP hatte ich einen normalen Gang. Ich musste es halt selber abwägen, wie lange ich es aushalte ohne OP, da man mir geschätzt sagte, wie lange so eine Vollprothese hält. Der vorige Chirurg sagte deutlich: Je später desto besser!
Die ambulante Reha war praktisch ums Eck und ich erinnere mich an einen Busfahrer, der mir Jahre zuvor zu der Reha geraten hatte. Er war begeistert. Leider hörte ich auf die beiden anderen, die von der Reha-Klinik schwärmten. Einer hatte nur ein Teil (Schlitten) bekommen und fuhr nach zwei Wochen in der Reha schon Fahrrad, erzählte er mir. Die andere hatte eine angeborene Hüftschädigung.
Die überwiegende Mehrheit der Operierten, die sich mit mir austauschten, war im Nachhinein von einer ambulanten Reha mit Fahrdienst und Mittagessen im Reha-Center überzeugt.
Einige Zeit nach der Knie-OP hatte ich eine noch schwere Verletzung (Knochen, Sehnen, Nerven) und mehrere OPs (langwieriger Heilungsprozess). Da wurde daheim nach der größten OP das Opiat sofort abgesetzt und alles wurde den Umständen entsprechend in meiner Nähe oder daheim gemacht (Physio, Geräte daheim etc.). Es war wichtig, dass das Schmerzmittel (Dosis, Art) mit dem Blutverdünner zusammenpasst.
Ich wurde in Deutschland operiert. Die Blätter-Anwendung (nicht nur einmal) war im ersten Jahr im Ausland, als die Schmerzen anfingen, heftiger zu werden. Gut gemeint, aber es hat nichts gebracht.
Meine Notapotheke (Mittelchen), die ich zur Zeit mit dabei habe, ist noch unberührt.
Die Reha hat ja erstmal nur indirekt mit der Prothese zu tun. Ich war wegen einer anderen Erkrankung bereits mehrfach zu einer Reha und kann Deine Erfahrungen in keiner Weise bestätigen. Bei mir muss ja erstmal das weitere Vorgehen entschieden werden, über die Reha mache ich mir dann Gedanken. Ich habe heute Nacht einen Quarkwickel gemacht, scheint etwas geholfen zu haben. Heute Nacht gibt es zur Abwechslung mal Kohl aufs Knie😂