Zitat von Nora im Beitrag #99Hier machen die Erzieherinnen mächtig Druck, zurückzustellen, was nicht bei 3 auf dem Baum ist.
In NRW ist eine Rückstellung ziemlich schwer, ich kenne einige, die es versucht, aber nicht bekommen haben. Was insofern interessant ist, als dass wir in NRW ja eh schon einen sehr späten Stichtag Ende September haben. Unsere Erstklässler hier sind demnach echt jung.
Interessant wo NRW sonst eher lasch ist und inzwischen in vielen Bundesländern für Jul/ Aug/ Sept Kinder die Flexiregelung herrscht
Naja, die Kitas sind zu voll, also darf niemand länger drin bleiben als unbedingt nötig. Hust. Meine These.
Viele Eltern lassen das Kind dann in Kl. 1 oder 2 freiwillig wiederholen, man darf die Schuleingangsphase ja auch in drei Jahren durchlaufen.
"Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“ - Wolfgang Niedecken
Erstens ist sie nah am Stichtag - in der Klasse meines Sohnes sind mehr der Kinder, die Oktober & November Geburtstag haben früher eingeschult und haben keine nennenswerte Probleme. Zweitens hat sie sich ihre Freunde nicht ohne Grund unter den Älteren gesucht und nicht den Jüngeren. Weil sie zu ihnen passt. Und das vielbeschrieene schöne weitere Jahr ohne Zwang etc.? Muss nicht schön sein. Unser Sohn ist ein Märzkind, daher (und da er vom Temperament eher nicht altersgemäß war/ist) kam früher einschulen nicht in Frage, obwohl kognitiv weit vorne. Mindestens das letzte halbe Jahr in der Kita war eine Vollkatastrophe, er hat mit seinem besten Freund angefangen, die Kita zu "zerlegen", die sind aus Langeweile die Wände hochgegangen.
Und die vielberschrieenen Sozialprobleme? Kann kommen, kann aber auch nicht. Kann auch kommen, wenn Du das Kind unter Gleichaltrigen / leicht Jüngeren lässt, mit denen es sich aufgrund kognitiver Unterschiede nichts zu sagen hat. Folg Deinem Gefühl und lass sie früher in die Schule. Es ist eine Erwachsenensicht, dass Kindergarten frei und schön und Schule dann böser Zwang ist.
Danke Euch allen für die weiteren Punkte, das ist super hilfreich, wenn ich mich auch irgendwann rausgenommen habe - rumhirnen abgeschaltet, sozusagen 😉
Wir haben uns nun nach unserem gemeinsamen Urlaub entschieden, sie nächstes Jahr einzuschulen.
Hauptgrund: - hohe Motivation zu lernen, hohe Wissbegierde
Wir haben uns gefragt, warum sollen wir das eigentlich bremsen, also die Perspektive gewechselt.
Nicht gefragt, warum sollten wir sie früh einschulen, sondern: Warum sollten wir nicht.
- Kognitiv: spricht nichts dagegen, sie ist ein kluges Kind
- Argument "1 Jahr mehr Kindheit": Ich stimme der Ansicht zu, dass dies stark aus der Erwachsenenperspektive gesehen ist. Sie will ja gar nicht "nur spielen", findet Kita seit einigen Monaten oft etwas langweilig. Freunde treffen ja, aber in der Kita - hm. (Muss dazu sagen, dass dort seit einigen Monaten der Personalmangel zugeschlagen hat und "freies Spiel" das Gebot der Stunde ist...). Zudem bedeutet Grundschule meiner Ansicht nach nicht, dass die Kindheit zu Ende ist. Das eine Jahr Kita, das noch kommt, passt schon gut, aber noch zwei ganze Jahre? Nee. Ich glaub, da geht sie die Wände hoch.
- sozial/emotional: Das von der Kita genannte Thema "Dickkopf" sehe ich weniger als eine Frage der Reife als der Persönlichkeit. Sie wird im Laufe der Zeit Strategien entwickeln, damit umzugehen, aber ich denke nicht, dass sich dies in einem Jahr so gravierend ändert. Wir haben das Vergnügen schon seit Geburt, sie ist einfach stur, wenn sie was wirklich will. Hingegen sehe ich einen anderen Punkt, nämlich Geduld/Ausdauer bei Dingen, die nicht so spannend sind. Da würde ich mir wünschen, dass die Kita und wir an einem Strang ziehen und das ein wenig üben. Darüber hinaus passt in den Bereich aber auch, dass alle Spielfreude aus dem Einschulungsjahrgang 2024 oder 2023 sind. Ich denke schon, dass dies einen Grund hat, auch im Bereich sozial/emotional. Ich erlebe sie auch nicht als unreifer als eben diese.
Das Töchterchen wurde dann früh eingeschult und hat nun schon die Hälfte der Grundschulzeit hinter sich. Wir sind zufrieden mit unserer Entscheidung, wobei wir natürlich nicht wissen, wie es andersrum gelaufen wäre 😉
In der Klasse sind noch 3 jüngere Kinder und 2 Mädels aus September. Das heißt, von den 12 Mädchen sind die Hälfte etwa so alt wie unsere Tochter. Damit fällt sie also keineswegs aus dem Rahmen.
Wir merken schon Unterschiede in der Reife im Vergleich zu den zwei weiteren Mädels, die fast ein Jahr älter sind als unsere, aber das ist natürlich auch zu erwarten.
Das Thema Dickkopf äußert sich in einem mehrfach bescheinigten starken Sinn für Gerechtigkeit 😉 Hören wir in jedem Elterngespräch, aber eher als positiven Punkt. Wobei ich manchmal den Eindruck habe, dass die ein oder andere Lehrerin das auch schon mal etwas anstrengend findet. Sie diskutiert, "bis Blut kommt", wenn sie etwas unfair findet. Allerdings ist das wohl weniger ein Thema der Reife als vielmehr eins der Persönlichkeit.
Durchhaltevermögen hat sie ein sehr großes, damit haben wir so gar nicht gerechnet. Sie ist schlichtweg interessiert am Schulstoff und deshalb auch fokussiert.
Schulisch läuft es sehr gut, das hatte sich aber schon vorher abgezeichnet.
Unterm Strich finde ich es immer noch nicht ideal, viel besser wäre, wenn sie so 3 Monate früher geboren wäre, aber das ist nun mal nicht so. Unter den gegebenen Umständen glaube ich aber (bisher), dass die Entscheidung die bessere war. Sie ist total glücklich in der Schule.
Super, das ist doch wirklich ideal, wenn man so zufrieden auf getroffene Entscheidungen schauen kann und sich nicht im Nachhinein immer was-wäre-wenn-Fragen stellt.