Gestern hatte der erste Index-Fond 50. Geburtstag und dabei spielte John Bogle, Gründer der Investments-Gesellschaft Vanguard, eine wichtige Rolle. Später sind dann aus den Index-Fonds die ETFs hervorgegangen.
Leider kamen die ersten ETFs in Deutschland dann erst zu Beginn der 2000er Jahre auf den Markt und für mich damit ein paar Jahre zu spät. Bei meinen ersten Börsen-Erfahrungen mit Einzel-Aktien habe ich damals einiges an Lehrgeld bezahlt... Das hat dann leider verhindert, daß ich früher kostengünstig in meine Altersvorsorge investiert habe.
Aber: besser spät als nie!
Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder einfach "nur" seine Arbeit machen würde, aber die wirklich großartigen Dinge auf dieser Welt geschehen nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
Zitat von Bri-Eule im Beitrag #626Aber: besser spät als nie!
Definitiv und beim Loblied auf die Index-Fonds kann ich dir nur zustimmen. Dank Welt-ETF kann jeder Bürger an Aktienmarkt teilnehmen, bei moderatem Risiko und sehr guten Chancen, sofern die Anlage mindestens 15+ Jahre gehalten wird.
Nachdem nun endlich Riester in der Versenkung verschwindet und das neue Altersvorsorge-Depot (AV) im nächsten Jahr an den Start geht, wird die Zahl der Bürger mit Börsenbeteilung hoffentlich rasant steigen. Das ist dann auch endlich mal ein Produkt, wo nach 25-40 Jahren im Ruhestand die Rendite sehen lassen kann, sofern man zu 100% in weltweite Aktien-ETFs investiert. Es ist längst überfällig, dass die Bürger jetzt rentierliche Produkte für die Altersvorsorge bekommen und nicht ihr Vermögen auf Festgeldkonten der Inflation zur Geldvernichtung überlassen.
Die junge Generation hat die Blockade, welche die älteren Jahrgänge bezüglich des Aktienmarkts haben, glücklicherweise schon gut gemeistert. Laut neuesten Zahlen sind angeblich bereits 50 Prozent der jungen Erwachsenen bis 30 jahre in ETFs investiert. Und möglichst viele andere bekommen wir dann hoffentlich über das AV-Depot eingefangen. Ich mache hier jetzt nicht die Rechnung auf, ob es sinnvoller ist ein AV-Depot zu haben oder einen ETF privat zu besparen. Wichtig ist nur, alle diejenigen ins Boot zu bekommen, welche diese Chancen bisher komplett liegengelassen haben.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Ja - auch bei mir war @Nocturna im alten Forum eine (es gab noch mehrere), die mir genug Mut gemacht hatten, es doch einfach mal zu versuchen. Obwohl ich mich durchaus um meinen Finanzen gekümmert hatte, war das einfach ein Gebiet, auf dem ich keine Ahnung hatte. Und ich hab immer die Finger davon gelassen, wenn ich bei Gelddingen etwas nicht verstanden hatte. Was sicher nicht das Dümmste war.
Aber bei "etablierten" Medien hab ich mich nicht abgeholt gefühlt, auch nicht ernst genommen - da wurde ein Börsen-Lifestyle gezeigt, der nicht mit meiner Lebenswirklichkeit deckungsgleich war.
In unserem Thread war es auf einmal verständlich, daß man nicht mit großen Beträgen einsteigen muß - sondern daß es kostengünstig geht, ohne Depotgebühren, renditestark. Keine Frage ist zu doof. Wie suche ich den geeigneten ETF aus. Wenn man es gut erklärt ist es eigentlich einfach.
Aber mein Eindruck war, daß auch künstliche Barrieren gegenüber Frauen in der Finanzwelt gebaut waren, das war eine Fortsetzung von Erfahrungen, die ich schon vorher in anderem Zusammenhang hatte: Es wurde Frauen nicht zugetraut, auch größere Beträge zu handhaben. Frauen wurden mit "Haushaltsgeldsummen" assoziiert - Männer machen das große Geld.
Ich war die Ausnahme, daß ich die Hypothekenverhandlungen für einen Wohnungskauf geführt habe (und mein "Banker" hat damals extra nen Azubi dazugeholt, damit der kapiert, daß es auch Frauen gibt). Beim Warten auf den Termin wurde ich aber auch einem mir völlig unbekannten Mann als Anhängsel zugeordnet - denn Frau allein war nicht verortet.
Einiges hat sich gewandelt - nicht weil Emanzipation im Finanzwesen aufgetaucht wäre - aber weil die Erkenntnis bei den Banken gekommen ist, daß man da einiges an Potential und Umsatz liegen läßt, wenn man 50 % der Bevölkerung finanztechnisch ignoriert. Wobei ich von "Frauenanlageprodukten" wenig halte - Geld ist meiner Meinung nach per se erstmal geschlechtsneutral.
Wenn mir ein Finanzprodukt mit rosa Prospekt und Glitzer präsentiert wird und das der einziges strategische Vorteil eines ansonsten banalen 08/15 Produkts ist, will ich nichts davon wissen.
Wenn ein Produkt natürlich die Lebenswirklichkeit von Frauen berücksichtigt, soll mir das recht sein.
@taggecko und @Antje Ich freue mich immer zu lesen, wenn sich jemand getraut hat und jetzt mehr Geld hat, als wenn er es nur auf dem Tagesgeld/Festgeldkonto geparkt hätte. Es ist nicht einfach sich mit einer fremden Materie zu befassen und es ist allein euer Verdienst das auch mutig getan zu haben. Schlechtredner der Börse gibt es zuhauf und es erfordert eine gewissen Resistenz, da nicht unsicher zu werden.
Das Timing war natürlich prima, die letzten Jahre waren wirklich sehr feine Börsenjahre mit glänzenden Ergebnissen, 2022 mal ausgenommen. Ein durchschnittlicher Welt-ETF hat in diesem Zeitraum etwa 10-12 Prozent p.a abgeworfen. Keine Frage, dass es auch mal anders kommen wird, aber der gleitende Durchschnitt ist über die Jahrzehnte trotzdem höher als bei den Standardprodukten der Bank und das ist erfreulich.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
In das Loblied über Nocturna stimme ich glücklich ein. Seit 2016 habe ich das erste Depot...mit 25 Euro Sparplan monatlich fing es an. Jetzt sieht es schon wirklich gut aus! Jede Gehaltserhöhung ging da rein. Ich habe aber auch nur noch 10 Jahre, da musste ich mich sputen.
@Kikiri Du hast seit 2016 einen Sparplan durch alle Auf-und Abbewegungen der Börse durchgehalten? Das ist toll und wenn man sich den Chartverlauf ansieht, auch überaus erfreulich.
Am Aktienmarkt wachsen die Bäume aber nicht in den Himmel, falls hier jemand mitliest, der noch nicht investiert ist. Überaus erfolgreichen Börsenjahren stehen auch immer Jahre mit negativer Rendite gegenüber. Im Schnitt kommt dann deutlich mehr raus als auf dem Festgeldkonto und allein das ist das Ziel.
Weswegen ich das AV-Depot generell begrüße. Man stelle sich bei einem jungen Arbeitnehmer einen Sparplan vor, der 40+ Jahre befüllt wird. Auch bei anfangs noch geringen Summen, wird das eine schöne Zusatzrente im Alter ergeben und die Disziplin das Geld nicht vorher zu verbraten, ergibt dank Auszahlplan erst ab 65 Jahren automatisch.
Die Chance klopft öfter an als man meint, aber meistens ist niemand zu Hause. (Willi Rogers)
Ja, ich habe mehrere ETF-Sparpläne. Bin bei ING und Scalable Capital und habe auch mal mit "Spielgeld" Einzelaktien ausprobiert. Mein Fazit: Ich bin für ETF geschaffen, mit den Aktien hatte ich z.T. viel Pech (Varta und noch eine als Totalverlust, je 1000 Euro!). Andere laufen ganz nett, aber mir doch zu aufwändig. Ich bin für buy and hold geschaffen und habe keine Zeit für die dauernde Überwachung der Firmenstrategien, Ergebnisse, Wirtschaft,...
Zusätzlich habe ich mehrere Kolleginnen bekniet, ebenfalls mit geringen Sparplänen zu starten. Das trägt mittlerweile Früchte und ich sehe zufriedene Gesichter. Oft genug dauert es aber auch ein Jahr, bis sie endlich loslegen - wenn ich Pech habe, gegen sie im letzten Moment dann zur einem Vermögensberater *gggggrrrrrrrrr*
Hmm da ja hier auch Nichtanfänger schreiben: in einem Finanzseminar wurde erwähnt das ein Depot mit ca. 150000 Euro Wert für eine Entnahme von 500 Euro über 25 Jahre ausreichend ist. Chattie sagt dasselbe, aber dem traue ich noch weniger über den Weg. Kann das stimmen? Das ist vermutlich ohne Inflation und Steuern. Steuern ist der Teil den ich bisher am wenigsten durchblicke bei den ETFs. Ich habe jetzt erstmals was verkauft, weil die Performance des Sicherheitsbaustein rein negativ war. Keine Ahnung, was das steuerlich bedeutet ich hoffe da auf den Lohnsteuerhilfeverein bei der nächsten Steuererklärung.