In einem Gespräch mit jungen Leuten war dieser Tage die Verwunderung groß, dass es hierzulande Zeiten gab, in denen es in den Lebensmittel-Läden in unserer Kleinstadt manches nicht gab, was heute selbstverständlich ist. Mozzarella zum Beispiel oder Schafskäse, fertige Müslimischungen, Reisnudeln, tiefgekühlte Meeresfrüchte.... Für die jungen Leute ist das alles selbstverständlich. Ich hingegen, die ich mittlerweile auf die 70 zusteuere, kann mich noch gut an manches Erlebnis mit "exotischen" Zutaten erinnern, das so heute gar nicht mehr möglich wäre, weil ja alles verfügbar ist.
Lasst uns doch ein paar solcher Geschichten sammeln!
Ich fang mal mit dem Mozzarella an. In den frühen siebziger Jahren hatten wir immer wieder einmal Gäste aus unserer italienischen Partnerstadt bei uns. Meistens junge Frauen, die hier mit ihrer Schulklasse oder ihrem Chor zwei Wochen verbrachten. Einmal kam eine junge Frau zu uns, die sich unserer Familie eng anschloss, das fränkische Essen meiner Oma hoch lobte - und gegen Ende der zwei Wochen für uns italienisch kochen wollte. Zutaten dafür kriegte sie in unserer Stadt nicht. Also nutzte sie einen Ausflug ihrer Gruppe in die nächste Großstadt, um sich dort abzusetzen und nach italienischen Lebensmitteln zu suchen. Es gab wegen dieses Alleingangs einen Riesenkrach, aufgeregte Telefonate mit den Eltern in Italien - letztlich mussten meine Eltern intervenieren. Am glücklichen Ende stand dann ein wunderbares Nudelgericht mit Tomaten, Knoblauch und viel Mozzarella, von dem wir bis dahin noch nicht einmal gehört hatten. Noch heute, gute 50 Jahre später, muss ich jedesmal, wenn ich Mozarella verarbeite, an diesen netten Gast denken.
Das war ja eine beträchtliche Leistung der jungen Italienerin, dass sie damals (ohne Internet, Google Maps etc.) in der für sie fremden deutschen Großstadt einen italienischen Feinkostladen mit Mozzarella fand. Respekt!
Schönes Strangthema.
Ich muss jedes Mal, wenn ich bei uns im Supermarkt oder an der Tanke die heute allgegenwärtigen Salt & Vinegar-Chips sehe, daran denken, wie ich die Dinger das erste Mal probierte. Schüleraustausch in den 80ern in einer Kleinstadt in Berkshire, wir waren (an einem der raren sonnigen Sommertage) im Freibad und die Gastmutter hatte mir neben labbrigen Tuna-Sandwiches auch eine Tüte dieser Chips eingepackt (das waren so ganz kleine Tüten damals mit gerade mal drei Handvoll Chips drin). Ich dachte im ersten Moment: Was ist DAS denn? Kannte aus Deutschland ja nur Paprika.
Aber dann fand ich Gefallen an diesem erfrischend-säuerlichen Geschmack. War nicht so schlimm wie manch andere Dinge, die ich während dieses zweiwöchigen England-Aufenthaltes zu mir nehmen musste...
Da fällt mir unser Versuch ein, Ende der 70iger in Uppsala unseren Gastgebern Eisbein mit Sauerkraut zu servieren. 😂
Was man in den 60ern unter Nudeln mit Tomatensoße verstand. Meine Mutter öffnete dazu 5 kleine Dosen Tomatenmark, dann kam viel Kondensmilch dazu, und zwar in eine mit Speck angesetzte Mehlschwitzensoße! Gewürzt mit Paprika Gewürz edelsüß. Die Nudeln waren recht weich gekocht - das ging gar nicht anders bei birkel Eiernudeln. Reibekäse? Gab's nicht. Später dann Gouda und Emmentaler.
Herrlich! Mein Freund und ich haben Anfang der 80er versucht, unsere Freunde in Hobart (Tasmanien) mit einem Bayerischen Schweinsbraten zu erfreuen. Ein Fiasko!
Mit italienischem Essen wurde ich schon als Kind in den 60ern ganz gut versorgt, da meine Großmutter bei ihrer Schwiegermutter in Mailand viel gelernt hatte: richtige Bolognes, verschiededne Risotti, Minestrone, Brasato ... Parmesan gab es im Käseladen. Die Nudeln waren natürlich Eiernudeln (Bernbacher bei uns, natürlich nicht al dente). In der Stadt gab es einen Hertie mit großer Lebensmittelabteilung. Da wurde ich ab einem Alter von 10 oder 11 öfter mit Bus und Straßenbahn hingeschickt, um für den Vater Parmaschinken, besondere kleine Salami (Cacciatore) und echte Mortadella zu kaufen. Äh ... nur für den Vater - und: wir waren damals eher arm.
Und dann, mit 12 oder 13: Die erste Pizza in einer Keller-Kaschemme im Bahnhofsviertel! Der Wahnsinn! Etwas später hat meine Freundin einen Imbiss entdeckt, in dem es "Hühnercurry" gab. Teile vom Brathuhn mit Reis und viel Currypulver vermischt. Grausig eigentlich, aber wir kamen uns sehr erwachsen und mondän vor. Wir haben uns manchmal ein Curry geteilt und dafür auf viel Eis aus der Eisdiele verzichtet. Beides ging nicht.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
In den 70er und auch noch beginnenden 80er Jahren gab es in meinem (westdeutschen) Umfeld nur eine Sorte Joghurt: säuerlich und stichfest. Fruchtvarianten gab es genau drei: Heidelbeer, Kirsch und Erdbeer. Sie bildeten eine etwa fingerdicke Schicht am Becherboden und mussten mit dem Löffel mühsam unter den Rest der Joghurts gemischt werden. Mehr gab's nicht.
Ähnlich bei Käse: ich kann mich aus meiner Jugend an drei Sorten Schnittkäse erinnern: Gouda, Edamer, Tilsiter, das war's. Bei Weichkäse Camembert, Harzer und vielleicht noch Brie. Dann ebenfalls Ende der Fahnenstange. Ein Schüleraustausch mit Frankreich Anfang der 80er brachte mich mit Roquefort in Berührung - Liebe auf den ersten Blick. Gefühlt dauerte es noch einige Jahre, bis Blauschimmelkäse aus der Spezialitäten-Feinkost-Ecke den Weg in den Mainstream gefunden hatte.
Unvergesslich: Aki's Pizza vor dem Woolworth, meine erste Pizza-Erfahrung (als Dorfkind) überhaupt.
Das war im Prinzip nur Teig, Tomate und Käse - gebacken und serviert in einem kleinen Alu-Teller, aber ich habe es geliebt.
Nostalgie auf dem Teller waren die Bratkartoffeln mit knusprigen Speckwürfelchen, die meine Oma gemacht hat. Bis heute ist es mir nicht gelungen, sie genau so hinzubringen. Ich glaube, es lag an dem Viertelpfund Margarine (!) die sie in die Pfanne getan hat und an der Zeit. Sie hat immer schon um neun mit dem Kochen angefangen, damit das Mittagessen pünktlich um zwölf auf dem Tisch stand.
Ebenfalls nostalgisch: Vanillepudding mit Eiweißwölkchen und Himbeersirup. Gab es bei Oma zum Nachtisch. Wahlweise eingekochte, farblos gewordene Kirschen und dazu einen separaten Spuckteller, weil die Dinger nicht entkernt wurden. Himmlisch!
das KuhSinchen... am internationalen Mädchentag der UNO
@Agathe13 Bei uns am Stadtrand gab es seltsamerweise einen Käseladen und einen Fischladen so 10 Minuten mit dem Fahrrad entfernt, als ich Kind/Teenager war.
Sonst hatten wir ein Milchgeschäft, wo die Milch noch gezapft wurde. Quark gab es offen, Yogjurt gar nicht, und die Käseauswahl war etwas kleiner als bei dir. Man konnte dort ach hefe offen kaufen, glaube ich. Und einzelne Eier.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Im Milchladen (wo ich die Milch mit einer Plastikkanne mit blauem Deckel und der Aufschrift "Milch" manchmal kaufen durfte) hat es immer furchtbar gemüffelt, weil dort auch Käse verkauft wurde. Ich glaube, darum hat es ein paar Jahre gedauert, bis ich überhaupt Käse essen mochte.
Wenn ich mich konzentriere, kann ich diesen besonderen Duft im Gedächtnis abrufen. Bjach.
das KuhSinchen... am internationalen Mädchentag der UNO
Reisbrei mit Zucker und Zimt Nudelsuppe mit Fondor nachgewürzt, gerne mal mit einer Hühnerherz-Einlage, unter Umständen bei meiner einen Oma auch mit selbstgemachten Nudeln Kartoffelkuchen (der übliche Name für Kartoffelpuffer, Rösti) mit Apfelbrei Nudeln mit geröstetem Paniermehl statt Sauce Spinat mit Ei warmer Kartoffelsalat (der übliche Name für Bechamel-Kartoffeln) Bratkartoffeln in Butter gebraten, schön knusprig, aus Kartoffelresten vom Vortag
Im Städtle gab es gezapfte Milch in der „Molke“, Joghurt (pur und stichfest) und Sahne in kleinen Glasflachen mit einem Deckel aus angedrücktem Metall, Käse als Aufschnitt (Emmentaler, Tilsiter) Torte (Camembert) und am Stück (kleine ziegelförmige Rotschmierköse) im Käseladen.
Dosentomaten ab Mitte der 70er, davor waren Tomatenkonserven nur Tomatenmarkdöschen. Mitte der Siebziger gab es eine annehmbare Pizzeria in der Kreisstadt. Zu der Zeit hab ich der gesamten Familie beim Urlaub in Kaltern das „Gurkengemüse“ vom Teller geklaut - Zucchini waren noch unbekannt, wir haben sie aber auf dem Rückweg auf dem Markt in Bozen eingekauft.
Indisch hab ich Landpomeranze zum ersten Mal gegessen, als ich nach dem Abi mit Freundinnen in London war. Andere Länderküchen dann ziemlich schnell während des Studiums in der großen Stadt.
„Ich bin zu alt für den Scheiß.“ (Staatsanwältin Wilhelmine Klemm zu ihrem Rückzug, im Münsteraner Tatort)
Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen. (Blaise Pascal)
Zitat von bunte Kuh im Beitrag #8Im Milchladen [...] hat es immer furchtbar gemüffelt, weil dort auch Käse verkauft wurde. [...] Wenn ich mich konzentriere, kann ich diesen besonderen Duft im Gedächtnis abrufen.
Ohh jaaa... So einen Laden kenne ich aus dem Urlaub in Österreich auch und vermisse ihn unendlich... Sogar den Geruch.
Milch und Buttermilch (die ich damals eklig fand) konnte man auch dort trinken, aus dicken Keramikbechern in Pastellfarben mit weißen Punkten. Die Einrichtung war im besten 60er-Jahre-Stil, Tische und Stühle, natürlich ebenfalls in Pastellfarben, im besten Diner-Stil.
Es wäre schon viel geholfen, wenn jeder einfach "nur" seine Arbeit machen würde, aber die wirklich großartigen Dinge auf dieser Welt geschehen nur, weil jemand mehr tut, als er muss.
Wir lebten Ende der 60-er eine Zeitlang Tür an Tür mit einer griechischen Familie, so lernte ich frühzeitig Oliven kennen.
Opa brachte aus Jesolo jeden Sommer ein Stück harten Parmesan mit, der reichte für ein Jahr. Meine Eltern waren als Vertriebene leider keine Nudelfans, ich wurde mit Salzkartoffeln sozialisiert und hasse sie bis heute.
Ananas und Kokosnuss gab es an Weihnachten, ebenso eine Dose (Ersatz-) Kaviar.
Meine Ferien verbrachte ich bei einer Schulfreundin, sie hatten eine Baumschule und wir halfen beim Rosenveredeln für 2 DM Stundenlohn. Das beste war die schwäbische Küche ihrer Mutter, ich liebe Spätzle.
Ich bin begeistert von der großen Auswahl an internationalen Läden und Lebensmitteln. Im Zuge der Nachhaltigkeit sollten wir halt nicht zu oft auf eingeflogene Lebensmittel zugreifen, insbesondere wenn sie im Ursprungsland viel Wasser verbrauchen wie z.B. Avocados.
Ich habe in den 60-ern als Kind noch Milch beim Bauern nebenan gekauft.
In meiner damaligen Blase wurden die Verdienste aus den Schülerjobs (ich hab jede Woche Kirchenzeitung ausgetragen 😵💫) in Schallplatten, Essen und manchmal Schlaghosen umgesetzt. So als Elft- oder Zwölftklässlerinnen haben wir auf den einen oder anderen Besuch im Steakhaus (es gab einige in der Stadt) gespart. Da gab es dann Steak und Fritten, ich glaube Kräuterbutter und irgendwie eine Garnitur, in der auch diese knallroten Kirschen waren, die es auch als Deko auf Eisbechern gab. Und Spezi. Wir kamen uns wieder sehr erwachsen und mondän vor.
Zu einem Geburtstag meiner Mutter fuhren wir weit raus, weil da ein eigentlich normales regionales Wirtshaus eine indonesische Reistafel anbot. So wie man sich auf dem Land indonesische Reistafel vorstellte.
-------------------------- Zwischen Reiz und Reaktion liegt die Freiheit.
Ich war 18, als bei uns in der Provinz der erste Chinese aufmachte und kann mich noch gut an das für uns sehr fremde Ambiente und das erste Gericht „süss-sauer“ erinnern.
Essen gehen war damals überhaupt ein sehr seltenes Ereignis. Das hat sich wohl grundlegend geändert.
Zu der "alten" Küche: bin als Kind sehr oft bei meiner Oma gewesen und habe die brave bürgerliche Küche geliebt. Sogar die sauren Nierchen, Rouladen. Und Hasenpfeffer (was immer ein Abenteuer war, wenn man eine Schrotkugel fand), abends nur Butterbrot. Meine Mutter hat schon in den 50ern versucht, extravagant zu kochen. Also nach dem uralten "Odette" Kochbuch und aus der "Film und Frau" Zeitschrift. Ich habs gehasst. Borschtsch, Szegediner Gulasch mit kleinen Knübbelchen aus saurer Sahne, ganz exotisch Rührei mit Krabben. Nie Saucen, nur so "neumodisches" Zeugs und Sonntags Beefsteak. Interessant fand ich Kochen allerdings schon früh, hatte auch keine Berührungsängste, konnte mitgucken, wie naturbelassene HÜhner ausgenommen werden, noch mit Eiern im Bauch. Und eine frühe Bemerkung meiner Oma hab ich nie vergessen: Ob Fleisch wirklich gut ist, kann man erkennen, wenn man ein Stück roh isst. Das Gefallen an der Vielfalt des Kochens daran kam bei mir erst später, wenn ich mit Mutter duch die Feinkostabteilungen bei Karstadt und Kaufhof geschlendert bin. Soo aufregend. Ganz neu und exotisch damals in den 60ern, Paprikaschoten. Man musste teuflich aufpassen, keine Kerne mit ins Essen zu bekommen, die waren sauscharf. Und "Eierfrüchte", hach, das war toll..Als junge Frau hab ich Bocuse und Co. nachgeeifert. Was mitunter daran scheiterte, dass es keine Creme Fraiche gab. Oder die anderen Zutaten, die in den tollen "Essen & Trinken" Rezepten standen. Ich bin so froh, dass heute das Angebot selbst beim Discounter so toll ist. Damit meine ich keinen Spargel im Winter oder Erdbeeren. Aber man kann tolle Sachen kochen ohne Mehlpamps und nur Kotelett. Und TK Kost, Gemüse, ist so viel mehr geworden als damals nur der übliche Pamps-Spinat.
@bunte Kuh waren die Bratkartoffeln deiner Oma so gebraten, dass sie eine einzige braune Fläche hatten? Und aus alte gekochten Kartoffeln vom Typ festkochend?
Im Alter von etwa 16 Jahren habe ich Anfang der 70er die erste Pizza meines Lebens gegessen. Dafür ging es per Bus in die benachbarte Kreisstadt, zu einer Eisdiele, betrieben von einem italienischen Ehepaar. Der Mann verkaufte tagsüber Gelati, abends stand seine Frau in der Küche und fabrizierte Pizzen mit einem ca. drei cm dicken Teigboden und entsprechend hohem Rand in ganzen vier Variationen: mit Salami, mit Schinken, mit Champgignons und mit allen drei Zutaten. Ich meine mich zu erinnern, dass die Pizza damals sieben Mark und die Cola dazu 1,20 DM kosteten.
Nachtrag: meinen ersten Hamburger hatte ich etwa ein Jahr später in Kanada im Rahmen eines privaten Austausches. Für mich ebenfalls ganz neu die überdimensionierte Imbissbude, genannt Fastfood-Restaurant, mit Selbstbedienungstheke. Unvergessen die Blicke meiner Austauschpartnerin und ihrer Freundinnen, als ich mit Hamburger, Getränk und Besteck auf dem Tablett an unseren Tisch zurückkam.
„Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf den Staat nicht verlassen.“
Ich bin in der Großstadt aufgewachsen, da gab es schon ein breiteres Angebot, wenn natürlich längst nicht mit der heutigen Auswahl zu vergleichen. Insbesondere das Obst und Gemüseangebot hat sich ja enorm entwickelt. Convenience gab es in meiner Kindheit und Jugend auch viel weniger in den Geschäften. Früher ging es hier in die Lebensmittelabteilung des KaDeWe zum Staunen.
Mein Vater war ab 1960 immer für längere Zeit weltweit im Ausland auf Montage und kam dann auch mit dem einen oder anderen Kücheneinfluss zurück nach Hause. Aus Spanien hat er auf jeden Fall Anfang der 60er Jahre gefüllte Paprikaschoten "mitgebracht", das war ein Gericht meiner Kindheit, aber damals immer mit grünen Paprikaschoten. Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen hat meine Mutter Reis immer auf türkische (oder arabische) Art mit angebratenen Fadennudeln zubereitet, wie dieser Einfluss zu uns kam, weiß ich nicht. Meines Wissen war mein Vater erst viel später in der Türkei und nie in arabischen Staaten. Von diesen Arbeitsaufenthalten kamen auch von der indischen Küche inspirierte Currygerichte (mit fertiger "deutscher" Currymischung) zu uns. Und an eine Zeit ohne Parmesan kann ich mich auch nicht erinnern.
An auswärts Essen kann ich ich erst ab meinen frühen Teenagerjahren erinnern, das war dann Anfang der 70er Jahre. Da ging es zum Jugoslawen oder Chinesen. Pizza war dann etwas später beim Ausgehen ein beliebtes Nachtessen, es gab eine Pizzeria, die Pizzastücke für 1 Mark verkaufte und bis in die frühen Morgenstunden offen war.
Umgekehrt hatte meine Berliner Oma nach ihrem Umzug in den 60er Jahren auf ein bayerisches Dorf Schwierigkeiten, bestimmte, in Berllin sehr verbreitete Produkte zu bekommen. Ich kann mich erinnern, dass Hering da oft ein Thema war und Schwarzbrot. Von den seltenen Einkaufsfahrten mit dem Bus in die nächste mittelgroße Stadt kam sie jedenfalls immer mit vollbepackten Taschen zurück.
"Bescheidenheit ist die subtilste Form von Arroganz." Sprichwort
Zitat von Lizzy im Beitrag #18@bunte Kuh waren die Bratkartoffeln deiner Oma so gebraten, dass sie eine einzige braune Fläche hatten? Und aus alte gekochten Kartoffeln vom Typ festkochend?
Ja, eine braune "Knusperfläche". Und die Kartoffeln dafür hat sie meines Wissens schon im Morgengrauen "aufgesetzt", um sie dann schälen und braten zu können.
Verdammt, jetzt hab ich Hunger - und das Mittagessen ist noch nicht fertig!
das KuhSinchen... am internationalen Mädchentag der UNO
Als Kind holte ich die Milch entweder beim Bauern in der Milchkanne oder aber im Molkereiladen. Dort wurde die Milch in die Kanne gepumpt und dann gab’s auch offenen Joghurt. War was ganz Besonderes.
Und dann kam zu uns in die „Stadt“ die erste italienische Eisdiele. 👍
Hör auf, dich Menschen zu erklären, die sich bereits entschieden haben, dich falsch zu verstehen.
In den sechzigern eröffnete in der Großstadt ein Wienerwald. Jedesmal ein Fest für meine Mutter und mich, zuerst Einkaufen bei C&A und dann Hähnchen essen. Das gab es vorher nicht und später wurde extra dafür ein Grillgerät angeschafft.
——————————————————————————————————— Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man aus ihnen macht. (Jean Anouilh)