Zu diesem Internetfund möchte ich gerne einmal eure Meinung hören:
Zitat Darf/kann man offen bezeugte Liebe abweisen, obwohl man das gleiche tiefe Gefühl fürs Gegenüber verspürt und man weiß, dass man damit eventuell verletzt und sich selbst auch keinen Gefallen tut?
habe versucht, geduldiger zu werden, hab aber damit aufgehört. ging mir einfach nicht schnell genug.
An den Jungen, der mir im Kindergarten einen Heiratsantrag gemacht hat: Ich wäre jetzt soweit
Ich glaube, man sollte dem anderen das Recht zugestehen, selbst entscheiden zu dürfen. Was auch immer einen gegebenefalls dazu bewegen könnte, diese Liebe abzuweisen, könnte man ja auch mitteilen. Aber vielleicht ist es nicht das, was du gemeint hast, pinao?
Vielleicht sind es schwerwiegende Gründe, weswegen man sich nicht verbinden will oder kann, wie z.B. eine schwere Krankheit, Unvermögen eine Zweierbeziehung einzugehen, Angst vor Nähe, ach ja, einer könnte ja auch gebunden sein und es gibt keine Lösung......es gibt sicher noch mehr wichtige Gründe, sich nicht auf die Liebe einzulassen.
habe versucht, geduldiger zu werden, hab aber damit aufgehört. ging mir einfach nicht schnell genug.
An den Jungen, der mir im Kindergarten einen Heiratsantrag gemacht hat: Ich wäre jetzt soweit
1. Schwere Krankheit kann man mitteilen. 2. Angst vor Nähe kann man arbeiten, ggf. ein langsames Tempo angehen. Aber sonst hat man ja schon vorher verloren! 3. Hm, dass sollte diese Person vorher mal besser klären.
Man darf immer eine Entscheidung treffen. Niemand ist verpflichtet, eine Liebesbezeugung zu erwidern.
Man kann das und man darf das.
Nicht jede Liebe ist gut für einen.
Manchmal lieben sich Menschen und wissen trotzdem, daß eine Beziehung einen oder beide unglücklich machen wird.
Sei es, weil Gewalt im Spiel ist, sei es, daß finanzielle Probleme vorhersehbar sind. Sei es, daß Drogen ein Thema sind. Sei es, daß jemand untreu ist.
Zitat von Pasdedeux im Beitrag #3Ich glaube, man sollte dem anderen das Recht zugestehen, selbst entscheiden zu dürfen. Was auch immer einen gegebenefalls dazu bewegen könnte, diese Liebe abzuweisen, könnte man ja auch mitteilen. Aber vielleicht ist es nicht das, was du gemeint hast, pinao?
Ich bin auch der Meinung, dass man das offen kommunizieren sollte. Kann aber vielleicht nicht jeder Mensch ( Scham/Scheu/ was auch immer)
habe versucht, geduldiger zu werden, hab aber damit aufgehört. ging mir einfach nicht schnell genug.
An den Jungen, der mir im Kindergarten einen Heiratsantrag gemacht hat: Ich wäre jetzt soweit
Ich finde, man hat das Recht, NICHT auf eine Sache einzulassen, die einem das Leben gerade anbietet. Gründe kann es viele, und der Spruch "man muss nicht jede Zitrone auspressen" hat mir dafür mal die Augen geöffnet.
Wenn man sich nicht einlassen möchte, trotz gegenseitiger Sympathie, kann das auch ein Akt von Selbstfürsorge oder Wahrnehmung sein - die Stimmen in sich zu achten oder zu beschützen, die Angst haben oder sich nicht gewachsen fühlen oder Ruhe haben möchten.
Also ich meine einfach nur, man ist niemandem Rechenschaft schuldig, auch sich selbt gegenüber nicht (jedenfalls nicht in dem Sinne, dass man sich stressen muss, Erklärungen zu finden).
Erst mal so theoretisch jedenfalls zur Eingangsfrage.
(Aber ja, es zu kommunizieren, sanft und doch bestimmt, oder klar, wär natürlich auch toll, wenn es einem in der Situation gegeben ist oder einfach möglich ist. Aber das ist dann schon die Kür. Wichtiger ist erst mal, auf sich zu hören und die innere Stimme zu achten. Das meine ich...)
Klar gibt es Umstände, die vielleicht das Eingehen einer Liebesbeziehung nicht ratsam erscheinen ließen. Nach meiner Erfahrung kommt im Leben häufig alles auf einmal zusammen, oder es passiert an verschiedenen Fronten gar nichts. "Das Leben schrumpft oder dehnt sich im Verhältnis zum eigenen Mut", würde Anais Nin dazu sagen.
Meine Meinung dazu: Man darf zurückweisen, aber es ist auch Selbstfürsorge, das so zu kommunizieren, dass man den Respekt vor sich selber nicht aufs Spiel setzt. Und so ein Gewissen kann schon mal sehr lästig werden, egal was die eigene Vernunft dazu sagt. Liebe ich mich und den anderen wirklich, wenn ich mich ggfs. im Extremfall kommentarlos aus dem Staub mache?
Planung bedeutet, den Zufall durch Irrtum zu ersetzen
Zitat von pinao im Beitrag #1Zu diesem Internetfund möchte ich gerne einmal eure Meinung hören:
Zitat Darf/kann man offen bezeugte Liebe abweisen, obwohl man das gleiche tiefe Gefühl fürs Gegenüber verspürt und man weiß, dass man damit eventuell verletzt und sich selbst auch keinen Gefallen tut?
Dieser Internet-Fund bietet doch sicher auch Antworten, oder?
So ganz ohne Kontext sehe ich wenig Sinn darin, etwas dazu zu sagen.
Zitat von pinao im Beitrag #1und sich selbst auch keinen Gefallen tut?
Das war für mich ein Schlüsselsatz. Normalerweise würde ich denen zustimmen, die sagen, dass Selbstfürsorge auch hier wichtig ist und diese beinhalten kann, dass man diese Beziehung trotz gegenseitiger Liebe nicht eingeht. Aber wenn ich Selbstfürsorge betreibe, dann tue ich mir doch einen Gefallen? Und dann passt es nicht mehr zu der Aussage, man täte sich selbst keinen Gefallen, wenn man ablehnt.
Womöglich ist die fragende Person anderweitig verheiratet/liiert oder unterliegt dem Zölibat und möchte daher trotz vorhandener Gefühle nicht darauf eingehen?
Wenn ihr die Ausgangsfrage mal googlet, kommt ihr auf die Seite von Amsel e.V., ein Verein, der Multiple-Sklerose-Patienten unterstützt. Wobei auch dort die Frage nur "weitergereicht" wurde.
Vor diesem Hintergrund vielleicht Folgendes: Mein Vater hatte sich in eine MS-Patientin verliebt, die im Rollstuhl saß. Beide haben sich auf die Beziehung eingelassen. Er hat mit ihr so viel Schönes unternommen, dass sie sonst nie erlebt hätte, und sie hat ihm mit ihrer liebevollen Art gut getan und ist bis zum Schluss bei ihm geblieben. Beide hatten etwas von der Beziehung, er vielleicht sogar mehr als sie.
@Pasdedeux: Ich bin überzeugt, daß es überaus glückliche Beziehungen gibt, bei denen ein Partner (oder beide) auch schwer krank sind. Manchmal lernt man sich kennen und die Krankheit ist da schon vorhanden - manchmal wird die Krankheit während der Beziehung entdeckt. Es gibt genug Beispiele für lange Beziehungen zwischen diesen Menschen. Und ich würde nie implizieren, daß für jemand mit lebensbedrohlicher Krankheit jede Chance auf Liebe vorbei ist, weil die ja "eh niemand nimmt"..
Aber es ist meiner Ansicht nach schon in Ordnung, wenn sich jemand zusätzlich zur Frage "liebe ich die Person" auch vor Beginn einer Beziehung die Frage stellt: Gibt es Hindernisse für diese Liebe (z.B. sind vielleicht weitere Personen involviert), sehe ich mich auch langfristig für den Alltag mit dieser Person bereit. Und manchmal reicht da dann halt die Liebe nicht.
Für mich ganz persönlich könnte ich z.B. sagen: Ich könnte mich noch so sehr in eine Person verlieben - auch wenn die Person genauso in mich verliebt wäre und die Gefühle auch gegenseitig kommuniziert wären - wenn die Person noch in einer anderen Beziehung steckt, würde ich nein sagen.
So etwas ist eine sehr individuelle Entscheidung - aber es kann immer Gründe für ein NEIN geben und für eine Beziehung müßten es eben 2 JA sein und nicht 1 JA und 1 ICH WEISS NICHT SO RECHT.
Zitat von H.Hugutsche im Beitrag #18Das wäre auch ein altruistischer Grund: einer Person, die man liebt, nicht die fortschreitende eigene Erkrankung aufbürden zu wollen.
Wäre ich die Person, würde ich mich bevormundet fühlen - ich würde das selbst entscheiden wollen. Dennoch hat natürlich die andere Person, die mit dem MS, das Recht zu sagen "ich will nicht". Aber dann halt nicht mir zuliebe, sondern weil sie selbst es so will.