Guten Morgen, Eure Gedanken haben mir gut getan und auch Eure Anteilnahme. Ich habe erst da gemerkt, dass da noch etwas ganz anderes mitschwingt. Nach der Diskussion haben auch alle drüber nachgedacht und auch mein Schwiegervater hat sich aus der Kur eingeschaltet.
Es wird nun einen Pfarrer geben, der durchführt, aber, wer etwas sagen möchte, ist willkommen. So kann der Schwager sein Bedürfnis seine Mutter zu würdigen und auch für sich einen Trost daraus zu finden stillen, ebenso, wie mein Mann und ich, die gerne durch die Trauer geleitet werden möchten. Ja, ich weiß, ich bin "nur" das Schwiegerkind, aber bereits 41 Jahre in der Familie. Mehr als 2/3 meines Lebens und fast die Hälfte ihres.
Das ist jetzt für mich gut. Wir sind evangelisch und bei uns heißt es Pfarrer :-).
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Das habt ihr gut geregelt, Charlie. Ich wünsche euch ein gutes Abschiednehmen.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Es ist gut, daß ihr eine Lösung gefunden habt, die jeden in seiner Trauer mitnimmt und die Raum gibt. Die Trauerfeier soll ja den Trauernden auch beim Abschied helfen – genauso wie die verstorbene Person gewürdigt werden soll.
Und wenn ihr eine (so wie es aussieht) gut miteinander verbundene Familie seid, sollte sich da jeder finden.
Ich bin sicher, ihr findet Möglichkeiten, auf persönliche Weise Deiner Schwiegermutter zu gedenken.
Und ich finde es schön, wenn es auch Momente an diesem Tag gibt, an denen gelacht wird – sei es in der Kirche oder sei es bei der anschließenden Zusammenkunft der Trauernden. Ich finde es sehr sehr tröstlich, wenn die die Gäste dann an lustige Sachen, vielleicht auch Verschrobenheiten erinnern und sie erzählen. Das Lachen ist oft der erste Schritt zur Verarbeitung und zum Gedenken, daß man ja eine lange und oft auch sehr schöne Zeit mit dem Menschen hatte.
Hier in der Region gibt es zwei Bezeichnungen - einmal dem Imbs/Immes/Emmes - aber die Meisten sagen einfach „(Berdigungs-)Kaffee“ dazu. Ich finde, es ist ein guter Anlass, ein Abschluss zu finden, Oft besser als die eigentliche Trauerfeier.
Verwandtschaft ist (leider?) automatisch dafür vorgesehen, Freunde und Bekannte werden normalerweise von einem engeren Angehörigen explizit dazugebeten -„Komm‘ nachher noch mit auf den Kaffee - wir sind im Café Schuster“. So gibt es eine gewisse Übersicht, wer dabei ist. Und es ist wirklich „nur“ eine Kaffeetafel, keine keine vollständigen Mahlzeiten wie das „schmaus“ assoziiert.
Das ist hier eine eher informelle Verantstaltung - aber es spricht auch nichts dagegen, so etwas - auch wegen der Vorbestellung für Kuchen/Schnittchen - vorher abzuklären. Oft bietet auch Pfarrhäuser die Möglichkeit, den Kaffee dort abzuhalten - Geschirr gibt es dort vor Ort.
Dann muss Kuchen und Co. besorgt werden - wobei die genau dafür auch meistens gute Quellen haben.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Nora im Beitrag #30 Und es ist wirklich „nur“ eine Kaffeetafel, keine keine vollständigen Mahlzeiten wie das „schmaus“ assoziiert.
Das stimmt so nicht. Bei meiner Mutter gab es erst Kaffee und Kuchen, später dann einen herzhaften Imbiss. Bei meinem Schwager und später bei meiner Schwägerin ist die Familie (und nur die) gemeinsam in ein Lokal zum Mittagessen gegangen. Jeder hat seinen Verzahr selbst bezahlt.
"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."
das klingt nach einer guten Lösung, die alle Bedürfnisse miteinander in Einklang bringt.
Ich wünsche euch einen friedlichen Abschied und einen fröhlichen Leichenschmaus, das Teilen positive4 Erinnerungen un€ Anakdote; hat mir nach der Trauerfeier für meine Oma (deren Tod dem deine4 Schwiegermutter am nächsten kommt) sehr gut getan.
Bei uns gibt es Kaffee und Kuchen und auch belegte Brötchen bei der anschließenden Zusammenkunft.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Ein „Essen gehen“ fühlt sich irgendwie nicht stimmig an zu einer Beerdigung, finde ich - Gut, ich bin auch mit dem Brauch wie in meiner Region (und dem Elsaß) großgeworden. Diet heißt das übrigens “verre de l’amitié„ - Ein Glas auf die Freundschaft. Dort gehört Wein definitiv dazu…
Findet die Beerdigung am späten Vormittag statt, gibt es mehr „Schnittchen“, eher herzhaft, aber definitiv „Kalte Küche“. (Okay, im Elsaß dann auch Flammkuchen, in der ganz einfachen Version).
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Zitat von Nora im Beitrag #38Ein „Essen gehen“ fühlt sich irgendwie nicht stimmig an zu einer Beerdigung, finde ich -
Ich mag es auch nicht, hab mich aber bisher immer dem Brauch gefügt. Ich finde den Begriff Leichenschmaus auch völlig daneben. Klar, der stammt aus ganz frühen Zeiten. Aber es wäre Zeit für eine Änderung.
Eine alte Indianer Legende besagt: Wenn Du stirbst, begegnest Du auf der Brücke, die zum Himmel führt, allen Tieren, die Dir auf Deinem Weg zu Lebzeiten begegnet sind. Und diese Tiere entscheiden, ob Du weiter gehen darfst oder nicht.
Bei meiner Schwiegermutter haben wir ja, wie bereits beschrieben, auf das Kaffeetrinken verzichtet, uns aber einige Monate später mit einer Runde alter Freunde und Freundinnen von ihr getroffen. Das war sehr schön, es wurden viele Erinnerungen ausgetauscht, Bilder mitgebracht und sehr nett geplaudert - und für uns war es emotional deutlich besser zu stemmen als direkt nach dem Verlust.
This is a broken world and we live with broken hearts and broken lives but still that is no alibi. (Leonard Cohen)
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In meiner alten Heimatgegend sind es meistens klassisch belegte Brötchen, Kuchen und eine Suppe. Entweder Rinderbrühe mit Einlage oder Gulaschsuppe oder die berühmte Hochzeitssuppe (Nudelsuppe mit Mettklösschen). Und jede Menge Kaffee. Der Kuchen war früher immer ein Plattenkuchen (Zucker-/Butterkuchen oder Bienenstich), das war günstig und konnte ein ganzes Dorf füttern. Deshalb hiess der im Volksmund auch immer Beerdigungskuchen.
Dieses 'Kaffee und Kuchen' nach einer Beerdigung finde ich wichtig, zum Austausch, damit man nicht sofort allein nach Hause gehen muss und ausserdem macht Weinen hungrig.
Hier in meiner jetzigen Heimat hab ich auch schon eine Beerdigung miterlebt, die in einem typischen britischen Wake geendet hat, im Pub, mit viel Alkohol und Musik, Fotos, Videos und Geschichten, Lachen und Weinen.
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Bei der Beisetzung meiner Mutter waren auch Gäste dabei, die anschliessend einen langen Heimweg von mehreren Stunden Autobahn vor sich hatten. Da passte das mit belegten Broten und Suppe und Kuchen auch ganz gut. Besser, als wenn sie allein irgendwo in einem Restaurant gesessen hätten, vor der Fahrt.
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Zitat von Charlie03 im Beitrag #1Liebe Community, ich möchte mich ein wenig sortieren und wünsche mir Eure Unterstützung. Vorab.. ich kann nicht immer schnell reagieren.
Meine SchwieMu ist tot. Das macht mich sehr traurig, ist aber auch eine Erleichterung, denn die letzten Jahre war sie nicht mehr sie selbst.
Nun geht es an die Trauerfeier. Sie wünschte sich das Vaterunser und ein geistliches Lied.
Nun wird in der Familie besprochen, ob man alles selbst macht oder eine Trauerandacht mit Pfarrer.
Liebe Charlie, zuerst einmal mein herzliches Beileid.
Wir sind gerade in derselben Situation, nur ist es bei uns die 88jährige verwitwete, kinderlose Cousine ohne Geschwister, meines Mannes. Sie war auch die Patentante unserer Töchter und gehörte zu uns wie eine Schwester oder Großmutter. Wir hatten gestern das Gespräch mit unserem Pfarrer der den Trauergottesdienst am Freitag halten wird. Er wird das Leben der Verstorbenen revue passieren lassen uns das Wichtigste daraus erwähnen. Das wäre ganz in ihrem Sinne gewesen. Nach der Beisetzung gehen wir in ein schönes Café in dem für uns ein großer Raum reserviert ist. Es werden Getränke aller Art von Kaffee bis Wein angeboten. Dazu gibt es Brezeln, Hefezopf und Kuchen. Wir haben keine Ahnung wie viele Personen mit ins Café gehen werden, da Freunde und Bekannte der Verstorbenen auch älter sind, aber das wäre kein Problem wurde uns versichert.
Liebe Charlie, ich wünsche dir, dass ihr euch in der Familie einig werdet und es nicht zu Streitigkeiten deswegen kommt.
Meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen
God gave rock 'n' roll to you, put it in the soul of everyone. (KISS)
Mir kommt das Wort LS auch nur schwer über die Tasten, daher nenne ich es kurz 'den Kaffee'.
Bei uns war der ab 13 Uhr, also eigentlich beste Mittagszeit, einige Gäste hatten auch eine längere Anfahrt, waren samt Einsammeln älterer Herrschaften seit 9 Uhr unterwegs. Die Beisetzung fand in einem Kolumbarium statt, an das ein Saal angegliedert war, in dem der Kaffee hätte stattfinden können. Wir hatten GsD Pech und der Caterer (und nur der durfte den Kaffee ausrichten) befand sich zum geplanten Termin drei Wochen in Betriebsferien. Fand ich schon unmöglich, dass man da so festgelegt war. Aber das Blatt wendete sich als mein Mann anregte, den Kaffee doch 20 Minuten Fahrzeit entfernt auf dem Land stattfinden zu lassen. Das Restaurant hatten wir kurz vorher kennengelernt und war vom Ambiente was ganz anderes als der etwas triste Saal, der eigentlich vorgesehen war. Die boten dort eine Niederrheinische Kaffeetafel an, die ich kurzerhand buchte. So ähnlich wie die Bergische, nur ohne Waffeln.
Das ganze fand auch an deren Ruhetag statt, für so große Feiern öffneten sie dann aber. Wir waren jedenfalls unter uns und haben ordentlich gefeiert. Meinem Vater hätte es gefallen.
Meine Schwiegermutter war seit ihrer Jugend sportlich aktiv, so dass wir hinterher in den Verein gehen. Da sie gerne und wirklich sehr gut gebacken hat, gibt es eine Kuchentafel. Wir sammeln gerade alle Rezepte, die wir so gerne gegessen haben und werden möglichst viel selber backen.
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Zuerst mal mein Herzliches Beileid und ganz viel Trost euch!
Zitat von Charlie03 im Beitrag #1Ich bin nun am Überlegen, was eigentlich der Inhalt einer Trauerfeier -egal, ob religiös oder nicht - ist. Ist es noch einmal an die Verstorbene denken und Trost finden? Oder ist es, wie der Schwager es möchte, eine Darstellung des Lebens der Mutter?
Ich denke, sie ist das, was man daraus macht. Pauschal betrachtet (theologisch) ist im Katholizismus die Trauerfeier für die Toten (sie ins Jenseits begleiten) und im Protestantismus für die Hinterbliebenen (Abschied nehmen). Den einen ist das Erinnern wichtiger, den anderen der Trost, den nächsten die Zukunftsperspektive. Da muss man als Familie gucken, wie man es gerne gestalten möchte und die unterschiedlichen Aspekte vielleicht alle unterbringen kann ...
Was eine religiöse Feier hat, was nicht-religiöse Feiern nicht haben, ist der Grabsegen für die Verstorbene.
Zitat von Lea58 im Beitrag #17Die Zeitfenster für die Trauerfeiern auf städtischen Friedhöfen waren hier bei mir immer sehr kurz. Das waren immer nur 15 Minuten, da alle halbe Stunde eine Beerdigung stattfand.
30 Minuten kenne ich, aber auch nur aus größeren Städten. In Kirchen und kleineren Städten hat man Zeit. Bei unserem Sohn hat es gut 45 Min gedauert, bis wir aus der Kirche raus sind (Glocken schlagen da alle viertel Stunde), und dann war ja noch alles am Grab ...
Zitat von Analuisa im Beitrag #18katholisch war (schließe ich aus der Wortwahl "Pfarrer")
"Pfarrer" sagt man in beiden Kirchen. Ich kenne es aber fast ausschließlich aus der evangelischen - katholisch dann "Priester".
Zitat von Charlie03 im Beitrag #26Es wird nun einen Pfarrer geben, der durchführt, aber, wer etwas sagen möchte, ist willkommen.
Das klingt nach einem guten Kompromiss. Tipp: Die Texte, die gesprochen werden sollen, vorher an den Pfarrer geben. Zum einen verhindert man dadurch Doppelungen. Zum anderen kann es im Zweifel der Pfarrer vorlesen, falls man selbst doch zu emotional in dem Moment ist.
Zitat von rahsil im Beitrag #48"Pfarrer" sagt man in beiden Kirchen. Ich kenne es aber fast ausschließlich aus der evangelischen - katholisch dann "Priester".
Du hast natürlich Recht 🌸
Sorry, Begriffsverwirrung meinerseits.
Virginia, Gisèle, Collien, danke für euren Mut! 🌹
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