Diese Diagnose vermutet meine Gynäkologin. Seit vielen Jahren habe ich Schmerzen im Intimbereich. Zunächst wurde eine Blasenentzündung vermutet, dann Pilze..... was auch immer. Behandelt wurde ich mit allen gängigen Mitteln - ohne Erfolg.
Dann wurde Scheidentrockenheit durch die Wechseljahre ins Spiel gebracht und hier wurden auch alle handelsüblichen Mittel verordnet. Ovestin, Oekolp und freiverkäufliche Mittel zusätzlich. Nichts half wirklich.
Ich kann keine Hosen mehr tragen, kein Fahrrad fahren, nicht lange sitzen.
Geschlechtsverkehr ist so gut wie unmöglich, da die Schmerzen trotz Gleitgel unerträglich sind.
Inzwischen war ich bei etlichen Frauenärzten, habe nur teilweise Verständnis erfahren und bis heute keine wirkliche Hilfe.
Wenn man Vulvodynie googelt, erscheinen die Symptome, die ich auch habe. Alle Frauen haben einen langen Leidensweg hinter sich.
Osteopathie kann möglicherweise helfen, Beckenboden-Entspannungsübungen auch.
Hat jemand Erfahrung damit und kann hilfreiche Empfehlungen geben?
Gut ... wobei auf der verlinkten Seite auch die Vulvodynie angesprochen wird, in welchem Umfang weiß ich nicht. Aber vielleicht melden sich ja hier auch noch direkt Betroffene.
Ich drücke dir jedemfalls die Daumen, dass es eine Ursache gibt, die gefunden wird und gegen die man etwas tun kann.
Ich hatte 2022 die gleiche Diagnose, mit viel Geduld, Östrogen Creme (vaginal), warmen Sitzbädern mit Speiseöl und Kamillenblüten sowie einem kurzzeitigem Einsatz von Pregaballin hat es sich gebessert. Es ist nicht perfekt, aber sehr viel besser. @Sommerwiese- es gibt spezielle Vulva- und Vaginalsprechstunden, häufig an grossen Krankenhäusern. Ich war beim UKE in Hamburg, quasi zum "Konsil", weil ich dort wegen meines Nierentumors in Behandlung war und mein Leid geklagt habe. Dort hat man mich zum ersten Mal ernst genommen, vorher war es der übliche Kreislauf aus ABs, Pilzpräparaten usw.
Vielen Dank @promthea71 und @SASAPI für eure Antworten.
SASAPI, ich bekomme jetzt auch Salbe mit Phenytoin, das ist wohl ähnlich wie Pregabalin. Ovestin Creme nehme ich auch noch. Ich bin schon irgendwie erleichtert, dass das Kind einen Namen hat. Ja, ganz genau - ernst genommen zu werden ist ein Schritt in die richtige Richtung. Meine Gynäkologin nimmt mich ernst, ist aber auch irgendwie ratlos. Dass sie jetzt auf Vulvodynie kam empfinde ich als Erleichterung, weil sich nun Wege auftun. Ich kann selbst was tun: die Creme, Beckenbodenentspannung. Klar ist da alles verkrampft bei ständigen Schmerzen. die Schmerzen sind immer da und das seit Jahren. Meine Lebensqualität ist definitiv eingeschränkt.
Ich habe einen Termin bei einer Osteopathin, die u.a. darauf spezialisiert ist. In der Hoffnung, dass es hilft. Die Sprechstunden in den großen Krankenhäusern ziehe ich auch in Erwägung, aber eins nach dem anderen. Aus diesem Schmerz-Kreislauf rauszukommen ist eine "größere Baustelle".
Hat es bei dir auch gedauert, bis jemand auf diese Diagnose kam? Hast du auch einen Ärzte-Marathon hinter dir?
Ja. Angefangen haben die Probleme 2020. Mit einer ziemlichen Rennerei. Ich habe Pregabalin als Tabletten bekommen, zeitlich sehr befristet und niedrig dosiert, um das "durchgedrehte Schmerzzentrum" zur Ruhe zu bringen. Ein zu fester Beckenboden war wohl die Ursache. Übungen von einer Physiotherapeutin und Entspannungsübungen ( andere Leute bekommen bei Stress einen verspannten Nacken, ich nen Beckenboden) haben geholfen. Aber es war zäh.