@Nordlichtsegler Ich schließe mich denen an, die sagen, dass es verwunderlich ist, wie kurz angebunden die Kommunikation verlaufen ist. Da sie näher dran war, gehe ich davon aus, dass es das war/ist, was sie auch schrieb, dieser "Tunneleffekt". Dass du aber auch so sparsam reagiert hast, wundert mich. Warst eher du mit ihm befreundet und sie mit ihm, aber ihr beiden Frauen nicht so sehr miteinander? Oder waren sie und er ein Paar? Anderenfalls wundere ich mich, dass du dich so schnell ausgegrenzt gefühlt hast. Ich hasse telefonieren, aber ich vermute, als sie das mit dem "H. ist verstorben" schrieb, hätte ich sie angerufen.
Aber nun ist es so wie es ist, und für alles weitere schließe ich mich @promethea71 an, wie schon geschrieben.
Vielen Dank für eure Einschätzungen. Nein, die beiden waren kein Paar, aber eng befreundet. Es ist mir jetzt erst bewusst geworden durch zahlreiche Hinweise von Euch, dass auch ich mich zu kurz gefasst habe.
Auch war meine Erwartungshaltung, dass sich meine Freundin von sich aus meldet bzgl. Hinweise auf Ort und Zeit der Beisetzung, wohl fehl am Platz. Ich habe mich, ehrlich gesagt, nicht getraut, mehr nachzuhaken. Sonst war sie sehr "gespraechig", und ihre kurze Nachrichten sagten mir, dass sie gerade emotional sehr eingeschränkt ist. Trotzalledem hatte ich gehofft, dass sie mir weitere Informationen gibt. Als ich sie dann vor Ort sah, deckte sich das Bild von ihr (wenigstens äußerlich betrachtet) nicht mit dem was ich angenommen hatte. Sie sah aus wie immer und sie unterhielt sich sehr angeregt.
Jetzt schaue ich nach vorne und werde mich bei ihr melden.
Zitat von Nordlichtsegler im Beitrag #1 Ein Treffen war bereits geplant, doch dann kam von ihr eine kurze Mail mit den Worten "Hier ist viel los. Ich sage den Termin ab."
Wurde Dir dadurch auch die Möglichkeit genommen, H. ein letztes Mal zu sehen? War da absehbar, dass H. kurz vorm Sterben steht? Weißt Du das bzw. hast Du dazu Vermutungen?
Hattest Du H. bei Deinen Aufenthalten auch meistens besucht?
Wenn deine Freundin vor Ort euren gemeinsamen Freund mit seiner Krankheit bis zum Tod begleitet hat, dann hat sie eine schwere Zeit durchgemacht. Auch wenn dich sein Tod sehr trifft bzw. getroffen hat, so hätte ihr wahrscheinlich ein Austausch mit dir sehr gut getan. Ein gemeinsamer Spaziergang und ein gutes Gespräch werden euch Beiden sicher helfen wieder zueinander zu finden.
H. Und ich haben uns während seiner Erkrankung im letzten Jahr leider nicht persönlich gesehen, aber ich habe ihm geschrieben und habe ihn über meine Freundin immer grüßen lassen , Grüße an mich kamen immer zurück.
Nein, ich wusste nicht, dass H. Im Sterben lag. Meine Freundin hatte mir nur einige Wochen vorher mitgeteilt, dass H. Einen Rückfall hatte.
Zitat von Frostschutz im Beitrag #29Auch wenn dich sein Tod sehr trifft bzw. getroffen hat, so hätte ihr wahrscheinlich ein Austausch mit dir sehr gut getan. Ein gemeinsamer Spaziergang und ein gutes Gespräch werden euch Beiden sicher helfen wieder zueinander zu finden
Ich glaube, ich werde den Mut haben, den 1. Schritt zu tun.
Zitat von Nordlichtsegler im Beitrag #31 Ich glaube, ich werde den Mut haben, den 1. Schritt zu tun.
Ist sicher besser, als wenn sich die Missverständnisse "verfestigen". Vielleicht könnt ihr euch auch gegenseitig auffangen, gemeinsam trauern, euch an schöne gemeinsame Erlebnisse mit H. erinnern ...
Es ist wirklich einfach unglücklich gelaufen, denke ich - ohne Absicht weder ihrer- noch Deinerseits. Ich denke, ich würde das Thema bezüglich des Ablaufs komplett ruhen lassen anstatt es noch weiter zu analysieren.
Wenn Du wieder dort bist, geht vielleicht gemeinsam essen. Einfach um zu reden, ohne der Sache rund um die Beerdigung Raum zu geben. Das würde nur zusätzlich alte Wunden aufreißen.
Deine Freundin scheint dem Verstorbenen sehr nahe gewesen zu sein, alleine schon wegen der örtlichen Begebenheiten, nehme ich an. Die drei Monate, die inzwischen vergangen sind - das ist eigentlich keine Zeit.
Herzliches Beileid zum Verlust deines Freundes.
Ich schließe mich Schafwolle da an. Ich glaube auch, es ist einfach blöd gelaufen und ich kann sowohl deine Reaktionen und Verletzungen als auch die deiner Freundin alle nachvollziehen. Ich finde es gut, wenn du nochmal auf sie zugehst und hoffe, es klappt mit einem baldigen Treffen und dass ihr die Missverständnisse hinter euch lassen könnt. Ich kann mir auch vorstellen, dass es doch möglich ist, da eines Tages nochmal drüber zu reden, aber vorerst würde ich es auch ruhen lassen und schauen, dass ihr erst wieder zueinander findet und Eure Trauer schon etwas weniger akut geworden ist.
Hallo Nordlicht, auch von mir ein Beileid zu Deinem Verlust.
Was vielleicht für Dich wichtig wäre… für Dich herauszufinden, warum Du keinen echten Kontakt zu H. hattest im letzten Jahr. Vielleicht liegt hierin nämlich der Grund für das Abstandhalten Deiner Freundin.
Achtung, was ich jetzt schreibe, könnte ziemlich unangenehm sein.
Situation: Du hast einen Freund, der eine lebensbedrohliche Krankheit hat. Du weißt sogar (von ihr) daß er einen Rückfall hat. Was je nach Erkrankung bedeutet - eventuell aufs Sterben zugehen.
Und trotzdem bringst Du es nicht fertig, Dich persönlich - so per Telefon - zu melden, oder hinzufahren? Sondern „Läßt Grüße ausrichten“?
Selbst wenn da jetzt ein paar hundert Kilometer dazwischen liegen - ich als andere Freundin - die vielleicht sogar miterlebt, daß H. deshalb traurig/verletzt ist - würde Dich als Freundin abschreiben.
Wegen „Freunde nur im Sonnenschein sind keine, und kann ich aus meinem Leben streichen“. Du warst in einer superharten Situation in garkeiner Weise persönlich verfügbar. Weder für H., noch für sie.
Es gibt - zumindest in meinen Augen - nur wenige nachvollziehbare Gründe, so ein „Nicht-Präsent-Sein“ zu akzeptieren/zu verzeihen: eigene ernste Erkrankung, Schwere Krankheit in der Familie, Kein Geld und anderer Kontinent.
Also rechne durchaus damit, daß sie kein Interesse mehr an Dir hat.
Ich bin nicht „im Spektrum“. Aber mein EQ ist tatsächlich etwas niedrig.
Ich halte das was du geschrieben hast für völlig daneben, weil du gar nicht weißt wie eng die Beziehung zu der verstorbenen Person war. Ich selbst würde in so einem Fall nur engste Freunde auswählen, die mich begleiten dürfen. Bedürfnisse sind einfach unterschiedlich, deswegen halte ich es für falsch der TE vorzuwerfen sie hätte sich nicht ausreichend gekümmert! Das ist eine Annahme von dir, ohne Kenntnis der genauen Umstände!
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
Spekulationen bringen nichts! Die Aussage: "Also rechne damit, dass sie durchaus kein Interesse mehr an dir hat." schürt unnötig Angst. Das kann sie nun wirklich nicht gebrauchen. Was tatsächlich ist und war können nur die beiden Freundinnen unter sich in einem Gespräch klären.
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
Ich habe mein Post #37 ergänzt. Vielleicht wird es jetzt mein Einwand klarer. Es geht hier nicht um mich oder um dich und darum wer Recht hat! Die Frage ist doch immer was ist sinnvoll und nützlich für die TE. Und nicht darum ungefiltert alles zu schreiben, was einem in den Sinn kommt, ohne zu berücksichtigen wie das ankommt. Das sehe ich hier nicht, sondern nur Vorwürfe und Ängste schüren. Gerade jetzt, wo sie sich ein Herz gefasst hat Kontakt zu ihrer Freundin aufzunehmen.
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert.
Gebt euch Zeit. Sterbebegleitung ist eine Ausnahmesituation und 3 Monate sind eine kurze Zeit. Ihr habt beide schwer zu knabbern und die andere ist jeweils nicht die Person, die die momentane Situation heilen kann. Das geht vielleicht ja später zusammen.
Ich kann mir auch vorstellen, dass sie sich erstmal genauso sortieren muss wie du dich. Trauer lässt sich auch nicht bewerten, weder in Qualität noch in Quantität.
Mit ein bisschen Zeit könnt Ihr dann aufeinander zugehen und gemeinsam trauern, so liest sich eure Freundschaft zumindest.
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Nachtrag (hab die 2. Seite zu spät gesehen): Erfahrungen haben mir gezeigt, dass es gerade im Zusammenhang mit schweren Krankheiten, Sterben, Tod und Trauer sehr schnell zu Missverständnissen und Streit kommen kann. Wenn in hochemotionalen Situationen Erwartungen, Ängste und alte Muster aufeinanderstossen.
Ich wünsch dir ein gutes Gespräch mit ihr. Wenn ihr gute Freundinnen seid, hält die Freundschaft das aus.
Edit: Typo und Wort nachgetragen
"We can, in fact we must, continue to fight to make everything about society better, without destroying what's already great." Carrick Ryan, Australian political commentator
"We are all just walking each other home." Ram Dass, writer
Mein aufrichtiges Beileid zu eurem Verlust! So wie ich das lese sind viele Missverständnisse und verletzte Gefühle zwischen euch. Jeder hat Erwartungen an den anderen und interpretiert die Handlungen des anderen nicht richtig. Nachdem du sagst, du denkst täglich an sie, würde ich unbedingt das Gespräch suchen. Wenn du nicht warten möchtest, bis du wieder hinfährst, würde ich sie anrufen bzw. ihr schreiben, dass du so gerne mit ihr telefonieren möchtest (sodass sie auch die nötige Zeit hat). Es wäre sehr schade, wenn euer Kontakt verloren geht, der euch beiden doch offensichtlich wichtig ist.
"Alle großen Leute sind einmal Kinder gewesen" ~ kleiner Prinz
Liebe Sunny, liebe Mit-Community, Danke für die empathischen Worte. Ich habe inzwischen Kontakt zu meiner Freundin aufgenommen und sie ist damit einverstanden, sich mit mir zu treffen. Ich werde Euch berichten. Drückt mir die Daumen.