"Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die italienische Justiz zu einer Entschädigungszahlung an eine Frau verpflichtet. Ihre Vorwürfe von wiederholter Vergewaltigung in der Partnerschaft wurden von einer italienischen Staatsanwältin als «normal» für Männer mit Schwierigkeiten, den Widerstand «müder» Frauen zu überwinden, abgetan. Das berichtet der Guardian."
Ich denke, das Thema ist noch größer, monströser, als wir es zZ auf dem Schirm haben. Weil oft sieht mensch den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Ich habe den Eindruck, das das Stockholm-Syndrom sehr weit verbreitet ist.
Stockholm-Syndrom [engl. Stockholm syndrome], syn. Identifikation mit dem Aggressor, [RF, SOZ], benannt nach den Ereignissen i. R. eines Banküberfalls mit Geiselnahme durch Jan Erik Olsson in Stockholm vom 23. bis 27. August 1973. Das Stockholm-Syndrom bez. die paradox erscheinende psych. Reaktion der Entwicklung einer emotionalen Bindung, Sympathie, Verbündung und Identifikation von (ggf. traumatisierten) Gewaltopfern mit dem Gewalttäter, insbes. Geiselopfern mit dem Geiselnehmer (auch: Opfer von Kindesmissbrauch, sexuellem Missbrauch, Kriegsgefangenschaft). Ggf. unterstützt das Opfer den Täter bei der Zielerreichung und handelt entgegen Personen (z. B. Polizei), die die Befreiung anstreben. Ggf. Entwicklung von Verständnis oder Bagatellisierung der Straftat im Nachhinein. Als mögliche Ursachen werden angenommen: (1) Erhöhung der Überlebenschance: Das Opfer versucht durch Kooperation die Chance zu erhöhen, dass eine Eskalation – sowohl vonseiten des Agressors als auch der Befreier – vermieden wird. Die Herstellung einer positiven Beziehung kann dem Ziel dienen, Sympathie oder Mitleid des Täters für das Opfer zu erzeugen (Lima-Syndrom); (2) Reduktion anhaltender Angst- und Spannungszustände: Bewältigungsreaktion zur Reduktion von Stress und zur Erhöhung des Kontrollerlebens (Kontrollwahrnehmung); (3) Reziprozität:Die Zusicherung des Aggressors, das Opfer (bei Kooperation) überleben zu lassen, erhöht die Chance der Entwicklung positiver Gefühle (Dankbarkeit) für den Aggressor; (4) Gruppenbildung und Reduktion von kognitiver Dissonanz: Das Opfer muss Handlungspraktiken des Täters mit ausführen. Notwendige Anpassungen des Verhaltens des Opfers an das Verhalten des Täters führen ggf. zu Einstellungsänderungen des Opfers; (5) Regression: Rückfall in kindliche Verhaltensmuster aufgrund der Erlebens vollständiger Abhängigkeit; (6) Einsichtsbildung und Perspektivübernahme: Opfer gewinnen Informationen, die Einsicht in die Motive des Täters ermöglichen. Beim Verständnis der Situation ist nur der Aggressor als Informationsquelle zugänglich; (7) Verstärkung: Kooperatives Verhalten führt zu positiven Effekte (pos. Verstärkung) oder dem Ausbleiben negativer Konsequenzen (neg. Verstärkung). Insges. werden die emot. Belastung und Belastbarkeit des Opfers und die Dauer der Freiheitsberaubung als wichtige Prädiktoren für die Entstehung des Stockholm-Syndroms angenommen.
Ich denke, das es nicht nur bei Gewalttaten greift. Wer im Patriarchat gut da stehen will, muss sich mit Männern gut stellen.
Das soll bewusst kein Vorwurf an jemanden sein. So etwas läuft unterbewusst und ist eine Überlebensstrategie, die funktioniert. Eine Überlebens und Gutlebensstrategie.
KEINE ANGST, KEINE ANGST, KEINE ANGST, KEINE ANGST!
"Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die italienische Justiz zu einer Entschädigungszahlung an eine Frau verpflichtet. Ihre Vorwürfe von wiederholter Vergewaltigung in der Partnerschaft wurden von einer italienischen Staatsanwältin als «normal» für Männer mit Schwierigkeiten, den Widerstand «müder» Frauen zu überwinden, abgetan. Das berichtet der Guardian."
Aus deinem Link:
Der EGMR hat den italienischen Staat zu einer Entschädigungszahlung von circa 60'000 Euro (55'290 Franken) an Audrey Ubeda und ihre Kinder, welche drei Jahre lang in einem Frauenhaus gelebt hatten, verpflichtet.
Gegenüber der italienischen Presse erklärte Ubeda, das Urteil sei eine «Genugtuung» und «ein Sieg für alle Frauen».
Mehr davon, damit das auch juristisch normal wird. Und natürlich nicht die Schwierigkeiten der Männer, den Widerstand müder Frauen zu überwinden. Ey Hallo 😤?
Ein Amateur hat die Arche gebaut, Profis die Titanic.
Man weiß nie, wo es hingeht im Leben, aber man weiß immer, wo man herkommt.
⚖️ Es ist was abzunehmen. Wieviel wird ca. in KW 24/2026 geklärt.
Zitat von Izzie123 im Beitrag #1363Ich halte es für schwierig, dass wir jetzt das Thema haben, dass es Frauen gibt, die Gewalt erfahren haben und deshalb einen Hass auf Männer haben. So Larifaris Ausführungen. Eigentlich geht es jedoch um Männer, die Frauen hassen und sich deshalb sexistisch, gewalttätig, übergriffig verhalten, wie schon den unzähligen Beispielen oben aufgeführt.
Ja! Es ist unglaublich, wie schnell sich die Positionen umdrehen.
Zitat von Kambara im Beitrag #1353Ich weiß nicht, was im Einzelnen hinter diesem Reflex steckt - aber ich vermisse, wenn es um das Thema "sexualisierte Gewallt gegen Frauen" geht oftmals ein Minimum an Verbundenheit mit den eigenen Geschlechtsgenossinnen. Während es im Kontrast dazu eine offenbar selbstverständliche Verbundenheit und Loyalität (?) zum männlichen Geschlecht zu geben scheint.
Das befremdet mich jedes Mal auf Neue.
Ja!
Wir Frauen brauchen keine Männer, die uns beschützen. Wir brauchen Männer, die andere Männer NICHT beschützen. - Inge Bell -
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Zitat von Izzie123 im Beitrag #1363Ich halte es für schwierig, dass wir jetzt das Thema haben, dass es Frauen gibt, die Gewalt erfahren haben und deshalb einen Hass auf Männer haben. So Larifaris Ausführungen. Eigentlich geht es jedoch um Männer, die Frauen hassen und sich deshalb sexistisch, gewalttätig, übergriffig verhalten, wie schon den unzähligen Beispielen oben aufgeführt.
Ja! Es ist unglaublich, wie schnell sich die Positionen umdrehen.
Es ist unglaublich, wie hier Aussagen verdreht werden, um all diejenigen in Schranken zu weisen, die nicht an einer Spaltung in der Gesellschaft : "Frauen hier und Männer da" Interessiert sind.
Wenn diese Spaltung für euch die Lösung eines gesamtgesellschaftlichen Problems sein soll - na dann "Gute Nacht Marie".
Sie nützt niemandem etwas, und schon gar nicht den Frauen, die von männlichen Gewaltexzessen betroffen sind.
Für diese Frauen kämpfe ich ✌️ (Und natürlich auch für eine bessere Gesellschaft.)
Zitat von Izzie123 im Beitrag #1363Ich halte es für schwierig, dass wir jetzt das Thema haben, dass es Frauen gibt, die Gewalt erfahren haben und deshalb einen Hass auf Männer haben. So Larifaris Ausführungen. Eigentlich geht es jedoch um Männer, die Frauen hassen und sich deshalb sexistisch, gewalttätig, übergriffig verhalten, wie schon den unzähligen Beispielen oben aufgeführt.
Ja! Es ist unglaublich, wie schnell sich die Positionen umdrehen.
Tatsächlich kann man wie Larifari beide Positionen einnehmen. Dabei halte ich es gar nicht für nötig, "Es sind nicht alle Männer" seht ja bereits im Strangtitel.
Aber!
Für mich geht es hier im Strang darum, einen Schwerpunkt zu setzen. Thema: Gewalt von Männern gegen Frauen, insbesondere strukturelle Aspekte und wie sich diese konkret auswirken.
Immer wieder "notallmen" einzubringen ermüdetet und lenkt ab. Treffender Vergleich mit der Tempolimitdiskussion! Ich sehe keine Spaltung, wenn bewußt die Perspektive der Frauen eingenommen wird. Eher noch ist der Vorwurf von Spaltung selbst ein Spaltungskonstrukt (ungewollt, aber es wirkt so).
Ich sehe keinen Männerhass (was ich für eine verständliche, aber fatale Schutzhaltung halte) hier in der Diskussion aber durchaus das zuletzt beschriebene Dilemma: gleichzeitig vertrauen wollen aber auch vorsichtig zu sein.
Hier wird niemand in Schranken gewiesen. Das kann und will niemand.
Du schreibst ja munter, Larifari, aber natürlich musst du, wie alle anderen auch, mit Antworten rechnen, auch Antworten, die eine andere Meinung vertreten.
Was die Spaltung angeht - schwierig. Da spielt gleich wieder der "not all men" - Vorwurf hinein. Obwohl das auch in fast jedem Beitrag betont wird.
Und die Gewaltexzesse -ja- natürlich, aber ich sehe auch die bereits oft hier erwähnten Probleme wie den alltäglichen Sexismus, der sich in der Tat tief durch die Gesellschaft zieht.
Diese Spaltung wird aber nicht durch die Personen hervorgerufen, die sie benennen.
Zitat von FrauGrün im Beitrag #1387@Larifari An welcher Stelle findest du, dass hier irgendjemand die Gesellschaft spalten möchte? Könntest du bitte mal Postings nennen?.
Sei mir nicht böse, Frau Grün, aber ich möchte mich nicht mehr weiter dazu äußern.
Ich akzeptiere jetzt einfach mal, dass ich mit "meiner Idee" hier fehl am Platz bin - und will dann auch nicht länger euren Meinungsaustausch stören.
(Ist kein "bin-beleidigt"-Rückzug, sondern nur ein vernünftiger 🌹)
Ich hoffe es gibt genügend lautere Menschen in Italien, die bei dieser Ungeheuerlichkeit auf die Barrikaden gehen!
Tatsächlich muss man feststellen, dass neben der Entscheidung des EGMR die italienische Justiz selbst reagiert hat, der Fall jemand anderem übertragen wurde und es zu einer Verurteilung des Täters kam, aus dem Artikel:
Der Einstellungsantrag der Staatsanwältin wurde abgelehnt und der Fall einer anderen Person zugeteilt. Der beschuldigte Mann wurde erstinstanzlich zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hat Berufung gegen das Urteil eingelegt und befindet sich aktuell auf freiem Fuss.
Weil ich es weiter oben schon angesprochen hatte: sehr „schönes“ Beispiel, dass patriarchales, sexistisches Denken genau so in Frauenköpfen kreist.
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Ich möchte gerne einen Dokumentarfilm weiterempfehlen, den ich gestern gesehen habe: Tagebücher eines Missbrauchs (GB 2024)
"Nach einem Bewerbungsgespräch wird die Journalistin Shiori Ito vergewaltigt. "Tagebücher eines Missbrauchs" begleitet sie bei ihrer Aufarbeitung des Geschehens und ihrem Versuch, den prominenten Täter vor Gericht zu bringen. Mit heimlichen Aufnahmen und sehr persönlichen Momenten zeigt der Film ihren Kampf gegen Schweigen, Macht und gesellschaftliche Tabus in Japan."
Ich fand es sehr bewegend, Shiori Itos jahrelangen Kampf, durch den sie zum Gesicht der japanischen #MeToo-Bewegung wurde, mitzuverfolgen. Ihr anfänglicher 'Vorteil', als Journalistin Abstand zum Geschehenen nehmen zu können, kehrte sich irgendwann fast gegen sie, als ihre eigenen Gefühle sich Bahn brechen.
Es wurde sehr deutlich, wie tief und umfänglich so eine Tat in ein Leben eingreift. Was und für wen sie alles mitdenkt, wie verantwortlich sie sich fühlt, wieviel Kraft das kostet und was es bedeutet, Unterstützung aus vielleicht nicht erwarteter Ecke zu bekommen.
"Tagebücher eines Missbrauchs" erhielt 2024 eine Oscarnominierung als bester Dokumentarfilm.
Zitat von Larifari im Beitrag #1383Es ist unglaublich, wie hier Aussagen verdreht werden, um all diejenigen in Schranken zu weisen, die nicht an einer Spaltung in der Gesellschaft : "Frauen hier und Männer da" Interessiert sind.
Wenn diese Spaltung für euch die Lösung eines gesamtgesellschaftlichen Problems sein soll - na dann "Gute Nacht Marie".
Sie nützt niemandem etwas, und schon gar nicht den Frauen, die von männlichen Gewaltexzessen betroffen sind.
Zitat von FrauGrün im Beitrag #1387@Larifari An welcher Stelle findest du, dass hier irgendjemand die Gesellschaft spalten möchte? Könntest du bitte mal Postings nennen?.
Sei mir nicht böse, Frau Grün, aber ich möchte mich nicht mehr weiter dazu äußern.
Das finde ich wirklich ärgerlich. Du stellst hier den massiven Vorwurf einer gezielten "Spaltung in der Gesellschaft" in den Raum, der von anderen (auch von mir) nicht nachvollzogen werden kann, und entziehst dich der Bitte um Erklärung.
Da stellt sich mir die Frage, ob du deinen Vorwurf nicht begründen kannst oder willst, bzw. warum du nicht zu dem stehst, was du geschrieben hast.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Zitat von Larifari im Beitrag #1389 Ich akzeptiere jetzt einfach mal, dass ich mit "meiner Idee" hier fehl am Platz bin - und will dann auch nicht länger euren Meinungsaustausch stören.
Mir ist nicht klar, worin "deine Idee" eigentlich genau besteht.
Wenn ich #1321 lese, auf den du dich beziehst: Da ist von "Kraftüberschuss", naturbedingt durch Testosteron, bei sehr jungen Männern die Rede, der in "vernünftigere Bahnen gelenkt werden müsste" - was meinst du damit?
Wenn du geschrieben hättest, dass heranwachsende Jungs und Männer positive männliche Role Models brauchen, dass ihnen in der Erziehung respektvolles Verhalten gegenüber Mädchen und Frauen mitgegeben wird, dass es Grenzen im Umgang miteinander zu wahren gilt - würde ich alles unterschreiben.
Aber so klingt es, als müsse man nur irgendwie dafür sorgen, dass sie ihren Hormonüberschuss an irgendetwas anderem abreagieren sollten als an Mädchen und Frauen. Als wären sie Tiere, die nicht anders können.
Alles weitere (härtere Strafmaßnahmen für Täter, erwünschte Solidarität von Männern etc.) ist hier ja nun nichts, was nicht schon sattsam diskutiert wurde. Ansonsten wieder die Unterstellung, dass Männer als solche verdammt werden. Letzteres ist einfach ermüdend, wenn es immer wieder unterstellt wird.
Es lenkt nämlich immer wieder vom Fokus auf die Opfer von männlicher Gewalt weg auf die - manchmal nur fiktiven - Befindlichkeiten von Männern. Irgendwelchen Männern, um die es gar nicht geht.
Und bei deiner Forderung an Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt sind, differenzieren zu müssen, was Männer angeht - ich weiß nicht, in welcher Weise du ehrenamtlich mit denen zu tun hattest. Aber was diese Frauen am wenigsten brauchen, ist eine Anwältin für Männer, die ihnen sagt "dass aber nicht alle so sind". Sie haben jedes Recht dazu, von Männern einfach mal die Schnauze voll zu haben - egal ob andere Frauen das nachvollziehen können oder nicht. Solange sie nicht selbst gewalttätig werden, ist das vollkommen in Ordnung. Wenn sie es schaffen trotz ihrer Traumata eine neue, gesunde Beziehung einzugehen - umso besser für sie. Aber sie müssen überhaupt nichts.
Zusätzlich zum Stockholm Syndrom ist meiner Meinung nach auch ganz tief verankert „ weil nicht sein kann, was nicht sein darf“. Weil auch das eigene Umfeld nicht so feministisch ist beim näheren Hinsehen.
Dafür gibt es einen Namen, den Gerechte-Welt-Glaube oder just world hypothesis. Besonders stark ausgeprägt bei denen, die ein starkes Kontrollbedürfnis haben.
In der Sozialpsychologie betrachtet man den Glauben an eine gerechte Welt als eine Strategie der Selbstbestätigung durch defensive Attribution. Schlechte Dinge können einem selbst nicht zustoßen, sondern nur schlechten Menschen oder nur Leuten die dumme Fehler begehen oder schlechte Entscheidungen treffen. Ein erhöhter Gerechte-Welt-Glauben kann zu tragischen Folgen wie zur Täter-Opfer-Umkehr bei Vergewaltigungen und der Herabsetzung Armer führen. Entsprechend der Dissonanztheorie von Festinger ist der Mensch ein rationalisierendes Wesen und versucht durch die Opfer-Abwertung, die Dissonanz mit seinem Gerechte-Welt-Glauben zu reduzieren.[5] Diese Attributionsverzerrung hilft zudem, angstauslösende Gedanken zu verdrängen, wie z. B. selbst ein zufälliges Opfer von tödlichen Unfällen oder Verbrechen zu werden.[6][7] Sie ist also eng mit dem menschlichen Kontrollmotiv verbunden.[8]
Ein Teil ist wie oben gesagt oft bei der Täter-Opfer Umkehr zu sehen „was hat sie auch so einen kurzen Rock an / wieso läuft sie nachts alleine auf der Straße rum / wieso war sie betrunken“ aber auch in Fällen von Collien Fernandes „das hat die sich doch nur ausgedacht / die will sich nur an ihrem Mann rächen“.
Die allermeisten von uns können sich davon auch nicht freisprechen. Aber man kann sich ertappen und umschalten.
Nachtrag: da hatte Mme. Pelicot auch mal ein wenig Glück, wenn man so sagen kann. Ihr konnte man aus der Richtung wirklich gar nichts böswillig anhängen.
Ich habe neue Laufschuhe. Ich bin schon ganz außer Atem. Jetzt noch den zweiten anziehen!
Zitat von BBlueVelvet im Beitrag #1341Am naheliegendsten mMn: solange ich mir einrede, dass alles nur eine winzige Minderheit ist, kann ich das Thema schnell ad acta legen und weiterhin glauben, dass kein Mann, den ich gern habe, einer „von denen“ ist.
Und einen Schritt weiter: wenn ich es ad acta lege fühle ich mich sicher - mir und meinen Kindern kann eher nichts passieren, ich umgebe mich und teile mein Bett mit den „guten Männern“, ich lebe richtig. Dass wir das alle teils annehmen müssen, um überhaupt vertrauensvolle Beziehungen eingehen zu können, andererseits Misstrauen eine gute Idee ist, macht die Sache aus psychologischer Sicht so verzwickt.
Gut gesagt, danke. Als ich die Meldung im Auto hörte ( den Podcast hatte ich schon längst mal gehört), da warf ich auch einen Blick auf meinen Chauffeur/Ehemann. Fassungslos guckend in der Vorstellung, er könnte sowas machen und ich wüßte es nicht einmal, weil betäubt... Nur ein theoretisches Gedankenspiel, bei meinem eratischen Schlafmuster ist das total unmöglich - abgesehen davon, dass er außer jeglichem Zweifel steht, aber der Gedanke schoß mir dennoch auch kurz durch den Kopf. Und wie viele Frauen gibt es, die - nun, sagen wir mal nicht, dass sie verprügelt werden, aber in der ehelichen Gemeinschaft doch auch mal die eine oder andere härtere Gangart erleben im Zusammenleben - die vielleicht tatsächlich so unter Drogen gesetzt und mißbraucht werden?
Also ich für mich tue mich verdammt schwer, mit den Vorkommnissen in irgend einer rationalen und emotionalen Art zurechtzukommen und dies einordnen zu können. Obwohl ich wirklich nicht selbst betroffen bin.
Ganz ganz schwieriges Thema, auch für Nicht-Betroffene. Man schaut manch einen Mann mißtrauisch an - auch du, Brutus???? Hauptsächlich natürlich solche, die man nicht leiden kann und einem eh verdächtig sind... auch keine Logik dahinter.
Schwierig, die Balance zu behalten zwischen Mißtrauen und Vertrauen. Die Welt ist für Frauen einfach nie einfach.
Zitat von Kambara im Beitrag #1367 Eben. Und deshalb darf es nicht tabu sein, das Thema "Gewalt von Männern gegen Frauen" überhaupt anzusprechen. Aus lauter Sorge, dass sich irgend ein unbescholtener Mann ungerechtfertigterweise angegriffen fühlen könnte.
Eben. Ich hab meinem Mann den link geschickt damals(Podcast). Er wurde immer blasser, als er den anhörte und wir haben darüber lange und viel gesprochen, um das irgendwie einordnen zu können. Mich hat das alles sehr belastet und ein paar schlaflose wirre Nächte beschert. Diskussion kann ich das nicht nennen, weil wir beide fassungslos waren über das Ausmaß dieser Vergewaltigungen unter Drogen. Jahrzehntelang, und die Frauen rannten teilweise von Arzt zu Arzt, weil sie spürten, irgendwas ist da falsch mit mir. Dass es der eigene Partner war dem Frau vertraut, erschüttert ja das ganze Dasein. Wie kommt frau da wieder raus????? frage ich mich. Wie kann man jemals wieder vertrauen?
Ich geb zu, ich hab meinen Partner von über 40 Jahren angeschaut von der Seite und überlegt: "Könnte er mir das auch antun?" Unglaublich, wie ich erschüttert war. Disclaimer: Meiner ist einer von den Guten, ich hatte echt großes Glück.
Zitat von Genny im Beitrag #1397Disclaimer: Meiner ist einer von den Guten, ich hatte echt großes Glück.
Diesen Satz - den ich auch von anderen Frauen immer wieder höre - finde ich nachvollziehbar, aber gleichzeitig auch erschreckend. Was ist das für eine frauenfeindliche Gesellschaft, in der es als Glücksache und nicht als Selbstverständlichkeit angesehen wird, wenn Männer sich Frauen/Partnerinnen gegenüber anständig verhalten?
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻
Zitat von Genny im Beitrag #1396[...] Also ich für mich tue mich verdammt schwer, mit den Vorkommnissen in irgend einer rationalen und emotionalen Art zurechtzukommen und dies einordnen zu können. Obwohl ich wirklich nicht selbst betroffen bin.
Ganz ganz schwieriges Thema, auch für Nicht-Betroffene. Man schaut manch einen Mann mißtrauisch an - auch du, Brutus???? Hauptsächlich natürlich solche, die man nicht leiden kann und einem eh verdächtig sind... auch keine Logik dahinter.
Schwierig, die Balance zu behalten zwischen Mißtrauen und Vertrauen. Die Welt ist für Frauen einfach nie einfach.
Danke, dass Du das nochmal so deutlich hinschreibst. Für mich persönlich als nicht akut Betroffene ist das auch das dominante Problem. Und in ganz ureigenstem Interesse eben auch das der Männer, das sie mit mehr als Unschuldsbeteuerungen angehen müssen. Wie? Ehe ich da weitermache möchte ich @noBarbie als Strangeröffnerin nochmal konkret fragen, welche Themenaspekte hier gewünscht sind. Mir fällt immer wieder auf, dass die Diskussion sich hauptsächlich um Negativaussagen dreht. Nicht "negativ" im Sinne von "unerfreulich", das liegt ja in der Natur der Sache. Sondern negativ im Wortsinne. Das was nicht ist / nicht in Ordnung ist / nicht soundso gesehen oder empfunden wird / nicht sein sollte. Auf Positivaussagen ("Hier könnte man ansetzen / Ich finde man sollte XY versuchen / sagen / tun") wird weitestgehend gar nicht eingegangen, sondern nur dann, wenn der Vorschlag abgelehnt wird (also wieder nur mit Negativaussagen). Ich schreibe das nicht wertend sondern feststellend. Es ist ein völlig legitimes Anliegen, erstmal zu sammeln und Aufmerksamkeit für die Themen Gewalt gegen Frauen und Misogynie zu generieren.
Daher meine Frage: Welche Themen / Aussagen sollen hier Platz finden? Taten, Täter und Opfer von Gewalt gegen Frauen und Misogynie? Beispiele für systemische Misogynie? Ursachen und Erhaltungsmechanismen von systemischer Misogynie? Gedanken von nicht akut von Gewalt Betroffenen, wie oben? Gedanken zu Lösungsansätzen? Konkrete Positiv-Forderungen an Männer? (Also weder: 'Seid keine Täter!' [Negativaussage], noch: 'Engagiert Euch!' [Allgemeinplatz], sondern: 'Sanktioniert Altherrenwitze!', oder auch: 'Beschäftigt Euch mit dem Thema und entwickelt eigene Lösungsansätze!')
Es kam fast alles davon schon im Strang vor, aber mir ist nach wie vor unklar, was am ehesten erwünscht ist.
"It has to be possible to feel the pain in one community without denying it to the other. It has to be!" John Oliver
Moderatorin in den Foren zu Beziehung und Sex, zu Kunst, Musik und Literatur, zu Politik und Tagesgeschen und zum Handwerken (warum auch immer). Ueberall sonst gilt: Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.
Zitat von Flau im Beitrag #1399Ehe ich da weitermache möchte ich @noBarbie als Strangeröffnerin nochmal konkret fragen, welche Themenaspekte hier gewünscht sind.
Worum es mir geht, habe ich, denke ich, im Eröffnungsbeitrag deutlich gemacht:
Zitat von noBarbie im Beitrag #1Ja, mir selbst geht das Genöle, „Aber es sind doch nicht alle Männer so“ gehörig auf die Eierstöcke, wenn es um Gewalt gegen und Unterdrückung von Frauen geht. Nicht nur, weil die Behauptung „alle Männer“, wenn überhaupt, sehr selten aufgestellt wird, sondern vor allem aber, weil in diesen Diskussionen m. E. zu oft in den Hintergrund gerät, dass leider sehr, sehr viele Männer Täter sind.... Der statistischen Zahl von rechnerisch über 500 Taten täglich stehen also in der Realität mehrere Tausend gegenüber. Auch unter Berücksichtigung von Mehrfachtaten, sind es eindeutig zu viele Männer, die gegen ihre (Ex-)Frauen körperliche und/oder sexualisierte Gewalt ausüben. ... Selbstverständlich sind das längst nicht alle Männer. Was ich aber vermisse, dass dem ständigen Hinweis darauf so wenig Taten folgen. Ja, immer mehr Männer, gehen gemeinsam mit Frauen gegen Gewalt an Frauen auf die Straße, nach meinem Eindruck aber meistens, wenn Frauen diese Demos organisiert haben. Auf YouTube gibt es zahllose Videos, auf denen Menschen für One Billion Rising tanzen. Männer sind nur sehr selten, oft gar nicht darauf zu sehen. Für mich wäre „Es sind nicht alle Männer“ überzeugender, wenn Männer sich nicht so sehr auf Frauen verlassen würden, um das zu zeigen, sondern wenn sie sich mit eigenen Aktionen/Demos öffentlich von den Tätern abgrenzen würden.
Unerwünscht sind meinerseits Misogynie und Misandrie (letztere ist mir hier auch noch nicht aufgefallen) Opfer-Täter-Umkehr und Verharmlosung der Taten und Täter. Ansonsten will und kann ich angesichts der Vielschichtigkeit des Problems keinen stringenten Diskussionsverlauf vorgeben, sondern hoffe darauf, dass dieser den Umgang mit eventuell strittigen Aspekten regelt.
Wird AfD eigentlich mit einem oder zwei Mittelfingern geschrieben? 🖕🏻🖕🏻